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19
Feb

Orwell

Privatsphäre war gestern. In der heutigen Welt ist die totale Überwachung allgegenwärtig und jegliche Kommunikation wird von der Regierung ausspioniert. Doch nicht alle Menschen sind mit diesem Vorgehen einverstanden. In der amerikanischen Stadt Bonton kommt es daher zu einem schwerwiegenden Terroranschlag, bei dem mehrere Menschen sterben. Die bisherigen Hinweise deuten darauf hin, dass der Anschlag aus Protest gegen die Überwachung stattfand und ein polizeibekanntes Mädchen taucht kurz zuvor am Tatort auf. Wie es die Ironie des Schicksals will, soll ausgerechnet das Überwachungssystem Orwell nun Hinweise über die Verdächtigen finden, ein Persönlichkeitsprofil erstellen und die Täter letztendlich überführen. Dumm nur, dass es längst einen Feind im eigenen System gibt…

Kritik:
Seit Edward Snowden und die Aufdeckung des NSA-Skandals ist die totale Überwachung ein allgegenwärtiges Thema. Nicht wenige Menschen befürchten seitdem, George Orwells Werk „1984“ würde endgültig zur Realität werden. Denn schon damals wurde deutlich, dass der Geheimdienst offenkundig in der Lage ist, jegliche Kommunikation zu überwachen. Doch was, wenn man einmal selbst in die Rolle des Überwachers schlüpfen kann?

Orwell

Totale Überwachung
Genau das machen wir in dem Indie-Game mit dem passenden Titel „Orwell“. Wir übernehmen hier die Kontrolle über ein mächtiges Überwachungswerkzeug des Geheimdienstes und sind mit diesem Programm in der Lage, das gesamte Leben von Zielpersonen auszuspionieren. Nach einem Terroranschlag sollen wir schließlich als investigativer Geheimagent, im (In-Game) Internet nach Hinweisen und Informationen suchen, die die Verdächtigen mit dem Anschlag in Verbindung bringen. Auf irgendeiner Webseite eine Angabe zu Social Media-Accounts gefunden – und schon gibt uns „Orwell“ mit einer Backdoor sofortigen Zugriff auf den Account. Finden sich dort anschließend Telefonnummern, E-Mail-Adressen und Chataccounts, dauert es auch hier nur wenige Sekunden und wir sind live in der Lage, die Kommunikation der Zielpersonen abzufangen. Und wenn dann auch noch das große Los gezogen und eine Hardware-ID eines Computers oder Smartphones gefunden wird, ist gar der Vollzugriff möglich. Doch in all diesen Überwachungsmöglichkeiten ist es unsere Aufgabe, die richtigen Informationen zu finden, diese ins Orwell-System hochzuladen und ein Persönlichkeitsprofil über unser Ziel zu erstellen.

Orwell

Auswertung von Daten
Da mag man sich mitunter natürlich fragen, wozu ein solch mächtiges und fast schon automatisiert funktionierendes System überhaupt einen realen Anwender benötigt. Das erklärt sich aber schnell ganz einfach: Unsere Aufgabe ist es nämlich auch, die Informationen nach Wahrheitsgehalt auszuwerten. Denn wir wissen: Nicht jeder sagt im Internet immer die Wahrheit. Manches Mal ist es auch einfach nur Angeberei gegenüber den eigenen Freunden. Und nicht selten finden sich gar völlig widersprüchliche Informationen im Netz, bei denen wir letztendlich entscheiden müssen, welche Hinweise tatsächlich der Wahrheit entsprechen. Die Oberfläche von „Orwell“ ist dabei ziemlich simpel und einfach gehalten. Statt aufwändiger und beeindruckender 3D-Grafik, gibt es lediglich eine 2D-Oberfläche eines Computerprogramms. Über die Reiter „Reader“, „Listener“ und „Insider“ können wir wahlweise auf den Browser, das Kommunikationsabhör-Tool oder die Backdoor eines Computers oder Handys zugreifen. Man fühlt sich also tatsächlich ein bisschen mächtig. Die Bedienung ist einfach und doch hat man das Gefühl, in die tiefste Privatsphäre eines Menschen eindringen zu können. Dieses mitunter beklemmende Gefühl bringt „Orwell“ fantastisch rüber.

Orwell

Fehler kosten Leben
Faszinierend wird das Spiel allerdings erst dadurch, dass unsere hochgeladenen Informationen und unsere Entscheidungen tatsächlichen Einfluss auf den Spielablauf haben und das manchmal ein bisschen rasanter, als es uns lieb wäre. Eine kleine Falschinformation ins System geladen und ein Verdächtiger wird zu Unrecht festgenommen oder Menschen könnten ums Leben kommen. Denn das „Orwell“-System zögert nicht lange, die aus dessen Sicht notwendigen Maßnahmen anhand der Informationen einzuleiten. Stufen wir einen Verdächtigen als gefährlich ein, obwohl dies gar nicht der Fall ist, kann das unangenehm enden. Mitunter ist es schon faszinierend und auch erschreckend zugleich, wenn wir einen durch uns ausgelösten Vorfall live beim Abhören eines Telefonats miterleben können. Doch an dieser Stelle wollen wir einmal nicht weiter spoilern, um den Spielverlauf nicht schon vorab zu verraten.

Orwell

Gegner im System
Der andere spannende Aspekt des Spiels ist die Tatsache, dass wir ausgerechnet gegen Verdächtige ermitteln, die ironischerweise gegen das eigene Überwachungssystem protestiert haben. Ohne tatsächliche Figuren steuern zu können, bieten die jeweiligen Protagonisten schon eine sehr intensive und aufregende Geschichte, die uns selbst dann in den Bann zieht, wenn wir ausschließlich ein Überwachungssystem steuern. Doch nicht jeder Verdächtige ist automatisch ein offenes Buch für „Orwell“. Manche sind mit ihren Angaben im Netz tatsächlich vorsichtig und werden selbst für uns zu einer harten Nuss. Kommt dann auch noch ein Hacker ins Spiel, der sich als Gegner unseres Systems entpuppt, wird es erst richtig spannend und „Orwell“ entfaltet sein volles Potential. Denn was passiert, wenn ein Hacker und Terrorist es tatsächlich schaffen würde, sich Zugang zum System zu verschaffen und Unschuldige als Terroristen einzustufen? In jedem Fall ist „Orwell“ eines dieser Spiele, wenn nicht gar das einzige Spiel, das uns tatsächlich darüber nachdenken lässt, ob wir nicht doch lieber ein paar Informationen weniger im Netz und in unseren Social-Media-Accounts preisgeben sollten.

Fazit:
Ein kurzes, aber sehr eindringliches und faszinierendes Spiel über die totale Überwachung, bei der wir selbst in die Rolle des Überwachers schlüpfen müssen und über die Fähigkeiten der NSA verfügen. Nach diesem Spiel wird so mancher nicht mehr bereitwillig all seine privaten Details in die Social-Media-Netzwerke laden.

Orwell Wertung



19
Feb

Dishonored 2

Fünfzehn Jahre nach dem Tod des Lordregenten hat sich eigentlich vieles in den Straßen von Dunwall verändert. Kaiserin Emily Kaldwin hat unlängst dafür gesorgt, dass die Menschen wieder in Freiheit leben können und die Rattenseuche seit einiger Zeit Geschichte ist. Doch das könnte sich schon bald ändern, als ein mysteriöser Thronräuber der mächtigen Kaiserin ihren Thron entzieht und die Macht über das Land übernimmt. In der Rolle von Kaiserin Emily oder ihres Vaters Corvo Attano liegt es nun an uns, die Macht zurückzuerlangen und sich gegen zahlreiche Widersacher mit übernatürlichen Kräften durchzusetzen. Doch noch ahnen wir gar nicht, welch große Bedrohungen fortan auf uns warten. Denn von mechanischen Soldaten, bis hin zu gespenstigen Hexen scheint keiner der vielen Feinde so richtig von unserer Welt zu sein…

Kritik:
Bereits der Vorgänger galt bei vielen Spielern und Kritikern als ein Meisterwerk. Nun geht die spannende Geschichte von „Dishonored“ in die zweite Runde und entführt uns einmal mehr in eine Welt aus Steampunk und Mystik, in der nichts unseren gewohnten Verhältnissen entspricht.

