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Saber Con: Hoher Besuch in Mönchengladbach
Im Beta-Test: Train Sim World – CSX Heavy Haul
Nachtmahr in Oberhausen: Provokation durch Musik
Saber Con Mönchengladbach: Kino trifft Convention
German Comic Con: 45000 Fans treffen auf David Hasselhoff
Oberhausen: John Carpenter live in Concert
Mafia 3
Kassel: Der Doktor kommt zur Timelash
Fernbus Simulator
F1 2016

18
Dez

Saber Con: Hoher Besuch in Mönchengladbach

Laserschwerter, blaue Tentakeln und Kopfgeldjäger in dicken Rüstungen: Das war der Anblick, den wir an diesem Wochenende in Mönchengladbach zu sehen bekamen, als die Saber Con in die zweite Runde ging. Denn der Name kommt nicht von ungefähr: Hier ging es – neben Game of Thrones – vor allem auch um Star Wars. Und auch wenn die Anzahl der Besucher und Cosplayer noch etwas überschaubar war, haben sich trotzdem diverse Kostümgruppen mit ihren Twi’leks und Jedis ins Haus Zoar begeben, um die Fans des Franchises zu begeistern, bevor sie am Nachmittag oder Abend auch den neuesten Streifen “Rogue One” im hauseigenen Kino bewundern konnten.

Saber Con Mönchengladbach

Ein bisschen “chillig” ging es in der für Conventions etwas ungewöhnlichen Location gleich in zweierlei Hinsicht zu. Die Bühne zwischen dem Eingang zum Kinosaal und der Popcorntheke aufgestellt, lud mit den bequemen Stoffsofas zum Verweilen ein und die passenden Nachos waren auch nicht allzu weit. Auf der anderen Seite ließ das Bühnenprogramm allerdings auch genügend Zeit, um zwischen dem Programm ein wenig in der Gegend zu stöbern oder auf dem anliegenden Weihnachtsmarkt die ein oder andere Bratwurst zu verdrücken. Ein bisschen mehr hätte man das Programm natürlich füllen können, um die Lücken mit interessanten Vorträgen zu schließen, aber spätestens bei den Panel-Highlights mit Ian Beattie, Ian Hanmore, Paul Blake, Chris Parson und Alan Harris war dann auch die Wartezeit schnell vergessen. Denn: Absagen der Stars gab es bei diesem Event keine. Und das ist selbst bei langjährig bestehenden Events keine Selbstverständlichkeit.

Saber Con Mönchengladbach

Der kleine Rahmen der Veranstaltung hatte dann auch gleich seine Vorteile, denn mit fünf Schauspielern aus “Star Wars” und “Game of Thrones” hatte man den perfekten familiären Rahmen gefunden. Autogramme und Photoshoots konnten die Besucher ohne große Wartezeiten ergattern und dazwischen reichte die Zeit noch locker aus, um das ein oder andere Selfie am Autogrammtisch zu schießen. Apropos locker: Das Schießen von Selfies mit Stargästen zu erlauben, ist auch auf anderen Conventions alles andere als üblich. Und nachdem sich die Stars dann auch schnell sichtbar wohlfühlten, stand einem Gruppenfoto mit den Cosplayern oder einem Gang über den Weihnachtsmarkt ebenfalls nichts mehr im Wege. Und auch wenn man zwischen den Programmpunkten manchmal vielleicht nicht wusste, wie man seine Zeit vertreiben sollte, da auch der Händlerbereich überschaubar blieb, so war das besondere Erlebnis mit den Stars doch für viele Fans den Besuch wert.



09
Dez

Im Beta-Test: Train Sim World – CSX Heavy Haul

Die amerikanische und kanadische Eisenbahn ist vor allem für ihre aufwändigen und schweren Gütertransporte bekannt, statt für klassische Passagierfahrten im Regionalverkehr. Als Rangier-Lokführer des amerikanischen Unternehmens CSX Transportation kümmern wir uns entlang diverser Güterbahnhöfe um die im typischen blau-gelb gehaltenen schweren Güterlokomotiven und müssen unter anderem Kohlewaggons an ihren jeweiligen Zustellungsort bringen. Denn während wir einerseits in komplexen Rangieraufgaben die passenden Züge für ihre Fahrt bereitstellen, wollen einige Züge auch entlang des Sand Patch Grades an ihr Ziel gebracht werden. Nicht immer eine leichte Aufgabe, wenn man plötzlich doch alles selbst machen muss…

Kritik:
Bereits vor Jahren hat Dovetail Games für ihren Train Simulator eine gänzlich neue Version mit neuer Grafikengine angekündigt, die nicht mehr unter den Limitierungen der alten 32-Bit-Engine zu leiden hat. Mittlerweile ist es soweit und die erste spielbare Version des Nachfolgers unter dem Titel „Train Sim World“ befindet sich in der offenen Beta. Käufer der „Train Simulator 2017 – Pioneers Edition“ erhalten seit gestern automatisch Zugang zu der neuen Beta. Und da hat sich einiges geändert, nicht nur grafisch.

Train Sim World

Demonstration der Zukunft
Generell kommt die Beta natürlich zunächst mit einem recht kleinen Umfang daher, möchte man hier schließlich die Zukunft des Train Simulators demonstrieren und den Spielern zeigen, in welche Richtung es demnächst gehen wird. Der offizielle Release der „CSX Heavy Hault“ ist bereits für den Februar geplant und bietet nach aktuellem Stand lediglich eine Lokomotive, eine Route und zwei Szenarien. Darin enthalten sowohl eine einfache Güterfahrt, als auch eine etwas komplexere Rangieraufgabe an einem Umschlagbahnhof. Zusätzlich finden wir natürlich drei Tutorials und auch die Funktion der freien Fahrt mit jeweils zwei Abschnitten – nordwärts und südwärts – ist enthalten. Dazu aber später mehr.

Train Sim World

Lokführer muss selbst Hand anlegen
Zu den neuen Features gehört aber vor allem auch, dass der Spieler nun erstmals selbst Hand anlegen muss und der Arbeitsalltag eines Lokführers realistisch simuliert wird. Das ist zugleich auch der eigentlich spannende Teil der Beta, denn wir sitzen hier nicht zu Beginn einfach in einem Zug und müssen nur noch los fahren. Wie in der Realität können wir uns jetzt frei in der Ego-Perspektive bewegen und warten zunächst beispielsweise auf einen einfahrenden Zug, den wir übernehmen. Wir müssen diesen anschließend selbst betreten und die Vorbereitungen treffen. Das bedeutet allerdings auch, dass nun erstmals Szenarien möglich sind, in denen wir die Lokomotive gänzlich wechseln und beispielsweise mehrere Loks rangieren müssen. Gerade Güter- und Rangieraufgaben können damit um einiges spannender werden und den Szenarienbauern werden sich neue Möglichkeiten eröffnen.

Train Sim World

Spannend ist dabei allerdings, dass wir tatsächlich – wie ein echter Lokführer – auch einmal aussteigen müssen. So besteht erstmals die Möglichkeit, die Lokomotive und Waggons auch komplett manuell an- und abzukoppeln. Dazu gehören auch physische Verbindungen der elektrischen Leitungen, wie wir sie von echten Zügen kennen. Dafür muss sich der Lokführer allerdings auch mal bewegen. Selbiges gilt für Weichen, die wir manuell umstellen müssen. Hier wird nicht mehr einfach nur kurz geklickt, sondern wir müssen tatsächlich aussteigen und zur Weiche hinlaufen. Interessant: Bereits in der Beta-Version waren auch Drehscheiben manuell bedienbar. Nun bleibt natürlich die Frage, wie man dies in Passagierszenarien einbaut. Zufallsereignisse wie blockierte Türen oder randalierende Fahrgäste wären grundsätzlich umsetzbar, ebenso Fahrerwechsel an einem Bahnhof. Insofern sieht „Train Sim World“ schon sehr vielversprechend aus.

Train Sim World

Schnee und schlechte Sicht
Zeitlich wohl mehr als passend führt man übrigens auch neue Wettereffekte ein, die sich tatsächlich sehen lassen können. Wenn wir einmal richtig in weihnachtliche Stimmung kommen möchten, bietet es sich nämlich an, in der freien Fahrt doch auch mal den Schneesturm auszuprobieren. Und dieses Mal wird kein Repaint des Zuges mehr benötigt, um den Schnee auch auf der Lokomotive und den Waggons darzustellen. Nun fällt der Schnee endlich physisch auf das Rollmaterial und bildet einen ansehnliche Schneeschicht. Die ansonsten in der Luft herabfallenden Schneeflocken sorgen dann auch für realistische Sichtverhältnisse, die ein Fahren tatsächlich erschweren. Und auch Nebel wird nun endlich zu einer richtigen Brühe, bei der Sichtfahrten nur schwer möglich sind. Auch hier darf sich der Spieler auf gelungene Neuigkeiten freuen.

