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Magiccon: Serienstars eroberten die Herzen der Fans
MPS: Das Mittelalterfest geht wieder auf Tour
Bonn: Der Doctor kommt zur Fedcon
Fantasy Basel: Die Schweiz mit eigener Comic Con
Bonn: Ringcon und Hobbitcon fusionieren zur Magiccon
Colt Express
Mysterium
Early Access-Check: On The Road
The Walking Dead: A New Frontier
Train Simulator: The Story of Forest Rail

27
Apr

Magiccon: Serienstars eroberten die Herzen der Fans

Man verbinde zwei legendäre Veranstaltungen und mache daraus eine gänzlich neue, die sich endlich neuen Franchises öffnen kann: Unter diesem Motto fand am vergangenen Wochenende die erste Magiccon im Bonner Maritim Hotel statt, die erstmals aus der ehemaligen Ringcon und Hobbitcon hervorgegangen ist, die bisher jährlich stattfanden und vor allem Fans der drei Hobbit-Filme begeisterten. Mit vergleichbarem Konzept, wie bereits auf den früheren Conventions, wurde die Öffnung für andere Serien auch bereits mit einem der wohl wichtigsten Headliner ersichtlich: So trafen Fans niemand geringeres als Frauenschwarm Ian Somerhalder aus der Serie “Vampire Diaries” höchstpersönlich auf dem Event, der zuletzt im Jahre 2013 auf der zweimalig stattgefundenen BloodyCon zu sehen war.

Magiccon Ian Somerhalder

Da wundert es natürlich niemanden, dass die weiblichen Besucher doch sichtlich in der Überzahl waren. Vor allem aber mag mancher verwundert festgestellt haben: Schlagkräftige Helden in eisernen Rüstungen sind längst keine reine Männerdomäne mehr. Immerhin waren auch die zahlreichen Cosplayer, die am Samstag Abend am obligatorischen Costume Contest teilgenommen haben, mehrheitlich Frauen. Dass man darunter auch den ein oder anderen Zwergen mit künstlichem Bart wiederfindet oder gar Vampire anzutreffen waren, bestätigt dann nur einmal mehr, dass sich auch Frauen in der Rolle des kräftigen Kriegers leicht wohlfühlen können. Stets mit dabei: Die zahlreichen Freunde, Ehemänner und Eltern, die ihre Lieben auf die Magiccon begleitet haben und nicht nur klar machten, dass dieses Event vor allem familienfreundlich ist, sondern dass auch Männer unter dem Frauenüberschuss durchaus ihren Spaß haben können.

Bei beiden Geschlechtern gleichermaßen gut dürfte nämlich wohl vor allem Andrew Scott angekommen sein, den Krimifans als Moriarty aus der britischen TV-Serie “Sherlock” kennen, wo er den Widersacher des von Benedict Cumberbatch gespielten Sherlock Holmes spielt. Damit hatten wohl auch männliche Besucher schnell ein Serien-Franchise, das sie vermutlich gern selbst verfolgen. Ganz überraschend zeigte sich Andrew auf der Convention allerdings so schüchtern, wie man es von einem Star nicht unbedingt gewohnt ist. Stets mit einem etwas unsicher wirkenden Blick ausgestattet und bei den Photoshootings etwas die Distanz haltend, zeigte er sich somit von einer authentischen und fast schon verletzlichen Seite, wie man es von den Selbstvermarktungsprofis aus dem Film- und Serienbusiness eigentlich nicht kennt. Das kam aber bei dem ein oder anderen Fan durchaus gut an.