Dishonored 2

Mann oder Frau?
Und dabei macht „Dishonored 2“ bereits in einer der ersten Szenen deutlich, dass sich doch so manches seit dem Vorgänger geändert hat. So müssen wir bereits jetzt eine schwerwiegende Entscheidung treffen, die den gesamten Spielverlauf und auch das Gameplay grundlegend verändern kann. Denn hier entscheiden wir uns erstmals dafür, ob wir mit dem Helden aus dem Vorgänger, Corvo Attano das aufregende Abenteuer antreten wollen, oder es einmal auf neuartige Weise mit seiner Tochter Emily Kaldwin versuchen möchten. Und während vor allem Corvo mit seinen üblichen und bekannten Fähigkeiten aufwartet, hat Emily teilweise eine gänzlich andere Spielweise zu bieten. Denn ist Corvo noch relativ kampferprobt, entpuppt sich die schlanke Emily eher als ein schnelles und flinkes Wesen, das problemlos längere Strecken schnell überwinden kann. Aber vor allem speziellere Fähigkeiten, wie etwa das Verknüpfen des Schicksals zweier gegnerischer Figuren sorgt für interessante Kombinationsmöglichkeiten und ein ungewöhnliches Gameplay – vorausgesetzt der Spieler skillt die entsprechenden Fähigkeiten.

Dishonored 2

Kämpfer oder Assassine
Ansonsten hat sich allerdings das Basis-Spielprinzip nicht verändert. Noch immer ist „Dishonored 2“ eine gelungene Mischung aus schleichendem Stealth-Game und konfrontierender Action, bei der wir uns in jeder Situation selbst entscheiden können, wie wir das Spiel oder den nächsten Gegner meistern möchten. Ob wir uns von hinten anschließen und das Ziel erwürgen, es mit einem Pfeil betäuben oder frontal mit dem Schwert niederstechen – die Wahl liegt stets bei uns. Selbst eine Kombination aus verschiedenen Vorgehensweisen steht uns immer frei, etwa dann, wenn der eigentliche heimliche Schleichversuch einmal mehr schief gegangen ist. Denn schnell steht fest: Das versteckte Vorgehen ist doch manches Mal schwieriger, als einfach in den offenen Kampf zu ziehen.

Dishonored 2

Viele Wege führen zum Ziel
Zum Glück kann man an der Stelle glatt sagen, dass uns „Dishonored 2“ generell sehr viele Freiheiten lässt. So ist jeder Kartenabschnitt, auf dem wir unsere jeweilige Mission durchführen müssen, eine offene Welt. Wir können uns also frei bewegen und müssen nicht zwangsläufig mitten durch die Gegnermengen. Alternative und auch versteckte Wege gibt es derweil nämlich reichlich, sodass wir uns gut und gerne durch die anliegenden Häuser schleichen können, auf Dächer teleportieren oder mitunter auch durch tiefer liegende versteckte Zugänge in ein Gebäude kommen können. Diese zahlreichen unterschiedlichen Möglichkeiten machen die verdeckte Spielweise immerhin deutlich einfacher. Ganz zu schweigen davon, dass das Erkunden der Karte ohnehin oft sinnvoll ist, denn die zahlreichen Schwarzhändler in Dunwall und an anderen Orten sorgen erst dafür, dass wir uns unterwegs mit wichtigem Equipment und Waffen eindecken können. Das nämlich sollten wir dringend tun, ehe wir uns an das nächste größere Ziel wagen.

Dishonored 2

Detaillierte Steampunk-Welt
Außerdem gibt es in der Welt von „Dishonored 2“ ja ohnehin reichlich zu entdecken. Dazu gehören schließlich nicht nur die futuristisch wirkenden Eisenbahnen über unseren Köpfen und die mit Walöl betriebenen elektrischen Barrieren, sondern auch so manches Geheimnis in den kleinen Gassen abseits der Straße. Insgesamt muss man nämlich klar sagen, dass das Leveldesign des Spiels mehr als nur herausragend ausgefallen ist. Ob Ratten in der einen Ecke, Graffiti an der anderen oder einfach nur der Müll hinter den Gebäuden: Hier haben die Entwickler wirklich auf jedes noch so kleine Detail geachtet, um eine stimmungsvolle und glaubwürdige Spielwelt zu erschaffen, in der tatsächlich nichts fehlt. Manchmal erzeugt das Actionspiel dabei sogar eine höchst beklemmende, fast aussichtslose Atmosphäre. Und die technischen Errungenschaften wie mechanische Soldaten und andere futuristische Dinge sorgen für das perfekte Steampunk-Feeling.

Dishonored 2

Kein Versteck in der Menge
Hinsichtlich der Missionen muss man allerdings einige Abstriche im Vergleich zum Vorgänger machen, auch wenn selbst die Fortsetzung noch immer ihre großen Stärken hat. Doch interessante Aufgaben inmitten einer zivilen Menge suchen wir mittlerweile vergebens, sodass die klassische Maskerade in keiner der Missionen mehr zu unseren Hauptaufgaben gehört. Stattdessen sind wir meist maskiert auf den Straßen unterwegs und sollen wahlweise eine Zielperson ermorden oder sie auf andere Art und Weise von unseren Zielen überzeugen. Auch hier haben wir meist die Freiheit selbst zu entscheiden, ob wir tödlich oder nicht-tödlich vorgehen möchten. Bis die Missionen aber wirklich interessant werden, sind mitunter zu Beginn drei weniger spannende Aufgaben vergangen, die auch nicht unbedingt den zugänglichsten Einstieg ermöglichen. Davon sollten sich Spieler aber mitnichten abschrecken lassen, denn sind diese erst einmal hinter uns gebracht, kann „Dishonored 2“ seine ganzen Stärken voll entfalten.

Dishonored 2

Haus der Labyrinthe
In der vierten Mission zeigt sich nämlich zugleich auch eines der besten Kapitel des gesamten Spiels. In einer Art Haus der Labyrinthe müssen wir mittels Schalter die verschiedensten faszinierenden Räume aufdecken, neue Wege transformieren und schlussendlich den Weg zu unserer Zielperson finden – und das alles zwischen zahlreichen mechanischen Soldaten, denen wir nach Möglichkeit aus dem Weg gehen sollten. Diese zugleich auch vermutlich längste Mission des Spiels zeigt hier erstmals, was „Dishonored 2“ eigentlich tatsächlich drauf hat. Aber dabei soll es nicht bleiben, denn wenn wir einige Kapitel später plötzlich mittels Chronometer in die Vergangenheit blicken können, während wir zugleich die Gegenwart vor uns haben, bekommen selbst Sci-Fi-Fans einige faszinierende Spielmomente geboten. Denn das Hin- und Herwechseln zwischen den Zeiten entpuppt sich als einzigartiges Gameplay, das wir so noch in keinem anderen Spiel gesehen haben. Allein dafür lohnt sich „Dishonored 2“ allemal.

Dishonored 2

Entscheidungen
Allerdings soll es dabei nicht bleiben, denn die Entscheidungen, die wir in diesem Spiel treffen, haben echte Auswirkungen auf den weiteren Spielverlauf. So entscheidet das tödliche oder nicht-tödliche Vorgehen, also die Tatsache, ob wir am Ende einen hohen oder niedrigen Chaosfaktor erzeugt haben, über das tatsächliche Ende des Spiels. Das ist unterdessen aber längst nicht die faszinierendste Entscheidung, denn so manch andere eher subtile Entscheidung wird mitunter erst im Nachhinein wirklich ersichtlich. So hat schließlich auch unsere Spielweise in der Vergangenheit sichtbare Auswirkungen auf die Gegenwart. Abhängig davon, welche Gegner wir ermorden und wie wir mit der Hauptfigur interagieren, hat unsere Verbündete Meagan, die uns über das gesamte Spiel hinweg begleitet, plötzlich nur einen oder noch beide Arme. Und wir wissen womöglich gar nicht, durch welche konkrete Entscheidung dies zustande gekommen ist. Faszinierend – und zugleich wünschen wir uns mehr davon auch in anderen Spielen.

Dishonored 2

Gameplay durch Skills
Eine weitere wichtige Entscheidung, die wir im Laufe des Spiels treffen, ist allerdings die Art und Weise, mit der wir unsere Spielfigur mit neuen Fähigkeiten ausstatten. Fest steht: Wir werden in den insgesamt neun Kapiteln niemals genügend Runen sammeln können, um tatsächlich alle verfügbaren Fähigkeiten auch auszustatten. Das macht allerdings „Dishonored 2“ auch so spannend und sorgt für einen sehr hohen Widerspielwert. Denn während sich die möglichen Fähigkeiten von Emily und Corvo jeweils unterscheiden, so können wir das Spiel zugleich auch mehrmals mit unterschiedlichen Skills durchspielen und so immer wieder eine komplett andere Spielerfahrung erleben. Das macht „Dishonored 2“ vor allem für jene interessant, die Spiele gerne mehr als nur ein einziges Mal durchspielen (die Angabe der Spieldauer im Kasten unten bezieht sich hierbei auf das einmalige Durchspielen der Story, bei mehrmaligem Durchspielen vervielfacht sich diese Angabe).

