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How to: Baue deinen eigenen Gaming PC

How to: Baue deinen eigenen Gaming PC

Der Zusammenbau
Nun haben wir alle Komponenten zusammen, die wir für den Zusammenbau unseres Gaming-PCs benötigen. Die Aufführung von Bildschirmen und sonstiger Peripherie spare ich mir an dieser Stelle einmal, da hierfür wesentlich weniger Kenntnisse nötig sind. Den Zusammenbau beginnen wir zunächst mit dem Auspacken unseres Gehäuses, welches mit einem Gewicht von rund 12 kg daher kommt. Praktisch alles, was wir zum Einbau benötigen liegt diesem Gehäuse bei: Schrauben, Festplattenhalterungen, Anschlusskabel für Gehäuselüfter, etc. Lediglich für das gewählte Netzteil sollten wir in den entsprechenden Netzteil-Karton schauen, um dort die etwas längeren Schrauben vorzufinden, die wir für das Dark Power Pro 10 benötigen. Hier macht es zunächst Sinn, auch gleich das Netzteil einzubauen.

Das Netzteil schieben wir in die untere linke Ecke unseres Gehäuses, wo wir auch die nötigen Öffnungen für Schalter und Luftzufuhr finden können. Der Lüfter des Netzteils sollte dabei nach unten gerichtet werden, damit das Netzteil entsprechende Frischluft von unterhalb des Gehäuses ziehen kann. An dieser Stelle ist das be quiet! Silent Base 800 mit einem Staubfilter ausgestattet, den wir auf der Rückseite des Gehäuses zum Reinigen herausziehen können. Das Netzteil fest an die Rückwand gedrückt, sollte es problemlos möglich sein, die dazugehörigen Schrauben zu befestigen. Hier wird auch schnell klar, wieso ein Netzteil mit Kabelmanagement sinnvoll ist, denn: Beim be quiet! Dark Power Pro 10 müssen wir nur diejenigen Kabel einstecken, die wir auch tatsächlich benötigen. Die Beschriftung ist dabei kinderleicht, doch darauf kommen wir später zurück.

Bequiet Dark Power Pro 10

Bevor wir das Mainboard auf die Gehäuseplatte schrauben, sollten wir zunächst den Prozessor samt Lüfter anbringen. Dies gestaltet sich wesentlich leichter, solange das Mainboard noch ausgebaut ist. Dafür müssen wir erst einmal den Sockel öffnen, in dem wir den kleinen Metallhebel vorsichtig nach unten und zur Seite vom Sockel wegbewegen. Keine Sorge: Hier ist ein klein wenig Kraft nötig, die durchaus angewendet werden kann. Anschließend kippen wir die Metallplatte des Sockels nach hinten weg und entfernen die Schutzhülle aus Plastik. Da unser Prozessor nicht mehr, wie vor einigen Jahren mit Pin ausgestattet ist, müssen wir diesen nur noch auf den Sockel auflegen. Dabei fassen wir den Prozessor möglichst seitlich an, damit wir die Kontakte unterhalb der CPU nicht beschmutzen. Der Prozessor passt außerdem nur in eine Richtung in den Sockel, sodass wir dabei nichts falsch machen können. Danach nur noch den Sockel wieder schließen und ihn – natürlich ohne Plastikschutzhülle – in den ursprünglichen Zustand versetzen. Die CPU wird dabei fest in den Sockel gedrückt. Beim Verschließen besteht auch bei etwas Kraftaufwand keine Gefahr, den Prozessor zu beschädigen.

