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03
Apr

Dutch Comic Con: Das Mega-Event in Utrecht

Nicht nur in Deutschland gibt es mehrmals im Jahr eine Comic Con – auch in unserem Nachbarland, der Niederlande, haben sich solche Events längst etabliert. Und wer bisher nur die kleinere “Winter Edition” der Dutch Comic Con im November besucht hat, war am Osterwochenende vermutlich ein wenig überrascht: Die große “Mutterveranstaltung” im Frühjahr, mit der einst alles begonnen hat, ist nämlich inzwischen ganz schön groß. Immerhin kamen da mehr als 20.000 meist holländische Besucher in die Hallen der sogenannten Jaarbeurs in Utrecht, was so viel wie “Messe” bedeutet – pro Tag wohlgemerkt. Und wo die Winter Edition ihre Besucher noch in drei kleine Hallen lockte, sind es im Frühjahr inzwischen ganze fünf Hallen, die mitunter doppelt so groß sind. Mehr als genug Platz also für reichlich thematische Vielfalt.

Und die gab es dann auch, denn die Dutch Comic Con nutzt den vielen Platz, um die Hallen in viele große und spannende Bereiche einzuteilen. Konkret bedeutet das: Das Wort “Comic” im Namen wird hier tatsächlich ein wenig ernster genommen, als auf den Konkurrenzveranstaltungen mit dem Titel Comic Con. Gleich fast eine komplette Halle wird da den Comic-Händlern, Zeichnern und Mangas gewidmet, von denen es unzählige zu bestaunen gibt und bei denen so mancher Künstler auch einmal eine individuelle Zeichnung für den Fan anfertigt. Allerdings soll das längst nicht alles sein, denn in einem zusätzlich gesonderten Second Hand-Bereich wartet die Dutch Comic Con obendrein auch noch mit einem Flohmarkt auf, in dem ebenfalls zahlreiche Comics recht preisgünstig den Besitzer wechselten. Wer auf der Suche nach spannenden Comics war, ist hier also mit Sicherheit fündig geworden.

Dutch Comic Con 2018

Darüber hinaus ähnelt das Konzept dann ein wenig der Fantasy Basel, die ebenfalls einen umfangreichen Gaming-Bereich zu bieten hat. Kooperationen mit Spielepublishern und Hardwareherstellern sorgten dann nicht nur für interessante Exklusivinhalte, bei denen sich die Besucher interessante neue Games anschauen konnten, sondern auch für zahlreiche sogenannte “Free 2 Play”-Stationen, an denen Gamer völlig kostenlos die neuesten Spielehits antesten konnten – bis hin zu Blockbustern wie Far Cry 5. So mancher Designer und Entwickler hielt gleich daneben spannende Vorträge über Grafikdesign oder die Entwicklung des Videospiels “Horizon Zero Dawn”, sodass ein bisschen da sogar das Feeling einer Entwicklerkonferenz aufgekommen sein mag, bei der man in den direkten Kontakt mit den Entwicklern treten konnte. Und wem das noch nicht spektakulär genug war, der fand ein paar Meter weiter eine riesige Fläche für die Drone Racing Championship, bei denen die Teilnehmer mit rasanten, ferngesteuerten Drohnen einen Hindernisparcour überwinden mussten. Ein zum Teil einzigartiges Angebot für Gamer und Bastler.

Trotz allem durften auf der Dutch Comic Con natürlich auch jene Leute nicht fehlen, die auch auf anderen Conventions im Mittelpunkt stehen: Die Stars aus Hollywood. Die Anzahl mochte dort zwar überschaubar gewesen sein, doch die eingeladenen Gäste hatten es durchaus in sich. So kam sogar niemand geringeres als Dwight Schultz (Foto oben) höchstpersönlich nach Utrecht, der in den 80iger Jahren einer der Hauptdarsteller der Kult-Serie “Das A-Team” war. Und seine Anwesenheit ist zugleich eine Besonderheit, schließlich habe er nach eigener Aussage in den vergangenen fünf Jahren kein einziges Mal die Vereinigten Staaten verlassen und besuche selbst dort nur ein bis zwei Mal im Jahr eine Convention. Damit war Dwight Schultz nicht nur für niederländische Conventions ein seltener Gast, sondern für ganz Europa.

Dutch Comic Con 2018

Etwas moderner hingegen wurde es dann mit Katie Cassidy, die als Black Canary in der DC-Comicserie “Arrow” bekannt wurde. Und während auf so mancher Convention ausdrücklich darauf hingewiesen wird, dass während der Q&A-Panels nicht nach Umarmungen oder dergleichen gefragt werden darf, war das auf der Dutch Comic Con kein Problem: Sie ließ es sich nicht nehmen, beinahe im Fünf-Minuten-Takt mit ihren Fans zu knuddeln und Umarmungen zu verteilen. Der Veranstalter wiederum präsentierte sich dabei recht locker und verzichtete auf Verbote jeglicher Art, sofern das Einverständnis der Stars vorlag. Das traf mitunter auch mal auf das ein oder andere Selfie auf dem Gang zu – und die Niederländer dankten es den Veranstaltern mit den sogar für europäische Verhältnisse sehr hohen Besucherzahlen.

Besonders unterhaltsam präsentierte sich kurz danach übrigens auch Mark Sheppard, den viele Besucher unter anderem aus “Doctor Who”, “Supernatural” und vielen anderen Serien kennen – und wurde damit (vielleicht unfreiwillig) zu einem Highlight der Convention. Der nämlich hatte so gar keine Lust auf die auf jeder Con immer gleichen Fragen und gab auf jede dumme Frage eine ebenso dumme Antwort. Natürlich immer mit einem Zwinkern und nicht ganz Ernst gemeint, war das allerdings höchst belustigend für die restlichen Zuschauer auf den Rängen des Publikums – vor allem, wenn er schlicht jede zweite Frage mit einem simplen “No” beantworten konnte und sich daraus nur zu gerne einen Spaß gemacht hat. Das Panel von Mark Sheppard wird damit sicherlich so manchem Fan etwas länger in Erinnerung bleiben.

Wer nun auch einmal in den Genuss der mit ziemlicher Sicherheit größten Convention der Niederlande kommen möchte, hat dazu übrigens bereits in diesem Jahr erneut die Gelegenheit. Die “Winter Edition” der Dutch Comic Con soll nämlich erneut am 24. und 25. November 2018 in der Jaarbeurs Utrecht stattfinden. Tickets und weitere Infos gibt es in Kürze unter dutchcomiccon.com.



29
Mrz

Orwell: Ignorance is Strength

Die Geheimdienste stehen schon seit geraumer Zeit in der Kritik, ihre eigenen Bürger zu überwachen und auszuspionieren. Mit den dabei erhobenen Daten sollen sie in der Lage sein, unliebsame Oppositionelle außer Gefecht zu setzen und ihre eigenen Verbrechen zu vertuschen. Nur die wenigsten allerdings können sich vorstellen, was mit dem Orwell-System längst alles möglich ist. Ob Social Media-Accounts, der private Computer, das eigene Smartphone oder gar die Ortung über das Mobilfunknetz – der Geheimdienst ist längst in der Lage, wirklich alles und jeden zu überwachen. Doch was, wenn diese Informationen nicht nur ausspioniert, sondern auch manipuliert werden können? Wenn der Geheimdienst selbst die Verbreitung von Fake News zur Diskreditierung von Oppositionellen nutzt? Das jedenfalls ist in „Orwell“ genau unsere Aufgabe.

Kritik:
Nachdem die Entwickler bereits vor weniger als zwei Jahren die faszinierenden Möglichkeiten der totalen Überwachung in einem spannenden Spiel umgesetzt haben, wurde der Wunsch nach einer Fortsetzung durch die begeisterten Spieler immer lauter. Inzwischen gibt es mit „Ignorance is strength“ sogar ein zweites Spiel der Reihe – doch um eine Fortsetzung handelt es sich dabei eigentlich nicht.

Orwell: Ignorance is strength

Markt der Massenüberwachung
Die Entwickler von den Osmotic Studios haben sich nämlich einen besonders ausgeklügelten Storykniff ausgedacht. In „Orwell: Ignorance is strength“ spielen wir nämlich keine Fortsetzung des ersten Teils, sondern zeitlich exakt parallel zu den Ereignissen des Vorgängerspiels. Dabei übernehmen wir die Rolle eines zweiten, weiteren Agenten, der zeitgleich ebenso die Möglichkeiten des Orwell-Systems nutzt und beschäftigen uns mit einem ähnlichen, vielleicht sogar zusammenhängenden Fall. Die eigentlich coole Idee dabei ist: Teilweise kennen wir die kommenden Ereignisse bereits aus dem Vorgängerspiel – und müssen uns diese Informationen zunutze machen, um unsere Zielpersonen nach Möglichkeit zu lenken. Denn genau an dieser Stelle baut das Spiel neben den ohnehin bereits fesselnden Überwachungsfeatures nämlich auch neue Funktionen ein.

