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Fantasy Basel: Vielfalt für Nerds und Geeks
Medieval Fantasy Con: Mittelalterfest trifft Harry Potter-Convention
Düsseldorf: Schweißtreibendes Heimspiel von Die Krupps
Dortmund: Destination Star Trek feiert überschaubares DS9-Jubiläum
Dutch Comic Con: Das Mega-Event in Utrecht
Orwell: Ignorance is Strength
Magiccon: Der Teufel kam nach Bonn
Dystopia 2: Fans von “The 100″ treffen ihre Stars in Düsseldorf
Train Sim World: NEC New York
Walker Stalker Germany: Walking Dead-Stars eroberten Mannheim

14
Mai

Fantasy Basel: Vielfalt für Nerds und Geeks

Bereits das erste Event vor vier Jahren war ein voller Erfolg, der 5-stellige Besucherzahlen anlocken konnte und auch in diesem Jahr sollte dieser Trend weiter fortgesetzt werden: Mit einer zusätzlichen Halle, die ausschließlich für Q&A-Panels mit den Stars verwendet wurde und die bereits im Vorjahr angekündigt wurde, ging die Fantasy Basel in der Messe Basel vom 10. bis 12. Mai 2018 wieder an den Start. Und da sollte sich der Aufwand gelohnt haben: Bereits in den frühen Morgenstunden versammelten sich Tausende Besucher schon vor der Öffnung der Messehallen auf dem Gelände und konnten es gar nicht abwarten, endlich in den Genuss der angesagtesten Games, Comics und Schauspieler zu kommen.

Beim Aufbau hat man sich auch in diesem Jahr wieder am Erfolgskonzept aus dem vergangenen Jahr orientiert. Halle 2 der Messe Basel lädt schließlich mit ihrer genialen eckigen Konstruktion ein, in dessen Mitte sich ein runder Außenbereich für die Food Area befindet. Für den Aufbau der Stände bedeutete das wiederum erneut: Jede Halle konnte mit vier verschiedenen, übersichtlich gestalteten Themenbereichen ausgestattet werden, die sich auch räumlich von den anderen Bereichen abgrenzten. Und das sogar auf drei Etagen, denn Halle 2 bietet reichlich Platz auf drei Ebenen, die von der Fantasy Basel auch intensiv genutzt wurden.

Fantasy Basel 2018

Davon profitierten natürlich nicht nur die Comic-Fans, sondern auch die PC- und Konsolenspieler. Das Wort “Fantasy” wurde nämlich auch im Bereich der digitalen Medien Ernst genommen, sodass die neusten Spiele diverser großer Publisher natürlich nicht fehlen durften. Insbesondere Sony und Nintendo haben jeweils mehr als zehn Videospiel-Neustarts der nächsten Monate mitgebracht und den Besuchern die Möglichkeit gegeben, selbst kommende Blockbuster wie “Detroit: Become Human” vor Ort anzuspielen. Aber auch eine große eSports-Meisterschaft sollte nicht zu kurz kommen, sodass man sich sogar professionelle Kommentatoren vom Sports-on-Demand-Anbieter DAZN dazugeholt hat, der für gewöhnlich unter anderem internationale Fußballspiele via Stream überträgt.

So mancher Aussteller hatte dabei sogar sichtlichen Spaß an der Sache und wurde kurzerhand selbst zum Cosplayer, was sich nicht zuletzt auf der ersten Etage bei den diversen Mittelalter-Ständen bemerkbar machte. Hier konnte sich der geneigte Besucher dann nicht nur mit allerlei Gewandungen und Met eindecken, sondern bekam diese mitunter gar von einem Händler präsentiert, der selbst in aufwändiger, handgefertiger Fantasy- oder Mittelalterkleidung an seinem Stand anzutreffen war. Die Fans hatten daran natürlich gleich umso mehr Spaß, wenn die authentischen Aussteller mehr als klar verdeutlichen, dass sie sich auch zur Gruppe der “Nerds und Geeks” zählen.

Fantasy Basel 2018

Dass es im Vergleich zum Vorjahr etwas größer geworden ist, fällt allerdings nicht nur durch die riesige Halle 1 mit der Panelbühne auf, die alleine nochmal so groß war, wie das gesamte restliche Messegelände, sondern auch durch die Tatsache, dass es in diesem Jahr erstmals gleich zwei Bühnen für die Panels mit den Stars gab. Da ergab sich einerseits die Gelegenheit, die großen englischsprachigen Stars wie Sean Pertwee (Gotham) oder Josefin Asplund (Viking) auf der großen Bühne zu sehen, andererseits bekamen die Fans aber gar die ein oder andere interessante Diskussion geboten. Etwa dann, als sich Carla Juri (Blade Runner 2049) mit dem Body Hacker Steve Void über Technologien, Chipimplantationen und künstliche Intelligenz unterhielt. Ihre schauspielerische Leistung mag bei der Diskussion zwar etwas kurz geraten sein, doch setzt die Fantasy Basel an diesen Stellen gar auf intellektuell höherwertige Debatten, die über Popkultur einerseits hinausgehen mögen, andererseits aber dennoch interessante Themen für Nerds und Geeks anreißen.

Fantasy Basel 2018

Generell wurde am Wochenende aber ohnehin ersichtlich, dass die Fantasy Basel nicht mehr nur auf Nerds als Besucher setzt, sondern diese ganz gezielt auch auf Seiten der Aussteller sehen möchte. Dass das Event damit im Gaming-Bereich auch zu einer interessanten Indie-Plattform wurde, wie man es sonst eher auf Entwicklerkonferenzen gewohnt ist, ist in der gesamten Convention-Szene einzigartig. Denn obwohl bereits im Vorjahr offensichtlich wurde, dass man auch lokalen Anbietern eine Präsentationsmöglichkeit bieten wollte, ist die Einbeziehung von schweizerischen Indie-Spieleentwicklern, die ebenso viel Standfläche zur Verfügung gestellt bekamen, wie die großen Major-Publisher, eine spannende Möglichkeit, sowohl die nationale Gaming Branche zu fördern, als auch in direkten Kontakt mit Game Designern und Programmierern zu treten. So schafft es die Fantasy Basel tatsächlich, echtes Nerd-Feeling abseits des obligatorischen Cosplays zu entfalten und bietet auch für den Privatbesuchern Content, den es sonst eher hinter verschlossenen Türen etwa auf den German Dev Days oder der Devcom zu sehen gibt.

Fantasy Basel 2018

Falls das den Besuchern aber immer noch nicht reichte, ging die Vielfalt auf der Fantasy Basel natürlich noch weiter: Spannende Lesungen unter anderem von Bernhard Hennen und Markus Heitz warteten nämlich ebenfalls auf den Besucher und Bücherwurm. Und da kommt die Hallenkonstruktion auf drei Ebenen sogar besonders gut zur Geltung, wenn man die Lesungen und Vorträge akustisch komplett von jeglichen Nebengeräuschen abschotten kann und somit einen perfekten Rahmen dafür bietet. Darüber hinaus durften mit den Zeichenkünstlern, Mangas, Flipperautomaten und vielem mehr aber auch noch reichlich andere Fans auf ihre Kosten kommen, deren Interessengebiete eher an einem anderen Punkt lagen. Damit dürfte die Fantasy Basel wirklich jedes Interesse der Nerds und Geeks abgedeckt haben und fand die perfekte Location, eine solche Vielfalt angemessen zu präsentieren. Genau deshalb verwundert es auch nicht, dass die Veranstaltung natürlich in die nächste Runde gehen wird: Vom 3. bis 5. Mai 2019 wird das Event erneut in der Messe Basel stattfinden.