Z97-Pro Gamer Sockel

Anschließend setzen wir den Lüfter auf den Prozessor. Wir haben uns für unseren „How to“ der Einfachheit halber für den Boxed-Kühler entschieden, der dem Prozessor bereits beiliegt und praktisch ohne Aufpreis erhältlich ist. Hier finden wir ein Wärmeleitpad in Streifen bereits unterhalb des Lüfters, sodass keine weiteren Maßnahmen notwendig sind. Diesen platzieren wir auf dem Prozessor und drücken die vier Push Pins in die dafür vorgesehenen Löcher. Anschließend müssen wir nur noch den am Lüfter vorzufindenden Kabel in den „CPU Fan“-Steckplatz auf dem Mainboard stecken, welcher sich in der Nähe des Sockels befinden sollte. Andere Lüfter werden auf dieselbe Weise angeschlossen, jedoch muss in diesem Fall vorher darauf geachtet werden, dass tatsächlich ein Wärmeleitpad aufgetragen ist. Falls nicht, liegt dem Lüfter eine Paste bei, die wir in Erbsengröße auf der CPU aufbringen und anschließend mit einem Einweghandschuh zu einem dünnen Film verteilen. Dies muss dann selbstverständlich vor der Lüftermontage geschehen. Bei größeren Lüftern kann sogar eine Backplate auf der Rückseite des Mainboards nötig sein.

Nun noch die leichteste Aufgabe beim Zusammenbau: Das Einstecken des Arbeitsspeichers. Die dafür nötigen Steckplätze befinden sich meist rechts neben dem Prozessorsockel und sind auf Grund ihrer Länge kaum zu übersehen. Damit wir den Dual Mode des Mainboards nutzen können und damit bei Verwendung von zwei identischen Riegeln eine Leistungssteigerung bewirken, sollten wir darauf achte, dafür passende Steckplätze zu nutzen. Bei den meisten Mainboards sind diese farblich markiert und wir müssen die Riegel lediglich in die farblich gleichen Steckplätze stecken. Sollte keine farbliche Markierung vorliegen, so entnehmen wir die korrekten Steckplätze dem Handbuch des Mainboards. Im Falle des Asus Z97-Pro Gamer stecken wir die beiden Riegel jeweils in den ersten und den dritten Steckplatz, sodass ein freier Steckplatz dazwischen frei bleibt.

Vor dem Einbau des Mainboards ist es wichtig, die beiliegende Blende in die Gehäuserückseite einzubauen, damit die Anschlüsse später auch beschriftet sind und keine Luftlöcher offen bleiben. Das getan, kommen wir zur eigentlichen Sache:

Nun kommen wir zum Einbau des Mainboards. Beim Be quiet! Silent Base 800 funktioniert dies etwas ungewöhnlicher, als bei vielen anderen Gehäusen. Das liegt daran, dass wir zunächst zwei Abstandhalter in die Mitte der Mainboard-Befestigung schrauben müssen. Bei den meisten anderen Gehäusen müssen wir stattdessen in jedes Loch einen Abstandhalter schrauben, in die dann wiederum die eigentlichen Schrauben kommen. Da unterscheidet sich das Gehäuse grundlegend, denn einer der beiden Abstandhalter führt anschließend durch ein Loch des Mainboards, um dieses in der Mitte zu fixieren, das andere dient als Stütze der Platine. In die restlichen Löcher unseres Mainboards schrauben wir lediglich die dazugehörigen Schrauben ohne jegliche Abstandhalter. Bitte beachten: Dies lässt sich nicht auf jedes Gehäuse anwenden.

PCI Express Anschluss

Haben wir das Mainboard entsprechend montiert, kommen wir zum vermutlich wichtigsten Teil des Gaming-PCs: Die Grafikkarte. Diese lässt sich ganz einfach in den entsprechenden obersten PCI-Express x16 Steckplatz einführen. Wir lösen also zunächst die Schrauben der Rückblenden unseres Gehäuses, entfernen die zwei entsprechenden Blenden, die wir für eine Dual Slot-Grafikkarte benötigen und schieben die Grafikkarte so weit in den Steckplatz, bis die Halterung einrastet. Anschließend schrauben wir die Grafikkarte mit den zuvor entnommenen Schrauben wieder fest. Im Falle unseres be quiet Dark Power Pro 10 müssen nun nur noch den passenden Kabel aussuchen, diesen in den „PCIe“-Steckplatz 1 des Netzteils stecken und die beiden 6-poligen Enden in die Stromanschlüsse der Grafikkarte stecken. Die 2-poligen Zusatzanschlüsse des Steckers müssen bei der Grafikkarte unseres Testsystems nicht verwendet werden, könnten aber bei noch leistungsstärkeren Grafikkarten durchaus zum Einsatz kommen.

