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23
Dez

Train Simulator: Midland Main Line – London-Bedford

Die Midland Main Line nördlich von London gehört zu den Strecken von Groß-Britannien mit dem höchsten Fahrgastaufkommen. Insbesondere der Nah- und Fernverkehr ist hier stark vertreten und kann speziell im Berufsverkehr für einen strammen Fahrplan sorgen. Mit der Class 319 von First Capital Connect werden die Vorstädte und Counties bis nach Bedford verbunden, wo der Weg zunächst an St. Albans und Luton vorbei führt. Auf der überwiegend viergleisigen Strecke liefern sich die langsameren Nahverkehrszüge stets ein Wettrennen mit den schnelleren Fernverkehrszügen und dem Güterverkehr aus den anliegenden Fabriken. Denn auch Kies, Zement und Container sind auf dieser wichtigen Hauptstrecke desöfteren unterwegs und verstopfen zu den Stoßzeiten die Schienen. Da kann sich tatsächlich mal eine Herausforderung ergeben.

Kritik:
Mit dem Streckenabschnitt von London nach Bedford liefert Dovetail Games mittlerweile die vierte Train Simulator-Route mit direkter Anbindung nach London. Hier wartet schließlich der spektakuläre Bahnhof St. Pancras auf uns, den wir vor allem über die Thameslink-Strecke auf den unterirdischen Gleisen betreten. Obwohl nur 88 km kurz und damit sicherlich nicht die gesamte Midland Main Line umfassend, richtet man sich damit speziell an Freunde des Personenverkehrs, denn fünf der insgesamt sieben mitgelieferten Karriereszenarien widmen sich speziell diesem Aufgabengebiet.

Train Simulator: Midland Main Line

Kein neues Rollmaterial
Mitgeliefert werden dabei lediglich zwei verschiedene Lokomotiven. Zunächst die Class 319 der First Capital Connect als Triebfahrzeug, welches wir wahlweise in einer Einzel-, Doppel- oder Dreiertraktion fahren dürfen. Diesen steuern wir in allen fünf Passagierszenarios, können damit flotte Sprints hinlegen und erfreuen uns an der doch eher ruhigen und angenehmen Fahrweise. Vor allem in der Dreiertraktion kann sich das korrekte Anhalten am Bahnhof allerdings tatsächlich als etwas knifflig herausstellen, denn nicht zu weit vorne raus zu fahren und andererseits auch das Hinterteil korrekt zu platzieren, ist nicht immer einfach. Die realistisch eingefügten Stoppschilder für die verschiedenen Zuglängen sorgen hier aber für Abhilfe. Andererseits finden wir allerdings auch eine EWS Class 66 vor, die wir in den beiden Güterszenarien fahren dürfen und die über ein ungewöhnliches Bremsverfahren verfügt. Beide mitgelieferten Fahrzeuge sorgen aber nicht zwangsläufig für Begeisterung, da beide bereits in einem anderen Routen-DLC vorhanden waren. Somit handelt es sich also nicht um gänzlich neues Rollmaterial.

Train Simulator: Midland Main Line

Blick aufs Armaturenbrett
Während die Class 319 dabei nicht unbedingt eine echte Herausforderung darstellt, zumindest was das Fahren dieses Triebfahrzeugs betrifft, gestaltet sich die Steuerung der EWS Class 66 dann schon ein wenig anders. Hier können wir nämlich nicht in mehreren Stufen die Bremse betätigen, sondern müssen die Bremskraft zwingend auf der Anzeige am Armaturenbrett ablesen. Zunächst stellen wir die gewünschte Bremskraft ein und anschließend dürfen wir dann beobachten, wie sich die Nadel auf der Anzeige auf den jeweiligen Wert bewegt. Dadurch haben wir tatsächlich die Möglichkeit, die Bremse recht stufenlos einzustellen und müssen auch etwas vorausschauend denken. Zumal das Bremsverhalten einigermaßen realistisch ist, denn mit schweren Güterwaggons wird der Bremsweg tatsächlich auch mal etwas länger. Kommen dann noch Schnee und gelbe Signale hinzu, muss man mitunter tatsächlich etwas Ausschau nach dem nächsten Signal halten, um noch rechtzeitig bremsen zu können. Soweit recht spannend.

Train Simulator: Midland Main Line

Immer geradeaus
Die eigentliche Gleisanlage bleibt dann allerdings überwiegend viergleisig, wie bereits zuvor erwähnt. So fahren wir hauptsächlich einer Hauptstrecke entlang, die uns nahezu ausschließlich gerade aus führt und bei der jeweils zwei Gleise für eine Richtung vorgesehen sind. Interessant anzusehen sind dann diverse „Überholmanöver“, wenn wir etwa mit einem Expresszug einen langsameren Zug neben uns überholen oder umgekehrt. Dennoch bleibt die Herausforderung oftmals aus, sodass hohe Punktzahlen leicht erzielt werden können. Ein Wechseln auf Nebengleise ist fast nur bei den Güterszenarien erforderlich, oder wenn wir vor oder nach unserer Fahrt auf ein Abstellgleis müssen. Das sorgt allerdings noch nicht für allzu viel Abwechslung auf der Strecke.

Train Simulator: Midland Main Line

Gebäude wie im Original
Dass es sich dennoch um eine hübsch anzusehende und gelungene Strecke handelt, liegt speziell daran, dass man sich äußerst viel Mühe gegeben hat, die Route möglichst originalgetreu nachzubauen. Das fällt vor allem an den jeweiligen Stationen sehr positiv auf. Beispielsweise bei den realistischen Fußgängerüberwegen in Luton oder in St. Albans City. Und auch sonst stimmen insgesamt sehr viele Details, die Vegetation ist dicht und glaubwürdig und selbst in den Fabriken können wir die Container vor dem Gebäude bewundern. Man hat es außerdem geschafft, eine gänzlich fehlerfreie Strecke zu veröffentlichen, denn Bugs oder fehlerhafte Szenarien brauchen wir hier nicht zu befürchten. Hier funktioniert alles tatsächlich perfekt. Insofern steht einem angenehmen Spielvergnügen nichts mehr im Wege, solange das wiederverwertete Rollmaterial und die überwiegend gleich bleibende Strecke nicht weiter stört. Fans des Passagierverkehrs dürfen hier gerne zugreifen. Güterfreunde sollten allerdings bedenken, dass wir auf Rangieraufgaben leider gänzlich verzichten müssen.

Fazit:
Mit einem hohen Detailgrad und absolut fehlerfreien Szenarien liefert die „Midland Main Line“ eine insgesamt hochwertige und sehr hübsche Strecke ab. Das wiederverwertete Rollmaterial bestehend aus nur zwei Fahrzeugen und die über lange Abschnitte durchgehend viergleisige Strecke sorgen aber dafür, dass auch diese Route nicht ganz ohne Nachteile bleibt. Fans des Passagierverkehrs sollten die Route aber in ihrer Sammlung haben.

Train Simulator: Midland Main Line Wertung


21
Dez

Train Simulator 2017: Mannheim – Karlsruhe

Im Norden von Baden-Württemberg liegt einer der vielleicht wichtigsten Eisenbahnknoten des gesamten Südwestens. Immerhin dient dessen Hauptbahnhof als direkter Anschlusspunkt für die Fernverkehrslinien von Nordrhein-Westfalen über Frankfurt nach Basel und München. Ein Großteil des gesamten Landes wird über diesen mächtigen Umstiegsbahnhof angeschlossen und ein enormes Fahrgastaufkommen steigt regelmäßig zwischen den Fernverkehrszügen um. Und während die Rheintalbahn die kleineren Orte über Hockenheim und Schwetzigen anbindet, findet sich im südlichen Teil unterhalb des Hauptbahnhofes von Mannheim ebenso ein riesiger Umschlagplatz. Tausende von Containern, die über den Mannheimer Hafen eintreffen, werden hier verteilt, um anschließend in der Nacht ihren Weg nach Karlsruhe anzutreten. Damit wird die gesamte Route schnell zu einem hoch ausgelasteten Verkehrsknoten, der erst vor kurzem mit neuen Hochgeschwindigkeitsstrecken erweitert wurde. Nun dürfen sich auch virtuelle Fahrer an dieser spannenden Strecke versuchen.

Kritik:
Bereits beim Betreten des Zuges im Mannheimer Hbf zeigt sich, dass die Spieler kein großes Problem haben dürften, den überwältigenden Bahnhof wiederzuerkennen. Die komplexen Gleisanlagen sind nahezu originalgetreu angelegt und sogar die Oberleitungen entsprechen einigermaßen dem Original. Aber vor allem die legendäre gelbe Brücke mit ihren Straßenbahnen sorgt für den ersten markanten Wiedererkennungspunkt auf dieser Route. Die Macher haben sich alle Mühe gegeben, diese möglichst realistisch einzubauen. Schade ist an der Stelle, dass wir lediglich nach Karlsruhe fahren, denn vor allem die Einfahrt von Zügen aus Frankfurt ist entlang des Hafens mit Blick auf den Fluss doch sehr spannend. Dennoch sorgt auch die Strecke nach Karlsruhe für interessante Momente.

Train Simulator: Mannheim - Karlsruhe

Doppelte Strecke
Eigentlich hat man bei „Mannheim – Karlsruhe“ ja gleich zwei Strecken eingebaut. Da wäre einerseits die Regionalbahnstrecke der Rheinbahn, die exakt dem originalen Streckenverlauf folgt. Der Weg führt dabei neben Hockenheim und Schwetzingen auch über den erstaunlich großen Bahnhof in Graben-Neudorf. Gleich daneben findet sich dann die Hochgeschwindigkeitsroute für den Fernverkehr, auf der neben dem Intercity Express auch die etwas langsameren IC-Züge verkehren. In der Nacht dann wird die Strecke – zumindest laut dieses Routen-Addons – für den Güterverkehr freigegeben, an den wir uns in den Szenarien ebenfalls wagen können. Besonders gelungen sind entlang der Strecke dann vor allem das Industriegebiet am Mannheimer Hafen mitsamt seiner zahlreichen Rohre, die interessante Einfahrt nach Karlsruhe, als auch ein paar der größeren Zwischenstationen. Ebenso ein langer Tunnel, durch den wir uns mit dem Fernverkehr begeben dürfen.

Train Simulator: Mannheim - Karlsruhe

Umfangreiches Rollmaterial
Interessant ist wohl die Tatsache, dass dem Routen-Addon gleich vier verschiedene Lokomotiven beiliegen, was für einen solchen DLC wirklich ungewöhnlich ist. Primär begeben wir uns dabei dann in die Baureihe 189, die wir speziell im Güterverkehr entlang des Rangierbahnhofes und Umschlagplatzes steuern dürfen. Zusätzlich geht es dann mit der klassischen Baureihe 425, die wir mit ihren Triebwagen wohl im gesamten Land desöfteren bewundern dürfen, auf die Regionalbahnstrecke, ehe wir uns dann an ein paar kurze Sprints mit dem ICE 3M wagen dürfen, der ebenfalls zwischen Mannheim und Karlsruhe auf der Fernverkehrsstrecke verkehrt. Ebenfalls vorhanden ist eine Rangierlok der Baureihe 294, die wir innerhalb der Szenarien vor allem im KI-Verkehr entgegen kommen sehen und die damit den optischen Reiz der Strecke erweitert. Im Modus der „freien Fahrt“ dürfen wir aber auch an das Steuer dieser Lokomotive. Und wem das noch nicht reicht, darf auch gleich zum Twin Pack mit der Baureihe 145 greifen, die dann ebenfalls nochmal drei verschiedene Routen für die Mannheim – Karlsruhe-Strecke mitliefert.

Train Simulator: Mannheim - Karlsruhe

Triebwagen ohne Details
Schade ist derweil allerdings, dass es sich bei all dem Rollmaterial leicht nicht um die besten Lokomotiven handelt, die es mittlerweile für den Train Simulator gibt. Das liegt dann vor allem an den mangelnden Details in der Führerstandansicht, wo eben doch viele Funktionen fehlen. Das Armaturenbrett wirkt oft etwas detaillos, die Bildschirme sind nicht animiert und auch sonst lässt sich bis auf die Standardfunktionen nicht viel bedienen. In der Außenansicht sieht das dann ähnlich aus: Bei der Baureihe 425 fehlt etwa die typischen Logos des Verkehrsverbundes an den Seiten und auch bei der Fahrgastansicht stellen wir doch schnell fest, dass typische Aufkleber an den Decken und Wänden nicht durch Texturen umgesetzt werden. Dabei wissen wir doch alle, dass sich über den Türen ein Plakat mit den Linien und Strecken des jeweiligen Verbundes befindet.

Train Simulator: Mannheim - Karlsruhe

Fahren nach realem Fahrplan
Etwas realistischer wird es dann allerdings bei der Umsetzung der jeweiligen Karriereszenarien. So hält man sich doch ziemlich genau an den exakten Streckenverlauf und setzt auch die Linien korrekt um. In den Szenarien der Baureihe 425 dürfen wir etwa die Linie RB2 zwischen Mannheim und Karlsruhe fahren, die hier auch mitsamt der Liniennummer der realen Fahrt entspricht. Selbstverständlich finden wir selbige Beschriftung dann auch auf der Matrixanzeige des Zuges selbst vor. Schade ist dann, dass man jenes nicht unbedingt von den IC-Fahrten der Baureihe 145 sagen kann, wenn etwa auf den IC-Waggons solch unsinnige Angaben wie „IC RE3“ zu finden sind, die in der Realität so kaum vorkommen. Allerdings muss man an dieser Stelle eben noch einmal betonen, dass die Szenarien dieser Baureihe nicht zum Standardumfang des Routen-Addons gehören.