10
Mai

Medieval Fantasy Con: Mittelalterfest trifft Harry Potter-Convention

Bei sonnigem Wetter ist Schloss Burg in Solingen schon immer ein beliebtes Ausflugsziel für Familien gewesen. Der beeindruckende Ausblick auf das Bergische Land lädt zum Verweilen ein und die Fahrt mit der Seilbahn auf die Burg an der Wupper macht so manchem Besucher besonders viel Spaß. Gleichzeitig ist Schloss Burg allerdings auch für ihre vielen Veranstaltungen bekannt, finden schließlich auch Ritterspiele regelmäßig in der Location statt. Am 5. und 6. Mai allerdings war das Spektakel der “Medieval Fantasy Con” selbst für Kenner von Schloss Burg eine Besonderheit: Die Veranstalter der Epicon UG haben nicht einfach nur ein normales Mittelalterfest durchgeführt, sondern dieses mit einer echten Harry Potter-Convention kombiniert – Stargäste aus den Filmen natürlich inklusive.

Medieval Fantasy Con: Harry Potter Special

Im Vor- und Innenhof der Burg bot sich den rund 5000 Besuchern dabei zunächst der übliche Anblick eines typischen Mittelaltermarktes: Traditionelle Gerichte von Spätzle bis zu Flammkuchen, eine Taverene mit Bier vom Fass, unterhaltsame Gaukler, sowie die obligatorischen Metstände, die zu einer Veranstaltung dieser Art wie selbstverständlich dazu gehören. Bei genauerem Hinsehen allerdings dürften so einige Fans der Harry Potter-Filme und -Bücher dann aber doch liebevolle Details entdeckt haben: Sei es das zur Thematik passende Butterbier an der Taverne, die dezente, aber hübsche Dekoration der Burg oder die diversen Merchandise-Händler, die den geneigten Besucher mit handgefertigten Zauberstäben oder gar Legosteine für das eigene heimische Hogwarts-Abenteuer begeisterten. Und nicht zu vergessen die vielen Besucher, die in originalgetreuen Harry Potter-Gewandungen und -Kostümen erschienen. Die Medieval Fantasy Con mag dabei zwar nicht die Größe einer Messe gehabt haben, konnte aber trotzdem den Nerv so mancher Besucher treffen.

Medieval Fantasy Con: Harry Potter Special

Zumindest, wenn man es denn geschafft hat, zu den diversen Merchandise-Händlern überhaupt vorzudringen. Die waren nämlich im Innenhof der Burg, der lediglich auf 1000 Besucher ausgelegt war – während pro Tag allerdings bis zu 2500 Harry Potter-Fans anwesend waren. Wer nicht bereits am frühen Morgen kam, für den bedeutete dies mitunter lange Warteschlangen, um in den nächsten Bereich der Veranstaltung gelangen zu können. Manche Besucher berichteten gar davon, ganze zwei Stunden auf den Einlass zum Innenhof gewartet zu haben und waren davon alles andere als begeistert. Erst recht, wenn für die ebenfalls im Innenteil der Burg stattfindenden Autogrammstunden dann eine weitere Schlange auf die Fans wartete.

Medieval Fantasy Con: Harry Potter Special

Die meisten der etwa 2500 Besucher des jeweiligen Tages ließen sich davon allerdings nicht die Laune verderben. Bei strahlendem Sonnenschein, gefühlten 30 Grad Außentemperatur und blauem Himmel war immerhin das Wetter perfekt, um den ganzen Tag auf einer Outdoor-Convention auf einem Burggelände zu verbringen. Und unabhängig davon, wie lang auch so manche Warteschlange gewesen sein mag, haben die Veranstalter bei der Aufstellung der Bühne durchaus mitgedacht: Die stand nämlich im Außenbereich, sodass wirklich jeder Besucher die Möglichkeit hatte, seine Lieblingsstars bei den Panels sehen zu können. Dass Stars wie Jon Campling, Evanna Lynch, Katie Leung, Christian Coulson, Harry Melling, Nick Moran, Stanislav Yanevski und Jessie Cave dabei auch noch fantastisch gelaunt und immer wieder zu Scherzen aufgelegt waren, machte den Aufenthalt natürlich umso besser. Kaum zu übersehen war wohl, dass sie die Location und die fantastische Aussicht ebenso genießten, wie so mancher Besucher.

Medieval Fantasy Con: Harry Potter Special

Und eines ist in jedem Fall klar: Wenn eine Convention komplett ausverkauft ist, wird sie definitiv einen Nerv bei den Besuchern getroffen haben. Mit dem interessanten Mix aus Mittelalterfestival und klassischer Star-Convention konnte sich die Medieval Fantasy Convention nämlich deutlich von den üblichen Messe- und Hotel-Cons abgrenzen und ein recht spezielles Erlebnis bieten, das vor allem auch Familien mit jüngeren Kindern auf die Burg lockte. Da nehmen die meisten dann sogar gerne einmal einen Sonnenbrand in Kauf, der in der knallenden Mittagssonne vor der Outdoor-Bühne kaum zu vermeiden war. Grund genug also, ein solches Event noch einmal zu wiederholen: Bereits am 25. und 26. August 2018 geht die Medieval Fantasy Convention mit Stars aus “Die Chroniken von Narnia” und “Der Hobbit” in die nächste Runde und auch für das kommende Jahr wurde bereits ein weiteres Special angekündigt, das sich dann gänzlich dem Mittelerde-Thema rund um “Herr der Ringe” widmen soll. Wenn die Nachfrage ähnlich groß sein wird, sollten Fans mit dem Kauf der Tickets allerdings nicht zu lange warten – das “Harry Potter Special” war nämlich bereits im vergangenen Herbst gänzlich ausverkauft.

Weitere Fotos findet ihr auf unserer Facebookseite unter facebook.com/dvdmagazine



01
Mai

Düsseldorf: Schweißtreibendes Heimspiel von Die Krupps

Nordrhein-Westfalen ist bekannt für seine Industriekultur, die vor einigen Jahrzehnten noch richtig florierte. So mancher ältere Bewohner erinnert sich noch genau an die damalige Zeit in den Stahlwerken und Bergbauminen. Genau das war auch die Zeit, in welcher der Industrial erstmals berühmt wurde und mit seiner Musik die schwarze Szene zu einer spannenden Subkultur formte. Auch eine Band aus Düsseldorf ist schon von Beginn an dabei, gründete sie sich schließlich bereits in den 1980er Jahren. Doch noch heute ist sie Stammgast auf zahlreichen Musikfestivals und die kleinen Genrelocations sind mit mehreren hundert Besuchern komplett ausgebucht. Kommen sie allerdings nach Düsseldorf ins Zakk ist das ein ganz besonderes Erlebnis: Hier nämlich ist die Heimat der Krupps und hier wissen die Fans ganz genau, was sie erwartet.

Die Krupps @ Zakk Düsseldorf

Ganz im Gegensatz zu manchem Fotografen, wie mir, der sich eine kleine Vorwarnung gewünscht hätte. Dass es nämlich keinen Fotograben gibt, ist in kleineren Locations zunächst gar nicht einmal ungewöhnlich. Sich kurz nach dem Beginn des Konzerts allerdings inmitten eines Moshpits wiederzufinden, der die nächsten zwei Stunden nicht mehr stoppen sollte, allerdings schon. Die Krupps hatten es nämlich gar nicht nötig, ihre Fans zum Mitfeiern aufzufordern: Hier wurde ganz von selbst gehüpft, gekreischt, gerempelt, geschwitzt und mitgesungen. Die fast ausnahmslos schwarz gekleideten Konzertbesucher konnten praktisch jeden Song problemlos mitsingen und ließen sich nur zugern von der Düsseldorfer Industrial-Band einheizen. Fast schon ironisch klingt dann die Frage des Frontmanns Jürgen Engler “habt ihr Spaß?”.