Orwell: Ignorance is strength

Manipuliere die Informationen
Mit dem neuen „Influencer“-Feature schlüpfen wir nämlich erstmals in die Rolle eines Fake News-Verbreiters, der gezielt im Auftrag der Regierung, Falschinformationen über eine unliebsame Zielperson bzw. einen Oppositionellen / Staatsfeind verbreiten soll. Wir durchsuchen also gezielt selbst die intimsten Informationen auf den privaten Geräten und fischen uns die gerade passenden Informationen heraus, die dazu geeignet sind, aktiv Stimmung gegen die Zielperson zu machen. Grundsätzlich basierend auf Informationen, die die Zielperson selbst preisgegeben hat – nur, dass wir uns eventuelle Lügen gegenüber Verwandten, Freunden und Dritten mitunter zunutze machen, um vermeintliche „Wahrheiten“ über zu leaken und unseren Gegner zu diskreditieren. Damit bekommt „Orwell“ eine gänzlich neue Spieldynamik, die das spannende Storyerlebnis noch intensiver macht.

Orwell: Ignorance is strength

Ein bekanntes System
Gleichzeitig sehen die Entwickler aber davon ab, es dem Spieler durch neue Features allzu kompliziert zu machen. Grundsätzlich ist die Oberfläche des Spiels sogar völlig identisch geblieben und auch das Gameplay hat sich im Wesentlichen nicht verändert. Auch im zweiten Teil bedienen wir das „Orwell-System“ immer noch über ein 2D-Userinterface, auf dem wir Webseiten durchstöbern, Handygespräche abhören oder via Screen-Sharing-Software heimlich auf den Desktop der Rechner und Smartphones zugreifen. Da müssen wir dann die passenden und nützlichen privaten Informationen finden, mit denen wir umfangreiche Profile über die Zielpersonen erstellen, die wir zu ihrem Ungunsten nutzen können. Stets mit dem Risiko, dass unsere Diskreditierungsversuche gewaltig schief gehen oder unerwünschte Nebeneffekt mit sich bringen.

Fazit:
Das faszinierende Spiel über totale staatliche Überwachung bleibt seinem bisherigen Gameplay treu und überzeugt mit spannenden neuen Features, die den Spieler selbst zum Verbreiter von Fake News machen. Dabei kommt „Orwell: Ignorance is strength“ aber – auch auf Grund seines neuen Episodenformats – nicht mehr ganz an die Intensität des Vorgängers heran.

Orwell: Ignorance is strength Wertung



29
Mrz

Magiccon: Der Teufel kam nach Bonn

Spannende Vorträge, viele beeindruckende Cosplayer und vor allem reichlich Stars aus Hollywood: Das bekommen die Besucher geboten, wenn ein Mal im Jahr die Magiccon im Maritim Hotel Bonn stattfindet. Am vergangenen Wochenende vom 23. – 25. März 2018 war es dann wieder so weit und das Event ging bereits in seine zweite Runde. Nachdem die Veranstaltung eigentlich als Zusammenschluss der Hobbitcon und Ringcon begonnen hat, durften dabei natürlich auch einige Stars aus den berühmten Hobbit-Filmen nicht fehlen. Schauspieler, wie Adam Brown, Dean O’Gorman, Stephen Hunter oder Graham McTavish sind dabei längst zum jährlichen Stammgast geworden und zeigen recht offen, wie wohl sie sich auf der Convention fühlen.

Dass die Stars nur in Begleitung von Bodyguards über das Gelände laufen, mag auf anderen Events sicherlich üblich sein. Nicht allerdings so auf der Magiccon, wo die Schauspieler wie normale Besucher durch die Mengen schlendern, abends bei der Party sogar auf der normalen Besuchertoilette anzutreffen sind (obwohl sie die gar nicht benutzen müssten) oder sich gemeinsam zum Bier mit den Fans an die Bar setzen. Die Hotel-Conventions von Veranstalter Dirk Bartholomä haben sich genau mit diesem einzigartigen Erlebnis etabliert, bei dem die Fans ihren Stars so nah kommen können, wie auf keiner anderen Veranstaltung dieser Art. Und eines ist klar: Je häufiger die Stars schon auf dem Event waren, desto mehr und mehr verlieren sie auch hier ihre Berührungsängste. Kein Wunder also, dass sich die Hobbit-Stars sogar für so manche jährliche Improvisationscomedy auf der großen Bühne hergeben.

Magiccon 2018

Die meisten Fans waren dieses Mal allerdings vor allem für einen ganz besonderen Star in Bonn: Tom Ellis (Bild oben), der aktuell als Teufel höchstpersönlich in der Serie “Lucifer” zu sehen ist, gehörte nämlich zu den Highlights der Convention. Und so liebenswert und herzlich sein Auftreten auf der einen Seite gewesen ist, so überraschend mag es wohl gewesen sein, dass der echte Tom Ellis doch ganz anders auftritt, als seine TV-Rolle. Mit Pullover, Brille und einer überaus großen Vorliebe für deutsches Bier mag er nämlich so gar nicht dem Serienteufel entsprechen, der sich mit teurem Anzug und ausufernden Flirtversuchen von seiner aufdringlichen Seite zeigt. Und mit einer beinahe ironisch wirkenden religiösen Kindheit verblüfft er die Fans der Serie umso mehr. Eines allerdings hat er mit seiner Rolle dann doch gemeinsam: Die Besucher haben ihn genauso schnell ins Herz geschlossen, wie Lucifer.

Da freuten die sich natürlich umso mehr, als zum Ende der Veranstaltung in der traditionellen Closing Ceremony ein weiteres Highlight wartete: Tom Ellis nämlich, der auch im echten Leben musikalisch recht begabt ist, gab ein Ständchen auf der Bühne der Magiccon und präsentierte zwei Songs mit Gitarre und Live-Gesang. Das war vermutlich zugleich auch eine Deutschlandpremiere, denn für umganfreiche Konzert-Touren ist der vielbeschäftigte Schauspieler nun wirklich nicht bekannt. Und ob sich dieses Ereignis in Deutschland so schnell wiederholen wird, steht ohnehin in den Sternen, denn nach aktuellem Stand handelte es sich bei der Anwesenheit auf der Magiccon um seinen einzigen deutschen Auftritt in diesem Jahr. Einen Trost gibt es aber: In seinem Panel gab er auch gleich bekannt, selbst gerade das Spielen des Klaviers zu erlernen und in einer zukünftigen Staffel tatsächlich einen Song selbst spielen zu wollen. Spätestens dann wird man also noch einmal die Gelegenheit haben, ihn musizieren zu hören.

Magiccon 2018

Musikalisch war allerdings nicht nur Tom Ellis unterwegs, sondern auch seine Kollegin Beverly Elliott aus “Once upon a time”, die sich in der Closing Ceremony gleich anschloss. Nachdem sie in ihrem Panel die Fans bereits mit einer unterhaltsamen Karaoke-Session begeistern konnte, wiederholte sie das doch gleich noch einmal vor einem komplett gefüllten Saal: “Time after Time” von Cyndi Lauper sollte der Song sein, den sie gemeinsam mit den ungefähr 3500 Besuchern der Magiccon sang und bei dem sie eindrucksvoll den Ton angab. Da fiel es den meisten wohl nicht schwer, sie ebenso ins Herz zu schließen, wie ihren geliebten “Teufel aus LA”, der wenige Sekunden zuvor noch die Vorlage für ihren Auftritt gab und den Weg für eine gelungene Karaoke-Aktion bereitete.

Eines steht derweil nämlich ohnehin fest: Zwischen den anwesenden Darstellern auf der Magiccon herrschte eine Harmonie, wie man sie nur selten auf Conventions zu sehen bekommt. Nicht nur, dass sich selbst die Hobbit-Darsteller blendend mit dem “Neuling” Tom Ellis verstanden, wie sie auf Twitter mehr als einmal verdeutlichten, sondern auch Stars, die gemeinsame Auftritte in Serien hatten, scheinen noch immer bestens befreundet. Anna Popplewell (Die Chroniken von Narnia) und Craig Parker (Der Herr der Ringe), die gemeinsam einen Auftritt in der Serie “Reign” hatten, machten aus ihrer gegenseitigen Zuneigung schließlich kein allzu großes Geheimnis und schwärmten in ihren Einzelpanels geradezu voneinander. Dass damit ein gemeinsames Doppelpanel obligatorisch wurde, versteht sich von selbst.

Magiccon 2018

Trotzdem gab es unter den Besuchern allerdings auch Stimmen, die sich für das kommende Jahr mehr neue Stars wünschten, die nicht bereits mehrfach auf der Magiccon anwesend waren. Nicht wenige ließen schließlich verlauten, dass Tom Ellis offenbar der einzige anwesende Stargast war, der für sie in diesem Jahr einen Anreiz bot, die Veranstaltung zu besuchen. Diese Kritik allerdings nahm der Veranstalter Ernst und legte Fragebögen aus, in denen die Besucher ihre Lieblingsserien und -fandoms mitteilen konnten, um die Problematik im kommenden Jahr zu lösen. Wenn dann vom 26. – 28. April 2019, eine Woche nach Ostern, erneut die Magiccon in Bonn stattfindet, dürfen sich die Fans also mit hoher Wahrscheinlichkeit auch auf mehr neue interessante Stargäste freuen.

