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25
Jun

Train Simulator: SBB Route 1

Die Schweiz kann doch so schön sein: Entlang des Zürichsees erwartet die Touristen eine idyllische Landschaft im Grünen, im Hintergrund offenbart sich ein schöner Blick auf die hohen Berge und selbst alte Königshäuser sind noch heute zu bewundern. Dass es daneben aber auch eine florierende Wirtschaft gibt, wissen vermutlich nur ganz wenige Menschen. Zu dieser Wirtschaft gehört allerdings auch eine der wichtigsten schweizerischen Bahnstrecken, auf der zahlreiche Fernverkehrszüge aus Zürich kommend verkehren und wichtige Orte miteinander verbinden. Selbst der österreichische Railjet kann hier angetroffen werden, während er sich die Küste des Zürichsees entlang schlängelt. Lokführer haben dabei die Gelegenheit, einmal in die interessantesten Schweizer Lokomotiven zu treten.

Kritik:
Insgesamt mag es auch für den „Train Simulator“ wohl nicht allzu viele Routen durch die Schweiz geben. Nachdem bereits die „Dreiländereck“-Strecke zumindest einen kleinen Abstecher in unser Nachbarland machte, führt „SBB Route 1“ gemäß seines Namens genau mitten durch die Schweiz entlang des Zürichsees. Damit ist dieses Addon vielleicht sogar die bisher einzige kommerzielle Route in diesem Land. Mittlerweile aber schon seit mehreren Jahren auf dem Markt, kann man technisch womöglich nicht mehr ganz mit den neuesten DLCs mithalten. Das liegt vor allem daran, dass „SBB Route 1“ vor allem grafisch dann doch ein wenig „outdated“ zu sein scheint. Die Texturen erscheinen hin und wieder etwas matschig, auf der Distanz fehlen meistens die Bäume und auch die NPC-Figuren sind für heutige Verhältnisse alles andere als hübsch. Ganz zu schweigen davon, dass sie in den Bahnhöfen gerne einmal im Boden laufen.

Train Simulator: SBB Route 1

Details für Güterfans
Und trotzdem hat die Strecke auch heute noch ihren gewissen Reiz, weil einige Besonderheiten die große Liebe zum Detail dann doch wieder offenbaren. Das fällt bereits damit auf, dass viele Streckenabschnitte praktisch dem Original entsprechend und selbst in Ziegelbrücke die dazugehörige Brücke originalgetreu wiedererkannt werden kann. Aber auch abseits der großen Orte taucht eine interessante Ausarbeitung der Gebäude auf. Etwa dann, wenn wir in Flums den interessanten Güterbahnhof entdecken oder an manchen Bahnhöfen gar eine Dieseltankstelle zu finden ist. Güterfans kommen also ebenfalls auf ihre Kosten, denn in den Szenarien stellen wir fest, dass die Beladung von Güterwaggons sogar animiert wurde und Gabelstapler die Produkte dann tatsächlich in die Waggons laden. Da schlägt das Eisenbahnherz gleich höher – und solche Szenen sind auch keine Selbstverständlichkeit.

Train Simulator: SBB Route 1

Hohes Passagieraufkommen
Schade ist gerade in diesem Hinblick, dass SimTrain gerade einmal zwei Güterszenarien eingebaut hat – eines davon mit einer großen Re 4/4 E-Lokomotive, eine andere mit dem Stationstraktor Tm232. Der Rest besteht vollständig aus Passagierszenarien, bei denen wir wahlweise S-Bahnen, Regionalzüge oder gar Fernverkehrsangebote über die Landkarte bringen müssen. Interessant dabei: Die Macher der Szenarien haben ihrer Kreativität freien Lauf gelassen und wirklich spannende Ideen eingebaut. So bietet fast jede Aufgabe auch eine Vor- und Nacharbeit, bei der wir etwa die Lok ins Depot bringen, Wagen ankoppeln oder hin und wieder einmal auftanken müssen. Ganz im Sinne der 50er Jahre hat man einmalig sogar Passagier- und Gütertransport kombiniert und einen gemischten Zug zusammengestellt. Mit insgesamt zehn Szenarien allein beim Haupt-Addon kommt dabei aber auch reichlich Spielzeit zustande.

Train Simulator: SBB Route 1

Fahren wie ein echter Lokführer
Besonders interessant wird „SBB Route 1“ aber deshalb, weil man der Strecke doch einige Besonderheiten verliehen hat. So werden auf der gesamten Strecke nämlich keinerlei Geschwindigkeitsbegrenzungen angezeigt – weder im einblendbaren HUD, noch als Geschwindigkeitstafeln am Gleis selbst. Um diese Aufgaben zu meistern, ist man somit quasi verpflichtet, den dazugehörigen Dienstfahrplan wahlweise auszudrucken oder auf einem zweiten Bildschirm anzeigen zu lassen. Nur dort nämlich stehen sowohl die Geschwindigkeitsbegrenzungen, als auch wichtige Hinweise zu den Aufgaben und Manövern. Und selbst da finden sich noch interessante Alleinstellungsmerkmale, wie etwa eine Trennstrecke, bei dem man kurzzeitig den Hauptschalter aus Sicherheitsgründen abschalten muss. Damit kann die Route generell auch zu einer kleinen Herausforderung werden.

Train Simulator: SBB Route 1

Fehlende Angaben
Schade ist dann allerdings, dass „SBB Route 1“ auch nicht ganz fehlerfrei bleibt, denn ein paar Patzer haben die Streckendesigner dann doch eingebaut. In vereinzelten Fällen können wir beispielsweise nicht nachvollziehen, wieso wir plötzlich auf eine Geschwindigkeitsbegrenzung stoßen, wenn ausnahmsweise auch im Dienstfahrplan eine Angabe offenbar fehlt. Da sollte man schon auf Genauigkeit bei der Erstellung der Dienstfahrpläne achten, wenn man diese zwingend erforderlich macht und die HUD-Angaben entfernt. Ebenso irritiert es manchmal, dass Waggons unseres Zuges am Ende des Gleises über den Bahnsteig hinüber ragen und wir dennoch dort die Türen öffnen sollen. Damit ein Halt nämlich funktioniert, ist ein exakter Stopp an den Halteschildern notwendig – selbst dann, wenn der Zug für eben jenes Schild eigentlich zu lang wäre. Auch das sind Patzer, die den Spielspaß ein wenig trüben.

Train Simulator: SBB Route 1

Herausforderungen
Andererseits zeigt sich die Strecke wieder von ihrer besseren Seite, wenn die Standardaufgaben (Karriereszenarien gibt es leider wegen des Alters nicht) einen wirklich engen Fahrplan vorgeben. Ein kleinster Fehler kann bedeuten, dass das jeweilige Szenario nicht vollständig abgeschlossen werden kann. Denn bei einer geringen Verspätung von auch nur einer einzigen Minute beim Halt an einem Bahnhof, wird jener Halt mitunter nicht gewertet und führt dazu, dass wir auf den grünen Haken in der Szenarioliste anschließend verzichten müssen. Gerade dieses strenge Einhalten des Fahrplans sorgt aber für Spannung auf der Schiene. Und wehe, der Lokführer hat einmal Probleme beim Ankuppeln eines Waggons oder findet nicht sofort das passende Gleis.

Train Simulator: SBB Route 1

Diesel und Elektro
Der Umfang des Addons ist hinsichtlich des Rollmaterials ansonsten guter Durchschnitt. Insgesamt können wir zwei verschiedene Lokomotiven fahren: Einerseits die SBB Re 4/4 II in gewöhnlicher roter Lackierung, aber auch mit seinem bekannten Cargo-Schriftzug. Andererseits wäre da aber auch der bereits erwähnte Stationstraktor Tm232 in schickem rot-blauen Design, Dieselmotor und einer zwei-achsigen Bauweise. Gerade an der Stelle ist es dann doch schade, dass uns das Fahren der Re 460 leider verwehrt bleibt, obwohl das Fahrzeug immerhin Teil des Rollmaterials ist. Da allerdings ein Führerstand fehlt, ist diese Lokomotive leider nur als KI-Verkehr einsetzbar. Immerhin entsteht dabei aber ein etwas realistischerer Look auf der Strecke. Das ansonsten umfangreiche Material an Waggons lässt das aber verschmerzen: So finden sich gleich drei verschiedene Passagierwaggons in mehreren Klassen und Ausführungen. Außerdem abwechslungsreiche Güterwaggons, die einen einigermaßen realistischen Bahnbetrieb ermöglichen. Das gefällt dann doch recht schnell.