Doch selbst für mich als – zugegeben im Moshpit selbst ins Schwitzen gekommenen – Fotografen war der Auftritt von “Die Krupps” nicht einfach ein gewöhnliches Konzert. Es war ein Erlebnis, das einen auch ganz ohne Alkohol und Drogen in eine Art Rauschzustand versetzt, von dem man sich danach erst einmal ein paar Stunden erholen muss. Das ist aber auch kein Wunder, denn für ihre Einzigartigkeit haben sich “Die Krupps” sogar eigens konstruierte Instrumente ausgedacht. Das legendäre Stahlophon etwa, bei dem Jürgen Engler mit voller Wucht rhythmisch auf verschieden große Stahlrohre hämmert, um damit ihrem ganz speziellen Sound gerecht zu werden, der wie frisch aus dem Stahlwerk klingt. Und auch hier wissen die Fans sofort: Wenn der Frontmann seine schwarzen Handschuhe anzieht, wird das “Stahlophon” eindrucksvoll zum Einsatz kommen.

Die Krupps @ Zakk Düsseldorf

Man kann also sagen: “Die Krupps” nehmen ihre “Metal Machine Music” vollkommen Ernst und veranstalten eine regelrechte Stahlwerkssinfonie – wie zufällig einst auch ihr erstes Album hieß. Die Texte sind dabei geradezu ein parodistischer Blick auf die Kultur des Ruhrpotts und überspitzen gerne die nordrhein-westfälische Leidenschaft für “Schweiß und Arbeit”. Denn wenn von der Industrie schon nicht mehr viel geblieben ist, dann soll die einstige Euphorie den Bewohnern dieses Bundeslandes immerhin tanzbare harte E-Gitarrensounds hinterlassen, die heute zu einem Symbol der hiesigen Gothic-Szene geworden sind. Schweiß gibt es bei ihrem Auftritten jedenfalls genug – und der temporeiche anstrengende Auftritt sieht sowieso nach ziemlich harter Arbeit aus.



01
Mai

Dortmund: Destination Star Trek feiert überschaubares DS9-Jubiläum

Als die Destination Star Trek Germany bereits vor vier Jahren einmal nach Deutschland kam und in der Messe Frankfurt zahlreiche Fans anlockte, war noch nicht absehbar, ob sie jemals wieder hierher zurückkehren würde. Doch zum 25-jährigen Jubiläum der beliebten Science-Fiction-Serie “Star Trek: Deep Space 9″ sah man offenbar den perfekten Zeitpunkt, noch einmal einen Großteil des Casts nach Deutschland zu holen. Dieses Mal führte es die Veranstalter und einige Fans in die Westfalenhalle Dortmund, wo die Schauspieler aus den verschiedensten Star Trek-Serien in einer einzigen Halle auf die Besucher warteten. Ganze zwei Bühnen sollte es schließlich geben, auf denen die Darsteller ihren Fans Rede und Antwort standen.

Zumindest jenen, die zusätzlich zum Eintrittspreis noch einmal in die Tasche griffen, denn so mancher Bühnenauftritt war nicht bereits im Ticket inbegriffen. Zwischen 10 und 20 Euro kostete dabei jeder einzelne Talk der Stars und vor allem die Fans von Deep Space 9 dürften es als enttäuschend empfunden haben, dass ausgerechnet das große Gruppenpanel zum Jubiläum für Zusatzkosten sorgte. Das war mitunter auch ein atmosphärisches Problem, denn vor allem die kostenfreien Panels waren sichtlich besser gefüllt, als die mit zusätzlichen Kosten verbundenen “Paid Talks”. Vor allem auch deshalb, weil der DS9-Cast trotz des Jubiläums bei weitem nicht das große Interesse erreichte, das der Veranstalter offenbar erwartet hatte.

Destination Star Trek Germany 2018

Darsteller der Originalserie locken die Fans
Stattdessen waren es nämlich eher die Schauspieler der alten Originalserie “Raumschiff Enterprise”, die im Alter von über 80 Jahren noch immer die Autogrammschlangen füllen konnten. Dass Nichelle Nichols (Uhura) schließlich trotz Rollstuhl überhaupt noch auf einen anderen Kontinent fliegt, empfinden die meisten Fans nicht als Selbstverständlichkeit – und sie sind sich bewusst, dass zukünftige Auftritte in Deutschland nicht garantiert sein können. Das gilt unterdessen natürlich auch für Walter Koenig (Chekov) und William Shatner (Kirk), die ebenfalls nicht mehr zu den Jüngsten gehören.

William Shatner war derweil ohnehin derjenige, der am Samstag Nachmittag den Panelbereich noch komplett füllen konnte. Obwohl die Akustik währenddessen nicht immer optimal war und er sogar Beschwerden über Lärm von der anderen Bühne äußerte, ließ er sich die gute Laune allerdings nicht nehmen und machte sich einen Spaß daraus, mit seinen Fans herumzualbern – und noch dazu, als einziger gleich ohne Moderator auf die Bühne zu steigen, um sich wirklich den Fans widmen zu können. Das kam dabei so gut an, dass selbst seine Kollegin Nichelle Nichols als Zuschauerin im Publikum dazu stieß und zeigte, dass sie sich mit ihren Kollegen auch heute noch wunderbar versteht.

Destination Star Trek Germany 2018

Netflix-Stars als Convention-Neulinge
Die zweite für Fans durchaus interessante Gruppe dürften die vier Darsteller aus der neuen Serie “Star Trek Discovery” gewesen sein, die hierzulande auf Netflix zu sehen ist und dessen Cast zugleich zum ersten Mal auf einer deutschen Con anwesend war. Für Mary Wiseman (Tilly) soll es sogar die erste Convention überhaupt gewesen sein, wie sie ihren Fans auf der Bühne mitteilte. Umso erfreulicher, dass sie sich trotzdem von einer ausgesprochen lockeren Seite präsentierte und überraschend wenig Berührungsängste zeigte. Traf sie auf interessante Cosplayer, durften die Rollen auch gerne mal getauscht werden, sodass Mary Wiseman liebendgern selbst ein Foto mit den Fans wollte – statt umgekehrt. Währened sich William Shatner an seinem Autogrammstand mitunter gerne etwas abschotten ließ, wurde den Besuchern klar: Das ist keine Selbstverständlichkeit.

