Train Sim World: CSX Heavy Haul | Virtual DVD Magazine – News



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Mrz

Train Sim World: CSX Heavy Haul

Neuer Job, neue Herausforderung: Gerade erst die neue Stelle beim amerikanischen Eisenbahnunternehmen CSX Transportation angetreten, müssen wir uns auch schon mit der Bedienung von schweren Güterzuglokomotiven vertraut machen. Dort nämlich kann die Arbeit des Lokführers schnell richtig anstrengend werden und übersteigt das einfache Bedienen von Schaltern und Hebeln bei weitem. Weichen wollen per Hand gelegt, Güterwaggons manuell abgekoppelt werden und auch die Funktionsweise der Lokomotive selbst muss bis hin zum Motorraum und der Handbremse bestens einstudiert werden. Kein leichter Job also, wenn es heißt, kilometerlange gleich doppelstöckige Containerzüge den Berg der Sand Patch Grade hinauf zu bringen, oder beim nächsten Braunkohlebergwerk die Rohstoffe zu beladen. Kommen dann auch noch Mehrfachtraktionen in Sandwichformation hinzu, die bis zu fünf Lokomotiven betreffen können, entwickelt sich aus der einfachen Bahnfahrt schnell ein richtiger Schwertransport…

Kritik:
Viele Jahre haben die Entwickler es angekündigt, doch nun ist es endlich so weit: Der berühmte Train Simulator sollte eine neue Engine bekommen. Dabei verpasst man dem alten Spiel allerdings nicht einfach ein Update, sondern liefert gleich ein eigenes Standalone-Spiel mit: „Train Sim World: CSX Heavy Haul“ soll somit der Nachfolger der beliebten Eisenbahnsimulation werden und das Genre nicht nur auf den aktuellen Stand bringen, sondern auch noch einiges besser machen.

Train Sim World: CSX Heavy Haul

Wenig Änderung seit der Beta
Die Erwartungen waren schließlich ziemlich groß, seitdem einige Spieler und Vorbesteller bereits im Dezember in den Genuss des Spiels kommen und einen ersten Blick erhaschen konnten. Das Feedback fiel zugleich nicht ausschließlich positiv aus, fehlten doch so manche interessante Features. So konnten sich Spieler vor allem mit dem Punktesystem nicht so recht anfreunden, die Signalschaltungen funktionierten nicht immer korrekt und massive Performanceprobleme machten selbst High-End-Rechnern zu schaffen. Nachdem die Entwickler bis zum Release einiges an Verbesserungen versprachen, ist die Ernüchterung nun umso größer: An den Performanceproblemen hat sich derweil nur sehr wenig geändert, denn selbst auf der aktuellsten Grafikkartengeneration klagen so manche Spieler von Framerates unterhalb der 30 fps-Marke. Das ist ein echtes Problem, das den Spielspaß enorm trübt. Immerhin: Die Signalschaltungen funktionieren nun tadellos.

Train Sim World: CSX Heavy Haul

Hoher Detailgrad der Simulation
Dabei ist „Train Sim World“ keineswegs ein schlechtes Spiel, ganz im Gegenteil. Schaut man sich den enormen Grad der Simulationsdetails einmal genau an, kann man von dem Spiel durchaus schnell begeistert sind. Im Führerhaus ist nahezu jeder Knopf bedienbar und das betrifft nicht nur allein die eigentliche Fahrsteuerung. So müssen wir in einigen Szenarien sogar die Lokomotive manuell aufrüsten, können den Sicherungskasten bedienen oder gar den Motorraum öffnen. Die Heizung funktioniert, der Ventilator lässt sich einschalten, jede einzelne Sonnenblende verstellen und sogar ein interaktives Display zur Geschwindigkeitskontrolle beim Rangieren lässt sich bedienen. All das sind Neuerungen, die es so beim Vorgänger nicht gab und auch nur in wenigen hochwertigen Erweiterungen eher rudimentär umgesetzt wurden. Das Potential ist also durchaus vorhanden, zu einer erstklassigen Simulation zu werden.

