Spiele | Virtual DVD Magazine – News





Neueste Artikel:
F1 2016
Europa Universalis IV
Batman – The Telltale Series
Train Simulator: Cologne – Koblenz
The Witcher 3: Blood and Wine
Paris: Furi Spiele-Soundtrack live auf der Bühne
German Dev Days: Entwickler haben gemischte Gefühle bei VR
E.T. Armies
Adr1ft
Train Simulator: West Highland Line


30
Aug

F1 2016

Die Formel 1-Saison diesen Jahres ist momentan voll im Gange und Lewis Hamilton führt aktuell die WM-Fahrertabelle an. Erst gerade haben sich die Fahrer noch ein spannendes Rennen in Belgien geliefert, wo so manches Überholmanöver an der Tagesordnung stand und der Motorsport in dieser Saison endlich wieder ein wenig spannender geworden ist. Bevor in der nächsten Woche das nächste Rennen in Monza ansteht, hat aber vermutlich der ein oder andere Fan tatsächlich Lust, selbst in den Rennwagen zu steigen und es den Stars aus der Formula 1 virtuell nachzumachen. Die ganze Saison mit all seinen spannenden Strecken und auch Nachtfahrten erwartet uns in der alljährlichen, neuen Version des offiziellen Formel 1-Spiels und auch auf der neuen Strecke in Aserbaidschan dürfen wir nun erstmals unser Können unter Beweis stellen. In diesem Sinne: Motoren an und rauf aufs Gas.

Kritik:
Wie üblich bietet „F1 2016“ natürlich zahlreiche Spielmodi. Im Karrieremodus können wir uns mit dem eigenen Namen in einem beliebigen Team versuchen und bekommen einen realen Fahrer als Kollegen. Mit dem Ziel, endlich erster Fahrer des Teams zu werden, bestreiten wir eine direkte Rivalität mit eben diesem Kollegen, bei dem wir unsere Fähigkeiten gegen ihn unter Beweis stellen. Das ist unterdessen nicht immer einfach, vor allem wenn wir in einem Profiteam anheuern. Bei Mercedes, Red Bull oder Ferrari etwa fährt schließlich auch unser Teamkollege ziemlich weit vorne mit und ihn zu übertreffen, könnte bei so manchem Wetter vielleicht sogar eine Kunst werden.

F1 2016

Einfacher Beginn
Wer sich den umfangreichen Karrieremodus noch nicht zutraut, der hat aber natürlich auch die Möglichkeit, sein Glück in einem der vielen anderen Modi zu versuchen. So können wir unter anderem eine einzelne Meisterschaftssaison hinlegen, eine schnelle Runde fahren oder im Zeitfahren versuchen, unsere Fähigkeiten zu verbessern. Vor allem für das Training ist letzteres geeignet, wenn gleich die meisten Spieler diesen Modus vermutlich nicht primär nutzen werden, haben wir schließlich in der Karriere und im Meisterschaftsmodus immer noch genug die Möglichkeit, zu trainieren. Dabei können wir sogar festlegen, welche Renndistanz wir absolvieren wollen (auch die realistische, komplette Renndistanz ist möglich) und wie lange das Qualifying dauern soll. Einmal festgelegt, haben wir vor jedem Rennwochenende auch im Karrieremodus noch die Möglichkeit, diese Einstellung zu ändern.

F1 2016

Training endlich sinnvoll
Ein Rennwochenende besteht dabei natürlich aus den realitätsgetreuen Varianten: Wir dürften gleich zwei Mal zum freien Training auf die Strecke, versuchen uns anschließen im Qualifying und freuen uns dann anhand der Platzierung auf der sonntägliche Rennen. Interessant ist dabei, dass man die Trainingsphase nun endlich sinnvoll gefüllt hat und wir nicht nur nach Belieben im Kreis fahren dürfen. Das hindert den Spieler erstmals daran, das Training zu überspringen und tatsächlich gut zu nutzen. In Trainingssessions lernen wir unter anderem die Streckenklimatisierung, um später die Ideallinie besser halten und das DRS optimal einsetzen zu können. Beim Reifenmanagement lernen wir, unsere Reifen während dem Rennen möglichst zu schonen. Beim Qualifying-Tempo versuchen wir, bereits im Training die Zeitvorgaben für eine gute Qualifying-Position zu erreichen und bei den Team-Aufgaben geht es darum, bestimmte vom Konstrukteur vorgegebene Ziele zu erreichen. Je erfolgreicher wir sind, desto mehr Punkte erhalten wir, die wir dann in die Verbesserung unseres Fahrzeuges investieren können. So haben wir nicht nur endlich einen Grund, das Training zu absolvieren, sondern werden ganz automatisch auch noch besser im Rennen.

F1 2016

Achtung: Wand
Besser werden ist übrigens auch nötig, denn wer dachte, er könnte einfach nur aufs Gas treten, hat sich getäuscht. Obwohl wir diverse Fahrhilfen optional einschalten können, können wir den unterschiedlichen Schwierigkeitsgrad der Strecken tatsächlich spüren. Vor allem engere Strecken wie Monaco oder auch Australien sind gar nicht immer einfach, wenn es darum geht, auf der Strecke zu bleiben. Können wir in Bahrain beispielsweise problemlos mal leicht von der Strecke abkommen, bedeutet das in Monaco ein Schaden am Fahrzeug oder womöglich gleich ein komplettes Ausscheiden. Durch den realistischen Wendekreis wird aber auch schnell klar, wir schwierig es echte Formel 1-Fahrer dabei haben, die Streckenmarkierungen nicht zu übertreten und mit welcher Lebensgefahr sie in Monaco schweben, wenn sie einmal einen Fehler machen. Das sorgt für Spannung – auch beim Spieler.

F1 2016

Hölle Aquaplaning
Doch auch sonst hat es und die glaubwürdige Fahrphysik tatsächlich angeht. Schnell merken wir nämlich, welche Auswirkungen selbst kleinere Schäden am Fahrzeug auf die Steuerung haben können. Eine kleine Beule am Frontflügel und der Wendekreis kann plötzlich größer werden. Ein mittelgroßer Schaden und unser Auto neigt vielleicht schon nach rechts. Noch schwerer Schaden und wir werden spürbar langsamer. Aber auch platte Reifen, ein Verlust der Räder und vieles mehr ist möglich, was unser Können erfordert. Selbst die Unterschiede bei verschiedenen Reifen und Einstellungen sind während dem Fahren spürbar. Besonders schwierig wird es unterdessen bei Regen, wenn Aquaplaning dafür sorgt, dass wir unser Auto nicht mehr so leicht auf der Strecke halten können. Je mehr langgezogene Kurven, desto schwieriger wird auch hier die Steuerung. So bleibt „F1 2016“ aber auch über eine gewisse Zeit spannend.

F1 2016

Verbannung der Tastatur
Apropos Steuerung: Am Besten ist es dann doch, wenn wir „F1 2016“ vorzugsweise mit dem Gamepad-Controller oder lieber gleich einem Lenkrad steuern. Damit ist vor allem die Lenkung um einiges präziser möglich, als mit der Tastatur. Letzteres können wir zwar ebenfalls verwenden, ist aber bei Rennspielen generell nicht zu empfehlen. Gar nicht vorhanden ist hingegen die Steuerung per Maus, denn nicht einmal im Menü haben wir die Möglichkeit, das Spiel mit der Maus zu bedienen. Das ist nicht ganz zeitgemäß, aber letztendlich dann doch ausreichend. Ein kleines Problem gab es aber dennoch, denn das Spiel hat vor allem bei der Controllersteuerung wohl mit einigen Bugs zu kämpfen. Bei unserem Test mit einem Logitech Dual Action wurde der Controller zwar erkannt und wir konnten ihn auch konfigurieren, aber seit dem zweiten Start wird die Tastenbelegung nur noch mit „Fehler“ angegeben. Kurzes Minimieren und erneutes Maximieren des Spiels sorgt derweil allerdings dafür, dass wir den Controller dennoch verwenden können. Und auch eine erneute Änderung der Tastenbelegung ist möglich, auch wenn anhand der „Fehler“-Angabe nicht erkennbar ist, welche Funktion gerade welcher Taste zugewiesen wurde. Zum Glück funktionierte die Steuerung mit dem Controller aber dennoch im Test.

F1 2016

Neue Regeln für die Fahrer
Interessant ist derweil übrigens eine vollständige Umsetzung der neuen Formel 1-Regeln. Das betrifft unter anderem das Qualifying, welches nun in drei Phasen abläuft, bei dem nach jeder Phase die schlechtesten Fahrer ausscheiden. Gut gelungen ist dabei die Idee, dies nur beim vollen Qualifying umzusetzen, da dies im kurzen Qualifying kaum sinnvoll anwendbar ist. Wer aber als Profi-Rennfahrer Lust auf ein vollumfängliches Rennwochenende mit kompletter Qualifying-Länge hat, der bekommt hier auch die Regeln zu spüren. Ähnliches gilt für die Übernahme der DRS-Regeln, für die Beschränkung von Reifen und die Übernahme der Qualifying-Einstellungen ins Rennen. Ganz zu schweigen von etwaigen Strafen, wie etwa eine Durchfahrtsstrafe (Fahren durch die Box, ohne erlaubten Stop) bei einem Fehlstart oder einer Zeitstrafe wegen Abkürzens der Strecke. Das ganze dann passenderweise kommentiert über Funk durch unsere Kameraden in der Box, die unser Fahrverhalten stets im Auge behalten und sinnvolle Tipps geben. So fühlt man sich wie ein echter Rennfahrer.

F1 2016

Fahrer muss selbst ran
Übrigens: Die Durchfahrtsstrafen kommen mitunter gar nicht so selten vor, denn wir müssen in „F1 2016“ hin und wieder auch manuell ran. Das gilt auch für die Kupplungssteuerung beim Start des Rennens. Bevor die Ampeln also auf grün schalten, ist es unsere Aufgabe, die Kupplung gedrückt und den Motor im richtigen Drehzahlbereich zu halten. Sobald dann grün wird, lassen wir die Kupplung im richtigen Moment los und geben Gas. Spannend ist das deshalb, weil sich das Risiko für Fehlstarts damit enorm erhöht und wir uns beim Start wirklich konzentrieren müssen, um keine Strafe zu kassieren. Auch da hat man den Realitätsgrad nun ein wenig erhöht. Gut außerdem, dass wir nun die Geschwindigkeit zur Boxengasse selbst regulieren müssen und nicht mehr allzu weit automatisch gefahren werden.

