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The Lost Crown Blackenrock: Geisterjagd in England
Tropico 6: El Presidente klaut den Eifelturm!

16
Sep

DAZN: Das Netflix des Nischensports (Test)

Video-on-Demand ist mittlerweile ein immer wichtigeres Thema vor allem im Film- und Serienbereich. Zahlreiche Serienfans greifen heute nicht mehr zum klassischen Datenträger, sondern streamen ihre Lieblingsserien einfach bequem über das Internet auf den heimischen Fernseher. Der große Durchbruch für Betreiber wie Netflix oder Amazon Video kam vor allem durch überzeugende Eigenproduktionen zustande, wie etwa den erfolgreichen Marvel-Serien. Inzwischen spielt Streaming allerdings nicht mehr nur für Serien eine wichtige Rolle, denn auch im Sport versuchen erste Anbieter damit ihren Durchbruch. Einer davon wäre auch DAZN, der sich bisher vor allem mit Nischensportarten einen Namen gemacht hat und mit Live-Übertragungen verschiedenster Veranstaltungen punkten kann.

Das kann dann für so ziemlich jeden interessant werden, der all jene Sportarten und Spiele sehen möchte, die vom üblichen öffentlich-rechtlichen oder privaten Fernsehen kaum bis gar nicht berücksichtigt werden. Denn während etwa die deutsche Bundesliga auf DAZN eher nicht zu finden ist, kommen hier unter anderem die Fans ausländischer Ligen voll und ganz auf ihre Kosten. Italiener dürfen sich somit beispielsweise über die italienische Seria A freuen, die vollständig live übertragen wird und auch die spanischen und französischen Fußballligen spielen durchaus eine wichtige Rolle beim Programm von DAZN. Deutsche Fans dürfen sich dann ab 2018 sogar immerhin auf die Übertragung der Champions League freuen, für die DAZN ebenfalls die Rechte ergattert hat. Man kann also sagen: Dieser Anbieter ist definitiv auf dem aufsteigenden Ast und wird schon bald sicherlich eine größere Rolle auf dem Video-on-Demand-Markt spielen.

DAZN im Test

Der eigentliche Reiz von DAZN liegt aber nicht unbedingt in der Übertragung von Fußball, sondern vor allem in kleineren Nischensportarten, für die es normalerweise eher ein kleineres Publikum gibt. Etwa die Darts-Turniere der Professional Darts Corporation, die in weit größerem Umfang übertragen werden als etwa auf Sport 1 – darunter selbst die Premier League und die Champions League in Groß-Britannien. Oder aber das Darts World Matchplay, bei dem auch kein einziges Spiel auf DAZN fehlen durfte. Den eingefleischten Fans wird nun allerdings bei so mancher Sportart auffallen, dass die Übertragungen doch deutlich vom deutschen Fernsehen abweichen. Etwa dadurch, dass hin und wieder auch einfach Original-Bild und -Ton der britischen Sender BBC oder Sky Sports UK übertragen wird. Nicht bei allen Übertragungen darf man sich also auf deutsche Kommentatoren verlassen und speziell bei Nischensportarten wie dem Dart fällt das natürlich auf, selbst wenn man hin und wieder eine bekannte Größe wie Elmar Paulke hat engagieren können.

Kann man sich damit anfreunden, hin und wieder mit dem englischen Originalton leben zu müssen oder mag diesen sogar lieber, wird DAZN aber auch für andere Sportarten interessant. Mit der NBA, NFL, NHL und Golf kommen schließlich auch die Fans des amerikanischen Sports auf ihre Kosten. Und selbst Motorsport darf nicht fehlen, wenn etwa die ADAC GT Masters oder die Formel 4 vollständig übertragen wird. Ist dann aber glücklicherweise doch mal eine deutsche Kommentation vorhanden, muss man aber auch hier mit Abstrichen leben: Zwischen den englischen Originalkommentaren und den deutschen Kommentatoren wechseln kann man nämlich nicht. Anders als etwa Netflix bei ihren Serien und Filmen überträgt DAZN also nicht zweisprachig, sondern entweder deutsch oder englisch. Da darf man an dieser Stelle wohl nur hoffen, dass die italienische oder spanische Fußball-Liga nie im entsprechenden Original übertragen wird, da dies andernfalls wohl zahlreiche Zuschauer mangels Sprachkenntnisse ausschließen dürfte. Generell würde sich DAZN sicherlich einen Gefallen damit tun, für den deutschen Markt grundsätzlich für alle Übertragungen auch deutsche Kommentare anzubieten. Das schließlich wird der durchschnittliche deutsche Kunde vermutlich auch erwarten.

DAZN im Test

Wirft man nun einen etwas tieferen Blick in das Angebot und betrachtet auch die technischen Aspekte, sieht es für DAZN mitunter durchaus ein wenig schlechter aus als etwa bei der Serienkonkurrenz Netflix und Amazon Video. Bei unserem Test stellten wir fest, dass DAZN für gleiche HD-Bildqualität um einiges mehr Bandbreite benötigt, um tatsächlich flüssig zu laufen. Reichen für Netflix in HD häufig schon 5 bis 6 Mbit/s im Download aus, sollte man bei DAZN den ein oder anderen Megabit an Bandbreite drauf rechnen, um hier eine störungsfreie Übertragung zu gewährleisten. Problematisch auch, dass der Anbieter mit seinem Codec bisher nicht so gut in der Lage ist, die Qualität eigenständig zu regulieren. Reicht die Bandbreite also einmal nicht aus, kommt es zu Bildhängern oder der Stream muss nachgeladen werden, anstatt sich einfach die Auflösung oder Bitrate verringert. Das allerdings ist vor allem für Liveübertragungen von Sportveranstaltungen ziemlich ungünstig, kommt es hier doch eher auf die Aktualität und eine flüssige Wiedergabe als auf optimale Bildqualität an.

Weitere technische Schwächen stellen wir dann auch noch fest, wenn wir uns die Funktionalität der App einmal anschauen. Obwohl der Stream auf dem Smartphone oder dem Tablet zunächst problemlos läuft, könnte vor allem bei Chromecast-Nutzern und anderen Miracast-Anwendern auch schnell Frust aufkommen. Aus irgendeinem Grund verfügt die Android-App nämlich noch über einige schwerwiegende Bugs, die eine Verbindung zu Chromecast gelegentlich unmöglich macht. Erst nach einem Neustart des Geräts lässt sich der Fehler manches Mal beheben. Auch das deutet aktuell noch nicht auf einen optimalen technischen Zustand hin, obwohl zumindest regelmäßige Updates und Patches den Eindruck machen, der Anbieter arbeite weiterhin an der Fehlerbehebung. Grundsätzlich gilt aber: Zum jetzigen Zeitpunkt funktioniert der Stream doch vor allem im Browser auf dem heimischen Computer am besten – wenngleich man sicherlich über die Autowiedergabe im Hauptmenü streiten kann, wenn man über eine eingeschränkte Bandbreite verfügt.