Dishonored 2

Keine einwandfreie Technik
Schade ist derweil nur, dass das Spielerlebnis dieses eigentlich erstklassigen Spiels vor allem durch die Technik der PC-Version etwas getrübt wird, denn diese funktioniert derweil nicht immer ganz fehlerfrei. So hatten wir zu Beginn des Tests selbst mit seltsamen Grafikfehlern zu kämpfen, bei denen beispielsweise eine mysteriöse grüne Acht in der Mitte unseres Bildschirms erschien. Wodurch dieser Fehler ausgelöst wird, ist bisher nicht klar. Zum Glück ließ sich dieser aber durch die Installation des neuesten Grafikkartentreibers beheben. Damit ist ohnehin klar: Wer „Dishonored 2“ spielen möchte, sollte unbedingt vorher die neuesten Treiber installieren, da es sonst zu erheblichen Problemen kommt. Aber das längst nicht alles: So funktioniert auch die „adaptive Auflösung“ nicht richtig und sorgt ebenfalls für Grafikfehlern an den Bildschirmrändern. Ein Abschalten dieser Option hat den Fehler behoben und das Spiel ließ sich im Test auf aktueller Hardware trotzdem flüssig spielen.

Dishonored 2

Flackern der Schatten
Weitere durchaus sichtbare Fehler sind etwa das Flackern der Schatten, wenn wir vom Schiff aus auf die Landschaft schauen. Diesen Fehler konnten wir bisher immer noch nicht beheben, er stört aber zugleich auch das Spielerlebnis nicht allzu sehr. Über kleinere Texturfehler kann man unterdessen auch hinwegsehen. Und doch muss man schnell zu dem Entschluss kommen, dass „Dishonored 2“ damit insgesamt nicht mehr so recht zeitgemäß aussieht. Bot uns der Vorgänger einst noch überwältigende Grafik für seine damalige Zeit, entspricht die Grafik aus diesem Spiel hingegen nur noch dem Stand von vor einigen Jahren – und das, obwohl die Systemanforderungen ganz und gar nicht besonders niedrig sind. Denn Hardwareleistung frisst „Dishonored 2“ mitunter schon enorm. Insgesamt sind wir darüber wiederum verwundert, wenn wir beispielsweise die wirklich hübschen Wassereffekte sehen, die auf dem Meer eindeutig mit Einsatz von Tesselation dargestellt werden und damit besonders organisch erscheinen. Und auch Charakteranimationen können sich tatsächlich sehen lassen. Warum man diese Qualität dann nicht im gesamten Spiel fortgesetzt hat, sorgt für Verwunderung. Dennoch sollte man sich auf Grund dessen nicht vom Kauf abhalten, denn spielerisch macht „Dishonored 2“ sehr viel Spaß und gehört mit zu den besten Spielen des vergangenen Jahres.

Fazit:
Mit seinem dynamischen auf Fähigkeiten basierenden Gameplay, den enorm vielen Freiheiten und einer faszinierenden Steampunk-Welt kann „Dishonored 2“ seinem Vorgänger spielerisch mehr als nur gerecht werden. Schade nur, dass die Technik hier und da das Spielerlebenis trübt.

Dishonored 2 Wertung



16
Feb

Leaving Lyndow

Nach den vielen Jahren in der Gilde der Wissenschaftlichen Erkundungen ist es für Clara endlich so weit: Sie darf auf eine mehrjährige aufregende Expedition gehen und wird vielleicht sogar fremde Zivilisationen auf ihren Schiffsreisen kennenlernen. Doch das große Abenteuer ist auch mit einigen Herausforderungen verbunden, zu denen vor allem der große Abschied aus ihrer Heimatstadt gehört. Immerhin fällt es der Familie nicht leicht, das noch junge Mädchen endgültig gehen zu lassen und einige sind gar besorgt, dass sie auf dem gefährlichen Meer sterben könnte. Ganz zu schweigen von Clara selbst, der es ebenfalls nicht allzu leicht fällt, ihre Freunde zu verlassen und damit auch die vielen spaßigen Abende mit ihrem besten Freund zu verzichten. Aber für sie steht der Entschluss längst fest, denn mit der Expedition erfüllt sie sich ihren großen Traum…

Kritik:
Die Spiele-Landschaft ist für gewöhnlich voll mit brutaler Action und umfangreichen Rollenspielen. In eine ganz andere Richtung möchte allerdings „Leaving Lyndow“ – ein Indie-Abenteuer, das eher für einen kurzweiligen entspannten Abend sorgen möchte. Vergleichbar mit der Story eines Kurzfilms konzentriert sich das Spiel nämlich lediglich auf ein einziges Ereignis, nämlich den großen Abschied von der Familie und möchte damit eine intensive Atmosphäre aufbauen. Denn hier versucht man dem Spieler das Gefühl zu geben, selbst etwas zurückzulassen und sich in die emotionale Welt des jungen Mädchens hineinversetzen zu können. Dazu dienen nicht nur Briefe und ein paar Hintergrundinformationen vom Ableben ihres Vaters, sondern auch diverse Dialoge mit den Freunden und Familienmitgliedern. Insgesamt ist „Leaving Lyndow“ damit schon eine kleine Besonderheit unter den Unmengen an Spielen, die wir regelmäßig zu Gesicht bekommen.

Leaving Lyndow

Das melancholische Packen
Schon im ersten Abschnitt des Abenteuers kommt da sogar eine melancholische Stimmung auf, die nicht zuletzt am gelungenen und einfühlsamen Soundtrack liegt, der die irgendwie traurige, aber auch freudige Geschichte perfekt untermalen kann. Im Haus der Eltern müssen wir schließlich zunächst einige Dinge zusammensuchen und unseren Koffer packen, damit wir uns für die große Reise bereit machen können. Ein kleines Abschiedsgespräch mit der Mutter gehört selbstverständlich auch dazu. Und danach sind auch die anderen noch an der Reihe. Der Onkel etwa kann sich mit dem Abschied gar nicht anfreunden und hat doch große Sorge, dass die junge Clara sterben könnte. Und auch die vielen Freunde sind doch eher zwiegespalten, wenn es darum geht, ihre langjährige Freundin gehen zu lassen. Dieses Gefühl, unter allen Umständen den großen Traum erfüllen und doch insgeheim bei den Freunden und der Familie bleiben zu wollen, kann „Leaving Lyndow“ jedenfalls perfekt einfangen.

Leaving Lyndow

Wenig Gameplay
Doch reicht das allein tatsächlich bereits, ein gutes Spiel zu bieten? Hinsichtlich des Gameplays hat „Leaving Lyndow“ jedenfalls nicht allzu viel zu bieten. Das Abenteuer präsentiert sich insgesamt doch eher als eine Art Walking Simulator, bei dem wir durch mehrere Abschnitte der Welt spazieren und verschiedene Gegenstände einsammeln, oder Briefe und Dokumente lesen, um interessante Informationen zur Hintergrundgeschichte zu erfahren. Dazwischen warten lediglich einige durchaus gelungene Minispiele und Rätsel auf den Spieler, etwa wenn wir mit unserem kleinen Neffen einige Figuren einsammeln müssen oder in einer kleinen Erinnerung an vergangene Zeiten ein Musikstück auf einem speziellen Instrument nachspielen sollen. Hier hat man die relativ einfachen Rätsel hin und wieder auf durchdachte Weise eingebaut und zu einem wichtigen Teil der Story gemacht. Und dennoch: Das reicht noch nicht so recht, um tatsächlich zu begeistern, denn spielerisch ist das einfach zu wenig. Von der ohnehin sehr kurzen Spieldauer von gerade einmal knapp 30 Minuten einmal ganz zu schweigen.

Leaving Lyndow

Wunderschöne Fantasy-Welt
Dabei ist „Leaving Lyndow“ ja eigentlich sogar wegen seiner überaus hübschen Grafik und Gestaltung der Welt sehr atmosphärisch. Geradezu verträumt bunt sind da die hübschen Wälder und Wiesen mit ihren tollen Panoramaaussichten und dem beeindruckenden Blick auf den Mond. Der Detailgrad der Grafik kann sich dabei in jedweder Hinsicht sehen lassen und braucht sich vor den großen Titeln sicherlich nicht zu verstecken. Schon allein die ausgesprochen umfangreiche Vegetation mit ihren vielen Pflanzen, Blumen und Bäumen kann sich mehr als nur sehen lassen. Dazwischen süße Vögel, die zwischen den Baumkronen umherfliegen und die Verträumtheit der Szenerie noch einmal unterstreicht. Lediglich die Animationen der menschlichen Charaktere könnten sicherlich einen Tick hübscher ausfallen. Aber dennoch freuen wir uns angesichts der Tatsache, dass „Leaving Lyndow“ nur ein kleiner Einblick in die Welt des noch kommenden Open-World-Spiels „Eastshade“ bietet darüber, wie hübsch doch bereits jetzt die Welt gestaltet ist. Insgesamt würden wir aber dennoch den potentiellen Käufern dazu raten, auf das „große“ Spiel noch zu warten.

