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Dual Universe: Minecraft trifft auf Star Citizen
Gwent Thronebreaker: Das Kartenspiel bekommt einen Singleplayer
The Lost Crown Blackenrock: Geisterjagd in England
Tropico 6: El Presidente klaut den Eifelturm!
Railway Empire: Nachschub für Wirtschaftssimulations-Fans
Genesis Alpha One: Retro-Sci-Fi aus Freiburg
Ostwind – Das Spiel
Batman – The Enemy Within
MPS Köln: Mittelalterfans rocken den See
Diluvion

25
Aug

Dual Universe: Minecraft trifft auf Star Citizen

Science-Fiction-Spiele erfreuen sich offenbar immer noch sehr großer Beliebtheit. So mancher steht schon fast in den Startlöchern, andere hingegen lassen ewig auf sich warten. Und selbst bei großen Titeln wie “Star Citizen” sind Fans noch immer unsicher, ob das Spiel wohl jemals im fertigen Zustand erscheinen wird. Nicht ganz so lange soll es allerdings bei “Dual Universe” dauern, einem neuen Sci-Fi-Titel aus dem in Frankreich angesiedelten Hause Novaquark. Nachdem die Entwickler erfolgreich in der Lage waren, eine halbe Million Euro via Crowdfunding zu erwirtschaften, ist die Entwicklung mittlerweile im vollen Gange und eine erste spielbare Alpha-Version liegt bereits vor. Und da haben wir recht schnell festgestellt, dass “Dual Universe” doch ein wenig anders ist, als die meisten Science-Fiction-Spiele.

Dual Universe

Auf den ersten Blick ein wenig an Eve Online angelehnt, erwartet den Spieler hier nämlich ein komplett auf Multiplayer ausgelegtes Weltraumabenteuer. Und dabei möchte man auf eine Storykampagne mit Missionen komplett verzichten und stattdessen auf besonders intensive und innovative Interaktionsmöglichkeiten zwischen den Spielern setzen. Denn hier soll letztendlich alles von den Spielern bestimmt und beeinflusst werden – bis hin zum Handelssystem. Das funktioniert deshalb, weil man zugleich auf ein klassisches Minecraft-Konzept setzt und mittels Voxelgrafik ermöglichen möchte, den Spieler wirklich alles per Hand bauen zu lassen. Raumschiffe, Raumstationen, Objekte und vieles mehr – alles kann frei per Hand designt werden. Und wer dazu nicht in der Lage ist, soll entsprechende Schiffe im spielinternen Markt einkaufen können, sodass begabte Spieler mit eben diesen selbst erschaffenen Objekten handeln können.

Ob und wie gut das allerdings funktioniert ist zunächst fragwürdig, denn bisher kann niemand so richtig ausschließen, dass die Spieler einfach völligen Unsinn bauen und sich am Ende kaum eine stimmige Sci-Fi-Welt ergeben kann. Und was passiert, wenn nicht genügend Spieler aktiv sind, steht auch noch völlig in den Sternen. Dafür allerdings sahen die ersten spielbaren Szenen überaus ansprechend aus, da vor allem die Raumschiffgestaltung trotz des speziellen Grafikstils sehr vielversprechend aussah und sich die Physik bereits sehr gut anfühlte. Ein weiteres Konzept liegt außerdem darin, dass es Quests eben sehr wohl geben soll – nur eben nicht in Form einer Storykampagne. Auch diese sollen von den Spielern selbst erstellt werden können, sodass Spieler etwa Transporte, Angriffe und ähnliches in Auftrag geben können. Der Spieler soll also – vergleichbar mit Eve Online – seine eigene Geschichte erzählen. Dass das durchaus funktionieren kann, haben wir bei den epischen Schlachten in Eve Online ja durchaus mitbekommen.

Dual Universe

Bis es allerdings soweit ist, liegt noch ein langer Weg vor den Entwicklern, sodass der Releasetermin sicherlich noch ein paar Jahre in der Zukunft liegen könnte. Immerhin scheint man sich bei Novaquark allerdings über die eigenen Möglichkeiten bewusst zu sein und verzichtet darauf, übertriebene Versprechungen zu machen. Anders, als etwa “Star Citizen” wirbt man also nicht mit einem nahezu unendlich großen Universum, sondern möchte mit wenigen hundert Sonnensystemen einen Rahmen bieten, der für das Team realistisch umsetzbar ist, erzählte uns Founder Jean-Christophe Baillie am Mittwoch auf der Gamescom. Science-Fiction-Fans sollten “Dual Universe” also unbedingt im Auge behalten.



25
Aug

Gwent Thronebreaker: Das Kartenspiel bekommt einen Singleplayer

Es gibt kaum ein Kartenspiel, das in der Gamerszene einen höheren Bekanntheitsgrad genießt, als dieses: Bereits in einem der beliebtesten und besten Rollenspiele der vergangenen Jahre, “The Witcher 3″, kamen die Spieler in den Genuss von Gwent. Ursprünglich als Minispiel verpackt, konnte man dort gegen diverse KI-Gegner antreten, um besondere Karten zu sammeln und sein Set letztendlich zu erweitern. Bei vielen Fans war dieses Minispiel derartig beliebt, dass sich CD Projekt Red dazu entschlossen hat, eine Standalone-Umsetzung zu realisieren und die Spieler auch online im Multiplayer-Modus gegeneinander antreten zu lassen. Bereits seit Monaten hat man deshalb nun bereits die Möglichkeit, das Free 2 Play-Spiel in der offenen Beta-Version zu spielen.

Gwent: Thronebreaker

Auf der Gamescom zeigten die Entwickler nun allerdings auch erstmals einen komplett neuen Spielmodus. Mit “Gwent Thronebreaker” wird zum Release der finalen Version nun auch endlich eine Singleplayer-Kampagne geboten, bei der Spieler gegen vorgegebene Gegner mit ebenso vorgegebenen Sets antreten müssen und besondere Taktiken anwenden müssen, um ihren Gegenspieler besiegen zu können. Ähnlich wie bei zahlreichen Mobile Games bewegen wir unsere Spielfigur daher auf einer isometrischen Karte und können von dort aus dann auch die einzelnen Matches starten. Dort bieten sich nämlich reichlich Interaktionen und Dialoge, in denen wir verschiedene Antwortmöglichkeiten geben können und so letztendlich ein Gwent-Match starten. Bereits jetzt sind die Dialoge englisch vertont, im finalen Release sollen die Figuren dann auch mit deutscher Sprachausgabe daher kommen.