DAZN im Test

Fazit:
Obwohl technisch noch nicht vollkommen ausgereift und im direkten Vergleich zu Netflix & Co mit einem schlechteren Codec arbeitend, kann sich DAZN vor allem für Fans des Nischensports lohnen. Für die Zukunft sehen wir hier großes Potential und rechnen mit einer starken Bedeutung des Anbieters auf dem deutschen Markt.

Was und wo:
DAZN ist in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Kanada und Japan verfügbar. Die Kosten liegen aktuell bei 9,99 Euro im Monat und das Abo gewährt einen Vollzugang zu allen Live-Übertragungen und Aufzeichnungen früherer Übertragungen. Wie bei den meisten VOD-Anbietern ist der erste Monat kostenlos und kann jederzeit gekündigt werden. Die maximale Auflösung liegt aktuell bei Full HD (1080p) und ist ohne Aufpreis enthalten. Angesehen werden kann DAZN via Browser auf dem heimischen PC, über Mobile App, Smart TV-Apps, Spielekonsolen und Chromecast / FireTV Sticks.



16
Sep

Life is strange: Before the storm

Die junge rebellische Chloe hatte es in ihrem bisherigen Leben wirklich nicht leicht. Erst wird sie von ihrer einst besten Freundin Max im Stich gelassen und dann kommt auch noch ihr Vater bei einem tragischen Verkehrsunfall ums Leben. Seitdem muss sie sich mit ihrem Stiefvater David herumschlagen, den sie überhaupt nicht leiden kann und den sie für den absolut falschen Partner für ihre Mutter hält. Ohne jeglichen gesellschaftlichen Halt und ohne echte freundschaftliche Beziehungen, gerät Chloe schnell auf die schiefe Bahn. Tagsüber schwänzt sie nur allzu gerne die Schule und in der Nacht treibt sie sich regelmäßig auf den wildesten Partys herum – Drogenkonsum inklusive. Ein Glück, dass sie ausgerechnet in dieser schwierigen Zeit doch noch eine neue Freundin auf der Blackwell Academy findet. Doch ob das Glück allzu lange anhalten wird?

Kritik:
Nachdem das mittlerweile stark verbreitete Episodenformat mit eingeschränktem Gameplay einen eher ausgelutschten Eindruck machte, konnte „Life is Strange“ mit seiner Geschichte rund um den Photografie-Nerd Max einst zeigen, dass es auch anders geht: Statt Quicktime-Events, wie etwa bei der Konkurrenz Telltale seit je her üblich, setzte das erste Spiel auf innovative Zeitreisefeatures, anhand derer der Spieler ausprobieren und Fehler revidieren konnte. Das machte nicht nur Spaß, sondern begeisterte vor allem auch Science-Fiction-Fans, die sich häufig als Nerd besonders gut mit der Hauptfigur identifizieren konnten. Der zweite Teil „Before the storm“ spielt nun allerdings vor der Handlung der Vorgängers, erzählt die Geschichte der rebellischen Freundin Chloe und verzichtet vollständig auf das Zeitreisefeature. Dieses Mal sollen wir unsere Entscheidungen also nicht noch einmal ändern können.

Life is strange: Before the storm

Rückkehr nach Arcardia Bay
Trotzdem gelingt es „Before the storm“ problemlos, recht schnell ein Vertrautheitsgefühl zu erzeugen. Immerhin kennen wir einen Großteil des Settings bereits aus dem Vorgänger und haben auch die Charaktere bereits kennengelernt. Die erste Einführung in Chloes Charakter gab es, als Max nach Arcadia Bay zurückkehrte und endlich wieder Kontakt zu ihr aufnahm und wir wissen dann schon recht schnell, wie sie tickt. Doch auch durch die Tatsache, dass Chloe ebenfalls auf die Blackwell Academy geht, sind selbst gleichaltrige Charaktere letztendlich nur alte Bekannte: Hier sehen wir schon in der ersten der drei Episoden die Klassenkameraden wieder, die sich auch charakterlich überhaupt nicht verändert haben. Eine interessante Kleinigkeit bleibt dann aber dennoch: Mit Rachel Amber dreht sich die Story von „Before the storm“ überwiegend vor allem um jene Figur, die im Vorgänger bereits verschollen war. Nur dieses Mal in ihrer lebendigen Form. So bietet sich reichlich erweiterndes Hintergrundwissen und kann durchaus von Vorteil sein, den ersten Teil bereits gespielt zu haben.

Life is strange: Before the storm

Chloe kann auch freundlich
Insgesamt zeigt sich „Before the storm“ auch schnell von einer düstereren und etwas ruppigeren Seite, als noch der Vorgänger in der Rolle von Max. Chloe ist schließlich ein echter Rebell. Eine Außenseiterin und zugleich Draufgängerin. Dass sie bereits in der ersten Szene mit Zigarette auf einem Gleis steht und seelenruhig wartet, bis der Zug angerast kommt und sie womöglich über den Haufen fährt, macht die bedrückende Stimmung sofort unmissverständlich deutlich. Doch genau so muss eine Handlung um Chloe letztendlich auch sein. Und doch hat das auf den ersten Blick ein kleines Problem: Nachdem Spieler doch überwiegend eher Nerd-Tendenzen haben, kann die Identifikation mit Chloe womöglich schwerer fallen, als mit Max. Möchte man schließlich wirklich Drogen nehmen und sich besinnungslos besaufen oder nicht doch lieber den freundlichen Nerd von nebenan spielen? Beruhigung kann aber gegeben werden: In gewissen Grenzen können wir durchaus auch einmal freundlich reagieren und haben oft die freie Wahl, ob wir pampig oder nett auf einen Dialog antworten. Das allerdings nur soweit, dass der eigentliche Charakter von Chloe noch ersichtlich bleibt.

Life is strange: Before the storm

Chloe, der Nerd
Interessant bleibt dabei außerdem, dass Deck Nine nicht vollständig auf die Elemente des ersten Teils verzichtet hat. Denn wer vor allem den nerdigeren Teil des Spiels mag, soll auch in „Before the storm“ gelegentlich auf seine Kosten kommen – etwa, wenn sich herausstellt, dass Chloe liebendgerne Tabletop-Spiele spielt oder gar die Wissenschaft mag, obwohl sie im Unterricht dazu neigt, dramatisch durchzufallen. Nach außen hin überaus tough, im Innern aber eben doch ein wenig der typische Nerd und damit womöglich auch eine interessante Erklärung dafür, wie die Freundschaft zwischen Max und Chloe einst zustande kam. Insgesamt setzt Deck Nine also gekonnt fort, was Dontnod einst angefangen hat: Den Charakteren wurde allesamt reichlich Tiefgründigkeit verliehen und wecken sofort ohne jede Ausnahme das Interesse des Spielers. Geschichten erzählen können die Entwickler also.