Magiccon Andrew Scott

Allerdings kann wohl auch das nicht darüber hinwegtäuschen, dass eher einer der etwas unbekannteren Schauspieler die Herzen der Besucher im Sturm erobert hat. So war Tom Wlaschiha nämlich als einziger deutscher Serienstar auf der Veranstaltung und begeisterte sofort mit seinen hervorragenden Deutschkenntnissen – immerhin ist der gebürtige Sachse deutscher Muttersprachler. Und da hat er es sich natürlich nicht nehmen lassen, seine Panels und Bühnenauftritte gleich zweisprachig abzuhalten und dabei doch gerne den ein oder anderen Witz in deutscher Sprache zu reißen. Kein Wunder, dass das gut ankam, bewies er über das gesamte Con-Wochenende hinweg einen typisch deutschen Humor, womit der “Game of Thrones”-Star plötzlich zum unerwarteten heimlichen Star der Veranstaltung wurde. Am liebsten würden die Besucher ihn gar als regelmäßigen Gast im Moderatoren-Team sehen, das bereits vor einigen Jahren einen Running Gag um den Master of Ceremonies Mark Ferguson ins Leben gerufen hat – und seither auch Lori Dungey und Craig Parker zum gern gesehenen Kreis der Stammgäste zählt.

Magiccon Tom Wlaschiha

Die Chance auf ein Widersehen mit Tom Wlaschiha besteht übrigens tatsächlich, äußerte er doch recht deutlich auf der Bühne, dass er es sich vorstellen kann, auch im nächsten Jahr noch einmal wieder zu kommen – da müssen die Veranstalter ihn wohl nur noch buchen. Doch selbst, wenn das nicht geschehen sollte, zeigten spätestens am Abend auch andere Stars, dass die Besucher mit ihnen richtig viel Spaß haben konnten. Die legendären Con-Parties am Freitag und Samstag Abend sind schließlich auch unter neuem Namen nicht von der Veranstaltung verschwunden und haben sich mittlerweile sogar unter der Bonner Jugend ein wenig herumgesprochen. Das dürfte allerdings wohl vor allem daran liegen, dass sich auf der Magiccon manche Stars nicht einfach auf ihr Zimmer zurückziehen, sondern gemeinsam mit den Fans das Tanzbein schwingen oder sich an der Bar auf einen Drink treffen. Bereits häufiger gesehene Conventiongäste wie Graham McTavish, Adam Brown und Jed Brophy waren dabei sogar schon recht früh auf der Tanzfläche zu sehen und zeigten keinerlei Berührungsängste gegenüber den Fans. Dass sie dann auch Con-Neulinge wie Lotte Verbeek aus “Outlander” mit auf die Party nahmen, kam bei den Besuchern umso besser an.

Magiccon Graham McTavish und Lotte Verbeek

Angesichts solcher Offenheit vieler Stars kann man dann sogar leicht verschmerzen, dass sich der schüchterne Andrew Scott ein wenig zurückgehalten hat oder Ian Somerhalder sich am liebsten vor den teils pubertären Fans verdrückte. Man kann also abschließend nur sagen: Die erste Magiccon im Bonner Maritim Hotel war ein voller Erfolg und hält am professionellen Konzept früherer Conventions fest. Besucher der ursprünglichen Ringcon und Magiccon oder vielleicht sogar der Fedcon wissen hier stets, was sie erwartet und dürften auch dieses Mal nicht enttäuscht worden sein. Alle anderen freuten sich derweil über eine Aufmachung, die vor allem im Bereich der Bühnenausstattung zur Referenz auf dem Convention-Markt gehört. Übrigens: Wer ebenfalls einmal die besondere Atmosphäre solcher Conventions erleben möchte, hat vom 2. – 5. Juni 2017 auf der Fedcon bereits erneut die Gelegenheit dazu.

Einige Eindrücke von der Magiccon findet ihr in den Fotoalben auf unserer Facebook-Seite unter facebook.com/dvdmagazine



11
Apr

MPS: Das Mittelalterfest geht wieder auf Tour

Ein Jahr ohne spannende Mittelalterfeste ist wohl unvorstellbar. Das denken sich sicher auch die Veranstalter der erfolgreichen Festival-Reihe Mittelalterlich Phantasie Spectaculum, kurz MPS. Auch in diesem Jahr geht dieses nämlich wieder auf Tour durch ganz Deutschland und wird dabei in zahlreichen Städten ein ganzes Wochenende lang Halt machen. Mit dabei ist natürlich auch erneut die Metropole Köln, in der das Event am 5. und 6. August 2017 am Fühlinger See stattfinden wird. Auf drei Bühnen warten dort auch dieses Jahr wieder aufregende Bands, witzige Gaukler und ein spannendes Ritterturnier auf uns.