F1 2016

Hübsches Nass
Grafisch und technisch kann sich das aktuelle Formel 1-Game übrigens sehen lassen. Dabei liefert man zwar keine grafische Referenz ab, aber vor allem die Streckengestaltung ist doch recht glaubwürdig und realistisch ausgefallen. Praktisch zu jeder Zeit haben wir das Gefühl, auf der echten Strecke unterwegs zu sein, weil jede Tribüne, jeder Zaun, jede Palme und jeder Baum an genau der richtigen Strecke liegt. Mit dem passenden Schattenspiel wird dabei so manche Strecke sogar ein bisschen atmosphärisch. Auch die Fahrzeugmodelle sind insgesamt gut und realistisch ausgefallen, obwohl man beim „Glanzeffekt“ nicht so sehr punkten kann, wie beispielsweise „Project Cars“. Dafür haben die Spiele eines gemeinsam: Besonders bei Regen sieht es besonders hübsch aus. Dann komme nicht nur schöne Wassereffekte und eine spiegelnde Straße zum Vorschein, sondern auch noch andere schöne Details. So sehen wir etwa jeden Tropfen auf unserem Auto und wenn es auf unsere Kamera regnet, bewegt sich die Flüssigkeit je nach Kurve in die eine oder andere Richtung. Schöner geht Regen nicht. Insgesamt hätte man aber vielleicht noch eine zusätzliche, bessere Anti-Aliasing-Funktion für die High-End-PCs einbauen und vielleicht die Charaktermodelle noch hübscher gestalten können. Aber immerhin: Im Gegensatz zum Vorgänger sehen wir unsere Kollegen, wie etwa den Mechaniker oder unsere Managerin tatsächlich auch mal, statt nur in Menüs zu wuseln. Damit lohnt sich ein Aufrüsten von der Vorjahres-Version allemal.

Fazit:
Mit der diesjährigen Version des offiziellen Formel 1-Spiels haben sich die Entwickler deutlich verbessert und endlich wieder den sehr vermissten Karrieremodus einbaut. Zusätzliche Verbesserungen wie ein manueller Start, sinnvolle Trainingseinheiten und ein motivierendes Technologiesystem runden das Spielerlebnis ab und knüpfen wieder gut an die hohen Qualitäten der 2013er Version an. Ein Muss für Motorsport-Fans.

F1 2016 Wertung


30
Aug

Europa Universalis IV

Die Landkarte sieht im Jahre 1444 noch ein bisschen anders aus, als heute. Kleine Provinzen stehen kurz davor, historische Kriege zu führen und vor allem Deutschland ist noch weit davon entfernt, ein vereinigtes Land zu sein. Selbst kleinere Länder wie Hessen oder Trier könnten womöglich schon bald in direktem Konflikt miteinander stehen. Bei den vielen Auseinandersetzungen ist ein starkes Militär schon bald Pflicht, doch auch die Ausbreitung auf andere Gebiete und Kontinente spielt eine große Rolle. Keine leichte Aufgabe für den jeweiligen Thronfolger, denn eine funktionierende Wirtschaft ist ausschlaggebend für den Erfolg einer Nation. Krieg ist teuer, Provinzen wollen unterhalten werden und das Handelseinkommen eines Landes zu Beginn nicht allzu hoch. Ganz zu schweigen von all dem Prestige, der Legitimität des Herrscherhauses und verschiedenen politischen Veränderungen, die in den nächsten Jahrhunderten eine große Rolle spielen werden. Willkommen bei „Europa Universalis IV“.

Kritik:
Man merkt vermutlich an dieser Beschreibung bereits: Dieses Spiel aus dem Hause Paradox Interactive ist nichts für den blutigen Anfänger. Wer schon mit Strategiespielen wir „Risiko“ überfordert ist, der braucht sich an diesen Titel wohl gar nicht erst heran wagen. Die Kartenansicht ist dabei mit dem berühmten Brettspiel vergleichbar, doch im Kern geht es dabei gefühlte 30 mal komplexer und umfangreicher zu. Denn jede noch so kleine Veränderung in seiner eigenen Nation hat mitunter weitreichende Auswirkungen auf andere Funktionen und Systeme. Und das will erst einmal beherrscht werden. Das Problem: Wirklich einsteigerfreundlich ist „Europa Universalis IV“ nicht. Geduld und möglichst viel Zeit sollte mitgebracht werden. Letztendlich haben es aber selbst wir geschafft, die wir eigentlich verschiedene Genres spielen und keine Strategieveteranen sind, das Spiel letztendlich einigermaßen zu beherrschen.

Europa Universalis IV

Aller Anfang ist schwer
Ein Tutorial liefert das Hardcore-Strategiespiel natürlich mit. In mehreren Abschnitten lernen wir dabei die grundlegende Steuerung von „Europa Universalis IV“ kennen, gehen später auf Kriegsführung, Wirtschaft und andere Funktionen ein und dürften uns anschließend an einem Tutorial-Szenario versuchen, an dem unerfahrene Spieler glatt auch mal scheitern können. Aber kein Grund, gleich die Motivation zu verlieren, denn dran bleiben lohnt sich und früher oder später wird jeder dieses Spiel beherrschen können. Bis dahin sind allerdings locker mindestens vier Stunden Einarbeitungszeit nötig, um sich überhaupt an eine Singleplayer-Partie wagen zu können. Und selbst hier stellen wir immer wieder fest, dass einzelne Funktionen vom Tutorial nicht angesprochen wurden und zusätzliche Einarbeitungszeit erfordern. Nicht selten hatten wir große Fragezeichen auf dem Kopf, wie man denn diese und jene Funktion nochmal verwendet. Etwa das Transportieren von Einheiten auf dem Schiff. Eines garantieren wir aber: Eine Singleplayer-Partie vollständig abgeschlossen und man hat das Spiel soweit verstanden.

Europa Universalis IV

Komplexitätsmonster
Hat man erst einmal jede Funktion und deren Zusammenspiel verinnerlicht, überrascht „Europa Universalis IV“ mit einem ausgesprochen hohen Tiefgang. Immerhin müssen wir wirklich alle Aspekte unseres Staates im Auge behalten, um letztendlich zum Erfolg zu kommen. Eine positive Bilanz ist also in jedem Bereich nötig, nicht nur bei der Wirtschaft. Wenn gleich diese wohl am wichtigsten ist, denn für die Erweiterung unserer Provinzen und das Einnehmen von Steuern, ist zunächst einmal Geld nötig, das wir ausgeben können. Denn wo kein Wohlstand ist, da auch keine Steuern. Einmal zu viele Darlehen aufgenommen, die wir nicht mehr zurückzahlen können, ist der Bankrott unausweichlich. Das dauerhafte Aufnehmen von Schulden, wie dies wohl diverse Staaten in der Realität versuchen, ist so nicht praktikabel möglich und führt unsere Nation auf kurz oder lang in den Ruin. Jeder Krieg erhöht jedoch die Kosten, jedes verlorene Land an die Konkurrenz verringert unsere Einnahmen. Von etlichen Modifikatoren mal ganz abgesehen.

Europa Universalis IV

Jeder König braucht Berater
Im Grunde genommen haben wir auf verschiedene Arten nämlich jederzeit die Möglichkeit, die Kosten zu beeinflussen und jede Funktion durch Modifikationen zu verändern. Dabei kommen nicht nur regelmäßige politische Ereignisse ins Spiel, bei denen wir Entscheidungen treffen müssen, sondern auch drei politische Berater, die zwar einerseits Geld kosten, aber andererseits auch mit Rat und Tat zur Seite stehen. So können wir etwa einen Berater mit positivem Steuermodifikator einstellen und dadurch mehr Geld durch Steuern einnehmen. Oder die Handelseinnahmen modifizieren, falls wir damit mehr Geld verdienen. Ähnliches gibt es allerdings auch für diplomatisches Geschick, für Technologiekosten, für den Armeeunterhalt und vieles mehr. Das alles im Auge zu behalten, ist nicht immer einfach.

Europa Universalis IV

Stabilität ist alles
Wichtig ist unterdessen auch eine hohe Stabilität, Prestige und Legitimität. Stabilität sorgt schließlich dafür, dass unsere Steuereinnahmen und Kosten stabil bleiben und unser Staat letztendlich gut am Laufen gehalten wird. Dabei müssen wir stets darauf achten, die Stabilität über null zu halten. Dumm nur, dass sich jene ständig verschlechtert, wenn ein neuer Thronfolger antritt, politische Zufallsereignisse eintreten, oder wir etwa Krieg führen. Ein Krieg ohne Grund angezettelt, oder ein Friedensabkommen gebrochen und unsere Stabilität sinkt. Dasselbe gilt für Prestige, denn unter anderem verlorene Länder verringern unser Prestige. Dazu auch zahlreiche andere Ereignisse. Zu niedriges Prestige kann in einer Staatsehe dazu führen, Juniorpartner des Nachbarn ohne diplomatische Rechte zu werden. Hohes Prestige wiederum ermöglicht die Beanspruchung der Thronfolge eines anderen Landes mit Staatsehe, wenn dieses keinen legalen Thronfolger hat. Wir können also die diplomatischen Beziehungen grundlegend verändern, manchmal sogar ohne tatsächlich Krieg zu führen. Spannend.

Europa Universalis IV

Unruhige Bevölkerung
Doch auch die Legitimität der eigenen Regierung ist ausschlaggebend dafür, ob unser Volk uns weiterhin zur Seite stehen. Wird das Staatsoberhaupt nicht von der Bevölkerung anerkannt, kommt es zu Unruhen und wir erhalten vor allem mit gegründeten Kolonien ernsthafte Probleme. Ist das Freiheitsbestreben zu hoch, führt dies nämlich zu einer möglichen Revolte und einer Forderung nach Unabhängigkeit. Nebenbei verweigern diese dann aber auch noch den Handel mit uns und verringern unser Einkommen zum Teil drastisch. Deswegen haben wir hier ein weiteres System, das wir im Auge behalten sollten, um das Spiel zu beherrschen. Die hohe Komplexität macht „Europa Universalis IV“ dabei zu einer Herausforderung mit Tiefgang. Zumal auch annektierte Staaten bei unterschiedlicher Kultur oder Religion zum Aufstand neigen können. Daher sind auch Kriegsfolgen nicht immer leicht zu beherrschen. Einfach den Gegner platt machen, reicht hier längst nicht aus.

Europa Universalis IV

Religion und Kultur
Wie auch in der Realität spielt natürlich Religion und Kultur bei „Europa Universalis IV“ eine entscheidende Rolle. Dies beeinflusst nicht nur unsere Beziehungen zu anderen Ländern direkt (je mehr Gemeinsamkeiten, desto leichter sind die diplomatischen Beziehungen), sondern hat auch Einfluss auf unsere gesellschaftlichen Errungenschaften. So können wir im Laufe der Zeit nicht nur andere Regierungsformen annehmen, sondern erhalten außerdem andere gesellschaftliche Ideen. Neben dem klassischen Forschungssystem gibt es – bestimmte Forschungsstufen vorausgesetzt – nämlich auch noch ein Ideensystem, bei der wir die Art der zu erforschenden Ideen selbst festlegen können. Ob religiös oder humanistisch, ob militärisch oder diplomatisch, ob Handel oder Spionage – unsere Richtung entscheiden wir selbst. Doch je mehr Ideen wir entdecken, desto weiter entwickelt sich auch unsere Gesellschaft, die wiederum abhängig von der Kultur vorgegeben ist. Spanier erhalten somit andere gesellschaftliche Errungenschaften als etwa Ottomanen. Spannend.