Und wer trotz eines womöglich geringen Interesses an manchen Stargästen nach Bonn kam, hat aber auch noch reichlich andere spannende Programmpunkte geboten bekommen. Dieses Mal hatte sich der Veranstalter nämlich einige Neuheiten einfallen lassen und neben neuen Händlern beispielsweise auch die Möglichkeit für mehrere Whisky-Tastings geschaffen – thematisch passend zur Serie “Outlander”, die in den schottischen Highlands spielt, versteht sich. Und wenn sogar Schauspieler wie Kevin McNally und Martin Klebba aus “Fluch der Karibik” vor Ort sind, bietet sich eine Piratenband geradezu an: Ye Banished Privateers waren dementsprechend bereits am Freitag Abend auf der großen Bühne des Maritim Hotels zu sehen und heizten die Besucher so sehr ein, dass sich spontan eine Polonäse durch den gesamten Saal bildete. Und damit stand bereits am ersten Tag fest: An guter Stimmung mangelte es auf der Magiccon definitiv nicht.

Weitere Fotos von der Magiccon gibt es unter facebook.com/dvdmagazine.



27
Mrz

Dystopia 2: Fans von “The 100″ treffen ihre Stars in Düsseldorf

Dystopia 2 ConventionConventions müssen nicht immer auf riesigen Messegeländen stattfinden, auf denen der einzelne Besucher zwischen tausenden anderen völlig untergeht. Schon lange bevor die großen Comic Cons auch nach Deutschland kamen, hatten sich die familiären, aber nicht weniger qualitativen Hotel-Conventions längst in der Szene etabliert. Vor Jahrzehnten häufig noch auf das Science-Fiction-Genre beschränkt, finden sich inzwischen Conventions dieser Art zu fast jedem Fandom. So auch zur beliebten Serie “The 100″, wenn Fans einige ihrer Stars am 7. und 8. April 2018 im Hilton Hotel in Düsseldorf treffen können. Bei einem auf einige hundert Tickets beschränkten Event sind dann nämlich gleich acht Schauspieler aus der Serie anzutreffen – und hier hat man definitiv die Möglichkeit, mit ihnen näher in Kontakt zu treten.

Dazu gehören dann natürlich auch Darsteller aus dem Maincast, wie Bob Morley (Bellamy) und Christopher Larkin (Monty), die bereits seit der ersten Staffel durchgehend in wichtigen Rollen in der Serie vertreten waren ebenso, wie später auftauchende Hauptrollen wie Richard Harmon (Murphy) und größere Nebenrollen wie Sachin Sahel (Jackson). Und die kleine Besonderheit obendrauf: Sachin Sahel übernimmt zudem noch die Aufgabe des Moderators und wird dabei die Besucher auf der Bühne durch das gesamte Wochenende führen. Ganz egal also, ob mit Tageskarte oder teurerem Wochenendticket: Auf der Dystopia 2 wird man in jedem Fall seine Stars zu sehen bekommen.

Dystopia 2 Convention

Wem die Bühnenauftritte aber nicht reichen, für den hat die Dystopia 2 aber sogar noch ein weiteres, in der Conventionszene mittlerweile fast einzigartiges Angebot: Jeder der anwesenden Stars steht nämlich auch für ein (zubuchbares) Meet & Greet zur Verfügung, falls man diesem gleich noch etwas näher kommen möchte, als dies auf einer ohnehin schon familiären Convention bereits möglich ist. Das ist zwar dann nicht immer ganz günstig, dürfte aber bei dem ein oder anderen Fan sicherlich für ein unvergessliches Erlebnis sorgen. Weitere Informationen und Tickets zum Event gibt es unter ent-events.de.



22
Mrz

Train Sim World: NEC New York

Die meisten amerikanischen Eisenbahnstrecken sind vor allem für ihre langsamen Abschnitte voller Güterverkehr bekannt, auf denen nicht selten schwere Lokomotiven in Mehrfachtraktion die sich mitunter stapelnden Güterwagen ziehen müssen. Ganz anders hingegen der berühmte Northeast Corridor, der zu jenen Strecken im Nordosten der USA gehört, die ein überdurchschnittlich hohes Fahrgastaufkommen zu bieten haben. Aus der Metropole New York geht es für die meisten Passagiere nach Washington, New Haven oder Philadelphia, während fleißige Lokführer der CSX Transportation die Fracht an den nahegelegenen Güterbahnhöfen rangieren. Damit ist der Northeast Corridor also auch ein wichtiger Wirtschaftszweig der Vereinigten Staaten – und wir dürfen hinter das Steuer der Lokomotiven schlüpfen.

Kritik:
Inzwischen ist die grafisch vermutlich hübscheste Simulation auf dem gesamten Spielemarkt bereits seit einem Jahr erhältlich. Zu Beginn noch mit wenig Material auskommend, dürfen sich die Eisenbahnfans mittlerweile über ganze vier verfügbare Strecken freuen, die über den halben Globus führen: Ob Deutschland, Groß-Britannien oder bereits zum zweiten Mal in die Vereinigten Staaten.

Train Sim World: Northeast Corridor New York

Einmal um die Ecke
Die langjährigen Fans der Vorgängerspiels „Train Simulator“ werden die ein oder andere Route entlang des Northeast Corridors dabei vermutlich schon kennen. Wahlweise ging es dort schon vor Jahren von New York nach New Haven oder nach Philadelphia. Beide Strecken sind schließlich für den inzwischen in die Jahre gekommenen Vorgänger verfügbar und begeisterten ebenfalls mit einer Mischung aus Passagier- und Frachtverkehr. Bei Kennern dürfte die Enttäuschung aber zunächst recht groß sein: In der Variante für „Train Sim World“ kann der virtuelle Lokführer nämlich lediglich von New York Penn bis nach New Rochelle fahren – und bekommt damit eine Strecke geboten, die nicht einmal halb so lang ist, wie in den alten Versionen für den Train Simulator. Im direkten Vergleich entspricht das etwa der Strecke von Mönchengladbach nach Düsseldorf – nur, dass wir im „Northeast Corridor“ nicht einmal die Metropole New York verlassen.

Train Sim World: Northeast Corridor New York

Im Schneckentempo durch New York
Schade ist darüber hinaus natürlich auch, dass die neue Route mit einem ausgesprochen langsamen Abschnitt daher kommt. Denn während die Züge von Amtrak nach der Ausfahrt aus New York normalerweise damit beginnen, endlich zu beschleunigen, kommen wir in diesem Addon auf dem viel befahrenen Abschnitt lediglich auf eine Durchschnittsgeschwindigkeit von etwa 60 Meilen pro Stunde. Und das ist nun wirklich nicht gerade ein rasantes Fahrerlebnis, welches zudem auch nur für den Passagierverkehr gilt. In den Güterszenarien, die noch dazu wie aus dem alten Addon zur NRE 3GS-21B kopiert wirken, geht es meistens gar nur mit 10 bis 40 Meilen pro Stunde voran. Nicht verwunderlich wäre also, wenn der ein oder andere sich bei diesem Addon letztendlich also gelangweilt fühlt. Daran ändern auch die insgesamt sechs vorhandenen Szenarien nichts, von denen eines gar nur fehlerhaft spielbar ist. Die Signalschaltung müsste hier nämlich dringend überarbeitet werden.

Train Sim World: Northeast Corridor New York

Kein Acela in Sicht
Noch enttäuschender ist dann die Tatsache, dass auch das Rollmaterial längst nicht so umfangreich ausgefallen ist, dass man hier von einem realistischen Eisenbahnerlebnis sprechen könnte. Tatsächlich finden wir mit dem Amtrak ACS-64 und der CSX GP38-2 gerade einmal zwei Lokomotiven vor, die für gewöhnlich auf dieser Route unterwegs sind. Der Acela Express – für den die Strecke einst extra gebaut wurde – ist hingegen nicht Teil des Addons, um ihn dann – so mutmaßen wir jedenfalls – vermutlich später gesondert zu verkaufen. Bedenken wir dann, dass die GP38-2 praktisch 1:1 aus dem Hauptspiel übernommen wurde und es sich dabei nicht einmal um eine wirklich neue Lokomotive handelt, ist die Enttäuschung umso größer. Dafür entschädigt lediglich die hohe Vielfalt an abwechslungsreichen Güterwaggons, die zumindest die Zusammenstellung der Güterzüge glaubwürdig und realistisch erscheinen lässt.

Train Sim World: Northeast Corridor New York

Toilette für den Lokführer
Immerhin eines ist dem „Northeast Corridor“-Addon aber zumindest gelungen: Die Darstellung der vorhandenen, neuen Amtrak ACS-64 Lokomotive kann sich durchweg sehen lassen und macht einen überaus detaillierten Eindruck. Hier lässt sich nicht nur nahezu jeder Knopf bedienen, sondern selbst die beiden Displays im Führerstand sind vollständig bedienbar und verfügen über Live-Animationen. Noch dazu ist ein Betreten des Innenraumes der Lokomotive jederzeit möglich, sodass wir nicht nur zum Motorraum vordringen können, sondern zugleich sogar erfahren, dass die amerikanischen Lokomotiven offenbar über eine Toilette eigens für den Lokführer verfügen. Der eingefleischte Eisenbahnfan bekommt hier also immerhin einige spannende Details geboten, welche das Interesse an der ACS-64 auf Grund des technischen Aspekts steigern.