Train Sim World: CSX Heavy Haul

Theorie und Praxis
Damit die Bedienung der Lokomotive dabei nicht zu schwer wird, gibt es einige umfangreiche Tutorials, die uns die Bedienung der Fahrzeuge grundlegend erklären. Dabei bietet sich sowohl Theorie, als auch Praxis, etwa wenn es um die korrekte Bedienung der drei verschiedenen Bremssysteme geht, die allesamt innerhalb der Lokomotiven simuliert wurden. Das Rangiersystem wird uns in einem weiteren Tutorial ebenso beigebracht, wie das Beladen von Kohle oder das Auftanken der Lok an einer entsprechenden Tankstelle. Gleichzeitig spielt wiederum aber auch die Verwendung einer Drehscheibe eine wichtige Rolle, ist sie immerhin Teil des riesigen Güterbahnhofs. Es empfiehlt sich gerade für Einsteiger also, das Tutorial unbedingt zu spielen. Wenig durchdacht ist unterdessen allerdings, dass das manuelle Aufrüsten einer Lokomotive erst in einem der Hauptszenarien erklärt wird und sonst nur in der englischen Anleitung nachzulesen ist. Wer gleich nach dem Tutorial in die freie Fahrt wechseln möchte, wird daher auf Probleme stoßen. Ganz zu schweigen von einem mangelnden Tutorial zum amerikanischen Signalsystem, das grundlegend von den deutschen Signalen abweicht und daher für deutsche Spieler des Train Simulators eine ungewohnte Neuheit darstellen könnte. Da hat man also nicht an alles gedacht, auch wenn das Fahren einer Lok nach den Tutorials grundsätzlich klappen mag.

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Einmal selbst Hand anlegen
Ebenso neu und ungewohnt für einen Eisenbahnsimulator ist derweil, dass wir in der Ego-Perspektive tatsächlich aus unserer Lokomotive aussteigen und den realen Arbeitsablauf eines Bahnmitarbeiters erleben dürfen. So müssen wir also tatsächlich aus unserem Führerhaus aussteigen, um Weichen umzulegen, Waggons abzukoppeln, die Lok zu betanken oder die Drehscheibe zu bedienen. In „Train Sim World“ klappt das alles nicht mehr einfach per Klick auf die Karte, sondern muss nach realistischen Abläufen manuell erfolgen. Bei einem mehr als eine Meile langen Güterzug kann das Laufen zur hinten in Sandwich-Formation angekoppelten Lok allerdings auch mal etwas nervig und frustrierend sein, hatten wir schließlich nicht damit gerechnet, in einer Eisenbahnsimulation mal eben zehn Minuten herumlaufen zu müssen. In Amerika wirken Güterzüge nämlich doch schier endlos.

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Unpassendes Erfahrungssystem
Eine weitere Neuerung ist übrigens das Erfahrungssystem, das nun Einzug in den Simulator gehalten hat. Der Sinn dessen konnte sich uns allerdings bisher noch nicht ganz erschließen, scheint dieses System mitsamt seinem Feedback doch einfach nicht so recht auf das Genre der Eisenbahnsimulation zugeschnitten zu sein. So erhalten wir beispielsweise Erfahrungspunkte für das Betätigen von Schaltern, obwohl dies früher oder später zum normalen, selbstverständlichen Arbeitsablauf gehören sollte. Für die eigentliche Fahrweise hingegen gibt es keinerlei Feedback. Anders als noch in „Train Simulator 2017“ erhalten wir hier nämlich keine(n) Punkte(abzug) für Pünktlichkeit, Geschwindigkeitsüberschreitungen und andere Handlungen. Auch nach Ende eines Szenarios bleibt das Feedback zu unserer Fahrweise komplett aus. Spätestens, wenn mit einem zukünftigen Szenario auch Passagierverkehr hinzu kommt, dürfte dies wohl eines der wichtigsten Features sein, welches Spieler vermissen könnten.

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Fracht durch Amerika
Apropos Passagierverkehr: Eisenbahnfans, die lieber Fahrgäste durch die Gegend kutschieren und am liebsten an jedem Bahnhof anhalten möchten, werden bei „Train Sim World“ bisher noch nicht auf ihre Kosten kommen. Bisher ist nämlich lediglich eine einzige amerikanische Route enthalten, die sich auch ausschließlich auf Güter- und Rangieraufgaben beschränkt. Ganz klassisch amerikanisch fahren wir also meistens extrem lange und schwere Güterzüge umher, oder rangieren auf einem riesigen Güterbahnhof. Das kann zwar durch die Schwere und Länge des Zuges und mitunter schwierigen Witterungsverhältnissen ebenfalls spannend werden, könnte aber vor allem jenen Spielern keinen Spaß machen, die ungern mit weniger als 50 Meilen pro Stunde unterwegs sind. Hat man bereits die amerikanischen Strecken des „Train Simulator 2017“ als eher langweilig empfunden, könnte dies auch hier schnell der Fall sein.