Train Sim World

Fehlende Features
Apropos Sichtfahrten: Einige altbekannte Features fehlen in „Train Sim World“ aber bisher leider noch. So müssen wir noch auf eine Distanzanzeige verzichten, die uns die Entfernungen von Signalen, Geschwindigkeitsbegrenzungen und Steigungen anzeigt. In der aktuellen Beta-Version ist die Fahrt auf Sicht noch die einzige Option, die sich uns bietet. Auch einen Fahrplan mit zeitlicher Begrenzung suchen wir bisher vergeblich. Wir sind aber zuversichtlich, dass dieser bis zum offziellen Release noch den Weg in das Spiel finden wird. Man könnte insofern die Beta eher als eine Technik-Demonstration für die Zukunft des Train Simulators betrachten, denn als ein bereits fertiggestelltes Spiel. In jedem Fall bietet sich allerdings bereits ein interessanter und positiver Einblick. Daher haben wir uns auch dazu entschlossen, in dieser Preview ausschließlich echte Ingame-Screenshots zu verwenden, die bei maximalen Einstellungen und Full HD entstanden sind.

Train Sim World

Performance braucht Verbesserungen
Besonderes Augenmerk liegt bei den Spielern aber vermutlich auf der Grafik. Die neue Unreal Engine sorgt zunächst einmal dafür, dass ständige Nachladeruckler auf Grund von Engine-Limitierungen nun endlich ein Ende haben. Die typischen Framedrops trotz starker Hardware, die wir aus Train Simulator 2017 noch gewohnt sind, tauchen nicht mehr auf. Und dennoch ist die bisherige Performance noch enttäuschend, da die Framerate auch auf schnellen Rechnern nicht gerade hoch ist. In unserem Test erreichten wir gerade einmal 20 – 30 Frames pro Sekunde – auf einer GTX 970. Und auch andere Spieler mit noch schnelleren Grafikkarten berichten von enttäuschender Performance. Hier hoffen wir auf deutliche Verbesserung bis zum Release. In einer Beta darf das noch passieren, beim Release im Februar nicht mehr.

Train Sim World

Davon abgesehen schauen aber vor allem die Zugmodelle deutlich besser und auch plastischer aus. Insgesamt finden wir deutlich mehr Details und können bereits an der CSX-Lokomotive alles bedienen, was sie anbietet. Sogar Türen und Sonnenschutzblende lassen sich bewegen. Das ist schon weit mehr, als wir es von den meisten TS2017-Lokomotiven bisher gewohnt waren. Etwas enttäuscht sind wir aber auch hier bei der Umgebungsgrafik. Vor allem Gebäude und Landschaften haben sicherlich noch etwas Luft nach oben, auch wenn sie schon besser als beim Train Simulator 2017 aussehen. Dennoch ist die hier zu sehende Grafik selbst auf maximalen Einstellungen noch nicht zeitgemäß und frisst gerade angesichts dieser Optik deutlich zu viel Leistung.

Train Sim World

Fazit:
Die neue Beta der „Train Sim World“ bietet einen spannenden Einblick in die Zukunft des Train Simulators und zeigt einige gelungene neue Features, die das Potential haben, dieses Spiel zu einem der besten Simulatoren der vergangenen Jahre zu machen. Dennoch benötigt die Simulation noch dringende Performance-Verbesserungen, da sie aktuell wohl für viele Spieler kaum flüssig spielbar sein dürfte.



07
Dez

Nachtmahr in Oberhausen: Provokation durch Musik

Nein, “Nachtmahr” ist nicht nur der Titel eines Mysterydramas, das in diesem Sommer in den deutschen Kinos startete. Es ist auch der Name eines Musikprojektes aus Österreich, das mit eher unkonventionellen Methoden für Aufsehen sorgt. Band-Leader Thomas Rainer sorgt nämlich nicht nur für harte Industrial-Beats auf der Bühne, sondern provoziert dabei auch mit einem eher gewagten Bühnenauftritt. “Kunst ist Krieg” lautet schließlich das Motto und da darf natürlich gerne auch einmal mit nationalsozialistischer Symbolik geschockt werden. Im Genre nicht unüblich, Samples aus dieser Zeit in die Songs einzubauen, geht “Nachtmahr” allerdings ein bisschen weiter und stellt sich mit fiktiven Uniformen auf die Bühne, welche an die damalige SS erinnern – ein passendes Armband mit dem Logo der Band selbstverständlich inklusive.

Natürlich müssen Besucher allerdings kein echtes rechtes Gedankengut befürchten. Bei “Nachtmahr” ist eben alles nur Kunst und bewusste Provokation, politisch fragwürdige Ansichten vertritt Sänger Thomas Rainer nach eigenen Angaben nicht und auch das Publikum gehört keineswegs der rechten Szene an. Das ist aber auch kaum verwunderlich, denn auch die Songs geben für gewöhnlich wenig Anlass, eine solche Schlussfolgerung aufzustellen, auch wenn diese gelegentlich immerhin einen provokativen Interpretationsspielraum offen lassen. Damit reiht man sich dann allerdings eher in eine künstlerische Stilrichtung ein, wie wir sie auch schon von der Band “Laibach” kennen – nur eben mit einem musikalisch gänzlich anderen Härtegrad.

Nachtmahr

Das macht die Auftritte der Band aber auch nicht gerade zu einem Ereignis für zarte Gemüter. Schon ganz davon abgesehen, dass man mit dem musikalischen Stil ohnehin eher eine Nische in der schwarzen Szene anspricht, die seit Jahren ausgiebig in den Gothic Discotheken zu Thomas Rainers Musik tanzt und definitiv auf die deutlich härtere Gangart steht. Nun geht “Nachtmahr” nach Jahren endlich auf die langersehnte und überfällige Deutschland-Tournee, auf die Fans schon lange warteten. Die nach dem aktuellen Album unter dem Titel “Unbeugsam” angekündigte Tour macht dabei natürlich auch Halt in der Ruhrpott-Metropoloe Oberhausen. Dort dürfen sich Fans im Kulttempel auf einen unvergesslichen Abend freuen. Und wie das in dem Genre so üblich ist, gibt es die Industrial-Orgie auch schon für einen geringen Eintrittspreis von 20,50 Euro. Einlass ist am 18. Februar 2017 um 20 Uhr.



07
Dez

Saber Con Mönchengladbach: Kino trifft Convention

Eigentlich ist die Großstadt am Niederrhein eher nicht dafür bekannt, besonders spektakuläre Veranstaltungen zu bieten. Seit Jahren beschweren sich Bewohner darüber, dass Mönchengladbach trotz einer Einwohnerzahl von 260.000 eher Provinzcharakter hat und einfach nichts los wäre. In letzter Zeit scheint sich das allerdings an einigen Punkten doch endlich zu ändern. So auch im Haus Zoar mitten in der Altstadt, wo ein Kino mit Dolby Atmos und Tagungsräumen umfunktioniert wird, um interessante Hollywood-Stars aus den “Star Wars”-Filmen nach Mönchengladbach zu holen – und das passenderweise genau zum Start des neuen Kinofilms “Star Wars: Rogue One”, der nur wenige Tage zuvor in den deutschen Kinos startet und am Abend auch im selben Gebäude vorgeführt wird.

Für die Fans heißt das: Am 17. und 18. Dezember können sie vor dem Genuss ihres langersehnten neuen Lieblingsstreifens einen spannenden Tag mit Paul Blake, Chris Parson und Alan Harris verbringen, die allesamt für ihre Rolle in diversen “Star Wars”-Filmen bekannt sind. Mit etwas Glück könnten diese Stars vielleicht sogar am Abend bei der Kinovorführung im selben Gebäude mit dabei sein. Und wann hat man schon einmal die Gelegenheit, den neuesten “Star Wars-“Streifen gemeinsam mit den Stars anzusehen?

Saber Con Mönchengladbach

Das allerdings soll längst noch nicht alles sein, denn mit Ian Beattie und Ian Hanmore aus “Game of Thrones” gibt es auch namhaften Besuch aus anderen Serien-Universen und somit zugleich die beiden Headliner der kleinen Convention. Das Besondere dabei: Mit 1500 Besuchern im vergangenen Jahr darf man ein angenehmes Besucheraufkommen erwarten, das nicht im stressigen Getümmel endet, jedoch auch keine gähnende Leere befürchten lässt. Bekanntlich sind aber vor allem Events in diesem kleinen Rahmen für ihren sehr familiären Charakter bekannt und sorgen dafür, dass man den Stars ein wenig näher kommen kann, als auf den großen Massenveranstaltungen. Allzu viel Security muss man hier also nicht befürchten.