Europa Universalis IV

Macht ist das A & O
Bei der Erforschung neuer Technologien und Ideen kommt es aber vor allem auf unsere Macht an. Anders als in den meisten Strategiespielen errichten wir keine Forschungseinrichtungen in unseren Provinzen, sondern verstärken unsere Macht. Das kann unter anderem ebenfalls durch das Einsetzen von politischen Beratern geschehen, die uns zusätzliche Machtpunkte in den Bereichen Administration, Diplomatie und Militär ermöglichen. Sowohl die Machtpunkte, als auch der Forschungsbaum bezieht sich gänzlich auf diese drei Bereiche. Genug Machtpunkte erreicht, investieren wir diese in Forschung oder eben Ideen. Mit der administrativen Macht erforschen wir beispielsweise religiöse und humanistische Ideen, mit der diplomatischen Macht verbessern wir unsere Handelseffizienz oder forschen die Spionage und die militärische Macht dient der Entdeckung neuer militärischer Einheiten oder dem erforschen von offensiven, wie defensiven Strategien. All das bringt uns Vorteile im späteren Spielverlauf, wenn gleich Militär eben nicht ganz im Mittelpunkt steht.
Europa Universalis IV

Kolonien sind keine Stützpunkte
Hauptsächlich geht es in „Europa Universalis IV“ nämlich darum, sein eigenes Territorium zu erweitern. Das geschieht unter anderem auch mit der Kolonisation von fremden Kontinenten, auf denen wir die Einheimischen zurückdrängen, um eigene Kolonien zu gründen. Genau deshalb ist allerdings auch das klassische Spielziel nicht ausschlaggebend, denn eine komplette Welteroberung ist durch das Koloniesystem nicht mehr möglich. Sobald die erste Kolonie gegründet wurde, breitet diese sich kurzerhand bald auf die Nachbarländer aus und gründet eine eigene Nation, sobald mindestens sieben Provinzen in der Kolonie errichtet wurden. Das führt allerdings dazu, dass wir die Kolonie nicht mehr selbst verwalten können, sondern diese stattdessen damit beginnt, Handel mit uns zu führen, den wir dann durch globale Tarife verzollen können. Das Gründen von Kolonien dient also in erster Linie dem Erhöhen unserer Einnahmen und nicht als strategischer Militärstützpunkt. Das ist auf den ersten Blick etwas befremdlich, sorgt aber schnell für noch mehr Tiefgang im Wirtschafts- und Diplomatiesystem. Denn wollen wir den strategischen Stützpunkt nutzen, müssen wir die Truppenstationierung mittels Diplomatie vereinbaren. Das geht allerdings auch mit anderen befreundeten Staaten. Ihr seht also bereits: „Europa Universalis IV“ ist extrem komplex und richtet sich ganz klar an die Profi-Strategen.

Fazit:
Wer schon mit klassischer 4X-Strategie überfordert ist, wird mit „Europa Universalis IV“ sicher nicht glücklich werden. Allen anderen Strategen, die allerdings eine echte Herausforderung suchen, offenbart sich hier ein Hardcore-Strategiespiel mit sehr hoher Komplexität und einem enormen Tiefgang.

Übrigens: Auch nach mehreren Jahren arbeitet Paradox Interactive weiterhin an dem Spiel und veröffentlicht regelmäßig neue DLCs und Addons, die “Europa Universalis IV” noch komplexer machen. Erst vor kurzem haben sie auf der Gamescom das kommende Addon “Rights of Man” angekündigt.

Europa Universalis IV Wertung


09
Aug

Batman – The Telltale Series

Bruce Wayne ist nicht nur einer der erfolgreichsten und wohlhabendsten Geschäftsmänner von Gotham City, er führt in der Nacht auch häufig ein geheimes Doppelleben. Denn nachdem seine Heimat immer tiefer in Chaos und Kriminalität versunken ist, hat er sich zum Ziel gesetzt, die Stadt wieder zu einem besseren Ort zu machen, an dem Kinder eines Tages wieder unbeschwert auf den Straßen spielen können. Mit zahlreichen technischen Gimmicks, einem ausgesprochen guten Sinn für Detektivarbeit und einem kugelsicheren Fledermaus-Umhang jagt er deshalb schon seit vielen Jahren die schlimmsten Bösewichte. Doch auch er weiß: Die wahre Gefahr hat nicht immer Superkräfte. Manchmal spielt auch Korruption durch Anzugträger und Bürgermeister eine große Rolle. Dieses Mal betrifft es womöglich seine eigene Familie, als der Gangsterboss Falcone es auf ihn abgesehen hat und unter allen Umständen den Ruf des Hauses Wayne ruinieren will, um seine gefährlichen Machenschaften auch in Zukunft fortsetzen zu können…

Kritik:
Die Entwickler von Telltale Games sind mit ihren Adventures meist vor allem für eines bekannt: Besonders tiefgründige und spannende Geschichten zu erzählen, bei denen wir mit unseren Entscheidungen den genauen Handlungsablauf manipulieren können.

Korruption und Macht
Um genau solch ein Spiel handelt es sich natürlich auch bei „Batman – The Telltale Series“, welches einmal mehr in mehreren Episoden erscheinen wird. Erst vor kurzem ist mit „Reich der Schatten“ auch bereits die erste Folge erschienen und darin dürfen wir nicht nur gegen flinke Bösewichte, wie etwa die süße Catwoman kämpfen, sondern bekommen es auch noch mit eher klassischen Gegnern zu tun. Immerhin spielen wir Bruce Wayne auch gelegentlich in seiner privaten Rolle als Geschäftsmann, bei der er sich mit korrupten Gangstern, Politikern und der Presse abgeben muss. Und während er einen ganz bestimmten Bürgermeisterkandidaten unterstützt, in der Hoffnung, Gotham demnächst endgültig zum positiven verändern zu können, wird er auch schnell zur Zielscheibe von bisherigen Machthabern, die überhaupt kein Interesse daran haben, die Stadt in irgendeiner Weise umzukrempeln. Damit liefert uns Telltale bereits eine beeindruckende Auftaktstory um Korruption und Macht, die weit tiefgründiger sein könnte, als wir es von früheren Telltale-Spielen bisher gewohnt sind.

Batman - The Telltale Series

Eine selbstständige Fledermaus
Das Spielprinzip ist dabei allerdings das Gleiche geblieben: Wenn wir nicht gerade in Dialogen wichtige Entscheidungen treffen oder gewisse Orte nach Hinweisen absuchen, dürfen wir in Quicktime-Events gegen zahlreiche Gegner antreten. Erstaunlich ist dabei, dass Telltale dieses Mal ein bisschen mehr Komplexität in die Kämpfe hineingebracht hat, muss man doch schließlich nun ein paar Tasten mehr drücken, um den Gegnern auszuweichen, oder sie zu bekämpfen. Mitunter kommt es dabei auch mal vor, dass wir zwei Tasten gleichzeitig benötigen, um die richtige Reaktion zur passenden Zeit auszuführen. Bei früheren Telltale-Spielen war das nicht üblich und man beschränkte sich doch auf einzelne Tastenaktionen. Problematisch ist dabei allerdings, dass sich Batman offensichtlich gerne einmal selbstständig macht und es gar nicht immer große Auswirkungen hat, wenn wir die Quicktime-Events nicht meistern. Sind wir noch bei „The Walking Dead“ oder „Tales from the Borderlands“ gelegentlich gestorben, wenn wir nicht rechtzeitig die richtige Taste gedrückt haben, ist uns im Test doch häufig aufgefallen, dass Batman die entsprechende Aktion dennoch ausführt – selbst, wenn wir zu lange gebraucht haben oder gar die falsche Taste verwendeten. Gelegentlich kommt dabei tatsächlich die Frage auf, ob man ihm nicht gar gänzlich nur zuschauen könnte. Damit wird das Gameplay natürlich sogar noch zurückgefahren.

Batman - The Telltale Series

Die düstere Spürnase
Etwas spannender wird es hingegen, wenn „Batman – The Telltale Series“ einige neue Features einführt, die es zuvor so nicht gegeben hat. Dazu gehört etwa, dass man den Detektivmodus aus den früheren Arkham-Spielen etwas abgeändert übernommen hat und wir nun an Tatorten bestimmte Fundsachen und Ereignisse kombinieren müssen, um den Tathergang zu rekonstruieren. Ein ähnliches Feature gab es etwa schon in „Arkham Origins“, wo wir ebenfalls den Tathergang wiederherstellen mussten. Insgesamt hält man sich bei Telltale allerdings ein wenig simpler. Allerdings ebenfalls neu ist die Planung unserer Vorgehensweise mittels technischen Gimmicks, wie einer Kameradrohne. Erstmals können wir die Gegner und deren Überwältigungsart zuvor auswählen, ehe wir dann mit Quicktime-Events in den Nahkampf gehen müssen. So haben wir tatsächlich ein bisschen mehr direkten Einfluss auf das Spielgeschehen und können beispielsweise aussuchen, ob Batman einen Gegner vom Balkon aus angreifen, oder gegen das Geländer schmettern soll. Durchaus interessant.

Batman - The Telltale Series

Pseudo-Koop für Entscheidungsträger
Ein weiteres gänzlich neues Feature ist der sogenannte „Crowd Play“-Modus. Ein bisschen lehnt man sich dabei an den Koop-Modus an und sorgt dafür, das bis zu vier Freunde sich an den Entscheidungen unseres Helden beteiligen können. Vorab können wir dabei aussuchen, ob Entscheidungen tatsächlich anhand von bindenden demokratischen Wahlen gefällt werden, oder die Mitspieler lediglich als beratende Funktion dienen sollen. Hierzu besteht die Möglichkeit, seinen Freunden einen Zugangscode mitzuteilen, durch den diese dann unseren Spielverlauf aktiv per Stream verfolgen können und bei Entscheidungen dann per Multiple-Choice-Fragen mitbestimmen können, welche Handlung oder welchen Dialog wir zukünftig ausführen werden. Grundsätzlich ein nettes Feature, in der Praxis allerdings eher ein wenig lästig und den Spielverlauf störend. Da wäre es doch wesentlich spannender, zukünftig ein echtes Koop-Adventure, bei dem die Spieler allesamt eine eigene Figur steuern können, zu erleben. Dagegen spräche jedenfalls nichts.