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Realistische Fahrzeiten
Dafür allerdings kommen Fans des amerikanischen Güterverkehrs umso mehr auf ihre Kosten, denn die Szenarien können sich durchaus sehen lassen. Mit einer jeweiligen Länge zwischen 30 und 180 Minuten wird dabei immerhin eine realistische Fahrzeit simuliert, die auch in der Realität vermutlich vorkommen dürfte. Das bietet dann sowohl Aufgaben für Zwischendurch, als auch umfangreichere Szenarien für längere Spielesessions. Noch dazu gibt es ein paar mehr Szenarien, als dies bisher in einigen TS2017-Addons üblich war. Man kann also durchaus von einem akzeptablen Spielumfang sprechen, der sein Geld wert ist. Und wer nach den Szenarien immer noch nicht genug hat, findet mit dem neuen Fahrplan-Modus auf dem Lokauswahlbildschirm mehr als dreißig weitere Aufgaben, bei denen wir fahrplanmäßige Züge an ihren Zielort bringen. Die Gesamtpielzeit für die Szenarien beträgt dabei etwa 14 bis 15 Stunden und mindestens noch einmal dieselbe Spielzeit kann für das Spielen des Fahrplan-Modus aufgerechnet werden.

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Zukünftiges Potential
Bis „Train Sim World“ allerdings sein volles Potential gänzlich entfalten kann, sind weitere wichtige Optimierungen nötig. Insbesondere sollten die Entwickler die Performanceprobleme dringend beseitigen, trüben diese den Spielspaß doch am meisten. Interessant wird aber vor allem das Herumlaufen in Ego-Perspektive, das weitaus komplexere Szenarien ermöglicht, als wir sie bisher erlebt haben. Problemlos ist es also möglich, während eines einzelnen Szenarios die Fahrzeuge zu wechseln und mehrere Lokomotiven nacheinander zu steuern. In einigen der enthaltenen Szenarien müssen wir dies sogar tun und dürfen uns die Reihenfolge der Arbeitsabläufe mitunter aussuchen. Spannend kann das aber auch bei der Inszenierung realistischer Fahrten werden, wenn wir etwa auf Grund von defekten Türen oder randalierender Fahrgäste einmal unser Führerhaus verlassen müssen. Selbst Szenarien als interaktiver Schaffner wären problemlos denkbar, jetzt da wir uns frei bewegen können. Die Möglichkeiten scheinen aktuell also schier endlos – wäre da nur nicht das Fehlen des Streckeneditors, der es aktuell praktisch unmöglich macht, dass Entwickler und andere Spieler eigene Strecken entwickeln. Ehe dieser nicht implementiert wurde, können wir auf neuen Content vermutlich lange warten.

Train Sim World: CSX Heavy Haul

Wunderschöner Hardwarehunger
Verfügt man aber tatsächlich über einen aktuellen leistungsstarken High-End-Rechner und ist noch dazu Eisenbahnfan, lohnt sich der Kauf bereits jetzt. Denn im Gegensatz zum Vorgänger handelt es sich bei „Train Sim World“ tatsächlich um eine Simulation mit wunderschöner Grafik. Stellt man die Einstellungen auf „Ultra“ und die Screen Percentage auf 200% – was sozusagen einem 2-fachen Supersampling entspricht – braucht sich das Spiel keineswegs vor anderen aktuellen AAA-Titeln zu verstecken. Optisch könnte man das Spiel momentan als die bestaussehende Simulation auf dem gesamten Spielemarkt bezeichnen. Das allein dürfte angesichts zahlreicher eher minderqualitativer Simulationen bereits ein Alleinstellungsmerkmal sein. Ganz besonders, seitdem man auch die Post Processing-Effekte verbessert hat, die in der Beta stellenweise noch für etwas seltsame Beleuchtung sorgten.

Fazit:
Der neue Eisenbahnsimulator aus dem Hause Dovetail Games überzeugt mit seinem hohen Detailgrad bei der Simulation, der Ego-Perspektive, der wunderschönen Grafik und den komplexeren Szenarien. Dass sich allerdings seit der Beta entgegen den Versprechungen der Entwickler nur wenig verändert hat und massive Performanceprobleme immer noch vorhanden sind, sorgt derweil für Ernüchterung. Doch auch das wenig sinnvolle Punktesystem dürfte nicht unbedingt dem Geschmack eingefleischter Train Simulator-Fans entsprechen.

Train Sim World: CSX Heavy Haul Wertung



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