VGA Stromkabel

Da wir nun das Mainboard mit seinen Komponenten fertig montiert haben, können wir nun auch die drei bereits eingebauten Gehäuselüfter anschließen. Dafür nehmen wir die dazugehörigen Kabel der Lüfter, die bereits im Gehäuse zu finden sind und stecken diese in die „CHA_FAN“-Anschlüsse unseres Mainboards. Die Beschriftung steht dabei für „Chassis Fan“, was so viel heißt wie „Gehäuselüfter“. Durch den Anschluss an das Mainboard haben wir nun die Möglichkeit, die Geschwindigkeit der Lüfter direkt über das Board steuern zu können – so bleiben diese bei geringer Wärmeentwicklung recht leise und passen sich einer höheren Temperatur entsprechend gut an. Alternativ bietet das Netzteil allerdings auch die Möglichkeit, die Lüfter direkt an das Netzteil anzuschließen, sofern das Mainboard keine ausreichenden Anschlussmöglichkeiten bietet. Die passenden Adapterkabel liegen dem Netzteil bei.

Gehäuselüfter

Etwas fummeliger wird es derweil beim Anschluss der Buttons und Knöpfe unseres Gehäuses. Hier finden wir kleine einpolige Stecker mit der Aufschrift „PWR“ für den Powerknopf, HDD-LED für die Festplattenleuchte und vieles mehr. Meist finden wir in der unteren rechten Ecke des Mainboards eine Anreihung von Anschlüssen für diese kleinen fummeligen Kabel. Wir müssen wir lediglich darauf achten, die Kabel ihrer Beschriftung entsprechend in die dafür vorgesehenen Pins einstecken. Doch keine Panik: Der Anschluss ist weniger kompliziert, als er aussieht und im Falle eines Fehlers kann hier nicht viel passieren – im schlimmsten Fall funktioniert der Powerbutton nicht, doch einen Defekt kann der falsche Anschluss nicht herbei führen. Übrigens: Die USB 3.0-Anschlüsse unseres Gehäuses stecken wir mit dem etwas breiteren Kabel in die dafür vorgesehene Buchse auf dem Mainboard.

Bevor unser neuer Rechner jedoch funktionieren kann, benötigt auch das Mainboard noch Strom. Das be quiet! Dark Power Pro 10 ist hier bereits fertig eingerichtet: Den breiten Anschluss für die Stromversorgung unseres Mainboards ist nicht-abnehmbar bereits fest mit dem Netzteil verbunden. Wir können es daher nicht übersehen und eigentlich nichts falsch machen. Das Mainboard verfügt über lediglich einen einzelnen breiten Anschluss, in den dieser Stecker in der entsprechenden Richtung hineinpasst. Wichtig ist dabei allerdings, dass wir auch den kleinen 4-poligen Stecker ebenfalls mitanschließend und dabei – ebenfalls etwas fummelig – darauf achten, dass dieser entsprechend sitzt und vor dem Anschluss an den anderen Stecker heran „geklemmt” wird.

Um auch den Prozessor mit entsprechendem Strom zu versorgen, sollten wir nun noch den P8-Stecker sowohl mit dem Netzteil, als auch mit dem passenden 8-poligen Anschluss auf dem Mainboard verbinden. Manche, vor allem ältere Mainboards, sind hier auch mit einem 4-poligen Anschluss ausgestattet. Das Netzteil bietet hierfür passende Kabel, die wir je nach Bedarf verwenden können und einstecken können. Damit verbunden, ist unser neuer Rechner so gut wie startbereit. Nur noch die Laufwerke fehlen nun. Bevor wir damit jedoch beginnen, ein kleiner Tipp, damit ihr das Gehäuse später auch wieder schließen könnt.
Tipp für das Kabelmanagement: Obwohl das be quiet! Silent Base 800 mit recht großen Kabeldurchführungen ausgestattet ist, um die Kabel im hinteren Teil des Gehäuses zu verstecken und so die Luftzufuhr der Gehäuselüfter zu optimieren, kann es hier schonmal etwas eng werden – ironischerweise ausgerechnet bei der Verwendung der Netzteile des eigenen Herstellers. Die Netzteile von be quiet! sind schließlich dafür bekannt, in ziemlich dicker Form ausgeliefert zu werden. Das hat zwar durchaus seine Vorteile hinsichtlich Abschirmung und Sicherheit, führt aber zu Problemen beim Kabelmanagement: Damit wir das Gehäuse hinterher auch problemlos wieder schließen können, sollten wir unbedingt darauf achten, dass die Kabel auf der Rückseite sehr flach an der Gehäuseplatte anliegen. Nur dann lässt sich das Silent Base 800 problemlos schließen.