Batman - The Telltale Series

PC-Version mit technischen Problemen
Ob ein solches Koop-Feature in der Praxis allerdings überhaupt sinnvoll einsetzbar ist, steht aktuell noch in den Sternen, denn auf dem PC kämpfen einige Spieler momentan eher damit, das Spiel überhaupt zum Laufen zu bekommen. Da sind wir übrigens keine Ausnahme, hatten wir nämlich ebenfalls massive technische Probleme. So lässt sich „Batman – The Telltale Series“ beispielsweise nur beim ersten Start tatsächlich spielen. Starten wir das Spiel anschließend zum zweiten Mal, bekamen wir einen schwarzen Bildschirm anstelle des Menüs zu sehen. Auch führten Änderungen an den Grafikeinstellungen spätestens nach Start einer Episode prompt zu einem Absturz des Spiels. Desweiteren klagen einige Spieler zudem über Probleme mit der Steam Cloud Synchronisation, die das Spielen offenbar ebenfalls unmöglich machen soll. Aktuell gibt es daher zahlreiche Spieler, bei denen „Batman – The Telltale Series“ zum momentanen Zeitpunkt selbst auf High-End-Systemen völlig unspielbar ist. Wir raten daher vom Kauf ab, bis ein entsprechender Patch nachgereicht wurde, der diese massiven Fehler behebt.

Hinweis zur Wertung
Auf Grund schwerwiegender technischer Probleme mit denen zahlreiche Spieler (darunter auch wir beim Test) zu kämpfen haben, sehen wir uns aktuell gezwungen, dies durch eine Abwertung deutlich zu machen. Sobald ein Patch nachgereicht wurde, der diese Fehler behebt, werden wir euch hier selbstverständlich auf dem Laufenden halten und die Wertung noch einmal überarbeiten. Wären die genannten Probleme nicht vorhanden, würde “Batman – The Telltale Series” rein hinsichtlich des Spielspaßes eine höhere Wertung erhalten.

Fazit:
Eigentlich handelt es sich beim neuen Batman-Abenteuer von Telltale um eines der spannendsten Spiele, die das Studio bisher veröffentlicht hat. Mit einer tiefgründigen Story über Macht und Korruption kann man von Beginn an fesseln und eine hohe Identifikation mit den Figuren aufbauen. Leider wird das Spielvergnügen auf dem PC allerdings aktuell durch massive technische Probleme getrübt.

Batman - The Telltale Series Wertung


09
Aug

Train Simulator: Cologne – Koblenz

Die Millionenmetropole Köln gehört zu einer der wichtigsten Touristenstädte unseres Landes und ist zeitgleich wohl die größte Stadt in Nordrhein-Westfalen. Doch abseits der Touristen ist sie vor allem für die Deutsche Bahn ein wichtiger Standort zum Transportieren von Gütern. Der Umschlagbahnhof Köln Eifeltor, südlich der Innenstadt in Richtung Brühl, stellt dabei den größten Containerumschlagbahnhof Deutschlands dar. Mit Hunderttausenden von Ladeeinheiten ist hier täglich reger Betrieb beim Umladen von Containern zwischen Straßenverkehr und Schiene. Besonders die Strecke über Bonn nach Koblenz gehört daher zu einer der am häufigsten befahrenen Strecken für den Güterverkehr, sodass sich der Frachtverkehr die wenigen Gleise mit einem umfangreichen Nah- und Fernverkehr teilen muss. Immerhin dient die Strecke auch als Hauptverkehrsweg für zahlreiche Regionalbahnen, sowie den Intercity- und Eurocity-Zügen nach Mainz. Nun dürfen wir mit dem Train Simulator einmal selbst hinter das Steuer einer dieser vielen Lokomotiven treten, die täglich auf dieser Route unterwegs sind.

Kritik:
Man darf sich bei diesem Routen-Addon also dementsprechend auf eine recht detaillierte und auch ressourcenfressende Strecke freuen. Konkret bedeutet das, dass vor allem der Bereich in und um Köln besonders realitätsnah ausgefallen ist und es uns insgesamt recht leicht fiel, bestimmte Objekte aus der Realität tatsächlich wiederzuerkennen. Das betrifft derweil nicht nur den Bahnhof mitsamt Dom und Hohenzollernbrücke, sondern auch den restlichen Bereich. Besonders gelungen ist dabei auch die Ausfahrt am Kölner Hansaring, dessen S-Bahnhof wir zwar nicht anfahren, aber immerhin sofort als solches wiederzuerkennen sind. Selbst die Wohngebäude neben der Strecke befinden sich jeweils an der korrekten Position, auch wenn wir hier und da Streetart und Markenschriftzüge vermissen mögen. Die Brauerei Gaffel ist dabei zwar vorhanden, aber nicht beschriftet und auch die typischen, teils durchaus hübschen Graffitis fehlen an dieser Strecke. Das lässt sich aber sicherlich schnell verschmerzen.

Train Simulator: Köln - Koblenz

Sauberer als die Realität
Ebenso detailliert geht es dann natürlich am Bonner Hauptbahnhof weiter, wo wir die Gleisanordnung mitsamt Bahnsteigen sofort wiedererkennen. Insgesamt ist dieser Bereich allerdings nicht ganz so realitätsnah ausgefallen, denn vor allem die Fernbushaltestelle oder der Blick auf Bonn West fehlen völlig und das Bonner Loch sieht, vergleicht man es mit der Realität, tatsächlich deutlich zu sauber aus. Insgesamt muss man wohl zu dem Entschluss kommen, dass dieser Bahnhof in diesem Addon weit schöner ausschaut, als in der Realität. Irgendwie schon faszinierend. Der Realität schon etwas näher kommt man dann später in der Nähe von Andernach, wenn wir den hübschen Blick auf den Rhein haben und uns allmählich den Bereichen nähern, die wir auch bei realen Zugfahrten doch am schönsten empfinden. Da kann man dann auch verschmerzen, dass man das Phantasialand in Brühl leider nicht eingebaut hat und sich stattdessen auf Schloss Augustusburg beschränkte.

Train Simulator: Köln - Koblenz

Doppeldecker nach Koblenz
Standardgemäß hat die Route übrigens bereits einiges an Abwechslung zu bieten. Immerhin befinden sich bereits im ursprünglichen Auslieferungszustand gleich drei verschiedene Lokomotiven im Lieferumfang. Dazu gehört unter anderem eine Baureihe 146.2, die wie auch in der Realität vor allem für den Doppelstock-Regionalexpress der Linie RE5 eingesetzt wird und dabei den kompletten Abschnitt von Köln bis Koblenz an den wichtigsten Stationen befährt. Ebenso dabei: Eine Baureihe 101, die insbesondere für den Intercity-Verkehr verwendet wird und dabei die weißen Waggons ebenfalls mitunter auf der gesamten Route zieht. Im Umschlagbahnhof Köln Eifeltor finden wir hingegen vor allem die Baureihe 294, die mit ihrem kleinen Dieselantrieb speziell für das Rangieren und Zusammenstellen von Zugverbünden bei niedriger Geschwindigkeit ausgelegt ist. Während Baureihe 101 und 294 dabei durchaus einigermaßen überzeugen können, hat uns die Baureihe 146.2 allerdings wegen der zu hohen Bremskraft und der mangelhaft implementierten PZB eher weniger überzeugt. Eine wirkliche Hausforderung stellt diese Lok also für keinen Spieler dar. Möchte man realistischere und interessantere Aufgaben auf dieser Route erleben, sollte man sich die zusätzlich erhältlichen Lokomotiven einmal genauer ansehen.

Train Simulator: Köln - Koblenz

Bremsweg ade
Dementsprechend überträgt sich das Problem natürlich auch auf die Karriereszenarios, von denen es gleich sechs an der Zahl gibt. In den meisten davon sind wir nämlich tatsächlich mit der Baureihe 146.2 oder der 101 unterwegs. Lediglich ein einziges Szenario führen wir dabei mit der Baureihe 294 aus. Insbesondere im Nahverkehr mit dem Regionalexpress kann das dabei auch relativ langweilig werden, weil besondere Ereignisse auf uns warten lassen und auch die Lokomotive eben keine speziellen Fähigkeiten erfordert. Damit werden die Szenarios schnell zu einem stupiden Abfahren von Bahnhöfen, auch wenn das Wetter mit Sturm und Schnee eigentlich genügend Möglichkeiten für spannende Fahrten bieten würde. Die nicht besonders berauschende Physik der Lokomotiven holt aus diesen Möglichkeiten aber nicht ansatzweise das richtige Potential heraus.

Train Simulator: Köln - Koblenz

DB BR 155 (nur mit TS 2016 Vollversion)
Generell können wir Bahnfans daher nur empfehlen, diese Route nicht einzeln zu erwerben, sondern stattdessen zur Vollversion des Train Simulator 2016 zu greifen. Auch dann, wenn man bereits eine frühere Version besitzt, denn nur auf diesem Weg kommen wir auch in den Genuss einer zusätzlichen Lokomotive. Mit der dort enthaltenen Baureihe 155 gesellt sich schließlich eine weitere kräftige Lok dazu, die vor allem im Güterverkehr für reichlich Spaß sorgt. Das liegt daran, dass es sich hierbei nämlich um eine der besten Lokomotiven handelt, die für die Strecke Köln – Koblenz erhältlich sind. Nicht nur, dass die Zugsicherungssysteme PZB und SIFA einwandfrei funktionieren, auch physikalisch hat man einiges beachtet. Dementsprechend beschleunigen wir diese Lok auch nicht auf üblichem Weg, sondern erfreuen uns an der realitätsgetreuen Stufenfahrschaltung, die in 30 Stufen eine passende Beschleunigung einstellen kann. Durch das Umdenken im Betrieb der Lok ist auch etwas Abwechslung zu den üblichen Zügen geboten.

Train Simulator: Köln - Koblenz

BR 266 (zusätzlich erhältlich)
Ähnlich spannend kann es derweil werden, wenn wir uns obendrein auch noch die zusätzlich erhältliche Baureihe 266 anschaffen, die wir für knapp vierzehn Euro im Steam Shop erwerben können. Hierbei handelt es sich um eine britische Class 66-Lokomotive, die auch real unter der Führung diverser Privatbahnunternehmen vor allem rund um das Köln Eifeltor unterwegs sind. Speziell auf längeren Strecken transportieren wir damit Fracht überwiegend von Köln Eifeltor nach Koblenz und umgekehrt. Spannend wird diese Lok auch deshalb, weil sich die Bremssteuerung grundlegend anders verhält und wir keine Prozentangabe im HUD zu sehen bekommen. Stattdessen bedienen wir einen Hebel, der sich beim Loslassen wieder im Nullpunkt einrastet, um so die passende Bremskraft stufenlos einzustellen. Mit einem realistischen Bremsweg beim Transportieren von schweren Gütern ist dabei sogar vorausschauendes Fahren und ein Umdenken nötig, denn die Bremse muss mitunter schon betätigt werden, wenn wir das nächste gelbe Signal in der Entfernung erkennen. Damit wird das virtuelle Zug fahren ein bisschen spannender.