Train Simulator: SBB Route 1 - Railjet

Erweiterung: Railjet
Wem das noch nicht reicht, der hat auf der „SBB Route 1“ auch noch genügend Möglichkeiten, die Strecke durch (kostenpflichtige) Züge und Szenarien zu erweitern. So ist unter anderem auch der bekannte Hochgeschwindigkeitszug ÖBB Railjet verfügbar, durch den man auch eine ausländische Eisenbahngesellschaft auf dieser Route fahren lassen kann. Dass sich mit dem dazugehörigen Taurus aber nur Passagierfahrten ergeben, sollte den meisten klar sein. Interessant ist das dennoch, denn hier bieten sich vor allem ungewöhnliche Doppeltraktionen, bei denen nicht zwei Loks an einem Ende stehen und auch keine Sandwichformation verwendet wird, sondern zwei reguläre Züge aneinander gehangen werden, sodass die zweite Lok sich in der Mitte des Zuges befindet. Das sieht man so auch nicht alle Tage. Angesichts des gut gelungenen Zugdesigns lohnt sich dieses Addon aber ebenfalls.

Train Simulator: SBB Route 1 - Roter Pfeil

Erweiterung: Roter Pfeil
Hat man danach dann immer noch nicht genug, bietet sich mit den Roten Pfeilen des SBB noch ein weiteres (kostenpflichtiges) Erweiterungspaket an, bei dem wir nochmals zehn Szenarien geboten bekommen. Dieser liegt dann auch gleich in mehreren Varianten vor, denn neben der modernen Version von SBB Historic und einer Reverse-Variante mit dem Pantographen auf der entgegengesetzten Seite, finden wir auch das klassische Modell aus dem 50er Jahren vor. Abwechslung ist also auch hiermit geboten. Und Spaß macht das noch dazu, denn die roten Pfeile überzeugen mit einer schnellen Beschleunigung. Auch hier gibt es zwar ausschließlich Passagierszenarien, doch dank eines schwer anzukuppelnden Ski-Anhängers haben selbst diese noch Besonderheiten zu bieten. Ganz zu schweigen davon, dass es nicht allzu viele Züge gibt, bei denen man eine Innenraummusik einschalten kann, um die Fahrgäste zu unterhalten.

Fazit:
Die schweizerische Strecke entlang des Zürichsees sieht zwar optisch ein wenig veraltet ab, überzeugt aber mit liebevollen Details, einer hohen Spielzeit und guten Erweiterungsmöglichkeiten.

Train Simulator: SBB Route 1 Wertung



11
Jun

Bottrop: Marina Sirtis kommt in den Movie Park

Nach mehreren Jahren Bauzeit ist es nun endlich soweit: Der Movie Park in Bottrop eröffnet seine neueste Attraktion – und die orientiert sich ganz an der beliebten Science-Fiction-Serie Star Trek. Ab Mittwoch dürfen Achterbahn-Fans erstmals mit dem neuen Triple Launch-Coaster Star Trek: Operation Enterprise fahren und sich dabei auf eine aufregende Fahrt durch mehrere Loopings freuen. Mit ganzen 90 km/h bekommen die Besucher dabei einen richtigen Adrenalinschub. Doch bevor sie die Bahn endlich genießen dürfen, wartet auf sie noch eine echte Besonderheit: Der Park hat nämlich die Brücke der Enterprise-D originalgetreu nachgebaut und verwendet diesen als Warteraum, wenn die Schlange vor der Achterbahn mal ein wenig länger wird.

Marina Sirtis

Wer gleich am Mittwoch bei der ersten Fahrt dabei sein möchte, darf sich aber noch auf ein weiteres Highlight freuen: Der Movie Park hat nämlich einen echten Stargast engagiert, welcher der Eröffnung beiwohnen wird. Marina Sirtis, die Fans als Counsellor Deanna Troi aus “Star Trek: The Next Generation” kennen und die erst am vergangenen Wochenende auf der Fedcon in Bonn anwesend war, wird auch im Movie Park vor Ort sein und zwischen 14 und 15 Uhr Autogramme schreiben. Im Anschluss daran warten außerdem noch spannendende andere Attraktionen für Filmfans, wie etwa die Indoor-Achterbahn Van Helsing, die ebenfalls seit einigen Jahren geöffnet hat – ein Besuch lohnt sich also in jedem Fall.

Tickets gibt es aktuell für besonders günstige Preise von 32,90 Euro unter movieparkgermany.de

Movie Park



11
Jun

Fedcon: The Hoff trifft den Doktor

Wenn Chase Masterson im glamourösen Kleid auf die Bühne tritt, ein schwarzer Trans Am vor dem Bonner Maritim Hotel parkt und zahlreiche Offiziere der Sternenflotte durch die Gänge schlendern, kann das für gewöhnlich nur eines bedeuten: Die Fedcon findet wieder statt. So auch am vergangenen Wochenende, vom 2. bis 5. Juni 2017 geschehen, als das Maritim wieder ganz im Fokus der beliebtesten Science-Fiction-Serien stand. Dabei ist der Trans Am eigentlich gar ein eher ungewöhnliches Bild, denn in diesem Jahr konnte der Veranstalter einen ganz besonderen Helden aus unserer Kindheit einladen: David Hasselhoff höchstpersönlich begeisterte die Fans sowohl auf der Bühne, als auch in der Autogrammstunde.

The Hoff is back
Und eines wird sich so mancher Fan sicher schon denken können: Wenn The Hoff erst einmal auf der Bühne steht, lässt er es sich definitiv nicht nehmen, auch seine Gesangskünste zu präsentieren. Da wurde dann nicht nur sein allseits bekannter Hit “Looking for Freedom” angestimmt, mit dem er angeblich die Berliner Mauer niedergesungen haben soll, sondern auch sein mittlerweile recht beliebter Song “True Survivor” aus dem Indie-Streifen Kung Fury war mit von der Partie. Gleichzeitig konnten die Besucher ihrem Idol einmal ganz nahe kommen, denn anders als noch auf den Konkurrenzveranstaltungen sprang Hasselhoff kurzerhand von der Bühne, rannte durch den Saal und machte Selfies mit den Besuchern. Ob dem Veranstalter, der natürlich gerne Photoshoots verkaufen möchte, das allerdings gefallen hat, sei mal dahin gestellt – eine besondere Fannähe kann man The Hoff damit aber nicht mehr absprechen.

Fedcon: David Hasselhoff

Der Doctor kommt nach Hause
Zwei weitere ganz besondere Gäste kamen währenddessen allerdings aus der britischen Kultserie “Doctor Who”. Obwohl die Fedcon namensgebend zwar ursprünglich eher als Star Trek-Convention ausgelegt war, gelang den Machern ein besonderer Clou: Mit dem 11. Doktor Matt Smith konnte man schließlich einen recht seltenen Gast auf deutschen Conventions engagieren und damit neben David Hasselhoff für einen weiteren Hauptact im Bonner Maritim Hotel sorgen. Der zeigte sich dann auch sichtlich gut gelaunt, wenn er für die verrücktesten Posen beim Photoshooting zu haben war und so manche witzige Anekdote aus seiner Karriere zu erzählen hatte. Mit dabei: Jenna Coleman, die mit ihrem Kollegen zwar nicht gemeinsam auf die Bühne stieg, sich aber von einer besonders natürlichen und etwas schüchternen Art präsentierte, nachdem sie am Sonntag Mittag etwas übermüdet ihre Fans begrüßte. Wie praktisch, dass die Tardis auf der Bühne nicht allzu weit weg stand.