Gwent: Thronebreaker

Insgesamt hat man im Singleplayer-Modus allerdings auch ein paar Besonderheiten eingebaut und darf nicht nur von einem Match zum nächsten Laufen. Unterwegs finden sich – ähnlich wie in klassischen Rollenspielen – nämlich auch Schatztruhen, in denen wir unter anderem neue Karten für unser Set finden. Insofern kombiniert CD Projekt Red also Kartenspiel mit klassischem RPG und verpasst der Witcher-Welt somit auch noch einen neuen isometrischen Look. Schade ist dabei allerdings, dass wir auf der Gamescom bisher keinerlei Szenen mit Geralt gesehen haben und es auch völlig unklar ist, ob wir den Hexer je zu Gesicht bekommen. Ebenso unklar ist bisher noch das Finanzierungsmodell, denn der Publisher hat bisher keinerlei Informationen zum Preis nennen können und wollte auch noch nicht verraten, ob der Singleplayer-Modus im Free 2 Play-Modell enthalten sein wird. Ganz zu schweigen von der Frage danach, ob es sich um ein Pay 2 Win-Modell handeln wird. Immerhin ist eine Spielzeit von mindestens 10 Stunden aber bereits jetzt angepeilt.



25
Aug

The Lost Crown Blackenrock: Geisterjagd in England

Bereits im Jahre 2008 erschien ein ganz besonderes Spiel, in dem die Spieler auf die Jagd nach mysteriösen Geistern gingen. Obwohl keine besonders hohe Popularität erreicht, konnte das innovative Adventure immerhin eine kleine Fanbase aufbauen. Für die Entwickler von Darkling Room, die viele Jahre daran gearbeitet haben und auch für den ersten Teil verantwortlich waren, ist das aber bereits Grund genug, trotzdem eine Fortsetzung zu machen. Mit “The Lost Crown: Blackenrock” geht es also nun erneut auf die britische Insel, wo wir im Südwesten Englands an der Küste nach gruseligen Geistern und mysteriösen Phänomenen suchen. Und dabei hat sich seit dem ersten Teil doch so manches getan.

The Lost Crown: Blackenrock

Eigentlich handelt es sich bei dem Spiel nämlich um ein klassisches Point & Click-Adventure, bei dem wir Rätsel lösen, Objekte zusammensetzen und interessante Gegenstände suchen. Nun allerdings setzen die Entwickler erstmals auf eine komplett offene Welt, in der sich der Spieler frei bewegen kann und auch seine Quests in beliebiger Reihenfolge absolvieren darf. Einen linearen, fest vorgegebenen Spielablauf wird es also nicht mehr geben, was den zweiten Teil besonders interessant macht und in der Gamescom-Präsentation schnell unser Interesse wecken konnte.

Interessant ist dabei auch die Tatsache, dass der gesamte Spielort auf einer realen Küstenstadt basiert, die man möglichst originalgetreu wiedergegeben hat. Auf echten Fotografien hatten wir die Gelegenheit, die Ingame-Szenen zu vergleichen und stellen beeindruckend fest, wie detailgetreu selbst Gebäude und Straßenobjekte nachgestaltet wurde. Tatsächlich befand sich jede Ecke und jede Kante an der richtigen Stelle und wir hatten Ingame in der Tat den Eindruck, uns durch den realen Ort zu bewegen, den wir auch auf den Bildern bereits bewundern konnten. Dabei allerdings wird auch eine etwas verträumte und surreale Atmosphäre erzeugt, die das Original auf Grund seiner geringen Einwohnerzahl ebenfalls bereits hergibt.

Doch auch beim Grafikstil haben sich die Entwickler definitiv etwas gedacht, um die Atmosphäre noch weiter auf die Spitze zu treiben. Darkling Room setzt bei ihrem neuesten Spiel schließlich auf einen umfangreichen Schwarz-Weiß-Look, in dem vor allem Geister besonders eindrucksvoll in Erscheinung treten. Lediglich einige Beleuchtungseffekte und Bildschirme sind dabei farbig gehalten, um einen besonderen Kontrast zu erzeugen. Gut einfügen kann sich dann auch die in monochromen Farben, aber dennoch modern gehaltene Landkarte, die uns einen gelungenen Einblick in die gesamte Spielgröße ermöglichte.

The Lost Crown: Blackenrock

Übrigens ist nicht nur die offene Welt ein neues Feature, das sich die Entwickler ausgedacht haben. Stattdessen haben sie auch spannende Rätsel und Spielelemente integriert, die wirklich innovativ sind und so noch in keinem anderen Spiel zu sehen waren. Das Fernsehprogramm in unserem virtuellen Appartment spielt beispielsweise eine wichtige Rolle bei der Lösung unserer Aufgaben, wenn ein komplettes 24-Stunden-Programm (Spielzeit, nicht Echtzeit) simuliert wird und uns wichtige Hinweise gibt. Sind wir damit aber einmal nicht beschäftigt, unterhalten uns vor allem die zahlreichen technischen Gimmicks für die Geisterjagd.

Fans von Point & Click-Adventures dürfen sich hier allerdings auch etwas gefasst machen: Die Entwickler sprachen im Interview von einer Gesamtspielzeit von mehr als 50 Stunden. Damit dürfte man dann also ein wenig länger beschäftigt sein und die kalten Winterabende sind gesichert. Da das Spiel bereits in der spielbaren Beta-Version vorliegt und ein Release noch für diesen Herbst geplant ist, dürfte dem aber auch nichts im Wege stehen.



25
Aug

Tropico 6: El Presidente klaut den Eifelturm!

In schwierigen politischen Zeiten braucht es einen starken Führer. Das weiß auch El Presidente, der Diktator der Insel Tropico. Mit seinen visionären Ideen kümmert er sich liebevoll um sein Land und wird sein bestes Geben, die Bevölkerung bei Laune zu halten und all ihre Bedürfnisse zu erfüllen. Und wenn dafür einmal ein eigenes Wahrzeichen nötig ist, soll es schließlich auch das sein. Oder anders gesagt: So albern das auf den ersten Blick auch erscheinen mag, können wir als Diktator im neuesten “Tropico”-Ableger auch Sehenswürdigkeiten wie etwa den Eifelturm stehlen, die dann mit Hubschraubern auf unsere Insel gebracht werden. Das allerdings mindert eher die Glaubwürdigkeit. Die tatsächlich interessanten Aspekte liegen dann an anderer Stelle.