Insgesamt mochten sich so manche Fans also in zwei Gruppen aufgeteilt haben: Jene, die Star Trek Discovery noch gar nicht gesehen haben und sich deshalb umso lieber auf die Stars der Originalserie stürzten. Und jene, die von der neuen Serie auf Netflix vollkommen begeistert sind und sich gerade deshalb für Autogramme der Discovery-Stars interessierten, weil sie zum ersten Mal auf einer deutschen Veranstaltung waren. Die Convention-Dauergäste der TNG/Voyager/DS9-Ära hingegen hatten es da sichtlich schwerer und saßen nicht selten an einem leeren Autogrammstand – mit hoher Wahrscheinlichkeit auch deshalb, weil sie mindestens im jährlichen Takt auf hiesigen Events erscheinen und die Fans somit bereits mit Fotos und Autogrammen gänzlich versorgt sind. Andererseits aber auch den überschaubaren Besucherzahlen geschuldet, denn:

Destination Star Trek Germany 2018

Die Leere am Freitag
Trotz der hohen Beliebtheit mancher Stars bleibt die Frage, ob es sich bei der “Destination Star Trek Germany” tatsächlich um einen Erfolg für den Veranstalter handelt. Vor allem am Freitag erschreckte die Veranstaltung mit einer gähnenden Leere in der Westfalenhalle und konnte keine nennenswerten Besucherzahlen erreichen. Ein ähnliches Phänomen gab es dann am Sonntag Nachmittag, als das Event bereits um 14 Uhr sichtlich leerer wurde und selbst die Cosplay Parade um 15 Uhr ersatzlos ausfallen musste, weil fast kein einziger Cosplayer mehr anwesend war. Offensichtlich waren viele Besucher bereits nach wenigen Stunden wieder gegangen – und nur der Samstag kann einigermaßen als Erfolg betrachtet werden. Ob das angesichts eines überaus teuren William Shatner ausreicht, darf bezweifelt werden. Und ob die Destination Star Trek – die üblicherweise eher in Groß-Britannien angesiedelt ist – noch einmal in Deutschland stattfindet, vermutlich ebenfalls.



03
Apr

Dutch Comic Con: Das Mega-Event in Utrecht

Nicht nur in Deutschland gibt es mehrmals im Jahr eine Comic Con – auch in unserem Nachbarland, der Niederlande, haben sich solche Events längst etabliert. Und wer bisher nur die kleinere “Winter Edition” der Dutch Comic Con im November besucht hat, war am Osterwochenende vermutlich ein wenig überrascht: Die große “Mutterveranstaltung” im Frühjahr, mit der einst alles begonnen hat, ist nämlich inzwischen ganz schön groß. Immerhin kamen da mehr als 20.000 meist holländische Besucher in die Hallen der sogenannten Jaarbeurs in Utrecht, was so viel wie “Messe” bedeutet – pro Tag wohlgemerkt. Und wo die Winter Edition ihre Besucher noch in drei kleine Hallen lockte, sind es im Frühjahr inzwischen ganze fünf Hallen, die mitunter doppelt so groß sind. Mehr als genug Platz also für reichlich thematische Vielfalt.

Und die gab es dann auch, denn die Dutch Comic Con nutzt den vielen Platz, um die Hallen in viele große und spannende Bereiche einzuteilen. Konkret bedeutet das: Das Wort “Comic” im Namen wird hier tatsächlich ein wenig ernster genommen, als auf den Konkurrenzveranstaltungen mit dem Titel Comic Con. Gleich fast eine komplette Halle wird da den Comic-Händlern, Zeichnern und Mangas gewidmet, von denen es unzählige zu bestaunen gibt und bei denen so mancher Künstler auch einmal eine individuelle Zeichnung für den Fan anfertigt. Allerdings soll das längst nicht alles sein, denn in einem zusätzlich gesonderten Second Hand-Bereich wartet die Dutch Comic Con obendrein auch noch mit einem Flohmarkt auf, in dem ebenfalls zahlreiche Comics recht preisgünstig den Besitzer wechselten. Wer auf der Suche nach spannenden Comics war, ist hier also mit Sicherheit fündig geworden.

Dutch Comic Con 2018

Darüber hinaus ähnelt das Konzept dann ein wenig der Fantasy Basel, die ebenfalls einen umfangreichen Gaming-Bereich zu bieten hat. Kooperationen mit Spielepublishern und Hardwareherstellern sorgten dann nicht nur für interessante Exklusivinhalte, bei denen sich die Besucher interessante neue Games anschauen konnten, sondern auch für zahlreiche sogenannte “Free 2 Play”-Stationen, an denen Gamer völlig kostenlos die neuesten Spielehits antesten konnten – bis hin zu Blockbustern wie Far Cry 5. So mancher Designer und Entwickler hielt gleich daneben spannende Vorträge über Grafikdesign oder die Entwicklung des Videospiels “Horizon Zero Dawn”, sodass ein bisschen da sogar das Feeling einer Entwicklerkonferenz aufgekommen sein mag, bei der man in den direkten Kontakt mit den Entwicklern treten konnte. Und wem das noch nicht spektakulär genug war, der fand ein paar Meter weiter eine riesige Fläche für die Drone Racing Championship, bei denen die Teilnehmer mit rasanten, ferngesteuerten Drohnen einen Hindernisparcour überwinden mussten. Ein zum Teil einzigartiges Angebot für Gamer und Bastler.

Trotz allem durften auf der Dutch Comic Con natürlich auch jene Leute nicht fehlen, die auch auf anderen Conventions im Mittelpunkt stehen: Die Stars aus Hollywood. Die Anzahl mochte dort zwar überschaubar gewesen sein, doch die eingeladenen Gäste hatten es durchaus in sich. So kam sogar niemand geringeres als Dwight Schultz (Foto oben) höchstpersönlich nach Utrecht, der in den 80iger Jahren einer der Hauptdarsteller der Kult-Serie “Das A-Team” war. Und seine Anwesenheit ist zugleich eine Besonderheit, schließlich habe er nach eigener Aussage in den vergangenen fünf Jahren kein einziges Mal die Vereinigten Staaten verlassen und besuche selbst dort nur ein bis zwei Mal im Jahr eine Convention. Damit war Dwight Schultz nicht nur für niederländische Conventions ein seltener Gast, sondern für ganz Europa.

Dutch Comic Con 2018

Etwas moderner hingegen wurde es dann mit Katie Cassidy, die als Black Canary in der DC-Comicserie “Arrow” bekannt wurde. Und während auf so mancher Convention ausdrücklich darauf hingewiesen wird, dass während der Q&A-Panels nicht nach Umarmungen oder dergleichen gefragt werden darf, war das auf der Dutch Comic Con kein Problem: Sie ließ es sich nicht nehmen, beinahe im Fünf-Minuten-Takt mit ihren Fans zu knuddeln und Umarmungen zu verteilen. Der Veranstalter wiederum präsentierte sich dabei recht locker und verzichtete auf Verbote jeglicher Art, sofern das Einverständnis der Stars vorlag. Das traf mitunter auch mal auf das ein oder andere Selfie auf dem Gang zu – und die Niederländer dankten es den Veranstaltern mit den sogar für europäische Verhältnisse sehr hohen Besucherzahlen.

Besonders unterhaltsam präsentierte sich kurz danach übrigens auch Mark Sheppard, den viele Besucher unter anderem aus “Doctor Who”, “Supernatural” und vielen anderen Serien kennen – und wurde damit (vielleicht unfreiwillig) zu einem Highlight der Convention. Der nämlich hatte so gar keine Lust auf die auf jeder Con immer gleichen Fragen und gab auf jede dumme Frage eine ebenso dumme Antwort. Natürlich immer mit einem Zwinkern und nicht ganz Ernst gemeint, war das allerdings höchst belustigend für die restlichen Zuschauer auf den Rängen des Publikums – vor allem, wenn er schlicht jede zweite Frage mit einem simplen “No” beantworten konnte und sich daraus nur zu gerne einen Spaß gemacht hat. Das Panel von Mark Sheppard wird damit sicherlich so manchem Fan etwas länger in Erinnerung bleiben.