Fedcon: Matt Smith

Stars einmal ganz nah
Dass die heimlichen Stars der Veranstaltung aber nicht immer nur die Hauptacts sein müssen, zeigten am gesamten Wochenende auch Casper van Dien und Mark Dacascos. Nachdem die beiden schon diverse Male gemeinsam vor der Kamera standen, machten sie kein großes Geheimnis daraus, dass sie sich auch heute noch hervorragend verstehen. Für die Besucher der zahlreichen Q&A-Panels stellte sich das dann aber auch umgehend als besonderer Vorteil heraus, denn vor allem ihr Doppelpanel am Freitag Abend dürfte zu den absoluten Highlights der Veranstaltung zählen. Wobei es Mark Dacascos aus “Hawaii 5-0″ gar noch gelang, am Sonntag nochmal einen drauf zu setzen: Dass Stars sich an den Rand der Bühne setzen und ihre Fans auf die Bühne holen, um sich aus direkter Nähe unterhalten zu können, ist selbst auf einer solch lockeren Veranstaltung wie der Fedcon nicht gerade eine Selbstverständlichkeit. Noch dazu spricht Mark Dacascos recht gutes deutsch, da er in Hamburg aufgewachsen ist und seine Eltern dort eine Kampfsportschule betrieben, durch die er auch erste Füße in die Welt des Martial Arts setzte. Diesen Auftritt werden die Besucher somit also wohl nicht mehr so schnell vergessen.

Fedcon: Mark Dacascos und Fans

Trek against Trump
Ganz anders liefen hingegen die Panels der diversen Stars aus “Star Trek: The Next Generation” ab. Bei so manchem davon dürfte man sicher schnell gemerkt haben, dass ihre schauspielerische Bestzeit längst vorüber ist, nachdem Star Trek nun doch schon einige Jahrzehnte zurückliegt. Gerade deshalb waren jene Panels dann auch deutlich politischer, als die der anderen Stars. Die geäußerten Meinungen entsprachen dann auch erwartungsgemäß den bereits online von den Stars desöfteren geäußerten Ansichten: Wenn es gegen Trump und den Brexit geht, kann sich so mancher Star Trek-Darsteller nicht mehr zurückhalten. Vor allem die recht dominante Marina Sirtis, die sich real ganz anders gibt, als noch in ihrer Rolle als Deanna Troi, ließ es sich auch in diesem Jahr nicht nehmen, ihre Klappe ganz weit aufzureißen und kein Blatt vor den Mund zu nehmen. Das mag nicht immer gut sein und auch nicht bei jedem Besucher positiv ankommen, einen gewissen Unterhaltungswert hat sie damit aber allemal. Man darf sich aber sicher darüber streiten, ob Stars die Bühne einer Convention als politische Plattform missbrauchen sollten – zumal die großen Überraschungen dabei auch ausblieben, hat ein Großteil der Darsteller immerhin den offenen Brief “Trek against Trump” unterschrieben und ihre Ansichten damit mehr als einmal bekannt gemacht.

Fedcon: Star Trek Stars

Ein umjubelter Q
Dass es mitunter auch anders geht, bewiesen derweil allerdings John de Lancie und Denise Crosby, die wohl als einzige der anwesenden Star Trek-Darsteller noch nennenswert schauspielerisch aktiv sind. De Lancie hat durch seine unzähligen (auch aktuellen) Serienrollen mittlerweile dermaßen viele Fans für sich gewinnen können, dass der kleine Saal während seines Panels schnell aus allen Nähten platzte und sein Bühnenauftritt prompt in den größeren Saal verlegt werden musste. Nachdem John de Lancie als “Q” damals lediglich eine Nebenrolle übernahm, hatte der Veranstalter offenbar nicht mit dem hohen Andrang gerechnet und inzwischen eigene Fehler im offiziellen Fedcon-Forum eingeräumt. Zum Glück konnte man vor Ort schnell reagieren, sodass bei der Fortführung des Panels dann schon klar wurde, wieso er noch heute so beliebt ist: De Lancie hatte nämlich – im Gegesatz zu manch anderem Star – dann doch noch etwas aus seiner jüngeren aktiven Karriere zu erzählen und war immerhin zuletzt noch in CSI: Vegas und The Mentalist zu sehen. Gleiches gilt für Denise Crosby, die mit ihren Rollen in The Walking Dead und Castle immernoch ausreichend schauspielerisch aktiv ist.

Liebe zum Detail
Es sind allerdings nicht nur ausschließlich die Stars, welche diese Convention ausmachen. Man braucht nur einmal einen Blick auf die liebevoll gestaltete Bühnen- und Saaldeko zu werfen, um zu wissen: Bei der Fedcon steckt viel Liebe im Detail. Von der nachgebauten Tardis auf der Bühne, die besser aussah, als auf so mancher Comic Con, bis hin zu einer leuchtenden Enterprise-D an der Decke des großen Hauptsaals konnte man gut erkennen, dass auch der Veranstalter selbst Fan ist, der den Besuchern etwas bieten möchte. Und auch abseits des Hauptsaals wurde reichlich geboten, wenn etwa echte Mitarbeiter der ESA spannende Hintergründe über die Raumfahrt erzählten, Vortragende sich über Kybernetik und Transhumanismus austauschten oder einige neue Händler die Veranstaltung bereicherten. Vom selbstgehäkelten Adipose oder Dalek, bis hin zu interessanten Import-DVDs kam dann jeder auf seine Kosten und es gab alles, was das Sci-Fi-Herz begehert.

Der Termin für das kommende Jahr steht übrigens bereits fest: Die Fedcon wird vom 18. – 21. Mai 2018 erneut im Maritim Hotel in Bonn stattfinden. Erhältlich sind die Wochenendtickets in Kürze für 135 Euro unter fedcon.de.

Weitere Fotos von der diesjährigen Fedcon findet ihr auf unserer Facebook-Seite unter facebook.com/dvdmagazine.



29
Mai

German Comic Con: Stars begeistern München

Doctor Who, The 100 oder The Walking Dead: Bei der Bayern-Premiere der German Comic Con in München waren zahlreiche Stars aus den beliebtesten Serien anwesend. Am 27. und 28. Mai gastierte die inzwischen stark expandierende Comic Con-Veranstaltungsreihe nun zum ersten Mal auch in der MOC München. In drei (vergleichsweise kleinen) Hallen konnten tausende Besucher dabei nicht nur ihre Lieblingsstars treffen, sondern sich auch mit spannendem Merchandise, süßen Figuren oder aufregenden Filmen bei einem der Händler eindecken. Selbst ein originalgetreuer DeLorean aus den “Zurück in die Zukunft”-Filmen und eine eindrucksvolle Starship Troopers-Kostümgruppe war anwesend, um die Besucher mit ihrem Drill Instructor der mobilen Infanterie einmal ordentlich einzuheizen.

Das eigentliche Highlight sind und waren aber natürlich die zahlreichen Stars aus den bekannten Filmen und Serien, zu denen natürlich auch echte Berühmtheiten gehören. Nachdem zunächst das Panel von RJ Mitte aus “Breaking Bad” noch vergleichsweise mäßig gefüllt war, änderte sich der Besucherandrang bei den vier Stars aus “The Walking Dead” bereits gewaltig. Wenn Emily Kinney, Brighton Sharbino, Addy Miller und Kyla Kenedy auf die Bühne traten, musste so mancher Zuschauer sich einen Sitzplatz auf dem Boden suchen oder rund um den Panelbereich stehen, weil die Sitzplätze kaum ausreichten. Und spätestens mit Lindsey Morgan und die süße Nadia Hilker aus “The 100″ waren die Q&A-Panels dann so richtig hoffnungslos überfüllt.