Tropico 6

Denn während wir auf den ersten Blick wieder ein klassisches Tropico-Spiel geboten bekommen, bei dem wir eine Insel aufbauen und verwalten müssen, hat sich der Entwickler auch einige innovative Neuheiten ausgedacht und begit sich erstmals auf die Spuren der “Anno”-Reihe. In “Tropico 6″ dürfen wir uns dieses Mal nämlich um eine ganze Inselgruppe kümmern, Handel zwischen eben diesen treiben und müssen mehr als nur ein einziges Land im Auge behalten. Das steigert sowohl die Herausforderung für den Spieler, als auch die interessanten Möglichkeiten, seine Insel nach den eigenen Vorstellungen zu gestalten.

Ebenso steigt “Tropico 6″ nun auch erstmals so richtig ins Genre der Wirtschaftssimulation und bietet dem Spieler die Möglichkeit, eine eigene Verkehrsinfrastruktur aufzubauen. Seien es Taxen, Busse oder Seilbahnen – wenn es darum geht, den Bürger unserer geliebten Insel von A nach B zu transportieren, bieten sich mittlerweile reichlich Möglichkeiten. Dass eine solche Kombination gut funktionieren kann, haben wir ja bereits in anderen Genrevertretern gesehen und auch “Tropico 6″ macht diesbezüglich bereits einen hervorragenden Eindruck.

Tropico 6

Dass es nun übrigens gewisse Ähnlichkeiten zur “Anno”-Reihe geben mag, dürfte bei genauerem Hinsehen nicht weiter verwundern: Mit der Entwicklung ist nämlich das Studio Limbic Entertainment aus Langen beschäft. Und deren Mitarbeiter waren vor der Gründung ihres Studios bei Sunflowers, die einst die legendären Aufbaustrategiespiele “Anno 1602″ und “Anno 1503″ entwickelt haben. Erfahrung bei der Umsetzung von Aufbaustrategie auf mehreren Inselgruppen haben die Beteiligten also mehr als genüge – und auch aus diesem Grund betrachten wir den Release im kommenden Jahr mit hoher Zuversicht. Zumal auf der Gamescom bereits jetzt eine spielbare Version zur Verfügung stand und einen recht gelungenen Eindruck hinterließ. Fans der “Tropico”-Reihe dürfen sich also auf ein potentiell herausragendes Spiel freuen.



25
Aug

Railway Empire: Nachschub für Wirtschaftssimulations-Fans

Fast fünfzehn Jahre ist es mittlerweile her, dass das letzte Spiel der beliebten “Railroad Tycoon”-Reihe in den deutschen Länden stand. Und obwohl es sich bei “Railway Empire” nicht um einen direkten Nachfolger handelt, dürften sich vor allem die Fans der komplexen Wirtschaftssimulationen rund um die Eisenbahn sicherlich auf dieses Spiel freuen. Nun dürfen wir nämlich erneut in die Rolle des Chefs eines großen Eisenbahnunternehmens schlüpfen, müssen Strecken errichten und vor allem: Den Transport möglichst profitabel betreiben. Und dabei verschlägt es den Spieler dieses Mal nach Nordamerika, wo zwischen den Jahren 1830 und 1930 die Dampflokomotiven ihre beste Zeit erlebt haben.

Railway Empire

Außergewöhnlich ist dabei tatsächlich, dass der Entwickler offenbar sowohl auf ein modernes Szenario verzichtet, als auch komplett auf europäische Landschaften. Mit mehr als hundert Städten innerhalb Amerikas bietet man zwar zahlreiche spannende Möglichkeiten, sein Imperium aufzubauen. Doch wer gehofft hatte, sich auch einmal an der deutschen Bahn zu versuchen, wird leider enttäuscht. Doch eines ist sicher: Mit dem ausgeprägten Güterverkehr der Vereinigten Staaten gibt es immer noch genügend Möglichkeiten, seine Geschäfte zu betreiben und Rohstoffe durch das ganze Land zu transportieren.

“Railway Empire” wird dabei in fünf verschiedenen Epochen angesiedelt sein, die allesamt innerhalb dieser hundert Jahre spielen werden. Dabei setzen die Entwickler vor allem auf eine möglichst umfangreiche Singleplayer-Kampagne, die voraussichtlich eine Gesamtspielzeit im guten zweistelligen Bereich bieten wird. Anders als noch in so manchem alten Railroad Tycoon-Spiel verzichtet man allerdings komplett auf einen Multiplayer. Umso interessanter ist das aber für Modding-Nutzer, denn Kalypso plant einen ausgeprägten Modding-Support bereits ab Tag 1, sodass spätestens hier sicher auch die Community die Möglichkeit haben wird, europäische Lokomotiven und Karten in die Tat umzusetzen. Denn wie die meisten Spiele dieser Art wird auch “Railway Empire” von seiner Community leben und man wird mangels Multiplayer also auch keine Probleme haben, die von der Community erstellten Inhalte zu spielen.

Railway Empire

Ungewöhnlich und neu in diesem Genre ist allerdings auch der neuartige Forschungsbaum. So wird man nicht einfach nur neue Lokomotiven über die Zeit freischalten, sondern kann bestimmte Technologien auch ganz gezielt erforschen. “Railway Empire” setzt dafür auf zwei verschiedene Forschungsbäume – einen für die Lokomotiven und einen weiteren für das Unternehmen und seine für den Betrieb notwendigen Gebäude. Insgesamt wird man dabei ganze 300 Technologien erforschen können und wird daher reichlich Spannung und Abwechslung geboten bekommen. Zu den Technologien gehören dabei auch Eigenschaften wie Werbung, neue Gebäudetypen oder das Freischalten von Lokomotiven über eben diesen Forschungsbaum, statt lediglich durch Verstreichen der Zeit. Die Nutzungsmöglichkeiten von Loks wird also vom Erfolg des Spielers abhängen.

Grafisch konnte sich “Railway Empire” dabei auch schon gut sehen lassen. Man darf hier zwar einerseits genretypisch keine Referenzgrafik erwarten, wie wir dies aus den modernsten Shootern gewohnt sind, doch verglichen mit anderen Wirtschaftssimulationen kommt das Spiel mit einem zeitgemäßgen und hübschen Look daher. Das deutsche Entwicklerteam aus Gütersloh, das mit den “Patrizier”-Spielen bereits Erfahrung im Genre sammeln konnte, setzt dabei auf eine eigene Grafikengine, die es auch erlauben wird, die Züge bei ihrer Fahrt in Ego-Perspektive zu begleiten. Übrigens: Mit innovativen Sabotage- und Spionagefeatures schlägt “Railway Empire” dabei eine Richtung ein, die wir auch bereits aus “Pizza Connection” kennen.



