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26
Okt

Oberhausen: John Carpenter live in Concert

Weekend of Hell

Alle Jahre wieder treffen sich in der Oberhausener Turbinenhalle zahlreiche Horrorfilm-Fans, um dort ihre Lieblingsstars zu treffen und bei den vielfältigen Händlern nach neuem Filmstoff für das heimische Wohnzimmer zu stöbern. Doch wenn das Weekend of Hell vom 4. – 6. November wieder an den Start geht, hat man in diesem Jahr etwas ganz besonders zu bieten. Immerhin kommt dieses Mal auch niemand geringeres als Horrorfilm-Legende John Carpenter, der u.a. als Regisseur des Original “Halloween”-Films bekannt wurde. Und dieser wird seinen Fans nicht nur Frage und Antwort stehen, sowie Autogramme verteilen, sondern am Samstag Abend sogar live auf der Bühne eines seiner wenigen und heißbegehrten Konzerte halten. In Deutschland kommt das wahrlich nicht besonders häufig vor.

Darüber hinaus erwarten uns natürlich auch viele Schauspieler aus den bekanntesten Horrorfilmen. So dürfen wir uns unter anderem auf Natasha Henstridge freuen, die wir als sexy Sil aus dem Film “Species” kennen. Tommy Flanagan aus “Sons of Anarchy”, Sean Patrick Flanery aus “Saw 3D”, Bill Moseley aus “Haus der Tausend Leichen” und viele andere der sage und schreibe 31 Stars sorgen zusätzlich dafür, dass für jeden Fans auf jeden Fall etwas dabei sind. Als besonderes Schmankerl dürfen sich Krimifans derweil übrigens auch auf “Dexter”-Star James Remar freuen, der einst den Vater des Serienkillers verkörpern durfte.

Übrigens: Eine Horror-Convention würde ihrem Namen natürlich kaum gerecht werden, wenn sich die Besucher nicht auch ein bisschen gruseln dürften. Dafür sorgen neben vielen gruselig verkleideten Besuchern vor allem die FrightGuys, die mit ihren professionellen Kostümen oftmals als Werwolf, Mumie und andere angsteinflößende Gestalten ihr Unwesen auf der Veranstaltung treiben. Und eines ist dabei sicher: Angst vor bösen Grusel-Clowns muss dabei niemand haben. In diesem Sinne: Traut euch, euren persönlichen Horrorstars entgegen zu treten. Tickets gibt es ab 30 Euro unter weekendofhell.de.

Weekend of Hell



22
Okt

Mafia 3

Erst vor kurzem ist der Afroamerikaner Lincoln Clay aus dem Vietnamkrieg zurückgekehrt, da muss er auch schon feststellen, dass sein Land es nicht sonderlich für nötig hält, ihm etwas Dank zu zeigen. Tagtäglich ist er mit überall präsentem Rassismus gegen Schwarze konfrontiert und wird mitunter sogar aus diversen Restaurants wegen seiner Hautfarbe geschmissen. Als dann auch noch seine Kumpels von der italienischen Mafia ermordet werden, hat er endgültig die Schnauze voll. Lincoln setzt fortan alles daran, seine Freunde zu rächen und den Mafiaboss Marcano ausfindig zu machen. Doch damit ihm das gelingt, muss er sich zunächst seine Unterbosse schnappen und eines seiner illegalen Geschäfte nach dem anderen übernehmen. Doch während seines blutigen Rachefeldzuges durch die Straßen von New Bordeaux entsteht mit ihm längst eine gänzlich neue Mafia, angetrieben von der Ideologie der Black Power-Bewegung.

Kritik:
Mit neuem Entwicklerteam, einem ebenso neuem Antihelden und einer gänzlich anderen Umgebung geht die beliebte „Mafia“-Reihe nun in die dritte Runde und versucht den Anschluss an die ersten beiden Kultspiele zu gewinnen. Bei einigen Spielern gingen schon bei der ersten Vorstellung des Spiels die Alarmglocken an, verbanden sie die Reihe doch eher mit kantigen italienischen Gangstern und einem gewissen Stil. Dass ausgerechnet ein Afroamerikaner in der US Army-Jacke die Hauptrolle übernommen hat und vor lauter Hass gegen die Mafia und andere Rassisten den Rambo spielt, mag auf den ersten Blick irritierend erscheinen. Dabei hat gerade eine solche Story hervorragendes Potential für ein Open World-Game.

Mafia 3

Die Welt des Rassismus
Und tatsächlich gelingt es „Mafia 3“ eine solch beklemmende Welt einzufangen, in der die Apartheid noch eine wichtige Rolle spielt und die Vorurteile gegenüber Schwarzen stets allgegenwärtig sind. Das merkt man nicht nur daran, dass Lincoln Clay auf Grund der Lebensumstände einen gewissen Hass auf die rassistischen Weißen entwickelt, sondern auch an den vielen Situationen in der offenen Welt. Die Entwickler von Hangar 13 haben es nämlich geschafft, eine detaillierte und authentische Open World-Umgebung zu schaffen, in der der reguläre Alltag stets seinen Lauf nimmt. Da braucht Lincoln nur in gewissen Gegenden über die Straße zu laufen und bekommt mitunter von seinen weißen Passanten bereits dumme Kommentare zugeworfen. In manchen Restaurants sind Farbige unterdessen nicht erwünscht und der Wirt reagiert dementsprechend aggressiv und herablassend auf sein Erscheinen, verweigert verbal sogar die Bedienung. Und wenn sich ein Polizist über Schwarze herzieht, was wahrlich keine Seltenheit ist, stimmt der Radiomoderator diesem voller Gelächter wie selbstverständlich zu.

Mafia 3

Inhalte ohne Funktion
Und gerade an diesen Stellen kommt bei uns besonders viel Verwunderung auf, wenn wir doch sehen, welch lebendige Welt die Entwickler hier geschaffen haben und sie doch nicht bis zum Ende ausführen. So gibt es tatsächlich fast an jeder Ecke betretbare Geschäfte, Restaurants, Bars, Tankstellen und sogar Casinos. An den Tischen sitzen Kunden und genießen ihr Essen, Servicekräfte laufen durch die Lokale und servieren die Bestellungen auch Kellner oder Wirte sind überall zu finden. Und doch haben wir im gesamten Spiel nicht ein einziges Lokal gefunden, in dem wir tatsächlich mit den Mitarbeitern hätten interagieren können. Da baut man etliche Restaurants ein und Lincoln kann trotzdem nirgendwo etwas zu Essen bestellen. Dass manche Restaurantbetreiber lautstark äußern, Schwarze seien nicht erwünscht, ist dann schon beinahe völlig egal, wenn wir ohnehin nirgends etwas bestellen können. Dabei wäre doch der Aufwand sicherlich nicht so groß gewesen, echte Bestellungen und damit einhergehende potentielle Auseinandersetzungen einzubauen. Dasselbe übrigens bei Straßenhändlern: Ob Hähnchenbude oder Kiosk – eine Funktion zum Interagieren besteht nirgendwo.

Mafia 3

Abwechslung in der Stadt
Einen wirklichen Anreiz, einfach mal durch die Stadt zu schlendern und irgendwelche spaßigen Dinge zu tun, gibt es somit also nicht. Minispiele suchen wir letztendlich sogar ebenso vergeblich, obwohl Casinos mitsamt Roulettetischen vorhanden wären. Ohne große Umschweife stürzen wir uns also auf die jeweiligen Missionen, obwohl die Stadt ansonsten sehr abwechslungsreich gestaltet wurde und viel zu entdecken bietet. Nirgendwo in der durchaus großen Stadt entsteht dabei ein Wiederverwertungseffekt und jeder einzelne Stadtbezirk sieht vollkommen unterschiedlich aus. Von der Innenstadt mit seinen vielen Geschäfte, über die heruntergekommenen Gegenden des Hollow, bis hin zu den eher grünen Plantagen im Bayou hätte man eigentlich allen Grund, sich die Gegend einmal anzuschauen. Wenn es denn irgendetwas zu sehen gäbe.