Train Simulator: Köln - Koblenz

DB BR 86 (zusätzlich erhältlich)
Für all jene, die hingegen eher auf die klassischen alten Dampflokomotiven stehen, bietet sich für die Köln – Koblenz Route darüber hinaus übrigens ein ganz besonderes Highlight an. Mit der ebenfalls für knapp vierzehn Euro zusätzlich erhältlichen Baureihe 86 der Reichsbahn dürfen wir nun endlich wieder ein bisschen Kohle schaufeln, um eine Lok zu bewegen, die tatsächlich noch stellenweise real fahrbereit ist. In zwei Sonderzugszenarios und einer Güterdemonstration begeben wir uns dabei auf die heutige Route von Köln nach Koblenz und dürften vorwiegend weiße IC-Waggons ziehen. Das ist zwar mitunter nicht ganz so hübsch anzusehen, als hätte man dafür alte Reichsbahnwaggons erstellt, entspricht aber mitunter einem realistischen Anwendungsszenario bei realen Sonderfahrten. Mit einer realistischen Höchstgeschwindigkeit von ungefähr 80 km/h ist diese Lokomotive zwar (im Vergleich zu anderen Dampfloks) leicht zu fahren, aber dennoch eine interessante Abwechslung. Besonders gefällt dabei, dass die vielen hübschen Details aus den Steam Shop-Bildern tatsächlich der Ingame-Grafik entsprechen. Klasse!

Fazit:
Während die Strecke selbst vor allem mit einem hohen Detailgrad in Köln, am Umschlagbahnhof Eifeltor und am Bonner Hbf begeistert, können hingegen die mitgelieferten Lokomotiven nicht ganz überzeugen. Spaß macht die Route „Köln – Koblenz“ daher vor allem durch das Erwerben zusätzlicher Lokomotiv-Addons oder durch die BR 155 in der Vollversion des Train Simulator 2016.

Train Simulator: Cologne - Koblenz Wertung

Train Simulator: BR 266 Wertung

Train Simulator: BR 86 Wertung


07
Jul

The Witcher 3: Blood and Wine

Kaum hat der Hexer Geralt von Riva seinen letzten Auftrag erfüllt, wartet auch schon das nächste Abenteuer auf ihn. Von der Herzogin Anna Henrietta beauftragt, einen mysteriösen Mord aufzuklären, verschlägt es ihn dieses Mal in das schöne Toussaint, wo ein märchenhaftes Schloss in der Stadt Beauclair nur darauf wartet, von Reisenden besichtigt zu werden. Doch gerade erst den ersten Tatort untersucht und die ersten Hinweise auf den Tathergang herausgefunden, wittert Geralt bereits eine größere Verschwörung. Es scheint, als würde der vermeintliche Täter von einer dritten Person erpresst und ist dadurch gezwungen, diese schrecklichen Taten zu vollbringen. Dumm nur, dass Geralt bei der Untersuchung des Falles nicht nur auf einen Ritter des Herzogtums angewiesen ist, sondern auch auf einen befreundeten Vampir, der ihn mit Rat und Tat, aber auch mit gefährlichen Maßnahmen, zur Seite steht. Die wahrlich großen Bedrohungen lassen nämlich auch in dem wunderschönen neuen Ort nicht lange auf sich warten, denn der hübsche sonnige Schein entpuppt sich hinter der Fassade als Land der mörderischen Intrigen.

Kritik:
Im vergangenen Jahr gelang es dem überaus umfangreichen Rollenspiel „The Witcher 3“ nahezu alle wichtigen Spielepreise der Welt einzuheimsen. Fast die gesamte Spielewelt ist sich ebenso wie zahlreiche Kritiker einig, dass es sich bei den Abenteuern des Hexers Geralt von Riva um eines der besten Spiele aller Zeiten handeln mag. Da erfreut es die Spieler schließlich umso mehr, dass es nach dem ersten Addon „Heart of Stone“ noch einmal ein gleich doppelt so umfangreiches zweites Addon gibt, das uns in eine gänzlich neue Welt entführt. Anders als nämlich zuvor, können wir uns nun von den düsteren, durch den Krieg heimgesuchten Gegenden in Velen und Novigrad nun endlich entfernen.

The Witcher 3: Blood and Wine

Zwischen Toskana und Märchenschloss
Die neue Gegend entpuppt sich auf den ersten Blick als äußerst einladende, sonnige Gegend, in der die hübsche Natur im Vordergrund steht. Mittendrin: Ein märchenhaftes Schloss des Herzogtums, das ein bisschen an das bayrische Schloss Neuschwanstein zu erinnern vermag und von nahezu jeder Stelle der Landkarte ihre Blicke schnell auf sich zieht. Denn auf einer Erhöhung platziert ist es fast vom ganzen Toussaint aus gut zu beobachten. In den Landschaften drum herum warten dann nicht nur eine wunderschöne weitsichtige Aussicht auf den Spieler, sondern – wie es der Name des zweiten Addons schon vermuten lässt – auch zahlreiche Weingüter, in der einfache Landwirte versuchen, ihre Felder frei von Monstern zu halten und sich mit den Einnahmen des Weins einigermaßen über Wasser zu halten. Das soll schließlich auch schnell die neue Heimat von Geralt von Riva werden, denn eine Unterkunft auf einem Weingut ist schließlich obligatorisch, wenn man von der Herzogin persönlich beauftragt wird, die Probleme des Landes zu lösen.

The Witcher 3: Blood and Wine

Düsterheit hinter der Fassade
Doch wie auch im realen Leben wird dem Spieler, wie auch dem Hexer schnell klar: Der einladende Schein kann verdammt trügen. Denn hinter der grünen Optik voller Wiesen warten dunkle Geheimnisse und noch dunklere Wesen darauf, gelüftet zu werden. Neben zahlreichen Monstern, die den Bewohnern an vielen Orten zu schaffen machen, sind es vor allem Vampire und Morde, um die sich der Hexer fortan kümmern muss. Und da ist klar: Wo Vampire sich aufhalten, da können dunkle Friedhöfe, gruselige Verließe und schwarze Magie wohl nicht weit entfernt sein. Das macht „Blood and Wine“ allerdings auch sehr tiefgründig, denn hinsichtlich der Story hat das zweite Addon noch mal ein bisschen mehr zu bieten, als das vorherige. Obwohl es insgesamt auch Abstriche gibt, denn an den stimmungsvollen Soundtrack, den wir teilweise mit Kindergesang auf den Feldern von „Heart of Stone“ zu hören bekamen, kommt „Blood and Wine“ dann doch nicht mehr heran. Schlimm ist das wahrlich nicht, denn auch dieses Addon kann uns bis zur letzten Minute fesseln und sogar darüber hinaus noch animieren, selbst die restlichen Nebenquests und Hexeraufträge noch lösen zu wollen. Es gibt wahrlich nicht viele Spiele, die selbst nach dem Ende ihrer Hauptstory noch immer motivieren und fesseln können. „The Witcher 3“ ist so eines.

The Witcher 3: Blood and Wine

Bekannt wie ein bunter Hund
Dass Geralt von Riva nun allerdings von der Herzogin persönlich beauftragt wurde, ermöglicht „Blood and Wine“ auch einige geniale Storykniffs, die uns in spannende Nebengeschichten verwickeln. Immerhin erhält der Hexer durch eine derartig ehrwürdige Präsenz auch einen gewissen Bekanntheitsgrad innerhalb der Bevölkerung, vor allem aber beim einfachen Volk von Beauclair. Und wer da irgendwelche Probleme jedweder Art hat, der lässt es sich natürlich nicht nehmen, den starken Hexer, der es mit nahezu jedem Monster aufnehmen kann, persönlich um Hilfe zu bitten. Das Geniale daran: Als Spieler wissen wir oft gar nicht, wo die nächsten Nebenmissionen auf uns warten. Da läuft man nichts ahnend durch die Stadt von Beauclair und plötzlich werden wir von der Seite durch einen Passanten angesprochen. Erst jetzt taucht die Questmarkierung auch auf der Karte auf und wir erleben praktisch zufällige Ereignisse, die uns neue Aufgaben ermöglichen. Das ist spannend, kommt so schließlich schnell ein realistisches Mittelaltergefühl auf, bei dem die Stadt und ihre Bevölkerung recht lebendig wirken. Da kann sich manch anderes Rollenspiel, bei dem es kaum überraschende Ereignisse gibt, durchaus eine Scheibe von abschneiden.

The Witcher 3: Blood and Wine

Forschung der Mutationen
Genau diese Form der Questübergabe nutzt „Blood and Wine“ dann allerdings auch, um fast schon traditionell gänzlich neue Features einzuführen. War bei „Heart of Stone“ noch völlig offensichtlich, wo wir den Alchemisten für unsere neuen Möglichkeiten finden, ergeben sich diese Optionen dieses Mal ein wenig zufälliger. Auch hier laufen wir einfach nur nichts ahnend durch die Stadt und bekommen dann plötzlich ganz unerwartet einen Brief überreicht, der uns das neue Feature in einer Quest offenbart. Dieses erweitert nun sogar den Questbaum noch ein wenig, denn bei den meisten Spielern dürfte dieser vermutlich schon durch das Hauptspiel prall gefüllt sein. Durch Mutagene, die wir unter anderem in den Leichen der Monster finden können, konnten wir zuvor nämlich lediglich unsere Angriffskraft, Vitalität oder die Intensität unserer Magie-Zeichen erhöhen. Nun ergibt sich durch das neue Mutationensystem eine ganz neue Möglichkeit, bei der wir eine Kombination aus mehreren Mutagenen und Fähigkeitspunkten, unsere bisherigen Skills auf besondere Art erweitern können. Das bietet zugleich auch neue taktische Möglichkeiten und verbessert das Spiel weiter.