25
Aug

Genesis Alpha One: Retro-Sci-Fi aus Freiburg

Interessante Spiele müssen nicht immer aus Übersee kommen oder von großen Publishern entwickelt worden sein. Manchmal kann ein solcher Titel auch aus Deutschland stammen. So etwa auch der Science-Ficition-Shooter “Genesis: Alpha One”, den ein kleines Team aus drei Entwicklern im schönen Freiburg im Breisgau entwickelt hat. Mit ein wenig Retrostyle versuchen die Entwickler, die bereits an großen Titeln wie “Spec Ops: The Line” beteiligt waren, ein wirklich innovatives Konzept umzusetzen und mehr zu bieten, als lediglich stupide Action: Immerhin geht es – wie der Titel bereits vermuten lässt – um das Genesis-Projekt. Als Leiter einer Raumstation ist es unsere Aufgabe, die Station auszubauen, Rohstoffe zu sammeln und – der besonders interessante Aspekt der Handlung – Klonforschung zu betreiben.

Genesis: Alpha One

An den Anspielstationen auf der Gamescom war man bereits in der Lage, die neueste Version 0.5 auszuprobieren und einige der Räumlichkeiten unserer Raumstation zu begutachten. Darin enthalten war nicht nur die Kommandobrücke, von der aus wir unsere Ernteschiffe auf fremde Planeten schicken, sondern auch eine Art botanischer Garten, Quartiere für unsere Klone und eine Krankenstation. Das Spielprinzip des rogue-like Shooters ist es dabei, die erhaltenen Bioeigenschaften von Pflanzen und Lebensformen zu nutzen, um neuartige Lebensformen zu kreieren und deren Produkte in unserem botanischen Garten zu nutzen. Tatsächliche Action gibt es nur dann, wenn Ernteschiffe etwa Außerirdische als blinde Passagiere mit an Bord nehmen. Doch: Je fruchtbarer der Planet, desto gefährlicher die Aliens, die sie letztendlich wieder mitbringen.

Genesis: Alpha One

Ganz einfach und verständlich war das in der anspielbaren Version allerdings noch nicht. Hier fehlten vor allem doch ein Tutorial und ein paar Erklärungen, um tatsächlich herauszufinden, was wir in “Genesis Alpha One” eigentlich machen müssen. Denn vor allem die Befehle für unsere Ernteschiffe oder das Ausbauen der Raumstation erklären sich leider nicht immer von selbst. Dennoch machte das Spiel des Entwicklers Radiation Blue bereits einen interessanten Eindruck, denn mit dem etwas speziellen düsteren Grafikstil, dem Retrolook der Bordcomputer und der klassischen elektronischen Musik, die wir aus 90er Jahre Spielen kennen, kam ziemlich schnell viel Atmosphäre auf. Ende 2018 soll es dann bereits so weit sein und wir dürfen – mit etwas Glück – die finale Version des Spiels ausprobieren.



10
Aug

Ostwind – Das Spiel

Endlich ist sie wieder da: Die junge Mika ist nun nach Gut Kaltenbach zurückgekehrt und kann ihr geliebtes Pferd Ostwind wieder richtig in ihre Arme schließen. Für sie geht damit der größte Wunsch in Erfüllung, zeigte sie schließlich schon in der Vergangenheit, dass sie mit Pferden ganz besonders gut umgehen kann. Immerhin gilt sie inzwischen als Pferdeflüsterin, die mit Ostwind selbst die schwierigsten Hindernisse überwinden und sie zu den größten Leistungen überreden kann. Für Mika bedeutet das aber auch: In der nächsten Zeit wird sie sich intensiv um das Tier kümmern müssen, mit ihr auf dem Hindernisparcour trainieren dürfen und die schöne Umgebung rund um den Bauernhof erkunden können…

Kritik:
Nach mehreren Kinofilmen ist es nun tatsächlich soweit: Das süße Pferdedrama „Ostwind“ bekommt nun auch ein eigenes Spiel. Und da werden die Herzen der Mädchen sicherlich schnell höher schlagen, wenn sie sich mit dem Pferd einmal richtig austoben können.

Ostwind - Das Spiel

Reiten um die Zeit
Tatsächlich versteht sich das Spiel als eine Art Mischung aus Pferderennspiel, Tamagochi und rudimentärem Rollenspiel, denn Elemente aus allen drei Genres werden hier kurzerhand vermischt. Im Kern allerdings steht natürlich das Reiten des Pferdes und da darf der Spieler nach Möglichkeit sein Können unter Beweis stellen. Abwechselnd geht es dann im Galopp zu den Checkpoint-Rennen, bei denen Mika eine bestimmte Zeit unterbieten muss oder gar gegen ihren eigenen Geist antreten darf und in anderen Aufgaben müssen wichtige Gegenstände und Tiere gefunden und eingesammelt werden. Sogar eine Kuh kann da schonmal entlaufen sein. Eines dürfte den erfahrenen Spielern aber wohl schon mit diesen Worten klar sein: Ein wirklich interessantes oder gar abwechslungsreiches Questdesign bekommen wir in „Ostwind“ nicht geboten. Die wenigen stets sehr ähnlichen Aufgaben wiederholen sich einfach derartig oft, dass die meisten Spieler wohl schon nach spätestens einer Stunde die Lust verlieren dürften.

Ostwind - Das Spiel

Für die junge Zielgruppe
Das ändert sich vor allem auch deshalb nicht, weil der Schwierigkeitsgrad sich doch merklich an ein eher jüngeres Publikum richtet. Eine echte Herausforderung erleben hier also bestenfalls Grundschulkinder und selbst das nur dann, wenn diese nicht bereits regelmäßige Spielesessions gewohnt sind. Die meisten allerdings werden sich auch hier schnell langweilen, wenn sie feststellen, dass man sich gar fünf Mal vergaloppieren kann, ohne dass die Zeit bei einem Zeitrennen dabei wäre, abzulaufen. Da dürfte wohl jedes Autorennspiel weit mehr Action zu bieten haben. Und auch bei der Steuerung bleibt reichlich Luft nach oben, denn gerade die Standardeinstellung mit der Maussteuerung wirkt ziemlich ungenau. Genau genommen macht das Reiten mit Plötze in „Wichter 3“ weitaus mehr Spaß, obwohl es sich dabei nicht einmal um ein Pferdespiel handelt. Lediglich die Umstellung auf Tastatursteuerung macht es ein wenig angenehmer, aber auch das ist von einer weichen und genauen Steuerung noch meilenweit entfernt.