Mafia 3

Nichts Neues in New Bordeaux
Um genau diese Bezirke geht es derweil übrigens, denn um den großen Gangsterboss herauszulocken, müssen wir zunächst einen Bezirk nach dem anderen unter unsere Kontrolle bringen. Und das läuft stets nach demselben Muster ab. In jedem einzelnen Bezirk finden wir einen Unterboss, nach dessen Erledigung wir den Bezirk übernehmen und an einen unserer drei aktiven Verbündeten delegieren können. Damit das klappt, sind aber zunächst einige Nebenmissionen nötig. Zuerst müssen wir Informanten befragen, Zielpersonen ermorden oder Gegenstände stehlen, bis wir eine bestimmte vorgegebene Schadenssumme erreicht haben. Danach konfrontieren wir den Capo des jeweiligen Geschäfts im Kampf und wiederholen dieselbe Prozedur beim nächsten illegalen Geschäft. Solange, bis wir alle Geschäfte des jeweiligen Bezirkes übernommen haben und den Unterboss bekämpfen. Und wer denkt, danach käme Abwechslung hat sich getäuscht: Ist der eine Unterboss erledigt, kommt dasselbe Prozedere im nächsten Bezirk an die Reihe. Solange, bis wir Marcanos Verwandte und anschließend ihn selbst ermorden können. Auf Dauer nicht sonderlich abwechslungsreich.

Mafia 3

Tiefgründige Rassismusstory
Dabei ist das geradezu schade, denn die eigentliche Rahmenhandlung hätte genügend Potential geboten, auch interessante Missionen zu bieten. Nach jedem erledigten Unterboss und Capo erwarten uns schließlich einige Storyschnipsel, die uns im dokumentarischen Stil innerhalb von Zwischensequenzen präsentiert werden. Da sprechen wir hier mal mit unserem besten Freund, einem Pfarrer, an anderer Stelle mit einem korrupten CIA-Agenten und bekommen gelegentlich sogar einen Einblick in die Klu-Klux-Klan oder den illegalen Machenschaften der italienischen Mafia. Und zwischendurch sammeln wir wertvolle Verbündete, die für uns die jeweiligen Bezirke kontrollieren und uns mit wichtigen Dingen versorgen. Darunter Waffen, Geldlagerungen, Polizeibestechungen, Autolieferungen und ähnlichen mehr oder weniger sinnvollen Sachen. Schade ist gerade deshalb, dass wir fast nie gemeinsame Missionen mit unseren Verbündeten absolvieren und auf dieser spannenden Story bei den Missionen überhaupt nicht aufgebaut wird. Mit Ausnahme einer einzigen, etwas an „Hitman“ erinnernden Mission, bei der wir als Servicekraft im Anzug eine Trauerfeier unterwandern.

Mafia 3

GTA trifft Hitman
Das Gameplay gestaltet sich demnach also auch nicht besonders abwechslungsreich, da wir stets die Wahl haben, ob wir im offenen Kampf oder im schleichenden Stealth-Modus unsere Ziele erfüllen. Prinzipiell bietet sich dabei eher letzteres an, was vor allem die entsprechenden Genre-Fans begeistern dürfte. Hauptsächlich schleichen wir uns dabei durch die jeweiligen feindlichen Zonen, huschen von einer Deckung zur nächsten und schalten die Gegner mit einem Messer von hinten aus. Das klappt auch ganz gut, da wir diese mit einem Pfiff mitunter sogar anlocken können. Abgesehen von einigen gelegentlichen Bugs, bei denen Gegner auch schonmal durch Wände schauen können, ist das aber nicht wirklich schwierig und kann mit anderen Genrevertretern kaum mithalten. Da das Feature des Kleidungswechsels ebenfalls nicht zur Verfügung steht, können wir eine unentdeckte Infiltration durch Verkleidung also auch – anders als bei „Hitman – nicht taktisch einsetzen. Und fehlende technische Gadgets, wie wir sie etwa aus „Splinter Cell“ kennen, verhindern einen allzu hohen Anspruch beim Stealth-Gaming.

Mafia 3

Dumm wie Stroh
Schade ist dann unterdessen, dass nicht wenigstens die KI der Gegner für Herausforderungen sorgt. So verhalten sich vor allem gegnerische Personen insgesamt sehr idiotisch und können mit einfachen Mitteln ausgetrickst werden. Haben diese uns einmal gesehen, passen sie sich beispielsweise nicht an unseren Weg an, sondern laufen ganz vorgegebene Routen ab. Für uns ein Leichtes, sich entsprechend zu verstecken und den Gegner auszuschalten, obwohl er eigentlich wissen müsste, wo wir uns befinden. Anders hingegen im Kampf: Hier gelingt es den Gegnern offenbar auch durch Wände hindurch sofort zu wissen, wo wir uns aufhalten und aus allen Richtungen direkt auf uns zuzulaufen. Nicht immer ganz fair. Schaffen wir es dann jedoch, solange auszuharren, bis die Gegner ihren Kampfmodus beenden, gehen diese wieder ihre vorgegebenen Routen. Mit einer intelligenten oder gar zeitgemäßen KI hat dieses Verhalten jedenfalls recht wenig zu tun.

Mafia 3

Schießwütige Polizisten
Nicht viel anders sieht das dann übrigens bei den Polizisten aus. Obwohl wir uns in ihrer Sichtweite befinden, können wir nahezu jedes Verbrechen begehen, das uns beliebt, ohne dass dies negative Konsequenzen hätte oder die Cops tatsächlich aktiv werden lässt. Raserei in der Innenstadt, Autounfälle, Fahren über Rot und andere Delikte werden zu keiner Zeit geahndet, obwohl die Polizei direkt daneben steht. Erst wenn ein Passant eine Straftat beobachtet und die Cops ruft, werden diese aktiv und beginnen, nach uns zu suchen. Einzige Ausnahme: Wird die Polizei direkter Zeuge eines Mordes, beginnen die Aktivitäten sofort. Dann allerdings zeigen diese sich ebenso radikal rassistisch, denn als schwarzen Afroamerikaner eröffnen sie bei einer Fahndung direkt das Feuer und versuchen erst gar nicht, die Zielperson festzunehmen. Ob das einfach nur einer schlechten künstlichen Intelligenz geschuldet ist oder tatsächlich bewusst die ausufernde Polizeigewalt gegenüber Schwarzen hervorheben soll, darüber lässt sich allerdings leider nur spekulieren.

Mafia 3

Menschen von nebenan
Da sind wir fast schon froh, dass sich die normalen Bürger der Stadt ein wenig glaubwürdiger verhalten und auch auf unsere Verbrechen etwas realistischer reagieren. Raserei mit dem Auto ignorieren sie zwar trotzdem, aber ein Diebstahl oder Gewaltakt wird hier ausnahmsweise nicht einfach so ignoriert. Dank dem hohen Vorkommen von Telefonzellen zögern die Passanten bei der Beobachtung eines Verbrechens jedenfalls nicht lange, die Cops zu rufen. Kurios war dabei allerdings mitunter, dass sowohl Passanten, als auch Polizisten die Straftaten der weißen Mafia gerne einmal großzügig übersehen. Aber auch das trägt womöglich dazu bei, dass der US-amerikanische allgegenwärtige Alltagsrassismus der 60er Jahre noch ein bisschen intensiver deutlich wird.

Mafia 3

Echtes 60er Jahre Feeling
Apropos 60er Jahre: Nicht nur optisch und durch das Verhalten der Menschen fühlen wir uns schnell in die damalige Zeit zurückversetzt, sondern auch durch den hervorragenden Soundtrack. Die Entwickler von Hangar13 haben es sich schließlich nicht nehmen lassen, hundert der besten Tracks des damaligen Jahrzehnts zu lizenzieren und praktisch in der Dauerschleife laufen zu lassen. Dank Autoradio haben wir auch stets die Möglichkeit, in den Genuss der alten Songs zu kommen. Kult-Hits von Creedance Clearwater Revival, Johnny Cash oder den Rolling Stones warten nur darauf, von uns geradezu „gesuchtet“ zu werden. Denn man muss schon ehrlich sein: Trotz unterschwellig rassistischer Radiosendungen wie „Native Son“ erwischen wir uns doch immer wieder dabei, wie wir vor der nächsten Mission einfach ein paar Minuten länger im Auto sitzen bleiben, um den aktuellen Song noch zu Ende hören zu können. Übrigens: Das ist nicht der einzige Punkt, den die Entwickler soundtechnisch richtig machen, denn sowohl die englische, als auch die deutsche Vertonung sind durchweg gelungen. Im englischen dürfen wir uns dabei sogar über die Stimme von „Star Trek: Voyager“-Star Tim Russ freuen.