SSD

Bevor wir allerdings soweit sind, das Gehäuse schließen zu wollen, müssen wir natürlich noch die Laufwerke einbauen. Für unsere SSD bietet das be quiet-Gehäuse auf der Rückseite der Mainboard-Befestigung auch zwei Halterungen für 2,5“ SSDs. Hier können wir unsere SSD einfach befestigen und müssen diese anschließend nur noch mit dem SATA-Stromkabel, dem wir im Netzteil unter „Drives“ anschließen, sowie mit einem SATA-Kabel verbinden, den wir auf der anderen Seite in unsere SATA-Steckplätze des Mainboards einstecken. Dieselben Kabel benötigen wir übrigens auch für die Festplatten, sodass die Vorgehensweise praktisch dieselbe ist. 3,5 Zoll Festplatten können jedoch anders eingebaut werden. Be quiet! liefert hierfür mehrere Silikonschienen mit, an denen wir unsere Festplatten mittels Schrauben befestigen können. Danach lassen sich die Festplatten problemlos in die sechs dafür vorgesehenen Halterungen schieben und können auf der anderen Seite mit den Kabeln verbunden werden, die via Kabelmanagement nach vorne geführt werden. Gut gelöst und ziemlich einfach.

Last but not least bleibt natürlich eventuell der Einbau eines DVD- oder BluRay-Laufwerkes. Bei nahezu jedem Gehäuse finden wir die entsprechenden 5,25“ Schienen dafür im oberen Teil des Gehäuses. Zuvor müssen wir jedoch die Frontblende des Gehäuses abmontieren. Beim be quiet! Silent Base 800 können wir dafür die Pins von der Innenseite unseres Gehäuses lösen und anschließend die Frontblende leicht abziehen. Jetzt müssen wir nur noch die passende 5,25“ Blende von der Frontblende entfernen, die Laufwerkshalterungen lösen und das Laufwerk hineinschieben. Auch hier benötigen wir lediglich dieselben Kabel, wie bei den Festplatten: SATA-Kabel mit den SATA-Anschlüssen verbinden, Stromkabel vom Anschluss „Drives“ an das Laufwerk anschließen. Danach sollten wir das Laufwerk noch mit ein paar Schrauben auf der anderen Seite befestigen, damit es nicht rutschen kann. Mit etwas Kraft und Fingerspitzengefühl, können wir die Frontblende nun auch wieder auf der Gehäuse stecken.

Probleme könnten allerdings Fotografen bekommen, die unbedingt einen internen Cardreader verbauen möchten. Leider bietet das be quiet! Silent Base 800 keinerlei Halterungen oder Blenden für 3,5 Zoll Laufwerke. Auch der Anschluss von uralten Floppy-Laufwerken ist so nicht mehr ohne weiteres möglich. Wer darauf Wert legt, sollte sich eventuell nach einem alternativen Gehäuse umsehen. Wie dem auch sei: Nun können wir das Gehäuse wieder schließen und die Seitenwände mit den dazugehörigen Schrauben auf der Rückseite befestigen. Bevor wir den Rechner jedoch nun einschalten, sollte man auf gar keinen Fall vergessen, die beiliegenden Füße des Silent Base 800 zu montieren, da das Netzteil andernfalls keine Frischluftzufuhr erhält. Diese Füße befinden sich etwas versteckt hinter dem Styropor der Verpackung und können leicht über ein einfaches Stecksystem montiert werden. Anschließend kann das Gehäuse auch nicht mehr vom Tisch rutschen, falls wir es dort hinstellen wollen.

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1: Komponentenauswahl
3: UEFI-Konfiguration