Life is strange: Before the storm

Kein vollwertiger Ersatz
Das alles täuscht allerdings nicht darüber hinweg, dass das gelungene Zeitreise-Feature dann eben doch fehlt. In „Before the storm“ dürfen wir uns – ganz typisch für Chloe – stattdessen auf Widerspruchs-Gefechte einlassen und müssen mit Dialogen eine Reaktion unseres Gegenübers provozieren. Das können Widerworte gegen den Stiefvater sein, Beleidigungen gegen irgendwelche Bösewichte oder schlicht draufgängerisches Geschwätz gegenüber Gleichaltrigen. Nur, wenn wir uns schnell genug für die richtigen passenden Antworten entscheiden, fällt die Reaktion am Ende so aus, wie wir uns das wünschen – und dieses Mal können wir nicht die Zeit zurück drehen, um es noch einmal zu versuchen. Hinsichtlich des Gameplays ist das allerdings nicht ganz so aufregend und innovativ, wie die spannenden Science-Fiction-Elemente des Vorgängers, die es uns einst angetan haben. Das macht „Before the storm“ sicherlich noch nicht zu einem schlechten Spiel, vollkommen mithalten kann das Prequel aber auch nicht.

Fazit:
Das Prequel zu „Life is strange“ punktet erneut mit tiefgründigen Charakteren und einer überaus spannenden Handlung, verzichtet aber leider auf das innovative Zeitreisefeature und bleibt damit auf dem Niveau üblicher Episodenspiele.

Life is Strange: Before the Storm Wertung



15
Sep

Train Simulator: Sherman Hill

Die amerikanische Eisenbahn war schon seit je her für ihre kilometerlangen Güterzüge bekannt, statt Passagiere zwischen den großen Städten hin und her zu transportieren. So wurde letztendlich auch die Strecke zwischen Laramie und Cheyenne genutzt, die auf sechzig Meilen über enorme Höhen von bis zu 2500 Metern führt. Viele Menschen leben hier nicht, denn selbst der namensgebende Ort Sherman ist heute nur noch ein Geisterdorf. Auf Bahnhöfe müssen wir in der recht kargen Landschaft also komplett verzichten. Stattdessen beliefern wir die örtlichen Unternehmen und transportieren Fracht zu den Umschlagbahnhöfen. Und die ist mitunter so schwer, dass gleich vier Lokomotiven der Union Pacific Railroad gleichzeitig notwendig sind, um sie über die starken Steigungen zu ziehen. Bei langsamen Geschwindigkeiten stellt „Sherman Hill“ dabei auch eine Herausforderung für die Geduld des Lokführers dar.

Kritik:
Nicht ganz an den üblichen deutschen Vorlieben mag sich die mittlerweile ein wenig in die Jahre gekommene „Sherman Hill“-Route orientieren. Komplexe Gleisanlagen, Passagierverkehr und hohes Verkehrsaufkommen gibt es eigentlich nicht. Dafür aber derartig lange Güterzüge, dass wir das Ende des Zuges in manchen Fällen nicht einmal mehr sehen können. Das kann zugleich auch eine Herausforderung sein, etwa wenn wir den extrem schweren Zug mit teils riesigen Containerwaggons über eine Steigung bringen müssen und dabei richtig zu kämpfen haben, oder etwa wenn wir geschickt die Bremse kontrollieren müssen, um bei Gefälle nicht unkontrolliert davon zu rasen. Und das ist gar nicht so einfach, denn die empfindlich reagierenden Bremsen können bei Gefälle und falscher Bedienung durchaus auch einmal unter einem Totalversagen leiden. Selbst erfahrene Train Simulator-Spieler kommen dabei schnell an ihre Grenzen.

Train Simulator: Sherman Hill

Leere bis zum Horizont
Für Spieler, die vor allem deutsche und britische Strecken gewöhnt sind, mag nicht nur der schwere Frachtverkehr eher ungewöhnlich sein. Auch die Landschaft wirkt im Vergleich zu hiesigen Strecken doch eher eintönig. Viel Abwechslung gibt es entlang der Strecke, auf der wir stets dieselben Wiesen und dasselbe Ödland sehen, tatsächlich nicht. Man muss mitunter schon fünfzehn bis zwanzig Meilen fahren, um die nächste Ortschaft und die nächsten Gebäude zu entdecken. Dazwischen verläuft die Strecke überwiegend gerade, langsam und optisch wenig anspruchsvoll. Tatsächlich muss man an dieser Stelle hinzufügen: Das entspricht wirklich auch der Realität dieser Strecke. Den ein oder anderen Spieler könnte das aber womöglich langweilen, mit häufig gerade einmal 40 mph durch die Landschaft zu tuckern. Andere wiederum sehen in der recht einschläfernden Strecke auch eine Herausforderung, das Durchhaltevermögen unter Beweis zu stellen. In jedem Fall muss man diese Art von Strecke aber unbedingt mögen und sollte vielleicht schon die ein oder andere amerikanische Route gefahren sein, um einen Kauf in Betracht zu ziehen.

Train Simulator: Sherman Hill

Ein Lokführer kommt selten allein
Interessanterweise versuchen die Entwickler allerdings möglichst alles aus dieser Route rauszuholen, was dazu beiträgt, die Eintönigkeit zu kompensieren. Denn während die Strecke selbst wenig Abwechslung bietet, sind vor allem die Szenarien durchaus unterhaltsam gestaltet. Selbst Kommunikation darf dabei nicht fehlen. In vielen der Karriereszenarien sind wir nämlich mit einem zweiten Lokführer unterwegs, der sich während der Fahrt gerne auch einmal mit uns unterhält. Und auch unvorhersehbare Ereignisse sollen nicht lange auf sich warten. In einem der Szenarien bekommen wir es unter anderem mit der Polizei zu tun und verlieren womöglich Fracht bei voller Fahrt. In einem anderen wiederum wartet ein schwerer Gewittersturm darauf, von uns gemeistert zu werden. Zumindest an dieser Stelle wird also genügend Abwechslung geboten – jedenfalls in den Hauptszenarien.