Mafia 3

Technische Mängel
Am Ende sind es dann vor allem die technischen Mängel der PC-Version, die das Spielerlebnis noch ein wenig trüben – und das, obwohl kurz nach dem Release bereits ein 1,3 GB großer Patch erschienen ist, der immerhin die Framerate-Begrenzung entfernt und das Wetterverhalten optimiert hat. Doch auch danach müssen wir uns gelegentlich noch mit einigen fehlerhaften und flackernden Texturen herumschlagen, wundern uns über teils mysteriöse Clippingfehler (z.b. wenn das Auto in der Straße versinkt) oder ärgern uns über diverse Abstürze, bei denen das Spiel ohne jegliche Fehlermeldung einfach beendet wird. Das kommt zwar nicht in einer Häufigkeit vor, dass es allzu sehr stört, hinterlässt aber einen faden Beigeschmack angesichts der herausragenden und größtenteils fehlerfreien Vorgänger. Ganz zu schweigen von diversen anderen kleinen Bugs, wie etwa gelegentlich keine Granaten kaufen oder die nächste Tür öffnen zu können, oder einer manchmal etwas unscharf erscheinenden, zu lichtdurchfluteten Grafik.

Fazit:
Mitten in den rassistischen 60er Jahren von Amerika helfen wir einem aufsteigenden Afroamerikaner bei einem Rachefeldzug gegen die italienische Mafia und bauen langsam mit interessanten Charakteren ein eigenes Imperium auf. Durch das generische Missionsdesign, zahlreiche technische Bugs und vieler nicht zu Ende geführter Features bleibt „Mafia 3“ allerdings qualitativ deutlich hinter den Vorgängern zurück.

Mafia 3 Wertung



10
Okt

Kassel: Der Doktor kommt zur Timelash

Im vergangenen Jahr erstmals durch eine Crowdfunding-Kampagne realisiert, stand nach dem durchschlagenden Erfolg schnell fest: Die erste und einzige reine Doctor Who-Convention in Deutschland soll noch ein zweites Mal stattfinden. Nun ist ein Jahr vergangen und die die “Timelash” steht am kommenden Wochenende, vom 15. – 16. Oktober wieder in den Startlöchern. Mit einer zu erwartenden Besucherzahl von rund 600 Fans hat man dort einmal mehr die Gelegenheit, seinen Stars aus “Doctor Who” und “Torchwood” persönlich zu begegnen. Und was wäre eine solche Convention, wenn kein richtiger Doktor dort anwesen wäre?

Mit Colin Baker haben es die Veranstalter auch in diesem Jahr wieder geschafft, eine echte Hauptrolle aus der britischen Kultserie nach Kassel zu holen und damit vor allem Fans der klassischen Serie zu begeistern. Baker hat nämlich 1984 bis 1986 die sechste Reinkarnation des Zeitreisenden gespielt und wird sich in zwei jeweils 45-minütigen Panels den Fragen seiner Fans auf der Bühne stellen, ehe diese dann die Gelegenheit haben, Fotos und Autogramme mit ihrem Star zu ergattern.

Timelash Kassel

Und als kleines zusätzliches Highlight, dürfen wir auch Gareth David-Lloyd im Kasseler Kulturbahnhof begrüßen, den seine Fans als Ianto im Spinoff “Torchwood” kennen (und lieben) gelernt haben. Ein ansonsten interessantes und abgerundetes Programm sorgt nebst zahlreichen Händlern für zwei spannende Convention-Tage, an denen die Doctor Who-Fans einmal richtig unter sich sein dürfen. Die Tickets für das komplette Wochenende und den Samstag sind bereits gänzlich ausverkauft, doch wer trotzdem noch in den Genuss der Veranstaltung kommen möchte, kann für 59 Euro kurzfristig noch Tageskarten für den Sonntag unter timelash-event.de. Allerdings solltet ihr nicht zu lange warten, denn zum aktuellen Zeitpunkt sind nur noch 22 Tickets verfügbar.



29
Sep

Fernbus Simulator

Das Fernbusgeschäft war einst hart umkämpft. Verschiedene große Unternehmen, darunter MeinFernbus und Postbus standen in Konkurrenz zu Flixbus, die sich schnell als Marktführer etablieren konnten. Nach der Liberalisierung des Fernverkehrs hat auch der Hype nicht lange auf sich gewartet. Die Branche hat geboomt und zahlreiche Fahrgäste sind wegen der günstigen Preise auf die modernen Reisebusse umgestiegen. Nun allerdings sind die meisten Konkurrenzunternehmen aus dem Weg geräumt und beinahe ein Monopol im Fernbusmarkt entstanden. Flixbus wird in Kürze fast als einziger Anbieter noch übrig sein. Und nun haben wir tatsächlich die Möglichkeit, selbst in den Beruf des Busfahrers zu schlüpfen und einen dieser hübschen grünen Busse über die Autobahnen des Landes zu fahren. Denn der „Fernbus Simulator“ ist letztendlich nichts anderes als ein „Flixbus Simulator“.

Kritik:
Man könnte den „Simulator“ daher wohl durchaus auch fast als Werbespiel bezeichnen, würden nicht knapp dreißig Euro für das Spiel berappt werden müssen. Unter diesen Umständen nämlich würden Simulationsfans dann doch etwas mehr erwarten, als lediglich Marketing für den größten Fernbusanbieter. Fraglich ist allerdings, ob sie das auch bekommen, denn beim „Euro Truck Simulator“, der das Genre fast als einziges qualitativ beherrscht, wollte man sich wohl nicht allzu viel abschauen.

Fernbus Simulator

Flixbus ist müde
Unterm Strich ist der „Fernbus Simulator“ nämlich nichts als ein großes Desaster, um nicht gar zu sagen, ein „Bug-Fest“. Nicht einmal die wesentlichen Basics einer Fahrsimulation wurden tatsächlich ordentlich umgesetzt, was mitunter auch dazu führt, dass sich selbst die Fahrphysik des Busses mitunter überaus merkwürdig verhält. Ein gekonntes Fahren um die Kurve etwa ist kaum möglich, wenn sich das Fahrzeug bei jeder Bewegung des Lenkrads fast wie ein Motorrad in die Kurven legt und die meist nervigen Fahrgäste sich sofort über das „Lenkfehlverhalten“ beschweren. In den Optionen lässt sich die Neigungssensibilität zwar senken, doch selbst die niedrigste Stufe stellt dabei noch eine seltsame Definition von „niedrig“ dar. Dass der Bus nicht umkippt, wie die Passagiere wohl zurecht befürchten, grenzt an ein Wunder. Die Steuerung ist somit eine echte Katastrophe. Selbst wenn es offiziell einen Gamepad- und Lenkradsupport gibt, bei dem wir leider nicht herausfinden konnten, wie dieser funktioniert. Unser Logitech Dual Action verweigerte jedenfalls partout seinen Dienst in diesem Spiel.

Fernbus Simulator

Haare des Grauens
Dabei ist das noch längst nicht die Spitze des Eisbergs an Kuriositäten, die uns der „Fernbus Simulator“ hier vorsetzt. Zu Beginn des Spiels starten wir nämlich als Fußgänger direkt vor unserem Bus und müssen diesen zunächst einmal betreten, starten und die Türen schließen. Doch den Bus nicht einmal betreten, werden wir bereits auf einen merkwürdigen Grafikfehler aufmerksam. Zumindest dachten wir das, konnten wir uns die seltsamen Grafikartefakte am Himmel zunächst nicht anders erklären. Das was hier allerdings aussieht wie ein falsch positionierter Schatten des fünf Meter hinter uns stehenden Baumes, stellt sich schon bald als – und jetzt kommt’s – die Haare unseres Busfahrers heraus, die wir von unten begutachten können. Besonders ekelhaft wird es allerdings, wenn wir während dem Fortbewegen nicht nach oben, sondern nach unten schauen. Dort starren wir nämlich – igitt – direkt auf den Unterkiefer unserer Spielfigur und dürfen statt Busfahrer einmal Zahnarzt spielen. Warum wir beim Blick nach oben allerdings ausschließlich Haare sehen, nicht jedoch das Gehirn des Busfahrers, wollten wir an dieser Stelle lieber nicht herausfinden – können es uns angesichts der restlichen Qualität des Spiels allerdings denken.