Train Simulator: Mannheim - Karlsruhe

Grüne Welle
Apropos Szenarien: Leider muss man ebenso feststellen, dass sich die Karriereszenarien nicht unbedingt an erfahrene Spieler richten, sondern doch eher für Einsteiger von Interesse sein könnten. Eine echte Herausforderung suchen wir schließlich vergebens. In den meisten Fällen fahren wir nämlich lediglich eine vorgegebene Strecke von A nach B ab und halten dabei an den jeweils angegebenen Stationen. Dummerweise kommt es dabei auch selten zu unvorhergesehenen Ereignissen, sodass wir doch meist nur der grünen Welle nach Fahrplan entlang fahren – eine hohe Punktzahl sollte dabei sehr einfach erreicht werden können. Beim ICE 3M wird es dann gar noch einfacher: In jeweils zwei etwa 25-minütigen Szenarien fahren wir lediglich ohne Zwischenhalt von Mannheim nach Karlsruhe oder umgekehrt und müssen nicht einmal an einem Signal halten. Richtig spannend ist das nun nicht. Da sind wir schon froh, dass wir in einem der Güterszenarien einmal überlegen müssen, welche Weichen wir zu stellen haben und hin und wieder gar Waggons ankuppeln dürfen. Eine echte Herausforderung ist aber selbst das nicht.

Train Simulator: Mannheim - Karlsruhe

Erweiterungsmöglichkeiten
Man muss abschließend wohl feststellen, dass die Strecke „Mannheim – Karlsruhe“ hauptsächlich wegen der verschiedenen Erweiterungsmöglichkeiten vor allem für Spieler mit Interesse am Güterverkehr interessant wird. So besteht bereits jetzt die Möglichkeit, mit der Baureihe 261 eine Lok namens „Voith Gravita“ zusätzlich zu erwerben, die zu den neuesten Rangierlokomotiven der Deutschen Bahn gehört. Und mit zwei weiteren Lokomotiven des privaten Leasingunternehmens MRCE gibt es noch weiteres Rollmaterial mit passenden Güterszenarien für diese Strecke. Die bereits vorhandenen und durchaus abwechslungsreichen Güterwaggons dürften dann auch die Möglichkeit bieten, interessante Zugkombinationen zusammenzustellen, die dem realen Bahnverkehr auf der Strecke einigermaßen entsprechen.

Fazit:
Mit umfangreichem, aber nicht ganz so detailliertem Rollmaterial und eher einfachen Karriereszenarien richtet sich die „Mannheim – Karlsruhe“-Strecke vor allem an Einsteiger, die sich zunächst gutes Basismaterial zusammenkaufen möchten. Erfahrenere Spieler kommen für die nötige Herausforderung allerdings nicht drumherum, weitere Lokomotiven käuflich zu erwerben. Insgesamt richtet sich die Strecke zudem primär an Güterzugfans, da die interessantesten Szenarien dieses Aufgabengebiet umfassen.

Train Simulator: Mannheim - Karlsruhe Wertung


09
Dez

Im Beta-Test: Train Sim World – CSX Heavy Haul

Die amerikanische und kanadische Eisenbahn ist vor allem für ihre aufwändigen und schweren Gütertransporte bekannt, statt für klassische Passagierfahrten im Regionalverkehr. Als Rangier-Lokführer des amerikanischen Unternehmens CSX Transportation kümmern wir uns entlang diverser Güterbahnhöfe um die im typischen blau-gelb gehaltenen schweren Güterlokomotiven und müssen unter anderem Kohlewaggons an ihren jeweiligen Zustellungsort bringen. Denn während wir einerseits in komplexen Rangieraufgaben die passenden Züge für ihre Fahrt bereitstellen, wollen einige Züge auch entlang des Sand Patch Grades an ihr Ziel gebracht werden. Nicht immer eine leichte Aufgabe, wenn man plötzlich doch alles selbst machen muss…

Kritik:
Bereits vor Jahren hat Dovetail Games für ihren Train Simulator eine gänzlich neue Version mit neuer Grafikengine angekündigt, die nicht mehr unter den Limitierungen der alten 32-Bit-Engine zu leiden hat. Mittlerweile ist es soweit und die erste spielbare Version des Nachfolgers unter dem Titel „Train Sim World“ befindet sich in der offenen Beta. Käufer der „Train Simulator 2017 – Pioneers Edition“ erhalten seit gestern automatisch Zugang zu der neuen Beta. Und da hat sich einiges geändert, nicht nur grafisch.

Train Sim World

Demonstration der Zukunft
Generell kommt die Beta natürlich zunächst mit einem recht kleinen Umfang daher, möchte man hier schließlich die Zukunft des Train Simulators demonstrieren und den Spielern zeigen, in welche Richtung es demnächst gehen wird. Der offizielle Release der „CSX Heavy Hault“ ist bereits für den Februar geplant und bietet nach aktuellem Stand lediglich eine Lokomotive, eine Route und zwei Szenarien. Darin enthalten sowohl eine einfache Güterfahrt, als auch eine etwas komplexere Rangieraufgabe an einem Umschlagbahnhof. Zusätzlich finden wir natürlich drei Tutorials und auch die Funktion der freien Fahrt mit jeweils zwei Abschnitten – nordwärts und südwärts – ist enthalten. Dazu aber später mehr.

Train Sim World

Lokführer muss selbst Hand anlegen
Zu den neuen Features gehört aber vor allem auch, dass der Spieler nun erstmals selbst Hand anlegen muss und der Arbeitsalltag eines Lokführers realistisch simuliert wird. Das ist zugleich auch der eigentlich spannende Teil der Beta, denn wir sitzen hier nicht zu Beginn einfach in einem Zug und müssen nur noch los fahren. Wie in der Realität können wir uns jetzt frei in der Ego-Perspektive bewegen und warten zunächst beispielsweise auf einen einfahrenden Zug, den wir übernehmen. Wir müssen diesen anschließend selbst betreten und die Vorbereitungen treffen. Das bedeutet allerdings auch, dass nun erstmals Szenarien möglich sind, in denen wir die Lokomotive gänzlich wechseln und beispielsweise mehrere Loks rangieren müssen. Gerade Güter- und Rangieraufgaben können damit um einiges spannender werden und den Szenarienbauern werden sich neue Möglichkeiten eröffnen.

Train Sim World

Spannend ist dabei allerdings, dass wir tatsächlich – wie ein echter Lokführer – auch einmal aussteigen müssen. So besteht erstmals die Möglichkeit, die Lokomotive und Waggons auch komplett manuell an- und abzukoppeln. Dazu gehören auch physische Verbindungen der elektrischen Leitungen, wie wir sie von echten Zügen kennen. Dafür muss sich der Lokführer allerdings auch mal bewegen. Selbiges gilt für Weichen, die wir manuell umstellen müssen. Hier wird nicht mehr einfach nur kurz geklickt, sondern wir müssen tatsächlich aussteigen und zur Weiche hinlaufen. Interessant: Bereits in der Beta-Version waren auch Drehscheiben manuell bedienbar. Nun bleibt natürlich die Frage, wie man dies in Passagierszenarien einbaut. Zufallsereignisse wie blockierte Türen oder randalierende Fahrgäste wären grundsätzlich umsetzbar, ebenso Fahrerwechsel an einem Bahnhof. Insofern sieht „Train Sim World“ schon sehr vielversprechend aus.

Train Sim World

Schnee und schlechte Sicht
Zeitlich wohl mehr als passend führt man übrigens auch neue Wettereffekte ein, die sich tatsächlich sehen lassen können. Wenn wir einmal richtig in weihnachtliche Stimmung kommen möchten, bietet es sich nämlich an, in der freien Fahrt doch auch mal den Schneesturm auszuprobieren. Und dieses Mal wird kein Repaint des Zuges mehr benötigt, um den Schnee auch auf der Lokomotive und den Waggons darzustellen. Nun fällt der Schnee endlich physisch auf das Rollmaterial und bildet einen ansehnliche Schneeschicht. Die ansonsten in der Luft herabfallenden Schneeflocken sorgen dann auch für realistische Sichtverhältnisse, die ein Fahren tatsächlich erschweren. Und auch Nebel wird nun endlich zu einer richtigen Brühe, bei der Sichtfahrten nur schwer möglich sind. Auch hier darf sich der Spieler auf gelungene Neuigkeiten freuen.

Train Sim World

Fehlende Features
Apropos Sichtfahrten: Einige altbekannte Features fehlen in „Train Sim World“ aber bisher leider noch. So müssen wir noch auf eine Distanzanzeige verzichten, die uns die Entfernungen von Signalen, Geschwindigkeitsbegrenzungen und Steigungen anzeigt. In der aktuellen Beta-Version ist die Fahrt auf Sicht noch die einzige Option, die sich uns bietet. Auch einen Fahrplan mit zeitlicher Begrenzung suchen wir bisher vergeblich. Wir sind aber zuversichtlich, dass dieser bis zum offziellen Release noch den Weg in das Spiel finden wird. Man könnte insofern die Beta eher als eine Technik-Demonstration für die Zukunft des Train Simulators betrachten, denn als ein bereits fertiggestelltes Spiel. In jedem Fall bietet sich allerdings bereits ein interessanter und positiver Einblick. Daher haben wir uns auch dazu entschlossen, in dieser Preview ausschließlich echte Ingame-Screenshots zu verwenden, die bei maximalen Einstellungen und Full HD entstanden sind.

Train Sim World

Performance braucht Verbesserungen
Besonderes Augenmerk liegt bei den Spielern aber vermutlich auf der Grafik. Die neue Unreal Engine sorgt zunächst einmal dafür, dass ständige Nachladeruckler auf Grund von Engine-Limitierungen nun endlich ein Ende haben. Die typischen Framedrops trotz starker Hardware, die wir aus Train Simulator 2017 noch gewohnt sind, tauchen nicht mehr auf. Und dennoch ist die bisherige Performance noch enttäuschend, da die Framerate auch auf schnellen Rechnern nicht gerade hoch ist. In unserem Test erreichten wir gerade einmal 20 – 30 Frames pro Sekunde – auf einer GTX 970. Und auch andere Spieler mit noch schnelleren Grafikkarten berichten von enttäuschender Performance. Hier hoffen wir auf deutliche Verbesserung bis zum Release. In einer Beta darf das noch passieren, beim Release im Februar nicht mehr.

Train Sim World

Davon abgesehen schauen aber vor allem die Zugmodelle deutlich besser und auch plastischer aus. Insgesamt finden wir deutlich mehr Details und können bereits an der CSX-Lokomotive alles bedienen, was sie anbietet. Sogar Türen und Sonnenschutzblende lassen sich bewegen. Das ist schon weit mehr, als wir es von den meisten TS2017-Lokomotiven bisher gewohnt waren. Etwas enttäuscht sind wir aber auch hier bei der Umgebungsgrafik. Vor allem Gebäude und Landschaften haben sicherlich noch etwas Luft nach oben, auch wenn sie schon besser als beim Train Simulator 2017 aussehen. Dennoch ist die hier zu sehende Grafik selbst auf maximalen Einstellungen noch nicht zeitgemäß und frisst gerade angesichts dieser Optik deutlich zu viel Leistung.

Train Sim World

Fazit:
Die neue Beta der „Train Sim World“ bietet einen spannenden Einblick in die Zukunft des Train Simulators und zeigt einige gelungene neue Features, die das Potential haben, dieses Spiel zu einem der besten Simulatoren der vergangenen Jahre zu machen. Dennoch benötigt die Simulation noch dringende Performance-Verbesserungen, da sie aktuell wohl für viele Spieler kaum flüssig spielbar sein dürfte.


22
Okt

Mafia 3

Erst vor kurzem ist der Afroamerikaner Lincoln Clay aus dem Vietnamkrieg zurückgekehrt, da muss er auch schon feststellen, dass sein Land es nicht sonderlich für nötig hält, ihm etwas Dank zu zeigen. Tagtäglich ist er mit überall präsentem Rassismus gegen Schwarze konfrontiert und wird mitunter sogar aus diversen Restaurants wegen seiner Hautfarbe geschmissen. Als dann auch noch seine Kumpels von der italienischen Mafia ermordet werden, hat er endgültig die Schnauze voll. Lincoln setzt fortan alles daran, seine Freunde zu rächen und den Mafiaboss Marcano ausfindig zu machen. Doch damit ihm das gelingt, muss er sich zunächst seine Unterbosse schnappen und eines seiner illegalen Geschäfte nach dem anderen übernehmen. Doch während seines blutigen Rachefeldzuges durch die Straßen von New Bordeaux entsteht mit ihm längst eine gänzlich neue Mafia, angetrieben von der Ideologie der Black Power-Bewegung.