German Comic Con München

Wer danach allerdings nicht blieb, hätte womöglich einmal mehr eines der wohl besten Panels der gesamten German Comic Con verpasst. Mit Sylvester McCoy kam schließlich auch ein echter Kult-Darsteller nach München, spielte er einst schließlich den legendären Doktor der britischen Sci-Fi-Serie “Doctor Who”. Schnell scheint seine Rolle in den “Hobbit”-Filmen da schon gar keine Rolle mehr zu spielen und McCoy schlüpft einmal mehr in seine geliebte Rolle, in der er wild durch die Besuchermenge spaziert und sich als wahrer Comedystar entpuppt. Wie bereits vor zwei Jahren in Dortmund, war hier einmal mehr klar: Sylvester McCoy war der heimliche Star der Convention und sorgte für eines der witzigsten Panels der gesamten Veranstaltung. Da wurde dann auch Kollege Samuel Anderson beim gemeinsamen Panel recht schnell zum fünften Rad am Wagen und hatte kaum mehr eine Chance, den Besucherauflauf für sich zu gewinnen.

Nebenbei haben die Veranstalter aus der Vergangenheit auch ein bisschen gelernt und diverse Probleme aus dem Weg geräumt. Kilometerlanges Chaos beim Einlass wurde dank geschickter Nutzung der Halle 1 ebenso vermieden, wie allzu große Verspätungen beim Programmablauf. Man erinnere sich: Bei der Premiere in Dortmund kam es hier teilweise noch zu hohen Verzögerungen von über 30 Minuten. Dass die German Comic Con in München wesentlich besser läuft, hat man womöglich auch der neuen Zusammenarbeit mit echten Branchengrößen zu verdanken. Denn wenn ein Mitarbeiter des Seriencamps München die Moderation übernimmt oder Sven Vößing als bekanntes Gesicht der Gaming-Branche den Cosplay Contest koordiniert, wird klar: Die German Comic Con scheut sich nicht (mehr) mit erfahrenen Leuten zusammenzuarbeiten.

German Comic Con München

Da bleibt am Ende lediglich das Problem, dass man den Aufbau der Panelbühne dann doch nicht so perfekt durchdacht hat. Denn während die zentrale Platzierung zwischen den Händlerständen zwar dafür sorgte, dass auch wirklich jeder Besucher zu den Panels finden konnte, ließ die Akustik auf Grund zahlreicher Nebengeräusche dann doch zu wünschen übrig. So mancher Besucher, der primär an den Panels und den dazugehörigen Fragen interessiert war, hat sich prompt einen geschlossenen Raum gewünscht. Ob es diesen im nächsten Jahr geben wird, ist zwar bisher nicht bekannt, dafür aber bereits ein neuer Termin: Vom 26. – 27. Mai 2018 wird die German Comic Con somit erneut ins MOC München kommen.



23
Mai

Role Play Convention: Bunter Genre-Mix für Nerds

In der Conventionszene darf eine alljährliche Veranstaltung natürlich nicht fehlen: Die Role Play Convention in Köln. Dort nämlich deckt man auf dem Messegelände nämlich so ziemlich jedes Genre- und Interessengebiet ab und geht schon am Wochenende in die nächste Runde. Am 27. und 28. Mai 2017 findet das Großevent für Nerds und Geeks nämlich wieder statt und hat auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Highlights zu bieten. Denn neben den gelungenen Props der diversen Fangruppen und zahlreicher Cosplayer, die sich hier stets in großen Mengen blicken lassen, hat die Role Play Convention auch wieder interessante Stargäste zu bieten – und dieses Mal auch erstmals Panels mit eben diesen im Programm.

Role Play Convention

Mit dabei sind dabei überwiegend Nebendarsteller aus teilweise sehr bekannten und beliebten Formaten. Dazu gehören etwa Sarah Louise Madison, die in der britischen Kultserie “Doctor Who” in die Rolle der Weeping Angels schlüpfen durfte. Außerdem mit dabei: Ian Beattie aus “Game of Thrones” und die süße Rekha Sharma aus “Battlestar Galactica”, die bereits auf der Fedcon in der Vergangenheit viele Fans begeistern konnte. Wem das nicht reicht, der darf natürlich auch den interessanten Bühnenauftritten von Rob Morgan aus “Luke Cage”, Daniel Cudmore aus “X-Men” und Ian McElhinney lauschen, bei denen sie sicher spannende Dinge aus ihrer Karriere zu erzählen haben.

Role Play Convention

Abseits der Stars erwarten den Besucher aber wieder viele spannende Themenbereiche. Dazu gehört nicht nur eine Autorenecke mit spannenden Lesungen und eine Tabletop-Area für die Rollenspieler, sondern im Außenbereich auch ein echter Mitelaltermarkt. Hier können sich Fans der vergangenen Zeiten mit Kleidung, Schmuck und anderen Utensilien eindecken, oder einfach mal wieder ein leckeres Met oder den nächsten obligatorischen Hanf-Fladen genießen. Währenddessen warten im Innenbereich natürlich auch aufregende neue PC- und Videospiele, etliche Brettspiele und LARP-Gruppen, sowie diverse Zeichner, die den Besuchern sicher liebendgern ein personalisiertes Bild malen.

Los geht es am Samstag um 10 Uhr in der Messe Köln. Tickets findet ihr unter rpc-germany.org



22
Mai

MCM Hannover Comic Con: Stars aus NCIS LA zu Tränen gerührt

In diesem Jahr war es bereits zum zweiten Mal soweit: In den Hannoveraner Messehallen fand am Samstag und Sonntag erneut die MCM Hannover Comic Con statt. Obwohl man sich hinsichtlich der Stände ein wenig verkleinert haben mag, hatte das Event auch dieses Mal wieder einige aufregende Stargäste zu bieten. Vor allem Fans der beliebten Fernsehserien “Arrow”, “NCIS LA” und “Firefly” kamen dabei besonders auf ihre Kosten, waren aus jedem der Franchises nämlich gleich zwei Stars auf einmal anwesend. Und die hatten sogar einige interessante Sachen zu erzählen und waren für jeden Spaß zu haben.

Die Fans der DC-Comics dürften dabei vor allem dank Echo Kellum und Katie Cassidy (Foto 1) voll auf ihre Kosten gekommen sein. Nachdem sie als Curtis Holt und Black Canary in der Serie “Arrow” zu sehen waren, haben sie sich zwar offenbar nicht gemeinsam auf die Bühne getraut, waren dafür aber für jeden Spaß zu haben. Immerhin präsentierte sich Echo Kellum als wahrer Videospielfan und hat es sich auch nicht nehmen lassen, gemeinsam mit den Fans eine Runde FIFA in der Messehalle zu spielen. Und auch Katie Cassidy outete sich schnell als wahrer “Call of Duty”-Fan. Viel spannender dürften allerdings ihre Erzählungen vom “Arrow”-Set gewesen sein, an dem John Barrowman für witzige Momente sorgte. Immerhin soll der ihr noch vor seinem ersten Drehtag, Bilder von seinem nackten Hintern aufs Handy geschickt haben, um sie beim Dreh abzulenken – typisch Barrowman eben. Die passende Pose auf der Bühne ließ dann auch nicht lange auf sich warten.

MCM Hannover: Katie Cassidy

Gleich danach traten auch schon die beiden NCIS LA-Stars auf die Bühne. Eric Christian Olsen und Daniela Ruah (Foto 2) gehörten derweil auch zu den gefragtesten Schauspielern der MCM Hannover, was anhand der teils sehr langen Autogrammschlangen nicht zu übersehen war. Umso besser also, dass sie auch auf der Bühne die Sympathien schnell auf ihrer Seite hatten und mit guter Laune die Fans begeisterten. Trotzdem allerdings gab es mitunter auch andere Emotionen, etwa nachdem sich die beiden an den im Januar verstorbenen Miguel Ferrer erinnerten. Daniela Ruah konnte daraufhin die Tränen nicht mehr unterdrücken und machte vor hunderten Fans deutlich, wie sehr ihr dieser Kollege am Herzen lag. Und diese Emotionen waren sichtlich echt.

MCM Hannover: Daniela Ruah und Eric Christian Olsen

Ganz anders hingegen die mittlerweile 35-jährige Summer Glau, die einst als sexy River Tam in “Serenity” und “Firefly” vor allem Science-Fiction-Fans begeistern konnte. Mittlerweile doch sichtbar etwas älter geworden, hatte sie häufig eher Grund zum Lachen, als zum Weinen. Vor allem auch, wenn sie von ihren Zukunftsplänen erzählen durfte. Statt die nächste große Film- und Serienproduktion am Start zu haben, verriet sie den Fans am Samstag, dass sie mittlerweile eher an einem zweiten Baby arbeitet – und musste doch amüsiert gestehen, dass das offenbar verdammt viel Arbeit zu sein scheint.