Fernbus Simulator

Faszination Trash
Dass solche Spiele dann aber dennoch einen durchaus respektablen Absatz finden, kann wohl kaum an der Qualität des Produktes liegen. Es lässt sich wohl nur durch dieselbe Faszination begründen, wegen der manche Zuschauer sich auch Filme wie „Sharknado“ anschauen. Den größten Unterhaltungswert hat hier jedenfalls nicht das Busfahren, sondern eher das Entdecken von Bugs und Kuriositäten – und davon finden wir hier reichlich. So verhält sich vor allem die KI der anderen Fahrzeuge mitunter sehr merkwürdig und ein wenig lebensmüde. So manches Mal haben wir auf der entgegenkommenden Fahrbahn einen Lastwagen mitten auf der Strecke grundlos nach rechts abbiegen sehen, bis er direkt in parkende Autos fuhr. Gänzlich ohne Vorankündigung und ohne erkennbaren Grund. An anderer Stelle schweben Lastwagen einfach in der Luft herum, oder die Türen des Busses lassen sich nicht mehr öffnen. Wir können also unseren eigenen Bus selbst als Fahrer nicht mehr verlassen. Und damit haben wir wohl noch nicht einmal alle offensichtlichen Bugs angesprochen.

Fernbus Simulator

Geisterland Deutschland
Da erscheint die gänzliche Abwesenheit von Fußgängern im gesamten Land geradezu vernachlässigbar. Obwohl eine entsprechende Bewertung im Endergebnis nach unserer Fahrt auftaucht (so gibt es Abzüge für gefährdete Passanten), haben wir keinen einzigen Passant auf der Strecke sehen können. Nicht einmal vor großen Bahnhöfen wie Köln, Frankfurt, Berlin und vielen anderen lassen sich irgendwelche Fußgänger ausmachen. Lediglich unsere eigenen Fahrgäste an den Flixbus-Haltestellen tauchen immerhin auf, um sich dann einzuchecken und sich in den Bus teleportieren zu lassen. Und selbst da haben es die Entwickler offenbar nicht geschafft, für genügend Abwechslung zu sorgen. Gefühlt gibt es ein und dieselbe Person in zigfacher Ausführung, die als Doppelgänger vor der Tür unseres Busses steht. Spätestens an dieser Stelle fragt man sich, ob der „Fernbus Simulator“ einfach nur unfertig oder lieblos hingeklatscht ist. Dass es sich hierbei wohl um das schlechteste Spiel des Jahres handeln mag, lässt sich kaum verleugnen. Dagegen ist selbst der Landwirtschaftssimulator ein Qualitätsprodukt.

Fernbus Simulator

Der unkaputtbare Bus
Eigentlich wollte ich ja an dieser Stelle nun endlich mal etwas Positives erwähnen, stelle aber fest, mit den negativen Punkten dieses Spiels längst nicht am Ende zu sein. So gibt es uns etwa Rätsel auf, wieso der gesamte Bus über keinerlei Schadensmodell verfügt und selbst nach einem Überschlag noch in einwandfreiem Zustand ist, die Türen aber trotzdem gelegentlich nicht funktionieren wollen. Dieses Schadensmodell fehlt unterdessen aber natürlich auch bei allen anderen Fahrzeugen, die nach einem Unfall einfach weiterfahren, als wäre nie etwas gewesen. Lediglich eine kleine, nicht wirklich nennenswerte Abwertung im Endergebnis haben wir zu befürchten. Aber angesichts dessen, dass die Missachtung von roten Ampeln und etlicher anderer Verkehrsregeln keinerlei Folgen hat, spielt das kaum mehr eine Rolle. Und selbst der Fahrplan ist derartig großzügig gestaltet, dass wir nicht einmal unter Zeitdruck stehen oder irgendeine Spannung entstehen könnte. Bei einer Route mit mehreren Haltestellen, sind wir zwangsläufig früher oder später mehr als zwei Stunden zu früh. Hach, würden doch bloß die echten Flixbusse so schnell fahren. Andererseits: In diesen Bus hier möchte wohl auch niemand steigen.

Fernbus Simulator

Keine Konkurrenz
Apropos Busse: Besonders große Vielfalt gibt es derweil auch nicht, denn im „Fernbus Simulator“ können wir lediglich zwei Busse von Flixbus fahren. Darunter einen mit zwei und einen mit drei Achsen. Faszinierend. Selbst auf den in der Realität auftauchenden Doppeldecker-Bus von Flixbus (mit dem ich übrigens selbst bereits gefahren bin), müssen wir hier verzichten. Aber immerhin können wir zwischen der neuen „Flixbus“-Lackierung und der alten „MeinFernbus / Flixbus“-Lackierung wählen. Noch nie sind wir mit derartig umfangreichen Features so überfordert worden. Dabei macht es der „Euro Truck Simulator 2“ eigentlich seit Jahren vor, wie es richtig geht: Ein umfangreicher Fuhrpark, Tuningmöglichkeiten und gar ein eigenes Unternehmen, welches wir von Beginn an aufbauen können. In diesem „Simulator“ ist davon allerdings gänzlich Fehlanzeige. So wie Flixbus auch in der Realität fast ein Monopol besitzt, ist jenes Monopol in diesem Spiel wohl längst vollendet. Wobei: Es gibt ja nicht einmal andere Flixbusse, die uns auf der Autobahn entgegen kommen.

Fernbus Simulator

Jegliches Potential verschenkt
Dabei ist es geradezu schade, das Spiel so derartig zu verhunzen, wenn man sich dann den Bus selbst einmal im Detail anschaut. Und damit kommen wir zu einem der wenigen positiven Punkten: Die Simulation des Busses selbst ist nämlich ansonsten recht detailreich gelungen. Jede Tür und jede Gepäckluke lässt sich – im Normalfall – öffnen, die WLAN- und Toilettenfreigabe funktioniert, die Klimaanlage lässt sich manuell bedienen und selbst die typische Flixbusansage, die wir aus den realen Bussen kennen, lässt sich starten und wurde fehlerfrei implementiert. Und auch an der Haltestelle setzt sich diese gute Umsetzung fort: Das Ticketsystem wurde dem Original nachempfunden und wir können die einzelnen Fahrgäste mit unserem Smartphone einchecken, in dem wir ihre Tickets auf Papier oder dem Handydisplay einscannen. Schade, dass man sich beim gesamten Rest dann wiederum keinerlei Mühe gegeben hat. Gute Werbung für Flixbus ist dieses Spiel jedenfalls nicht. Nach diesem „Abenteuer“ möchte man das Fahren mit dem Fernbus nämlich eher meiden.

Fazit:
Abgesehen von einem detailliert umgesetzten Bus und einem sauber implementierten Ticketsystem, grenzt der „Fernbus Simulator“ mit seiner ansonsten extrem schlampigen Arbeit an eine Beleidigung gegenüber den zahlenden Kunden. Nach diesem Spiel möchte wohl kaum jemand mehr mit dem Fernbus fahren.

Fernbus Simulator Wertung



30
Aug

F1 2016

Die Formel 1-Saison diesen Jahres ist momentan voll im Gange und Lewis Hamilton führt aktuell die WM-Fahrertabelle an. Erst gerade haben sich die Fahrer noch ein spannendes Rennen in Belgien geliefert, wo so manches Überholmanöver an der Tagesordnung stand und der Motorsport in dieser Saison endlich wieder ein wenig spannender geworden ist. Bevor in der nächsten Woche das nächste Rennen in Monza ansteht, hat aber vermutlich der ein oder andere Fan tatsächlich Lust, selbst in den Rennwagen zu steigen und es den Stars aus der Formula 1 virtuell nachzumachen. Die ganze Saison mit all seinen spannenden Strecken und auch Nachtfahrten erwartet uns in der alljährlichen, neuen Version des offiziellen Formel 1-Spiels und auch auf der neuen Strecke in Aserbaidschan dürfen wir nun erstmals unser Können unter Beweis stellen. In diesem Sinne: Motoren an und rauf aufs Gas.

Kritik:
Wie üblich bietet „F1 2016“ natürlich zahlreiche Spielmodi. Im Karrieremodus können wir uns mit dem eigenen Namen in einem beliebigen Team versuchen und bekommen einen realen Fahrer als Kollegen. Mit dem Ziel, endlich erster Fahrer des Teams zu werden, bestreiten wir eine direkte Rivalität mit eben diesem Kollegen, bei dem wir unsere Fähigkeiten gegen ihn unter Beweis stellen. Das ist unterdessen nicht immer einfach, vor allem wenn wir in einem Profiteam anheuern. Bei Mercedes, Red Bull oder Ferrari etwa fährt schließlich auch unser Teamkollege ziemlich weit vorne mit und ihn zu übertreffen, könnte bei so manchem Wetter vielleicht sogar eine Kunst werden.