The Witcher 3: Blood and Wine

Das Spiel der Liebe
Apropos zufällige Kontakte: Interessant dürfte für eingefleischte Witcher-Fans auch sein, dass sich bestimmte Details im Spielverlauf tatsächlich durch unsere Entscheidungen ändern. Insbesondere auf das Liebesleben von Geralt hat dies große Auswirkungen, sodass sogar Entscheidungen aus dem Hauptspiel auf den Spielablauf von „Blood and Wine“ auswirken können. Immerhin konnten wir uns zuvor entscheiden, ob wir uns lieber Yennefer oder der hübschen Triss zuwenden und hatten sogar die Möglichkeit, gleich mit beiden auf einmal in die Kiste zu gehen. Wie oftmals auch im echten Leben ist ein Weiberheld am Ende aber womöglich ein einsamer Held, sodass das Auftauchen unserer Liebsten davon abhängt, wie wir sie zuvor im Hauptspiel behandelt haben. Selbst der Absender eines Briefes kann sich unterscheiden, je nachdem, ob und mit welcher Partnerin Geralt gerade eine Beziehung führt. Damit kann „Blood and Wine“ mitunter dazu führen, dass wir manche Entscheidung aus dem Hauptspiel schnell bereuen. Und das, obwohl dies längst nicht die einzige Entscheidung ist, die wir bereuen können, bietet das zweite Addon schließlich mehrere Enden, die von unseren jeweiligen Entscheidungen abhängen und daher besonders große Emotionen beim Spieler wecken können. Somit handelt es sich bei „Blood and Wine“ um einen würdigen Abschluss.

Fazit:
Mit doppelt so langer Spielzeit wie noch im vorherigen Addon, einem interessanten Mutationen-Feature und Entscheidungen, die sich auf den Spielverlauf auswirken, wird „Blood and Wine“ zu einer genialen Erweiterung, die dem Hauptspiel in nichts nach steht. Eine durchweg spannende Krimigeschichte um Vampire und Mordfälle in einer wunderschönen Landschaft runden das Erlebnis außerdem ab.

Witcher 3 Wertung


19
Jun

Paris: Furi Spiele-Soundtrack live auf der Bühne

Furi Event Paris

Im Sommer diesen Jahres dürfte es endlich so weit sein. Der Dual-Stick-Shooter “Furi” erscheint endlich für PlayStation 4 und PC. Darin geht es um eine Figur, die gefangen genommen wurde und nur über die Leiche des Wärters entkommen kann. Inmitten einer bunten Fantasywelt stellt sich der Spieler dabei mit schnellen Schwertkämpfen dem Feind in den Weg. Eine kleine Besonderheit an diesem Spiel ist allerdings der Soundtrack, an dem vor allem Fans der elektronischen Musik sicherlich ihre Freude haben werden. Dieser erscheint nämlich nicht nur als Doppel-LP auf Vinyl, sondern kann am 8. Juli 2016 auch live erlebt werden.

Mit einem einzigartigen Konzert kommen die Spieler schließlich in den Genuss, gleich vier Künstler des Soundtracks auf einmal auf der großen Bühne genießen zu dürfen. Zu diesen gehören schließlich Carpenter Brut, The Toxic Avenger, Waveshaper und Knight, die im La Machine du Moulin Rouge im Herzen von Paris die Spielefans mit elektronischen Beats ordentlich einheizen werden. Für einen Eintrittspreis von gerade einmal 20 Euro bekommt man allerdings auch noch einiges mehr geboten: An speziell dafür aufgestellten Arcade-Automaten dürfen Spieler bereits vor dem offiziellen Release die finale Version von Furi ausprobieren – ein paar Geschenke inklusive. Eine Fahrt nach Paris mit anschließendem Wochenend-Trip kann sich also auch für deutsche Gamer einmal besonders lohnen.

Einen kleinen Vorgeschmack auf die Musik von Furi findet ihr unter furi.bandcamp.com. Weitere Infos zum Event und den Tickets gibt es unter furigame.com/event.

Furi Event Paris


26
Mai

German Dev Days: Entwickler haben gemischte Gefühle bei VR

German Dev Days

In den vergangenen Tagen fanden im Mainhaus Stadthotel mitten in der City von Frankfurt die “German Dev Days” statt. Eine Veranstaltung, bei der sich 500 ausgesuchte Teilnehmer überwiegend aus der Gaming Branche mit Entwicklern und Publishern treffen konnten und die Möglichkeit hatten, ihre Meinungen und Erfahrungen auszutauschen. Spätestens seit der Gamescom im vergangenen Jahr ist dabei allerdings auch klar, was zu den wohl größten und wichtigsten Themen gehört, die die Spieleindustrie beschäftigt: Der Hype rund um Virtual Reality. Und da die großen Hersteller wie Oculus und HTC inzwischen auch die wohl marktführenden VR-Headsets auf den Markt gebracht haben, ist die Diskussion um diese Technologie und deren Zukunft noch längst nicht zu Ende. Vor allem für junge Neueinsteiger in der Branche Hochschulabsolventen aus dem Bereich Game Design eine spannende Frage, ob sich die Entwicklung von Spielen für diesen Bereich tatsächlich lohnt. Doch jenseits der üblichen Marketing- und PR-Äußerungen der großen Spielepublisher fielen die Meinungen hier mitunter deutlich gemischter aus. Stattdessen schwanken die Erwartungen zwischen hohem Potential und großer Skepsis auf Grund zahlreicher Verkaufshemmnisse.

In Frankfurt wurde dabei in einem einstündigen Panel auch deutlich, dass selbst den Entwicklern die großen Probleme der Technologie bekannt sind. Sogar Spieleentwickler selbst scheinen nach eigenen Angaben zum Teil unter der sogenannten “Motion Sickness”, bei der Spielern während der Nutzung von VR-Headsets übel wird, zu leiden und sehen eine relativ lange Eingewöhnungszeit von mindestens 10 Stunden als problematisch an, um die Produkte tatsächlich an die Kunden verkaufen zu können. Ganz zu schweigen von dem mitunter überhöhten Preis, den hohen Hardwareanforderungen und der Tatsache, dass die Hersteller von VR-Hardware kaum in der Lage sind, die eigentlich noch relativ geringe Nachfrage, überhaupt zu erfüllen. Lieferprobleme sind dabei der Alltag. Klaas Kersting, ehemaliger CEO und Founder des bekannten Spielepublishers Gameforge ist sogar überzeugt: “Publisher, die von Beginn an viel Geld in VR investiert haben, werden alle auf die Nase fallen”. Vermutlich auch einer der Gründe, wieso sein aktueller Mobile Game-Publisher Flaregames, vollständig auf die Entwicklung von VR-Games verzichtet.

German Dev Days

Nichts desto trotz räumen Entwickler, wie u.a. etwa Clemens Hochreiter (Reality Twist) und Jan Wagner (Cliffhanger Productions), die am VR-Panel der German Dev Days teilgenommen haben, der Technologie ein hohes Potential ein. Zumindest und insbesondere dann, wenn eigens dafür konzipierte Inhalte entwickelt und auf den Markt gebracht werden, die dem Spieler ein besonderes Erlebnis bieten, das ausschließlich auf dem VR-Headset sinnvoll funktioniert. Der Spieler müsse das Gefühl haben, durch die VR-Technologie ein ohne diese Technik unerreichbares Feeling zu verspüren und ein einzigartiges Erlebnis geboten zu bekommen. Einfach nur dieselben Inhalte, die man für gewöhnlich auf einem Bildschirm spielt, auf ein neues Medium zu verlagern, wäre für das Langzeitinteresse an VR-Technologie kontraproduktiv. Immerhin hindere auch der Aufwand, das Headset ständig aufsetzen zu müssen und damit vollkommen von der Außenwelt abgeschnitten zu sein, eine Motivation beim Spieler zu erzeugen, nicht einfach weiterhin auf dem üblichen Monitor zu spielen. Auf den German Dev Days bekam man somit einen besonders ehrlichen Einblick in die Meinungen der Spieleindustrie, die bei üblichen Pressemitteilungen und -veranstaltungen naturgemäß nicht mit dieser erfrischend aufrichten Skepsis erläutert werden. Damit wird allerdings auch klar, dass man die Technologie nicht für unentbehrlich in der zukünftigen Spielentwicklung hält. Stattdessen scheint die Hoffnung bei einigen Entwicklern eher im Bereich der Augmented Reality zu liegen, wie es etwa mit Google Glass ermöglicht würde, weil hier das Abschneiden von der Außenwelt kein Hindernis darstellt.


21
Apr

E.T. Armies

In einer nicht allzu weit entfernten Zukunft, liegt die Erde längst in Schutt und Asche. Mangels Ressourcen hat sich die gesamte Menschheit gegenseitig abgeschlachtet und ihren eigenen Planeten zerstört. Da gab es für die eigene Spezies nur noch eine Hoffnung: Auf der Suche nach neuen Energiequellen waren die Menschen gezwungen, fremde Planeten zu besiedeln. Doch nicht alle hatten damals die Möglichkeit, in ferne Welten vorzudringen. Einige von ihnen wurden zurückgelassen auf einer zerstörten Welt ohne jegliche Hoffnung und ohne brauchbare Ressourcen. Seitdem hat sich dieser Teil der Menschheit in ihrem Kampf und ihrem Hass vereint, um Rache zu nehmen an jenen Menschen, die sie einst zurückgelassen haben. Doch das ist erst der Beginn eines neuen Krieges, der noch weit schlimmer werden könnte…

Iraner gegen den Krieg
Eines würden wir wohl aus einem muslimischen Land wie dem Iran am allerwenigsten erwarten: Einen Science-Fiction-Shooter, der ganz bewusst eine Anti-Kriegs-Haltung einnimmt und vor den sinnlosen zerstörerischen Auseinandersetzungen warnt, bei dem letztendlich nur beide Seiten verlieren können. Das ist es, womit „.E.T. Armies“ die Hintergrundgeschichte in einem kleinen Monolog-Video vor Spielstart einführt und dem Spieler ein Motiv für seine darauffolgenden Handlungen zu geben. Schon allein für den Mut, den die Entwickler mit diesem Thema womöglich aufbringen, müsste man sie eigentlich loben. Denn das Setting ist grundsätzlich durchaus bodenständig und zeigt interessante Ideen aus der Perspektive von Menschen jenseits der westlichen Zivilisation. Der gute Wille allein reicht allerdings wohl noch nicht, um dann auch unterhaltsames und gutes Spiel auf den Markt zu bringen.

E.T. Armies

Generischer Shooter
Natürlich ist angesichts der Herkunft dieses Spiels auch klar, dass wir hier kein aufwändig entwickeltes AAA-Game mit internationalem Standard erwarten kann. Bedenkt man die auf DirectX 9 basierende alte Unreal-Engine wird aber zumindest deutlich, dass man bei „E.T. Armies“ wohl von einem Bemühen sprechen kann. Das tröstet allerdings keinesfalls darüber hinweg, dass von der einst so guten Story nach dem Introvideos schnell nicht mehr viel zu sehen ist. Stattdessen begeben wir uns meist in Begleitung eines anderen Soldaten durch Level auf fremden Planeten und befolgen dessen Anweisungen, während wir zahlreiche Gegner bekämpfen. Man könnte auch sagen: Der iranische Ego-Shooter wird ganz schnell zu eines der generischsten Spiele, das wir in der letzten Zeit gespielt haben. Praktisch das gesamte Gameplay wäre vollständig austauschbar und hinkt qualitativ hinter der Referenz deutlich zurück. Spätestens jetzt merkt man nämlich, dass „E.T. Armies“ insgesamt dann doch einfach einen recht „billigen“ Eindruck hinterlässt.