Natürlich werden alle fünf Stars dabei auch in Panels Rede und Antwort stehen, kostenpflichtige (aber für die Branche recht günstige) Autogramme geben und für ebenso günstige Photoshoots zur Verfügung stehen, damit jeder Besucher auf Wunsch sein ganz persönliches Andenken mit nach Hause nehmen kann. Workshops, einige interessante Händler und hoffentlich viele Cosplayer runden das Gesamterlebnis ab und im Anschluss lädt das Weihnachtsdorf direkt vor der Tür zum Verweilen ein. Los geht es am 17. Dezember 2016 im Haus Zoar auf dem Kapuzinerplatz (Haltestelle Alter Markt) in Mönchengladbach. Tickets ab 10 Euro können unter haus-zoar.com erworben werden und sind auch an der Tageskasse erhältlich. Eintritt für die Mönchengladbacher Filmfigurenausstellung ist dabei sogar inklusive. Weitere Infos zur Saber Con findet ihr unter sabercon.de.



06
Dez

German Comic Con: 45000 Fans treffen auf David Hasselhoff

In der Dortmunder Westfalenhalle stand am vergangenen Wochenende das große Spektakel an: Niemand geringeres als Schauspiel-Legende David Hasselhoff kam auf die German Comic Con, um nach langer Zeit endlich wieder seinen deutschen Fans zu begegnen. Und mittlerweile ist es offiziell: Ganze 45000 Besucher sollen die Großveranstaltung besucht haben. Wenig erstaunlich angesichts der Tatsache, dass auch Baywatch-Star Pamela Anderson gleich mit von der Partie war und sich in den Autogrammstunden und Photoshoots ihren Fans stellte. Einem allerdings wollte sie sich an diesem Wochenende nicht wirklich stellen: Ihrem ehemaligen Kollegen David Hasselhoff. Ganz zum Missfallen der Fans.

Schock für David Hasselhoff und Pamela Anderson
Nachdem es so manchen Besucher wohl schon vorab gewundert haben dürfte, dass Pamela Anderson keinen Auftritt auf der großen Bühne hatte und schon gar nicht mit Hasselhoff gemeinsam auftreten wollte, wurde bald nämlich auch klar, woran das liegt. Seit einigen Jahren scheinen Pamela Anderson und David Hasselhoff leider stark zerstritten zu sein und wollen auf gar keinen Fall näher miteinander in Kontakt treten. Dumm nur, dass die beiden Stars offenbar gar nicht wussten, dass sie gemeinsam auf der German Comic Con in Dortmund erscheinen sollten und sich dementsprechend mit etwa 50 Meter Entfernung an das jeweils andere Ende der Autogrammtische platzieren. Und jetzt der Super-GAU: Der Veranstalter hatte offenbar auch noch ein gemeinsames Photoshooting mit den beiden Stars eingeplant, Kostenpunkt 150 Euro für die Fans. Davon allerdings wussten die beiden ebenso wenig – und waren dementsprechend auch nicht bereit, daran teilzunehmen.

German Comic Con

Organisatorisches Chaos
Nun müsste man eigentlich meinen, nachdem das Doppel-Photoshooting bereits nicht stattgefunden hat, müsste es zusätzliche Pufferzeiten geben, die ein Einhalten des Zeitplans deutlich erleichtern. Da mussten zahlreiche Besucher allerdings mit großer Enttäuschung rechnen, denn nachdem David Hasselhoff bereits wegen des vorangegangenen Einzel-Photoshootings am Samstag mit einer halbstündigen Verspätung auf der Bühne erschien, sah es für die Käufer des Photoshootings mit Hasselhoff und seinem “Knight Rider”-Auto KITT nicht viel besser aus: Technische und organisatorische Probleme sorgten dafür, dass das Shooting selbst nach zwei Stunden Wartezeit in einer völlig chaotischen Warteschlange noch immer nicht begonnen hat. Zwischendurch begab sich Hasselhoff gar zu einem Meet & Greet, welches ebenfalls bereits zwei Stunden zuvor hätte stattfinden sollen. Vor lauter Wartezeit ließen sich etliche Käufer dann um kurz vor 18 Uhr ihr Photoshoot-Ticket erstatten (offizielles Ende des Event-Tages war für 18 Uhr angesetzt) – und das hat sich nach Sichtung einiger fertiggestellter Fotos auch als gute Entscheidung herausgestellt. Denn für einen Preis von 85 Euro war die Qualität wohl alles andere als zufriedenstellend.

Die große Cancel Convention
Zu allem Überfluss kam dann auch noch hinzu, dass bereits im Vorfeld der Veranstaltung ganze 14 Stargäste abgesagt haben. Damit stand die diesjährige German Comic Con ohnehin bereits vorab unter keinem guten Stern. Wird dann das entstandene Chaos allerdings auch noch mit einer zu geringfügigen Anzahl an Helfern begründet, möchte man sich lieber nicht vorstellen, wie der Ablauf wohl ausgesehen hätte, wären alle Stars tatsächlich erschienen. Nachdem man nun allerdings für das kommende Jahr ganze 7 Comic Cons an der Zahl angekündigt hat, kann hier auch die Ausrede einer “jungen Veranstaltung” nicht mehr gelten – bei einem Großveranstalter mit derartig vielen Events im Jahr müssen solche Dinge einfach laufen, um nicht auf kurz oder lang vollends im Chaos zu enden. Die Aussichten auf die kommenden Events sind demnach also nicht gerade rosig. Die German Comic Con hat organisatorisch mehr als nur verbesserungsbedarf, zumal man sich im Vergleich zum Vorjahr teilweise gar noch verschlechtert hat. Selbst ein Hinweis auf das gleichzeitig stattfindene Fußballspiel im Signal Iduna Park hat der Veranstalter gänzlich versäumt. Entsprechendes Chaos für Autofahrer bei der Anreise natürlich auch hier vorprogrammiert.

German Comic Con

Trotzdem gut gelaunter Hasselhoff
Nichts desto trotz könnte sich ein Besuch für den ein oder anderen Fan womöglich durch David Hasselhoff gelohnt haben, der sich wirklich enorm Mühe gegeben hat, die schwierige Situation zu meistern und stets freundlich zu seinen Fans zu sein. Bei seinen gut gelaunten Auftritten während der Panels hat er sich natürlich auch die Ehre gegeben, seinen großen Hit “Looking for Freedom” live anzusingen und war sich für einige Scherze über Sharknado und sein eigene Gesangskarriere nicht zu schade. Selbst ein kleiner Seitenhieb auf Dwayne Johnson, der nun seine Rolle im neuen “Baywatch”-Film übernommen hat, durfte nicht fehlen. Großen Respekt verdient Hasselhoff obendrein für seine positiven Äußerungen gegenüber Donald Trump, traut er sich doch als einer der wenigen amerikanischen Stars, vor einem derartig großen Publikum eine unpopuläre Meinung zu vertreten, obwohl ihm durchaus bewusst ist, wie negativ die Reaktionen in Deutschland darauf ausfallen können. Das beweist Mut, selbst wenn nicht jeder Fan daran Gefallen finden mag.

Kleine Stars mit großer Fan-Nähe
Für ein bisschen Atmosphäre sorgten nebenbei allerdings vor allem auch die kleinen Stars, die den Fans gegenüber sehr offen aufgetreten sind und wirklich keinerlei Berührungsängste hatten. Vor allem Hannah Spearritt und Andrew Lee-Potts aus “Primeval” waren stets für einige Späße zu haben und haben sich bei der Autogrammstunde ausführlich Zeit für ihre Fans genommen. Leider bedeutet eine durchgehende Autogrammstunde für manchen Stargast aber auch ein wenig Langeweile, sodass beispielsweise Alice Krige, die Science-Fiction-Fans als Borg Queen aus “Star Trek” kennen zwischenzeitlich zu einem Buch griff, um den teils doch langen Leerlauf am Autogrammstand zu überbrücken. Vorteil für die Fans: Haben Stars nichts zu tun, kann man sie für gewöhnlich problemlos ansprechen und einfach ein kleines Schwätzchen führen. Sofern die – in diesem Umfang für Cons untypische – extra für die Stars abgestellte Security kein Problem damit hatte.

Abschließend kann man dem Veranstalter wohl zukünftig nur raten, die Anzahl der Events doch ein wenig zurückzufahren und stattdessen die organisatorischen Probleme, die nun bereits im zweiten Jahr auftreten, endlich zu beseitigen. Denn der Sinkflug wird wohl nicht lange auf sich warten lassen, wenn Quantität statt Qualität dauerhaft vorherrscht. Auf jeden Fall wurden bereits jetzt die neuen Termine für Dortmund, Berlin, Frankfurt, München, Amsterdam, Rotterdam und Warschau bekannt gegeben. In Dortmund soll es am 9. und 10. Dezember 2017 weitergehen – dieses Mal wieder nur mit zwei Veranstaltungs-Tagen.