F1 2016

Einfacher Beginn
Wer sich den umfangreichen Karrieremodus noch nicht zutraut, der hat aber natürlich auch die Möglichkeit, sein Glück in einem der vielen anderen Modi zu versuchen. So können wir unter anderem eine einzelne Meisterschaftssaison hinlegen, eine schnelle Runde fahren oder im Zeitfahren versuchen, unsere Fähigkeiten zu verbessern. Vor allem für das Training ist letzteres geeignet, wenn gleich die meisten Spieler diesen Modus vermutlich nicht primär nutzen werden, haben wir schließlich in der Karriere und im Meisterschaftsmodus immer noch genug die Möglichkeit, zu trainieren. Dabei können wir sogar festlegen, welche Renndistanz wir absolvieren wollen (auch die realistische, komplette Renndistanz ist möglich) und wie lange das Qualifying dauern soll. Einmal festgelegt, haben wir vor jedem Rennwochenende auch im Karrieremodus noch die Möglichkeit, diese Einstellung zu ändern.

F1 2016

Training endlich sinnvoll
Ein Rennwochenende besteht dabei natürlich aus den realitätsgetreuen Varianten: Wir dürften gleich zwei Mal zum freien Training auf die Strecke, versuchen uns anschließen im Qualifying und freuen uns dann anhand der Platzierung auf der sonntägliche Rennen. Interessant ist dabei, dass man die Trainingsphase nun endlich sinnvoll gefüllt hat und wir nicht nur nach Belieben im Kreis fahren dürfen. Das hindert den Spieler erstmals daran, das Training zu überspringen und tatsächlich gut zu nutzen. In Trainingssessions lernen wir unter anderem die Streckenklimatisierung, um später die Ideallinie besser halten und das DRS optimal einsetzen zu können. Beim Reifenmanagement lernen wir, unsere Reifen während dem Rennen möglichst zu schonen. Beim Qualifying-Tempo versuchen wir, bereits im Training die Zeitvorgaben für eine gute Qualifying-Position zu erreichen und bei den Team-Aufgaben geht es darum, bestimmte vom Konstrukteur vorgegebene Ziele zu erreichen. Je erfolgreicher wir sind, desto mehr Punkte erhalten wir, die wir dann in die Verbesserung unseres Fahrzeuges investieren können. So haben wir nicht nur endlich einen Grund, das Training zu absolvieren, sondern werden ganz automatisch auch noch besser im Rennen.

F1 2016

Achtung: Wand
Besser werden ist übrigens auch nötig, denn wer dachte, er könnte einfach nur aufs Gas treten, hat sich getäuscht. Obwohl wir diverse Fahrhilfen optional einschalten können, können wir den unterschiedlichen Schwierigkeitsgrad der Strecken tatsächlich spüren. Vor allem engere Strecken wie Monaco oder auch Australien sind gar nicht immer einfach, wenn es darum geht, auf der Strecke zu bleiben. Können wir in Bahrain beispielsweise problemlos mal leicht von der Strecke abkommen, bedeutet das in Monaco ein Schaden am Fahrzeug oder womöglich gleich ein komplettes Ausscheiden. Durch den realistischen Wendekreis wird aber auch schnell klar, wir schwierig es echte Formel 1-Fahrer dabei haben, die Streckenmarkierungen nicht zu übertreten und mit welcher Lebensgefahr sie in Monaco schweben, wenn sie einmal einen Fehler machen. Das sorgt für Spannung – auch beim Spieler.

F1 2016

Hölle Aquaplaning
Doch auch sonst hat es und die glaubwürdige Fahrphysik tatsächlich angeht. Schnell merken wir nämlich, welche Auswirkungen selbst kleinere Schäden am Fahrzeug auf die Steuerung haben können. Eine kleine Beule am Frontflügel und der Wendekreis kann plötzlich größer werden. Ein mittelgroßer Schaden und unser Auto neigt vielleicht schon nach rechts. Noch schwerer Schaden und wir werden spürbar langsamer. Aber auch platte Reifen, ein Verlust der Räder und vieles mehr ist möglich, was unser Können erfordert. Selbst die Unterschiede bei verschiedenen Reifen und Einstellungen sind während dem Fahren spürbar. Besonders schwierig wird es unterdessen bei Regen, wenn Aquaplaning dafür sorgt, dass wir unser Auto nicht mehr so leicht auf der Strecke halten können. Je mehr langgezogene Kurven, desto schwieriger wird auch hier die Steuerung. So bleibt „F1 2016“ aber auch über eine gewisse Zeit spannend.

F1 2016

Verbannung der Tastatur
Apropos Steuerung: Am Besten ist es dann doch, wenn wir „F1 2016“ vorzugsweise mit dem Gamepad-Controller oder lieber gleich einem Lenkrad steuern. Damit ist vor allem die Lenkung um einiges präziser möglich, als mit der Tastatur. Letzteres können wir zwar ebenfalls verwenden, ist aber bei Rennspielen generell nicht zu empfehlen. Gar nicht vorhanden ist hingegen die Steuerung per Maus, denn nicht einmal im Menü haben wir die Möglichkeit, das Spiel mit der Maus zu bedienen. Das ist nicht ganz zeitgemäß, aber letztendlich dann doch ausreichend. Ein kleines Problem gab es aber dennoch, denn das Spiel hat vor allem bei der Controllersteuerung wohl mit einigen Bugs zu kämpfen. Bei unserem Test mit einem Logitech Dual Action wurde der Controller zwar erkannt und wir konnten ihn auch konfigurieren, aber seit dem zweiten Start wird die Tastenbelegung nur noch mit „Fehler“ angegeben. Kurzes Minimieren und erneutes Maximieren des Spiels sorgt derweil allerdings dafür, dass wir den Controller dennoch verwenden können. Und auch eine erneute Änderung der Tastenbelegung ist möglich, auch wenn anhand der „Fehler“-Angabe nicht erkennbar ist, welche Funktion gerade welcher Taste zugewiesen wurde. Zum Glück funktionierte die Steuerung mit dem Controller aber dennoch im Test.

F1 2016

Neue Regeln für die Fahrer
Interessant ist derweil übrigens eine vollständige Umsetzung der neuen Formel 1-Regeln. Das betrifft unter anderem das Qualifying, welches nun in drei Phasen abläuft, bei dem nach jeder Phase die schlechtesten Fahrer ausscheiden. Gut gelungen ist dabei die Idee, dies nur beim vollen Qualifying umzusetzen, da dies im kurzen Qualifying kaum sinnvoll anwendbar ist. Wer aber als Profi-Rennfahrer Lust auf ein vollumfängliches Rennwochenende mit kompletter Qualifying-Länge hat, der bekommt hier auch die Regeln zu spüren. Ähnliches gilt für die Übernahme der DRS-Regeln, für die Beschränkung von Reifen und die Übernahme der Qualifying-Einstellungen ins Rennen. Ganz zu schweigen von etwaigen Strafen, wie etwa eine Durchfahrtsstrafe (Fahren durch die Box, ohne erlaubten Stop) bei einem Fehlstart oder einer Zeitstrafe wegen Abkürzens der Strecke. Das ganze dann passenderweise kommentiert über Funk durch unsere Kameraden in der Box, die unser Fahrverhalten stets im Auge behalten und sinnvolle Tipps geben. So fühlt man sich wie ein echter Rennfahrer.

F1 2016

Fahrer muss selbst ran
Übrigens: Die Durchfahrtsstrafen kommen mitunter gar nicht so selten vor, denn wir müssen in „F1 2016“ hin und wieder auch manuell ran. Das gilt auch für die Kupplungssteuerung beim Start des Rennens. Bevor die Ampeln also auf grün schalten, ist es unsere Aufgabe, die Kupplung gedrückt und den Motor im richtigen Drehzahlbereich zu halten. Sobald dann grün wird, lassen wir die Kupplung im richtigen Moment los und geben Gas. Spannend ist das deshalb, weil sich das Risiko für Fehlstarts damit enorm erhöht und wir uns beim Start wirklich konzentrieren müssen, um keine Strafe zu kassieren. Auch da hat man den Realitätsgrad nun ein wenig erhöht. Gut außerdem, dass wir nun die Geschwindigkeit zur Boxengasse selbst regulieren müssen und nicht mehr allzu weit automatisch gefahren werden.