E.T. Armies

Schwache Armee
Das beginnt einerseits bereits bei der eher weniger intelligenten KI. Als hätte man sie an festen Punkten platziert, greifen sie uns in mehr oder weniger vorhersehbaren Wellen an und reagieren mitunter nicht einmal, wenn wir neben ihnen stehen. Immerhin: Sterben wir, finden wir den Gegner zumindest nicht in jeder Runde an derselben Stelle. Allerdings müssen wir unter normalen Umständen eher selten sterben, lässt der Schwierigkeitsgrad für heutige Verhältnisse schließlich auch zu wünschen übrig. Mit den zwei Stufen „einfach“ und „normal“ kann man den geneigten Spieler jedenfalls kaum genügend fordern. Selbst wenn uns gleich fünf Gegner auf einmal treffen, dauert es schon eine Weile, bis wir nicht mehr aufrecht stehen. Einen höheren Schwierigkeitsgrad wie etwa „schwer“ suchen wir hier leider vergebens. Erst nach Beendigung eines kompletten Durchgangs können wir die schwierigeren Modi freischalten, allerdings werden wir bis dahin eher mit Langeweile gequält. Wobei „unter normalen Umständen nicht sterben“ bedeutet, dass wir auf Grund von Bugs dann doch manchmal unser Leben lassen müssen. Etwa weil Gegner durch Objekte hindurch schießen können, durch die wir auch laufen können. Technisch kann sich das Spiel also keineswegs mit Ruhm bekleckern.

E.T. Armies

Gar nicht barrierefrei
Das ist unterdessen auch nicht der einzige Bug, der während dem Test überaus negativ aufgefallen ist. So kommt es mitunter vor, dass wir herum schwebende Patronenhülsen unserer Waffen sehen können, oder in den eher beschränkten Levels mitunter häufig vor unsichtbare Wände laufen, weil es die Entwickler nicht geschafft haben, die Level sinnvoll abzugrenzen. Allerdings kein Bug, sondern ein Feature ist wohl die etwas skurril anmutende Tatsache, dass das Spiel automatisch beendet wird, wenn wir mehr als fünf Sekunden in die falsche Richtung laufen. So möchten uns die Entwickler vom „Raspina Studio“ offenbar darauf hinweisen, dass wir uns doch an die linearen Vorgaben unserer Zielgebung halten. Absurd wird das aber dann, wenn wir in die entgegengesetzte Richtung laufen, weil sich dort eine Munitionskiste befindet – und wir diese schlicht gar nicht erreichen können, weil das Spiel schon bei dem Versuch unterbrochen wird. Sehr intelligent.

E.T. Armies

Abrams lässt grüßen
Übrigens: Auch sonst kann „E.T. Armies“ technisch nicht wirklich begeistern. Bei der Grafik stellen wir schließlich fest, dass die tatsächliche In-Game-Grafik selbst auf den maximalen Einstellungen noch nicht den Vorschaubildern entspricht, die wir im Shop von Steam zu sehen bekommen. Insgesamt enttäuscht das Spiel nämlich leider mit einer eher altbackenen und groben Grafik, gelegentlich unscharfen Texturen und manchmal unerklärlich unflüssig wirkender Performance, obwohl der Testrechner geradezu Langeweile hatte. Immerhin hat man allerdings versucht, einen eigenen Stil einzubringen und sich dabei offenbar an J.J. Abrams neuesten „Star Trek“-Filmen zu orientieren: Mit der Anhäufung an Lensflares geizen die Entwickler jedenfalls nicht und verpassen der recht altbacken aussehenden Grafik hier und da dennoch einen farblich stimmigen Stil. Das macht „E.T. Armies“ optisch einigermaßen akzeptabel, von guter Grafik ist man hier aber meilenweit entfernt.

Das kleine Arsenal
Ähnlich mager sieht das Ganze dann beim Umfang aus. Generell kann man den Shooter wohl als recht kurz bezeichnen, denn nach spätestens drei Stunden dürfte wohl jeder halbwegs erfahrene Spieler fertig sein. Auch deshalb, weil wir eben kaum ernsthaft gefordert werden. Doch auch sonst wird hier inhaltlich nicht viel Abwechslung geboten. Mit nur wenigen Gegnertypen, ein paar Flugobjekten und Selbstschussanlagen muss man sich auch kaum auf härtere Brocken einstellen. Das setzt sich auch bei der Auswahl an Waffen fort, denn abgesehen von einer Laserpistole, ein paar automatischen Gewehren und einem Scharfschützengewehr gibt es auch hier nicht besonders viel Abwechslung. Wer also gehofft hat, im Stile der hochwertigeren Shooter mit allerlei Geschütz kämpfen zu dürfen, hat sich getäuscht. Für alle die sich dennoch an das Spiel heranwagen wollen, gibt es aber immerhin ein zusätzliches zweites Spiel als Geschenk für Freunde dazu und auch im Multiplayer-Modus kann man sich – sofern man andere Spieler trifft – durchaus ein bisschen austoben. Zu viel sollte man allerdings auch hier nicht erwarten.

Fazit:
Dass sich ein iranisches Entwicklerstudio mit einem Sci-Fi-Shooter auf den internationalen Markt wagt, ist grundsätzlich schon lobenswert und außergewöhnlich. Spielerisch bekommen wir aber leider doch nur eine generische Ballerei mit altbackener Grafik und eher mittelmäßigem Gameplay geboten.

E.T. Armies Wertung


20
Apr

Adr1ft

Alex Oshima ist Astronautin und schon seit geraumer Zeit auf einer Raumstation im Orbit unseres blauen Planeten beschäftigt, die offenbar unter anderem der Erforschung von Pflanzen im Weltraum dienen sollte. Doch bei einem schrecklichen Unfall wird die Station zerstört und in mehrere Teile gerissen. Mit einem akuten Gedächtnisverlust und einem beschäftigen Raumanzug wacht Alex dann prompt im Weltraum auf und muss einen Weg finden, in der Stille des Weltraums und gänzlich auf sich allein gestellt, zu überleben. Ihr Ziel: Die Systeme der Raumstation wieder ans Laufen zu bringen und mit einem Rettungsshuttle auf die Erde zurückzukehren. Dumm nur, dass sie sich dafür in Schwerelosigkeit durch die gesamte zerstörte Station bewegen muss und sie stetig an Sauerstoff verliert. Sparsam mit ihren Bewegungen muss sie also darauf achten, nicht zu ersticken, bis sie an der nächsten Sauerstoffstation ihren Behälter wieder auffüllen kann. Keine leichte Aufgabe, umgeben von herumfliegenden Wrackteilen und offenen Kurzschlüssen…

Kritik:
Das Science-Fiction-Genre hat offenbar längst wieder seine Bestzeiten erreicht und dass das Überleben in einer zerstörten Raumstation überaus spannend sein kann, haben wir bereits im Hollywood-Blockbuster „Gravity“ gesehen, bei dem Sandra Bullock in der Stille des Weltraums um ihr Überleben kämpfen muss.

Adr1ft

Survival im All
An einem solchen Szenario orientiert sich nun auch das First Person Survival Game „Adr1ft“, bei dem wir ebenfalls in der Rolle einer weiblichen Astronautin ganz auf uns allein gestellt in der Station überleben und den Weg zurück zur Erde finden müssen. Außergewöhnlich ist dabei, dass man das Spiel durchweg auch als eine Art „Kammerspiel“ bezeichnen kann, denn auf andere Protagonisten verzichtet man dabei vollständig. Wir sollen zu jeder Zeit das Gefühl haben, völlig aussichtslos und allein in der Schwerelosigkeit zu schweben und niemanden im Rücken zu haben, der uns im Ernstfall einmal helfen kann. Man darf sich dies auf einer VR-Brille sicherlich überaus faszinierend vorstellen, getestet haben wir das Spiel allerdings mangels entsprechender Hardware auf einem ganz normalen Bildschirm. Auch hier ist schnell klar: Ein Augenschmaus ist „Adr1ft“ allemal.

Adr1ft

Ein kleiner Augenschmaus
Grafisch kann man das Spiel also bedenkenlos zu den Referenztiteln zählen, obwohl die Hardwareanforderungen erstaunlich human sind. Praktisch von Haus aus stellt das Spiel bereits beim ersten Start eine höhere Auflösung ein, als unser Bildschirm nativ unterstützt, um das Supersampling des Spiels zu aktivieren, sofern es die Hardware zulässt. Auf einer Grafikkarte der aktuellen Generation wäre es sogar ohne weiteres möglich gewesen, das Supersampling auf die maximale 4K-Auflösung zu stellen, ohne dass wir Ruckeln hätten bemerken können, allerdings wirkt sich die niedrigere Framerate negativ auf die Steuerung aus, welche daraufhin recht träge erscheint. Das Spielen auf nativer Auflösung macht also durchaus Sinn und ist auch nicht wesentlich hässlicher, sofern wir die anderen Einstellungen entsprechend hoch stellen. Dann jedenfalls begeistert die gesamte Raumstation mit einem enorm hohen Detailgrad, bei dem mitunter Außenszenen schon beinahe fotorealistisch erscheinen. Da bleibt am Ende nur die Frage: Hat „Adr1ft“ denn auch mehr zu bieten, als nur hübsche Grafik? Zumindest bei den Vorschaubildern auf Steam mogelt das Spiel jedenfalls nicht: Was wir hier sehen, entspricht tatsächlich der Ingame-Grafik.

Adr1ft

Faszinierende Schwerelogiskeit
In jedem Fall ist es allerdings auf den ersten Blick schon einmal faszinierend und innovativ, ein Survival Game in ein solches Setting zu versetzen. Physikalisch kann „Adr1ft“ nämlich zu jeder Zeit bestechen, gelingt es doch zumindest, die Fortbewegung einigermaßen realistisch darzustellen. Damit gehört auch die Orientierung schon zu den schwierigsten und interessantesten Dingen dieses Spiels, denn in der unteren linken Ecke verfügen wir lediglich über eine klassische zweidimensionale Minimap. Ob sich unser Ziel oder andere Objekte oberhalb oder unterhalb von uns befinden, lässt sich so erst einmal nicht erkennen. Nicht selten wundern wir uns darüber, dass unser Zielrichtungspfeil gegen eine Wand zeigt oder wir im Weltraum plötzlich zum falschen Zielpunkt navigiert sind. Lediglich die Stabilisierungsfunktion unseres Anzug hilft uns ein wenig dabei, wenn er uns wieder in eine aufrechte Position versetzt. Liegt das nächste Ziel allerdings oben oder unten, hilft das noch nicht zwangsläufig. Atmosphärisch lohnt sich „Adr1ft“ also auf jeden Fall schon deswegen für Genrefans.