Kritik:
Mit neuem Entwicklerteam, einem ebenso neuem Antihelden und einer gänzlich anderen Umgebung geht die beliebte „Mafia“-Reihe nun in die dritte Runde und versucht den Anschluss an die ersten beiden Kultspiele zu gewinnen. Bei einigen Spielern gingen schon bei der ersten Vorstellung des Spiels die Alarmglocken an, verbanden sie die Reihe doch eher mit kantigen italienischen Gangstern und einem gewissen Stil. Dass ausgerechnet ein Afroamerikaner in der US Army-Jacke die Hauptrolle übernommen hat und vor lauter Hass gegen die Mafia und andere Rassisten den Rambo spielt, mag auf den ersten Blick irritierend erscheinen. Dabei hat gerade eine solche Story hervorragendes Potential für ein Open World-Game.

Mafia 3

Die Welt des Rassismus
Und tatsächlich gelingt es „Mafia 3“ eine solch beklemmende Welt einzufangen, in der die Apartheid noch eine wichtige Rolle spielt und die Vorurteile gegenüber Schwarzen stets allgegenwärtig sind. Das merkt man nicht nur daran, dass Lincoln Clay auf Grund der Lebensumstände einen gewissen Hass auf die rassistischen Weißen entwickelt, sondern auch an den vielen Situationen in der offenen Welt. Die Entwickler von Hangar 13 haben es nämlich geschafft, eine detaillierte und authentische Open World-Umgebung zu schaffen, in der der reguläre Alltag stets seinen Lauf nimmt. Da braucht Lincoln nur in gewissen Gegenden über die Straße zu laufen und bekommt mitunter von seinen weißen Passanten bereits dumme Kommentare zugeworfen. In manchen Restaurants sind Farbige unterdessen nicht erwünscht und der Wirt reagiert dementsprechend aggressiv und herablassend auf sein Erscheinen, verweigert verbal sogar die Bedienung. Und wenn sich ein Polizist über Schwarze herzieht, was wahrlich keine Seltenheit ist, stimmt der Radiomoderator diesem voller Gelächter wie selbstverständlich zu.

Mafia 3

Inhalte ohne Funktion
Und gerade an diesen Stellen kommt bei uns besonders viel Verwunderung auf, wenn wir doch sehen, welch lebendige Welt die Entwickler hier geschaffen haben und sie doch nicht bis zum Ende ausführen. So gibt es tatsächlich fast an jeder Ecke betretbare Geschäfte, Restaurants, Bars, Tankstellen und sogar Casinos. An den Tischen sitzen Kunden und genießen ihr Essen, Servicekräfte laufen durch die Lokale und servieren die Bestellungen auch Kellner oder Wirte sind überall zu finden. Und doch haben wir im gesamten Spiel nicht ein einziges Lokal gefunden, in dem wir tatsächlich mit den Mitarbeitern hätten interagieren können. Da baut man etliche Restaurants ein und Lincoln kann trotzdem nirgendwo etwas zu Essen bestellen. Dass manche Restaurantbetreiber lautstark äußern, Schwarze seien nicht erwünscht, ist dann schon beinahe völlig egal, wenn wir ohnehin nirgends etwas bestellen können. Dabei wäre doch der Aufwand sicherlich nicht so groß gewesen, echte Bestellungen und damit einhergehende potentielle Auseinandersetzungen einzubauen. Dasselbe übrigens bei Straßenhändlern: Ob Hähnchenbude oder Kiosk – eine Funktion zum Interagieren besteht nirgendwo.

Mafia 3

Abwechslung in der Stadt
Einen wirklichen Anreiz, einfach mal durch die Stadt zu schlendern und irgendwelche spaßigen Dinge zu tun, gibt es somit also nicht. Minispiele suchen wir letztendlich sogar ebenso vergeblich, obwohl Casinos mitsamt Roulettetischen vorhanden wären. Ohne große Umschweife stürzen wir uns also auf die jeweiligen Missionen, obwohl die Stadt ansonsten sehr abwechslungsreich gestaltet wurde und viel zu entdecken bietet. Nirgendwo in der durchaus großen Stadt entsteht dabei ein Wiederverwertungseffekt und jeder einzelne Stadtbezirk sieht vollkommen unterschiedlich aus. Von der Innenstadt mit seinen vielen Geschäfte, über die heruntergekommenen Gegenden des Hollow, bis hin zu den eher grünen Plantagen im Bayou hätte man eigentlich allen Grund, sich die Gegend einmal anzuschauen. Wenn es denn irgendetwas zu sehen gäbe.

Mafia 3

Nichts Neues in New Bordeaux
Um genau diese Bezirke geht es derweil übrigens, denn um den großen Gangsterboss herauszulocken, müssen wir zunächst einen Bezirk nach dem anderen unter unsere Kontrolle bringen. Und das läuft stets nach demselben Muster ab. In jedem einzelnen Bezirk finden wir einen Unterboss, nach dessen Erledigung wir den Bezirk übernehmen und an einen unserer drei aktiven Verbündeten delegieren können. Damit das klappt, sind aber zunächst einige Nebenmissionen nötig. Zuerst müssen wir Informanten befragen, Zielpersonen ermorden oder Gegenstände stehlen, bis wir eine bestimmte vorgegebene Schadenssumme erreicht haben. Danach konfrontieren wir den Capo des jeweiligen Geschäfts im Kampf und wiederholen dieselbe Prozedur beim nächsten illegalen Geschäft. Solange, bis wir alle Geschäfte des jeweiligen Bezirkes übernommen haben und den Unterboss bekämpfen. Und wer denkt, danach käme Abwechslung hat sich getäuscht: Ist der eine Unterboss erledigt, kommt dasselbe Prozedere im nächsten Bezirk an die Reihe. Solange, bis wir Marcanos Verwandte und anschließend ihn selbst ermorden können. Auf Dauer nicht sonderlich abwechslungsreich.

Mafia 3

Tiefgründige Rassismusstory
Dabei ist das geradezu schade, denn die eigentliche Rahmenhandlung hätte genügend Potential geboten, auch interessante Missionen zu bieten. Nach jedem erledigten Unterboss und Capo erwarten uns schließlich einige Storyschnipsel, die uns im dokumentarischen Stil innerhalb von Zwischensequenzen präsentiert werden. Da sprechen wir hier mal mit unserem besten Freund, einem Pfarrer, an anderer Stelle mit einem korrupten CIA-Agenten und bekommen gelegentlich sogar einen Einblick in die Klu-Klux-Klan oder den illegalen Machenschaften der italienischen Mafia. Und zwischendurch sammeln wir wertvolle Verbündete, die für uns die jeweiligen Bezirke kontrollieren und uns mit wichtigen Dingen versorgen. Darunter Waffen, Geldlagerungen, Polizeibestechungen, Autolieferungen und ähnlichen mehr oder weniger sinnvollen Sachen. Schade ist gerade deshalb, dass wir fast nie gemeinsame Missionen mit unseren Verbündeten absolvieren und auf dieser spannenden Story bei den Missionen überhaupt nicht aufgebaut wird. Mit Ausnahme einer einzigen, etwas an „Hitman“ erinnernden Mission, bei der wir als Servicekraft im Anzug eine Trauerfeier unterwandern.

Mafia 3

GTA trifft Hitman
Das Gameplay gestaltet sich demnach also auch nicht besonders abwechslungsreich, da wir stets die Wahl haben, ob wir im offenen Kampf oder im schleichenden Stealth-Modus unsere Ziele erfüllen. Prinzipiell bietet sich dabei eher letzteres an, was vor allem die entsprechenden Genre-Fans begeistern dürfte. Hauptsächlich schleichen wir uns dabei durch die jeweiligen feindlichen Zonen, huschen von einer Deckung zur nächsten und schalten die Gegner mit einem Messer von hinten aus. Das klappt auch ganz gut, da wir diese mit einem Pfiff mitunter sogar anlocken können. Abgesehen von einigen gelegentlichen Bugs, bei denen Gegner auch schonmal durch Wände schauen können, ist das aber nicht wirklich schwierig und kann mit anderen Genrevertretern kaum mithalten. Da das Feature des Kleidungswechsels ebenfalls nicht zur Verfügung steht, können wir eine unentdeckte Infiltration durch Verkleidung also auch – anders als bei „Hitman – nicht taktisch einsetzen. Und fehlende technische Gadgets, wie wir sie etwa aus „Splinter Cell“ kennen, verhindern einen allzu hohen Anspruch beim Stealth-Gaming.

Mafia 3

Dumm wie Stroh
Schade ist dann unterdessen, dass nicht wenigstens die KI der Gegner für Herausforderungen sorgt. So verhalten sich vor allem gegnerische Personen insgesamt sehr idiotisch und können mit einfachen Mitteln ausgetrickst werden. Haben diese uns einmal gesehen, passen sie sich beispielsweise nicht an unseren Weg an, sondern laufen ganz vorgegebene Routen ab. Für uns ein Leichtes, sich entsprechend zu verstecken und den Gegner auszuschalten, obwohl er eigentlich wissen müsste, wo wir uns befinden. Anders hingegen im Kampf: Hier gelingt es den Gegnern offenbar auch durch Wände hindurch sofort zu wissen, wo wir uns aufhalten und aus allen Richtungen direkt auf uns zuzulaufen. Nicht immer ganz fair. Schaffen wir es dann jedoch, solange auszuharren, bis die Gegner ihren Kampfmodus beenden, gehen diese wieder ihre vorgegebenen Routen. Mit einer intelligenten oder gar zeitgemäßen KI hat dieses Verhalten jedenfalls recht wenig zu tun.

Mafia 3

Schießwütige Polizisten
Nicht viel anders sieht das dann übrigens bei den Polizisten aus. Obwohl wir uns in ihrer Sichtweite befinden, können wir nahezu jedes Verbrechen begehen, das uns beliebt, ohne dass dies negative Konsequenzen hätte oder die Cops tatsächlich aktiv werden lässt. Raserei in der Innenstadt, Autounfälle, Fahren über Rot und andere Delikte werden zu keiner Zeit geahndet, obwohl die Polizei direkt daneben steht. Erst wenn ein Passant eine Straftat beobachtet und die Cops ruft, werden diese aktiv und beginnen, nach uns zu suchen. Einzige Ausnahme: Wird die Polizei direkter Zeuge eines Mordes, beginnen die Aktivitäten sofort. Dann allerdings zeigen diese sich ebenso radikal rassistisch, denn als schwarzen Afroamerikaner eröffnen sie bei einer Fahndung direkt das Feuer und versuchen erst gar nicht, die Zielperson festzunehmen. Ob das einfach nur einer schlechten künstlichen Intelligenz geschuldet ist oder tatsächlich bewusst die ausufernde Polizeigewalt gegenüber Schwarzen hervorheben soll, darüber lässt sich allerdings leider nur spekulieren.

Mafia 3

Menschen von nebenan
Da sind wir fast schon froh, dass sich die normalen Bürger der Stadt ein wenig glaubwürdiger verhalten und auch auf unsere Verbrechen etwas realistischer reagieren. Raserei mit dem Auto ignorieren sie zwar trotzdem, aber ein Diebstahl oder Gewaltakt wird hier ausnahmsweise nicht einfach so ignoriert. Dank dem hohen Vorkommen von Telefonzellen zögern die Passanten bei der Beobachtung eines Verbrechens jedenfalls nicht lange, die Cops zu rufen. Kurios war dabei allerdings mitunter, dass sowohl Passanten, als auch Polizisten die Straftaten der weißen Mafia gerne einmal großzügig übersehen. Aber auch das trägt womöglich dazu bei, dass der US-amerikanische allgegenwärtige Alltagsrassismus der 60er Jahre noch ein bisschen intensiver deutlich wird.

Mafia 3

Echtes 60er Jahre Feeling
Apropos 60er Jahre: Nicht nur optisch und durch das Verhalten der Menschen fühlen wir uns schnell in die damalige Zeit zurückversetzt, sondern auch durch den hervorragenden Soundtrack. Die Entwickler von Hangar13 haben es sich schließlich nicht nehmen lassen, hundert der besten Tracks des damaligen Jahrzehnts zu lizenzieren und praktisch in der Dauerschleife laufen zu lassen. Dank Autoradio haben wir auch stets die Möglichkeit, in den Genuss der alten Songs zu kommen. Kult-Hits von Creedance Clearwater Revival, Johnny Cash oder den Rolling Stones warten nur darauf, von uns geradezu „gesuchtet“ zu werden. Denn man muss schon ehrlich sein: Trotz unterschwellig rassistischer Radiosendungen wie „Native Son“ erwischen wir uns doch immer wieder dabei, wie wir vor der nächsten Mission einfach ein paar Minuten länger im Auto sitzen bleiben, um den aktuellen Song noch zu Ende hören zu können. Übrigens: Das ist nicht der einzige Punkt, den die Entwickler soundtechnisch richtig machen, denn sowohl die englische, als auch die deutsche Vertonung sind durchweg gelungen. Im englischen dürfen wir uns dabei sogar über die Stimme von „Star Trek: Voyager“-Star Tim Russ freuen.

Mafia 3

Technische Mängel
Am Ende sind es dann vor allem die technischen Mängel der PC-Version, die das Spielerlebnis noch ein wenig trüben – und das, obwohl kurz nach dem Release bereits ein 1,3 GB großer Patch erschienen ist, der immerhin die Framerate-Begrenzung entfernt und das Wetterverhalten optimiert hat. Doch auch danach müssen wir uns gelegentlich noch mit einigen fehlerhaften und flackernden Texturen herumschlagen, wundern uns über teils mysteriöse Clippingfehler (z.b. wenn das Auto in der Straße versinkt) oder ärgern uns über diverse Abstürze, bei denen das Spiel ohne jegliche Fehlermeldung einfach beendet wird. Das kommt zwar nicht in einer Häufigkeit vor, dass es allzu sehr stört, hinterlässt aber einen faden Beigeschmack angesichts der herausragenden und größtenteils fehlerfreien Vorgänger. Ganz zu schweigen von diversen anderen kleinen Bugs, wie etwa gelegentlich keine Granaten kaufen oder die nächste Tür öffnen zu können, oder einer manchmal etwas unscharf erscheinenden, zu lichtdurchfluteten Grafik.