F1 2016

Hübsches Nass
Grafisch und technisch kann sich das aktuelle Formel 1-Game übrigens sehen lassen. Dabei liefert man zwar keine grafische Referenz ab, aber vor allem die Streckengestaltung ist doch recht glaubwürdig und realistisch ausgefallen. Praktisch zu jeder Zeit haben wir das Gefühl, auf der echten Strecke unterwegs zu sein, weil jede Tribüne, jeder Zaun, jede Palme und jeder Baum an genau der richtigen Strecke liegt. Mit dem passenden Schattenspiel wird dabei so manche Strecke sogar ein bisschen atmosphärisch. Auch die Fahrzeugmodelle sind insgesamt gut und realistisch ausgefallen, obwohl man beim „Glanzeffekt“ nicht so sehr punkten kann, wie beispielsweise „Project Cars“. Dafür haben die Spiele eines gemeinsam: Besonders bei Regen sieht es besonders hübsch aus. Dann komme nicht nur schöne Wassereffekte und eine spiegelnde Straße zum Vorschein, sondern auch noch andere schöne Details. So sehen wir etwa jeden Tropfen auf unserem Auto und wenn es auf unsere Kamera regnet, bewegt sich die Flüssigkeit je nach Kurve in die eine oder andere Richtung. Schöner geht Regen nicht. Insgesamt hätte man aber vielleicht noch eine zusätzliche, bessere Anti-Aliasing-Funktion für die High-End-PCs einbauen und vielleicht die Charaktermodelle noch hübscher gestalten können. Aber immerhin: Im Gegensatz zum Vorgänger sehen wir unsere Kollegen, wie etwa den Mechaniker oder unsere Managerin tatsächlich auch mal, statt nur in Menüs zu wuseln. Damit lohnt sich ein Aufrüsten von der Vorjahres-Version allemal.

Fazit:
Mit der diesjährigen Version des offiziellen Formel 1-Spiels haben sich die Entwickler deutlich verbessert und endlich wieder den sehr vermissten Karrieremodus einbaut. Zusätzliche Verbesserungen wie ein manueller Start, sinnvolle Trainingseinheiten und ein motivierendes Technologiesystem runden das Spielerlebnis ab und knüpfen wieder gut an die hohen Qualitäten der 2013er Version an. Ein Muss für Motorsport-Fans.

F1 2016 Wertung



30
Aug

Europa Universalis IV

Die Landkarte sieht im Jahre 1444 noch ein bisschen anders aus, als heute. Kleine Provinzen stehen kurz davor, historische Kriege zu führen und vor allem Deutschland ist noch weit davon entfernt, ein vereinigtes Land zu sein. Selbst kleinere Länder wie Hessen oder Trier könnten womöglich schon bald in direktem Konflikt miteinander stehen. Bei den vielen Auseinandersetzungen ist ein starkes Militär schon bald Pflicht, doch auch die Ausbreitung auf andere Gebiete und Kontinente spielt eine große Rolle. Keine leichte Aufgabe für den jeweiligen Thronfolger, denn eine funktionierende Wirtschaft ist ausschlaggebend für den Erfolg einer Nation. Krieg ist teuer, Provinzen wollen unterhalten werden und das Handelseinkommen eines Landes zu Beginn nicht allzu hoch. Ganz zu schweigen von all dem Prestige, der Legitimität des Herrscherhauses und verschiedenen politischen Veränderungen, die in den nächsten Jahrhunderten eine große Rolle spielen werden. Willkommen bei „Europa Universalis IV“.

Kritik:
Man merkt vermutlich an dieser Beschreibung bereits: Dieses Spiel aus dem Hause Paradox Interactive ist nichts für den blutigen Anfänger. Wer schon mit Strategiespielen wir „Risiko“ überfordert ist, der braucht sich an diesen Titel wohl gar nicht erst heran wagen. Die Kartenansicht ist dabei mit dem berühmten Brettspiel vergleichbar, doch im Kern geht es dabei gefühlte 30 mal komplexer und umfangreicher zu. Denn jede noch so kleine Veränderung in seiner eigenen Nation hat mitunter weitreichende Auswirkungen auf andere Funktionen und Systeme. Und das will erst einmal beherrscht werden. Das Problem: Wirklich einsteigerfreundlich ist „Europa Universalis IV“ nicht. Geduld und möglichst viel Zeit sollte mitgebracht werden. Letztendlich haben es aber selbst wir geschafft, die wir eigentlich verschiedene Genres spielen und keine Strategieveteranen sind, das Spiel letztendlich einigermaßen zu beherrschen.

Europa Universalis IV

Aller Anfang ist schwer
Ein Tutorial liefert das Hardcore-Strategiespiel natürlich mit. In mehreren Abschnitten lernen wir dabei die grundlegende Steuerung von „Europa Universalis IV“ kennen, gehen später auf Kriegsführung, Wirtschaft und andere Funktionen ein und dürften uns anschließend an einem Tutorial-Szenario versuchen, an dem unerfahrene Spieler glatt auch mal scheitern können. Aber kein Grund, gleich die Motivation zu verlieren, denn dran bleiben lohnt sich und früher oder später wird jeder dieses Spiel beherrschen können. Bis dahin sind allerdings locker mindestens vier Stunden Einarbeitungszeit nötig, um sich überhaupt an eine Singleplayer-Partie wagen zu können. Und selbst hier stellen wir immer wieder fest, dass einzelne Funktionen vom Tutorial nicht angesprochen wurden und zusätzliche Einarbeitungszeit erfordern. Nicht selten hatten wir große Fragezeichen auf dem Kopf, wie man denn diese und jene Funktion nochmal verwendet. Etwa das Transportieren von Einheiten auf dem Schiff. Eines garantieren wir aber: Eine Singleplayer-Partie vollständig abgeschlossen und man hat das Spiel soweit verstanden.

Europa Universalis IV

Komplexitätsmonster
Hat man erst einmal jede Funktion und deren Zusammenspiel verinnerlicht, überrascht „Europa Universalis IV“ mit einem ausgesprochen hohen Tiefgang. Immerhin müssen wir wirklich alle Aspekte unseres Staates im Auge behalten, um letztendlich zum Erfolg zu kommen. Eine positive Bilanz ist also in jedem Bereich nötig, nicht nur bei der Wirtschaft. Wenn gleich diese wohl am wichtigsten ist, denn für die Erweiterung unserer Provinzen und das Einnehmen von Steuern, ist zunächst einmal Geld nötig, das wir ausgeben können. Denn wo kein Wohlstand ist, da auch keine Steuern. Einmal zu viele Darlehen aufgenommen, die wir nicht mehr zurückzahlen können, ist der Bankrott unausweichlich. Das dauerhafte Aufnehmen von Schulden, wie dies wohl diverse Staaten in der Realität versuchen, ist so nicht praktikabel möglich und führt unsere Nation auf kurz oder lang in den Ruin. Jeder Krieg erhöht jedoch die Kosten, jedes verlorene Land an die Konkurrenz verringert unsere Einnahmen. Von etlichen Modifikatoren mal ganz abgesehen.

Europa Universalis IV

Jeder König braucht Berater
Im Grunde genommen haben wir auf verschiedene Arten nämlich jederzeit die Möglichkeit, die Kosten zu beeinflussen und jede Funktion durch Modifikationen zu verändern. Dabei kommen nicht nur regelmäßige politische Ereignisse ins Spiel, bei denen wir Entscheidungen treffen müssen, sondern auch drei politische Berater, die zwar einerseits Geld kosten, aber andererseits auch mit Rat und Tat zur Seite stehen. So können wir etwa einen Berater mit positivem Steuermodifikator einstellen und dadurch mehr Geld durch Steuern einnehmen. Oder die Handelseinnahmen modifizieren, falls wir damit mehr Geld verdienen. Ähnliches gibt es allerdings auch für diplomatisches Geschick, für Technologiekosten, für den Armeeunterhalt und vieles mehr. Das alles im Auge zu behalten, ist nicht immer einfach.

Europa Universalis IV

Stabilität ist alles
Wichtig ist unterdessen auch eine hohe Stabilität, Prestige und Legitimität. Stabilität sorgt schließlich dafür, dass unsere Steuereinnahmen und Kosten stabil bleiben und unser Staat letztendlich gut am Laufen gehalten wird. Dabei müssen wir stets darauf achten, die Stabilität über null zu halten. Dumm nur, dass sich jene ständig verschlechtert, wenn ein neuer Thronfolger antritt, politische Zufallsereignisse eintreten, oder wir etwa Krieg führen. Ein Krieg ohne Grund angezettelt, oder ein Friedensabkommen gebrochen und unsere Stabilität sinkt. Dasselbe gilt für Prestige, denn unter anderem verlorene Länder verringern unser Prestige. Dazu auch zahlreiche andere Ereignisse. Zu niedriges Prestige kann in einer Staatsehe dazu führen, Juniorpartner des Nachbarn ohne diplomatische Rechte zu werden. Hohes Prestige wiederum ermöglicht die Beanspruchung der Thronfolge eines anderen Landes mit Staatsehe, wenn dieses keinen legalen Thronfolger hat. Wir können also die diplomatischen Beziehungen grundlegend verändern, manchmal sogar ohne tatsächlich Krieg zu führen. Spannend.