Train Sim World: Northeast Corridor New York

Wann wird denn endlich grün?
Bleibt also das Problem, dass der eigentlich beeindruckend aussehende „Train Sim World“ auch ein Jahr nach dem Release unter dem Strich noch immer nicht ausgereift ist. Im ersten Szenario etwa erkennen wir sehr gut, wie schlecht doch manches Mal die Signalanlagen funktionieren: So wird nicht immer registriert, ob die Strecke frei ist, das Signal schaltet sich nicht korrekt um und der Spieler steht folglich für immer und ewig an einem roten Signal. Oder aber einige mysteriöse Grafikfehler treten auf, die wir zuletzt bereits beim Addon „Great Western Express“ im Zusammenhang mit entgegenkommenden Zügen zu sehen bekamen und die ziemlich eindeutig am jeweiligen Strecken-Addon lagen. Warum also Dovetail Games auch beim inzwischen vierten Addon erneut dieselben Fehler einbaut, die es bereits früher einmal gab, bleibt ein absolutes Rätsel.

Train Sim World: Northeast Corridor New York

Skyline von New York
Eines muss man dem Addon aber definitiv lassen: Auf Grund der beeindruckenden Grafik des „Train Sim World“ kann natürlich auch die Kulisse von New York mehr als nur beeindrucken. Spätestens hier fällt der Unterschied zur damaligen alten „Train Simulator“-Route nämlich deutlich auf, wenn dicht besiedelte Häuserreihen den Hintergrund füllen oder spektakuläre Brücken über die Dächer der Stadt hinweg ragen. Und auch das Gleissystem macht einen insgesamt sehr komplexen Eindruck, wenn es etwa auf verschiedenen Höhen voran geht, originalgetreu nicht jedes Gleis mit Oberleitungen ausgestattet ist oder sich in der Nähe der großen Stationen plötzlich mehr als zehn Gleise gleichzeitig nebeneinander auftun. Somit ist auch „Northeast Corridor“ letztendlich also zumindest ein Augenschmaus für Eisenbahnfans. Mit Blick auf die „inneren Werte“ aber womöglich doch vorwiegend ein Grafikblender.

Fazit:
Trotz der beeindruckenden Darstellung der amerikanischen Metropole New York enttäuscht das neueste Addon „Northeast Corridor“ mit einer vergleichsweise geringen Streckenlänge, diversen Fehlern bei der Signalschaltung und einem fehlenden Acela Express.

Train Sim World: Northeast Corridor New York Wertung



19
Mrz

Walker Stalker Germany: Walking Dead-Stars eroberten Mannheim

Die Zombieserie “The Walking Dead” gehört zu den wahrscheinlich erfolgreichsten Serien aller Zeiten. Mit ihrer Kombination aus Horror und Drama konnte sie nämlich nicht nur die klassischen Genrefans begeistern, sondern auch bei der Masse der Zuschauer groß punkten. Ein Grund mehr für viele Fans nach Mannheim zu reisen, als plötzlich ein Großteil der Schauspieler aus der Serie für die Walker Stalker Convention in der Maimarkthalle angekündigt wurden. Die nämlich expandierte erstmals nach Deutschland und brachte dabei auch gleich Frauenschwarm Norman Reedus mit, der durch seine Rolle als Daryl wenig überraschend zum gefragtesten Stargast auf der Veranstaltung wurde.

Walker Stalker Germany

So mancher Besucher hatte damit sogar die Möglichkeit, seinem Idol Norman Reedus endlich einmal live zu begegnen. Zumindest dann, wenn man viel Glück hatte, viel Geld für ein Autogramm oder Photoshoot ausgab, oder optimalerweise gleich am Sonntag kam. Besucher mit einem Tagesticket am Samstag hatten es da hingegen schon schwieriger. Einen Bühnenauftritt des Stars, der ohnehin recht selten ist, gab es nämlich ausschließlich am Sonntag Morgen. Und vor seinem Autogrammstand versammelte sich durchgehend eine derartig riesige Menschenmenge, dass sie vermutlich eher als Tumult, denn als nachvollziehbare Warteschlange bezeichnet werden könnte. Für den Samstag-Besucher ohne Autogrammticket konnte das aber auch bedeuten: Hinter diesem Menschenauflauf war es eher ein Glücksfall, Norman Reedus tatsächlich live zu sehen. Für manchen, der 54 Euro für seine Tageskarte ausgegeben hat, könnte der Tag dadurch womöglich auch zur Enttäuschung geworden sein.

Ein Glück also, dass die Walker Stalker Germany immerhin auch noch ein paar andere hochkarätige Stars aus “The Walking Dead” und “Sons of Anarchy” zu bieten hatte. Chandler Riggs beispielsweise, der in “The Walking Dead” den jungen Carl spielte und damit zum Hauptcast der Serie zählt. Da war es auch am Autogrammstand dann gleich ein wenig leichter, einen Blick auf den Darsteller zu erhaschen. Ganz zu schweigen etwa von Stars wie Ryan Hurst, Ron Perlman oder Tommy Flanagan, die als Schauspieler aus der Serie “Sons of Anarchy” ein klein wenig weniger Andrang vor ihrem Autogrammstand zu sehen bekamen – dafür aber nicht weniger aufgeschlossen und kontaktfreudig den Fans gegenüber waren. Denn während Norman Reedus und Jeffrey Dean Morgan sich vor Fans kaum retten konnten, freut sich so mancher Star über jedes nette Gespräch, das sie mit den Fans führen können.

Walker Stalker Germany

Trotz allem muss man aber doch zu der Feststellung kommen, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis vor allem für jene Besucher, die keine Autogrammjäger sind, etwas enttäuschend ausgesehen haben könnte. Das liegt vor allem daran, dass das restliche Programmangebot nicht unbedingt dem üblichen deutschen Convention-Standard entsprach. Haben andere Events dieser Art ein Ganztagsprogramm auf mehreren Bühnen, so fand man auf der Walker Stalker Germany leider lediglich vier bis fünf Panels pro Tag auf der Hauptbühne und suchte weitere Bühnen etwa mit Vorträgen oder Workshops vergeblich. Kein Wunder, wenn da mancher Besucher ohne Autogramm- und Photoshootticket zwischen den Panels womöglich wenig mit seiner Zeit anzufangen wusste.

Nicht zuletzt auch deshalb, weil das Fandom – im Vergleich zu den zahlreichen anderen Cons in Deutschland – nur recht spärlich eingebunden wurde. Schmerzlich vermisst hat der Kenner schließlich die bekannten Walking Acts und Cosplay-Gruppen, die üblicherweise bei der Konkurrenz eigentlich mit eigenen Ständen vertreten sind. Da blieben dann natürlich auch nur wenige Möglichkeiten, interessante Kulissen anzusehen oder sich mit gruseligen Zombies abzulichten. Bis auf eine überschaubare Anzahl an Cosplayern und den Doubles der Figuren “Rick” und “Negan”, bei denen viele Besucher offenbar ebenfalls dachten, Geld für das dazugehörige Photoshoot ausgeben zu müssen. Generell fiel manchem Besucher schließlich auf, dass er für ziemlich viele Attraktionen auf dem Event zusätzlich in die Tasche greifen musste.

Walker Stalker Germany

Und doch muss man eingestehen, dass auch die Walker Stalker Germany an der ein oder anderen Stelle ein Alleinstellungsmerkmal zu bieten hatte, das sie bei diesem Punkt zur Referenz unter den Conventions machte. Etwa wenn es um das auffallend umfangreiche Angebot für Besucher mit Behinderungen geht, bei dem man vor allem Gehörlosen den Besuch ein wenig erleichtert hat. Absolut einzigartig in Deutschland sind etwa ein Gebärdensprachendolmetscher, der bei jedem einzelnen Panel auf der Bühne stand und eingeblendete deutsche Live-Untertitel auf der Leinwand, die in Sekundenschnelle das englischsprachige gesprochene Wort der Stars übersetzten. Trotz aller Kritik: Derartiges haben wir noch auf keiner anderen Convention gesehen.

Wem die Walker Stalker Germany vielleicht gerade deshalb gefallen hat, der darf sich in einigen Monaten gleich auf ein weiteres Event des Veranstalters freuen. Am 2. und 3. Juni 2018 findet nämlich die Heroes & Villains Convention in der Dortmunder Westfalenhalle statt, die sich thematisch vor allem auf “Arrow” und viele weitere spannende DC Comics-Serien bezieht – und dabei selbst Hauptfigur Oliver Queen persönlich am Start hat.