Saltatio Mortis - MPS Dortmund

Meistens ist das Event in Köln dabei sogar jenes, das die besten Acts zu bieten hat. Neben den fast schon obligatorischen Saltatio Mortis (Foto oben, MPS Dortmund 2016), ist nämlich auch Fiddler’s Green (Foto unten, MPS Köln 2016) am Festivalsamstag wieder mit von der Partie und heizt uns mit erstklassigem Speedfolk ein aus ihrem neuen Album ein. Als kleines Schmankerl bekommen die Besucher zusätzlich auch noch die Pagan-Folk-Band Faun geboten, die im Jahre 2015 noch beim Vorentscheid für den Eurovision Song Contest antrat. Und am Sonntag geht das Programm mit Ye Banished Privateers, Saor Patrol und Versengold nochmals gebührend weiter – sodass sich ein Besuch an beiden Tagen auf jeden Fall lohnt.

Fiddler's Green - MPS Köln

Dass es sich beim MPS noch dazu über ein sehr tierfreundliches Festival handelt, dürfte so manchen Besucher umso mehr freuen: Hunde sind auf dem Festivalgelände daher sogar ausdrücklich erlaubt und Wasserbehälter für die Tiere stehen an zahlreichen Standorten bereit. Und mit den großflächigen Wiesen und dem einladenden See lässt es sich auch mit den Kindern perfekt unter freiem Himmel entspannen, während zahlreiche mittelalterlich gewandete Besucher die Tanzflächen unsicher machen. Wer nun für günstige 25 Euro dabei sein möchte, sollte nicht zulange warten und die Tickets bereits im Vorverkauf unter spectaculum.de erwerben.



11
Apr

Bonn: Der Doctor kommt zur Fedcon

Lange haben die Fans darauf gewartet und beinahe jährlich darum gebeten, ihn endlich einmal auf einer deutschen Conventions live zu erleben. Nun soll es endlich so weit sein: “Doctor Who”-Darsteller Matt Smith höchstpersönlich wird die diesjährige Fedcon im Maritim Hotel Bonn besuchen und die Fans der britischen Kultserie so richtig begeistern können. Für viele eingefleischte Science-Fiction-Fans geht damit ein wahrer Traum in Erfüllung und den Veranstaltern der Fedcon ist damit wohl ein richtig genialer Clou gelungen. Immerhin ist Matt Smith einer der wohl gefragtesten Stars, die in den vergangenen Jahren auf deutschen Conventions zu sehen waren.

Spannend wird das Treffen allerdings auch deshalb, weil er gleichzeitig noch eine Begleitung mitbringt: Jenna Coleman, die Fans der Serie durch ihre Rolle als das “unmögliche Mädchen” Clara kennen, wird nämlich ebenfalls auf der Fedcon anwesend sein und für aufregende Verstärkung im Team Doctor Who sorgen. Mit etwas Glück haben die Besucher dabei nämlich die Möglichkeit, beide einmal gemeinsam auf der Bühne zu erleben, an einem spannenden Doppel-Fotoshoot der beiden Stars teilzunehmen, oder sich bei einer der Autogrammstunden ein wichtiges Andenken mit nach Hause zu nehmen. Doch das längst nicht alles.

Matt Smith

Zusätzlich kommen auf der diesjährigen Fedcon vor allem die langjährigen “Star Trek”-Fans einmal mehr auf ihre Kosten. So haben es die Fedcon-Macher geschafft, fast den gesamten Cast aus “Star Trek: The Next Generation” einzuladen – daruntern natürlich auch namhafte Hauptdarsteller wie Levar Burton, Brent Spiner, Michael Dorn, Marina Sirtis (Foto unten, Fedcon 2016) und John de Lancie. Lediglich auf Jonathan Frakes, der vor kurzem seinen Besuch leider absagen musste, den Captain Patrick Stewart und vereinzelte andere Stars müssen wir leider verzichten. Dennoch: Beim bisherigen Staraufgebot dürfte das gemeinsame TNG-Shooting wohl für Fans ein echtes Highlight werden, denn so viele Schauspieler aus der Serie bekommt man selten auf ein gemeinsames Foto.