Wer nun auch einmal in den Genuss der mit ziemlicher Sicherheit größten Convention der Niederlande kommen möchte, hat dazu übrigens bereits in diesem Jahr erneut die Gelegenheit. Die “Winter Edition” der Dutch Comic Con soll nämlich erneut am 24. und 25. November 2018 in der Jaarbeurs Utrecht stattfinden. Tickets und weitere Infos gibt es in Kürze unter dutchcomiccon.com.



29
Mrz

Orwell: Ignorance is Strength

Die Geheimdienste stehen schon seit geraumer Zeit in der Kritik, ihre eigenen Bürger zu überwachen und auszuspionieren. Mit den dabei erhobenen Daten sollen sie in der Lage sein, unliebsame Oppositionelle außer Gefecht zu setzen und ihre eigenen Verbrechen zu vertuschen. Nur die wenigsten allerdings können sich vorstellen, was mit dem Orwell-System längst alles möglich ist. Ob Social Media-Accounts, der private Computer, das eigene Smartphone oder gar die Ortung über das Mobilfunknetz – der Geheimdienst ist längst in der Lage, wirklich alles und jeden zu überwachen. Doch was, wenn diese Informationen nicht nur ausspioniert, sondern auch manipuliert werden können? Wenn der Geheimdienst selbst die Verbreitung von Fake News zur Diskreditierung von Oppositionellen nutzt? Das jedenfalls ist in „Orwell“ genau unsere Aufgabe.

Kritik:
Nachdem die Entwickler bereits vor weniger als zwei Jahren die faszinierenden Möglichkeiten der totalen Überwachung in einem spannenden Spiel umgesetzt haben, wurde der Wunsch nach einer Fortsetzung durch die begeisterten Spieler immer lauter. Inzwischen gibt es mit „Ignorance is strength“ sogar ein zweites Spiel der Reihe – doch um eine Fortsetzung handelt es sich dabei eigentlich nicht.

Orwell: Ignorance is strength

Markt der Massenüberwachung
Die Entwickler von den Osmotic Studios haben sich nämlich einen besonders ausgeklügelten Storykniff ausgedacht. In „Orwell: Ignorance is strength“ spielen wir nämlich keine Fortsetzung des ersten Teils, sondern zeitlich exakt parallel zu den Ereignissen des Vorgängerspiels. Dabei übernehmen wir die Rolle eines zweiten, weiteren Agenten, der zeitgleich ebenso die Möglichkeiten des Orwell-Systems nutzt und beschäftigen uns mit einem ähnlichen, vielleicht sogar zusammenhängenden Fall. Die eigentlich coole Idee dabei ist: Teilweise kennen wir die kommenden Ereignisse bereits aus dem Vorgängerspiel – und müssen uns diese Informationen zunutze machen, um unsere Zielpersonen nach Möglichkeit zu lenken. Denn genau an dieser Stelle baut das Spiel neben den ohnehin bereits fesselnden Überwachungsfeatures nämlich auch neue Funktionen ein.

Orwell: Ignorance is strength

Manipuliere die Informationen
Mit dem neuen „Influencer“-Feature schlüpfen wir nämlich erstmals in die Rolle eines Fake News-Verbreiters, der gezielt im Auftrag der Regierung, Falschinformationen über eine unliebsame Zielperson bzw. einen Oppositionellen / Staatsfeind verbreiten soll. Wir durchsuchen also gezielt selbst die intimsten Informationen auf den privaten Geräten und fischen uns die gerade passenden Informationen heraus, die dazu geeignet sind, aktiv Stimmung gegen die Zielperson zu machen. Grundsätzlich basierend auf Informationen, die die Zielperson selbst preisgegeben hat – nur, dass wir uns eventuelle Lügen gegenüber Verwandten, Freunden und Dritten mitunter zunutze machen, um vermeintliche „Wahrheiten“ über zu leaken und unseren Gegner zu diskreditieren. Damit bekommt „Orwell“ eine gänzlich neue Spieldynamik, die das spannende Storyerlebnis noch intensiver macht.

Orwell: Ignorance is strength

Ein bekanntes System
Gleichzeitig sehen die Entwickler aber davon ab, es dem Spieler durch neue Features allzu kompliziert zu machen. Grundsätzlich ist die Oberfläche des Spiels sogar völlig identisch geblieben und auch das Gameplay hat sich im Wesentlichen nicht verändert. Auch im zweiten Teil bedienen wir das „Orwell-System“ immer noch über ein 2D-Userinterface, auf dem wir Webseiten durchstöbern, Handygespräche abhören oder via Screen-Sharing-Software heimlich auf den Desktop der Rechner und Smartphones zugreifen. Da müssen wir dann die passenden und nützlichen privaten Informationen finden, mit denen wir umfangreiche Profile über die Zielpersonen erstellen, die wir zu ihrem Ungunsten nutzen können. Stets mit dem Risiko, dass unsere Diskreditierungsversuche gewaltig schief gehen oder unerwünschte Nebeneffekt mit sich bringen.

Fazit:
Das faszinierende Spiel über totale staatliche Überwachung bleibt seinem bisherigen Gameplay treu und überzeugt mit spannenden neuen Features, die den Spieler selbst zum Verbreiter von Fake News machen. Dabei kommt „Orwell: Ignorance is strength“ aber – auch auf Grund seines neuen Episodenformats – nicht mehr ganz an die Intensität des Vorgängers heran.

Orwell: Ignorance is strength Wertung



29
Mrz

Magiccon: Der Teufel kam nach Bonn

Spannende Vorträge, viele beeindruckende Cosplayer und vor allem reichlich Stars aus Hollywood: Das bekommen die Besucher geboten, wenn ein Mal im Jahr die Magiccon im Maritim Hotel Bonn stattfindet. Am vergangenen Wochenende vom 23. – 25. März 2018 war es dann wieder so weit und das Event ging bereits in seine zweite Runde. Nachdem die Veranstaltung eigentlich als Zusammenschluss der Hobbitcon und Ringcon begonnen hat, durften dabei natürlich auch einige Stars aus den berühmten Hobbit-Filmen nicht fehlen. Schauspieler, wie Adam Brown, Dean O’Gorman, Stephen Hunter oder Graham McTavish sind dabei längst zum jährlichen Stammgast geworden und zeigen recht offen, wie wohl sie sich auf der Convention fühlen.

Dass die Stars nur in Begleitung von Bodyguards über das Gelände laufen, mag auf anderen Events sicherlich üblich sein. Nicht allerdings so auf der Magiccon, wo die Schauspieler wie normale Besucher durch die Mengen schlendern, abends bei der Party sogar auf der normalen Besuchertoilette anzutreffen sind (obwohl sie die gar nicht benutzen müssten) oder sich gemeinsam zum Bier mit den Fans an die Bar setzen. Die Hotel-Conventions von Veranstalter Dirk Bartholomä haben sich genau mit diesem einzigartigen Erlebnis etabliert, bei dem die Fans ihren Stars so nah kommen können, wie auf keiner anderen Veranstaltung dieser Art. Und eines ist klar: Je häufiger die Stars schon auf dem Event waren, desto mehr und mehr verlieren sie auch hier ihre Berührungsängste. Kein Wunder also, dass sich die Hobbit-Stars sogar für so manche jährliche Improvisationscomedy auf der großen Bühne hergeben.