Fazit:
Der wunderhübsche und atmosphärische Walking Simulator bietet bereits jetzt einen kleinen Einblick in die zukünftige Welt von „Eastshade“. Spielerisch reichen die winzigen Rätsel und die extrem kurze Spieldauer von gerade einmal 30 Minuten allerdings noch nicht aus, um vollends zu begeistern.

Leaving Lyndow Wertung



23
Dez

Train Simulator: Midland Main Line – London-Bedford

Die Midland Main Line nördlich von London gehört zu den Strecken von Groß-Britannien mit dem höchsten Fahrgastaufkommen. Insbesondere der Nah- und Fernverkehr ist hier stark vertreten und kann speziell im Berufsverkehr für einen strammen Fahrplan sorgen. Mit der Class 319 von First Capital Connect werden die Vorstädte und Counties bis nach Bedford verbunden, wo der Weg zunächst an St. Albans und Luton vorbei führt. Auf der überwiegend viergleisigen Strecke liefern sich die langsameren Nahverkehrszüge stets ein Wettrennen mit den schnelleren Fernverkehrszügen und dem Güterverkehr aus den anliegenden Fabriken. Denn auch Kies, Zement und Container sind auf dieser wichtigen Hauptstrecke desöfteren unterwegs und verstopfen zu den Stoßzeiten die Schienen. Da kann sich tatsächlich mal eine Herausforderung ergeben.

Kritik:
Mit dem Streckenabschnitt von London nach Bedford liefert Dovetail Games mittlerweile die vierte Train Simulator-Route mit direkter Anbindung nach London. Hier wartet schließlich der spektakuläre Bahnhof St. Pancras auf uns, den wir vor allem über die Thameslink-Strecke auf den unterirdischen Gleisen betreten. Obwohl nur 88 km kurz und damit sicherlich nicht die gesamte Midland Main Line umfassend, richtet man sich damit speziell an Freunde des Personenverkehrs, denn fünf der insgesamt sieben mitgelieferten Karriereszenarien widmen sich speziell diesem Aufgabengebiet.

Train Simulator: Midland Main Line

Kein neues Rollmaterial
Mitgeliefert werden dabei lediglich zwei verschiedene Lokomotiven. Zunächst die Class 319 der First Capital Connect als Triebfahrzeug, welches wir wahlweise in einer Einzel-, Doppel- oder Dreiertraktion fahren dürfen. Diesen steuern wir in allen fünf Passagierszenarios, können damit flotte Sprints hinlegen und erfreuen uns an der doch eher ruhigen und angenehmen Fahrweise. Vor allem in der Dreiertraktion kann sich das korrekte Anhalten am Bahnhof allerdings tatsächlich als etwas knifflig herausstellen, denn nicht zu weit vorne raus zu fahren und andererseits auch das Hinterteil korrekt zu platzieren, ist nicht immer einfach. Die realistisch eingefügten Stoppschilder für die verschiedenen Zuglängen sorgen hier aber für Abhilfe. Andererseits finden wir allerdings auch eine EWS Class 66 vor, die wir in den beiden Güterszenarien fahren dürfen und die über ein ungewöhnliches Bremsverfahren verfügt. Beide mitgelieferten Fahrzeuge sorgen aber nicht zwangsläufig für Begeisterung, da beide bereits in einem anderen Routen-DLC vorhanden waren. Somit handelt es sich also nicht um gänzlich neues Rollmaterial.

Train Simulator: Midland Main Line

Blick aufs Armaturenbrett
Während die Class 319 dabei nicht unbedingt eine echte Herausforderung darstellt, zumindest was das Fahren dieses Triebfahrzeugs betrifft, gestaltet sich die Steuerung der EWS Class 66 dann schon ein wenig anders. Hier können wir nämlich nicht in mehreren Stufen die Bremse betätigen, sondern müssen die Bremskraft zwingend auf der Anzeige am Armaturenbrett ablesen. Zunächst stellen wir die gewünschte Bremskraft ein und anschließend dürfen wir dann beobachten, wie sich die Nadel auf der Anzeige auf den jeweiligen Wert bewegt. Dadurch haben wir tatsächlich die Möglichkeit, die Bremse recht stufenlos einzustellen und müssen auch etwas vorausschauend denken. Zumal das Bremsverhalten einigermaßen realistisch ist, denn mit schweren Güterwaggons wird der Bremsweg tatsächlich auch mal etwas länger. Kommen dann noch Schnee und gelbe Signale hinzu, muss man mitunter tatsächlich etwas Ausschau nach dem nächsten Signal halten, um noch rechtzeitig bremsen zu können. Soweit recht spannend.

Train Simulator: Midland Main Line

Immer geradeaus
Die eigentliche Gleisanlage bleibt dann allerdings überwiegend viergleisig, wie bereits zuvor erwähnt. So fahren wir hauptsächlich einer Hauptstrecke entlang, die uns nahezu ausschließlich gerade aus führt und bei der jeweils zwei Gleise für eine Richtung vorgesehen sind. Interessant anzusehen sind dann diverse „Überholmanöver“, wenn wir etwa mit einem Expresszug einen langsameren Zug neben uns überholen oder umgekehrt. Dennoch bleibt die Herausforderung oftmals aus, sodass hohe Punktzahlen leicht erzielt werden können. Ein Wechseln auf Nebengleise ist fast nur bei den Güterszenarien erforderlich, oder wenn wir vor oder nach unserer Fahrt auf ein Abstellgleis müssen. Das sorgt allerdings noch nicht für allzu viel Abwechslung auf der Strecke.

Train Simulator: Midland Main Line

Gebäude wie im Original
Dass es sich dennoch um eine hübsch anzusehende und gelungene Strecke handelt, liegt speziell daran, dass man sich äußerst viel Mühe gegeben hat, die Route möglichst originalgetreu nachzubauen. Das fällt vor allem an den jeweiligen Stationen sehr positiv auf. Beispielsweise bei den realistischen Fußgängerüberwegen in Luton oder in St. Albans City. Und auch sonst stimmen insgesamt sehr viele Details, die Vegetation ist dicht und glaubwürdig und selbst in den Fabriken können wir die Container vor dem Gebäude bewundern. Man hat es außerdem geschafft, eine gänzlich fehlerfreie Strecke zu veröffentlichen, denn Bugs oder fehlerhafte Szenarien brauchen wir hier nicht zu befürchten. Hier funktioniert alles tatsächlich perfekt. Insofern steht einem angenehmen Spielvergnügen nichts mehr im Wege, solange das wiederverwertete Rollmaterial und die überwiegend gleich bleibende Strecke nicht weiter stört. Fans des Passagierverkehrs dürfen hier gerne zugreifen. Güterfreunde sollten allerdings bedenken, dass wir auf Rangieraufgaben leider gänzlich verzichten müssen.

Fazit:
Mit einem hohen Detailgrad und absolut fehlerfreien Szenarien liefert die „Midland Main Line“ eine insgesamt hochwertige und sehr hübsche Strecke ab. Das wiederverwertete Rollmaterial bestehend aus nur zwei Fahrzeugen und die über lange Abschnitte durchgehend viergleisige Strecke sorgen aber dafür, dass auch diese Route nicht ganz ohne Nachteile bleibt. Fans des Passagierverkehrs sollten die Route aber in ihrer Sammlung haben.

Train Simulator: Midland Main Line Wertung



21
Dez

Hardware-Test: Samsung CF390

Der neueste Trend unter den Monitoren und Fernsehern geht eindeutig in Richtung Curved Monitor. Besonders Samsung setzt seinen Fokus seit einiger Zeit gezielt auf die Entwicklung eben solcher Bildschirme und möchte nun endlich auch wieder im Gaming Sektor einigermaßen interessant werden. Mit dem FreeSync-Monitor CF390, den wir in der 27“-Ausführung getestet haben, ist der erste Weg dahin längst getan. Allerdings richtet man sich mit maximal 60 Hz sicherlich noch nicht an die Hardcore-Gamer, die gerne auch einmal zur gehobenen Preisklasse greifen. Dafür kommt der CF390 mit seinen knapp 220 Euro allerdings verdammt günstig daher – vor allem für einen Monitor dieser Größe. Ob sich das auf die Qualität auswirkt? Natürlich – aber das ist nicht zwangsläufig ein Problem.

Mit einer Krümmung von 1800R, also einem Biegungsradius von 1800mm schafft es Samsung jedenfalls bereits, die Krümmung auch bei einer solchen Größe sichtbar zu machen. Der versprochene Tiefeneffekt mag zwar noch nicht so extrem ins Auge fallen, aber vor allem bei näherer Betrachtungsweise entlastet dies tatsächlich die Augen. Immerhin haben wir die gesamte Fläche des Screens nun komplett im richtigen Blickwinkel, die Entfernung zu den Ecken stets gleich. Gerade bei Spielen kann das einen angenehmen Vorteil ergeben und angenehmer für die Augen sein. Insgesamt stellt sich das Feature aber wohl eher als Spielerei heraus und weniger als ein tatsächliches Muss. Schaden kann die Curved-Technologie allerdings auch nicht.