Train Simulator: Sherman Hill

Durch den Sturm
Eine Sache gestaltet sich bei „Sherman Hill“ darüber hinaus besonders positiv: Die Entwickler legen nämlich hohen Wert auf maximalen Realismus. Das fällt nicht nur bei der kargen Landschaft auf, sondern auch bei den überaus launischen und wechselhaften Wetterverhältnissen in den hohen Lagen. So kann das Wetter innerhalb von Minuten von strahlend blauem Himmel zu einem Gewittersturm mit Starkregen umschlagen. Und auch das entspricht durchaus auch den realen Bedingungen dieser Strecke. Die Wettereffekte des Addons sind dabei so gut gelungen, dass wir bei Starkregen mitunter kaum mehr aus dem Fenster schauen können und der düster-graue Himmel eine gelungene Atmosphäre entfaltet – während leichter Regen wiederum weniger Probleme verursacht. Hier prasselt also nicht nur der „Standardregen“ des Train Simulators auf die Frontscheibe.

Train Simulator: Sherman Hill

Matsch aus der Vergangenheit
Schade ist angesichts dieser gelungenen Wettereffekte allerdings, dass die Route allgemein dann doch ein wenig veraltet in Erscheinung tritt. An vielen Stellen entlang der Strecke fallen uns vor allem recht matschige Bodentexturen auf, die wahrlich nicht mehr dem entsprechen, was wir von aktuelleren Routen gewohnt sind. Und auch das Rollmaterial selbst macht hier und da einen etwas undetaillierten Eindruck. Das macht sich natürlich auch daran bemerkbar, dass wir einige Gegenstände und Knöpfe in den Führerhäusern weniger bedienen können, als inzwischen üblich. Trost kommt aber sicherlich dadurch, dass „Sherman Hill“ mehr als genügend Erweiterungsmöglichkeiten zu bieten hat und der Spieler reichlich weitere Lokomotiven und Szenarien dazu kaufen kann. Darunter auch diverse wirklich interessante Fahrzeuge.

Train Simulator: Sherman Hill

Gasturbinenlok
Käufer der 2016er Vollversion des Train Simulators erhalten etwa die berühmte riesige Gasturbinenlok der Union Pacific dazu, die mit gleich zwei Motoren daher kommt und einige Besonderheiten zu bieten hat. Einerseits den klassischen Dieselmotor für das Rangieren auf Güterbahnhöfen und andererseits die leistungsstarke Gasturbine, die der Spieler zunächst manuell hochfahren muss, ehe er diese bedienen kann. Die Steuerung eben dieser Lok gestaltet sich im Vergleich zu anderem Rollmaterial somit sichtlich außergewöhnlich und kann richtig Spaß machen. Zumal auch die Animationen schnell punkten können, denn selbst die Vibrationen der Lok sind auf dem Bildschirm leicht erkennbar. Schade ist dann lediglich, dass die Szenarien selbst hierbei nicht ganz so abwechslungsreich gestaltet wurden, wie etwa beim mitgelieferten Rollmaterial.

Train Simulator: Sherman Hill

Umfangreiches Rollmaterial
Aber auch ohne solche Zusatzmaterial enthält die Strecke selbst schon mehr als genügend Lokomotiven. Mit der SD70M, der SD40-2, der ES44C und der SW10 sind dementsprechend bereits standardmäßig vier verschiedene Lokomotivtypen enthalten, die sich auch grundsätzlich anders steuern und ein anderes Brems- und Beschleunigungsverhalten an den Tag legen. Die Schwierigkeit des Transports von schwerer Fracht ist dabei direkt abhängig von Kraft und Bremsverhalten der Lok und realistisch spürbar. So macht zumindest das Fahren selbst bereits recht viel Spaß. Und auch innerhalb eines Szenarios kann der Spieler durchaus auf abwechslungsreichen KI-Verkehr treffen, der keineswegs stets dieselben Lokomotiven an seiner Front hat. Insgesamt überschneidet sich das Rollmaterial dabei sogar mit „Train Sim World: CSX Heavy Haul“ – mit dem Unterschied, dass die Lokomotiven hier alle mit der berühmten Union Pacific-Lackierung aufwarten können.

Train Simulator: Sherman Hill

Weniger Funktionen
Jetzt bleibt natürlich für den Spieler die entscheidende Frage, ob er sich tatsächlich die „Sherman Hill“-Route zulegen soll, oder stattdessen gleich zu „Train Sim World“ greifen sollte. Eines muss man an dieser Stelle natürlich klar sagen: Auf Grund des Alters des Train Simulators sind die Funktionen der Lokomotiven im Vergleich zu TSW natürlich wesentlich eingeschränkt. So lässt sich etwa der Bordcomputer der ES44C nicht wie in Train Sim World bedienen, sondern wird lediglich als abgeschalteter Bildschirm dargestellt. In TSW hingegen lässt sich darüber auch der Rangier-Tempomat steuern, um leichter den Zug beladen zu können. Und auch aussteigen und etwa den Motorraum öffnen, können wir bei „Sherman Hill“ natürlich nicht. Dafür eignet sich die Strecke aber trotzdem vor allem für echte Union Pacific-Fans und all jene, deren Rechner nicht leistungsstark genug für das neuere Spiel sind.

Train Simulator: Sherman Hill

Die größte Dampflok
Übrigens: Interessant kann „Sherman Hill“ auch für echte Dampflok-Fans werden, denn diese Route lässt sich auch durch die enorm große und legendäre „Big Boy“ von Union Pacific erweitern. Und damit erhält man die wohl größte Dampflokomotive, die jemals gebaut wurde. Natürlich muss allerdings auch diese Lokomotive zusätzlich erworben werden, doch wie wir eingangs schon erwähnten: Erweiterungsmöglichkeiten gibt es – gegen entsprechendes Geld – bei diesem Addon mehr als genügend. Ganz zu schweigen von einem zusätzlichen Szenariopaket, das für zehn Euro ebenfalls die Strecke noch einmal um diverse spannende Aufgaben erweitert. Auch ohne dieses Paket darf man sich aber bereits auf eine hohe Spielzeit von deutlich über zehn Stunden freuen.

Train Simulator: Sherman Hill

Lange Fahrten
Das liegt vor allem daran, dass die einzelnen Szenarien mitunter recht lang sind. Für die ein oder andere Aufgabe ist man dann durchaus einmal 90 bis 120 Minuten unterwegs – natürlich auch der relativ langsamen Geschwindigkeit geschuldet. Bei sechs Szenarien an der Zahl (die Gasturbinenlok noch nicht mitgerechnet), kommt da durchaus eine gute Zeit zusammen. Und wenn man Pech hat, darf man so manche Aufgabe sogar erneut erledigen, weil man an einem Punkt gescheitert ist. Ganz einfach gestalten sich die Karriereszenarien nämlich nicht und ein erreichen einer hohen Punktzahl kann ebenfalls schnell eine echte Herausforderung werden. Wer also den Extrem-Güterverkehr liebt und genau in diesem Bereich einige spannende Aufgaben sucht, liegt mit „Sherman Hill“ absolut richtig.