Magiccon 2018

Die meisten Fans waren dieses Mal allerdings vor allem für einen ganz besonderen Star in Bonn: Tom Ellis (Bild oben), der aktuell als Teufel höchstpersönlich in der Serie “Lucifer” zu sehen ist, gehörte nämlich zu den Highlights der Convention. Und so liebenswert und herzlich sein Auftreten auf der einen Seite gewesen ist, so überraschend mag es wohl gewesen sein, dass der echte Tom Ellis doch ganz anders auftritt, als seine TV-Rolle. Mit Pullover, Brille und einer überaus großen Vorliebe für deutsches Bier mag er nämlich so gar nicht dem Serienteufel entsprechen, der sich mit teurem Anzug und ausufernden Flirtversuchen von seiner aufdringlichen Seite zeigt. Und mit einer beinahe ironisch wirkenden religiösen Kindheit verblüfft er die Fans der Serie umso mehr. Eines allerdings hat er mit seiner Rolle dann doch gemeinsam: Die Besucher haben ihn genauso schnell ins Herz geschlossen, wie Lucifer.

Da freuten die sich natürlich umso mehr, als zum Ende der Veranstaltung in der traditionellen Closing Ceremony ein weiteres Highlight wartete: Tom Ellis nämlich, der auch im echten Leben musikalisch recht begabt ist, gab ein Ständchen auf der Bühne der Magiccon und präsentierte zwei Songs mit Gitarre und Live-Gesang. Das war vermutlich zugleich auch eine Deutschlandpremiere, denn für umganfreiche Konzert-Touren ist der vielbeschäftigte Schauspieler nun wirklich nicht bekannt. Und ob sich dieses Ereignis in Deutschland so schnell wiederholen wird, steht ohnehin in den Sternen, denn nach aktuellem Stand handelte es sich bei der Anwesenheit auf der Magiccon um seinen einzigen deutschen Auftritt in diesem Jahr. Einen Trost gibt es aber: In seinem Panel gab er auch gleich bekannt, selbst gerade das Spielen des Klaviers zu erlernen und in einer zukünftigen Staffel tatsächlich einen Song selbst spielen zu wollen. Spätestens dann wird man also noch einmal die Gelegenheit haben, ihn musizieren zu hören.

Magiccon 2018

Musikalisch war allerdings nicht nur Tom Ellis unterwegs, sondern auch seine Kollegin Beverly Elliott aus “Once upon a time”, die sich in der Closing Ceremony gleich anschloss. Nachdem sie in ihrem Panel die Fans bereits mit einer unterhaltsamen Karaoke-Session begeistern konnte, wiederholte sie das doch gleich noch einmal vor einem komplett gefüllten Saal: “Time after Time” von Cyndi Lauper sollte der Song sein, den sie gemeinsam mit den ungefähr 3500 Besuchern der Magiccon sang und bei dem sie eindrucksvoll den Ton angab. Da fiel es den meisten wohl nicht schwer, sie ebenso ins Herz zu schließen, wie ihren geliebten “Teufel aus LA”, der wenige Sekunden zuvor noch die Vorlage für ihren Auftritt gab und den Weg für eine gelungene Karaoke-Aktion bereitete.

Eines steht derweil nämlich ohnehin fest: Zwischen den anwesenden Darstellern auf der Magiccon herrschte eine Harmonie, wie man sie nur selten auf Conventions zu sehen bekommt. Nicht nur, dass sich selbst die Hobbit-Darsteller blendend mit dem “Neuling” Tom Ellis verstanden, wie sie auf Twitter mehr als einmal verdeutlichten, sondern auch Stars, die gemeinsame Auftritte in Serien hatten, scheinen noch immer bestens befreundet. Anna Popplewell (Die Chroniken von Narnia) und Craig Parker (Der Herr der Ringe), die gemeinsam einen Auftritt in der Serie “Reign” hatten, machten aus ihrer gegenseitigen Zuneigung schließlich kein allzu großes Geheimnis und schwärmten in ihren Einzelpanels geradezu voneinander. Dass damit ein gemeinsames Doppelpanel obligatorisch wurde, versteht sich von selbst.

Magiccon 2018

Trotzdem gab es unter den Besuchern allerdings auch Stimmen, die sich für das kommende Jahr mehr neue Stars wünschten, die nicht bereits mehrfach auf der Magiccon anwesend waren. Nicht wenige ließen schließlich verlauten, dass Tom Ellis offenbar der einzige anwesende Stargast war, der für sie in diesem Jahr einen Anreiz bot, die Veranstaltung zu besuchen. Diese Kritik allerdings nahm der Veranstalter Ernst und legte Fragebögen aus, in denen die Besucher ihre Lieblingsserien und -fandoms mitteilen konnten, um die Problematik im kommenden Jahr zu lösen. Wenn dann vom 26. – 28. April 2019, eine Woche nach Ostern, erneut die Magiccon in Bonn stattfindet, dürfen sich die Fans also mit hoher Wahrscheinlichkeit auch auf mehr neue interessante Stargäste freuen.

Und wer trotz eines womöglich geringen Interesses an manchen Stargästen nach Bonn kam, hat aber auch noch reichlich andere spannende Programmpunkte geboten bekommen. Dieses Mal hatte sich der Veranstalter nämlich einige Neuheiten einfallen lassen und neben neuen Händlern beispielsweise auch die Möglichkeit für mehrere Whisky-Tastings geschaffen – thematisch passend zur Serie “Outlander”, die in den schottischen Highlands spielt, versteht sich. Und wenn sogar Schauspieler wie Kevin McNally und Martin Klebba aus “Fluch der Karibik” vor Ort sind, bietet sich eine Piratenband geradezu an: Ye Banished Privateers waren dementsprechend bereits am Freitag Abend auf der großen Bühne des Maritim Hotels zu sehen und heizten die Besucher so sehr ein, dass sich spontan eine Polonäse durch den gesamten Saal bildete. Und damit stand bereits am ersten Tag fest: An guter Stimmung mangelte es auf der Magiccon definitiv nicht.

Weitere Fotos von der Magiccon gibt es unter facebook.com/dvdmagazine.



27
Mrz

Dystopia 2: Fans von “The 100″ treffen ihre Stars in Düsseldorf

Dystopia 2 ConventionConventions müssen nicht immer auf riesigen Messegeländen stattfinden, auf denen der einzelne Besucher zwischen tausenden anderen völlig untergeht. Schon lange bevor die großen Comic Cons auch nach Deutschland kamen, hatten sich die familiären, aber nicht weniger qualitativen Hotel-Conventions längst in der Szene etabliert. Vor Jahrzehnten häufig noch auf das Science-Fiction-Genre beschränkt, finden sich inzwischen Conventions dieser Art zu fast jedem Fandom. So auch zur beliebten Serie “The 100″, wenn Fans einige ihrer Stars am 7. und 8. April 2018 im Hilton Hotel in Düsseldorf treffen können. Bei einem auf einige hundert Tickets beschränkten Event sind dann nämlich gleich acht Schauspieler aus der Serie anzutreffen – und hier hat man definitiv die Möglichkeit, mit ihnen näher in Kontakt zu treten.

Dazu gehören dann natürlich auch Darsteller aus dem Maincast, wie Bob Morley (Bellamy) und Christopher Larkin (Monty), die bereits seit der ersten Staffel durchgehend in wichtigen Rollen in der Serie vertreten waren ebenso, wie später auftauchende Hauptrollen wie Richard Harmon (Murphy) und größere Nebenrollen wie Sachin Sahel (Jackson). Und die kleine Besonderheit obendrauf: Sachin Sahel übernimmt zudem noch die Aufgabe des Moderators und wird dabei die Besucher auf der Bühne durch das gesamte Wochenende führen. Ganz egal also, ob mit Tageskarte oder teurerem Wochenendticket: Auf der Dystopia 2 wird man in jedem Fall seine Stars zu sehen bekommen.