Europa Universalis IV

Unruhige Bevölkerung
Doch auch die Legitimität der eigenen Regierung ist ausschlaggebend dafür, ob unser Volk uns weiterhin zur Seite stehen. Wird das Staatsoberhaupt nicht von der Bevölkerung anerkannt, kommt es zu Unruhen und wir erhalten vor allem mit gegründeten Kolonien ernsthafte Probleme. Ist das Freiheitsbestreben zu hoch, führt dies nämlich zu einer möglichen Revolte und einer Forderung nach Unabhängigkeit. Nebenbei verweigern diese dann aber auch noch den Handel mit uns und verringern unser Einkommen zum Teil drastisch. Deswegen haben wir hier ein weiteres System, das wir im Auge behalten sollten, um das Spiel zu beherrschen. Die hohe Komplexität macht „Europa Universalis IV“ dabei zu einer Herausforderung mit Tiefgang. Zumal auch annektierte Staaten bei unterschiedlicher Kultur oder Religion zum Aufstand neigen können. Daher sind auch Kriegsfolgen nicht immer leicht zu beherrschen. Einfach den Gegner platt machen, reicht hier längst nicht aus.

Europa Universalis IV

Religion und Kultur
Wie auch in der Realität spielt natürlich Religion und Kultur bei „Europa Universalis IV“ eine entscheidende Rolle. Dies beeinflusst nicht nur unsere Beziehungen zu anderen Ländern direkt (je mehr Gemeinsamkeiten, desto leichter sind die diplomatischen Beziehungen), sondern hat auch Einfluss auf unsere gesellschaftlichen Errungenschaften. So können wir im Laufe der Zeit nicht nur andere Regierungsformen annehmen, sondern erhalten außerdem andere gesellschaftliche Ideen. Neben dem klassischen Forschungssystem gibt es – bestimmte Forschungsstufen vorausgesetzt – nämlich auch noch ein Ideensystem, bei der wir die Art der zu erforschenden Ideen selbst festlegen können. Ob religiös oder humanistisch, ob militärisch oder diplomatisch, ob Handel oder Spionage – unsere Richtung entscheiden wir selbst. Doch je mehr Ideen wir entdecken, desto weiter entwickelt sich auch unsere Gesellschaft, die wiederum abhängig von der Kultur vorgegeben ist. Spanier erhalten somit andere gesellschaftliche Errungenschaften als etwa Ottomanen. Spannend.

Europa Universalis IV

Macht ist das A & O
Bei der Erforschung neuer Technologien und Ideen kommt es aber vor allem auf unsere Macht an. Anders als in den meisten Strategiespielen errichten wir keine Forschungseinrichtungen in unseren Provinzen, sondern verstärken unsere Macht. Das kann unter anderem ebenfalls durch das Einsetzen von politischen Beratern geschehen, die uns zusätzliche Machtpunkte in den Bereichen Administration, Diplomatie und Militär ermöglichen. Sowohl die Machtpunkte, als auch der Forschungsbaum bezieht sich gänzlich auf diese drei Bereiche. Genug Machtpunkte erreicht, investieren wir diese in Forschung oder eben Ideen. Mit der administrativen Macht erforschen wir beispielsweise religiöse und humanistische Ideen, mit der diplomatischen Macht verbessern wir unsere Handelseffizienz oder forschen die Spionage und die militärische Macht dient der Entdeckung neuer militärischer Einheiten oder dem erforschen von offensiven, wie defensiven Strategien. All das bringt uns Vorteile im späteren Spielverlauf, wenn gleich Militär eben nicht ganz im Mittelpunkt steht.
Europa Universalis IV

Kolonien sind keine Stützpunkte
Hauptsächlich geht es in „Europa Universalis IV“ nämlich darum, sein eigenes Territorium zu erweitern. Das geschieht unter anderem auch mit der Kolonisation von fremden Kontinenten, auf denen wir die Einheimischen zurückdrängen, um eigene Kolonien zu gründen. Genau deshalb ist allerdings auch das klassische Spielziel nicht ausschlaggebend, denn eine komplette Welteroberung ist durch das Koloniesystem nicht mehr möglich. Sobald die erste Kolonie gegründet wurde, breitet diese sich kurzerhand bald auf die Nachbarländer aus und gründet eine eigene Nation, sobald mindestens sieben Provinzen in der Kolonie errichtet wurden. Das führt allerdings dazu, dass wir die Kolonie nicht mehr selbst verwalten können, sondern diese stattdessen damit beginnt, Handel mit uns zu führen, den wir dann durch globale Tarife verzollen können. Das Gründen von Kolonien dient also in erster Linie dem Erhöhen unserer Einnahmen und nicht als strategischer Militärstützpunkt. Das ist auf den ersten Blick etwas befremdlich, sorgt aber schnell für noch mehr Tiefgang im Wirtschafts- und Diplomatiesystem. Denn wollen wir den strategischen Stützpunkt nutzen, müssen wir die Truppenstationierung mittels Diplomatie vereinbaren. Das geht allerdings auch mit anderen befreundeten Staaten. Ihr seht also bereits: „Europa Universalis IV“ ist extrem komplex und richtet sich ganz klar an die Profi-Strategen.

Fazit:
Wer schon mit klassischer 4X-Strategie überfordert ist, wird mit „Europa Universalis IV“ sicher nicht glücklich werden. Allen anderen Strategen, die allerdings eine echte Herausforderung suchen, offenbart sich hier ein Hardcore-Strategiespiel mit sehr hoher Komplexität und einem enormen Tiefgang.

Übrigens: Auch nach mehreren Jahren arbeitet Paradox Interactive weiterhin an dem Spiel und veröffentlicht regelmäßig neue DLCs und Addons, die “Europa Universalis IV” noch komplexer machen. Erst vor kurzem haben sie auf der Gamescom das kommende Addon “Rights of Man” angekündigt.

Europa Universalis IV Wertung



29
Aug

Cities Skylines: Natural Disasters lässt Kometen auf die Erde fallen

Die Städtebausimulation “Cities: Skylines” kann man wohl seit vergangenem Jahr als das beliebteste und beste Spiel seines Genres bezeichen. Doch selbst über einem Jahr nach der Veröffentlichung, lassen es sich die finnischen Entwickler nicht nehmen, auch weiterhin an dem Spiel zu basteln und viele Wünsche der Fans umzusetzen. Mit “Natural Disasters” möchte man nun endlich auch spannende Naturkatastrophen einbauen, die das Geschick des Spielers und ein gutes Krisenmanagement benötigen, wenn wir versuchen, den Schaden zu begrenzen und mögliche Überlebende aus den Trümmern zu retten.

Cities: Skylines - Natural Disasters

Auf der Gamescom hat uns Paradox Interactive auch schon eines der Disaster gezeigt: Meteoriten fallen über die Erde her und platzieren ganze Krater auf unserer Landkarte. Interessant ist dabei die physikalisch korrekte Umsetzung der Kollision, denn die Auswirkungen des Katastrophe richten sich nach dem genauen Niederschlagsort des Kometen. Fällt dieser etwa in einen Fluss, hat das daraufhin gleichzeitig eine Überschwemmungswelle zur Folge, die Teile unserer Stadt unter Wasser setzen. Besonders beeindruckend war dabei eine Demonstration des Wasserflusses, der absolut realistisch aussah.

Cities: Skylines - Natural Disasters

Insgesamt möchte man allerdings noch weitere Wünsche der Fans hinsichtlich Naturkatastrophen in die Tat umsetzen und lässt sich dabei zunächst die genaue Anzahl offen. Was es also letztendlich in das Addon schaffen wird, ist bis dato noch unklar. Schön ist allerdings dennoch, dass man auf die Spieler hört und sich nach ihren Vorlieben richtet, um genau umzusetzen, was diese sich wünschen. Ein genauer Releasetermin ist bisher ebenfalls noch offen, man darf aber mit Anfang des kommenden Jahres rechnen.