Adr1ft

Der Wiederholungseffekt
Schade ist gerade deshalb, dass man spielerisch hier nicht besonders viel zu bieten hat. Im Prinzip ist der Ablauf recht linear vorgegeben und wir machen mehr oder weniger gleich vier Mal dasselbe: Immerhin verfügt die Raumstation Northstar über vier verschiedene Systeme, die wir wieder zum Laufen bekommen müssen. Der Ablauf dabei ist stets derselbe: Wir begeben uns in den Bereich des Systems, reaktivieren dieses, stellen einen Systemkern manuell wieder her und reparieren anschließend dessen Funktionsfähigkeit. Das ist ein, vielleicht auch zwei Mal interessant, sorgt allerdings für einen enormen Abfall der Motivation spätestens beim dritten oder vierten Mal. Immerhin, wie bereits zuvor erwähnt: Auf andere Protagonisten werden wir hier nicht treffen. Ebenso wenig abwechslungsreich ist aber auch der restliche Ablauf, denn auch sonst treten keinerlei unerwarteten Ereignisse auf. Der einzige verbleibende spielerische Aspekt liegt darin, dass wir umher schwebende Erinnerungsstücke und Aufzeichnungen finden können, oder unsere Vergangenheit anhand von E-Mails auf den Computern erkunden. Das ist allerdings auch nicht wirklich spannend, um sich länger damit zu beschäftigen. Ergo kann man bei recht pragmatischer und zielgerichteter Vorgehensweise davon ausgehen, hier nach etwa 3,5 Stunden das Spiel beenden zu können. In dieser Hinsicht ist „Adr1ft“ also dennoch enttäuschend und man könnte das Spiel auch getrost als „Grafik- und Physikblender“ bezeichnen. Immerhin ist aber die technische Seite vollends gelungen.

Fazit:
Das Weltraum-Survival-Game begeistert vor allem mit seiner Grafik, Atmosphäre und Physikengine. Spielerisch bleibt es aber insgesamt kurz und deutlich unterhalb seiner Möglichkeiten.

Adr1ft Wertung


18
Apr

Train Simulator: West Highland Line

Die beeindruckenden Landschaften der Highlands inmitten von Schottland sind längst dafür bekannt, zahlreiche Touristen anzulocken und dienen auch gerne als Filmkulisse. Besonders das Glenfinnan Viadukt haben wir selbst in Hollywood-Produktionen wie „Harry Potter“ bereits bewundern dürfen. Dass das Eisenbahnunternehmen ScotRail die hügelige Strecke von Fort William nach Mallaig aber auch heute noch mit einer überwiegend eingleisigen Route und einigen Diesellokomotiven in Betrieb hält, ist nicht unbedingt jedem bekannt. Das ist allerdings nicht nur wegen der durchaus fordernden Steigungen und der dichten Flora interessant, sondern auch wegen des eher rückständig erscheinenden Sicherheitssystems, das für die eingleisige Strecke offenbar ausreichend erscheint. Dass zwei Unternehmen die lokale Industrie außerdem am Laufen halten, macht die Strecke im Westen der Highlands besonders interessant.

Einmal durchs Set von Harry Potter…
Immerhin wurde dieses Routen-Addon nicht von Dovetail Games, die den Train Simulator veröffentlichen, selbst entwickelt. Stattdessen hat sich der für besonders hochwertige Strecken bekannte Entwickler Thomson Interactive an das Projekt gewagt und die grundlegende Funktionsweise auf spannende Art ein wenig erweitert. Denn neben Signal- und Sicherheitssystemen finden wir noch andere innovative Neuigkeiten, die wir bisher im Simulator so nicht gewohnt sind. Die Strecke profitiert davon, denn während (in jedem Szenario variabel platzierte) Hirsche die Strecken unsicher machen, dürfen auch drehbare Kanalbrücken nicht fehlen, die für unsere Fahrt durchaus ein Hindernis darstellen können.

Train Simulator: West Highland Line

… und Outlander
Generell sind wir bei der Strecke allerdings eher mit kurzen Zügen unterwegs. Die meist doch recht kleinen Bahnhöfe mit geringem Fahrgastaufkommen sind mitunter nämlich gar nicht lang genug, um den vollständigen Zug aufzunehmen. Exaktes Anhalten unserer Bahn ist also an jedem Punkt absolute Pflicht. Die Zentimeterarbeit macht es bei einem engen Fahrplan nicht immer leicht, tatsächlich Pluspunkte zu sammeln. Und auch die Ankunft ist nicht immer ganz so einfach: Da die eine enthaltene Diesellokomotive nicht über Steuerwagen am anderen Ende des Zuges verfügen und sowohl Mallag, als auch Fort William aus einem Kopfbahnhof bestehen, müssen wir die Lok anschließend abkoppeln, über das Nebengleis an den Waggons vorbei fahren und sie dann an das andere Ende wieder heran setzen. Auch dafür ist Zentimeterarbeit nötig, sonst kommen wir mitunter gar nicht auf das Nebengleis. Ganz zu schweigen von einer Fahrt mit dem Güterzug von Spean Bridge nach Mallaig, wenn wir durch Rangieren und An- und Abkoppeln an Fort William vorbei müssen.

Train Simulator: West Highland Line

Radio Token System
Eine weitere Besonderheit dieser Route, die mitunter ein wenig unsere Zeit aufhält, ist das innovative Radio Token-System, bei dem Streckenfreigaben noch ganz klassisch ablaufen. Mit einem funktionierenden Funksystem, müssen wir also vor der Abfahrt zunächst ein Token für die Streckenfreigabe anfordern, ehe wir überhaupt losfahren dürfen. Andernfalls reagiert früher oder später das Sicherheitssystem und führt eine Zwangsbremsung durch, immerhin könnte uns ein Zug entgegen kommen. Dieses Token gilt dann allerdings nicht für die komplette Fahrt, sondern nur für kleine Abschnitte. Am Ende dieses Abschnitts angekommen, also meist an einem zweigleisigen Bahnhof, müssen wir das Token erneuern und auf die Freigabe des nächsten Abschnittes warten. Anstelle von klassischen Signalanlagen gibt es an dieser Stelle ein Token-Hinweissignal. Ganz egal, ob dieses eine Streckenfreigabe anzeigt oder nicht – solange nicht auch unser Onboard-System über das Token verfügt, greift das Sicherheitssystem. Das ist spannend, vor allem dann, wenn wir an Bahnhöfen oder Rangiergleisen die Weichen manuell stellen und ein entsprechendes Rangier-Token anfragen müssen. Dieses Feature gibt es so in keinem anderen Addon und schon allein deswegen sollten Train Simulator-Fans sich die Strecke unbedingt zulegen.

Train Simulator: West Highland Line

Wie in der Realität
Ansonsten kommen dieses Mal sowohl Güter-, als auch Passagierfahrtfans auf ihre Kosten. Abwechselnd dürfen wir dabei nämlich sowohl Passagier- und Schlafwagen fahren, als auch verschiedene Güterwaggons mit Holz oder Öl transportieren. Dabei orientiert man sich an zwei real an dieser Strecke existierenden Unternehmen, der BWS Timber Group und einem Forstwirtschaftsunternehmen zwischen Fort William und Spean Bridge. Erstere lässt sich sogar über Google Maps finden. Insgesamt benötigt man dabei allerdings ganz schön Geduld, denn die Karriereszenarien sind allesamt zwischen 30 und 135 Minuten lang. Insbesondere die Passagierszenarien dauern dabei mehr als zwei Stunden, da dies der kompletten Fahrt von Fort William nach Mallaig entspricht. Etwas kürzer sind da eher die Aufgaben rund um Fort William selbst und Spean Bridge, wo wir nach realem Vorbild eher mit Güterwaggons hantieren dürfen.

Train Simulator: West Highland Line

Der lange Weg nach Mallaig
Grundsätzlich erkennt man auch schnell, wie beeindruckend realistisch die Strecke gestaltet ist. Vor allem rund um Fort William begeistert die „West Highland Line“ mit einer dichten Flora und Fauna, wenn wir durch dichte grüne Wälder fahren dürfen und dabei sogar hin und wieder Tiere beobachten können. Der Detailgrad setzt sich dann auch bei den liebevoll gestalteten Gebäuden fort und hat sogar noch einige Besonderheiten zu bieten. Allerdings kann die Strecke dennoch stellenweise recht langweilig werden. Vor allem der Abschnitt von Glenfinnan nach Mallaig zieht sich mitunter doch recht stark und ist vielleicht nicht jedermanns Geschmack. Immerhin dürfen wir hier häufig nur mit 30 oder 40 Meilen pro Stunde fahren. Hochgeschwindigkeitsszenarien vermissen wir also vollständig. Dafür hat man an die Erweiterbarkeit gedacht, denn neben Dieseltankstellen für unsere Lokomotiven, finden wir auch Wasseranlagen, um die Strecke mit Dampfloks zu befahren. Da ist es umso mehr schade, dass man keine Dampflok dem Addon beigelegt hat.

Train Simulator: West Highland Line

Tiere in der Wildnis
Nichts desto trotz kann man über den Umfang kaum meckern und sieht auch an anderer Stelle, welchen Aufwand die Entwickler hier betrieben haben. Vor allem der variable Austausch von Objekten, der in jedem Szenario individuell ist, ist so keine Selbstverständlichkeit bei den Routen-Addons über den Train Simulator. Dabei hat man dann nicht nur die Tiere in jedem Szenario an einer anderen Stelle platziert, sondern setzt auch Mitarbeiter der ScotRail ein, um bei Rangierarbeiten dem Lokführer zu winken, auf den Waggons zu arbeiten oder die Sicherheit beim Ankoppeln zu gewährleisten. Auch dies jedes Mal individuell auf das Szenario zugeschnitten, sodass die Figuren genau an der Stelle stehen, wo sie auch ein realer Lokführer benötigen würden. So bleibt die „West Highland Line“ auch beim letzten Szenario noch abwechslungsreich und es lohnt sich ein Blick aus dem Fenster unserer Lok. Da dürfen sich die Erbauer manch amerikanischer Strecke durchaus eine Scheibe von abschneiden, um ihre stundenlangen Güterfahrten aufzulockern.

Fazit:
Obwohl die meist eingleisige Strecke im Westen von Schottland durchaus ihre Längen und langweiligen Abschnitte hat, gelingt es Thomson Interactive auch diese Abschnitte mit variabel eingefügten Objekten aufzulockern. Das funktionsfähig integrierte RETB-System der ScotRail und einige andere neuartige Innovationen machen die Route außerdem einzigartig. Die „West Highland Line“ sollte daher in keiner Train Simulator-Sammlung fehlen.

West Highland Line Wertung