Samsung C27F390

Stabil, aber schwer wieder abzubauen
Bis wir in den Genuss kommen, müssen wir den Bildschirm aber zunächst einmal zusammenbauen – logisch. Im Lieferumfang finden wir neben einem Ständer auch einen Fuß, die wir zunächst manuell aneinander schrauben müssen. Mit einer unterhalb des Fußes befestigten Schraube fällt es recht leicht, den Ständer darauf zu befestigen. Der Rest geht per Stecksystem: Einfach die Halterung des Bildschirms oben rein schieben, bis der Standfuß eingerastet ist und fortan steht der Bildschirm tatsächlich stabil. Hier hat man kaum noch eine Chance, den Bildschirm durch einen Stoß zu Fall zu bringen und kann bedenkenlos selbst die härtesten Gaming-Sessions beginnen. Der eigentliche Spaß beginnt allerdings erst, wenn man den Bildschirm wieder auseinandernehmen möchte, um ihn etwa für eine Reklamation erneut zu verpacken oder bei einem Umzug mitzunehmen. Den Fuß anschließend nämlich wieder zu entfernen, artet schnell in einem Kraftakt aus. Wir benötigten gar ein Hilfsmittel, um den Ständer wieder aus seinem Raster zu entfernen. Das sollte normalerweise besser gehen.

Keine modernen Anschlüsse
Auf der Rückseite des Bildschirms finden wir dann alle nötigen Anschlüsse, um den Monitor an unseren Rechner anzuschließen. Hierfür liegen allerdings lediglich HDMI und ein veralteter analoger VGA-Anschluss vor. Bei einem aktuellen PC dürfte die Wahl dabei ziemlich schnell auf den digitalen HDMI-Anschluss fallen. Das beiliegende, allerdings etwas kurz geratene HDMI-Kabel sorgt dann auch dafür, dass wir relativ schnell loslegen können. Zumindest, wenn unsere Grafikkarte nicht dummerweise über einen miniHDMI-Port verfügt, denn ein passender Adapter liegt nicht bei. Auch einen VGA-Kabel suchen wir vergebens. Schade ist obendrein, dass man auf den neuen und aktuellen Standard DisplayPort gänzlich verzichtet hat. Stattdessen finden wir einen Kopfhöreranschluss auf der Rückseite des Monitors. Haben wir im Treiber den HDMI-Anschluss für die Soundausgabe ausgewählt, können wir diesen über den 3,5mm Klinke Kopfhöreranschluss wiedergeben. Lautsprecher allerdings gibt es nicht. Gerade deswegen hätten wir uns gewünscht, wenn Samsung stattdessen einen DisplayPort verbaut hätte, der die Ansprüche der meisten Nutzer vermutlich eher erfüllt hätte.

Samsung C27F390

Starke Leuchtkraft
Erst einmal aufgebaut und angeschlossen, bleibt die restliche Bedienung recht selbsterklärend. Auf der Rückseite finden wir einen Analogstick, mit dem wir uns sehr modern durch die hübschen Menüs navigieren können und dabei schnell jede Funktion finden, die wir suchen. Das ist allerdings auch nötig, denn beim erstmaligen Einschalten ist doch vor allem die Helligkeit deutlich zu stark eingestellt. Bei einer Nutzung in einem durchschnittlich ausgeleuchteten Raum empfehlen wir Werte zwischen 30 und 50 Prozent. In unserem Test hat sich die goldene Mitte dann als optimal herausgestellt, die vor allem in Spielen und Filmen dann immer noch die nötige Helligkeit und einen guten Kontrast ermöglicht. Office-User, die überwiegend einen weißen Hintergrund vor sich haben, könnten das allerdings dauerhaft als unangenehm empfinden und bei Bedarf noch etwas runterschalten.

Farbbrillanz zum niedrigen Preis
Richtig begeistert sind wir direkt danach von der erstaunlich guten Bildqualität, die wir für diesen geringen Preis geboten bekommen. Vor allem die Farbintensität kann sich sehr gut sehen lassen, was uns natürlich vor allem in Spielen sehr erfreut. Aber auch die Bildbearbeitung stellt sich als überraschend einfach heraus. Hier stört sogar die Krümmung des Bildschirms in keinster Weise, obwohl Befürchtungen bei vielen Fotografen und Grafikern verständlicherweise vorhanden sind. Insgesamt stellt sich die Quantum Dot-Technologie von Samsung als sehr positiv heraus, um auch mit niedrigem Budget wirklich tolle Farben auf den Screen zu zaubern. Für den klassischen Multimedia-Nutzer können wir den Monitor also an dieser Stelle schon voll und ganz empfehlen. Für Spieler soll diese Tatsache aber natürlich noch nicht ausreichen und hier kommen dann auch gleich die Schwächen des CF390 zum Vorschein.

Samsung C27F390

Reaktionen mit Ghosting
Erfreulich für Spieler ist allerdings zunächst einmal, dass der Samsung CF390 über drei verschiedene Einstellungen für die Reaktionszeit verfügt. Neben „normal“, bietet sich auch noch die Einstellung „schnell“ und „schneller“ an. Tatsächlich hat sich die Nutzung der schnellsten Einstellung bei unserem Test allerdings nicht als empfehlenswert erwiesen, denn der Bildschirm erzeugt in diesem Fall teilweise sehr starkes Ghosting, das in Spielen als störend empfunden werden kann. Insbesondere bei starken Kontrasten – etwa, wenn dunkle Gebäude auf weißem Hintergrund stehen – wird dies stark sichtbar. Möchte man etwa in „Far Cry 4“ durch die schneeweiße Himalaya-Region wandern, ist man schnell dazu geneigt, die Reaktionszeit etwas zu senken. Und das, obwohl sich der geringere Lag als spürbar positiv erweist. Das Ghosting allerdings dürfte für die meisten Anwender unangenehmer sein. Schon allein deswegen könnte für Spieler die Überlegung da sein, gleich zu einem richtigen Gaming-Monitor mit schnellerer Reaktionszeit zu greifen.

Clouding in den Ecken
Als ebenso störend haben wir in dunklen Szenen übrigens das entstehende Clouding empfinden. Das heißt, dass in den vier Ecken des Bildschirms die Hintergrundbeleuchtung etwas durchscheint und sich leichte weiße Lichthöfe bilden. Das kann insbesondere bei sehr dunklen Szenen – etwa in Shootern oder Horrorfilmen – schnell zum Problem werden, ist allerdings auch sehr winkelabhängig. Schauen wir von der Seite auf den Bildschirm, wird dieser Effekt deutlich stärker sichtbar, als bei einer frontalen Ansicht. Damit eignet sich der CF390 allerdings auch nur bedingt, um darauf mit mehreren Personen etwa einen Film anzusehen. In helleren Szenen ist das Clouding allerdings gar nicht sichtbar und die Bildqualität macht insgesamt einen sehr guten Eindruck. Vor allem auch deshalb, weil sich der intensive Schwarzwert sehr gut sehen lassen kann. Innerhalb der niedrigeren Preisklasse können wir den CF390 also durchaus empfehlen. Die anspruchsvollsten Käufer könnten allerdings enttäuscht werden.

Fazit:
Ein niedrigpreisiger und großer Multimedia-Monitor, der mit seiner exzellenten Farbwiedergabe und seiner insgesamt guten Bildqualität vor allem ein herausragendes Preis-Leistungs-Verhältnis liefert. Gamer sollten sich vom FreeSync-Feature allerdings nicht täuschen lassen und insbesondere wegen des teils starken Ghostings dem Samsung FG70 den Vorzug geben.



21
Dez

Train Simulator 2017: Mannheim – Karlsruhe

Im Norden von Baden-Württemberg liegt einer der vielleicht wichtigsten Eisenbahnknoten des gesamten Südwestens. Immerhin dient dessen Hauptbahnhof als direkter Anschlusspunkt für die Fernverkehrslinien von Nordrhein-Westfalen über Frankfurt nach Basel und München. Ein Großteil des gesamten Landes wird über diesen mächtigen Umstiegsbahnhof angeschlossen und ein enormes Fahrgastaufkommen steigt regelmäßig zwischen den Fernverkehrszügen um. Und während die Rheintalbahn die kleineren Orte über Hockenheim und Schwetzigen anbindet, findet sich im südlichen Teil unterhalb des Hauptbahnhofes von Mannheim ebenso ein riesiger Umschlagplatz. Tausende von Containern, die über den Mannheimer Hafen eintreffen, werden hier verteilt, um anschließend in der Nacht ihren Weg nach Karlsruhe anzutreten. Damit wird die gesamte Route schnell zu einem hoch ausgelasteten Verkehrsknoten, der erst vor kurzem mit neuen Hochgeschwindigkeitsstrecken erweitert wurde. Nun dürfen sich auch virtuelle Fahrer an dieser spannenden Strecke versuchen.