Ostwind - Das Spiel

Die hübsche Natur
Eigentlich ist das alles auch ein bisschen schade, wenn man bedenkt, wie viel Liebe zum Detail die Entwickler dann doch in die eigentliche Spielwelt gesteckt haben. Rund um Gut Kaltenbach gibt es schließlich eine recht hübsche Landschaft aus Feldern, Wäldern und vielen anderen schön anzusehenden Gegenden. Selbst zahlreiche Tiere sind dort zu finden – von Vögeln, über Kühe, bis hin zu anderen Pferden. Insgesamt wirkt die offene und frei bereitbare Welt also lebendig und lädt zum Erkunden ein. Dazu gibt es allerdings kaum Anlass, denn beim freien „Ausreiten“ können wir lediglich einige belanglose Dinge entdecken. Quests wiederum dürfen wir uns nur im Menü abholen, sodass eine Interaktion in der offenen Welt praktisch nie vor kommt. Es bleibt also gar fraglich, wieso man überhaupt auf ein Open World-Szenario gesetzt hat, wenn die offene Welt keinerlei wirklichen Nutzen bietet. Da hätte man weitaus mehr Potential gehabt.

Ostwind - Das Spiel

Arbeit nervt
Und wenn Ostwind einmal von den zahlreichen, sich sehr ähnelnden Aufgaben erschöpft ist, müssen wir uns auch liebevoll um das Tier kümmern. Das funktioniert dann ein bisschen wie bei den alten Tamagochis, nur dass die Entwickler die Aufgaben dieses Mal auf Pferde ausgerichtet haben. Man darf das Pferd also striegeln (bürsten), ihre Hufe vom Dreck befreien, es streicheln, mit ihm spielen und – ganz öde – Heu ausmisten. Ein bisschen fühlten wir uns dabei wie beim einstigen Trend-Spiel „Pou“, wenn wir mit Mausbewegungen die Bürste über das Fell des Tieres ziehen und darauf warten, dass Ostwind endlich wieder sauber ist. So spannend das auf den ersten Blick klingt, bleibt aber das größte Problem, dass wir diese Aufgaben ein wenig zu oft durchführen müssen. Nach jeder zweiten gelösten Quest ist Ostwind also schon wieder so erschöpft, dass wir die ständig selben Aufgaben zur Pflege und Bespaßung erneut durchführen müssen. Eines sei gesagt: Erwachsene werden spätestens nach dem dritten Striegeln wohl die Nase voll haben. Von männlichen Spielern fangen wir lieber gar nicht erst an. Man muss also schon wirklich eingefleischter Pferdeliebhaber sein, um an „Ostwind“ seinen Gefallen finden zu können.

Fazit:
Trotz liebevoll gestalteter offener Welt, enttäuscht das Spiel zum „Ostwind“-Film mit eintönigen Checkpoint-Rennen und unspektakulären Sammelquests – und langweilt selbst eingefleischte Pferdefans schon nach kurzer Zeit.

Ostwind - Das Spiel Wertung



09
Aug

Batman – The Enemy Within

Nachdem Bruce Wayne als Batman endlich die Zusammenarbeit zwischen ihm und der örtlichen Polizei festigen konnte, bekommt es die Stadt mit einem neuen skrupellosen Feind zu tun, der bereits vor vielen Jahren einst die Bewohner tyrannisierte. Mit einer ungeheuren Theatralik foltert er seine Opfer und spielt sprichwörtlich Spielchen mit ihren Leben. Denn der „Riddler“ ist nicht einfach nur ein gewöhnlicher Krimineller: Er hat viel mehr Spaß daran, seine Gegner an der Nase herumzuführen. Und auf dessen Abschussliste steht Superheld Batman schließlich ganz oben. Dumm nur, dass auch das gesamte Team der „Agency“ auf der Zielliste steht und schon bald brutal ums Leben kommen könnten. Doch der Kontakt mit eben dieser gestaltet sich nicht gerade einfach – zumal Batman prompt zur Zielscheibe von psychologischen Analysen werden soll und Agent Waller liebendgern die Führung übernehmen würde…

Kritik:
Die beliebte Geschichte rund um Bruce Wayne und seine Machenschaften in Gotham City gehen nun in die zweite Staffel. Denn nachdem Cobblepot und viele andere endgültig hinter Gittern gebracht wurden, warten weitere bekannte Gesichter darauf, vom Spieler endgültig gefasst zu werden.

Batman: The Enemy Within

Spuren der Vergangenheit
Und genauso, wie sich die Fans bereits aus zahlreichen Filmen und Comics an die wohl berühmtesten Helden der Superheldengeschichte erinnern, so spielt auch für Batman die Vergangenheit eine besonders große Rolle. Besitzer der ersten Staffel können nämlich gleich zu Beginn des Spiels einen Spielstand importieren und ihre damaligen Entscheidungen beim weiteren Spielverlauf berücksichtigen lassen. Das hat zahlreiche Auswirkungen – etwa auf den Dialogverlauf, wenn es um seine Handlungen im Arkham Asylum geht. Wie nämlich bei allen Telltale-Spielen der vergangenen Jahre verändern die Entscheidungen des Spielers den weiteren Spielverlauf. Ob wir lügen oder die Wahrheit sagen, wie wir mit unseren virtuellen Mitmenschen umgehen oder auch welche andere Figur durch unsere Handlungen womöglich ums Leben kommt oder gerettet werden kann.

Batman: The Enemy Within

Entscheidungen im Kampf
Wie das zustande kommt, dürften die meisten Telltale-Fans natürlich längst wissen. Abwechselnd kämpfen wir in Quicktime-Events, in denen wir vorgegebene Tasten zur Ausführung einer Aktion drücken müssen, schlagen uns durch intelligente Dialoge oder kombinieren Hinweise und Gegenstände, um den Tathergang an einem Tatort zu rekonstruieren. Eine Sache ist in „Batman – The Enemy Within“ allerdings neu: Dieses Mal müssen wir auch mitten im Kampf so manche Entscheidung treffen – und das unter Zeitdruck. Noch während der Aktion müssen wir etwa entscheiden, auf welche von zwei Arten wir den jeweiligen Gegner angreifen wollen und haben anschließend mit seiner Reaktion zu kämpfen. Schwerwiegende Auswirkungen hat das zwar nicht, doch der Spielfluss wirkt dadurch zwischenzeitlich ein wenig flotter und dynamischer.