Fazit:
Mitten in den rassistischen 60er Jahren von Amerika helfen wir einem aufsteigenden Afroamerikaner bei einem Rachefeldzug gegen die italienische Mafia und bauen langsam mit interessanten Charakteren ein eigenes Imperium auf. Durch das generische Missionsdesign, zahlreiche technische Bugs und vieler nicht zu Ende geführter Features bleibt „Mafia 3“ allerdings qualitativ deutlich hinter den Vorgängern zurück.

Mafia 3 Wertung


29
Sep

Fernbus Simulator

Das Fernbusgeschäft war einst hart umkämpft. Verschiedene große Unternehmen, darunter MeinFernbus und Postbus standen in Konkurrenz zu Flixbus, die sich schnell als Marktführer etablieren konnten. Nach der Liberalisierung des Fernverkehrs hat auch der Hype nicht lange auf sich gewartet. Die Branche hat geboomt und zahlreiche Fahrgäste sind wegen der günstigen Preise auf die modernen Reisebusse umgestiegen. Nun allerdings sind die meisten Konkurrenzunternehmen aus dem Weg geräumt und beinahe ein Monopol im Fernbusmarkt entstanden. Flixbus wird in Kürze fast als einziger Anbieter noch übrig sein. Und nun haben wir tatsächlich die Möglichkeit, selbst in den Beruf des Busfahrers zu schlüpfen und einen dieser hübschen grünen Busse über die Autobahnen des Landes zu fahren. Denn der „Fernbus Simulator“ ist letztendlich nichts anderes als ein „Flixbus Simulator“.

Kritik:
Man könnte den „Simulator“ daher wohl durchaus auch fast als Werbespiel bezeichnen, würden nicht knapp dreißig Euro für das Spiel berappt werden müssen. Unter diesen Umständen nämlich würden Simulationsfans dann doch etwas mehr erwarten, als lediglich Marketing für den größten Fernbusanbieter. Fraglich ist allerdings, ob sie das auch bekommen, denn beim „Euro Truck Simulator“, der das Genre fast als einziges qualitativ beherrscht, wollte man sich wohl nicht allzu viel abschauen.

Fernbus Simulator

Flixbus ist müde
Unterm Strich ist der „Fernbus Simulator“ nämlich nichts als ein großes Desaster, um nicht gar zu sagen, ein „Bug-Fest“. Nicht einmal die wesentlichen Basics einer Fahrsimulation wurden tatsächlich ordentlich umgesetzt, was mitunter auch dazu führt, dass sich selbst die Fahrphysik des Busses mitunter überaus merkwürdig verhält. Ein gekonntes Fahren um die Kurve etwa ist kaum möglich, wenn sich das Fahrzeug bei jeder Bewegung des Lenkrads fast wie ein Motorrad in die Kurven legt und die meist nervigen Fahrgäste sich sofort über das „Lenkfehlverhalten“ beschweren. In den Optionen lässt sich die Neigungssensibilität zwar senken, doch selbst die niedrigste Stufe stellt dabei noch eine seltsame Definition von „niedrig“ dar. Dass der Bus nicht umkippt, wie die Passagiere wohl zurecht befürchten, grenzt an ein Wunder. Die Steuerung ist somit eine echte Katastrophe. Selbst wenn es offiziell einen Gamepad- und Lenkradsupport gibt, bei dem wir leider nicht herausfinden konnten, wie dieser funktioniert. Unser Logitech Dual Action verweigerte jedenfalls partout seinen Dienst in diesem Spiel.

Fernbus Simulator

Haare des Grauens
Dabei ist das noch längst nicht die Spitze des Eisbergs an Kuriositäten, die uns der „Fernbus Simulator“ hier vorsetzt. Zu Beginn des Spiels starten wir nämlich als Fußgänger direkt vor unserem Bus und müssen diesen zunächst einmal betreten, starten und die Türen schließen. Doch den Bus nicht einmal betreten, werden wir bereits auf einen merkwürdigen Grafikfehler aufmerksam. Zumindest dachten wir das, konnten wir uns die seltsamen Grafikartefakte am Himmel zunächst nicht anders erklären. Das was hier allerdings aussieht wie ein falsch positionierter Schatten des fünf Meter hinter uns stehenden Baumes, stellt sich schon bald als – und jetzt kommt’s – die Haare unseres Busfahrers heraus, die wir von unten begutachten können. Besonders ekelhaft wird es allerdings, wenn wir während dem Fortbewegen nicht nach oben, sondern nach unten schauen. Dort starren wir nämlich – igitt – direkt auf den Unterkiefer unserer Spielfigur und dürfen statt Busfahrer einmal Zahnarzt spielen. Warum wir beim Blick nach oben allerdings ausschließlich Haare sehen, nicht jedoch das Gehirn des Busfahrers, wollten wir an dieser Stelle lieber nicht herausfinden – können es uns angesichts der restlichen Qualität des Spiels allerdings denken.

Fernbus Simulator

Faszination Trash
Dass solche Spiele dann aber dennoch einen durchaus respektablen Absatz finden, kann wohl kaum an der Qualität des Produktes liegen. Es lässt sich wohl nur durch dieselbe Faszination begründen, wegen der manche Zuschauer sich auch Filme wie „Sharknado“ anschauen. Den größten Unterhaltungswert hat hier jedenfalls nicht das Busfahren, sondern eher das Entdecken von Bugs und Kuriositäten – und davon finden wir hier reichlich. So verhält sich vor allem die KI der anderen Fahrzeuge mitunter sehr merkwürdig und ein wenig lebensmüde. So manches Mal haben wir auf der entgegenkommenden Fahrbahn einen Lastwagen mitten auf der Strecke grundlos nach rechts abbiegen sehen, bis er direkt in parkende Autos fuhr. Gänzlich ohne Vorankündigung und ohne erkennbaren Grund. An anderer Stelle schweben Lastwagen einfach in der Luft herum, oder die Türen des Busses lassen sich nicht mehr öffnen. Wir können also unseren eigenen Bus selbst als Fahrer nicht mehr verlassen. Und damit haben wir wohl noch nicht einmal alle offensichtlichen Bugs angesprochen.

Fernbus Simulator

Geisterland Deutschland
Da erscheint die gänzliche Abwesenheit von Fußgängern im gesamten Land geradezu vernachlässigbar. Obwohl eine entsprechende Bewertung im Endergebnis nach unserer Fahrt auftaucht (so gibt es Abzüge für gefährdete Passanten), haben wir keinen einzigen Passant auf der Strecke sehen können. Nicht einmal vor großen Bahnhöfen wie Köln, Frankfurt, Berlin und vielen anderen lassen sich irgendwelche Fußgänger ausmachen. Lediglich unsere eigenen Fahrgäste an den Flixbus-Haltestellen tauchen immerhin auf, um sich dann einzuchecken und sich in den Bus teleportieren zu lassen. Und selbst da haben es die Entwickler offenbar nicht geschafft, für genügend Abwechslung zu sorgen. Gefühlt gibt es ein und dieselbe Person in zigfacher Ausführung, die als Doppelgänger vor der Tür unseres Busses steht. Spätestens an dieser Stelle fragt man sich, ob der „Fernbus Simulator“ einfach nur unfertig oder lieblos hingeklatscht ist. Dass es sich hierbei wohl um das schlechteste Spiel des Jahres handeln mag, lässt sich kaum verleugnen. Dagegen ist selbst der Landwirtschaftssimulator ein Qualitätsprodukt.

Fernbus Simulator

Der unkaputtbare Bus
Eigentlich wollte ich ja an dieser Stelle nun endlich mal etwas Positives erwähnen, stelle aber fest, mit den negativen Punkten dieses Spiels längst nicht am Ende zu sein. So gibt es uns etwa Rätsel auf, wieso der gesamte Bus über keinerlei Schadensmodell verfügt und selbst nach einem Überschlag noch in einwandfreiem Zustand ist, die Türen aber trotzdem gelegentlich nicht funktionieren wollen. Dieses Schadensmodell fehlt unterdessen aber natürlich auch bei allen anderen Fahrzeugen, die nach einem Unfall einfach weiterfahren, als wäre nie etwas gewesen. Lediglich eine kleine, nicht wirklich nennenswerte Abwertung im Endergebnis haben wir zu befürchten. Aber angesichts dessen, dass die Missachtung von roten Ampeln und etlicher anderer Verkehrsregeln keinerlei Folgen hat, spielt das kaum mehr eine Rolle. Und selbst der Fahrplan ist derartig großzügig gestaltet, dass wir nicht einmal unter Zeitdruck stehen oder irgendeine Spannung entstehen könnte. Bei einer Route mit mehreren Haltestellen, sind wir zwangsläufig früher oder später mehr als zwei Stunden zu früh. Hach, würden doch bloß die echten Flixbusse so schnell fahren. Andererseits: In diesen Bus hier möchte wohl auch niemand steigen.

Fernbus Simulator

Keine Konkurrenz
Apropos Busse: Besonders große Vielfalt gibt es derweil auch nicht, denn im „Fernbus Simulator“ können wir lediglich zwei Busse von Flixbus fahren. Darunter einen mit zwei und einen mit drei Achsen. Faszinierend. Selbst auf den in der Realität auftauchenden Doppeldecker-Bus von Flixbus (mit dem ich übrigens selbst bereits gefahren bin), müssen wir hier verzichten. Aber immerhin können wir zwischen der neuen „Flixbus“-Lackierung und der alten „MeinFernbus / Flixbus“-Lackierung wählen. Noch nie sind wir mit derartig umfangreichen Features so überfordert worden. Dabei macht es der „Euro Truck Simulator 2“ eigentlich seit Jahren vor, wie es richtig geht: Ein umfangreicher Fuhrpark, Tuningmöglichkeiten und gar ein eigenes Unternehmen, welches wir von Beginn an aufbauen können. In diesem „Simulator“ ist davon allerdings gänzlich Fehlanzeige. So wie Flixbus auch in der Realität fast ein Monopol besitzt, ist jenes Monopol in diesem Spiel wohl längst vollendet. Wobei: Es gibt ja nicht einmal andere Flixbusse, die uns auf der Autobahn entgegen kommen.

Fernbus Simulator

Jegliches Potential verschenkt
Dabei ist es geradezu schade, das Spiel so derartig zu verhunzen, wenn man sich dann den Bus selbst einmal im Detail anschaut. Und damit kommen wir zu einem der wenigen positiven Punkten: Die Simulation des Busses selbst ist nämlich ansonsten recht detailreich gelungen. Jede Tür und jede Gepäckluke lässt sich – im Normalfall – öffnen, die WLAN- und Toilettenfreigabe funktioniert, die Klimaanlage lässt sich manuell bedienen und selbst die typische Flixbusansage, die wir aus den realen Bussen kennen, lässt sich starten und wurde fehlerfrei implementiert. Und auch an der Haltestelle setzt sich diese gute Umsetzung fort: Das Ticketsystem wurde dem Original nachempfunden und wir können die einzelnen Fahrgäste mit unserem Smartphone einchecken, in dem wir ihre Tickets auf Papier oder dem Handydisplay einscannen. Schade, dass man sich beim gesamten Rest dann wiederum keinerlei Mühe gegeben hat. Gute Werbung für Flixbus ist dieses Spiel jedenfalls nicht. Nach diesem „Abenteuer“ möchte man das Fahren mit dem Fernbus nämlich eher meiden.

Fazit:
Abgesehen von einem detailliert umgesetzten Bus und einem sauber implementierten Ticketsystem, grenzt der „Fernbus Simulator“ mit seiner ansonsten extrem schlampigen Arbeit an eine Beleidigung gegenüber den zahlenden Kunden. Nach diesem Spiel möchte wohl kaum jemand mehr mit dem Fernbus fahren.

Fernbus Simulator Wertung


30
Aug

F1 2016

Die Formel 1-Saison diesen Jahres ist momentan voll im Gange und Lewis Hamilton führt aktuell die WM-Fahrertabelle an. Erst gerade haben sich die Fahrer noch ein spannendes Rennen in Belgien geliefert, wo so manches Überholmanöver an der Tagesordnung stand und der Motorsport in dieser Saison endlich wieder ein wenig spannender geworden ist. Bevor in der nächsten Woche das nächste Rennen in Monza ansteht, hat aber vermutlich der ein oder andere Fan tatsächlich Lust, selbst in den Rennwagen zu steigen und es den Stars aus der Formula 1 virtuell nachzumachen. Die ganze Saison mit all seinen spannenden Strecken und auch Nachtfahrten erwartet uns in der alljährlichen, neuen Version des offiziellen Formel 1-Spiels und auch auf der neuen Strecke in Aserbaidschan dürfen wir nun erstmals unser Können unter Beweis stellen. In diesem Sinne: Motoren an und rauf aufs Gas.