Kritik:
Bereits beim Betreten des Zuges im Mannheimer Hbf zeigt sich, dass die Spieler kein großes Problem haben dürften, den überwältigenden Bahnhof wiederzuerkennen. Die komplexen Gleisanlagen sind nahezu originalgetreu angelegt und sogar die Oberleitungen entsprechen einigermaßen dem Original. Aber vor allem die legendäre gelbe Brücke mit ihren Straßenbahnen sorgt für den ersten markanten Wiedererkennungspunkt auf dieser Route. Die Macher haben sich alle Mühe gegeben, diese möglichst realistisch einzubauen. Schade ist an der Stelle, dass wir lediglich nach Karlsruhe fahren, denn vor allem die Einfahrt von Zügen aus Frankfurt ist entlang des Hafens mit Blick auf den Fluss doch sehr spannend. Dennoch sorgt auch die Strecke nach Karlsruhe für interessante Momente.

Train Simulator: Mannheim - Karlsruhe

Doppelte Strecke
Eigentlich hat man bei „Mannheim – Karlsruhe“ ja gleich zwei Strecken eingebaut. Da wäre einerseits die Regionalbahnstrecke der Rheinbahn, die exakt dem originalen Streckenverlauf folgt. Der Weg führt dabei neben Hockenheim und Schwetzingen auch über den erstaunlich großen Bahnhof in Graben-Neudorf. Gleich daneben findet sich dann die Hochgeschwindigkeitsroute für den Fernverkehr, auf der neben dem Intercity Express auch die etwas langsameren IC-Züge verkehren. In der Nacht dann wird die Strecke – zumindest laut dieses Routen-Addons – für den Güterverkehr freigegeben, an den wir uns in den Szenarien ebenfalls wagen können. Besonders gelungen sind entlang der Strecke dann vor allem das Industriegebiet am Mannheimer Hafen mitsamt seiner zahlreichen Rohre, die interessante Einfahrt nach Karlsruhe, als auch ein paar der größeren Zwischenstationen. Ebenso ein langer Tunnel, durch den wir uns mit dem Fernverkehr begeben dürfen.

Train Simulator: Mannheim - Karlsruhe

Umfangreiches Rollmaterial
Interessant ist wohl die Tatsache, dass dem Routen-Addon gleich vier verschiedene Lokomotiven beiliegen, was für einen solchen DLC wirklich ungewöhnlich ist. Primär begeben wir uns dabei dann in die Baureihe 189, die wir speziell im Güterverkehr entlang des Rangierbahnhofes und Umschlagplatzes steuern dürfen. Zusätzlich geht es dann mit der klassischen Baureihe 425, die wir mit ihren Triebwagen wohl im gesamten Land desöfteren bewundern dürfen, auf die Regionalbahnstrecke, ehe wir uns dann an ein paar kurze Sprints mit dem ICE 3M wagen dürfen, der ebenfalls zwischen Mannheim und Karlsruhe auf der Fernverkehrsstrecke verkehrt. Ebenfalls vorhanden ist eine Rangierlok der Baureihe 294, die wir innerhalb der Szenarien vor allem im KI-Verkehr entgegen kommen sehen und die damit den optischen Reiz der Strecke erweitert. Im Modus der „freien Fahrt“ dürfen wir aber auch an das Steuer dieser Lokomotive. Und wem das noch nicht reicht, darf auch gleich zum Twin Pack mit der Baureihe 145 greifen, die dann ebenfalls nochmal drei verschiedene Routen für die Mannheim – Karlsruhe-Strecke mitliefert.

Train Simulator: Mannheim - Karlsruhe

Triebwagen ohne Details
Schade ist derweil allerdings, dass es sich bei all dem Rollmaterial leicht nicht um die besten Lokomotiven handelt, die es mittlerweile für den Train Simulator gibt. Das liegt dann vor allem an den mangelnden Details in der Führerstandansicht, wo eben doch viele Funktionen fehlen. Das Armaturenbrett wirkt oft etwas detaillos, die Bildschirme sind nicht animiert und auch sonst lässt sich bis auf die Standardfunktionen nicht viel bedienen. In der Außenansicht sieht das dann ähnlich aus: Bei der Baureihe 425 fehlt etwa die typischen Logos des Verkehrsverbundes an den Seiten und auch bei der Fahrgastansicht stellen wir doch schnell fest, dass typische Aufkleber an den Decken und Wänden nicht durch Texturen umgesetzt werden. Dabei wissen wir doch alle, dass sich über den Türen ein Plakat mit den Linien und Strecken des jeweiligen Verbundes befindet.

Train Simulator: Mannheim - Karlsruhe

Fahren nach realem Fahrplan
Etwas realistischer wird es dann allerdings bei der Umsetzung der jeweiligen Karriereszenarien. So hält man sich doch ziemlich genau an den exakten Streckenverlauf und setzt auch die Linien korrekt um. In den Szenarien der Baureihe 425 dürfen wir etwa die Linie RB2 zwischen Mannheim und Karlsruhe fahren, die hier auch mitsamt der Liniennummer der realen Fahrt entspricht. Selbstverständlich finden wir selbige Beschriftung dann auch auf der Matrixanzeige des Zuges selbst vor. Schade ist dann, dass man jenes nicht unbedingt von den IC-Fahrten der Baureihe 145 sagen kann, wenn etwa auf den IC-Waggons solch unsinnige Angaben wie „IC RE3“ zu finden sind, die in der Realität so kaum vorkommen. Allerdings muss man an dieser Stelle eben noch einmal betonen, dass die Szenarien dieser Baureihe nicht zum Standardumfang des Routen-Addons gehören.

Train Simulator: Mannheim - Karlsruhe

Grüne Welle
Apropos Szenarien: Leider muss man ebenso feststellen, dass sich die Karriereszenarien nicht unbedingt an erfahrene Spieler richten, sondern doch eher für Einsteiger von Interesse sein könnten. Eine echte Herausforderung suchen wir schließlich vergebens. In den meisten Fällen fahren wir nämlich lediglich eine vorgegebene Strecke von A nach B ab und halten dabei an den jeweils angegebenen Stationen. Dummerweise kommt es dabei auch selten zu unvorhergesehenen Ereignissen, sodass wir doch meist nur der grünen Welle nach Fahrplan entlang fahren – eine hohe Punktzahl sollte dabei sehr einfach erreicht werden können. Beim ICE 3M wird es dann gar noch einfacher: In jeweils zwei etwa 25-minütigen Szenarien fahren wir lediglich ohne Zwischenhalt von Mannheim nach Karlsruhe oder umgekehrt und müssen nicht einmal an einem Signal halten. Richtig spannend ist das nun nicht. Da sind wir schon froh, dass wir in einem der Güterszenarien einmal überlegen müssen, welche Weichen wir zu stellen haben und hin und wieder gar Waggons ankuppeln dürfen. Eine echte Herausforderung ist aber selbst das nicht.

Train Simulator: Mannheim - Karlsruhe

Erweiterungsmöglichkeiten
Man muss abschließend wohl feststellen, dass die Strecke „Mannheim – Karlsruhe“ hauptsächlich wegen der verschiedenen Erweiterungsmöglichkeiten vor allem für Spieler mit Interesse am Güterverkehr interessant wird. So besteht bereits jetzt die Möglichkeit, mit der Baureihe 261 eine Lok namens „Voith Gravita“ zusätzlich zu erwerben, die zu den neuesten Rangierlokomotiven der Deutschen Bahn gehört. Und mit zwei weiteren Lokomotiven des privaten Leasingunternehmens MRCE gibt es noch weiteres Rollmaterial mit passenden Güterszenarien für diese Strecke. Die bereits vorhandenen und durchaus abwechslungsreichen Güterwaggons dürften dann auch die Möglichkeit bieten, interessante Zugkombinationen zusammenzustellen, die dem realen Bahnverkehr auf der Strecke einigermaßen entsprechen.

Fazit:
Mit umfangreichem, aber nicht ganz so detailliertem Rollmaterial und eher einfachen Karriereszenarien richtet sich die „Mannheim – Karlsruhe“-Strecke vor allem an Einsteiger, die sich zunächst gutes Basismaterial zusammenkaufen möchten. Erfahrenere Spieler kommen für die nötige Herausforderung allerdings nicht drumherum, weitere Lokomotiven käuflich zu erwerben. Insgesamt richtet sich die Strecke zudem primär an Güterzugfans, da die interessantesten Szenarien dieses Aufgabengebiet umfassen.