Batman: The Enemy Within

Psychologie eines Superhelden
Im Mittelpunkt der ersten Episode stehen die Dialoge dann aber doch etwas mehr, als die diversen Kampfhandlungen. Dort nämlich liegen auch die Stärken der zweiten Staffel, wenn sich die Gespräche zu einem eigenen kleinen „Spielchen“ entwickeln. Batman bekommt es derweil nämlich auch mit einer Psychologin zu tun, die seinen Charakter analysieren möchte und ein psychologisches Profil zu erstellen versucht. Dabei obliegt es dem Spieler, geschickt zu antworten, um keine charakterlichen Parallelen zwischen Batman und Bruce Wayne aufkommen zu lassen und die gemeinsame Identität zu verschleiern. Gar nicht immer einfach, aber auch eine interessante Selbstreflexion für den Spieler, der einmal überdenken muss, ob er Spielentscheidungen ausschließlich nach eigenem Moralempfinden treffen sollte.

Batman: The Enemy Within

Feind im Innern
Auf diesen Zwiespalt soll dann wohl auch der Titel „The Enemy Within“ anspielen, wenn die eigene Psychologie des Spielers und des Superhelden zum größten Feind werden soll. Zum ersten Mal macht damit ein Telltale-Spiel den Eindruck, über ein ausgeklügeltes und durchdachtes Konzept zu verfügen, bei dem sich jede einzelne Figur grandios in dieses psychologische Spiel einfügt. Wenn etwa offensichtliche Feinde überraschenderweise Hilfe bei Batman suchen und der Spieler im Zwiespalt zwischen Nutzen und Abscheu steht. Oder wenn der Hauptfeind die Schwächen seines Gegenübers ausnutzt, um ihn auszutricksen und ihn vor eine unmögliche Entscheidung zu stellen. Denn wie sollte ein Superheld, der Leben rettet, zwischen zwei verschiedenen Leben entscheiden können. Mit diesem Storykniff hat uns „Batman – The Enemy Within“ aber verdammt schnell in seinem Bann. Wesentlich schneller, als die üblichen Telltale-Spiele, die auf Grund ihres sich zu stark ähnelnden Gameplays allmählich unter einem Abnutzungseffekt leiden.

Fazit:
Die zweite Staffel der „Batman“-Spieleserie von Telltale Games überzeugt mit einem grandiosen Auftakt und versetzt den Spieler gleich in mehrere faszinierende Psychospielchen. Da kommen die Stärken dieses Spielkonzepts schnell zum Vorschein und die abgenutzten Quicktime-Events sind ebenso schnell vergessen.

Batman: The Enemy Within Wertung



07
Aug

MPS Köln: Mittelalterfans rocken den See

Seit nunmehr über 20 Jahren ist das Mittelalterlich Phantasie Spectaculum, von Fans liebevoll kurz “MPS” genannt, eine etablierte Instanz innerhalb der Mittelalterszene. Von Jahr zu Jahr tourt der Veranstalter Gisbert Hiller mit seinem Festival durchs ganze Land und hat an zahlreichen Wochenenden ein hervorragendes Musikangebot auf riesigen Wiesen und auf drei Bühnen zu bieten. Mit einer Mischung aus Musikfestival und klassischem Mittelalterfest kann das Event seit je her die verschiedensten Besucher zufrieden stellen – vom hübsch Gewandeten im hochwertig genähter mittelalterlicher Kleidung, über den typischen Rock- und Metalhead mit seinen langen Haaren bis zum Genießer, der sich an der enormen Auswahl an Cider, schottischem Ale oder Rum aus 15 verschiedenen Ländern erfreut.

Am 5. und 6. August 2017 war es nun auch in diesem Jahr wieder soweit und das MPS kam erneut an den großen Fühlinger See in Köln. Auf den drei Bühnen gehörten dann natürlich auch namhafte Bands dazu, denn sogar Chartsgrößen wie Saltatio Mortis, die mit ihrem Album “Zirkus Zeitgeist” erst vor zwei Jahren einen Nummer 1-Hit landeten, kamen kurz nach ihrem Wacken-Auftritt nach Köln und zählen mittlerweile zu den Stammgästen der Festivalreihe. Bei fast keinem einzigen der vielen deutschlandweiten MPS-Termine haben sie bisher gefehlt, sondern heizen die Fans stattdessen sogar gleich mehrmals ein. Nicht selten sind drei oder vier einstündige Auftritte an einem Tag auf der großen MPS-Bühne für die Band selbstverständlich – in diesem Jahr gaben sie sich immerhin zwei Mal die Ehre.

MPS Köln 2017

Doch auch andere berühmte Bands aus der Szene durften natürlich nicht fehlen. Ein etwas seltenerer Gast ist etwa die beliebte Pagan-Folk-Band “Faun” aus Gräfeling bei München, die immerhin mit ihren Alben bereits mehrmals die Top 10 eroberten. Dementsprechend voll wurde es auch bei ihrem Bühnenauftritt, bei dem sich die Fans schnell von den beeindruckenden Stimmen der beiden Sängerinnen überzeugen können. Bei Folk blieb es schließlich auch danach, denn “Fiddler’s Green” drückten musikalisch ordentlich aufs Gaspedal. Mit ihrem genialen Speedfolk-Sound geht es auf der Bühne mitunter etwas flotter ab, als bei den teils melodischen Balladen ihrer Vorband. Zur Freude der Fans orientierten sie ihre Setlist derweil etwas an der aktuellen Devil’s Dozen-Tour und spielten auf der Festivalbühne des MPS ebenso schnelle, mitreißende Songs, wie zuletzt bei ihrem Konzert im Dezember in der Live Music Hall.