German Comic Con



26
Okt

Oberhausen: John Carpenter live in Concert

Weekend of Hell

Alle Jahre wieder treffen sich in der Oberhausener Turbinenhalle zahlreiche Horrorfilm-Fans, um dort ihre Lieblingsstars zu treffen und bei den vielfältigen Händlern nach neuem Filmstoff für das heimische Wohnzimmer zu stöbern. Doch wenn das Weekend of Hell vom 4. – 6. November wieder an den Start geht, hat man in diesem Jahr etwas ganz besonders zu bieten. Immerhin kommt dieses Mal auch niemand geringeres als Horrorfilm-Legende John Carpenter, der u.a. als Regisseur des Original “Halloween”-Films bekannt wurde. Und dieser wird seinen Fans nicht nur Frage und Antwort stehen, sowie Autogramme verteilen, sondern am Samstag Abend sogar live auf der Bühne eines seiner wenigen und heißbegehrten Konzerte halten. In Deutschland kommt das wahrlich nicht besonders häufig vor.

Darüber hinaus erwarten uns natürlich auch viele Schauspieler aus den bekanntesten Horrorfilmen. So dürfen wir uns unter anderem auf Natasha Henstridge freuen, die wir als sexy Sil aus dem Film “Species” kennen. Tommy Flanagan aus “Sons of Anarchy”, Sean Patrick Flanery aus “Saw 3D”, Bill Moseley aus “Haus der Tausend Leichen” und viele andere der sage und schreibe 31 Stars sorgen zusätzlich dafür, dass für jeden Fans auf jeden Fall etwas dabei sind. Als besonderes Schmankerl dürfen sich Krimifans derweil übrigens auch auf “Dexter”-Star James Remar freuen, der einst den Vater des Serienkillers verkörpern durfte.

Übrigens: Eine Horror-Convention würde ihrem Namen natürlich kaum gerecht werden, wenn sich die Besucher nicht auch ein bisschen gruseln dürften. Dafür sorgen neben vielen gruselig verkleideten Besuchern vor allem die FrightGuys, die mit ihren professionellen Kostümen oftmals als Werwolf, Mumie und andere angsteinflößende Gestalten ihr Unwesen auf der Veranstaltung treiben. Und eines ist dabei sicher: Angst vor bösen Grusel-Clowns muss dabei niemand haben. In diesem Sinne: Traut euch, euren persönlichen Horrorstars entgegen zu treten. Tickets gibt es ab 30 Euro unter weekendofhell.de.

Weekend of Hell



22
Okt

Mafia 3

Erst vor kurzem ist der Afroamerikaner Lincoln Clay aus dem Vietnamkrieg zurückgekehrt, da muss er auch schon feststellen, dass sein Land es nicht sonderlich für nötig hält, ihm etwas Dank zu zeigen. Tagtäglich ist er mit überall präsentem Rassismus gegen Schwarze konfrontiert und wird mitunter sogar aus diversen Restaurants wegen seiner Hautfarbe geschmissen. Als dann auch noch seine Kumpels von der italienischen Mafia ermordet werden, hat er endgültig die Schnauze voll. Lincoln setzt fortan alles daran, seine Freunde zu rächen und den Mafiaboss Marcano ausfindig zu machen. Doch damit ihm das gelingt, muss er sich zunächst seine Unterbosse schnappen und eines seiner illegalen Geschäfte nach dem anderen übernehmen. Doch während seines blutigen Rachefeldzuges durch die Straßen von New Bordeaux entsteht mit ihm längst eine gänzlich neue Mafia, angetrieben von der Ideologie der Black Power-Bewegung.

Kritik:
Mit neuem Entwicklerteam, einem ebenso neuem Antihelden und einer gänzlich anderen Umgebung geht die beliebte „Mafia“-Reihe nun in die dritte Runde und versucht den Anschluss an die ersten beiden Kultspiele zu gewinnen. Bei einigen Spielern gingen schon bei der ersten Vorstellung des Spiels die Alarmglocken an, verbanden sie die Reihe doch eher mit kantigen italienischen Gangstern und einem gewissen Stil. Dass ausgerechnet ein Afroamerikaner in der US Army-Jacke die Hauptrolle übernommen hat und vor lauter Hass gegen die Mafia und andere Rassisten den Rambo spielt, mag auf den ersten Blick irritierend erscheinen. Dabei hat gerade eine solche Story hervorragendes Potential für ein Open World-Game.

Mafia 3

Die Welt des Rassismus
Und tatsächlich gelingt es „Mafia 3“ eine solch beklemmende Welt einzufangen, in der die Apartheid noch eine wichtige Rolle spielt und die Vorurteile gegenüber Schwarzen stets allgegenwärtig sind. Das merkt man nicht nur daran, dass Lincoln Clay auf Grund der Lebensumstände einen gewissen Hass auf die rassistischen Weißen entwickelt, sondern auch an den vielen Situationen in der offenen Welt. Die Entwickler von Hangar 13 haben es nämlich geschafft, eine detaillierte und authentische Open World-Umgebung zu schaffen, in der der reguläre Alltag stets seinen Lauf nimmt. Da braucht Lincoln nur in gewissen Gegenden über die Straße zu laufen und bekommt mitunter von seinen weißen Passanten bereits dumme Kommentare zugeworfen. In manchen Restaurants sind Farbige unterdessen nicht erwünscht und der Wirt reagiert dementsprechend aggressiv und herablassend auf sein Erscheinen, verweigert verbal sogar die Bedienung. Und wenn sich ein Polizist über Schwarze herzieht, was wahrlich keine Seltenheit ist, stimmt der Radiomoderator diesem voller Gelächter wie selbstverständlich zu.

Mafia 3

Inhalte ohne Funktion
Und gerade an diesen Stellen kommt bei uns besonders viel Verwunderung auf, wenn wir doch sehen, welch lebendige Welt die Entwickler hier geschaffen haben und sie doch nicht bis zum Ende ausführen. So gibt es tatsächlich fast an jeder Ecke betretbare Geschäfte, Restaurants, Bars, Tankstellen und sogar Casinos. An den Tischen sitzen Kunden und genießen ihr Essen, Servicekräfte laufen durch die Lokale und servieren die Bestellungen auch Kellner oder Wirte sind überall zu finden. Und doch haben wir im gesamten Spiel nicht ein einziges Lokal gefunden, in dem wir tatsächlich mit den Mitarbeitern hätten interagieren können. Da baut man etliche Restaurants ein und Lincoln kann trotzdem nirgendwo etwas zu Essen bestellen. Dass manche Restaurantbetreiber lautstark äußern, Schwarze seien nicht erwünscht, ist dann schon beinahe völlig egal, wenn wir ohnehin nirgends etwas bestellen können. Dabei wäre doch der Aufwand sicherlich nicht so groß gewesen, echte Bestellungen und damit einhergehende potentielle Auseinandersetzungen einzubauen. Dasselbe übrigens bei Straßenhändlern: Ob Hähnchenbude oder Kiosk – eine Funktion zum Interagieren besteht nirgendwo.

Mafia 3

Abwechslung in der Stadt
Einen wirklichen Anreiz, einfach mal durch die Stadt zu schlendern und irgendwelche spaßigen Dinge zu tun, gibt es somit also nicht. Minispiele suchen wir letztendlich sogar ebenso vergeblich, obwohl Casinos mitsamt Roulettetischen vorhanden wären. Ohne große Umschweife stürzen wir uns also auf die jeweiligen Missionen, obwohl die Stadt ansonsten sehr abwechslungsreich gestaltet wurde und viel zu entdecken bietet. Nirgendwo in der durchaus großen Stadt entsteht dabei ein Wiederverwertungseffekt und jeder einzelne Stadtbezirk sieht vollkommen unterschiedlich aus. Von der Innenstadt mit seinen vielen Geschäfte, über die heruntergekommenen Gegenden des Hollow, bis hin zu den eher grünen Plantagen im Bayou hätte man eigentlich allen Grund, sich die Gegend einmal anzuschauen. Wenn es denn irgendetwas zu sehen gäbe.

Mafia 3

Nichts Neues in New Bordeaux
Um genau diese Bezirke geht es derweil übrigens, denn um den großen Gangsterboss herauszulocken, müssen wir zunächst einen Bezirk nach dem anderen unter unsere Kontrolle bringen. Und das läuft stets nach demselben Muster ab. In jedem einzelnen Bezirk finden wir einen Unterboss, nach dessen Erledigung wir den Bezirk übernehmen und an einen unserer drei aktiven Verbündeten delegieren können. Damit das klappt, sind aber zunächst einige Nebenmissionen nötig. Zuerst müssen wir Informanten befragen, Zielpersonen ermorden oder Gegenstände stehlen, bis wir eine bestimmte vorgegebene Schadenssumme erreicht haben. Danach konfrontieren wir den Capo des jeweiligen Geschäfts im Kampf und wiederholen dieselbe Prozedur beim nächsten illegalen Geschäft. Solange, bis wir alle Geschäfte des jeweiligen Bezirkes übernommen haben und den Unterboss bekämpfen. Und wer denkt, danach käme Abwechslung hat sich getäuscht: Ist der eine Unterboss erledigt, kommt dasselbe Prozedere im nächsten Bezirk an die Reihe. Solange, bis wir Marcanos Verwandte und anschließend ihn selbst ermorden können. Auf Dauer nicht sonderlich abwechslungsreich.