Dystopia 2 Convention

Wem die Bühnenauftritte aber nicht reichen, für den hat die Dystopia 2 aber sogar noch ein weiteres, in der Conventionszene mittlerweile fast einzigartiges Angebot: Jeder der anwesenden Stars steht nämlich auch für ein (zubuchbares) Meet & Greet zur Verfügung, falls man diesem gleich noch etwas näher kommen möchte, als dies auf einer ohnehin schon familiären Convention bereits möglich ist. Das ist zwar dann nicht immer ganz günstig, dürfte aber bei dem ein oder anderen Fan sicherlich für ein unvergessliches Erlebnis sorgen. Weitere Informationen und Tickets zum Event gibt es unter ent-events.de.



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Train Sim World: NEC New York

Die meisten amerikanischen Eisenbahnstrecken sind vor allem für ihre langsamen Abschnitte voller Güterverkehr bekannt, auf denen nicht selten schwere Lokomotiven in Mehrfachtraktion die sich mitunter stapelnden Güterwagen ziehen müssen. Ganz anders hingegen der berühmte Northeast Corridor, der zu jenen Strecken im Nordosten der USA gehört, die ein überdurchschnittlich hohes Fahrgastaufkommen zu bieten haben. Aus der Metropole New York geht es für die meisten Passagiere nach Washington, New Haven oder Philadelphia, während fleißige Lokführer der CSX Transportation die Fracht an den nahegelegenen Güterbahnhöfen rangieren. Damit ist der Northeast Corridor also auch ein wichtiger Wirtschaftszweig der Vereinigten Staaten – und wir dürfen hinter das Steuer der Lokomotiven schlüpfen.

Kritik:
Inzwischen ist die grafisch vermutlich hübscheste Simulation auf dem gesamten Spielemarkt bereits seit einem Jahr erhältlich. Zu Beginn noch mit wenig Material auskommend, dürfen sich die Eisenbahnfans mittlerweile über ganze vier verfügbare Strecken freuen, die über den halben Globus führen: Ob Deutschland, Groß-Britannien oder bereits zum zweiten Mal in die Vereinigten Staaten.

Train Sim World: Northeast Corridor New York

Einmal um die Ecke
Die langjährigen Fans der Vorgängerspiels „Train Simulator“ werden die ein oder andere Route entlang des Northeast Corridors dabei vermutlich schon kennen. Wahlweise ging es dort schon vor Jahren von New York nach New Haven oder nach Philadelphia. Beide Strecken sind schließlich für den inzwischen in die Jahre gekommenen Vorgänger verfügbar und begeisterten ebenfalls mit einer Mischung aus Passagier- und Frachtverkehr. Bei Kennern dürfte die Enttäuschung aber zunächst recht groß sein: In der Variante für „Train Sim World“ kann der virtuelle Lokführer nämlich lediglich von New York Penn bis nach New Rochelle fahren – und bekommt damit eine Strecke geboten, die nicht einmal halb so lang ist, wie in den alten Versionen für den Train Simulator. Im direkten Vergleich entspricht das etwa der Strecke von Mönchengladbach nach Düsseldorf – nur, dass wir im „Northeast Corridor“ nicht einmal die Metropole New York verlassen.

Train Sim World: Northeast Corridor New York

Im Schneckentempo durch New York
Schade ist darüber hinaus natürlich auch, dass die neue Route mit einem ausgesprochen langsamen Abschnitt daher kommt. Denn während die Züge von Amtrak nach der Ausfahrt aus New York normalerweise damit beginnen, endlich zu beschleunigen, kommen wir in diesem Addon auf dem viel befahrenen Abschnitt lediglich auf eine Durchschnittsgeschwindigkeit von etwa 60 Meilen pro Stunde. Und das ist nun wirklich nicht gerade ein rasantes Fahrerlebnis, welches zudem auch nur für den Passagierverkehr gilt. In den Güterszenarien, die noch dazu wie aus dem alten Addon zur NRE 3GS-21B kopiert wirken, geht es meistens gar nur mit 10 bis 40 Meilen pro Stunde voran. Nicht verwunderlich wäre also, wenn der ein oder andere sich bei diesem Addon letztendlich also gelangweilt fühlt. Daran ändern auch die insgesamt sechs vorhandenen Szenarien nichts, von denen eines gar nur fehlerhaft spielbar ist. Die Signalschaltung müsste hier nämlich dringend überarbeitet werden.

Train Sim World: Northeast Corridor New York

Kein Acela in Sicht
Noch enttäuschender ist dann die Tatsache, dass auch das Rollmaterial längst nicht so umfangreich ausgefallen ist, dass man hier von einem realistischen Eisenbahnerlebnis sprechen könnte. Tatsächlich finden wir mit dem Amtrak ACS-64 und der CSX GP38-2 gerade einmal zwei Lokomotiven vor, die für gewöhnlich auf dieser Route unterwegs sind. Der Acela Express – für den die Strecke einst extra gebaut wurde – ist hingegen nicht Teil des Addons, um ihn dann – so mutmaßen wir jedenfalls – vermutlich später gesondert zu verkaufen. Bedenken wir dann, dass die GP38-2 praktisch 1:1 aus dem Hauptspiel übernommen wurde und es sich dabei nicht einmal um eine wirklich neue Lokomotive handelt, ist die Enttäuschung umso größer. Dafür entschädigt lediglich die hohe Vielfalt an abwechslungsreichen Güterwaggons, die zumindest die Zusammenstellung der Güterzüge glaubwürdig und realistisch erscheinen lässt.

Train Sim World: Northeast Corridor New York

Toilette für den Lokführer
Immerhin eines ist dem „Northeast Corridor“-Addon aber zumindest gelungen: Die Darstellung der vorhandenen, neuen Amtrak ACS-64 Lokomotive kann sich durchweg sehen lassen und macht einen überaus detaillierten Eindruck. Hier lässt sich nicht nur nahezu jeder Knopf bedienen, sondern selbst die beiden Displays im Führerstand sind vollständig bedienbar und verfügen über Live-Animationen. Noch dazu ist ein Betreten des Innenraumes der Lokomotive jederzeit möglich, sodass wir nicht nur zum Motorraum vordringen können, sondern zugleich sogar erfahren, dass die amerikanischen Lokomotiven offenbar über eine Toilette eigens für den Lokführer verfügen. Der eingefleischte Eisenbahnfan bekommt hier also immerhin einige spannende Details geboten, welche das Interesse an der ACS-64 auf Grund des technischen Aspekts steigern.

Train Sim World: Northeast Corridor New York

Wann wird denn endlich grün?
Bleibt also das Problem, dass der eigentlich beeindruckend aussehende „Train Sim World“ auch ein Jahr nach dem Release unter dem Strich noch immer nicht ausgereift ist. Im ersten Szenario etwa erkennen wir sehr gut, wie schlecht doch manches Mal die Signalanlagen funktionieren: So wird nicht immer registriert, ob die Strecke frei ist, das Signal schaltet sich nicht korrekt um und der Spieler steht folglich für immer und ewig an einem roten Signal. Oder aber einige mysteriöse Grafikfehler treten auf, die wir zuletzt bereits beim Addon „Great Western Express“ im Zusammenhang mit entgegenkommenden Zügen zu sehen bekamen und die ziemlich eindeutig am jeweiligen Strecken-Addon lagen. Warum also Dovetail Games auch beim inzwischen vierten Addon erneut dieselben Fehler einbaut, die es bereits früher einmal gab, bleibt ein absolutes Rätsel.