MPS Köln 2017

Etwas abseits der großen Bühnen kamen allerdings auch die Freunde der gepflegten Unplugged-Musik auf ihre Kosten. Denn wenn Faun und Fiddler’s Green gerade einmal nicht auf der Bühne standen, begeisterten gleich daneben “Cultus Ferox” die vielen Besucher des MPS Köln und spielten mittelalterliche Musik ganz ohne Mikrofon und Lautsprecher. Stattdessen gehören Live-Dudelsäcke und reichlich Trommeln zum selbstverständlichen Instrumenteaufgebot. Angst vor möglichem Playback-Gesang musste hier also definitiv niemand haben, denn unplugged ist mogeln wohl kaum möglich. Ähnlich spannend ging es allerdings auch zwischen den Saltatio Mortis- und Versengold-Konzerten zu, denn auch neben der MPS-Bühne durfte Unplugged-Sound nicht fehlen. Hier überzeugten nämlich “Weltenkrieger” ebenfalls mit ihren Künsten.

MPS Köln 2017

Neben all der vielen Musik darf natürlich auch das übliche Mittelalterprogramm nicht fehlen. So kamen Freunde des etwas derberen Humors etwa auf ihre Kosten, wenn Bruder Rectus zur Gewandungsprämierung (eine Art Cosplay Contest für Mittelalterkleider) einlud und die drei besten Kostüme und Gewandungen aussuchte, dabei allerdings auch den ein oder anderen Spruch unterhalb der Gürtellinie zu bieten hatte. Und rundherum gab es mittelalterliche kulinarische Spezialitäten, die den Gaumen stets erfreuten: Vom gewöhnlichen Stockbrot oder Baumstriezel, über erstklassige Spätzle und obligatorische Hanffladen, bis hin zum selbstgemachten Honig und klassischem Flammlachs. Hier kam also der Mittelalterfan jeden Geschmacks auf seine Kosten.



28
Jul

Diluvion

Nachdem die Götter eine große Flut auf die Erde schickten und jegliches Festland unter dem Meeresboden verschwinden ließen, wurde ein Großteil der Menschheit endgültig ausgelöscht. Doch die wenigen Überlebenden beweisen ein beachtliches Durchhaltevermögen, seitdem sie sich in kleine Unterwasserstationen zurückgezogen haben, um dort eine neue Zivilisation aufzubauen. Inmitten dieser Welt lebt auch Kapitän Jay Treadwasser, der sich mit seinem kleinen U-Boot im geheimnisvollen Ozean auf den Weg zum endlosen Korridor machen möchte, der den wohl einzigen Ausweg aus dem Dilemma bietet. Dumm nur, dass dieser ausgerechnet in tausend Meter Tiefe liegt und das Boot im jetzigen Zustand kaum in der Lage ist, so tief zu sinken und dem Druck standzuhalten. Bis dahin scheint also ein langer Weg vor sich zu liegen, auf dem er die Gunst der einzelnen Gilden für sich gewinnen muss. Doch in den Tiefen des Ozeans lauern große Gefahren, denn nicht nur Piraten warten auf den erfahrenen Seemann, sondern auch gefährliche Kreaturen…

Kritik:
Bereits im vergangenen Jahr auf der Gamescom vorgestellt, schien „Diluvion“ schon damals eines der innovativsten Indiegames des kommenden Jahres zu werden. Und tatsächlich stellt sich heraus: Das kleine Team aus Kalifornien bereichert den Spielemarkt wirklich mit frischen Ideen und präsentiert uns ein Spielkonzept, das wir so noch nie zuvor gesehen haben.

Diluvion

Auf den Spuren von Jules Verne
Ungewöhnlich genug ist schließlich bereits das Setting dieses Spiels, denn „Diluvion“ ist ein echtes Unterwasser-Rollenspiel. Wir steuern also ein kleines U-Boot durch die Welt und müssen dabei Quests erfüllen, die wir von den Charakteren auf den Unterwasserstationen erhalten. Währenddessen sind Crew und Skills überaus wichtig. Aber vor allem liefern die Entwickler auch noch eine zweite Innovation mit, denn dieses Spiel kombiniert gekonnt einen dreidimensionalen Ozean mit zweidimensionalen Innenansichten. Docken wir an einer Station an, wechseln wir also nahtlos in die 2D-Ansicht und sehen die einzelnen Räumlichkeiten und Figuren ähnlich wie im Mobile Game „Fallout Shelter“. Damit hat ein kleines Indiegame auch mit begrenzten finanziellen Mitteln eine interessante Möglichkeit gefunden, die Questgespräche und Charaktere umzusetzen.

Diluvion

Dunkelheit der Tiefe
Umso besser gefällt dann, dass die Grafikdesigner ihr Handwerk verstehen – und das nicht nur bei den handgezeichneten 2D-Ansichten. Die dreidimensionale Welt des Ozeans kann sich nämlich ebenso hervorragend sehen lassen. Mit realistischer Dunkelheit in den Tiefen des Wassers entfaltet sich nämlich schnell eine geheimnisvolle und mysteriöse Atmosphäre, die dank Open World-Erlebnis in jeder Ecke etwas zu bieten hat. Spieler, die den Ozean also frei erkunden möchten, werden mitunter schnell belohnt. Auch dann, wenn wir hin und wieder auf bösartige Feinde und Kreaturen stoßen, die sich nach unserem Sieg im Kampf prompt ausplündern lassen und wichtige Ressourcen liefern. Das Creature Design bringt uns dann auch mal ins Staunen – sei es bei den fledermausartigen Drohnen, die uns liebendgern einmal angreifen, oder auch bei den eindrucksvollen Bossgegnern, die von einem spinnenartigen U-Boot, bis hin zu riesigen an Leviathan aus der jüdischen Mythologie angelehnten Urzeitfischen reichen können. In der ansonsten düsteren Atmosphäre, bei der wir manchmal nur sehr schwerlich etwas sehen können, fügen sich diese hervorragend ein.

Diluvion

Frust der Niederlage
Gerade die Bossgegner gestalten sich dabei allerdings nicht immer einfach, was vor allem an der anfänglich etwas komplizierten Steuerung liegt. Immerhin müssen wir uns anders als in den meisten Rollenspielen, dreidimensional auf der Karte bewegen und unser U-Boot auch nach oben und unten steuern. Da immer den Überblick zu behalten, ist vor allem in den ersten Stunden nicht immer leicht, zumal der erste Bossgegner bereits nach zwei bis drei Stunden Spielzeit auftaucht. Noch dazu verfügt „Diluvion“ über ausgeklügelte Kampfsysteme, bei denen wir neben der Standardwaffe auch über Torpedos verfügen, gerne einmal flankiert werden und vor allem Winkel der Waffen eine wichtige Rolle spielen. Möchte man die großen Gegner besiegen, ist ein Herausfinden der Schwachstellen also zwingend erforderlich.