Star Trek- und Doctor Who-Fans sollten die Fedcon, die vom 2. bis 5. Juni 2017 im Bonner Maritim Hotel stattfinden wird, also auf keinen Fall verpassen. Tickets gibt es noch im Vorverkauf unter fedcon.de.

Marina Sirtis - Fedcon



11
Apr

Fantasy Basel: Die Schweiz mit eigener Comic Con

Die Con-Landschaft mag in der Schweiz noch vergleichsweise klein aussehen – doch einmal im Jahr ist es soweit: Die Messe Basel verwandelt sich für mehrere Tage in eine aufregende Convention voller Film- und Serienstars, Cosplayer, Gamer und vieler spannender Attraktionen. Nachdem bereits die Erstauflage im Jahre 2015 ein voller Erfolg war, geht die Fantasy Basel mittlerweile in ihre dritte Runde. Doch inzwischen hat sich so manches geändert: Anders als noch vor zwei Jahren finden sich heute nämlich auch diverse interessante Stars aus Filmen und Serien auf der Convention. Mit dabei sind in diesem Jahr Hattie Gotobed aus “Snow White and the Huntsman”, Nathalie Cuzner aus “Doctor Who” und Stephanie Silva aus “Star Wars: Das Erwachen der Macht”.

Und das ist längst nicht alles: Auf der großen Messe-Convention, die sich insgesamt ein wenig am Konzept der Role Play Convention in Köln orientieren mag, ist nun beispielsweise auch Concept Designer Christian Scheurer und Creature Performer Paul Warren mit am Start. Auf 50.000 Quadratmetern erwarten den Besucher also auch ein interessantes Bühnenprogramm mit den Stars, während sich die Gamer bei der Swiss Gaming Challenge ausprobieren können und bekannte Zeichner dem ein oder anderem Fan vielleicht sogar einen persönlichen Cartoon zeichnen.

Stattfinden wird das Event vom 29. April bis 1. Mai 2017 in der Messe Basel, die perfekt mit den Regional- und Fernverkehrszügen der Deutschen Bahn zu erreichen ist. Kostenpunkt liegt bei 35 Schweizer Franken für eine Tageskarte (umgerechnet knapp 33 Euro) und weitere Infos findet ihr unter fantasybasel.ch.

Wer vorab einmal einen kleinen Eindruck vom Event erhalten möchte, kann übrigens gerne einen Blick in unser Fotoalbum aus dem Jahre 2015 werfen: facebook.com/dvdmagazine

Fantasy Basel



11
Apr

Bonn: Ringcon und Hobbitcon fusionieren zur Magiccon

Seit 14 Jahren fand im Bonner Maritim Hotel die beliebte Ringcon statt, die zahlreiche Stars aus “Herr der Ringe” und anderen Fantasyfranchises nach Deutschland holte. In vier dieser Jahren bekamen wir gleichzeitig im selben Jahr auch noch die Hobbitcon geboten, die selbiges unter anderem mit den neueren “Hobbit”-Filmen fortsetzte. Nun, da beide Trilogien in der Vergangenheit liegen, war es Zeit für etwas Neues: Mit der ersten Magiccon sollen beide Conventions in diesem Jahr erstmals fusionieren und das Beste beider Veranstaltungen an einem Wochenende verbinden. Zugleich nutzt man die Gelegenheit, um sich weiteren Filmen und Serien zu öffnen und eine echte, allumfassende Fantasy-Convention zu etablieren.

Denn wenn vom 21. bis 23. April 2017 die erste Magiccon stattfindet, hat man auch bereits zahlreiche interessante Stargäste am Start: Neben bereits aus den früheren Conventions bekannten Schauspielern, konnte man beispielsweise auch Keegan Connor Tracy und Emilie de Ravin aus “Once upon a time” und Louise Brealey aus “Sherlock” engagieren. Wobei sich die Fans der britischen Serie um den legendären Detektiv vermutlich vor allem über Andrew Scott freuen dürften, denn mit ihm wird auch Moriarty höchstpersönlich anwesend sein. Wenn Mr. Cumberbatch dann schon nicht selbst erscheinen kann, dann zumindest sein gefürchteter Erzfeind, der in seiner Rolle bereits mehrfach brillieren konnte.