Train Simulator: Mannheim - Karlsruhe Wertung



18
Dez

Fiddler’s Green: Fulminantes Jahres-Abschlusskonzert in Köln

Ob Fans aus dem Mittelaltergenre oder der schwarzen Szene: Fiddler’s Green begeistern mit ihrem außergewöhnlichen Speedfolk mittlerweile zahlreiche Fans. Sie klingen ein bisschen wie klassischer Irish Folk und doch treten sie bei ihrem Sound ordentlich aufs Gas. Meistens ein bisschen schneller klingen die Songs, die mit einer echten Vielfalt an Instrumenten dargeboten werden. Gleich zwei Arten von Schlagzeugen lassen sich zwischenzeitlich auf der Bühne vorfinden, der Geiger spielt gleichzeitig auch Kontrabass und selbst der Gitarrist darf sich für einen Song an das Piano wagen. Da merkt man recht schnell: Die Jungs haben wirklich was drauf und fahren bei ihren richtigen Tour-Konzerten nochmal eine ganz andere Hausnummer auf, als wir es von den Festivals, wie etwa dem Mittelalterlich Phantasie Spectaculum gewohnt sind.

Fiddler's Green Köln

Kurz nachdem ihr neuestes Album “Devil’s Dozen”, welches auch namensgebend für die Tour war erschienen ist, lassen es sich die sechs Bandmember auch nicht nehmen, eine gute Mischung aus neueren und älteren Songs zu spielen. Vor allem letzteres soll sich in der Live Music Hall in Köln besonders auszahlen: Hier sind wirklich Fans anwesend, die seit vielen Jahren die musikalische Entwicklung von Fiddler’s Green mitverfolgen und wirklich jeden ihrer Songs bestens mitsingen können. Vor allem, wenn sie “Old Dun Cow” anstimmen und die Band regelrecht geflasht wird, wenn das Publikum ihr geliebtes “McIntyre” mitsingen. Oder auch bei ihrem Kultsong “The Night Pat Murphy Died”, der auf einem guten Fiddler’s Green Konzert ebenso wenig fehlen darf.

Fiddler's Green Köln

Doch wenn die Band ein Tour-Konzert extra für ihre Fans gibt, dann gehört natürlich auch die ein oder andere Ballade tatsächlich dazu. Und das kommt besonders gut an, wenn etwa Geiger Tobias sich an ein Geigensolo wagt und erst einige Minuten später von den kraftvollen Trommeln des Schlagzeugers unterstützt wird. Langsam im Laufe des Konzerts steigert die Band dann kontinuierlich das Tempo, bis die Menge endgültig zu feiern beginnt. Dass es am Ende in der Zugabe nicht nur einen Solosong von Gitarrist Patrick gibt, sondern auch die T-Shirts nicht lange am Körper bleiben und der legendäre Moshpit in der Mitte der Tanzfläche ebenso wenig fehlen darf, macht deutlich, warum ein Fiddler’s Green Konzert so besonders ist – und wieso man auch mit der etwas schnelleren Variante des Irish Folk so ausgelassen feiern kann. Damit liefert die Band ein Jahres-Abschlusskonzert ab, mit dem sie zahlreiche Festivalauftritte gar noch deutlich überboten haben und die Fans waren am Ende schlichtweg begeistert, obwohl der Auftritt mit etwa 100 Minuten gar nicht einmal so lange dauerte. Aber mit der perfekten Akustik gibt es eben am Ende nichts zu bemängeln.



18
Dez

Saber Con: Hoher Besuch in Mönchengladbach

Laserschwerter, blaue Tentakeln und Kopfgeldjäger in dicken Rüstungen: Das war der Anblick, den wir an diesem Wochenende in Mönchengladbach zu sehen bekamen, als die Saber Con in die zweite Runde ging. Denn der Name kommt nicht von ungefähr: Hier ging es – neben Game of Thrones – vor allem auch um Star Wars. Und auch wenn die Anzahl der Besucher und Cosplayer noch etwas überschaubar war, haben sich trotzdem diverse Kostümgruppen mit ihren Twi’leks und Jedis ins Haus Zoar begeben, um die Fans des Franchises zu begeistern, bevor sie am Nachmittag oder Abend auch den neuesten Streifen “Rogue One” im hauseigenen Kino bewundern konnten.

Saber Con Mönchengladbach

Ein bisschen “chillig” ging es in der für Conventions etwas ungewöhnlichen Location gleich in zweierlei Hinsicht zu. Die Bühne zwischen dem Eingang zum Kinosaal und der Popcorntheke aufgestellt, lud mit den bequemen Stoffsofas zum Verweilen ein und die passenden Nachos waren auch nicht allzu weit. Auf der anderen Seite ließ das Bühnenprogramm allerdings auch genügend Zeit, um zwischen dem Programm ein wenig in der Gegend zu stöbern oder auf dem anliegenden Weihnachtsmarkt die ein oder andere Bratwurst zu verdrücken. Ein bisschen mehr hätte man das Programm natürlich füllen können, um die Lücken mit interessanten Vorträgen zu schließen, aber spätestens bei den Panel-Highlights mit Ian Beattie, Ian Hanmore, Paul Blake, Chris Parson und Alan Harris war dann auch die Wartezeit schnell vergessen. Denn: Absagen der Stars gab es bei diesem Event keine. Und das ist selbst bei langjährig bestehenden Events keine Selbstverständlichkeit.

Saber Con Mönchengladbach

Der kleine Rahmen der Veranstaltung hatte dann auch gleich seine Vorteile, denn mit fünf Schauspielern aus “Star Wars” und “Game of Thrones” hatte man den perfekten familiären Rahmen gefunden. Autogramme und Photoshoots konnten die Besucher ohne große Wartezeiten ergattern und dazwischen reichte die Zeit noch locker aus, um das ein oder andere Selfie am Autogrammtisch zu schießen. Apropos locker: Das Schießen von Selfies mit Stargästen zu erlauben, ist auch auf anderen Conventions alles andere als üblich. Und nachdem sich die Stars dann auch schnell sichtbar wohlfühlten, stand einem Gruppenfoto mit den Cosplayern oder einem Gang über den Weihnachtsmarkt ebenfalls nichts mehr im Wege. Und auch wenn man zwischen den Programmpunkten manchmal vielleicht nicht wusste, wie man seine Zeit vertreiben sollte, da auch der Händlerbereich überschaubar blieb, so war das besondere Erlebnis mit den Stars doch für viele Fans den Besuch wert.



09
Dez

Im Beta-Test: Train Sim World – CSX Heavy Haul

Die amerikanische und kanadische Eisenbahn ist vor allem für ihre aufwändigen und schweren Gütertransporte bekannt, statt für klassische Passagierfahrten im Regionalverkehr. Als Rangier-Lokführer des amerikanischen Unternehmens CSX Transportation kümmern wir uns entlang diverser Güterbahnhöfe um die im typischen blau-gelb gehaltenen schweren Güterlokomotiven und müssen unter anderem Kohlewaggons an ihren jeweiligen Zustellungsort bringen. Denn während wir einerseits in komplexen Rangieraufgaben die passenden Züge für ihre Fahrt bereitstellen, wollen einige Züge auch entlang des Sand Patch Grades an ihr Ziel gebracht werden. Nicht immer eine leichte Aufgabe, wenn man plötzlich doch alles selbst machen muss…

Kritik:
Bereits vor Jahren hat Dovetail Games für ihren Train Simulator eine gänzlich neue Version mit neuer Grafikengine angekündigt, die nicht mehr unter den Limitierungen der alten 32-Bit-Engine zu leiden hat. Mittlerweile ist es soweit und die erste spielbare Version des Nachfolgers unter dem Titel „Train Sim World“ befindet sich in der offenen Beta. Käufer der „Train Simulator 2017 – Pioneers Edition“ erhalten seit gestern automatisch Zugang zu der neuen Beta. Und da hat sich einiges geändert, nicht nur grafisch.

Train Sim World

Demonstration der Zukunft
Generell kommt die Beta natürlich zunächst mit einem recht kleinen Umfang daher, möchte man hier schließlich die Zukunft des Train Simulators demonstrieren und den Spielern zeigen, in welche Richtung es demnächst gehen wird. Der offizielle Release der „CSX Heavy Hault“ ist bereits für den Februar geplant und bietet nach aktuellem Stand lediglich eine Lokomotive, eine Route und zwei Szenarien. Darin enthalten sowohl eine einfache Güterfahrt, als auch eine etwas komplexere Rangieraufgabe an einem Umschlagbahnhof. Zusätzlich finden wir natürlich drei Tutorials und auch die Funktion der freien Fahrt mit jeweils zwei Abschnitten – nordwärts und südwärts – ist enthalten. Dazu aber später mehr.