Mafia 3

Tiefgründige Rassismusstory
Dabei ist das geradezu schade, denn die eigentliche Rahmenhandlung hätte genügend Potential geboten, auch interessante Missionen zu bieten. Nach jedem erledigten Unterboss und Capo erwarten uns schließlich einige Storyschnipsel, die uns im dokumentarischen Stil innerhalb von Zwischensequenzen präsentiert werden. Da sprechen wir hier mal mit unserem besten Freund, einem Pfarrer, an anderer Stelle mit einem korrupten CIA-Agenten und bekommen gelegentlich sogar einen Einblick in die Klu-Klux-Klan oder den illegalen Machenschaften der italienischen Mafia. Und zwischendurch sammeln wir wertvolle Verbündete, die für uns die jeweiligen Bezirke kontrollieren und uns mit wichtigen Dingen versorgen. Darunter Waffen, Geldlagerungen, Polizeibestechungen, Autolieferungen und ähnlichen mehr oder weniger sinnvollen Sachen. Schade ist gerade deshalb, dass wir fast nie gemeinsame Missionen mit unseren Verbündeten absolvieren und auf dieser spannenden Story bei den Missionen überhaupt nicht aufgebaut wird. Mit Ausnahme einer einzigen, etwas an „Hitman“ erinnernden Mission, bei der wir als Servicekraft im Anzug eine Trauerfeier unterwandern.

Mafia 3

GTA trifft Hitman
Das Gameplay gestaltet sich demnach also auch nicht besonders abwechslungsreich, da wir stets die Wahl haben, ob wir im offenen Kampf oder im schleichenden Stealth-Modus unsere Ziele erfüllen. Prinzipiell bietet sich dabei eher letzteres an, was vor allem die entsprechenden Genre-Fans begeistern dürfte. Hauptsächlich schleichen wir uns dabei durch die jeweiligen feindlichen Zonen, huschen von einer Deckung zur nächsten und schalten die Gegner mit einem Messer von hinten aus. Das klappt auch ganz gut, da wir diese mit einem Pfiff mitunter sogar anlocken können. Abgesehen von einigen gelegentlichen Bugs, bei denen Gegner auch schonmal durch Wände schauen können, ist das aber nicht wirklich schwierig und kann mit anderen Genrevertretern kaum mithalten. Da das Feature des Kleidungswechsels ebenfalls nicht zur Verfügung steht, können wir eine unentdeckte Infiltration durch Verkleidung also auch – anders als bei „Hitman – nicht taktisch einsetzen. Und fehlende technische Gadgets, wie wir sie etwa aus „Splinter Cell“ kennen, verhindern einen allzu hohen Anspruch beim Stealth-Gaming.

Mafia 3

Dumm wie Stroh
Schade ist dann unterdessen, dass nicht wenigstens die KI der Gegner für Herausforderungen sorgt. So verhalten sich vor allem gegnerische Personen insgesamt sehr idiotisch und können mit einfachen Mitteln ausgetrickst werden. Haben diese uns einmal gesehen, passen sie sich beispielsweise nicht an unseren Weg an, sondern laufen ganz vorgegebene Routen ab. Für uns ein Leichtes, sich entsprechend zu verstecken und den Gegner auszuschalten, obwohl er eigentlich wissen müsste, wo wir uns befinden. Anders hingegen im Kampf: Hier gelingt es den Gegnern offenbar auch durch Wände hindurch sofort zu wissen, wo wir uns aufhalten und aus allen Richtungen direkt auf uns zuzulaufen. Nicht immer ganz fair. Schaffen wir es dann jedoch, solange auszuharren, bis die Gegner ihren Kampfmodus beenden, gehen diese wieder ihre vorgegebenen Routen. Mit einer intelligenten oder gar zeitgemäßen KI hat dieses Verhalten jedenfalls recht wenig zu tun.

Mafia 3

Schießwütige Polizisten
Nicht viel anders sieht das dann übrigens bei den Polizisten aus. Obwohl wir uns in ihrer Sichtweite befinden, können wir nahezu jedes Verbrechen begehen, das uns beliebt, ohne dass dies negative Konsequenzen hätte oder die Cops tatsächlich aktiv werden lässt. Raserei in der Innenstadt, Autounfälle, Fahren über Rot und andere Delikte werden zu keiner Zeit geahndet, obwohl die Polizei direkt daneben steht. Erst wenn ein Passant eine Straftat beobachtet und die Cops ruft, werden diese aktiv und beginnen, nach uns zu suchen. Einzige Ausnahme: Wird die Polizei direkter Zeuge eines Mordes, beginnen die Aktivitäten sofort. Dann allerdings zeigen diese sich ebenso radikal rassistisch, denn als schwarzen Afroamerikaner eröffnen sie bei einer Fahndung direkt das Feuer und versuchen erst gar nicht, die Zielperson festzunehmen. Ob das einfach nur einer schlechten künstlichen Intelligenz geschuldet ist oder tatsächlich bewusst die ausufernde Polizeigewalt gegenüber Schwarzen hervorheben soll, darüber lässt sich allerdings leider nur spekulieren.

Mafia 3

Menschen von nebenan
Da sind wir fast schon froh, dass sich die normalen Bürger der Stadt ein wenig glaubwürdiger verhalten und auch auf unsere Verbrechen etwas realistischer reagieren. Raserei mit dem Auto ignorieren sie zwar trotzdem, aber ein Diebstahl oder Gewaltakt wird hier ausnahmsweise nicht einfach so ignoriert. Dank dem hohen Vorkommen von Telefonzellen zögern die Passanten bei der Beobachtung eines Verbrechens jedenfalls nicht lange, die Cops zu rufen. Kurios war dabei allerdings mitunter, dass sowohl Passanten, als auch Polizisten die Straftaten der weißen Mafia gerne einmal großzügig übersehen. Aber auch das trägt womöglich dazu bei, dass der US-amerikanische allgegenwärtige Alltagsrassismus der 60er Jahre noch ein bisschen intensiver deutlich wird.

Mafia 3

Echtes 60er Jahre Feeling
Apropos 60er Jahre: Nicht nur optisch und durch das Verhalten der Menschen fühlen wir uns schnell in die damalige Zeit zurückversetzt, sondern auch durch den hervorragenden Soundtrack. Die Entwickler von Hangar13 haben es sich schließlich nicht nehmen lassen, hundert der besten Tracks des damaligen Jahrzehnts zu lizenzieren und praktisch in der Dauerschleife laufen zu lassen. Dank Autoradio haben wir auch stets die Möglichkeit, in den Genuss der alten Songs zu kommen. Kult-Hits von Creedance Clearwater Revival, Johnny Cash oder den Rolling Stones warten nur darauf, von uns geradezu „gesuchtet“ zu werden. Denn man muss schon ehrlich sein: Trotz unterschwellig rassistischer Radiosendungen wie „Native Son“ erwischen wir uns doch immer wieder dabei, wie wir vor der nächsten Mission einfach ein paar Minuten länger im Auto sitzen bleiben, um den aktuellen Song noch zu Ende hören zu können. Übrigens: Das ist nicht der einzige Punkt, den die Entwickler soundtechnisch richtig machen, denn sowohl die englische, als auch die deutsche Vertonung sind durchweg gelungen. Im englischen dürfen wir uns dabei sogar über die Stimme von „Star Trek: Voyager“-Star Tim Russ freuen.

Mafia 3

Technische Mängel
Am Ende sind es dann vor allem die technischen Mängel der PC-Version, die das Spielerlebnis noch ein wenig trüben – und das, obwohl kurz nach dem Release bereits ein 1,3 GB großer Patch erschienen ist, der immerhin die Framerate-Begrenzung entfernt und das Wetterverhalten optimiert hat. Doch auch danach müssen wir uns gelegentlich noch mit einigen fehlerhaften und flackernden Texturen herumschlagen, wundern uns über teils mysteriöse Clippingfehler (z.b. wenn das Auto in der Straße versinkt) oder ärgern uns über diverse Abstürze, bei denen das Spiel ohne jegliche Fehlermeldung einfach beendet wird. Das kommt zwar nicht in einer Häufigkeit vor, dass es allzu sehr stört, hinterlässt aber einen faden Beigeschmack angesichts der herausragenden und größtenteils fehlerfreien Vorgänger. Ganz zu schweigen von diversen anderen kleinen Bugs, wie etwa gelegentlich keine Granaten kaufen oder die nächste Tür öffnen zu können, oder einer manchmal etwas unscharf erscheinenden, zu lichtdurchfluteten Grafik.