Fazit:
Die mittlerweile etwas in die Jahre gekommene „Sherman Hill“-Route punktet mit schwierigen Frachaufgaben, großer Erweiterbarkeit und durchaus abwechslungsreichen Szenarien. Dafür muss man sich allerdings mit nicht mehr zeitgemäßen Texturen zufrieden geben und auf Passagieraufgaben vollständig verzichten.

Train Simulator: Sherman Hill



25
Aug

Pizza Connection 3: Mafia der Moderne

2017 scheint tatsächlich das Jahr der Neuauflagen zu sein, schaut man sich einmal die verschiedenen Neuankündigungen der diesjährigen Gamescom an. Immerhin ist auch der letzte Teil der “Pizza Connection”-Reihe mittlerweile sage und schreibe 16 Jahre her. Und nun kommen die Entwickler von Assemble Entertainment und beglücken die Fans der beliebten Wirtschaftssimulation mit einem dritten Teil des deutschen Spiele-Hits, in dem Spieler ihre eigenen Pizzen designen konnten und mittels Mafiamethoden gegen die Konkurrenz vorgehen konnten. Und diese Gelegenheit hat man dann auch gleich genutzt, um die Vorgehensweise des eigenen Imperiums ein wenig an die modernen Zeiten anzupassen.

Pizza Connection 3

Das Spielprinzip ist – wie wir auf der Gamescom sehen konnten – auch heute noch ziemlich dasselbe. In erster Linie geht es darum, unsere eigene Pizzarestaurantkette aufzubauen, eigene Pizzen zu kreieren und damit möglichst viel Geld zu verdienen. Und wie man das von einer guten Wirtschaftssimulation erwartet, nutzen die Entwickler natürlich jede Möglichkeit aus, um den Alltag und das Leben der virtuellen Bevölkerung so detailliert wie möglich zu simulieren. Ob Schüler oder Tourist, ob alt oder jung, ob arm oder reich – jede Bevölkerungsschicht in diesem Spiel hat nicht nur einen völlig individuellen Tagesablauf, sondern auch gänzlich verschiedene Vorlieben und Ansprüche, was ihre Essgewohnheiten betrifft. Und genau da gilt es, mit eigenen Strategien anzusetzen und diese Vorliebe für den eigenen Profit zu nutzen.

In einer bereits spielbaren Version zeigte uns Assemble Entertainment gleich mehrere Städte, in denen “Pizza Connection 3″ unter anderem spielen wird. Jede einzelne davon orientiert sich an eher westlichen Regionen und reicht von Südeuropa bis nach Amerika. Ob Rom, Berlin, London oder gleich mitten in den USA – die Voraussetzungen für den Spielerfolg sind grundsätzlich verschieden. Ungewöhnlich ist allerdings, dass man eine Kampagne doch eher kleingehalten hat und diese eher als eine Form des mehrstündigen Tutorials betrachtet. Das eigentliche Spiel soll dann aber tatsächlich im Endlosmodus stattfinden, wo sich der Spieler dann nach Belieben austoben kann.

Dabei wird er es allerdings auch mit der Konkurrenz zu tun bekommen, die es nicht nur mit wirtschaftlichen Methoden auszustechen gilt. Wie auch bereits in den damaligen Vorgängern darf der Spieler hier und da sogar Mafiamethoden anwenden und der Konkurrenz mit unlauteren Mitteln die Kunden abjagen. Dabei setzt man allerdings auf etwas weichere Methoden als damals und möchte die Vorgehensweise ein wenig modernisieren: Statt Schlägertruppen loszuschicken oder Schutzgeld zu erpressen, dienen heute Schmutzkampagnen und Rufschädigungen zu den beliebtesten Methoden. Realistisch angepasst an die heutigen Möglichkeiten der Onlinemedien. “So, wie die Mafia vermutlich heute vorgehen würde”, wie Philipp Keydel, der Producer von Assemble Entertainment in einem Interview verriet.

Pizza Connection 3

Trotz des Konkurrenzkampfes verzichten die Entwickler allerdings vollständig auf einen Multiplayermodus, was insbesondere auch an den Möglichkeiten liegt, die Spielgeschwindigkeit variabel anzupassen. Tatsächlich wäre man wohl in einem Multiplayer lediglich in der Lage gewesen, in der niedrigsten Spielgeschwindigkeit zu spielen und hätte damit vermutlich den ein oder anderen Spieler gelangweilt oder frustriert. Dafür hat man dann allerdings einige interessante Widerspielmöglichkeiten eingebaut, in dem man unter anderem auch auf ein Forschungsmenü setzt, bei dem man die Technologien für sein eigenes Unternehmen auf verschiedene Arten voranbringen kann – und so womöglich einen Anreiz hat, einen weiteren Versuch auf anderem Wege zu starten.

Bereits in der gezeigten Entwicklerversion auf der Gamescom sah “Pizza Connection 3″ nach einem gut und stabil laufenden Spiel aus, das mit hoher Wahrscheinlichkeit bis zum Release in einem hervorragenden Zustand fertig werden dürfte. Somit dürfen sich Fans des Klassikers also auf einen potentiell gelungenen Release im Anfang 2018 freuen.



25
Aug

We. The Revolution: Richter auf den Spuren von Orwell

Einmal im Leben in die Rolle eines Richters schlüpfen und über Leben und Tod entscheiden, würde wohl so mancher gerne einmal. In “We. The Revolution”, dem neuesten Spiel aus dem Hause Klabater ist das tatsächlich möglich. Und zwar während der französischen Revolution, in der Macht und Intrigen eine große Rolle spielen. In der bereits anspielbaren Version auf der Gamescom stellte man dann auch schnell fest: In diesem Spiel geht es gar nicht so sehr um Action. Kampfszenen aus der Revolution finden wir eher weniger. Stattdessen handelt es sich um einen Richter mit dem ein oder anderen Problem, in dessen Rolle wir uns an das Pult des Gerichtssaals setzen und Urteile fällen. Im Mittelpunkt des Spiels stehen also vor allem Entscheidungen, die auch über unsere eigene Zukunft entscheiden können – je nachdem, wem wir mit unseren Urteilen missfallen oder wie wir die politische Situation zu unserem Gunsten verwenden können.