Train Sim World: Northeast Corridor New York

Skyline von New York
Eines muss man dem Addon aber definitiv lassen: Auf Grund der beeindruckenden Grafik des „Train Sim World“ kann natürlich auch die Kulisse von New York mehr als nur beeindrucken. Spätestens hier fällt der Unterschied zur damaligen alten „Train Simulator“-Route nämlich deutlich auf, wenn dicht besiedelte Häuserreihen den Hintergrund füllen oder spektakuläre Brücken über die Dächer der Stadt hinweg ragen. Und auch das Gleissystem macht einen insgesamt sehr komplexen Eindruck, wenn es etwa auf verschiedenen Höhen voran geht, originalgetreu nicht jedes Gleis mit Oberleitungen ausgestattet ist oder sich in der Nähe der großen Stationen plötzlich mehr als zehn Gleise gleichzeitig nebeneinander auftun. Somit ist auch „Northeast Corridor“ letztendlich also zumindest ein Augenschmaus für Eisenbahnfans. Mit Blick auf die „inneren Werte“ aber womöglich doch vorwiegend ein Grafikblender.

Fazit:
Trotz der beeindruckenden Darstellung der amerikanischen Metropole New York enttäuscht das neueste Addon „Northeast Corridor“ mit einer vergleichsweise geringen Streckenlänge, diversen Fehlern bei der Signalschaltung und einem fehlenden Acela Express.

Train Sim World: Northeast Corridor New York Wertung



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Walker Stalker Germany: Walking Dead-Stars eroberten Mannheim

Die Zombieserie “The Walking Dead” gehört zu den wahrscheinlich erfolgreichsten Serien aller Zeiten. Mit ihrer Kombination aus Horror und Drama konnte sie nämlich nicht nur die klassischen Genrefans begeistern, sondern auch bei der Masse der Zuschauer groß punkten. Ein Grund mehr für viele Fans nach Mannheim zu reisen, als plötzlich ein Großteil der Schauspieler aus der Serie für die Walker Stalker Convention in der Maimarkthalle angekündigt wurden. Die nämlich expandierte erstmals nach Deutschland und brachte dabei auch gleich Frauenschwarm Norman Reedus mit, der durch seine Rolle als Daryl wenig überraschend zum gefragtesten Stargast auf der Veranstaltung wurde.

Walker Stalker Germany

So mancher Besucher hatte damit sogar die Möglichkeit, seinem Idol Norman Reedus endlich einmal live zu begegnen. Zumindest dann, wenn man viel Glück hatte, viel Geld für ein Autogramm oder Photoshoot ausgab, oder optimalerweise gleich am Sonntag kam. Besucher mit einem Tagesticket am Samstag hatten es da hingegen schon schwieriger. Einen Bühnenauftritt des Stars, der ohnehin recht selten ist, gab es nämlich ausschließlich am Sonntag Morgen. Und vor seinem Autogrammstand versammelte sich durchgehend eine derartig riesige Menschenmenge, dass sie vermutlich eher als Tumult, denn als nachvollziehbare Warteschlange bezeichnet werden könnte. Für den Samstag-Besucher ohne Autogrammticket konnte das aber auch bedeuten: Hinter diesem Menschenauflauf war es eher ein Glücksfall, Norman Reedus tatsächlich live zu sehen. Für manchen, der 54 Euro für seine Tageskarte ausgegeben hat, könnte der Tag dadurch womöglich auch zur Enttäuschung geworden sein.

Ein Glück also, dass die Walker Stalker Germany immerhin auch noch ein paar andere hochkarätige Stars aus “The Walking Dead” und “Sons of Anarchy” zu bieten hatte. Chandler Riggs beispielsweise, der in “The Walking Dead” den jungen Carl spielte und damit zum Hauptcast der Serie zählt. Da war es auch am Autogrammstand dann gleich ein wenig leichter, einen Blick auf den Darsteller zu erhaschen. Ganz zu schweigen etwa von Stars wie Ryan Hurst, Ron Perlman oder Tommy Flanagan, die als Schauspieler aus der Serie “Sons of Anarchy” ein klein wenig weniger Andrang vor ihrem Autogrammstand zu sehen bekamen – dafür aber nicht weniger aufgeschlossen und kontaktfreudig den Fans gegenüber waren. Denn während Norman Reedus und Jeffrey Dean Morgan sich vor Fans kaum retten konnten, freut sich so mancher Star über jedes nette Gespräch, das sie mit den Fans führen können.

Walker Stalker Germany

Trotz allem muss man aber doch zu der Feststellung kommen, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis vor allem für jene Besucher, die keine Autogrammjäger sind, etwas enttäuschend ausgesehen haben könnte. Das liegt vor allem daran, dass das restliche Programmangebot nicht unbedingt dem üblichen deutschen Convention-Standard entsprach. Haben andere Events dieser Art ein Ganztagsprogramm auf mehreren Bühnen, so fand man auf der Walker Stalker Germany leider lediglich vier bis fünf Panels pro Tag auf der Hauptbühne und suchte weitere Bühnen etwa mit Vorträgen oder Workshops vergeblich. Kein Wunder, wenn da mancher Besucher ohne Autogramm- und Photoshootticket zwischen den Panels womöglich wenig mit seiner Zeit anzufangen wusste.

Nicht zuletzt auch deshalb, weil das Fandom – im Vergleich zu den zahlreichen anderen Cons in Deutschland – nur recht spärlich eingebunden wurde. Schmerzlich vermisst hat der Kenner schließlich die bekannten Walking Acts und Cosplay-Gruppen, die üblicherweise bei der Konkurrenz eigentlich mit eigenen Ständen vertreten sind. Da blieben dann natürlich auch nur wenige Möglichkeiten, interessante Kulissen anzusehen oder sich mit gruseligen Zombies abzulichten. Bis auf eine überschaubare Anzahl an Cosplayern und den Doubles der Figuren “Rick” und “Negan”, bei denen viele Besucher offenbar ebenfalls dachten, Geld für das dazugehörige Photoshoot ausgeben zu müssen. Generell fiel manchem Besucher schließlich auf, dass er für ziemlich viele Attraktionen auf dem Event zusätzlich in die Tasche greifen musste.

Walker Stalker Germany

Und doch muss man eingestehen, dass auch die Walker Stalker Germany an der ein oder anderen Stelle ein Alleinstellungsmerkmal zu bieten hatte, das sie bei diesem Punkt zur Referenz unter den Conventions machte. Etwa wenn es um das auffallend umfangreiche Angebot für Besucher mit Behinderungen geht, bei dem man vor allem Gehörlosen den Besuch ein wenig erleichtert hat. Absolut einzigartig in Deutschland sind etwa ein Gebärdensprachendolmetscher, der bei jedem einzelnen Panel auf der Bühne stand und eingeblendete deutsche Live-Untertitel auf der Leinwand, die in Sekundenschnelle das englischsprachige gesprochene Wort der Stars übersetzten. Trotz aller Kritik: Derartiges haben wir noch auf keiner anderen Convention gesehen.

Wem die Walker Stalker Germany vielleicht gerade deshalb gefallen hat, der darf sich in einigen Monaten gleich auf ein weiteres Event des Veranstalters freuen. Am 2. und 3. Juni 2018 findet nämlich die Heroes & Villains Convention in der Dortmunder Westfalenhalle statt, die sich thematisch vor allem auf “Arrow” und viele weitere spannende DC Comics-Serien bezieht – und dabei selbst Hauptfigur Oliver Queen persönlich am Start hat.