15
Mrz

Surviving Mars

Der große Traum der Menschheit: Endlich andere Planeten besiedeln, am liebsten sogar unseren großen roten Nachbarn, den Mars. Selbst in der Realität könnte diese Vorstellung vielleicht in einigen Jahren wahr werden, plant schließlich Elon Musk mit seinem Unternehmen SpaceX eine eigene Marskolonie. Mehr als hundert Menschen sollen auf den fremden Planeten reisen und dort langfristig möglichst autonom überleben können. Ein Stück weiter in der Zukunft ist es deshalb nun unsere Aufgabe, genau das in die Tat umzusetzen. Mit unserem Raumschiff endlich im Orbit des Mars angekommen gilt es, einen geeigneten Landeplatz zu finden, die Strom-, Wasser- und Sauerstoffversorgung sicherzustellen, Rohstoffe abzubauen und letztendlich eine neue Heimat für einige Menschen zu errichten. Dass das nicht ganz so einfach ist und womöglich sogar in einem Kampf ums Überleben ausarten könnte, versteht sich sicherlich von selbst…

Kritik:
Der Zeitpunkt für die Veröffentlichung des Spiels könnte dabei vermutlich kaum besser gewählt sein. Nachdem Elon Musk erst im Februar seinen Tesla erfolgreich in den Weltraum geschossen hat, ist ein wahrer Hype um die Raumfahrt und die Besiedlung des Mars entstanden. Bereits in vier Jahren soll ein erstes Raumschiff mit Ausrüstung zum Mars fliegen, zwei Jahre später dann sogar die ersten Menschen folgen, um eine richtige Kolonie auf dem fernen Planeten zu gründen. Zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte scheint die Kolonisierung in greifbarer Nähe und die Menschheit hält es tatsächlich für möglich, andere Planeten zu besiedeln. Ein perfekter Zeitpunkt letztendlich, um ein Aufbau-Strategiespiel mit eben dieser Thematik auf den Markt zu bringen.

Surviving Mars

Interplanetary Transport System
Und wenn man sich einmal etwas intensiver mit Elon Musk, SpaceX und seinen Plänen auseinandergesetzt hat, wird in „Surviving Mars“ auch schnell deutlich, dass sich die Entwickler ziemlich viel bei seinen Entwicklungen und Errungenschaften abgeschaut haben. Bei einigen Spielelementen orientiert man sich recht originalgetreu an den realen Bedingungen und Möglichkeiten. Das fängt schon da an, dass Marsjahre korrekt mit „Sol“ bezeichnet werden und atmosphärische Bedingungen – etwa die Kälte in den schattigen Regionen – eine durchaus interessante Rolle in diesem Spiel steht. Vor allem aber könnte man fast meinen, dass man die Technik bei SpaceX lizensiert hätte: Schon das Raumschiff, mit dem wir zu Beginn des Spiels auf dem Mars landen müssen, erinnert auffallend an das geplante „Interplanetary Transport System“, mit dem Elon Musk plant, Waren zwischen dem Mars und der Erde hin und her zu transportieren. Kein Wunder also, dass sich recht schnell sogar die Spielmechaniken daran anlehnen.

Surviving Mars

Cities Skylines auf dem Mars
Obwohl natürlich auch Paradox Interactive mittlerweile ein wenig dazu übergegangen ist, gewisse wiederholende Muster in ihre Spiele einzubauen. Damit ist zugleich trotz des interessanten Settings auch klar, dass „Surviving Mars“ das Genre nicht gänzlich neu erfindet. Was wir hier geboten bekommen ist ein futuristischer Mix aus Aufbau-Strategie und City Builder – nur, dass die Städte dieses Mal eben auf dem roten Planeten zu finden sind. Insgesamt hat man aber doch gewisse Spielmechaniken aus „Cities: Skylines“ übernommen. Auch hier müssen wir die Infrastruktur sicherstellen, Wohngebiete errichten und die Bedürfnisse unserer Kolonisten erfüllen. Ganz nebenbei gehört aber auch ein wenig Rohstoffabbau und Produktion dazu – immerhin ist es das langfristige Ziel des Spiels, möglichst autonom und ohne externe Hilfe auf dem Mars leben zu können. Mit anderen Worten: Alles was wir benötigen – vom Beton bis hin zu elektronischen Geräten – selbst abzubauen oder zu produzieren.

Surviving Mars

Nachschub von der Erde
Bis das klappt, spielt das bereits angesprochene „Interplanetary Transport System“ eine entscheidende Rolle. Damit fliegen wir nämlich nicht nur neue Kolonisten von der Erde auf den Mars, sondern stellen auch Nachschublieferungen von der Heimat sicher. Fehlen uns Rohstoffe, Fertigbauteile oder andere wichtige Dinge lässt sich einfach ein neues Raumschiff anfordern, das uns auf dem Mars mit den nötigen Materialien versorgt. Die eigentliche Schwierigkeit dabei: Unsere Geldmittel sind von den Sponsoren abhängig und dementsprechend begrenzt. Nach einigen Jahren ist jegliches Geld aufgebraucht und wenn die Kolonie bis dahin nicht autonom existieren kann, sind Todesfälle und vielleicht sogar ein Scheitern vorprogrammiert. Ein Glück lässt sich natürlich auch Geld machen – etwa mit dem Abbau und Export von Edelmetallen. Manche Dinge lassen sich schließlich auch zur Erde zurück schicken. Doch das Rohstoffaufkommen ist begrenzt und mit etwas Pech nehmen wir schnell weniger Geld ein, als wir zur Aufrechterhaltung unserer Kolonie ausgeben müssen. Obwohl „Surviving Mars“ anfänglich recht simpel erscheint, kann das Spiel im späteren Verlauf also auch zu einer Herausforderung werden.

Surviving Mars

Learning by doing
Ganz so einfach gestaltet sich der Einstieg derweil ohnehin nicht, denn Paradox Interactive hält es offenbar nicht für nötig, den Spieler allzu sehr an die Hand zu nehmen. Ein richtiges Tutorial gibt es dementsprechend also nicht. Nach dem Spielstart erscheinen lediglich einige schriftliche Tipps, die uns kurz die grundlegendsten Dinge erklären – etwa den Rohstoffabbau und die Wahl des richtigen Landeplatzes. Das allerdings war es auch schon. Wie wir anschließend unsere Kolonie verwalten und aufrecht erhalten, müssen wir letztendlich also selbst herausfinden. Und dabei kann man schonmal mehrere Anläufe benötigen, ehe wir den richtigen Dreh raus haben. Das Ziel ist schließlich wie bei den meisten Spielen dieser Art: Unsere Kolonie muss auf eine bestimmte Größe wachen und am Ende steht die Erbauung eines „Wunders“, mit dem das Spiel abgeschlossen werden kann. Und das geht nur im klassischen freien Spiel, denn wir auch bereits bei „Cities Skylines“ scheinen die Entwickler bei Paradox offenbar nicht viel von einer Einzelspieler-Kampagne zu halten.

Surviving Mars

Die zufällige Forschung
Einen gewissen Wiederspielwert kann „Surviving Mars“ zum Glück aber trotzdem vorweisen und das liegt an einem ganz entscheidenden Spielelement, das jede Partie ein wenig anders ablaufen lässt. Während nämlich einige Bereiche in unserem Forschungsbaum vorgegebene Technologien beinhalten, basiert ein Teil desselbigen gänzlich auf dem Zufall. Vergleichbar etwa mit der „Civilization“-Reihe werden zu Beginn nämlich einige scanbare Anomalien auf der Karte verteilt, durch dessen Erkundung wir unter anderem neue Technologien zum Erforschen in unserem Forschungsmenü freischalten können. Und die können den Spielverlauf grundlegend beeinflussen. Noch dazu sorgen auch diverse Zufallsereignisse – wie etwa Erstkontakte zu außerirdischen Lebensformen oder Meteoritenstürme – für ein abwechslungsreicheres und spannenderes Spielerlebnis. Denn nicht in jeder Partie wird auch jedes Ereignis auftauchen. Der Ablauf bleibt damit unvorhersehbar.

Surviving Mars

Unter the dome
Eine weitere Herausforderung dürfte außerdem sein, die passenden und geeigneten Kolonisten für unser Abenteuer zu finden. Als Spieler übernehmen wir somit also auch die Funktion des Personalmanagements und müssen unter den zahlreichen Bewerbern auf der Erde die passenden finden. Dazu können wir bestimmte Eigenschaften explizit ausschließen oder anfragen. Neben dem Alter und dem Geschlecht, was etwa für die Reproduktion auf dem Mars vorteilhaft ist, lassen sich auch berufliche Spezialisierungen, Stärken und Schwächen passend filtern. Aus den am Ende noch übrigen Bewerbern wird dann eine passende Menge automatisch ausgesucht, die auf dem Raumschiff Platz findet. Das Problem: Der Platz für Servicegebäude ist in unseren Kuppeln begrenzt und jeder Kolonist hat ganz individuelle Bedürfnisse, denen er nachgehen möchte. Hier für die jeweilige Kuppel auch die passenden Bewerber zu finden, kann sich mitunter als ganz schön schwierig entpuppen. Zumal die Anzahl der Bewerber ebenso begrenzt sein kann – etwa dann, wenn negative Nachrichten vom Mars zur Erde gelangen. Das kann etwa passieren, wenn unsere Kolonisten eines unnatürlichen Todes, beispielsweise wegen mangelnder Sauerstoffversorgung, sterben. Fehler werden also konsequent bestraft.