We. The Revolution

Ein Großteil des Spiels verbringen wir also auf einem Gerichtsbildschirm, bei dem wir wichtige Unterlagen direkt vor uns sehen. Ein Gesetzesbuch links, die Akte des Angeklagten in der Mitte, rechts dann die eigenen Notizen und das Formblatt für das spätere Urteil. Anhand der Akten müssen wir dann wichtige Fakten miteinander verbinden und daraufhin unseren Angeklagten befragen. Doch wir haben nur mehrere Versuche: Mehrfach die falschen Fakten verbunden und die Befragungsmöglichkeit verschwindet im Nichts, weil wir nie auf die passende Frage stoßen. Die Fakten jedoch richtig verbunden und wir finden mehr und mehr Details heraus, die sich auch auf die Meinung der Geschworenen auswirken. Am Ende gilt es, ein Urteil zu sprechen – etwa Freispruch, Gefängnis oder ein Todesurteil. Doch was passiert, wenn wir entgegen der Meinung der Geschworenen entscheiden? Oder etwa mächtige Personen verärgern? Und können wir die Geschworenen womöglich sogar beeinflussen?

“We. The Revolution” hat also ein wirklich innovatives Spielkonzept um politische Machtspielchen und das geschickte Ausspielen von Meinungen und Intrigen – und das, obwohl wir uns fast nur durch Menüs und Dialoge hangeln. Mit einer Ausnahme: Abseits des Gerichtsalltags erleben wir tatsächlich auch eine Story. Etwa, wenn wir als Richter einmal zuhause sind und auf die eigene Familie treffen. Und auch die Geschehnisse in der Stadt werden durch unsere Urteile beeinflusst. Den ein oder anderen Aufstand gibt es vielleicht nur deshalb, weil wir ein unliebsames Urteil gesprochen haben, das bei der Bevölkerung so ganz und gar nicht ankommt. Noch dazu die Problematik, dass wir womöglich auch die Akten einmal falsch deuten oder schlicht die falschen Schlussfolgerungen ziehen. Und überhaupt: Wie sollte man wohl als moderner Mensch, der in der heutigen Gesellschaft aufgewachsen ist, mit gutem Gewissen ein Todesurteil sprechen können. Gerade hier stellt uns “We. The Revolution” auf eine interessante Probe, die potentiell sogar einen Widerspielwert bieten könnte, weil wir vielleicht beim einen Versuch unserem Gewissen folgen und bei einem anderen vielleicht die Meinung der Geschworenen beachten.

We. The Revolution

Übrigens: Passend zu diesem interessanten politischen Thema, liefert “We. The Revolution” auch gleich den passenden Grafikstil mit. Denn die Personen sind im typischen Polygon-Look gehalten, den wir vor einiger Zeit auch schon im innovativen Spiel “Orwell” zu sehen bekamen. Damit entfaltet auch dieses Spiel recht schnell seinen ganz eigenen Charme und wir bekommen den Eindruck, einen interessanten “Thriller” geboten zu bekommen, der mit einfachen Mitteln doch reichlich Spielspaß bieten könnte.



25
Aug

Rising World: “Mehr Indie geht nicht”

Bereits seit drei Jahren befindet sich das Survival-Game “Rising World” im Early Access auf Steam und trotzdem dürfte ein finaler Release noch immer ein wenig dauern. Bei dem ein oder anderen Spieler mag das sicherlich etwas Unmut auslösen, dass die Entwicklung mitunter doch sehr schleppend voran geht. Auf der Gamescom allerdings waren auch die Entwickler von JIW-Games vertreten und zeigen: Auch an diesem Spiel wird weiterhin gearbeitet. Im Interview mit einem der Entwickler erfuhren wird, welche Inhalte in den nächsten Monaten noch geplant sind und warum die Entwicklung eines solchen Spiels manchmal ein wenig länger dauert.

Rising World

Die Besonderheit von “Rising World” liegt nämlich tatsächlich darin, dass die Objekte innerhalb der Spielwelt allesamt keine festen Objekte sind. Stattdessen handelt es sich um veränderbare und zerstörbare Gegenstände, bei denen jeder einzelne Holzbalken bei Bedarf auseinander genommen werden kann. Ob Holzbretter an einem Fachwerkhaus, der Rahmen eines Fasses oder gar der Boden der abwechslungsreichen Landschaft: Einmal mit einer Spitzhacke oder einem anderen Objekt darauf eingeschlagen, lässt sich alles verändern und verwerten. Das macht allerdings auch das Objektdesign des Spiels einerseits so aufwändig, weshalb die Entwicklungszeit mitunter etwas länger dauert. Andererseits bietet sich der Vorteil einer vollständig variablen Welt, in der selbst Tunnelsysteme eigens ausgestattet werden können. Eine Art Minecraft für Survival Games also.

Rising World

Interessant ist außerdem, dass es sich bei dem deutschen Entwicklerstudio aus Meschede tatsächlich um ein Indiestudio handelt. Gerade einmal drei Entwickler sind an der Produktion dieses Spiels beteiligt. “Mehr Indie geht nicht”, wie einer der Entwickler bei einer Präsentation auf der Gamescom erwähnte. Und diese drei Entwickler haben noch reichlich Arbeit vor sich, denn die Liste der geplanten Features auf der Webseite ist lang. Eines davon wurde bereits umgesetzt, denn Tiere sind in der aktuellen Entwicklerversion bereits enthalten und nutzbar. NPC-Charaktere, mit denen der Spieler interagieren kann, sollen dann als nächstes Folgen. Ebenso die Darstellung einer Hand, damit getragene Objekte nicht mehr frei in der Luft schweben und “Rising World” optisch ein wenig hübscher wird. Spätestens nach einem Blick in den Entwicklungsstatus ist immerhin zu erwarten, dass dieses Survival Game irgendwann einmal tatsächlich aus dem Early Access-Status entlassen werden kann. Doch bei solch kleinen Teams gilt wohl: Gut Ding, will Weile haben.



25
Aug

Dual Universe: Minecraft trifft auf Star Citizen

Science-Fiction-Spiele erfreuen sich offenbar immer noch sehr großer Beliebtheit. So mancher steht schon fast in den Startlöchern, andere hingegen lassen ewig auf sich warten. Und selbst bei großen Titeln wie “Star Citizen” sind Fans noch immer unsicher, ob das Spiel wohl jemals im fertigen Zustand erscheinen wird. Nicht ganz so lange soll es allerdings bei “Dual Universe” dauern, einem neuen Sci-Fi-Titel aus dem in Frankreich angesiedelten Hause Novaquark. Nachdem die Entwickler erfolgreich in der Lage waren, eine halbe Million Euro via Crowdfunding zu erwirtschaften, ist die Entwicklung mittlerweile im vollen Gange und eine erste spielbare Alpha-Version liegt bereits vor. Und da haben wir recht schnell festgestellt, dass “Dual Universe” doch ein wenig anders ist, als die meisten Science-Fiction-Spiele.