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Crew wird zu Freunden
Dabei behilflich ist vor allem unsere Crew – zumindest die vier Hauptcharaktere, die etwa am Ruder, Sonar oder der Waffenstation stehen. Die bekommen nämlich nicht nur feste Namen, sondern bauen auch eine emotionale Bindung zum Spieler auf. Sie sind somit nicht nur namenlose Figuren auf unserem Schiff, die wir managen dürfen. Denn während sie uns vor allem innerhalb der Quests mit wichtigen Ratschlägen zur Seite stehen, reagieren sie auch emotional auf Fehlschläge – etwa dann, wenn ein liebgewonnenes Crewmitglied einmal im Kampf ums Leben kommt. Auch hier macht „Diluvion“ also einiges richtig, da das Spiel somit unser Interesse für die Geschichte und die Charaktere weckt. Zumal viele der Figuren innerhalb der Unterwasserstationen auch eine persönliche Beziehung zu mindestens einem unserer Crewmitglieder hat. Schade ist dann lediglich, dass sich Dialoge manchmal doch etwas häufig wiederholen und das Spiel bei den restlichen Mannschaftsmitgliedern durchaus in Muster verfallen kann.

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Die scheinbar offene Welt
Ebenso schade ist außerdem, dass die offene Welt nur auf den ersten Blick so offen ist, wie sie vorgibt zu sein. Insgesamt bietet „Diluvion“ nämlich drei verschiedene Zonen innerhalb des Ozeans, die wir erst nacheinander betreten können. Erst nach einem Aufrüsten des Schiffs und vorherigem Lösen der dazugehörigen Quests können wir in den nächsten, tiefer gelegenen Sektor vordringen. Und auch bei den Quests selbst ist das Rollenspiel dann gar nicht mehr so offen: In welcher Reihenfolge wir diese zu erledigen haben, ist dann nämlich doch sehr linear vorgegeben. Da können wir dann zwar den Rest der jeweiligen Zone frei erkunden, bei Bedarf ein paar Piraten erledigen oder verlassene Stationen und Kapseln plündern, aber unterm Strich gibt „Diluvion“ doch klar die Richtung vor, in der es hier gehen mag. Bedenkt man den recht kleinen Mitarbeiterstab des Entwicklerteams ist das aber durchaus in Ordnung, denn mit knapp zehn Stunden Spielzeit ist „Diluvion“ auch so umfangreicher ausgefallen, als viele andere Indiespiele.

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Ressourcen an der Angel
Apropos Plündern: Auf die Ressourcen des Spiels sind wir sogar zwingend angewiesen. Denn obwohl die Oberfläche insgesamt einen minimalistischen Eindruck macht, spielen vor allem Altmetall (Munition), Sauerstoff, Nahrungsmittel, Reparaturkits und Torpedos eine wichtige Rolle. Speziell den Sauerstoff müssen wir stets im Auge behalten, da unsere Mannschaft ansonsten in den Tiefen des Ozeans ums Leben kommen kann. Dafür können wir zusätzliche Sauerstoffflaschen nachkaufen, müssen aber an Stationen oder Schiffe mittels Angel andocken, um diese wieder aufzufüllen. Ewig können wir uns also nicht frei durch den Ozean bewegen. Und vor allem Munition und Torpedos sind dann unabdingbar, wenn wir mal wieder in einen Kampf verwickelt werden. Das gelungene Handelssystem mit unterschiedlichen Preisen auf unterschiedlichen Stationen macht das Ressourcenmanagement und Handeln allerdings tatsächlich interessant, zumal “Diluvion” damit auch ein wenig Survival-Charakter entwickelt. Allzu schwer wird es allerdings nicht, denn mit einem knallharten roguelike Abenteuer haben wir es hier nicht zu tun.

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Geduld ist eine Tugend
Generell ist „Diluvion“ dadurch allerdings auch ein Geduldsspiel. Das liegt nicht nur daran, dass wir auf unseren Reisen immer wieder andocken müssen und uns nicht ununterbrochen in den Tiefen des Ozeans bewegen können. Zum anderen steuert sich das Spiel nämlich auch ein wenig langsam. Das ist zwar grundsätzlich noch recht leicht zu erlernen, doch gerade hinsichtlich der Fortbewegungsgeschwindigkeit wirkt „Diluvion“ nicht selten auch etwas träge. Man ist hier und da doch schon einige Minuten unterwegs und selbst wenn die Karte eigentlich nicht sonderlich groß ist, fühlt sie sich doch gänzlich anders an. Erst recht dann, wenn Checkpoints für das automatische Speichern nicht optimal liegen oder sich dummerweise auch noch mitten im Kampf befinden. Das kann schnell frustrierend werden, denn frei speichern können wir in diesem Fall nicht.

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Kein echtes Ballerspiel
Das bedeutet zugleich allerdings auch, dass „Diluvion“ eben kein typisches reines Actionspiel ist und man dementsprechend kein neues Aquanox oder ähnliches erwarten sollte. Die Kämpfe selbst laufen dabei eher taktisch ab und können gar äußert fordernd werden, wenn wir beispielsweise von gleich fünf flinken und kleinen Gegnern gleichzeitig angegriffen werden und dabei passende Ausweichmanöver, perfekt getimete Torpedos und exakte Treffer anwenden müssen. Der Spieler muss dabei nicht selten tote Winkel ausnutzen oder kann Gegner durch passende Distanz mitunter sogar austricksen. Ein gewisses Mitdenken macht „Diluvion“ also insgesamt leichter, zumal wir nicht immer an die Hand genommen werden. Manche Lösungswege lässt das Spiel auch gerne einmal im Dunkeln und uns eine halbe Stunde lang selbst rätseln. So macht es allerdings auch Spaß, denn hier gibt es kein typisches Casual Game, sondern einen Titel für Spieler, die offen für neue Erlebnisse sind.

Fazit:
Das Unterwasser-Rollenspiel entpuppt sich als eines der innovativsten Indie-Games der vergangenen Jahre und punktet mit einer geheimnisvollen und düsteren Tiefseewelt, einem beeindruckenden Creature Design und einer gelungenen Spielmechanik aus Ressourcenmanagement und forderndem Kampfsystem. Da kann man auch die ansonsten simple und überraschend lineare Handlung leicht verschmerzen.

Diluvion Wertung