Train Sim World

Lokführer muss selbst Hand anlegen
Zu den neuen Features gehört aber vor allem auch, dass der Spieler nun erstmals selbst Hand anlegen muss und der Arbeitsalltag eines Lokführers realistisch simuliert wird. Das ist zugleich auch der eigentlich spannende Teil der Beta, denn wir sitzen hier nicht zu Beginn einfach in einem Zug und müssen nur noch los fahren. Wie in der Realität können wir uns jetzt frei in der Ego-Perspektive bewegen und warten zunächst beispielsweise auf einen einfahrenden Zug, den wir übernehmen. Wir müssen diesen anschließend selbst betreten und die Vorbereitungen treffen. Das bedeutet allerdings auch, dass nun erstmals Szenarien möglich sind, in denen wir die Lokomotive gänzlich wechseln und beispielsweise mehrere Loks rangieren müssen. Gerade Güter- und Rangieraufgaben können damit um einiges spannender werden und den Szenarienbauern werden sich neue Möglichkeiten eröffnen.

Train Sim World

Spannend ist dabei allerdings, dass wir tatsächlich – wie ein echter Lokführer – auch einmal aussteigen müssen. So besteht erstmals die Möglichkeit, die Lokomotive und Waggons auch komplett manuell an- und abzukoppeln. Dazu gehören auch physische Verbindungen der elektrischen Leitungen, wie wir sie von echten Zügen kennen. Dafür muss sich der Lokführer allerdings auch mal bewegen. Selbiges gilt für Weichen, die wir manuell umstellen müssen. Hier wird nicht mehr einfach nur kurz geklickt, sondern wir müssen tatsächlich aussteigen und zur Weiche hinlaufen. Interessant: Bereits in der Beta-Version waren auch Drehscheiben manuell bedienbar. Nun bleibt natürlich die Frage, wie man dies in Passagierszenarien einbaut. Zufallsereignisse wie blockierte Türen oder randalierende Fahrgäste wären grundsätzlich umsetzbar, ebenso Fahrerwechsel an einem Bahnhof. Insofern sieht „Train Sim World“ schon sehr vielversprechend aus.

Train Sim World

Schnee und schlechte Sicht
Zeitlich wohl mehr als passend führt man übrigens auch neue Wettereffekte ein, die sich tatsächlich sehen lassen können. Wenn wir einmal richtig in weihnachtliche Stimmung kommen möchten, bietet es sich nämlich an, in der freien Fahrt doch auch mal den Schneesturm auszuprobieren. Und dieses Mal wird kein Repaint des Zuges mehr benötigt, um den Schnee auch auf der Lokomotive und den Waggons darzustellen. Nun fällt der Schnee endlich physisch auf das Rollmaterial und bildet einen ansehnliche Schneeschicht. Die ansonsten in der Luft herabfallenden Schneeflocken sorgen dann auch für realistische Sichtverhältnisse, die ein Fahren tatsächlich erschweren. Und auch Nebel wird nun endlich zu einer richtigen Brühe, bei der Sichtfahrten nur schwer möglich sind. Auch hier darf sich der Spieler auf gelungene Neuigkeiten freuen.

Train Sim World

Fehlende Features
Apropos Sichtfahrten: Einige altbekannte Features fehlen in „Train Sim World“ aber bisher leider noch. So müssen wir noch auf eine Distanzanzeige verzichten, die uns die Entfernungen von Signalen, Geschwindigkeitsbegrenzungen und Steigungen anzeigt. In der aktuellen Beta-Version ist die Fahrt auf Sicht noch die einzige Option, die sich uns bietet. Auch einen Fahrplan mit zeitlicher Begrenzung suchen wir bisher vergeblich. Wir sind aber zuversichtlich, dass dieser bis zum offziellen Release noch den Weg in das Spiel finden wird. Man könnte insofern die Beta eher als eine Technik-Demonstration für die Zukunft des Train Simulators betrachten, denn als ein bereits fertiggestelltes Spiel. In jedem Fall bietet sich allerdings bereits ein interessanter und positiver Einblick. Daher haben wir uns auch dazu entschlossen, in dieser Preview ausschließlich echte Ingame-Screenshots zu verwenden, die bei maximalen Einstellungen und Full HD entstanden sind.

Train Sim World

Performance braucht Verbesserungen
Besonderes Augenmerk liegt bei den Spielern aber vermutlich auf der Grafik. Die neue Unreal Engine sorgt zunächst einmal dafür, dass ständige Nachladeruckler auf Grund von Engine-Limitierungen nun endlich ein Ende haben. Die typischen Framedrops trotz starker Hardware, die wir aus Train Simulator 2017 noch gewohnt sind, tauchen nicht mehr auf. Und dennoch ist die bisherige Performance noch enttäuschend, da die Framerate auch auf schnellen Rechnern nicht gerade hoch ist. In unserem Test erreichten wir gerade einmal 20 – 30 Frames pro Sekunde – auf einer GTX 970. Und auch andere Spieler mit noch schnelleren Grafikkarten berichten von enttäuschender Performance. Hier hoffen wir auf deutliche Verbesserung bis zum Release. In einer Beta darf das noch passieren, beim Release im Februar nicht mehr.

Train Sim World

Davon abgesehen schauen aber vor allem die Zugmodelle deutlich besser und auch plastischer aus. Insgesamt finden wir deutlich mehr Details und können bereits an der CSX-Lokomotive alles bedienen, was sie anbietet. Sogar Türen und Sonnenschutzblende lassen sich bewegen. Das ist schon weit mehr, als wir es von den meisten TS2017-Lokomotiven bisher gewohnt waren. Etwas enttäuscht sind wir aber auch hier bei der Umgebungsgrafik. Vor allem Gebäude und Landschaften haben sicherlich noch etwas Luft nach oben, auch wenn sie schon besser als beim Train Simulator 2017 aussehen. Dennoch ist die hier zu sehende Grafik selbst auf maximalen Einstellungen noch nicht zeitgemäß und frisst gerade angesichts dieser Optik deutlich zu viel Leistung.

Train Sim World

Fazit:
Die neue Beta der „Train Sim World“ bietet einen spannenden Einblick in die Zukunft des Train Simulators und zeigt einige gelungene neue Features, die das Potential haben, dieses Spiel zu einem der besten Simulatoren der vergangenen Jahre zu machen. Dennoch benötigt die Simulation noch dringende Performance-Verbesserungen, da sie aktuell wohl für viele Spieler kaum flüssig spielbar sein dürfte.



07
Dez

Nachtmahr in Oberhausen: Provokation durch Musik

Nein, “Nachtmahr” ist nicht nur der Titel eines Mysterydramas, das in diesem Sommer in den deutschen Kinos startete. Es ist auch der Name eines Musikprojektes aus Österreich, das mit eher unkonventionellen Methoden für Aufsehen sorgt. Band-Leader Thomas Rainer sorgt nämlich nicht nur für harte Industrial-Beats auf der Bühne, sondern provoziert dabei auch mit einem eher gewagten Bühnenauftritt. “Kunst ist Krieg” lautet schließlich das Motto und da darf natürlich gerne auch einmal mit nationalsozialistischer Symbolik geschockt werden. Im Genre nicht unüblich, Samples aus dieser Zeit in die Songs einzubauen, geht “Nachtmahr” allerdings ein bisschen weiter und stellt sich mit fiktiven Uniformen auf die Bühne, welche an die damalige SS erinnern – ein passendes Armband mit dem Logo der Band selbstverständlich inklusive.

Natürlich müssen Besucher allerdings kein echtes rechtes Gedankengut befürchten. Bei “Nachtmahr” ist eben alles nur Kunst und bewusste Provokation, politisch fragwürdige Ansichten vertritt Sänger Thomas Rainer nach eigenen Angaben nicht und auch das Publikum gehört keineswegs der rechten Szene an. Das ist aber auch kaum verwunderlich, denn auch die Songs geben für gewöhnlich wenig Anlass, eine solche Schlussfolgerung aufzustellen, auch wenn diese gelegentlich immerhin einen provokativen Interpretationsspielraum offen lassen. Damit reiht man sich dann allerdings eher in eine künstlerische Stilrichtung ein, wie wir sie auch schon von der Band “Laibach” kennen – nur eben mit einem musikalisch gänzlich anderen Härtegrad.

Nachtmahr

Das macht die Auftritte der Band aber auch nicht gerade zu einem Ereignis für zarte Gemüter. Schon ganz davon abgesehen, dass man mit dem musikalischen Stil ohnehin eher eine Nische in der schwarzen Szene anspricht, die seit Jahren ausgiebig in den Gothic Discotheken zu Thomas Rainers Musik tanzt und definitiv auf die deutlich härtere Gangart steht. Nun geht “Nachtmahr” nach Jahren endlich auf die langersehnte und überfällige Deutschland-Tournee, auf die Fans schon lange warteten. Die nach dem aktuellen Album unter dem Titel “Unbeugsam” angekündigte Tour macht dabei natürlich auch Halt in der Ruhrpott-Metropoloe Oberhausen. Dort dürfen sich Fans im Kulttempel auf einen unvergesslichen Abend freuen. Und wie das in dem Genre so üblich ist, gibt es die Industrial-Orgie auch schon für einen geringen Eintrittspreis von 20,50 Euro. Einlass ist am 18. Februar 2017 um 20 Uhr.