Surviving Mars

Keine Konkurrenz im Weltraum
Schade ist, dass wir uns unterdessen ausschließlich auf uns selbst konzentrieren müssen. Obwohl wir vor dem Start eines neuen Spiels zwar den Sponsor mit jeweils unterschiedlichen Vorteilen aussuchen können, brauchen wir nicht darauf zu hoffen, eines der nicht ausgewählten Unternehmen an Konkurrenz auf der Oberfläche des Mars wieder zu finden. Ein Wettrüsten oder einen Kampf um die Ressourcen suchen wir also völlig vergebens. Dass es dementsprechend auch keinen einzigen Multiplayer-Modus gibt, dürfte somit ebenso nicht allzu sehr verwundern. Eigentlich ist das schade, denn die Spielmechanik von „Surviving Mars“ hätte selbiges geradezu angeboten. Fans von „Cities Skylines“, die noch dazu Science-Fiction mögen, werden an diesem Spiel aber auch alleine am heimischen Rechner mehr als reichlich Spaß haben.

Fazit:
Die Mischung aus Aufbauspiel und „Cities Skylines“ auf dem Mars erfindet das Genre zwar nicht gänzlich neu, kann aber den Science-Fiction-Fan mit einer Vorliebe für Strategie viele Stunden fesseln.

Surviving Mars Wertung



08
Mrz

Into the Breach

Die Welt steht am Abgrund und die Auslöschung der gesamten Menschheit scheint unausweichlich. Ganze Horden von gefährlichen insektoiden Aliens dringen aus dem Erdreich an die Oberfläche hervor und greifen alles an, was sich ihnen in den Weg stellt. Vor allem die zahlreichen Häuser voller Zivilisten sind ihr bevorzugtes Ziel. Ein Glück, dass die letzten Überlebenden der Erde in der Lage sind, durch die Zeit zu reisen und an den Beginn der Invasion zurück zu kehren. Mit drei Kampfrobotern ausgerüstet, haben sie es sich zur Aufgabe gemacht, die Menschheit vor dem Untergang zu bewahren. Und wenn das fehlschlägt, reisen sie so häufig in der Zeit zurück, bis ihnen die Rettung endlich gelungen ist. Dumm nur, dass sie mit lediglich drei Kampfrobotern zahlenmäßig deutlich unterlegen sind…

Kritik:
Es müssen nicht immer die großen High-Budget-Titel mit beeindruckender Grafik und möglichst großem Umfang sein, um die Spieler zu begeistern. Mit „Into the Breach“ erschien Ende Februar ein echter Überraschungshit auf Steam, der bereits zahlreiche Fans der Rundenstrategie begeistern konnte. Mit relativ hohem Schwierigkeitsgrad, simpler Spielmechanik und vor allem Pixelgrafik gehört dieses Spiel vermutlich nicht zu all jenen, die sich an die große Masse der Spieler richtet. Und dennoch: Nach ihrer roguelike Weltraumsimulation „FTL“ wissen ihre Fans durchaus zu schätzen, was sie hier geboten bekommen. Nicht zuletzt, weil das leichte, aber schwer zu beherrschende Spielprinzip schnell in seinen Bahn ziehen kann, wie es sonst vermutlich nur Brettspiele können.

Into the Breach

Schach gegen Aliens
Grundsätzlich erinnert das Strategiespiel nämlich tatsächlich an ein solches: Die primäre Spielmechanik ist insgesamt stark an den Klassiker Schach angelehnt. Acht mal acht Felder sind die jeweiligen Level groß, auf denen wir unsere drei Kampfroboter auf unterschiedliche Weise steuern können. Mit dem einen Mech stoßen wir den Gegner zur Seite, mit einem anderen fliegen wir über ihn hinweg und werfen ein paar Bomben ab und wieder andere arbeiten mit Fernwaffen, die lediglich geradeaus alles wegballern, was ihnen im Wege steht und dabei ebenfalls den Gegner beiseite schieben. Spannend wird dieses Spielprinzip allerdings dadurch, dass uns „Into the Breach“ eine Vorahnung darüber gibt, was die Aliens als nächsten Schritt tun werden. Wir wissen also vorher, in welche Richtung sie angreifen werden und müssen geschickt überlegen, wie wir sie entweder vernichten oder zumindest so zur Seite schubsen, dass sie unsere Gebäude nicht mehr angreifen können. Und das möglichst in kombinierten Spielzügen.

Into the Breach

Nur ein toter Bug…
…ist ein guter Bug. Und das darf man bei diesem Rundenstrategiespiel auch ziemlich Ernst nehmen. Die Schwierigkeit des Spiels liegt nämlich darin, dass wir mit jedem zerstörten Gebäude zugleich Energie verlieren. Die Energieanzeige stellt dabei eine Art „Gesundheitsbalken“ dar, der niemals auf null sinken darf. Dann nämlich ist das Spiel vollständig gescheitert – eine Speichermöglichkeit gibt es nämlich nicht. Lediglich die Möglichkeit, bereits entwickelte Mech-Piloten mit auf unsere nächste Zeitreise in die Vergangenheit zu nehmen, besteht. Das allerdings auch nur in begrenzter Häufigkeit. Verlieren wir zu häufig, landen wir irgendwann wieder im Hauptmenü und müssen komplett von vorne beginnen. Das Problem dabei: Aufladen lässt sich der Energiebalken erst dann wieder, wenn wir eine komplette Insel von den Aliens befreit haben – also in der Regel mitunter sechs oder sieben Level überstanden haben. Und das auch nur, wenn wir im Gegenzug auf bessere Waffen und Fähigkeiten verzichten. Denn für die braucht es dieselbe Währung, wie zum Aufladen des Energiebalkens.

Into the Breach

Inseln des Todes
Noch dazu wird „Into the breach“ zu Beginn für einige Fehlschläge sorgen, denn zugleich werden die jeweiligen Level auch immer schwieriger. Die Stärke und Widerstandsfähigkeit der Aliens verbessert sich nämlich stetig – und wo sie auf der ersten zu rettenden Insel nur einen Schadenspunkt anrichteten, sind es schon auf der zweiten Insel plötzlich drei pro Attacke. Insgesamt muss es uns gelingen, ganze vier Inseln nacheinander zu befreien – all ihre vorhandenen Level inklusive. Und das in einem Zug, ohne auch nur ein einziges Mal einen Spielstand speichern zu können. Immerhin: Unsere aktuelle Runde können wir in der Regel wiederholen und überdenken. Aber die Aktionen erst einmal ausgeführt, sind sie nicht revidierbar. Das ist es eben, was „roguelike“ ausmacht – und Fans des Genres werden letztendlich auch „Into the breach“ lieben. Man sollte allerdings nicht dazu geneigt sein, bei Fehlschlägen allzu schnell aufzugeben.

Into the Breach

Aufrüsten für den Krieg
Erstaunlich ist es, dass es dem Spiel tatsächlich gelingt, Frust größtenteils zu vermeiden. Das liegt daran, dass wir auch während unserer anfänglichen Fehlschläge immerhin eine Währung erhalten, mit der wir später die Squads austauschen können. Konkret bedeutet das, dass wir unsere drei Kampfroboter durch neue Kampfroboter ersetzen können. Die haben dann gänzlich andere Fähigkeiten und führen komplett andere Spielzüge aus. Das verpasst „Into the Breach“ trotz allem also eine gewisse Abwechslung, die dazu motiviert, ständig noch einmal mit einem neuen Squad von vorne zu beginnen. Immerhin ändert sich die Spielerfahrung dadurch immer wieder. Und es dauert kaum eine bis zwei Stunden, ehe das Strategiespiel den Spieler letztendlich auch mit kleinen Erfolgen belohnt. Da schafft man es dann vielleicht sogar mal auf die zweite Insel, statt schon auf der ersten zu scheitern – und schreitet mit jedem neuen Squad ein bisschen weiter voran. Dennoch haben wir gewisse Zweifel, dass dieses Spielprinzip jeden Spieler auch über eine zweistellige Stundenanzahl fesseln kann. Klar ist: Mit seiner eben speziellen Spielmechanik richtet sich „Into the Breach“ eben doch eher an echte Fans der Rundenstrategie und des „roguelike“ Spielerlebnisses.

Fazit:
Die Macher von „FTL“ erweitern das klassische Spielprinzip des Schachspiels um einige spannende Spielelemente und kombinieren dabei das kompromisslose nicht-speicherbare „roguelike“ Spielerlebnis mit einem faszinierenden und motivierenden Zeitreisefeature. Fans des Genres werde „Into the Breach“ deshalb lieben – andere wiederum sich frustriert nach einer Alternative umsehen.

Into the Breach Wertung



01
Mrz

Pro7-Mediathek ohne Werbung? So geht’s.

Spätestens seit dem Aufkommen der Video-on-Demand-Anbieter Netflix und Amazon Video ist das Interesse, Serien im Free-TV mit ständiger Werbeunterbrechung zu sehen, ziemlich gesunken. Auch die Quoten der Sender sprechen hier häufig eindeutige Zahlen. Haben die Privatsender dann doch einmal eine interessante neue Staffel im Programm, wird nicht selten auf die Mediathek zurückgegriffen, um wenigstens die Möglichkeit des zeitunabhängigen Abrufs nutzen zu können. Doch Werbung bekommen wir dort in der Regel dennoch zu sehen. Das allerdings muss nicht sein, denn zumindest bei Pro7 und allen ihren zugehörigen Sendern (Sat1, Pro7 Maxx, Kabel Eins, Sat1 Gold, DMAX, Sixx, TLC, Eurosport und Kabel Eins Doku) lässt sich das Problem der Werbung recht leicht umgehen.