Dual Universe

Auf den ersten Blick ein wenig an Eve Online angelehnt, erwartet den Spieler hier nämlich ein komplett auf Multiplayer ausgelegtes Weltraumabenteuer. Und dabei möchte man auf eine Storykampagne mit Missionen komplett verzichten und stattdessen auf besonders intensive und innovative Interaktionsmöglichkeiten zwischen den Spielern setzen. Denn hier soll letztendlich alles von den Spielern bestimmt und beeinflusst werden – bis hin zum Handelssystem. Das funktioniert deshalb, weil man zugleich auf ein klassisches Minecraft-Konzept setzt und mittels Voxelgrafik ermöglichen möchte, den Spieler wirklich alles per Hand bauen zu lassen. Raumschiffe, Raumstationen, Objekte und vieles mehr – alles kann frei per Hand designt werden. Und wer dazu nicht in der Lage ist, soll entsprechende Schiffe im spielinternen Markt einkaufen können, sodass begabte Spieler mit eben diesen selbst erschaffenen Objekten handeln können.

Ob und wie gut das allerdings funktioniert ist zunächst fragwürdig, denn bisher kann niemand so richtig ausschließen, dass die Spieler einfach völligen Unsinn bauen und sich am Ende kaum eine stimmige Sci-Fi-Welt ergeben kann. Und was passiert, wenn nicht genügend Spieler aktiv sind, steht auch noch völlig in den Sternen. Dafür allerdings sahen die ersten spielbaren Szenen überaus ansprechend aus, da vor allem die Raumschiffgestaltung trotz des speziellen Grafikstils sehr vielversprechend aussah und sich die Physik bereits sehr gut anfühlte. Ein weiteres Konzept liegt außerdem darin, dass es Quests eben sehr wohl geben soll – nur eben nicht in Form einer Storykampagne. Auch diese sollen von den Spielern selbst erstellt werden können, sodass Spieler etwa Transporte, Angriffe und ähnliches in Auftrag geben können. Der Spieler soll also – vergleichbar mit Eve Online – seine eigene Geschichte erzählen. Dass das durchaus funktionieren kann, haben wir bei den epischen Schlachten in Eve Online ja durchaus mitbekommen.

Dual Universe

Bis es allerdings soweit ist, liegt noch ein langer Weg vor den Entwicklern, sodass der Releasetermin sicherlich noch ein paar Jahre in der Zukunft liegen könnte. Immerhin scheint man sich bei Novaquark allerdings über die eigenen Möglichkeiten bewusst zu sein und verzichtet darauf, übertriebene Versprechungen zu machen. Anders, als etwa “Star Citizen” wirbt man also nicht mit einem nahezu unendlich großen Universum, sondern möchte mit wenigen hundert Sonnensystemen einen Rahmen bieten, der für das Team realistisch umsetzbar ist, erzählte uns Founder Jean-Christophe Baillie am Mittwoch auf der Gamescom. Science-Fiction-Fans sollten “Dual Universe” also unbedingt im Auge behalten.



25
Aug

Gwent Thronebreaker: Das Kartenspiel bekommt einen Singleplayer

Es gibt kaum ein Kartenspiel, das in der Gamerszene einen höheren Bekanntheitsgrad genießt, als dieses: Bereits in einem der beliebtesten und besten Rollenspiele der vergangenen Jahre, “The Witcher 3″, kamen die Spieler in den Genuss von Gwent. Ursprünglich als Minispiel verpackt, konnte man dort gegen diverse KI-Gegner antreten, um besondere Karten zu sammeln und sein Set letztendlich zu erweitern. Bei vielen Fans war dieses Minispiel derartig beliebt, dass sich CD Projekt Red dazu entschlossen hat, eine Standalone-Umsetzung zu realisieren und die Spieler auch online im Multiplayer-Modus gegeneinander antreten zu lassen. Bereits seit Monaten hat man deshalb nun bereits die Möglichkeit, das Free 2 Play-Spiel in der offenen Beta-Version zu spielen.

Gwent: Thronebreaker

Auf der Gamescom zeigten die Entwickler nun allerdings auch erstmals einen komplett neuen Spielmodus. Mit “Gwent Thronebreaker” wird zum Release der finalen Version nun auch endlich eine Singleplayer-Kampagne geboten, bei der Spieler gegen vorgegebene Gegner mit ebenso vorgegebenen Sets antreten müssen und besondere Taktiken anwenden müssen, um ihren Gegenspieler besiegen zu können. Ähnlich wie bei zahlreichen Mobile Games bewegen wir unsere Spielfigur daher auf einer isometrischen Karte und können von dort aus dann auch die einzelnen Matches starten. Dort bieten sich nämlich reichlich Interaktionen und Dialoge, in denen wir verschiedene Antwortmöglichkeiten geben können und so letztendlich ein Gwent-Match starten. Bereits jetzt sind die Dialoge englisch vertont, im finalen Release sollen die Figuren dann auch mit deutscher Sprachausgabe daher kommen.

Gwent: Thronebreaker

Insgesamt hat man im Singleplayer-Modus allerdings auch ein paar Besonderheiten eingebaut und darf nicht nur von einem Match zum nächsten Laufen. Unterwegs finden sich – ähnlich wie in klassischen Rollenspielen – nämlich auch Schatztruhen, in denen wir unter anderem neue Karten für unser Set finden. Insofern kombiniert CD Projekt Red also Kartenspiel mit klassischem RPG und verpasst der Witcher-Welt somit auch noch einen neuen isometrischen Look. Schade ist dabei allerdings, dass wir auf der Gamescom bisher keinerlei Szenen mit Geralt gesehen haben und es auch völlig unklar ist, ob wir den Hexer je zu Gesicht bekommen. Ebenso unklar ist bisher noch das Finanzierungsmodell, denn der Publisher hat bisher keinerlei Informationen zum Preis nennen können und wollte auch noch nicht verraten, ob der Singleplayer-Modus im Free 2 Play-Modell enthalten sein wird. Ganz zu schweigen von der Frage danach, ob es sich um ein Pay 2 Win-Modell handeln wird. Immerhin ist eine Spielzeit von mindestens 10 Stunden aber bereits jetzt angepeilt.



25
Aug

The Lost Crown Blackenrock: Geisterjagd in England

Bereits im Jahre 2008 erschien ein ganz besonderes Spiel, in dem die Spieler auf die Jagd nach mysteriösen Geistern gingen. Obwohl keine besonders hohe Popularität erreicht, konnte das innovative Adventure immerhin eine kleine Fanbase aufbauen. Für die Entwickler von Darkling Room, die viele Jahre daran gearbeitet haben und auch für den ersten Teil verantwortlich waren, ist das aber bereits Grund genug, trotzdem eine Fortsetzung zu machen. Mit “The Lost Crown: Blackenrock” geht es also nun erneut auf die britische Insel, wo wir im Südwesten Englands an der Küste nach gruseligen Geistern und mysteriösen Phänomenen suchen. Und dabei hat sich seit dem ersten Teil doch so manches getan.