Fazit:
Mitten in den rassistischen 60er Jahren von Amerika helfen wir einem aufsteigenden Afroamerikaner bei einem Rachefeldzug gegen die italienische Mafia und bauen langsam mit interessanten Charakteren ein eigenes Imperium auf. Durch das generische Missionsdesign, zahlreiche technische Bugs und vieler nicht zu Ende geführter Features bleibt „Mafia 3“ allerdings qualitativ deutlich hinter den Vorgängern zurück.

Mafia 3 Wertung



10
Okt

Kassel: Der Doktor kommt zur Timelash

Im vergangenen Jahr erstmals durch eine Crowdfunding-Kampagne realisiert, stand nach dem durchschlagenden Erfolg schnell fest: Die erste und einzige reine Doctor Who-Convention in Deutschland soll noch ein zweites Mal stattfinden. Nun ist ein Jahr vergangen und die die “Timelash” steht am kommenden Wochenende, vom 15. – 16. Oktober wieder in den Startlöchern. Mit einer zu erwartenden Besucherzahl von rund 600 Fans hat man dort einmal mehr die Gelegenheit, seinen Stars aus “Doctor Who” und “Torchwood” persönlich zu begegnen. Und was wäre eine solche Convention, wenn kein richtiger Doktor dort anwesen wäre?

Mit Colin Baker haben es die Veranstalter auch in diesem Jahr wieder geschafft, eine echte Hauptrolle aus der britischen Kultserie nach Kassel zu holen und damit vor allem Fans der klassischen Serie zu begeistern. Baker hat nämlich 1984 bis 1986 die sechste Reinkarnation des Zeitreisenden gespielt und wird sich in zwei jeweils 45-minütigen Panels den Fragen seiner Fans auf der Bühne stellen, ehe diese dann die Gelegenheit haben, Fotos und Autogramme mit ihrem Star zu ergattern.

Timelash Kassel

Und als kleines zusätzliches Highlight, dürfen wir auch Gareth David-Lloyd im Kasseler Kulturbahnhof begrüßen, den seine Fans als Ianto im Spinoff “Torchwood” kennen (und lieben) gelernt haben. Ein ansonsten interessantes und abgerundetes Programm sorgt nebst zahlreichen Händlern für zwei spannende Convention-Tage, an denen die Doctor Who-Fans einmal richtig unter sich sein dürfen. Die Tickets für das komplette Wochenende und den Samstag sind bereits gänzlich ausverkauft, doch wer trotzdem noch in den Genuss der Veranstaltung kommen möchte, kann für 59 Euro kurzfristig noch Tageskarten für den Sonntag unter timelash-event.de. Allerdings solltet ihr nicht zu lange warten, denn zum aktuellen Zeitpunkt sind nur noch 22 Tickets verfügbar.



29
Sep

Fernbus Simulator

Das Fernbusgeschäft war einst hart umkämpft. Verschiedene große Unternehmen, darunter MeinFernbus und Postbus standen in Konkurrenz zu Flixbus, die sich schnell als Marktführer etablieren konnten. Nach der Liberalisierung des Fernverkehrs hat auch der Hype nicht lange auf sich gewartet. Die Branche hat geboomt und zahlreiche Fahrgäste sind wegen der günstigen Preise auf die modernen Reisebusse umgestiegen. Nun allerdings sind die meisten Konkurrenzunternehmen aus dem Weg geräumt und beinahe ein Monopol im Fernbusmarkt entstanden. Flixbus wird in Kürze fast als einziger Anbieter noch übrig sein. Und nun haben wir tatsächlich die Möglichkeit, selbst in den Beruf des Busfahrers zu schlüpfen und einen dieser hübschen grünen Busse über die Autobahnen des Landes zu fahren. Denn der „Fernbus Simulator“ ist letztendlich nichts anderes als ein „Flixbus Simulator“.

Kritik:
Man könnte den „Simulator“ daher wohl durchaus auch fast als Werbespiel bezeichnen, würden nicht knapp dreißig Euro für das Spiel berappt werden müssen. Unter diesen Umständen nämlich würden Simulationsfans dann doch etwas mehr erwarten, als lediglich Marketing für den größten Fernbusanbieter. Fraglich ist allerdings, ob sie das auch bekommen, denn beim „Euro Truck Simulator“, der das Genre fast als einziges qualitativ beherrscht, wollte man sich wohl nicht allzu viel abschauen.

Fernbus Simulator

Flixbus ist müde
Unterm Strich ist der „Fernbus Simulator“ nämlich nichts als ein großes Desaster, um nicht gar zu sagen, ein „Bug-Fest“. Nicht einmal die wesentlichen Basics einer Fahrsimulation wurden tatsächlich ordentlich umgesetzt, was mitunter auch dazu führt, dass sich selbst die Fahrphysik des Busses mitunter überaus merkwürdig verhält. Ein gekonntes Fahren um die Kurve etwa ist kaum möglich, wenn sich das Fahrzeug bei jeder Bewegung des Lenkrads fast wie ein Motorrad in die Kurven legt und die meist nervigen Fahrgäste sich sofort über das „Lenkfehlverhalten“ beschweren. In den Optionen lässt sich die Neigungssensibilität zwar senken, doch selbst die niedrigste Stufe stellt dabei noch eine seltsame Definition von „niedrig“ dar. Dass der Bus nicht umkippt, wie die Passagiere wohl zurecht befürchten, grenzt an ein Wunder. Die Steuerung ist somit eine echte Katastrophe. Selbst wenn es offiziell einen Gamepad- und Lenkradsupport gibt, bei dem wir leider nicht herausfinden konnten, wie dieser funktioniert. Unser Logitech Dual Action verweigerte jedenfalls partout seinen Dienst in diesem Spiel.

Fernbus Simulator

Haare des Grauens
Dabei ist das noch längst nicht die Spitze des Eisbergs an Kuriositäten, die uns der „Fernbus Simulator“ hier vorsetzt. Zu Beginn des Spiels starten wir nämlich als Fußgänger direkt vor unserem Bus und müssen diesen zunächst einmal betreten, starten und die Türen schließen. Doch den Bus nicht einmal betreten, werden wir bereits auf einen merkwürdigen Grafikfehler aufmerksam. Zumindest dachten wir das, konnten wir uns die seltsamen Grafikartefakte am Himmel zunächst nicht anders erklären. Das was hier allerdings aussieht wie ein falsch positionierter Schatten des fünf Meter hinter uns stehenden Baumes, stellt sich schon bald als – und jetzt kommt’s – die Haare unseres Busfahrers heraus, die wir von unten begutachten können. Besonders ekelhaft wird es allerdings, wenn wir während dem Fortbewegen nicht nach oben, sondern nach unten schauen. Dort starren wir nämlich – igitt – direkt auf den Unterkiefer unserer Spielfigur und dürfen statt Busfahrer einmal Zahnarzt spielen. Warum wir beim Blick nach oben allerdings ausschließlich Haare sehen, nicht jedoch das Gehirn des Busfahrers, wollten wir an dieser Stelle lieber nicht herausfinden – können es uns angesichts der restlichen Qualität des Spiels allerdings denken.

Fernbus Simulator

Faszination Trash
Dass solche Spiele dann aber dennoch einen durchaus respektablen Absatz finden, kann wohl kaum an der Qualität des Produktes liegen. Es lässt sich wohl nur durch dieselbe Faszination begründen, wegen der manche Zuschauer sich auch Filme wie „Sharknado“ anschauen. Den größten Unterhaltungswert hat hier jedenfalls nicht das Busfahren, sondern eher das Entdecken von Bugs und Kuriositäten – und davon finden wir hier reichlich. So verhält sich vor allem die KI der anderen Fahrzeuge mitunter sehr merkwürdig und ein wenig lebensmüde. So manches Mal haben wir auf der entgegenkommenden Fahrbahn einen Lastwagen mitten auf der Strecke grundlos nach rechts abbiegen sehen, bis er direkt in parkende Autos fuhr. Gänzlich ohne Vorankündigung und ohne erkennbaren Grund. An anderer Stelle schweben Lastwagen einfach in der Luft herum, oder die Türen des Busses lassen sich nicht mehr öffnen. Wir können also unseren eigenen Bus selbst als Fahrer nicht mehr verlassen. Und damit haben wir wohl noch nicht einmal alle offensichtlichen Bugs angesprochen.