Was ihr dafür braucht:
Ein paar Voraussetzungen müssen dafür natürlich dennoch erfüllt sein. Die einfachste Möglichkeit wäre die Anschaffung eines Chromecast-Sticks (einamlige Kosten: 35 Euro). Alternativ wäre aber auch die Nutzung der Miracast-Funktion des Fernsehers möglich. Viele Geräte von Sony, Philips, Samsung, LG und Panasonic unterstützen diese Funktion von Haus aus. Zusätzlich benötigt ihr natürlich noch ein Android-Smartphone, die 7TV-App und ein stabiles WLAN-Netz, mit dem sowohl Fernseher oder Chromecast-Stick, als auch Smartphone verbunden sind. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, steht eurem werbefreien Genuss der Mediathek nichts mehr im Wege.

So funktioniert es:
Habt ihr beide Geräte also erst einmal mit dem WLAN verbunden und die notwendige 7TV-App heruntergeladen, findet ihr in der oberen rechten Ecke der App ein Broadcasting-Symbol. Mit einem Click darauf, sollte euer mit dem WLAN verbundener Fernseher oder Chromecast-Stick dort erscheinen. Ihr verbindet einfach die App auf diesem Wege mit dem Gerät und startet anschließend ein Video eurer Wahl. Und voilà: Auf diesem Wege werdet ihr während der Übertragung eurer Lieblingsserien keine Werbung mehr auf dem Fernseher zu sehen bekommen.

Pro7 Mediathek ohne Werbung



26
Feb

Kingdom Come: Deliverance

Böhmen im Jahre 1403: Nachdem König Karl IV. bereits vor einigen Jahren das Zeitliche gesegnet hat, ist das Land unter der Führung seines Sohnes König Wenzel IV. längst ins Chaos versunken. Statt sich seinen eigentlichen Pflichten zu widmen, zieht es Wenzel vor, lieber frivoleren Beschäftigungen nachzugehen und recht wenig um das eigene Volk zu kümmern. Dass der Adel dies nicht lange mit sich machen ließ, sollte nicht verwundern, denn so wandten sie sich an seinen Halbbruder Sigismund, König von Ungarn. Der hat unterdessen allerdings gänzlich eigene Vorstellungen davon, wie die „Ordnung“ in Böhmen wieder hergestellt werden kann. Mit einer riesigen Armee fällt er über das Land her, brandschatzt ganze Dörfer und ermordet zahllose unschuldige Menschen. Das muss auch der junge Heinrich, Sohn des örtlichen Schmieds von Skalitz am eigenen Leib erfahren. Auch sein Dorf soll wird von den Kumpanen des ungarischen Herrschers heimgesucht und seine Eltern vor seinen eigenen Augen ermordet. Nach letzter Rettung und in Hoffnung auf Rache, findet er Unterschlupf in einer nahegelegenen Burg und stellt sich in den Dienst der Burgherren, um für Recht und Ordnung in seinem Heimatland zu sorgen…

Mittelalter ohne Fantasy
Harte und raue Zeiten hatte das Mittelalter auch im heutigen Tschechien zu bieten. Und dafür braucht es gar keine Drachen, Dämonen oder angsteinflößende Magie. Denn anders als die meisten anderen Rollenspiele, die in dieser Zeit angesiedelt sind, verzichtet „Kingdom Come: Deliverance“ vollständig auf Fantasyinhalte. Dieses Spiel sollte schließlich ein reines mittelalterliches Rollenspiel werden, das mit einer besonderen Nähe zu Realität punkten kann. Grobe Umgangsformen, herablassendes Verhalten gegenüber Frauen und dumme Kommentare gegenüber Minderheiten können also schon einmal dazu gehören, wenn das Spiel ein Leben im Jahre 1403 wiedergibt. Und tatsächlich: Den Entwicklern der Warhorse Studios ist es gelungen, eines der wohl realitätsnahesten Mittelalterszenarien umzusetzen. Und doch muss man beachten: Dokumentarische historische Korrektheit darf man trotz allem nicht erwarten. Das Spiel ist und bleibt – entgegen zahlreicher Vorwürfe von Historikern und Kritikern, die ihm vorwerfen, historische Fakten zugunsten von Rassismus zu verfälschen – eben doch Fiktion. Den Anspruch, jede damals dort anzutreffende Minderheit auch originalgetreu ins Spiel einzubauen, kann ein Entwickler angesichts eines derartigen Umfangs kaum erfüllen.

Kingdom Come: Deliverance

In den Fußstapfen des Hexers
Gerade bei jenem Umfang liegt nämlich auch eine der großen Stärken von „Kingdom Come: Deliverance“ und das bezieht sich nicht nur auf die etwa 16 Quadratkilometer große Spielwelt. Qualitativ gelingt es dem Rollenspiel nämlich auch, in derselben Liga mitzuspielen, die einst „The Witcher 3“ zur Genrereferenz machte. Und das betrifft auch den Umfang der Quests, die Anzahl der Charaktere, die Lebendigkeit der Spielwelt und vieles mehr. Zumal der Aufwand sicherlich nicht geringer ist, wenn man auf rein erfundene Wesen gänzlich verzichtet und eine Story komplett auf menschlichen Charakteren basierend aufbauen möchte. Man könnte angesichts dessen sogar sagen: „Kingdom Come: Deliverance“ ist das aufwändigste und umfangreichste Spiel der vergangenen Jahre. Kein Wunder also, dass Genrefans den Titel geradezu feiern und die Verkaufszahlen geradezu in die Höhe schießen. Immerhin dauert es gar ganze drei Stunden Spielzeit, ehe wir überhaupt erst das Intro zu Gesicht bekommen. Ganze hundert Stunden soll es laut Entwickler gar dauern, das gesamte Spiel vollständig durchzuspielen – und diese Zahl dürfte durchaus realistisch sein.

Kingdom Come: Deliverance

Schwing dein Schwert
Hinsichtlich dem Selbstanspruch an Authentizität ist das Rollenspiel aber auch nicht unbedingt zimperlich damit, auch einmal Leichen, Blut und Massaker zu zeigen. Dabei wird die Gewalt zwar nie zum Selbstzweck, aber Entwickler Warhorse Studios legt dennoch großen Wert darauf, die Spielwelt so rau und bitter zu präsentieren, wie das Mittelalter eben seinerzeit gewesen ist. Besonders stolz ist das Entwicklerteam dabei auf das außergewöhnliche Kampfsystem, das sich als so komplex entpuppt, dass es gerade deshalb schon wieder seine Schwächen hat. Hier kann man nicht einfach nur seinen Gegner angreifen, sondern das Schwert auch aus mehreren Richtungen schwingen, die optimalerweise dort sein sollte, wo der Gegner nicht sein Schwert oder Schild hält. Und am besten tricksen wir ihn gleich aus und wechseln kurz vor dem Schlag noch einmal spontan die Richtung, damit der Feind schlechter parieren kann. Das könnte sicherlich eines der detailliertesten Kampfsysteme sein, die wir je in einem Rollenspiel gesehen haben – ist damit aber auch nicht immer ganz so einfach zu beherrschen.

Kingdom Come: Deliverance

Entscheidungen statt Kampf
Ein Glück, dass die Kämpfe bei weitem nicht den größten Teil des Spiels ausmachen, auch wenn wir durchaus hier und da zum Schwert greifen werden. Viel wichtiger sind hingegen die Entscheidungen, die wir in „Kingdom Come: Deliverance“ fällen und die direkten Einfluss auf den Storyverlauf und die Spielwelt haben. Dabei arbeitet das Rollenspiel mit einem Rufsystem, das abhängig von der Ortschaft und den dortigen Fraktionen ist. Und dort können wir auf verschiedene Weise unsere Gunst stärken oder die Bewohner verärgern. Werden wir etwa bei einem Diebstahl auf eine Adelsperson erwischt, kann das beim Adel im jeweiligen Ort negative Folgen haben – bis hin zu dem Problem, dass der gesamte Adel womöglich nicht einmal mehr mit uns sprechen möchte, wenn der Ruf einmal etwas zu stark gesunken ist. Und da praktisch alle unsere Handlungen – jeder Diebstahl, jeder Kampf, jeder dumme Kommentar – solche Folgen haben kann, gelingt es dem Spiel, eine abgerundete lebendige Welt zu erschaffen.

Kingdom Come: Deliverance

Sprich nicht so mit dem Adel!
Besonders entscheidend ist dabei auch das Dialogsystem, bei dem unsere Fähigkeiten und unser Erscheinungsbild eine wichtige Rolle spielen. Es ist fast ein bisschen so, als hätte man das auf Entscheidungen basierende Dialogsystem aus diversen Telltale-Spielen in ein Rollenspiel verpackt und mit zusätzlichen Eigenschaften erweitert. Ob wir unser Gegenüber etwa durch Lügen, Drohen oder Ansehen beeinflussen können, ist nicht nur von Werten wie Rufstärke und Charisma abhängig, sondern zusätzlich auch von unserem Kleidungsstil, unserer Sauberkeit oder unserem körperlichen Ausdruck von Stärke. Die Bürger der Orte reagieren also abhängig von ihrem sozialen Status und unserer Erscheinung völlig unterschiedlich auf bestimmte Dialogoptionen und Entscheidungen – und auch hier kann ein Misserfolg unserer Überredungskünste negative Auswirkungen auf die gesamte jeweilige Fraktion haben. Ebenso aber auch umgekehrt. Das macht die Dialoge – und „Kingdom Come: Deliverance“ ist an diversen Stellen durchaus dialoglastig – ziemlich spannend und interessant. Es muss eben nicht immer nur Action sein, um den Spieler zu fesseln.