Gleich im Anschluss ließ Scott Adkins (Foto 3, links) als Star aus “Undisputed” und “Doctor Strange” aber vor allem den Actionhelden raushängen und machte deutlich, dass er wirklich kein ganz so softer Kerl ist. Berührungsängste zu den Fans hatte der allerdings keine. Selbst auf den Wunsch hin, eine Kickboxing-Szene mit einem Fan nachzuspielen, ließ der sich sehr spontan darauf ein. Und wie es scheint, hat er Action offenbar zu seiner großen Leidenschaft gemacht. Mit Freude verkündetete er schließlich, dass er liebendgern einmal mit dem chinesischen Martial Arts-Star Donnie Yen zusammenarbeiten würde und outet sich als großer Fan seiner Filme. Da ist es doch richtig schade, dass Donnie leider nur in London, nicht jedoch in Hannover mit dabei war.

MCM Hannover: Scott Adkins und Fan

Leider hat sich dieser Bühnenspaß nicht direkt auf die Besucherzahlen ausgewirkt. Insgesamt schien die MCM Hannover Comic Con auch in dieser Hinsicht seit dem vergangenen Jahr leicht geschrumpft zu sein. Ob das nun am Stargastaufgebot, dem Standort oder dem in Düsseldorf stattfindenden Japantag lag, der bundesweit zahlreiche Besucher anlockte, dürfte reine Spekulation sein. In jedem Fall aber beweist die MCM Hannover auch in diesem Jahr, dass dieses Event vor allem für jene Besucher am besten geeignet ist, die primär wegen den Stars auf eine Convention gehen. Hier gab es nämlich keine einzige Enttäuschung wegen einer Absage und lange Gespräche an den Autogrammtischen waren angesichts der Besucherzahlen ebenfalls kein Problem.

Weitere Fotos findet ihr auf unserer Facebook-Seite unter facebook.com/dvdmagazine



17
Mai

German Comic Con feiert Premiere in München

Erst seit zwei Jahren auf dem Convention-Markt und schon stark expandiert: Nach den Veranstaltungen in Dortmund, Berlin und zuletzt auch Frankfurt, möchte die German Comic Con nun auch einen weiteren Standort erobern: München. Erstmals findet am 27. und 28. Mai 2017 in der dortigen Messe nun ebenfalls die German Comic Con statt und geht damit in direkte Konkurrenz zum zeitgleich stattfindenden Comicfestival München. Mit einem Unterschied: Hier konzentriert man sich mehr auf die großen Stars des Film- und Serienbusiness und hat dabei einige wahre Größen zu bieten.

Eines der Highlights dürfte dabei sicherlich “Doctor Who”-Darsteller Sylvester McCoy sein, der bereits auf anderen Conventions seine Fans begeisterte. Immerhin weckt er mit seinem außergewöhnlichen Bühnenprogramm schnell die Sympathien des Publikums, gelingt es ihm schließlich einfach nicht, während seines Panels ruhig sitzen zu bleiben. Er inszeniert sich stattdessen als wahrer Komiker und macht Späße mit den Fans, während er ununterbrochen durch die Publikumsreihen spaziert und dabei eine besonders hohe Nähe zu seinen Fans unter Beweis stellt.

German Comic Con: Sylvester McCoy

Nebenbei ist mit Robert Englund unter anderem auch eine echte Größe des Horrorgenres anwesend, schaffte er es immerhin zu wahrem Kultstatus mit seiner Rolle als Freddy Krüger. Der mittlerweile etwas in die Jahre gekommene Star ist ebenfalls ein recht häufig anzutreffender Gast auf deutschen Conventions und hat bereits einmal gezeigt, dass er sich keineswegs scheut, verrückte und alberne Fotos mit seinen Fans zu machen. Darüber hinaus dürfen sich Besucher natürlich auch auf wahre Klassiker unter den Serienstars freuen, wenn etwa mit Dean Cain der alte “Superman” mit von der Partie ist und die Genres insgesamt breit gefächert sind. Von Sarah Butler aus “I spit on your grave” über diverse “Star Trek”-Darsteller, bis hin zu R.J. Mitte aus “Breaking Bad” und Lindsey Morgan aus “The 100″ dürfte wohl für jeden Geschmack etwas dabei sein.

Los geht es am 27. Mai 2017 um 10 Uhr. Tickets erhaltet ihr unter germancomiccon.com.



17
Mai

FearCon: Gewinne 1×2 Wochenend-Tickets

Die einen Conventions verschwinden, andere neue Conventions kommen hinzu: In diesem Jahr dürfen sich Film- und Serienfans daher auf ein ganz besonderes neues Event freuen. Denn nachdem die Ringcon nun endgültig nicht mehr stattfindet, soll der Termin im Oktober natürlich neu besetzt werden. Mit der FearCon möchte der Veranstalter nun erstmals vor allem Horrorfans ansprechen und dabei auf ein breites Spektrum setzen. Vom soften Teenie-Horror aus “The Originals” bis hin zur den härteren Streifen soll dabei möglichst jedes Genre abgedeckt werden. Einer der bereits bekannten Stargäste auf der vom 20. – 22. Oktober im Maritim Hotel Bonn stattfindenden FearCon ist deshalb auch niemand geringeres als Joseph Morgan, den Vampirfans vor allem als Niklaus Mikaelson aus dem “Vampire Diaries”-Spin Off “The Originals” kennen. Mit Tony Todd als Candyman und zahlreichen anderen Stars soll aber auch das Interessengebiet des älteren Publikums abgedeckt werden.

Und damit ihr nun diese Stars live erleben könnt, haben wir für euch eine kleine Verlosung am Start. Zu gewinnen gibt es nämlich:

1 x 2 Wochenendtickets für die FearCon.

Und wenn ihr nun euer Glück versuchen möchtet, schreibt einfach eine Mail an fearcon@dvd-magazine.eu und verratet uns, auf welchen der dort anwesenden Stargäste ihr euch am allermeisten freut. Teilnahmeschluss ist der 5. Juni 2017. Wir wünschen allen Teilnehmern viel Glück.

Fearcon: Gewinnspiel

Teilnahmebedingungen. Datenschutz.



17
Mai

Was ist eigentlich eine Convention?

In regelmäßigen Abständen berichten wir über die zahlreichen Conventions, die in Deutschland und unseren Nachbarländern so stattfinden. Und trotzdem erhalten wir von einigen Lesern, die noch nie eine solche Convention besucht haben, die Frage, was sie denn auf einer solchen Veranstaltung überhaupt erwarten würde und welche für sie die richtige Wahl wäre. In einer Zeit, in der sich auch diverse unseriöse Veranstalter auf dem Markt tummeln und Conventions wie Pilze aus dem Boden sprießen, möchten wir hiermit einen Leitfaden durch die Conventionszene bieten und über die Unterschiede der verschiedenen Convention-Arten aufklären. Grundsätzlich muss man dabei zwischen drei verschiedenen Convention-Typen unterscheiden, die allesamt sowohl Vor-, als auch Nachteile bieten.