Fernbus Simulator

Geisterland Deutschland
Da erscheint die gänzliche Abwesenheit von Fußgängern im gesamten Land geradezu vernachlässigbar. Obwohl eine entsprechende Bewertung im Endergebnis nach unserer Fahrt auftaucht (so gibt es Abzüge für gefährdete Passanten), haben wir keinen einzigen Passant auf der Strecke sehen können. Nicht einmal vor großen Bahnhöfen wie Köln, Frankfurt, Berlin und vielen anderen lassen sich irgendwelche Fußgänger ausmachen. Lediglich unsere eigenen Fahrgäste an den Flixbus-Haltestellen tauchen immerhin auf, um sich dann einzuchecken und sich in den Bus teleportieren zu lassen. Und selbst da haben es die Entwickler offenbar nicht geschafft, für genügend Abwechslung zu sorgen. Gefühlt gibt es ein und dieselbe Person in zigfacher Ausführung, die als Doppelgänger vor der Tür unseres Busses steht. Spätestens an dieser Stelle fragt man sich, ob der „Fernbus Simulator“ einfach nur unfertig oder lieblos hingeklatscht ist. Dass es sich hierbei wohl um das schlechteste Spiel des Jahres handeln mag, lässt sich kaum verleugnen. Dagegen ist selbst der Landwirtschaftssimulator ein Qualitätsprodukt.

Fernbus Simulator

Der unkaputtbare Bus
Eigentlich wollte ich ja an dieser Stelle nun endlich mal etwas Positives erwähnen, stelle aber fest, mit den negativen Punkten dieses Spiels längst nicht am Ende zu sein. So gibt es uns etwa Rätsel auf, wieso der gesamte Bus über keinerlei Schadensmodell verfügt und selbst nach einem Überschlag noch in einwandfreiem Zustand ist, die Türen aber trotzdem gelegentlich nicht funktionieren wollen. Dieses Schadensmodell fehlt unterdessen aber natürlich auch bei allen anderen Fahrzeugen, die nach einem Unfall einfach weiterfahren, als wäre nie etwas gewesen. Lediglich eine kleine, nicht wirklich nennenswerte Abwertung im Endergebnis haben wir zu befürchten. Aber angesichts dessen, dass die Missachtung von roten Ampeln und etlicher anderer Verkehrsregeln keinerlei Folgen hat, spielt das kaum mehr eine Rolle. Und selbst der Fahrplan ist derartig großzügig gestaltet, dass wir nicht einmal unter Zeitdruck stehen oder irgendeine Spannung entstehen könnte. Bei einer Route mit mehreren Haltestellen, sind wir zwangsläufig früher oder später mehr als zwei Stunden zu früh. Hach, würden doch bloß die echten Flixbusse so schnell fahren. Andererseits: In diesen Bus hier möchte wohl auch niemand steigen.

Fernbus Simulator

Keine Konkurrenz
Apropos Busse: Besonders große Vielfalt gibt es derweil auch nicht, denn im „Fernbus Simulator“ können wir lediglich zwei Busse von Flixbus fahren. Darunter einen mit zwei und einen mit drei Achsen. Faszinierend. Selbst auf den in der Realität auftauchenden Doppeldecker-Bus von Flixbus (mit dem ich übrigens selbst bereits gefahren bin), müssen wir hier verzichten. Aber immerhin können wir zwischen der neuen „Flixbus“-Lackierung und der alten „MeinFernbus / Flixbus“-Lackierung wählen. Noch nie sind wir mit derartig umfangreichen Features so überfordert worden. Dabei macht es der „Euro Truck Simulator 2“ eigentlich seit Jahren vor, wie es richtig geht: Ein umfangreicher Fuhrpark, Tuningmöglichkeiten und gar ein eigenes Unternehmen, welches wir von Beginn an aufbauen können. In diesem „Simulator“ ist davon allerdings gänzlich Fehlanzeige. So wie Flixbus auch in der Realität fast ein Monopol besitzt, ist jenes Monopol in diesem Spiel wohl längst vollendet. Wobei: Es gibt ja nicht einmal andere Flixbusse, die uns auf der Autobahn entgegen kommen.

Fernbus Simulator

Jegliches Potential verschenkt
Dabei ist es geradezu schade, das Spiel so derartig zu verhunzen, wenn man sich dann den Bus selbst einmal im Detail anschaut. Und damit kommen wir zu einem der wenigen positiven Punkten: Die Simulation des Busses selbst ist nämlich ansonsten recht detailreich gelungen. Jede Tür und jede Gepäckluke lässt sich – im Normalfall – öffnen, die WLAN- und Toilettenfreigabe funktioniert, die Klimaanlage lässt sich manuell bedienen und selbst die typische Flixbusansage, die wir aus den realen Bussen kennen, lässt sich starten und wurde fehlerfrei implementiert. Und auch an der Haltestelle setzt sich diese gute Umsetzung fort: Das Ticketsystem wurde dem Original nachempfunden und wir können die einzelnen Fahrgäste mit unserem Smartphone einchecken, in dem wir ihre Tickets auf Papier oder dem Handydisplay einscannen. Schade, dass man sich beim gesamten Rest dann wiederum keinerlei Mühe gegeben hat. Gute Werbung für Flixbus ist dieses Spiel jedenfalls nicht. Nach diesem „Abenteuer“ möchte man das Fahren mit dem Fernbus nämlich eher meiden.

Fazit:
Abgesehen von einem detailliert umgesetzten Bus und einem sauber implementierten Ticketsystem, grenzt der „Fernbus Simulator“ mit seiner ansonsten extrem schlampigen Arbeit an eine Beleidigung gegenüber den zahlenden Kunden. Nach diesem Spiel möchte wohl kaum jemand mehr mit dem Fernbus fahren.

Fernbus Simulator Wertung



30
Aug

F1 2016

Die Formel 1-Saison diesen Jahres ist momentan voll im Gange und Lewis Hamilton führt aktuell die WM-Fahrertabelle an. Erst gerade haben sich die Fahrer noch ein spannendes Rennen in Belgien geliefert, wo so manches Überholmanöver an der Tagesordnung stand und der Motorsport in dieser Saison endlich wieder ein wenig spannender geworden ist. Bevor in der nächsten Woche das nächste Rennen in Monza ansteht, hat aber vermutlich der ein oder andere Fan tatsächlich Lust, selbst in den Rennwagen zu steigen und es den Stars aus der Formula 1 virtuell nachzumachen. Die ganze Saison mit all seinen spannenden Strecken und auch Nachtfahrten erwartet uns in der alljährlichen, neuen Version des offiziellen Formel 1-Spiels und auch auf der neuen Strecke in Aserbaidschan dürfen wir nun erstmals unser Können unter Beweis stellen. In diesem Sinne: Motoren an und rauf aufs Gas.

Kritik:
Wie üblich bietet „F1 2016“ natürlich zahlreiche Spielmodi. Im Karrieremodus können wir uns mit dem eigenen Namen in einem beliebigen Team versuchen und bekommen einen realen Fahrer als Kollegen. Mit dem Ziel, endlich erster Fahrer des Teams zu werden, bestreiten wir eine direkte Rivalität mit eben diesem Kollegen, bei dem wir unsere Fähigkeiten gegen ihn unter Beweis stellen. Das ist unterdessen nicht immer einfach, vor allem wenn wir in einem Profiteam anheuern. Bei Mercedes, Red Bull oder Ferrari etwa fährt schließlich auch unser Teamkollege ziemlich weit vorne mit und ihn zu übertreffen, könnte bei so manchem Wetter vielleicht sogar eine Kunst werden.

F1 2016

Einfacher Beginn
Wer sich den umfangreichen Karrieremodus noch nicht zutraut, der hat aber natürlich auch die Möglichkeit, sein Glück in einem der vielen anderen Modi zu versuchen. So können wir unter anderem eine einzelne Meisterschaftssaison hinlegen, eine schnelle Runde fahren oder im Zeitfahren versuchen, unsere Fähigkeiten zu verbessern. Vor allem für das Training ist letzteres geeignet, wenn gleich die meisten Spieler diesen Modus vermutlich nicht primär nutzen werden, haben wir schließlich in der Karriere und im Meisterschaftsmodus immer noch genug die Möglichkeit, zu trainieren. Dabei können wir sogar festlegen, welche Renndistanz wir absolvieren wollen (auch die realistische, komplette Renndistanz ist möglich) und wie lange das Qualifying dauern soll. Einmal festgelegt, haben wir vor jedem Rennwochenende auch im Karrieremodus noch die Möglichkeit, diese Einstellung zu ändern.

F1 2016

Training endlich sinnvoll
Ein Rennwochenende besteht dabei natürlich aus den realitätsgetreuen Varianten: Wir dürften gleich zwei Mal zum freien Training auf die Strecke, versuchen uns anschließen im Qualifying und freuen uns dann anhand der Platzierung auf der sonntägliche Rennen. Interessant ist dabei, dass man die Trainingsphase nun endlich sinnvoll gefüllt hat und wir nicht nur nach Belieben im Kreis fahren dürfen. Das hindert den Spieler erstmals daran, das Training zu überspringen und tatsächlich gut zu nutzen. In Trainingssessions lernen wir unter anderem die Streckenklimatisierung, um später die Ideallinie besser halten und das DRS optimal einsetzen zu können. Beim Reifenmanagement lernen wir, unsere Reifen während dem Rennen möglichst zu schonen. Beim Qualifying-Tempo versuchen wir, bereits im Training die Zeitvorgaben für eine gute Qualifying-Position zu erreichen und bei den Team-Aufgaben geht es darum, bestimmte vom Konstrukteur vorgegebene Ziele zu erreichen. Je erfolgreicher wir sind, desto mehr Punkte erhalten wir, die wir dann in die Verbesserung unseres Fahrzeuges investieren können. So haben wir nicht nur endlich einen Grund, das Training zu absolvieren, sondern werden ganz automatisch auch noch besser im Rennen.