Graham McTavish - Hobbitcon 2015

Übrigens: Während sich in den vergangenen Jahren bereits herausgestellt hat, dass sich “Outlander” einer immer größer werdenden Beliebtheit erfreut und wir Graham McTavish (Foto, Hobbitcon 2015) in der Vergangenheit schon einmal bewundern durften, bekommt er in diesem Jahr schlagkräftige Verstärkung. Mit Lotte Verbeek sind somit nämlich gleich zwei wichtige Darsteller aus der Fantasyserie vertreten, sodass Fans in diversen Panels die Gelegenheit haben werden, sie über ihre Rolle als Geillis Duncan so richtig auszufragen. Noch dazu gibt es einen Augenschmaus für viele weibliche Fans: Ian Somerhalder aus “Vampire Diaries” ist auf der ersten Magiccon nämlich ebenfalls mit von der Partie.

Wer angesichts der Fusionierung beider Conventions allerdings befürchtet hat, es würde nun insgesamt eine Convention weniger stattfinden, der darf beruhigt sein: Auf dem alten Termin der Ringcon findet vom 20. bis 22. Oktober nämlich erstmals die FearCon statt, bei der – wie der Name bereits erahnen lässt – vor allem Schauspieler aus den bekanntesten Horrorfilmen ihre Fans begrüßen werden. Weitere Infos zu den beiden Events findet ihr unter magiccon.de und fearcon.de.



03
Apr

Colt Express

Es gab einmal eine Zeit, in der wurden äußerst wertvolle Dinge mit der Eisenbahn transportiert – von Geld, bis hin zu Diamanten. Mitten im Wilden Westen versuchen mehrere Banditen nun regelmäßig, die Waggons bei laufender Fahrt auszurauben und dem Marshall aus dem Weg zu gehen. Doch das ist alles andere als einfach, denn vorausschauendes Denken ist erforderlich, um die Vorgehensweise der Gegner vorherzusehen. Immerhin sind wir nicht alleine auf dem Zug und zahlreiche andere Banditen warten mit heißen Schießeisen nur darauf, uns ein für alle mal vom Zug zu jagen…

Kritik:
Brettspiele erfreuen sich auch heute noch einer großen Beliebtheit. Doch nicht jeder hat immer die passenden Mitspieler, um zuhause das große Spielbrett aufzuschlagen. Und auch an den vergleichsweise hohen Kosten der physischen Version kann es manchmal scheitern. Da kommen PC-Versionen von ausgezeichneten PC-Spielen gerade recht.

Colt Express

Digitale Brettspielumsetzung
Auch „Colt Express“ ist ein solches Spiel, das man auf Basis des gleichnamigen Brettspiels nun in digitaler Form umgesetzt hat. Und da hält man sich ziemlich originalgetreu an die Vorlage, die man prompt sowohl offline, als auch im Multiplayer gegen andere Mitspieler spielen kann. Und trotz des günstigeren Preises hat die digitale Version gleich noch ein wenig mehr zu bieten, denn eine ganze Singleplayer-Kampagne wartet auf den Brettspiel-Fan. In jeweils fünf Kapiteln dürfen wir die Abenteuer der einzelnen Banditen durchspielen und werden dabei vor immer größeren Herausforderungen gestellt. Ob Dynamit, ein Amulett oder die Flucht vor dem Marshall – Abwechslung gibt es hier mehr als genügend. Da kann man dann durchaus mal zehn Stunden nur mit dem Story-Modus beschäftigt sein.

Colt Express

Zahlreiche Spielvarianten
Diesen zu spielen, stellt sich allerdings auch als sehr wichtig heraus. Durch das Abschließen der fünf Kapitel eines jeden Charakters schalten wir letztendlich nämlich neue Spielvarianten frei, die wir im klassischen Spielmodus und auch online anschließend nutzen können. Dazu gehören dann spannende Varianten, bei denen etwa eine Dynamitstange in einem der Waggons auftaucht, einzelne Waggons hinten abgekoppelt werden oder ein Amulett für besondere Fähigkeiten sorgt. Spannend: Im Multiplayer lassen sich diese Spielvarianten zugleich auch noch kombinieren. Und einen Vorteil hat das Freischalten über den Story-Modus allemal: Ehe wir uns in den Multiplayer-Modus wagen, kennen wir somit bereits jede einzelne Spielvariante und können uns auch gegen die anderen echten Spieler schlagen.