Fedcon: William Shatner

1. Die Hotel-Con
Die klassische Form der Convention dürfte dabei wohl die Hotel-Con sein, wie es sie mittlerweile seit über zwanzig Jahren in Deutschland gibt und bei denen mitunter die erfahrensten Veranstalter zu finden sind. Wie der Name bereits erahnen lässt, finden diese Conventions grundsätzlich in Hotels statt, wo der Veranstalter meist mehrere Säle angemietet hat, in denen dann Panels stattfinden oder Händler anzutreffen sind. Die sogenannten Panels, bei denen Stars die Fragen der Fans beantworten, welche diese normalerweise am Mikrofon selbst jederzeit stellen können, sind dabei stets obligatorisch. Und hier hat man dazu durchaus die Möglichkeit, denn meistens liegen die Besucherzahlen dieser Veranstaltungen irgendwo zwischen 100 und 2500 Besuchern pro Tag. Da wären etwa die seit mehr als 25 Jahren bekannte Fedcon und ihre diversen Ableger mit vergleichsweise hohen Besucherzahlen von 2500 Besuchern pro Tag (womit man auf bis zu 10.000 Besucher am Wochenende kommt), aber auch mittelgroße Events wie etwa die Conventions von Entertainment Events mit meist rund 500 – 600 Besuchern und einem kleineren Saal. Wobei man in der Conventionszene durchaus auch die ganz kleinen Hotel-Conventions mit lediglich 80 – 150 Besuchern finden kann, die dafür allerdings auf nur einen Stargast setzen, mit dem man in besonders familiären Kontakt treten kann. Dazu gehören etwa die Veranstaltungen von FKM Events, die meist im kleinen bayrischen Deggendorf stattfinden.

Einen Nachteil mögen Hotel-Conventions sicherlich haben: Sie sind auf Grund ihrer vergleichsweise geringen Besucherzahlen und der teuren Stargäste häufig auch jene Events mit den höchsten Eintrittspreisen, die nicht selten im 3-stelligen Bereich liegen. Preise zwischen 100 und 140 Euro für ein Wochenendticket sind daher keine Seltenheit. Dennoch handelt es sich gerade hierbei um jene Conventions, die aus den Besuchern erst die eingefleischten Fans gemacht haben, die nun regelmäßig Conventions besuchen und jedes Mal begeistert sind. Zudem besteht eben gerade hier bereits die Möglichkeit, angesagte Stars zu treffen, mit denen man dank der Besucherzahlen immer noch in persönlichen Kontakt treten kann – was auf Massen-Events häufig weitaus schlechter funktioniert. Legendär sind dabei auch die häufig auf solchen Hotel-Conventions stattfindenden Partys an der Hotel-Bar und beliebten Star-Dinner, bei denen man gemeinsam mit den Stars zu Abend essen darf.

Neulingen, die einmal erfahren möchten, was das besondere Con-Feeling ausmacht, von dem viele Besucher stets schwärmen, empfehlen wir daher zunächst eine solche Hotel-Convention zu besuchen und einmal richtig in diese besondere Atmosphäre einzutauchen. Die meisten kommen anschließend regelmäßig wieder.

MCM Hannover Comic Con

2. Die Massen-Events
Natürlich gibt es auf dem Convention-Markt auch weitaus größere Veranstaltungen. Dazu zählen insbesondere auch die seit einigen Jahren gehäuft auftauchenden “Comic Cons”, die mit Besucherzahlen zwischen 10.000 und 40.000 Besuchern aufwarten können. Nach amerikanischem Vorbild setzt man dabei vor allem auf die große Masse an Besuchern, um die besonders teuren Stars einladen zu können, für die auf Hotel-Conventions einfach nicht mehr das Budget reicht. Das hat mitunter gleich zwei Vorteile: So kann man hier durchaus Stars begegnen, die auf keiner anderen Veranstaltung anzutreffen sind (etwa Nathan Fillion im vergangenen Jahr auf der Comic Con Germany in Stuttgart) und spart dabei auch noch richtig viel Geld. Denn im direkten Vergleich sind die Comic Cons mit meist zwischen 30 und 40 Euro doch um einiges günstiger, als die kleineren Hotel-Conventions. Generell sollte man aber bedenken: Die familiäre Atmosphäre geht dabei schnell unter und ein persönlicher Kontakt zu den Stars ist nur noch sehr eingeschränkt möglich. Dafür ist die Vielfalt des Angebots größer, sodass etwa auch Comic-Fans stärker auf ihre Kosten kommen. Generell würden wir den Besuch einer Comic Con vor allem für jene Besucher empfehlen, die sich primär als Autogrammjäger sehen oder vor allem an Photoshoots mit den Stars interessiert sind, da der Eintrittspreis eben um einiges geringer ist. Wer hingegen die besondere Atmosphäre einer Con erleben möchte, ist hier hingegen nicht unbedingt an der richtigen Adresse.

Als Veranstalter wären hier etwa die Comic Con Germany erwähnenswert, bei der es sich um denselben Veranstalter handelt, der auch bereits seit über 25 Jahren die unter Hotel-Cons erwähnte Fedcon veranstaltet und daher eine hohe Zuverlässigkeit unter Beweis gestellt hat. Aber auch der Veranstalter MCM hat aus Groß-Britannien mittlerweile nach Deutschland expandiert und punktet in Hannover insbesondere mit einer besonderen Lockerheit gegenüber den Fans, die hier Selfies mit den Stars machen und die Panels filmen dürfen – ein Alleinstellungsmerkmal unter deutschen Conventions. Aber auch der relativ neue Veranstalter der German Comic Con deckt vor allem mit Berlin und München einige andere Standorte ab, die häufig vernachlässigt werden. Bei letzterem allerdings scheiden sich unter Besuchern durchaus die Geister hinsichtlich der Qualität.

Spiele auf der Daedalus Con

3. Die Bürgerhaus-Con
Zu guter letzt dürfen natürlich auch die kleineren und häufig unkommerziellen Bürgerhaus-Conventions keineswegs vergessen werden, wobei die Ausrichtung hier oftmals eine andere ist. Statt auf teure Stargäste setzt man hier eher auf spezielle “nerdige” Interessengebiete – ob nun Fantasy-Literatur beim Buchmesse Convent, Pen & Paper-Rollenspiel bei der Feencon oder Live Action Role Play etwa bei der Larpwerker Convention – hier kommt jedes Interessengebiet irgendwo auf seine Kosten. Bei diesen Veranstaltungen handelt es sich zeitgleich auch um die wohl günstigsten Events auf dem Conventions-Markt, die häufig nur mit 10 Euro oder weniger zu Buche schlagen. Allerdings richten diese sich eben doch eher an Spezialinteressen und weniger an die Masse der Film- und Serienfans. Wer also einen Mitspieler fürs Rollenspiel sucht, der wird hier fündig. Nicht jedoch diejenigen, die gern William Shatner und andere Stars live erleben möchten.

Eine Ausnahme gibt es allerdings dennoch: In einigen wenigen Fällen entscheiden sich Star-Conventions dazu, ihr Event nicht in einem Hotel, sondern stattdessen ebenso in einer Art Bürgerhaus stattfinden zu lassen. Dazu zählt beispielsweise die vor zwei Jahren mit Crowdfunding gestartete Timelash, die als erste deutsche Doctor Who-Convention betrachtet werden kann. Obwohl diese zwar nicht in einem Hotel stattfindet, ist die inhaltliche Ausrichtung dennoch eher mit einer Hotel-Con vergleichbar und verlangt dementsprechend auch vergleichbare Preise, um ihre Stargäste – darunter Stars aus Doctor Who und Torchwood – zu finanzieren. Und auch die Besucherzahlen sind mit rund 600 Besuchern vergleichbar mit manchen kleineren Hotel-Conventions. Auch hier gelten dementsprechend dieselben Kriterien, wie bei den oben bereits erwähnten anderen Hotel-Cons.

Elfia Arcen

Sonderformen der Conventionszene
Vereinzelt kann man auf dem Conventionmarkt allerdings auch einige Sonderformen finden, die sich nicht so recht in die obigen Muster einordnen lassen. Dazu muss man insbesondere meistens auch die reinen Cosplay-Events zählen, die mit einem mehrere Hektar großen Gelände daher kommen und daher meistens Outdoor stattfinden. Dazu zählt beispielsweise die Elfia in der Niederlande, die mit guten 5-stelligen Besucherzahlen aufwartet und komplett auf Stargäste verzichtet. Stattdessen erwartet den Besucher eine Mischung aus Cosplay-Event und Mittelalterfest, bei der die Veranstaltung vor allem mit dem wunderschönen Schlossgarten punkten kann. Lohnenswert ist diese Convention somit vor allem für die Cosplayer selbst, als auch für Fotografen und andere, die sich für die hübschen Kostüme begeistern können, da gerade dies das Hauptargument dieser Veranstaltungen ist.