Kritik:
Wie üblich bietet „F1 2016“ natürlich zahlreiche Spielmodi. Im Karrieremodus können wir uns mit dem eigenen Namen in einem beliebigen Team versuchen und bekommen einen realen Fahrer als Kollegen. Mit dem Ziel, endlich erster Fahrer des Teams zu werden, bestreiten wir eine direkte Rivalität mit eben diesem Kollegen, bei dem wir unsere Fähigkeiten gegen ihn unter Beweis stellen. Das ist unterdessen nicht immer einfach, vor allem wenn wir in einem Profiteam anheuern. Bei Mercedes, Red Bull oder Ferrari etwa fährt schließlich auch unser Teamkollege ziemlich weit vorne mit und ihn zu übertreffen, könnte bei so manchem Wetter vielleicht sogar eine Kunst werden.

F1 2016

Einfacher Beginn
Wer sich den umfangreichen Karrieremodus noch nicht zutraut, der hat aber natürlich auch die Möglichkeit, sein Glück in einem der vielen anderen Modi zu versuchen. So können wir unter anderem eine einzelne Meisterschaftssaison hinlegen, eine schnelle Runde fahren oder im Zeitfahren versuchen, unsere Fähigkeiten zu verbessern. Vor allem für das Training ist letzteres geeignet, wenn gleich die meisten Spieler diesen Modus vermutlich nicht primär nutzen werden, haben wir schließlich in der Karriere und im Meisterschaftsmodus immer noch genug die Möglichkeit, zu trainieren. Dabei können wir sogar festlegen, welche Renndistanz wir absolvieren wollen (auch die realistische, komplette Renndistanz ist möglich) und wie lange das Qualifying dauern soll. Einmal festgelegt, haben wir vor jedem Rennwochenende auch im Karrieremodus noch die Möglichkeit, diese Einstellung zu ändern.

F1 2016

Training endlich sinnvoll
Ein Rennwochenende besteht dabei natürlich aus den realitätsgetreuen Varianten: Wir dürften gleich zwei Mal zum freien Training auf die Strecke, versuchen uns anschließen im Qualifying und freuen uns dann anhand der Platzierung auf der sonntägliche Rennen. Interessant ist dabei, dass man die Trainingsphase nun endlich sinnvoll gefüllt hat und wir nicht nur nach Belieben im Kreis fahren dürfen. Das hindert den Spieler erstmals daran, das Training zu überspringen und tatsächlich gut zu nutzen. In Trainingssessions lernen wir unter anderem die Streckenklimatisierung, um später die Ideallinie besser halten und das DRS optimal einsetzen zu können. Beim Reifenmanagement lernen wir, unsere Reifen während dem Rennen möglichst zu schonen. Beim Qualifying-Tempo versuchen wir, bereits im Training die Zeitvorgaben für eine gute Qualifying-Position zu erreichen und bei den Team-Aufgaben geht es darum, bestimmte vom Konstrukteur vorgegebene Ziele zu erreichen. Je erfolgreicher wir sind, desto mehr Punkte erhalten wir, die wir dann in die Verbesserung unseres Fahrzeuges investieren können. So haben wir nicht nur endlich einen Grund, das Training zu absolvieren, sondern werden ganz automatisch auch noch besser im Rennen.

F1 2016

Achtung: Wand
Besser werden ist übrigens auch nötig, denn wer dachte, er könnte einfach nur aufs Gas treten, hat sich getäuscht. Obwohl wir diverse Fahrhilfen optional einschalten können, können wir den unterschiedlichen Schwierigkeitsgrad der Strecken tatsächlich spüren. Vor allem engere Strecken wie Monaco oder auch Australien sind gar nicht immer einfach, wenn es darum geht, auf der Strecke zu bleiben. Können wir in Bahrain beispielsweise problemlos mal leicht von der Strecke abkommen, bedeutet das in Monaco ein Schaden am Fahrzeug oder womöglich gleich ein komplettes Ausscheiden. Durch den realistischen Wendekreis wird aber auch schnell klar, wir schwierig es echte Formel 1-Fahrer dabei haben, die Streckenmarkierungen nicht zu übertreten und mit welcher Lebensgefahr sie in Monaco schweben, wenn sie einmal einen Fehler machen. Das sorgt für Spannung – auch beim Spieler.

F1 2016

Hölle Aquaplaning
Doch auch sonst hat es und die glaubwürdige Fahrphysik tatsächlich angeht. Schnell merken wir nämlich, welche Auswirkungen selbst kleinere Schäden am Fahrzeug auf die Steuerung haben können. Eine kleine Beule am Frontflügel und der Wendekreis kann plötzlich größer werden. Ein mittelgroßer Schaden und unser Auto neigt vielleicht schon nach rechts. Noch schwerer Schaden und wir werden spürbar langsamer. Aber auch platte Reifen, ein Verlust der Räder und vieles mehr ist möglich, was unser Können erfordert. Selbst die Unterschiede bei verschiedenen Reifen und Einstellungen sind während dem Fahren spürbar. Besonders schwierig wird es unterdessen bei Regen, wenn Aquaplaning dafür sorgt, dass wir unser Auto nicht mehr so leicht auf der Strecke halten können. Je mehr langgezogene Kurven, desto schwieriger wird auch hier die Steuerung. So bleibt „F1 2016“ aber auch über eine gewisse Zeit spannend.

F1 2016

Verbannung der Tastatur
Apropos Steuerung: Am Besten ist es dann doch, wenn wir „F1 2016“ vorzugsweise mit dem Gamepad-Controller oder lieber gleich einem Lenkrad steuern. Damit ist vor allem die Lenkung um einiges präziser möglich, als mit der Tastatur. Letzteres können wir zwar ebenfalls verwenden, ist aber bei Rennspielen generell nicht zu empfehlen. Gar nicht vorhanden ist hingegen die Steuerung per Maus, denn nicht einmal im Menü haben wir die Möglichkeit, das Spiel mit der Maus zu bedienen. Das ist nicht ganz zeitgemäß, aber letztendlich dann doch ausreichend. Ein kleines Problem gab es aber dennoch, denn das Spiel hat vor allem bei der Controllersteuerung wohl mit einigen Bugs zu kämpfen. Bei unserem Test mit einem Logitech Dual Action wurde der Controller zwar erkannt und wir konnten ihn auch konfigurieren, aber seit dem zweiten Start wird die Tastenbelegung nur noch mit „Fehler“ angegeben. Kurzes Minimieren und erneutes Maximieren des Spiels sorgt derweil allerdings dafür, dass wir den Controller dennoch verwenden können. Und auch eine erneute Änderung der Tastenbelegung ist möglich, auch wenn anhand der „Fehler“-Angabe nicht erkennbar ist, welche Funktion gerade welcher Taste zugewiesen wurde. Zum Glück funktionierte die Steuerung mit dem Controller aber dennoch im Test.

F1 2016

Neue Regeln für die Fahrer
Interessant ist derweil übrigens eine vollständige Umsetzung der neuen Formel 1-Regeln. Das betrifft unter anderem das Qualifying, welches nun in drei Phasen abläuft, bei dem nach jeder Phase die schlechtesten Fahrer ausscheiden. Gut gelungen ist dabei die Idee, dies nur beim vollen Qualifying umzusetzen, da dies im kurzen Qualifying kaum sinnvoll anwendbar ist. Wer aber als Profi-Rennfahrer Lust auf ein vollumfängliches Rennwochenende mit kompletter Qualifying-Länge hat, der bekommt hier auch die Regeln zu spüren. Ähnliches gilt für die Übernahme der DRS-Regeln, für die Beschränkung von Reifen und die Übernahme der Qualifying-Einstellungen ins Rennen. Ganz zu schweigen von etwaigen Strafen, wie etwa eine Durchfahrtsstrafe (Fahren durch die Box, ohne erlaubten Stop) bei einem Fehlstart oder einer Zeitstrafe wegen Abkürzens der Strecke. Das ganze dann passenderweise kommentiert über Funk durch unsere Kameraden in der Box, die unser Fahrverhalten stets im Auge behalten und sinnvolle Tipps geben. So fühlt man sich wie ein echter Rennfahrer.

F1 2016

Fahrer muss selbst ran
Übrigens: Die Durchfahrtsstrafen kommen mitunter gar nicht so selten vor, denn wir müssen in „F1 2016“ hin und wieder auch manuell ran. Das gilt auch für die Kupplungssteuerung beim Start des Rennens. Bevor die Ampeln also auf grün schalten, ist es unsere Aufgabe, die Kupplung gedrückt und den Motor im richtigen Drehzahlbereich zu halten. Sobald dann grün wird, lassen wir die Kupplung im richtigen Moment los und geben Gas. Spannend ist das deshalb, weil sich das Risiko für Fehlstarts damit enorm erhöht und wir uns beim Start wirklich konzentrieren müssen, um keine Strafe zu kassieren. Auch da hat man den Realitätsgrad nun ein wenig erhöht. Gut außerdem, dass wir nun die Geschwindigkeit zur Boxengasse selbst regulieren müssen und nicht mehr allzu weit automatisch gefahren werden.

F1 2016

Hübsches Nass
Grafisch und technisch kann sich das aktuelle Formel 1-Game übrigens sehen lassen. Dabei liefert man zwar keine grafische Referenz ab, aber vor allem die Streckengestaltung ist doch recht glaubwürdig und realistisch ausgefallen. Praktisch zu jeder Zeit haben wir das Gefühl, auf der echten Strecke unterwegs zu sein, weil jede Tribüne, jeder Zaun, jede Palme und jeder Baum an genau der richtigen Strecke liegt. Mit dem passenden Schattenspiel wird dabei so manche Strecke sogar ein bisschen atmosphärisch. Auch die Fahrzeugmodelle sind insgesamt gut und realistisch ausgefallen, obwohl man beim „Glanzeffekt“ nicht so sehr punkten kann, wie beispielsweise „Project Cars“. Dafür haben die Spiele eines gemeinsam: Besonders bei Regen sieht es besonders hübsch aus. Dann komme nicht nur schöne Wassereffekte und eine spiegelnde Straße zum Vorschein, sondern auch noch andere schöne Details. So sehen wir etwa jeden Tropfen auf unserem Auto und wenn es auf unsere Kamera regnet, bewegt sich die Flüssigkeit je nach Kurve in die eine oder andere Richtung. Schöner geht Regen nicht. Insgesamt hätte man aber vielleicht noch eine zusätzliche, bessere Anti-Aliasing-Funktion für die High-End-PCs einbauen und vielleicht die Charaktermodelle noch hübscher gestalten können. Aber immerhin: Im Gegensatz zum Vorgänger sehen wir unsere Kollegen, wie etwa den Mechaniker oder unsere Managerin tatsächlich auch mal, statt nur in Menüs zu wuseln. Damit lohnt sich ein Aufrüsten von der Vorjahres-Version allemal.

Fazit:
Mit der diesjährigen Version des offiziellen Formel 1-Spiels haben sich die Entwickler deutlich verbessert und endlich wieder den sehr vermissten Karrieremodus einbaut. Zusätzliche Verbesserungen wie ein manueller Start, sinnvolle Trainingseinheiten und ein motivierendes Technologiesystem runden das Spielerlebnis ab und knüpfen wieder gut an die hohen Qualitäten der 2013er Version an. Ein Muss für Motorsport-Fans.

F1 2016 Wertung


30
Aug

Europa Universalis IV

Die Landkarte sieht im Jahre 1444 noch ein bisschen anders aus, als heute. Kleine Provinzen stehen kurz davor, historische Kriege zu führen und vor allem Deutschland ist noch weit davon entfernt, ein vereinigtes Land zu sein. Selbst kleinere Länder wie Hessen oder Trier könnten womöglich schon bald in direktem Konflikt miteinander stehen. Bei den vielen Auseinandersetzungen ist ein starkes Militär schon bald Pflicht, doch auch die Ausbreitung auf andere Gebiete und Kontinente spielt eine große Rolle. Keine leichte Aufgabe für den jeweiligen Thronfolger, denn eine funktionierende Wirtschaft ist ausschlaggebend für den Erfolg einer Nation. Krieg ist teuer, Provinzen wollen unterhalten werden und das Handelseinkommen eines Landes zu Beginn nicht allzu hoch. Ganz zu schweigen von all dem Prestige, der Legitimität des Herrscherhauses und verschiedenen politischen Veränderungen, die in den nächsten Jahrhunderten eine große Rolle spielen werden. Willkommen bei „Europa Universalis IV“.

Kritik:
Man merkt vermutlich an dieser Beschreibung bereits: Dieses Spiel aus dem Hause Paradox Interactive ist nichts für den blutigen Anfänger. Wer schon mit Strategiespielen wir „Risiko“ überfordert ist, der braucht sich an diesen Titel wohl gar nicht erst heran wagen. Die Kartenansicht ist dabei mit dem berühmten Brettspiel vergleichbar, doch im Kern geht es dabei gefühlte 30 mal komplexer und umfangreicher zu. Denn jede noch so kleine Veränderung in seiner eigenen Nation hat mitunter weitreichende Auswirkungen auf andere Funktionen und Systeme. Und das will erst einmal beherrscht werden. Das Problem: Wirklich einsteigerfreundlich ist „Europa Universalis IV“ nicht. Geduld und möglichst viel Zeit sollte mitgebracht werden. Letztendlich haben es aber selbst wir geschafft, die wir eigentlich verschiedene Genres spielen und keine Strategieveteranen sind, das Spiel letztendlich einigermaßen zu beherrschen.