Kingdom Come: Deliverance

Hereingelegt durch einen NPC
Man sieht also schon sehr gut, welchen hohen Wert die Entwickler darauf legen, in eine lebendige Spielwelt eintauchen zu können. Spannend wird allerdings die Tatsache, dass sie dabei noch einmal einen oben drauf legen, denn dynamisch eingefügte Zufallsereignisse machen die Welt obendrein noch ein wenig glaubwürdiger. So kann es sein, dass wir für eine Quest etwa ein Pferd suchen, nichts ahnend einen Waldweg entlang reiten und plötzlich eine Leiche am Wegesrand sehen. Wir gehen davon aus, dass wir auf der richtigen Fährte sein müssen und die Person womöglich vom Pferd überrannt wurde. Folglich steigen wir ab, untersuchen und plündern die Leiche und siehe da: Wir sind in einen Hinterhalt geraten und werden von zwei Feinden angegriffen. Das Interessante daran: Dieses Erlebnis war nicht etwa fester Bestandteil der Quest, die wir erledigen wollten. Nach dem Laden eines Spielstandes und erneutem Aufsuchen dieser Stelle, ist die Leiche plötzlich nicht mehr da. „Kingdom Come: Deliverance“ fügt solche Ereignisse also dynamisch und zufallsgeneriert in die Welt ein, um sie spannender zu machen. Spätestens jetzt dürfte man das Rollenspiel wohl lieben gelernt haben.

Kingdom Come: Deliverance

Abwechslungsreiche Nebenquests
Apropos Quests: Das Erfolgsrezept der meisten herausragenden Rollenspiele liegt darin, auch die Nebenquests so interessant zu gestalten, dass wir sie freiwillig erledigen und nicht nur, um etwa Geld zu sammeln oder im Level aufzusteigen. Und auch das gelingt dem Spiel mit Bravour: Im Gegensatz zu vielen anderen Entwicklern verzichtet Warhorse Studios nämlich auf die Verwendung von immer gleichen Questmustern und bietet jeder einzelnen Nebenquest eine ganz eigene, individuelle Story. Da macht es doch gleich, viel mehr Spaß diesen nachzugehen und wir verspüren in jedem aufgesuchten Ort den Drang, doch gleich die dortigen Nebenquests auch zu erledigen – wie die Belohnung dabei aussieht, interessiert gar nicht und wird meist auch vorher nicht unbedingt verraten. Besonders gelungen ist das auch, weil „Kingdom Come: Deliverance“ manchmal darauf verzichtet, den Spieler an die Hand zu nehmen. Der genaue Zielort wird also nicht immer auf der Karte angezeigt. Hin und wieder nutzt das Spiel sogar außergewöhnliche Spielelemente zum Lösen einer Quests: So müssen wir einmal etwa Nachtigallen in einem Wald einfangen und dabei ihren Lauten lauschen. Die Soundausgabe wird also zum wichtigen Bestandteil, die Quest lösen zu können. Übrigens: Auch die Erledigung von Nebenquests kann unseren Ruf beeinflussen.

Kingdom Come: Deliverance

Leb mit deinen Entscheidungen
Damit wir allerdings nicht jede unserer Entscheidungen gleich wieder revidieren können, setzt „Kingdom Come: Deliverance“ auf ein ungewöhnliches und durchaus innovatives Speichersystem. Hauptsächlich gibt es also nur gelegentliche automatische Speicherpunkte, die mitunter auch mehr als eine halbe Stunde Spielzeit auseinander liegen können. Wer dazwischen speichern möchte, muss entweder schlafen gehen oder einen besonderen, stark alkoholischen Schnaps trinken. Das verhindert in erster Linie, kurz vor schwierigen Entscheidungen und Situationen speichern zu können, sodass der Spieler – mangels Lust, gleich eine halbe Stunde Spielzeit zu wiederholen – mit den Entscheidungen leben muss. Damit wird das Genre „Rollenspiel“ seinem Namen auch endlich gerecht. Das Problem dabei: „Kingdom Come: Deliverance“ ist keineswegs frei von Bugs. So kann es passieren, dass unsere Figur Heinrich etwa nicht mehr durch eine Tür gehen möchte oder eine Leiter aus dem Keller nicht hinauf klettert. Und dieses Problem lässt sich dann nur lösen, in dem wir einen älteren Spielstand laden. Nunja: Was das bedeutet, wenn das Spiel seit 30 Minuten nicht mehr gespeichert hat, sollte jedem klar sein…

Kingdom Come: Deliverance

Keine Zeit für den Feinschliff
Generell hätte es dem Spiel sicherlich nicht geschadet, wenn die Entwickler noch ein wenig mehr Zeit für die Beseitigung von Bugs gehabt hätten. Immerhin gibt Producer Martin Klima im eigenen Forum auch zu, dafür nicht genügend Zeit gehabt zu haben. Um es kurz zu machen: Wir hätten die volle Punktzahl bei der Wertung in Betracht gezogen, würden die zahlreichen Bugs nicht den Spielspaß immer wieder trüben – denn eigentlich sind jene Fehler auch die einzigen wirklichen Kritikpunkte an diesem Spiel und das allein ist schon bemerkenswert genug. Und klar ist auch: Bei einem derartig umfangreichen und komplexen Spiel mit einer solch großen Entscheidungsfreiheit lassen sich Bugs sicherlich eher verschmerzen, als etwa bei einem sechsstündigen Schlauchlevel-Shooter, der wesentlich einfacher zu entwickeln ist. Dennoch: Spätestens, wenn „Kingdom Come: Deliverance“ zum dritten Mal in einer Endlos-Ladeschleife fest hängt, sich fälschlicherweise dieselben Dialoge mehrfach wiederholen oder mal wieder irgendein Pferd in der Luft schwebt, wird es dann doch mitunter etwas nervtötend. Ein Glück, ist das Rollenspiel aber motivierend genug, das wegzustecken und mit dem letzten Spielstand einfach weiter zu machen. Bitter ist es dennoch, wenn man lediglich deshalb kein nahezu perfektes Spiel abliefern kann.

Kingdom Come: Deliverance

Augenschmaus in den Bergen
Erstaunlich ist, dass Warhorse Studios ihr neuestes Spiel unterdessen gar nicht als großen AAA-Titel betrachtet. Und das, obwohl „Kingdom Come: Deliverance“ auch optisch in der Tat mit den ganz großen Spielen mithalten kann. In den maximalen Ultra-Einstellungen entwickelt sich das Rollenspiel schließlich zu einem Augenschmaus mit beeindruckender Weitsicht. Besonders der Blick über die Berge mit dichtem Wald im Hintergrund kann sich hervorragend sehen lassen. Zumal die Entwickler auch bei den Animationen auf jedes Detail geachtet haben: Hier bewegt sich jeder Grashalm und jeder Ast mit dem Wind. Tiere jedweder Art bereichern die Landschaft – sowohl auf Bauernhöfen, als auch in der Wildnis. Beim Reiten durch eine am Boden sitzende Vogelherde fliegt diese eindrucksvoll und physikalisch korrekt davon. Selbst, wenn hier und da mal ein Pferd wegen eines Bugs in der Luft schwebt: Solche Szenen wiederum sind einfach stark.

Kingdom Come: Deliverance

Die flüsternden Gespräche
Schade ist, dass man in Sachen Sound leider nicht dieselbe Qualität abliefern konnte. Und das liegt nicht einmal an der durchaus gelungenen deutschen Synchronisation, die stets mit authentischen und kräftigen Stimmen daher kommt. Auch hier machen sich nämlich Bugs bemerkbar, die in diesem Fall einfach als überaus störend empfunden werden. Vor allem in den Dialogszenen kommt es schließlich immer wieder dazu, dass die Lautstärke der Sprachausgabe stark schwankt. Mal in normaler Lautstärke, der nächste Satz dann wieder im Flüsterton. Da helfen dann auch die besten Synchronsprecher leider nicht. Umso mehr schade wird das, wenn man dann zwingend auf die (einblendbaren) Untertitel angewiesen ist, um die Gesprächspartner überhaupt zu verstehen. Vermutlich dürfte aber auch das zu jenen Bugs gehören, die auf der Prioritätenliste für die nächsten Patches ganz oben stehen. Dennoch: Solche Fehler sollten bereits in der Releasefassung behoben sein.

Fazit:
Mit einem nahezu authentischen Mittelalter-Setting, einer überaus spannenden Story und einer beeindruckenden Spielwelt hat „Kingdom Come: Deliverance“ als erstes Spiel seit Jahren das Potential dazu Witcher 3 vom Rollenspiel-Thron zu stoßen. Damit hat Warhorse Studios womöglich jetzt schon das Spiel des Jahres abgeliefert, das es lediglich auf Grund seiner Bugs nicht zur Bestwertung geschafft hat.

Kingdom Come: Deliverance Wertung