Eine ähnliche Veranstaltungsform stellt dabei auch die im Saarland stattfindende Fark dar, die zu den wenigen vollständig unkommerziellen Conventions in Deutschland gehört. Konkret bedeutet das für den Besucher: Hier wird keinerlei Eintrittspreis verlangt. Stattdessen wird lediglich um freiwillige Spenden gebeten, die anschließend für wohltätige Zwecke verwendet werden. Doch auch hier gilt: Der besonders interessante Aspekt dieser Convention stellt das außergewöhnliche Gelände dar, das vor allem für Cosplay-Fotos einlädt. Damit ist auch die Fark eher für Cosplayer und Cosplay-Interessierte empfehlenswert.

Insgesamt hoffen wir nun, hiermit vor allem Neulingen eine kleine Orientierung durch den Conventionmarkt bieten zu können. Natürlich gibt es auch noch zahlreiche weitere seriöse und zuverlässige Veranstalter, die wir hier aber nun nicht alle erwähnen, da das ansonsten den Rahmen doch deutlich sprengen würde. Dennoch möchten wir euch hiermit zugleich auch anbieten, euch bei Fragen zur Verfügung zu stehen. Durch unsere häufige Berichterstattung von Conventions dürften wir sicherlich einen guten Überblick über den Convention-Markt haben, sodass ihr euch gerne bei Fragen per Mail an uns wenden dürft. Kontaktdaten findet ihr in unserem Impressum.



16
Mai

Sniper Ghost Warrior 3

Jon North ist erfahrener amerikanischer Scharfschütze, der in geheimer Mission ins ferne Georgien gesendet wird. Dort soll er gegen prorussische Separatisten kämpfen und die Lage im Land möglichst unter seine Kontrolle bringen. Vor allem Kriegsverbrecher und diverse weitere Anführer der Separatisten stehen dabei auf seiner Abschussliste, während er als hochqualifizierte Ein-Mann-Armee durch die Wälder streift. Doch das ist länger nicht alles: Mitten in einem seiner Aufträge stellt er erstaunt fest, dass er nicht gänzlich allein in Georgien ist. Ein weiterer, mindestens gleichermaßen fähiger Scharfschütze kommt ihm in die Quere und beweist ihm, dass er einen ebenbürtigen Gegner hat. Nach und nach stellt sich die Frage, ob nicht sein Bruder sich ebenfalls innerhalb des Zielgebietes befindet und ob die sagenumwobene Geheimorganisation „Gesellschaft 23“ wohl ihre Finger mit im Spiel hat. Dumm nur, dass Jon noch gar nicht ahnt, mit welchen Methoden seine Gegner womöglich arbeiten und dass sich die Rollenverteilung in Georgien gewaltig ändern könnte…

Kritik:
Einige Monate nach dem Release des gelungenen „Sniper Elite 4“ darf natürlich auch die zweite Spielereihe um Scharfschützen nicht fehlen. Nach den eher durchwachsenen Vorgängern der „Sniper Ghost Warrior“-Reihe setzen die Entwickler auf zahlreiche Änderungen. Endlich sollen wir in einer offenen Welt kämpfen und möglichst viele Freiheiten erhalten. Und diese Rechnung geht tatsächlich auf.

Sniper Ghost Warrior 3

Inspiriert von Far Cry
Insgesamt sind wir dabei auf drei verschiedenen Maps unterwegs, die allesamt in Georgien spielen. Einerseits das Gebiet mit der Bergbaustadt, in der vor allem große Bergbauminen das Bild prägen, dann aber auch in einer schneebedeckten Berglandschaft und in einer kleineren Karte, in der spannende Dörfer auf uns warten. Man kann sicherlich nicht leugnen, dass „Sniper Ghost Warrior“ sich dabei ein wenig von anderen erfolgreichen Spielen inspirieren lässt und diverse Spielelemente übernimmt. Die offene Welt erinnert mit ihren kleinen holprigen Feldwegen und den feindlichen Außenposten nämlich nur allzu sehr an die letzten „Far Cry“-Spiele, während vor allem der Erkundungsmodus, bei dem wir auf die Suche nach wichtigen Hinweisen und Fußspuren gehen, eher an „The Witcher 3“ erinnern mag. In Kombination mit einem Scharfschützen-Gameplay funktioniert das allerdings hervorragend.

Sniper Ghost Warrior 3

Übersicht und Planung
Die offene Welt fügt sich nämlich hervorragend ins Gameplay ein, wenn wir feststellen, dass uns „Sniper Ghost Warrior 3“ möglichst viele Freiheiten gewährt. Man möchte uns gar nicht zu sehr an die Hand nehmen, sondern gibt uns – abgesehen vom Prolog – lediglich Missionsziele, die wir nach Belieben lösen können. Für den Spieler heißt das selbstverständlich eigene Planung: Wir müssen uns selbst die Übersicht verschaffen, Gegner markieren, bei Bedarf eine geeignete Scharfschützenposition finden und dann über die Reihenfolge unserer Abschüsse selbst entscheiden. Und das macht den eigentlichen Reiz aus. Die Drohne ist dabei das wohl wichtigste Hilfsmittel und gibt uns einen Überblick über Gegnerpositionen, Hinweisen und bei Bedarf auch technische Gimmicks wie Infrarotansicht – kann jedoch auch von Gegnern entdeckt werden. Und obwohl die Drohne durchaus geeignete Positionen für uns vorschlägt, sind wir nicht an diese gebunden: Scheint ein Platz geeignet, um den Gegner ins Visier zu nehmen, liegt es ganz an uns, ob wir von dort aus agieren möchten. Spannend.

Sniper Ghost Warrior 3

Abwechslungsreiche Missionen
Die Missionen sind dabei auch keineswegs eintönig, sondern bieten stets hohe Abwechslung. Manchmal hängen mehrere Missionen sogar direkt zusammen, was vor allem für die gelungenen Nebenmissionen gilt. Dabei müssen wir gelegentlich nur ein einziges Ziel töten, ein anderes Mal einen Computer innerhalb des Zielgebiets hacken oder diverse Informationen von den Gegnern stehlen. Hier kommt auch zum Vorschein, wieso das Spiel „Sniper Ghost Warrior“ heißt. Denn nach dem snipern unserer Gegner, müssen wir manchmal auch das Zielgebiet infiltrieren und möglichst unentdeckt als „Ghost“ vorgehen. Klappt das nicht, gehen wir nahtlos in den „Warrior“-Modus über und bekämpfen den Feind im Nahkampf.

Sniper Ghost Warrior 3

Waffen und Gadgets
Immer mit dabei: Drei verschiedene Waffen, die uns in der jeweiligen Situation zur Verfügung stehen. Dazu gehört selbstverständlich ein Scharfschützengewehr, das wir auf umfangreiche Weise mit verschiedener Ausrüstung erweitern können. Zielfernrohr, Visier, Schalldämpfer oder auch Magazingröße ist dabei austauschbar und kann je nach Spielweise angepasst werden. Ähnlich gilt auch für die Maschinenpistole, die uns im Nahkampf gegen mehrere Gegner effektiv zur Seite steht und die leise schallgedämpfte Pistole, die vor allem für verdecktes Vorgehen taugt. Wem das nicht reicht, der darf natürlich auch nützliche Gadgets nach seinen Vorlieben ausstatten. Bis zu sechs Ausrüstungsslots stehen uns dabei zur Verfügung – aber weit mehr Gadgets. Ob wir also mit Granaten ins Gefecht gehen, oder lieber mit Infrarotsicht und Wurfmessern – ganz unsere Entscheidung. Dem Spieler überlässt man dabei die Wahl, ob er lieber als Sniper, Ghost oder Warrior vorgehen möchte – oder alles kombiniert.