Europa Universalis IV

Aller Anfang ist schwer
Ein Tutorial liefert das Hardcore-Strategiespiel natürlich mit. In mehreren Abschnitten lernen wir dabei die grundlegende Steuerung von „Europa Universalis IV“ kennen, gehen später auf Kriegsführung, Wirtschaft und andere Funktionen ein und dürften uns anschließend an einem Tutorial-Szenario versuchen, an dem unerfahrene Spieler glatt auch mal scheitern können. Aber kein Grund, gleich die Motivation zu verlieren, denn dran bleiben lohnt sich und früher oder später wird jeder dieses Spiel beherrschen können. Bis dahin sind allerdings locker mindestens vier Stunden Einarbeitungszeit nötig, um sich überhaupt an eine Singleplayer-Partie wagen zu können. Und selbst hier stellen wir immer wieder fest, dass einzelne Funktionen vom Tutorial nicht angesprochen wurden und zusätzliche Einarbeitungszeit erfordern. Nicht selten hatten wir große Fragezeichen auf dem Kopf, wie man denn diese und jene Funktion nochmal verwendet. Etwa das Transportieren von Einheiten auf dem Schiff. Eines garantieren wir aber: Eine Singleplayer-Partie vollständig abgeschlossen und man hat das Spiel soweit verstanden.

Europa Universalis IV

Komplexitätsmonster
Hat man erst einmal jede Funktion und deren Zusammenspiel verinnerlicht, überrascht „Europa Universalis IV“ mit einem ausgesprochen hohen Tiefgang. Immerhin müssen wir wirklich alle Aspekte unseres Staates im Auge behalten, um letztendlich zum Erfolg zu kommen. Eine positive Bilanz ist also in jedem Bereich nötig, nicht nur bei der Wirtschaft. Wenn gleich diese wohl am wichtigsten ist, denn für die Erweiterung unserer Provinzen und das Einnehmen von Steuern, ist zunächst einmal Geld nötig, das wir ausgeben können. Denn wo kein Wohlstand ist, da auch keine Steuern. Einmal zu viele Darlehen aufgenommen, die wir nicht mehr zurückzahlen können, ist der Bankrott unausweichlich. Das dauerhafte Aufnehmen von Schulden, wie dies wohl diverse Staaten in der Realität versuchen, ist so nicht praktikabel möglich und führt unsere Nation auf kurz oder lang in den Ruin. Jeder Krieg erhöht jedoch die Kosten, jedes verlorene Land an die Konkurrenz verringert unsere Einnahmen. Von etlichen Modifikatoren mal ganz abgesehen.

Europa Universalis IV

Jeder König braucht Berater
Im Grunde genommen haben wir auf verschiedene Arten nämlich jederzeit die Möglichkeit, die Kosten zu beeinflussen und jede Funktion durch Modifikationen zu verändern. Dabei kommen nicht nur regelmäßige politische Ereignisse ins Spiel, bei denen wir Entscheidungen treffen müssen, sondern auch drei politische Berater, die zwar einerseits Geld kosten, aber andererseits auch mit Rat und Tat zur Seite stehen. So können wir etwa einen Berater mit positivem Steuermodifikator einstellen und dadurch mehr Geld durch Steuern einnehmen. Oder die Handelseinnahmen modifizieren, falls wir damit mehr Geld verdienen. Ähnliches gibt es allerdings auch für diplomatisches Geschick, für Technologiekosten, für den Armeeunterhalt und vieles mehr. Das alles im Auge zu behalten, ist nicht immer einfach.

Europa Universalis IV

Stabilität ist alles
Wichtig ist unterdessen auch eine hohe Stabilität, Prestige und Legitimität. Stabilität sorgt schließlich dafür, dass unsere Steuereinnahmen und Kosten stabil bleiben und unser Staat letztendlich gut am Laufen gehalten wird. Dabei müssen wir stets darauf achten, die Stabilität über null zu halten. Dumm nur, dass sich jene ständig verschlechtert, wenn ein neuer Thronfolger antritt, politische Zufallsereignisse eintreten, oder wir etwa Krieg führen. Ein Krieg ohne Grund angezettelt, oder ein Friedensabkommen gebrochen und unsere Stabilität sinkt. Dasselbe gilt für Prestige, denn unter anderem verlorene Länder verringern unser Prestige. Dazu auch zahlreiche andere Ereignisse. Zu niedriges Prestige kann in einer Staatsehe dazu führen, Juniorpartner des Nachbarn ohne diplomatische Rechte zu werden. Hohes Prestige wiederum ermöglicht die Beanspruchung der Thronfolge eines anderen Landes mit Staatsehe, wenn dieses keinen legalen Thronfolger hat. Wir können also die diplomatischen Beziehungen grundlegend verändern, manchmal sogar ohne tatsächlich Krieg zu führen. Spannend.

Europa Universalis IV

Unruhige Bevölkerung
Doch auch die Legitimität der eigenen Regierung ist ausschlaggebend dafür, ob unser Volk uns weiterhin zur Seite stehen. Wird das Staatsoberhaupt nicht von der Bevölkerung anerkannt, kommt es zu Unruhen und wir erhalten vor allem mit gegründeten Kolonien ernsthafte Probleme. Ist das Freiheitsbestreben zu hoch, führt dies nämlich zu einer möglichen Revolte und einer Forderung nach Unabhängigkeit. Nebenbei verweigern diese dann aber auch noch den Handel mit uns und verringern unser Einkommen zum Teil drastisch. Deswegen haben wir hier ein weiteres System, das wir im Auge behalten sollten, um das Spiel zu beherrschen. Die hohe Komplexität macht „Europa Universalis IV“ dabei zu einer Herausforderung mit Tiefgang. Zumal auch annektierte Staaten bei unterschiedlicher Kultur oder Religion zum Aufstand neigen können. Daher sind auch Kriegsfolgen nicht immer leicht zu beherrschen. Einfach den Gegner platt machen, reicht hier längst nicht aus.

Europa Universalis IV

Religion und Kultur
Wie auch in der Realität spielt natürlich Religion und Kultur bei „Europa Universalis IV“ eine entscheidende Rolle. Dies beeinflusst nicht nur unsere Beziehungen zu anderen Ländern direkt (je mehr Gemeinsamkeiten, desto leichter sind die diplomatischen Beziehungen), sondern hat auch Einfluss auf unsere gesellschaftlichen Errungenschaften. So können wir im Laufe der Zeit nicht nur andere Regierungsformen annehmen, sondern erhalten außerdem andere gesellschaftliche Ideen. Neben dem klassischen Forschungssystem gibt es – bestimmte Forschungsstufen vorausgesetzt – nämlich auch noch ein Ideensystem, bei der wir die Art der zu erforschenden Ideen selbst festlegen können. Ob religiös oder humanistisch, ob militärisch oder diplomatisch, ob Handel oder Spionage – unsere Richtung entscheiden wir selbst. Doch je mehr Ideen wir entdecken, desto weiter entwickelt sich auch unsere Gesellschaft, die wiederum abhängig von der Kultur vorgegeben ist. Spanier erhalten somit andere gesellschaftliche Errungenschaften als etwa Ottomanen. Spannend.

Europa Universalis IV

Macht ist das A & O
Bei der Erforschung neuer Technologien und Ideen kommt es aber vor allem auf unsere Macht an. Anders als in den meisten Strategiespielen errichten wir keine Forschungseinrichtungen in unseren Provinzen, sondern verstärken unsere Macht. Das kann unter anderem ebenfalls durch das Einsetzen von politischen Beratern geschehen, die uns zusätzliche Machtpunkte in den Bereichen Administration, Diplomatie und Militär ermöglichen. Sowohl die Machtpunkte, als auch der Forschungsbaum bezieht sich gänzlich auf diese drei Bereiche. Genug Machtpunkte erreicht, investieren wir diese in Forschung oder eben Ideen. Mit der administrativen Macht erforschen wir beispielsweise religiöse und humanistische Ideen, mit der diplomatischen Macht verbessern wir unsere Handelseffizienz oder forschen die Spionage und die militärische Macht dient der Entdeckung neuer militärischer Einheiten oder dem erforschen von offensiven, wie defensiven Strategien. All das bringt uns Vorteile im späteren Spielverlauf, wenn gleich Militär eben nicht ganz im Mittelpunkt steht.
Europa Universalis IV

Kolonien sind keine Stützpunkte
Hauptsächlich geht es in „Europa Universalis IV“ nämlich darum, sein eigenes Territorium zu erweitern. Das geschieht unter anderem auch mit der Kolonisation von fremden Kontinenten, auf denen wir die Einheimischen zurückdrängen, um eigene Kolonien zu gründen. Genau deshalb ist allerdings auch das klassische Spielziel nicht ausschlaggebend, denn eine komplette Welteroberung ist durch das Koloniesystem nicht mehr möglich. Sobald die erste Kolonie gegründet wurde, breitet diese sich kurzerhand bald auf die Nachbarländer aus und gründet eine eigene Nation, sobald mindestens sieben Provinzen in der Kolonie errichtet wurden. Das führt allerdings dazu, dass wir die Kolonie nicht mehr selbst verwalten können, sondern diese stattdessen damit beginnt, Handel mit uns zu führen, den wir dann durch globale Tarife verzollen können. Das Gründen von Kolonien dient also in erster Linie dem Erhöhen unserer Einnahmen und nicht als strategischer Militärstützpunkt. Das ist auf den ersten Blick etwas befremdlich, sorgt aber schnell für noch mehr Tiefgang im Wirtschafts- und Diplomatiesystem. Denn wollen wir den strategischen Stützpunkt nutzen, müssen wir die Truppenstationierung mittels Diplomatie vereinbaren. Das geht allerdings auch mit anderen befreundeten Staaten. Ihr seht also bereits: „Europa Universalis IV“ ist extrem komplex und richtet sich ganz klar an die Profi-Strategen.

Fazit:
Wer schon mit klassischer 4X-Strategie überfordert ist, wird mit „Europa Universalis IV“ sicher nicht glücklich werden. Allen anderen Strategen, die allerdings eine echte Herausforderung suchen, offenbart sich hier ein Hardcore-Strategiespiel mit sehr hoher Komplexität und einem enormen Tiefgang.

Übrigens: Auch nach mehreren Jahren arbeitet Paradox Interactive weiterhin an dem Spiel und veröffentlicht regelmäßig neue DLCs und Addons, die “Europa Universalis IV” noch komplexer machen. Erst vor kurzem haben sie auf der Gamescom das kommende Addon “Rights of Man” angekündigt.

Europa Universalis IV Wertung


09
Aug

Batman – The Telltale Series

Bruce Wayne ist nicht nur einer der erfolgreichsten und wohlhabendsten Geschäftsmänner von Gotham City, er führt in der Nacht auch häufig ein geheimes Doppelleben. Denn nachdem seine Heimat immer tiefer in Chaos und Kriminalität versunken ist, hat er sich zum Ziel gesetzt, die Stadt wieder zu einem besseren Ort zu machen, an dem Kinder eines Tages wieder unbeschwert auf den Straßen spielen können. Mit zahlreichen technischen Gimmicks, einem ausgesprochen guten Sinn für Detektivarbeit und einem kugelsicheren Fledermaus-Umhang jagt er deshalb schon seit vielen Jahren die schlimmsten Bösewichte. Doch auch er weiß: Die wahre Gefahr hat nicht immer Superkräfte. Manchmal spielt auch Korruption durch Anzugträger und Bürgermeister eine große Rolle. Dieses Mal betrifft es womöglich seine eigene Familie, als der Gangsterboss Falcone es auf ihn abgesehen hat und unter allen Umständen den Ruf des Hauses Wayne ruinieren will, um seine gefährlichen Machenschaften auch in Zukunft fortsetzen zu können…

Kritik:
Die Entwickler von Telltale Games sind mit ihren Adventures meist vor allem für eines bekannt: Besonders tiefgründige und spannende Geschichten zu erzählen, bei denen wir mit unseren Entscheidungen den genauen Handlungsablauf manipulieren können.

Korruption und Macht
Um genau solch ein Spiel handelt es sich natürlich auch bei „Batman – The Telltale Series“, welches einmal mehr in mehreren Episoden erscheinen wird. Erst vor kurzem ist mit „Reich der Schatten“ auch bereits die erste Folge erschienen und darin dürfen wir nicht nur gegen flinke Bösewichte, wie etwa die süße Catwoman kämpfen, sondern bekommen es auch noch mit eher klassischen Gegnern zu tun. Immerhin spielen wir Bruce Wayne auch gelegentlich in seiner privaten Rolle als Geschäftsmann, bei der er sich mit korrupten Gangstern, Politikern und der Presse abgeben muss. Und während er einen ganz bestimmten Bürgermeisterkandidaten unterstützt, in der Hoffnung, Gotham demnächst endgültig zum positiven verändern zu können, wird er auch schnell zur Zielscheibe von bisherigen Machthabern, die überhaupt kein Interesse daran haben, die Stadt in irgendeiner Weise umzukrempeln. Damit liefert uns Telltale bereits eine beeindruckende Auftaktstory um Korruption und Macht, die weit tiefgründiger sein könnte, als wir es von früheren Telltale-Spielen bisher gewohnt sind.