The Lost Crown: Blackenrock

Eigentlich handelt es sich bei dem Spiel nämlich um ein klassisches Point & Click-Adventure, bei dem wir Rätsel lösen, Objekte zusammensetzen und interessante Gegenstände suchen. Nun allerdings setzen die Entwickler erstmals auf eine komplett offene Welt, in der sich der Spieler frei bewegen kann und auch seine Quests in beliebiger Reihenfolge absolvieren darf. Einen linearen, fest vorgegebenen Spielablauf wird es also nicht mehr geben, was den zweiten Teil besonders interessant macht und in der Gamescom-Präsentation schnell unser Interesse wecken konnte.

Interessant ist dabei auch die Tatsache, dass der gesamte Spielort auf einer realen Küstenstadt basiert, die man möglichst originalgetreu wiedergegeben hat. Auf echten Fotografien hatten wir die Gelegenheit, die Ingame-Szenen zu vergleichen und stellen beeindruckend fest, wie detailgetreu selbst Gebäude und Straßenobjekte nachgestaltet wurde. Tatsächlich befand sich jede Ecke und jede Kante an der richtigen Stelle und wir hatten Ingame in der Tat den Eindruck, uns durch den realen Ort zu bewegen, den wir auch auf den Bildern bereits bewundern konnten. Dabei allerdings wird auch eine etwas verträumte und surreale Atmosphäre erzeugt, die das Original auf Grund seiner geringen Einwohnerzahl ebenfalls bereits hergibt.

Doch auch beim Grafikstil haben sich die Entwickler definitiv etwas gedacht, um die Atmosphäre noch weiter auf die Spitze zu treiben. Darkling Room setzt bei ihrem neuesten Spiel schließlich auf einen umfangreichen Schwarz-Weiß-Look, in dem vor allem Geister besonders eindrucksvoll in Erscheinung treten. Lediglich einige Beleuchtungseffekte und Bildschirme sind dabei farbig gehalten, um einen besonderen Kontrast zu erzeugen. Gut einfügen kann sich dann auch die in monochromen Farben, aber dennoch modern gehaltene Landkarte, die uns einen gelungenen Einblick in die gesamte Spielgröße ermöglichte.

The Lost Crown: Blackenrock

Übrigens ist nicht nur die offene Welt ein neues Feature, das sich die Entwickler ausgedacht haben. Stattdessen haben sie auch spannende Rätsel und Spielelemente integriert, die wirklich innovativ sind und so noch in keinem anderen Spiel zu sehen waren. Das Fernsehprogramm in unserem virtuellen Appartment spielt beispielsweise eine wichtige Rolle bei der Lösung unserer Aufgaben, wenn ein komplettes 24-Stunden-Programm (Spielzeit, nicht Echtzeit) simuliert wird und uns wichtige Hinweise gibt. Sind wir damit aber einmal nicht beschäftigt, unterhalten uns vor allem die zahlreichen technischen Gimmicks für die Geisterjagd.

Fans von Point & Click-Adventures dürfen sich hier allerdings auch etwas gefasst machen: Die Entwickler sprachen im Interview von einer Gesamtspielzeit von mehr als 50 Stunden. Damit dürfte man dann also ein wenig länger beschäftigt sein und die kalten Winterabende sind gesichert. Da das Spiel bereits in der spielbaren Beta-Version vorliegt und ein Release noch für diesen Herbst geplant ist, dürfte dem aber auch nichts im Wege stehen.



25
Aug

Tropico 6: El Presidente klaut den Eifelturm!

In schwierigen politischen Zeiten braucht es einen starken Führer. Das weiß auch El Presidente, der Diktator der Insel Tropico. Mit seinen visionären Ideen kümmert er sich liebevoll um sein Land und wird sein bestes Geben, die Bevölkerung bei Laune zu halten und all ihre Bedürfnisse zu erfüllen. Und wenn dafür einmal ein eigenes Wahrzeichen nötig ist, soll es schließlich auch das sein. Oder anders gesagt: So albern das auf den ersten Blick auch erscheinen mag, können wir als Diktator im neuesten “Tropico”-Ableger auch Sehenswürdigkeiten wie etwa den Eifelturm stehlen, die dann mit Hubschraubern auf unsere Insel gebracht werden. Das allerdings mindert eher die Glaubwürdigkeit. Die tatsächlich interessanten Aspekte liegen dann an anderer Stelle.

Tropico 6

Denn während wir auf den ersten Blick wieder ein klassisches Tropico-Spiel geboten bekommen, bei dem wir eine Insel aufbauen und verwalten müssen, hat sich der Entwickler auch einige innovative Neuheiten ausgedacht und begit sich erstmals auf die Spuren der “Anno”-Reihe. In “Tropico 6″ dürfen wir uns dieses Mal nämlich um eine ganze Inselgruppe kümmern, Handel zwischen eben diesen treiben und müssen mehr als nur ein einziges Land im Auge behalten. Das steigert sowohl die Herausforderung für den Spieler, als auch die interessanten Möglichkeiten, seine Insel nach den eigenen Vorstellungen zu gestalten.

Ebenso steigt “Tropico 6″ nun auch erstmals so richtig ins Genre der Wirtschaftssimulation und bietet dem Spieler die Möglichkeit, eine eigene Verkehrsinfrastruktur aufzubauen. Seien es Taxen, Busse oder Seilbahnen – wenn es darum geht, den Bürger unserer geliebten Insel von A nach B zu transportieren, bieten sich mittlerweile reichlich Möglichkeiten. Dass eine solche Kombination gut funktionieren kann, haben wir ja bereits in anderen Genrevertretern gesehen und auch “Tropico 6″ macht diesbezüglich bereits einen hervorragenden Eindruck.

Tropico 6

Dass es nun übrigens gewisse Ähnlichkeiten zur “Anno”-Reihe geben mag, dürfte bei genauerem Hinsehen nicht weiter verwundern: Mit der Entwicklung ist nämlich das Studio Limbic Entertainment aus Langen beschäft. Und deren Mitarbeiter waren vor der Gründung ihres Studios bei Sunflowers, die einst die legendären Aufbaustrategiespiele “Anno 1602″ und “Anno 1503″ entwickelt haben. Erfahrung bei der Umsetzung von Aufbaustrategie auf mehreren Inselgruppen haben die Beteiligten also mehr als genüge – und auch aus diesem Grund betrachten wir den Release im kommenden Jahr mit hoher Zuversicht. Zumal auf der Gamescom bereits jetzt eine spielbare Version zur Verfügung stand und einen recht gelungenen Eindruck hinterließ. Fans der “Tropico”-Reihe dürfen sich also auf ein potentiell herausragendes Spiel freuen.