Sniper Ghost Warrior 3

Dreigliedriges Skillsystem
Hier fügt sich auch das Skillsystem mit seinen drei verschiedenen Talentbäumen ein, das ebenso namensgebend in Sniper, Ghost und Warrior unterteilt ist. Interessant dabei: Erfahrungs- und Skillpunkte sind abhängig von unserer Spielweise. Für Erfolge mit dem Scharfschützengewehr gibt es etwa Sniper-Erfahrungspunkte, für Erfolg im Nahkampf wiederum Warrior-Erfahrungspunkte. Für jeweils 1000 Erfahrungspunkte folgt dann ein Skillpunkt, mit dem wir eine von jeweils neun Fähigkeiten freischalten können. Spätestens im fortgeschrittenen Spielverlauf wird aber auch die Schwäche des Spiels ersichtlich: Wer beispielsweise bevorzugt mit dem Scharfschützengewehr unterwegs ist – weil es sich bei dem Spiel nunmal primär um ein Scharfschützenspiel handelt – der wird irgendwann seine Sniper-Skills komplett voll haben und kann seine zahlreichen überschüssigen Skillpunkte nicht in anderen Talentbäumen einsetzen, während Ghost- und Warrior-Skills oft noch frei sind. Das ist insgesamt etwas schade, da anhand der Ausrichtung des Spiels praktisch vorherbestimmt ist, welche Erfahrungspunkte wir am ehesten sammeln.

Sniper Ghost Warrior 3

Aussetzer bei KI
Man kann insgesamt also feststellen: „Sniper Ghost Warrior 3“ macht vieles anders als seine Konkurrenz „Sniper Elite 4“. Einiges davon durchaus besser, anderes allerdings wiederum auch schlechter. So etwa die KI der Gegner, die nicht so gut reagiert. Oft ist sie schlicht nicht in der Lage uns ausfindig zu machen – wenn doch, findet sie uns allerdings umso schneller und beschießt dann gleich mit Mörsern auf die richtige Position. Eine Erklärung gibt es dafür mitunter zwar schon, denn die Berechnung der Flugbahn anhand gefundener Leichen wäre denkbar – für viele Spieler bleibt aber völlig unklar, wieso der Gegner uns so schnell ausfindig machen kann. Andererseits werden Mörser nicht mehr neu besetzt, nachdem der Bediener erschossen wurde und die KI nimmt auch keine Verfolgung außerhalb des Missionsgebietes auf. Einmal den Gegner alarmiert, reicht einfaches Abwarten meist aus. Zumal auch auf Geräusche kaum reagiert wird. Das Ausnutzen von Umgebungsgeräuschen, wie etwa bei „Sniper Elite“ fehlt also völlig.

Sniper Ghost Warrior 3

Geister auf Distanz
Und obwohl die offene Welt spielerisch zahlreiche Vorzüge bietet, stellen wir aus technischen Gründen allerdings auch einen Nachteil fest. Der hängt nämlich offenbar mit der Performanceoptimierung zusammen, die dafür sorgt, dass bestimmte Objekte auf hoher Distanz nicht mehr dargestellt werden. Dummerweise betrifft das mitunter auch Gegner, die unter Umständen erst bei kürzerer Distanz spawnen. In den Missionen fällt dies oftmals noch weniger auf, da das Missionsgebiet selbst in der Regel auf höherer Entfernung dargestellt wird – sobald wir uns allerdings auf die Jagd nach „Meistgesuchten“ machen und somit nicht mehr in einem eingegrenzten Gebiet agieren, wird das Problem deutlich: So kann man Gegner beispielsweise auf 500 Meter Distanz durch das Zielfernrohr nicht mehr sehen, erkennt bei Einsatz der Drohne allerdings, dass sie beispielsweise bei 200 bis 300 Metern Distanz plötzlich erscheinen. Bei einem Scharfschützen-Shooter ein durchaus nicht unproblematisches Phänomen – wenngleich die aktuellsten Patchnotes darauf hinweisen, dass die Entwickler zumindest an diesem Problem arbeiten und Besserung versprechen. Die Performance des Spiels wiederum ist dafür ausgesprochen gut optimiert.

Sniper Ghost Warrior 3

Spannende Nebenmissionen
Apropos Missioen: Eine Sache fällt hier sehr positiv auf, denn in „Sniper Ghost Warrior 3“ sind nicht nur die Hauptmissionen überaus gelungen. In unserem Test stellten wir fest, dass auch die Nebenmissionen diesen in Sachen Umfang in nichts nachstehen und über ebenso spannende, sowie oft auch abwechslungsreiche Aufgaben verfügen. Hier kann es sogar einmal richtig spannend werden, wenn wir etwa als Scharfschütze aus der Entfernung einige andere Soldaten unterstützen, die das Gebiet infiltrieren. Wir sind spätestens in den Nebenmissionen also nicht immer allein unterwegs, was die Figuren insgesamt interessanter erscheinen lässt, als beispielsweise bei „Sniper Elite 4“. Eines steht jedoch fest: In diesem Spiel bekommen wir keine monotonen Muster bei Nebenmissionen geboten, sondern die Entwickler stecken viel Liebe zum Detail ins Missionsdesign, was dazu führt, dass am Ende niemand die Nebenmissionen auslassen möchte.

Sniper Ghost Warrior 3

B-Film lässt grüßen
Da kann man dann auch leicht darüber hinweg sehen, dass die Story doch insgesamt ein wenig an einen klassischen B-Actionfilm erinnert. Dass ausgerechnet der eigene Bruder sich auf Feindesseite im Zielgebiet befinden soll und natürlich schlagkräftige Agentinnen uns zur Seite stehen, ist dann mitunter doch etwas sehr an der Nase herbei gezogen. Dass eine gehörige Portion amerikanischer Patriotismus natürlich ebenso wenig fehlen darf, sollte somit kaum verwundern. Wer hier also eine tiefgehende Story um das amerikanisch-russische Verhältnis sucht, der wird insgesamt schwer enttäuscht werden. „Sniper Ghost Warrior 3“ konzentriert sich dann doch mehr aufs Gameplay, als darauf, eine gute Geschichte zu erzählen. Dementsprechend sehen dann allerdings auch die Zwischensequenzen aus, deren Grafik innerhalb der Videos dann doch wesentlich schlechter ausgefallen ist, als das Spiel selbst. Da das Spiel selbst aber ohnehin am meisten Spaß macht und die Zwischensequenzen auch nicht überwiegen, kann man das durchaus verschmerzen – verwundern darf es aber dennoch, dass man nicht auch solche Kleinigkeiten dann zuletzt noch abgerundet hat.

Sniper Ghost Warrior 3

Hübsches Georgien
Zumal der Shooter ansonsten auch tatsächlich gut und zeitgemäß aussieht. Vor allem in den höchsten Grafikeinstellungen kann „Sniper Ghost Warrior 3“ schließlich mit scharfen Texturen und einer wirklich hübschen Flora überzeugen. Selbiges gilt auch für die durchweg gelungenen Beleuchtungseffekte, die das Spiel zu jeder Tageszeit realistisch aussehen lässt. Hier und da mag es zwar ein paar Schwächen geben, etwa bei der häufigen Wiederholung von gegnerischen Figuren oder etwa die nicht immer überzeugende Darstellung von Tieren, als störend wird das aber eher noch nicht empfunden. Da fällt dann schon eher das hin und wieder schwächelnde Anti-Aliasing oder gelegentliche weiße Texturränder an einigen wenigen Stellen auf. Sieht man dann hingegen wiederum die hervorragenden Regen- und Wassereffekte, oder die zum Teil hübsch gestalteten Außenposten, gleicht sich aber auch das wiederum aus. Generell ist das Spiel damit zwar noch keine Grafikreferenz, kann aber durchaus als „hübsch“ angesehen werden.

Fazit:
Die neue offene Welt und das umfangreiche Missionsdesign machen sich bezahlbar: „Sniper Ghost Warrior 3“ ist somit der bisher beste Teil dieser Spielereihe und punktet mit taktischem Gameplay, vielen Freiheiten und reichlich Abwechslung bei den Missionen. Da kann man auch über kleinere Schwächen etwa bei der KI schnell hinweg sehen und Fans des Scharfschützen-Genres werden viel Spaß haben.

Sniper Ghost Warrior 3 Wertung