Batman - The Telltale Series

Eine selbstständige Fledermaus
Das Spielprinzip ist dabei allerdings das Gleiche geblieben: Wenn wir nicht gerade in Dialogen wichtige Entscheidungen treffen oder gewisse Orte nach Hinweisen absuchen, dürfen wir in Quicktime-Events gegen zahlreiche Gegner antreten. Erstaunlich ist dabei, dass Telltale dieses Mal ein bisschen mehr Komplexität in die Kämpfe hineingebracht hat, muss man doch schließlich nun ein paar Tasten mehr drücken, um den Gegnern auszuweichen, oder sie zu bekämpfen. Mitunter kommt es dabei auch mal vor, dass wir zwei Tasten gleichzeitig benötigen, um die richtige Reaktion zur passenden Zeit auszuführen. Bei früheren Telltale-Spielen war das nicht üblich und man beschränkte sich doch auf einzelne Tastenaktionen. Problematisch ist dabei allerdings, dass sich Batman offensichtlich gerne einmal selbstständig macht und es gar nicht immer große Auswirkungen hat, wenn wir die Quicktime-Events nicht meistern. Sind wir noch bei „The Walking Dead“ oder „Tales from the Borderlands“ gelegentlich gestorben, wenn wir nicht rechtzeitig die richtige Taste gedrückt haben, ist uns im Test doch häufig aufgefallen, dass Batman die entsprechende Aktion dennoch ausführt – selbst, wenn wir zu lange gebraucht haben oder gar die falsche Taste verwendeten. Gelegentlich kommt dabei tatsächlich die Frage auf, ob man ihm nicht gar gänzlich nur zuschauen könnte. Damit wird das Gameplay natürlich sogar noch zurückgefahren.

Batman - The Telltale Series

Die düstere Spürnase
Etwas spannender wird es hingegen, wenn „Batman – The Telltale Series“ einige neue Features einführt, die es zuvor so nicht gegeben hat. Dazu gehört etwa, dass man den Detektivmodus aus den früheren Arkham-Spielen etwas abgeändert übernommen hat und wir nun an Tatorten bestimmte Fundsachen und Ereignisse kombinieren müssen, um den Tathergang zu rekonstruieren. Ein ähnliches Feature gab es etwa schon in „Arkham Origins“, wo wir ebenfalls den Tathergang wiederherstellen mussten. Insgesamt hält man sich bei Telltale allerdings ein wenig simpler. Allerdings ebenfalls neu ist die Planung unserer Vorgehensweise mittels technischen Gimmicks, wie einer Kameradrohne. Erstmals können wir die Gegner und deren Überwältigungsart zuvor auswählen, ehe wir dann mit Quicktime-Events in den Nahkampf gehen müssen. So haben wir tatsächlich ein bisschen mehr direkten Einfluss auf das Spielgeschehen und können beispielsweise aussuchen, ob Batman einen Gegner vom Balkon aus angreifen, oder gegen das Geländer schmettern soll. Durchaus interessant.

Batman - The Telltale Series

Pseudo-Koop für Entscheidungsträger
Ein weiteres gänzlich neues Feature ist der sogenannte „Crowd Play“-Modus. Ein bisschen lehnt man sich dabei an den Koop-Modus an und sorgt dafür, das bis zu vier Freunde sich an den Entscheidungen unseres Helden beteiligen können. Vorab können wir dabei aussuchen, ob Entscheidungen tatsächlich anhand von bindenden demokratischen Wahlen gefällt werden, oder die Mitspieler lediglich als beratende Funktion dienen sollen. Hierzu besteht die Möglichkeit, seinen Freunden einen Zugangscode mitzuteilen, durch den diese dann unseren Spielverlauf aktiv per Stream verfolgen können und bei Entscheidungen dann per Multiple-Choice-Fragen mitbestimmen können, welche Handlung oder welchen Dialog wir zukünftig ausführen werden. Grundsätzlich ein nettes Feature, in der Praxis allerdings eher ein wenig lästig und den Spielverlauf störend. Da wäre es doch wesentlich spannender, zukünftig ein echtes Koop-Adventure, bei dem die Spieler allesamt eine eigene Figur steuern können, zu erleben. Dagegen spräche jedenfalls nichts.

Batman - The Telltale Series

PC-Version mit technischen Problemen
Ob ein solches Koop-Feature in der Praxis allerdings überhaupt sinnvoll einsetzbar ist, steht aktuell noch in den Sternen, denn auf dem PC kämpfen einige Spieler momentan eher damit, das Spiel überhaupt zum Laufen zu bekommen. Da sind wir übrigens keine Ausnahme, hatten wir nämlich ebenfalls massive technische Probleme. So lässt sich „Batman – The Telltale Series“ beispielsweise nur beim ersten Start tatsächlich spielen. Starten wir das Spiel anschließend zum zweiten Mal, bekamen wir einen schwarzen Bildschirm anstelle des Menüs zu sehen. Auch führten Änderungen an den Grafikeinstellungen spätestens nach Start einer Episode prompt zu einem Absturz des Spiels. Desweiteren klagen einige Spieler zudem über Probleme mit der Steam Cloud Synchronisation, die das Spielen offenbar ebenfalls unmöglich machen soll. Aktuell gibt es daher zahlreiche Spieler, bei denen „Batman – The Telltale Series“ zum momentanen Zeitpunkt selbst auf High-End-Systemen völlig unspielbar ist. Wir raten daher vom Kauf ab, bis ein entsprechender Patch nachgereicht wurde, der diese massiven Fehler behebt.

Hinweis zur Wertung
Auf Grund schwerwiegender technischer Probleme mit denen zahlreiche Spieler (darunter auch wir beim Test) zu kämpfen haben, sehen wir uns aktuell gezwungen, dies durch eine Abwertung deutlich zu machen. Sobald ein Patch nachgereicht wurde, der diese Fehler behebt, werden wir euch hier selbstverständlich auf dem Laufenden halten und die Wertung noch einmal überarbeiten. Wären die genannten Probleme nicht vorhanden, würde “Batman – The Telltale Series” rein hinsichtlich des Spielspaßes eine höhere Wertung erhalten.

Fazit:
Eigentlich handelt es sich beim neuen Batman-Abenteuer von Telltale um eines der spannendsten Spiele, die das Studio bisher veröffentlicht hat. Mit einer tiefgründigen Story über Macht und Korruption kann man von Beginn an fesseln und eine hohe Identifikation mit den Figuren aufbauen. Leider wird das Spielvergnügen auf dem PC allerdings aktuell durch massive technische Probleme getrübt.

Batman - The Telltale Series Wertung


09
Aug

Train Simulator: Cologne – Koblenz

Die Millionenmetropole Köln gehört zu einer der wichtigsten Touristenstädte unseres Landes und ist zeitgleich wohl die größte Stadt in Nordrhein-Westfalen. Doch abseits der Touristen ist sie vor allem für die Deutsche Bahn ein wichtiger Standort zum Transportieren von Gütern. Der Umschlagbahnhof Köln Eifeltor, südlich der Innenstadt in Richtung Brühl, stellt dabei den größten Containerumschlagbahnhof Deutschlands dar. Mit Hunderttausenden von Ladeeinheiten ist hier täglich reger Betrieb beim Umladen von Containern zwischen Straßenverkehr und Schiene. Besonders die Strecke über Bonn nach Koblenz gehört daher zu einer der am häufigsten befahrenen Strecken für den Güterverkehr, sodass sich der Frachtverkehr die wenigen Gleise mit einem umfangreichen Nah- und Fernverkehr teilen muss. Immerhin dient die Strecke auch als Hauptverkehrsweg für zahlreiche Regionalbahnen, sowie den Intercity- und Eurocity-Zügen nach Mainz. Nun dürfen wir mit dem Train Simulator einmal selbst hinter das Steuer einer dieser vielen Lokomotiven treten, die täglich auf dieser Route unterwegs sind.

Kritik:
Man darf sich bei diesem Routen-Addon also dementsprechend auf eine recht detaillierte und auch ressourcenfressende Strecke freuen. Konkret bedeutet das, dass vor allem der Bereich in und um Köln besonders realitätsnah ausgefallen ist und es uns insgesamt recht leicht fiel, bestimmte Objekte aus der Realität tatsächlich wiederzuerkennen. Das betrifft derweil nicht nur den Bahnhof mitsamt Dom und Hohenzollernbrücke, sondern auch den restlichen Bereich. Besonders gelungen ist dabei auch die Ausfahrt am Kölner Hansaring, dessen S-Bahnhof wir zwar nicht anfahren, aber immerhin sofort als solches wiederzuerkennen sind. Selbst die Wohngebäude neben der Strecke befinden sich jeweils an der korrekten Position, auch wenn wir hier und da Streetart und Markenschriftzüge vermissen mögen. Die Brauerei Gaffel ist dabei zwar vorhanden, aber nicht beschriftet und auch die typischen, teils durchaus hübschen Graffitis fehlen an dieser Strecke. Das lässt sich aber sicherlich schnell verschmerzen.

Train Simulator: Köln - Koblenz

Sauberer als die Realität
Ebenso detailliert geht es dann natürlich am Bonner Hauptbahnhof weiter, wo wir die Gleisanordnung mitsamt Bahnsteigen sofort wiedererkennen. Insgesamt ist dieser Bereich allerdings nicht ganz so realitätsnah ausgefallen, denn vor allem die Fernbushaltestelle oder der Blick auf Bonn West fehlen völlig und das Bonner Loch sieht, vergleicht man es mit der Realität, tatsächlich deutlich zu sauber aus. Insgesamt muss man wohl zu dem Entschluss kommen, dass dieser Bahnhof in diesem Addon weit schöner ausschaut, als in der Realität. Irgendwie schon faszinierend. Der Realität schon etwas näher kommt man dann später in der Nähe von Andernach, wenn wir den hübschen Blick auf den Rhein haben und uns allmählich den Bereichen nähern, die wir auch bei realen Zugfahrten doch am schönsten empfinden. Da kann man dann auch verschmerzen, dass man das Phantasialand in Brühl leider nicht eingebaut hat und sich stattdessen auf Schloss Augustusburg beschränkte.

Train Simulator: Köln - Koblenz

Doppeldecker nach Koblenz
Standardgemäß hat die Route übrigens bereits einiges an Abwechslung zu bieten. Immerhin befinden sich bereits im ursprünglichen Auslieferungszustand gleich drei verschiedene Lokomotiven im Lieferumfang. Dazu gehört unter anderem eine Baureihe 146.2, die wie auch in der Realität vor allem für den Doppelstock-Regionalexpress der Linie RE5 eingesetzt wird und dabei den kompletten Abschnitt von Köln bis Koblenz an den wichtigsten Stationen befährt. Ebenso dabei: Eine Baureihe 101, die insbesondere für den Intercity-Verkehr verwendet wird und dabei die weißen Waggons ebenfalls mitunter auf der gesamten Route zieht. Im Umschlagbahnhof Köln Eifeltor finden wir hingegen vor allem die Baureihe 294, die mit ihrem kleinen Dieselantrieb speziell für das Rangieren und Zusammenstellen von Zugverbünden bei niedriger Geschwindigkeit ausgelegt ist. Während Baureihe 101 und 294 dabei durchaus einigermaßen überzeugen können, hat uns die Baureihe 146.2 allerdings wegen der zu hohen Bremskraft und der mangelhaft implementierten PZB eher weniger überzeugt. Eine wirkliche Hausforderung stellt diese Lok also für keinen Spieler dar. Möchte man realistischere und interessantere Aufgaben auf dieser Route erleben, sollte man sich die zusätzlich erhältlichen Lokomotiven einmal genauer ansehen.

Train Simulator: Köln - Koblenz

Bremsweg ade
Dementsprechend überträgt sich das Problem natürlich auch auf die Karriereszenarios, von denen es gleich sechs an der Zahl gibt. In den meisten davon sind wir nämlich tatsächlich mit der Baureihe 146.2 oder der 101 unterwegs. Lediglich ein einziges Szenario führen wir dabei mit der Baureihe 294 aus. Insbesondere im Nahverkehr mit dem Regionalexpress kann das dabei auch relativ langweilig werden, weil besondere Ereignisse auf uns warten lassen und auch die Lokomotive eben keine speziellen Fähigkeiten erfordert. Damit werden die Szenarios schnell zu einem stupiden Abfahren von Bahnhöfen, auch wenn das Wetter mit Sturm und Schnee eigentlich genügend Möglichkeiten für spannende Fahrten bieten würde. Die nicht besonders berauschende Physik der Lokomotiven holt aus diesen Möglichkeiten aber nicht ansatzweise das richtige Potential heraus.

Train Simulator: Köln - Koblenz

DB BR 155 (nur mit TS 2016 Vollversion)
Generell können wir Bahnfans daher nur empfehlen, diese Route nicht einzeln zu erwerben, sondern stattdessen zur Vollversion des Train Simulator 2016 zu greifen. Auch dann, wenn man bereits eine frühere Version besitzt, denn nur auf diesem Weg kommen wir auch in den Genuss einer zusätzlichen Lokomotive. Mit der dort enthaltenen Baureihe 155 gesellt sich schließlich eine weitere kräftige Lok dazu, die vor allem im Güterverkehr für reichlich Spaß sorgt. Das liegt daran, dass es sich hierbei nämlich um eine der besten Lokomotiven handelt, die für die Strecke Köln – Koblenz erhältlich sind. Nicht nur, dass die Zugsicherungssysteme PZB und SIFA einwandfrei funktionieren, auch physikalisch hat man einiges beachtet. Dementsprechend beschleunigen wir diese Lok auch nicht auf üblichem Weg, sondern erfreuen uns an der realitätsgetreuen Stufenfahrschaltung, die in 30 Stufen eine passende Beschleunigung einstellen kann. Durch das Umdenken im Betrieb der Lok ist auch etwas Abwechslung zu den üblichen Zügen geboten.