26
Aug

Tyranny: Pillars of Eternity bekommt seinen Nachfolger

Das Rollenspiel “Pillars of Eternity” hat bei Spielern eine gewisse Beliebtheit erreichen können. Nun soll mit “Tyranny” ein Nachfolger in die Startlöcher gehen, bei dem das Böse bereits gewonnen und die Oberhand erlangt hat. Auch der Held in diesem Spiel ist prinzipiell eher ein böser Charakter, sorgt aber in gewissen Szenen für eine unerwartete Vielschichtigkeit – etwa, wenn wir ein fremdes Wesen befreien müssen. Und obwohl das kommende Spiel von Paradox Interactive ein wenig an das gute alte “Diablo” erinnern mag, so unterscheidet sich die Spielmechanik inmitten einer Welt zwischen Bronzezeitalter und Eiszeit, in der es recht brutal zu geht, doch sehr.

Die Entwickler haben sich nämlich dazu entschlossen, das klassische Level- und Skillsystem nicht mehr einzubauen. In “Tyranny” werden wir unsere Zeit also nicht damit verbringen, Erfahrungspunkte zu sammeln und bestimmte Fähigkeiten gezielt auszubauen. Stattdessen entwickeln sich unsere Skills tatsächlich dadurch, dass wir sie anwenden. Wer es also vorzieht, mit dem Schwert in die Schlacht zu ziehen, der wird auf kurz oder lang auch seine Skills im Schwertkampf entsprechend verbessern. So sollen wir uns darauf konzentrieren können, was dem Spieler tatsächlich Spaß macht und in diesen Bereichen schlussendlich zu einem Meister der Fähigkeiten werden.

Tyranny

Interessant ist derweil allerdings auch, dass wir niemals alleine in diesem Abenteuer unterwegs sind. Mit maximal vier Begleitern wagen wir uns also durch spannende Level und können dabei jeweils gänzlich unterschiedliche Fähigkeiten einsetzen. Jeder der einzelnen Charaktere entwickelt sich also individuell, sodass wir durch Nutzen bestimmter Waffen und Fähigkeiten, ein ausgewogenes Team entwickeln können. Oder aber auch genau das Gegenteil tun könnten, in dem wir jeden Charakter dieselben Waffen verwenden lassen. Wie wir vorgehen, ist am Ende gänzlich uns überlassen. Gerade dieser Aspekt bringt einen gewisses Taktikelement in das Rollenspiel, das beim Anspielen bereits viel Spaß machte.



26
Aug

Sniper Ghost Warrior 3: Scharfschützen im freien Feld

Bereits vor einem Jahr hatten wir auf der Gamescom zum ersten Mal die Gelegenheit, erste spielbare Szenen aus dem neuen “Sniper: Ghost Warrior 3″ zu sehen. Mittlerweile ist das Spiel natürlich um einiges fortgeschrittener und auch die offene Welt ist bereits spielbar. Bei unserem diesjährigen Anspieltermin auf der Gamescom hatten wir daher die Gelegenheit, gleich mehrere Missionen aus dem neuen Ego-Shooter anzuspielen. Die machen nicht nur Spaß, sondern sind tatsächlich auch fordernd.

Zu Beginn eines jeden Spiels starten wir dabei in einer Art Safehouse, einer sicheren Unterkunft, in der wir vor den Gegnern versteckt sind. Da landen wir auch, sollten wir während der Mission plötzlich sterben. Aber keine Sorge: So groß die Welt auch sein mag, so viele Safehouses gibt es auch im Spiel und wir landen immer im nächstgelegenen. So müssen wir nicht ständig dieselbe Strecke zurücklegen. Kurz unseren Ingame-Laptop angeschmissen und eine von mehreren Missionen ausgewählt, schon machen wir uns bereit für den Einsatz und wählen unsere Ausrüstung für die Mission. Scharfschützengewehre gehören da natürlich zum Standard.

Sniper: Ghost Warrior 3

Auf dem offenen Feld wirkt die Spielwelt von “Sniper: Ghost Warrior 3″ auch schon sehr lebendig. Die Vegetation gestaltet sich realistisch, Gegner sind auf der Lauer und ein paar Tiere konnten wir auch entdecken. Besonders schwierig gestaltet es sich aber unter Umständen, einen Aussichtspunkt für unser Scharfschützengewehr zu finden, an dem man uns nicht entdeckt und wir dennoch gute Sicht auf die Gegner haben, die wir vorzugsweise mit einem Kopfschuss erledigen. Das Problem: Je weiter wir von unserem Ziel entfernt sind, desto schwieriger wird das Zielen. Denn wie im realen Leben, bleibt die Hand nicht immer ruhig. Luft anhalten ist also ein Muss, um wirklich ruhig und geradeaus Schießen zu können – aber auch das geht nicht für unbegrenzte Zeit. Der Job eines Scharfschützen ist also ganz schön herausfordernd.

Sniper: Ghost Warrior 3

Um uns herum sahen wir dann auch schon verschiedene Gegnertypen und konnten auch selbst schon einmal in ein Fahrzeug steigen. Mit dem Auto durch die Landschaft gedüst, erinnert “Sniper: Ghost Warrior 3″ sogar ein bisschen an die Far Cry-Reihe, wenn gleich die Scharfschützenaction eben weit mehr im Fokus steht. “Dummerweise” verfügen aber auch die Feinde über Fahrzeuge, sodass selbst Panzer unseren Weg kreuzen können. Von den Sturmgewehren mal ganz zu schweigen, denn haben die Gegner erst einmal die Richtung unseres Schusses ausgemacht, kommen sie uns suchen und erschweren damit unsere Mission. All das macht allredings viel Hoffnung darauf, dass das Spiel sich qualitativ sehr positiv von seinem Vorgänger absetzen kann und vermutlich zum besten Teil der Reihe wird. Überzeugen können wir uns davon ab dem 27. Januar 2017.



26
Aug

Hob: Torchlight-Macher mit neuem Abenteuer

Kleineren Indie-Studies muss man hin und wieder auch eine Chance geben. Das sieht offenbar auch Publisher Perfect World so, die bisher vor allem durch “Star Trek Online” bekannt wurden und sich ein wenig in neuen Genres bewegen. Mit “Hob” kommt nämlich ein süßes kleines Indie-Game der “Torchlight”-Entwickler, das sich als eine Mischung aus Plattformer, Abenteuer und Puzzlegame versteht. Darin übernehmen wir einen kleinen Helden, der in einer äußerst kreativen und hübschen Landschaft seinen Weg finden muss und gezwungen ist, mittels Schalter und Rätsel, die Welt ein klein wenig zu transformieren.

Hob

Das Interessante an “Hob” dürfte sicherlich sein, dass es jede Generation begeistern könnte. Das Gameplay spielt sich spaßig genug, um Erwachsene an den Rechner zu locken, doch auch kleinere Kinder könnten auf Grund der niedlichen und liebevoll gestalteten Welt großen Gefallen an dem Abenteuer finden. Insgesamt ist das Spiel nämlich in einem einzigartigen Grafikstil gehalten, das an eine Mischung aus Pixel- und Comiclook erinnert, aber doch nichts von beidem darstellt. Dies nutzt man um eine etwas surreale Welt voller Pflanzen, Tieren und Kreaturen darzustellen, in der wir Schalterrätsel lösen, Plattformen erreichen und durch Kombinationen den Weg durch die Welt finden müssen.

Hob

Auf der Gamescom hatten wir am Stand von Perfect World bereits die Gelegenheit, zwei Level des Spiels vollständig anzuspielen und hatten dabei, obwohl es sich auf den ersten Blick um ein Kinderspiel handelt, überraschend viel Spaß. Bei den Rätseln musste man hier und da schließlich mal nachdenken und auch bei den kleineren, eher harmlosen Kämpfen sind Kombinationsgabe und Reflexe gefragt. Leider müssen wir allerdings auch dazu sagen, dass “Hob” bisher noch einen recht fehlerhaften Eindruck macht, stürzte das Spiel beim Anspielen schließlich mehrmals ab und hatte auch sonst diverse Bugs zu bieten. Da man sich allerdings noch in der Alpha-Phase befindet, lässt sich das verschmerzen und wir sind zuversichtlich, dass die Entwickler diese Probleme bis zum Release natürlich noch in den Griff bekommen. Ein kleiner Indie-Geheimtipp könnte “Hob” aber allemal werden.