F1 2016

Achtung: Wand
Besser werden ist übrigens auch nötig, denn wer dachte, er könnte einfach nur aufs Gas treten, hat sich getäuscht. Obwohl wir diverse Fahrhilfen optional einschalten können, können wir den unterschiedlichen Schwierigkeitsgrad der Strecken tatsächlich spüren. Vor allem engere Strecken wie Monaco oder auch Australien sind gar nicht immer einfach, wenn es darum geht, auf der Strecke zu bleiben. Können wir in Bahrain beispielsweise problemlos mal leicht von der Strecke abkommen, bedeutet das in Monaco ein Schaden am Fahrzeug oder womöglich gleich ein komplettes Ausscheiden. Durch den realistischen Wendekreis wird aber auch schnell klar, wir schwierig es echte Formel 1-Fahrer dabei haben, die Streckenmarkierungen nicht zu übertreten und mit welcher Lebensgefahr sie in Monaco schweben, wenn sie einmal einen Fehler machen. Das sorgt für Spannung – auch beim Spieler.

F1 2016

Hölle Aquaplaning
Doch auch sonst hat es und die glaubwürdige Fahrphysik tatsächlich angeht. Schnell merken wir nämlich, welche Auswirkungen selbst kleinere Schäden am Fahrzeug auf die Steuerung haben können. Eine kleine Beule am Frontflügel und der Wendekreis kann plötzlich größer werden. Ein mittelgroßer Schaden und unser Auto neigt vielleicht schon nach rechts. Noch schwerer Schaden und wir werden spürbar langsamer. Aber auch platte Reifen, ein Verlust der Räder und vieles mehr ist möglich, was unser Können erfordert. Selbst die Unterschiede bei verschiedenen Reifen und Einstellungen sind während dem Fahren spürbar. Besonders schwierig wird es unterdessen bei Regen, wenn Aquaplaning dafür sorgt, dass wir unser Auto nicht mehr so leicht auf der Strecke halten können. Je mehr langgezogene Kurven, desto schwieriger wird auch hier die Steuerung. So bleibt „F1 2016“ aber auch über eine gewisse Zeit spannend.

F1 2016

Verbannung der Tastatur
Apropos Steuerung: Am Besten ist es dann doch, wenn wir „F1 2016“ vorzugsweise mit dem Gamepad-Controller oder lieber gleich einem Lenkrad steuern. Damit ist vor allem die Lenkung um einiges präziser möglich, als mit der Tastatur. Letzteres können wir zwar ebenfalls verwenden, ist aber bei Rennspielen generell nicht zu empfehlen. Gar nicht vorhanden ist hingegen die Steuerung per Maus, denn nicht einmal im Menü haben wir die Möglichkeit, das Spiel mit der Maus zu bedienen. Das ist nicht ganz zeitgemäß, aber letztendlich dann doch ausreichend. Ein kleines Problem gab es aber dennoch, denn das Spiel hat vor allem bei der Controllersteuerung wohl mit einigen Bugs zu kämpfen. Bei unserem Test mit einem Logitech Dual Action wurde der Controller zwar erkannt und wir konnten ihn auch konfigurieren, aber seit dem zweiten Start wird die Tastenbelegung nur noch mit „Fehler“ angegeben. Kurzes Minimieren und erneutes Maximieren des Spiels sorgt derweil allerdings dafür, dass wir den Controller dennoch verwenden können. Und auch eine erneute Änderung der Tastenbelegung ist möglich, auch wenn anhand der „Fehler“-Angabe nicht erkennbar ist, welche Funktion gerade welcher Taste zugewiesen wurde. Zum Glück funktionierte die Steuerung mit dem Controller aber dennoch im Test.

F1 2016

Neue Regeln für die Fahrer
Interessant ist derweil übrigens eine vollständige Umsetzung der neuen Formel 1-Regeln. Das betrifft unter anderem das Qualifying, welches nun in drei Phasen abläuft, bei dem nach jeder Phase die schlechtesten Fahrer ausscheiden. Gut gelungen ist dabei die Idee, dies nur beim vollen Qualifying umzusetzen, da dies im kurzen Qualifying kaum sinnvoll anwendbar ist. Wer aber als Profi-Rennfahrer Lust auf ein vollumfängliches Rennwochenende mit kompletter Qualifying-Länge hat, der bekommt hier auch die Regeln zu spüren. Ähnliches gilt für die Übernahme der DRS-Regeln, für die Beschränkung von Reifen und die Übernahme der Qualifying-Einstellungen ins Rennen. Ganz zu schweigen von etwaigen Strafen, wie etwa eine Durchfahrtsstrafe (Fahren durch die Box, ohne erlaubten Stop) bei einem Fehlstart oder einer Zeitstrafe wegen Abkürzens der Strecke. Das ganze dann passenderweise kommentiert über Funk durch unsere Kameraden in der Box, die unser Fahrverhalten stets im Auge behalten und sinnvolle Tipps geben. So fühlt man sich wie ein echter Rennfahrer.

F1 2016

Fahrer muss selbst ran
Übrigens: Die Durchfahrtsstrafen kommen mitunter gar nicht so selten vor, denn wir müssen in „F1 2016“ hin und wieder auch manuell ran. Das gilt auch für die Kupplungssteuerung beim Start des Rennens. Bevor die Ampeln also auf grün schalten, ist es unsere Aufgabe, die Kupplung gedrückt und den Motor im richtigen Drehzahlbereich zu halten. Sobald dann grün wird, lassen wir die Kupplung im richtigen Moment los und geben Gas. Spannend ist das deshalb, weil sich das Risiko für Fehlstarts damit enorm erhöht und wir uns beim Start wirklich konzentrieren müssen, um keine Strafe zu kassieren. Auch da hat man den Realitätsgrad nun ein wenig erhöht. Gut außerdem, dass wir nun die Geschwindigkeit zur Boxengasse selbst regulieren müssen und nicht mehr allzu weit automatisch gefahren werden.

F1 2016

Hübsches Nass
Grafisch und technisch kann sich das aktuelle Formel 1-Game übrigens sehen lassen. Dabei liefert man zwar keine grafische Referenz ab, aber vor allem die Streckengestaltung ist doch recht glaubwürdig und realistisch ausgefallen. Praktisch zu jeder Zeit haben wir das Gefühl, auf der echten Strecke unterwegs zu sein, weil jede Tribüne, jeder Zaun, jede Palme und jeder Baum an genau der richtigen Strecke liegt. Mit dem passenden Schattenspiel wird dabei so manche Strecke sogar ein bisschen atmosphärisch. Auch die Fahrzeugmodelle sind insgesamt gut und realistisch ausgefallen, obwohl man beim „Glanzeffekt“ nicht so sehr punkten kann, wie beispielsweise „Project Cars“. Dafür haben die Spiele eines gemeinsam: Besonders bei Regen sieht es besonders hübsch aus. Dann komme nicht nur schöne Wassereffekte und eine spiegelnde Straße zum Vorschein, sondern auch noch andere schöne Details. So sehen wir etwa jeden Tropfen auf unserem Auto und wenn es auf unsere Kamera regnet, bewegt sich die Flüssigkeit je nach Kurve in die eine oder andere Richtung. Schöner geht Regen nicht. Insgesamt hätte man aber vielleicht noch eine zusätzliche, bessere Anti-Aliasing-Funktion für die High-End-PCs einbauen und vielleicht die Charaktermodelle noch hübscher gestalten können. Aber immerhin: Im Gegensatz zum Vorgänger sehen wir unsere Kollegen, wie etwa den Mechaniker oder unsere Managerin tatsächlich auch mal, statt nur in Menüs zu wuseln. Damit lohnt sich ein Aufrüsten von der Vorjahres-Version allemal.

Fazit:
Mit der diesjährigen Version des offiziellen Formel 1-Spiels haben sich die Entwickler deutlich verbessert und endlich wieder den sehr vermissten Karrieremodus einbaut. Zusätzliche Verbesserungen wie ein manueller Start, sinnvolle Trainingseinheiten und ein motivierendes Technologiesystem runden das Spielerlebnis ab und knüpfen wieder gut an die hohen Qualitäten der 2013er Version an. Ein Muss für Motorsport-Fans.

F1 2016 Wertung