Train Simulator: Köln - Koblenz

BR 266 (zusätzlich erhältlich)
Ähnlich spannend kann es derweil werden, wenn wir uns obendrein auch noch die zusätzlich erhältliche Baureihe 266 anschaffen, die wir für knapp vierzehn Euro im Steam Shop erwerben können. Hierbei handelt es sich um eine britische Class 66-Lokomotive, die auch real unter der Führung diverser Privatbahnunternehmen vor allem rund um das Köln Eifeltor unterwegs sind. Speziell auf längeren Strecken transportieren wir damit Fracht überwiegend von Köln Eifeltor nach Koblenz und umgekehrt. Spannend wird diese Lok auch deshalb, weil sich die Bremssteuerung grundlegend anders verhält und wir keine Prozentangabe im HUD zu sehen bekommen. Stattdessen bedienen wir einen Hebel, der sich beim Loslassen wieder im Nullpunkt einrastet, um so die passende Bremskraft stufenlos einzustellen. Mit einem realistischen Bremsweg beim Transportieren von schweren Gütern ist dabei sogar vorausschauendes Fahren und ein Umdenken nötig, denn die Bremse muss mitunter schon betätigt werden, wenn wir das nächste gelbe Signal in der Entfernung erkennen. Damit wird das virtuelle Zug fahren ein bisschen spannender.

Train Simulator: Köln - Koblenz

DB BR 86 (zusätzlich erhältlich)
Für all jene, die hingegen eher auf die klassischen alten Dampflokomotiven stehen, bietet sich für die Köln – Koblenz Route darüber hinaus übrigens ein ganz besonderes Highlight an. Mit der ebenfalls für knapp vierzehn Euro zusätzlich erhältlichen Baureihe 86 der Reichsbahn dürfen wir nun endlich wieder ein bisschen Kohle schaufeln, um eine Lok zu bewegen, die tatsächlich noch stellenweise real fahrbereit ist. In zwei Sonderzugszenarios und einer Güterdemonstration begeben wir uns dabei auf die heutige Route von Köln nach Koblenz und dürften vorwiegend weiße IC-Waggons ziehen. Das ist zwar mitunter nicht ganz so hübsch anzusehen, als hätte man dafür alte Reichsbahnwaggons erstellt, entspricht aber mitunter einem realistischen Anwendungsszenario bei realen Sonderfahrten. Mit einer realistischen Höchstgeschwindigkeit von ungefähr 80 km/h ist diese Lokomotive zwar (im Vergleich zu anderen Dampfloks) leicht zu fahren, aber dennoch eine interessante Abwechslung. Besonders gefällt dabei, dass die vielen hübschen Details aus den Steam Shop-Bildern tatsächlich der Ingame-Grafik entsprechen. Klasse!

Fazit:
Während die Strecke selbst vor allem mit einem hohen Detailgrad in Köln, am Umschlagbahnhof Eifeltor und am Bonner Hbf begeistert, können hingegen die mitgelieferten Lokomotiven nicht ganz überzeugen. Spaß macht die Route „Köln – Koblenz“ daher vor allem durch das Erwerben zusätzlicher Lokomotiv-Addons oder durch die BR 155 in der Vollversion des Train Simulator 2016.

Train Simulator: Cologne - Koblenz Wertung

Train Simulator: BR 266 Wertung

Train Simulator: BR 86 Wertung


07
Jul

The Witcher 3: Blood and Wine

Kaum hat der Hexer Geralt von Riva seinen letzten Auftrag erfüllt, wartet auch schon das nächste Abenteuer auf ihn. Von der Herzogin Anna Henrietta beauftragt, einen mysteriösen Mord aufzuklären, verschlägt es ihn dieses Mal in das schöne Toussaint, wo ein märchenhaftes Schloss in der Stadt Beauclair nur darauf wartet, von Reisenden besichtigt zu werden. Doch gerade erst den ersten Tatort untersucht und die ersten Hinweise auf den Tathergang herausgefunden, wittert Geralt bereits eine größere Verschwörung. Es scheint, als würde der vermeintliche Täter von einer dritten Person erpresst und ist dadurch gezwungen, diese schrecklichen Taten zu vollbringen. Dumm nur, dass Geralt bei der Untersuchung des Falles nicht nur auf einen Ritter des Herzogtums angewiesen ist, sondern auch auf einen befreundeten Vampir, der ihn mit Rat und Tat, aber auch mit gefährlichen Maßnahmen, zur Seite steht. Die wahrlich großen Bedrohungen lassen nämlich auch in dem wunderschönen neuen Ort nicht lange auf sich warten, denn der hübsche sonnige Schein entpuppt sich hinter der Fassade als Land der mörderischen Intrigen.

Kritik:
Im vergangenen Jahr gelang es dem überaus umfangreichen Rollenspiel „The Witcher 3“ nahezu alle wichtigen Spielepreise der Welt einzuheimsen. Fast die gesamte Spielewelt ist sich ebenso wie zahlreiche Kritiker einig, dass es sich bei den Abenteuern des Hexers Geralt von Riva um eines der besten Spiele aller Zeiten handeln mag. Da erfreut es die Spieler schließlich umso mehr, dass es nach dem ersten Addon „Heart of Stone“ noch einmal ein gleich doppelt so umfangreiches zweites Addon gibt, das uns in eine gänzlich neue Welt entführt. Anders als nämlich zuvor, können wir uns nun von den düsteren, durch den Krieg heimgesuchten Gegenden in Velen und Novigrad nun endlich entfernen.

The Witcher 3: Blood and Wine

Zwischen Toskana und Märchenschloss
Die neue Gegend entpuppt sich auf den ersten Blick als äußerst einladende, sonnige Gegend, in der die hübsche Natur im Vordergrund steht. Mittendrin: Ein märchenhaftes Schloss des Herzogtums, das ein bisschen an das bayrische Schloss Neuschwanstein zu erinnern vermag und von nahezu jeder Stelle der Landkarte ihre Blicke schnell auf sich zieht. Denn auf einer Erhöhung platziert ist es fast vom ganzen Toussaint aus gut zu beobachten. In den Landschaften drum herum warten dann nicht nur eine wunderschöne weitsichtige Aussicht auf den Spieler, sondern – wie es der Name des zweiten Addons schon vermuten lässt – auch zahlreiche Weingüter, in der einfache Landwirte versuchen, ihre Felder frei von Monstern zu halten und sich mit den Einnahmen des Weins einigermaßen über Wasser zu halten. Das soll schließlich auch schnell die neue Heimat von Geralt von Riva werden, denn eine Unterkunft auf einem Weingut ist schließlich obligatorisch, wenn man von der Herzogin persönlich beauftragt wird, die Probleme des Landes zu lösen.

The Witcher 3: Blood and Wine

Düsterheit hinter der Fassade
Doch wie auch im realen Leben wird dem Spieler, wie auch dem Hexer schnell klar: Der einladende Schein kann verdammt trügen. Denn hinter der grünen Optik voller Wiesen warten dunkle Geheimnisse und noch dunklere Wesen darauf, gelüftet zu werden. Neben zahlreichen Monstern, die den Bewohnern an vielen Orten zu schaffen machen, sind es vor allem Vampire und Morde, um die sich der Hexer fortan kümmern muss. Und da ist klar: Wo Vampire sich aufhalten, da können dunkle Friedhöfe, gruselige Verließe und schwarze Magie wohl nicht weit entfernt sein. Das macht „Blood and Wine“ allerdings auch sehr tiefgründig, denn hinsichtlich der Story hat das zweite Addon noch mal ein bisschen mehr zu bieten, als das vorherige. Obwohl es insgesamt auch Abstriche gibt, denn an den stimmungsvollen Soundtrack, den wir teilweise mit Kindergesang auf den Feldern von „Heart of Stone“ zu hören bekamen, kommt „Blood and Wine“ dann doch nicht mehr heran. Schlimm ist das wahrlich nicht, denn auch dieses Addon kann uns bis zur letzten Minute fesseln und sogar darüber hinaus noch animieren, selbst die restlichen Nebenquests und Hexeraufträge noch lösen zu wollen. Es gibt wahrlich nicht viele Spiele, die selbst nach dem Ende ihrer Hauptstory noch immer motivieren und fesseln können. „The Witcher 3“ ist so eines.

The Witcher 3: Blood and Wine

Bekannt wie ein bunter Hund
Dass Geralt von Riva nun allerdings von der Herzogin persönlich beauftragt wurde, ermöglicht „Blood and Wine“ auch einige geniale Storykniffs, die uns in spannende Nebengeschichten verwickeln. Immerhin erhält der Hexer durch eine derartig ehrwürdige Präsenz auch einen gewissen Bekanntheitsgrad innerhalb der Bevölkerung, vor allem aber beim einfachen Volk von Beauclair. Und wer da irgendwelche Probleme jedweder Art hat, der lässt es sich natürlich nicht nehmen, den starken Hexer, der es mit nahezu jedem Monster aufnehmen kann, persönlich um Hilfe zu bitten. Das Geniale daran: Als Spieler wissen wir oft gar nicht, wo die nächsten Nebenmissionen auf uns warten. Da läuft man nichts ahnend durch die Stadt von Beauclair und plötzlich werden wir von der Seite durch einen Passanten angesprochen. Erst jetzt taucht die Questmarkierung auch auf der Karte auf und wir erleben praktisch zufällige Ereignisse, die uns neue Aufgaben ermöglichen. Das ist spannend, kommt so schließlich schnell ein realistisches Mittelaltergefühl auf, bei dem die Stadt und ihre Bevölkerung recht lebendig wirken. Da kann sich manch anderes Rollenspiel, bei dem es kaum überraschende Ereignisse gibt, durchaus eine Scheibe von abschneiden.

The Witcher 3: Blood and Wine

Forschung der Mutationen
Genau diese Form der Questübergabe nutzt „Blood and Wine“ dann allerdings auch, um fast schon traditionell gänzlich neue Features einzuführen. War bei „Heart of Stone“ noch völlig offensichtlich, wo wir den Alchemisten für unsere neuen Möglichkeiten finden, ergeben sich diese Optionen dieses Mal ein wenig zufälliger. Auch hier laufen wir einfach nur nichts ahnend durch die Stadt und bekommen dann plötzlich ganz unerwartet einen Brief überreicht, der uns das neue Feature in einer Quest offenbart. Dieses erweitert nun sogar den Questbaum noch ein wenig, denn bei den meisten Spielern dürfte dieser vermutlich schon durch das Hauptspiel prall gefüllt sein. Durch Mutagene, die wir unter anderem in den Leichen der Monster finden können, konnten wir zuvor nämlich lediglich unsere Angriffskraft, Vitalität oder die Intensität unserer Magie-Zeichen erhöhen. Nun ergibt sich durch das neue Mutationensystem eine ganz neue Möglichkeit, bei der wir eine Kombination aus mehreren Mutagenen und Fähigkeitspunkten, unsere bisherigen Skills auf besondere Art erweitern können. Das bietet zugleich auch neue taktische Möglichkeiten und verbessert das Spiel weiter.

The Witcher 3: Blood and Wine

Das Spiel der Liebe
Apropos zufällige Kontakte: Interessant dürfte für eingefleischte Witcher-Fans auch sein, dass sich bestimmte Details im Spielverlauf tatsächlich durch unsere Entscheidungen ändern. Insbesondere auf das Liebesleben von Geralt hat dies große Auswirkungen, sodass sogar Entscheidungen aus dem Hauptspiel auf den Spielablauf von „Blood and Wine“ auswirken können. Immerhin konnten wir uns zuvor entscheiden, ob wir uns lieber Yennefer oder der hübschen Triss zuwenden und hatten sogar die Möglichkeit, gleich mit beiden auf einmal in die Kiste zu gehen. Wie oftmals auch im echten Leben ist ein Weiberheld am Ende aber womöglich ein einsamer Held, sodass das Auftauchen unserer Liebsten davon abhängt, wie wir sie zuvor im Hauptspiel behandelt haben. Selbst der Absender eines Briefes kann sich unterscheiden, je nachdem, ob und mit welcher Partnerin Geralt gerade eine Beziehung führt. Damit kann „Blood and Wine“ mitunter dazu führen, dass wir manche Entscheidung aus dem Hauptspiel schnell bereuen. Und das, obwohl dies längst nicht die einzige Entscheidung ist, die wir bereuen können, bietet das zweite Addon schließlich mehrere Enden, die von unseren jeweiligen Entscheidungen abhängen und daher besonders große Emotionen beim Spieler wecken können. Somit handelt es sich bei „Blood and Wine“ um einen würdigen Abschluss.

Fazit:
Mit doppelt so langer Spielzeit wie noch im vorherigen Addon, einem interessanten Mutationen-Feature und Entscheidungen, die sich auf den Spielverlauf auswirken, wird „Blood and Wine“ zu einer genialen Erweiterung, die dem Hauptspiel in nichts nach steht. Eine durchweg spannende Krimigeschichte um Vampire und Mordfälle in einer wunderschönen Landschaft runden das Erlebnis außerdem ab.

Witcher 3 Wertung