Colt Express

Vorausschauendes Denken
Übrigens: „Colt Express“ wurde erst im Jahre 2015 zum „Spiel des Jahres“ ausgezeichnet – wie wir finden völlig zurecht. Denn das Brettspiel macht nicht nur in seiner physischen Version verdammt viel Spaß, sondern überzeugt auch am Rechner mit seinem innovativen Spielkonzept. Dabei steht es nämlich im Mittelpunkt, möglichst vorausschauend zu denken und die Züge der Spieler im Hinterkopf zu behalten. In diesem Spiel sind wir nämlich nicht einfach nur reihum an der Reihe, sondern müssen in jeder Runde gleich mehrere Spielzüge auf einmal machen. Der Reihe nach wählen die Spieler also ihre Zugkarten aus, die sie im Laufe einer Runde ausspielen wollen, ehe die Aktionen der Karten dann auch durchgeführt werden. Und da merken wir schnell, dass das gar nicht so einfach ist, vorauszusehen, welche Aktionen die Spieler im vierten oder fünften Zug durchführen. Zumal die einzelnen Züge tatsächlich Auswirkungen auf die Aktionen der Mitspieler haben können, da bestimmte Züge mehrere Möglichkeiten offen lassen oder Tunnel dafür sorgen, dass wir die ausgespielte Karte der Mitspieler gar nicht erst sehen. „Colt Express“ wird so selbst mit seinem eigentlich einfachen Spielprinzip schnell überraschend komplex.

Colt Express

Kampf gegen echte Spieler
Im Kern des Spiels liegt aber natürlich – wie auch bei der Brettspielvariante – das Spiel gegen reale Spieler, in diesem Fall via Multiplayer. Hier kommt aber leider (noch) der kleine Schwachpunkt des Spiels zum Vorschein, denn nur in seltenen Fällen finden wir genügend Mitspieler, um tatsächlich eine Online-Partie zu starten. In den meisten Fällen sind gerade einmal vier oder fünf Spieler online und nicht alle wollen auch eine Multiplayer-Partie starten. Daher kann es wohl durchaus von Vorteil sein, ein paar Freunde zu haben, die sich das Spiel ebenfalls zulegen. Dass „Colt Express“ auch online recht gut funktioniert und absolut originalgetreu umgesetzt wurde, merken wir allerdings dann, wenn sich doch einmal eine solche Partie ergibt. Da kann man nur hoffen, dass sich die Spieleranzahl schon bald deutlich erhöht – denn ein Suchtfaktor kommt schnell auf.

Colt Express

Wilder Westen im Comic-Look
Übrigens: Auch optisch orientiert man sich am Original, verzichtet allerdings auf die üblichen Pappaufsteller. Stattdessen gibt es einen liebevoll gestalteten Comic-Look, der mit Comic-Banditen und einer animierten Eisenbahn einerseits zwar dem Original entspricht, andererseits aber optisch recht ansprechend umgesetzt wurde. Damit eignet sich „Colt Express“ nämlich trotz dem Einsatz von Schusswaffen auch für Kinder, denn wirklich blutige Szenen sehen wir hier zu keiner Zeit und es bleibt trotz allem erkennbar, dass es sich um die Umsetzung eines Brettspiels handelt. Noch dazu sorgt die multilinguale Umsetzung hoffentlich bald dafür, dass auch internationale Fans endlich dazu kommen und den Online-Modus um zahlreiche Spieler erweitern. In jedem Fall ist „Colt Express“ aber für alle Brettspiel-Fans ein Blick wert – unabhängig davon, ob man die physische Variante bereits mag, oder vor dem Kauf des Brettspiels einmal die günstige digitale Version ausprobieren möchte.

Fazit:
Originalgetreue und liebevoll gestaltete Umsetzung des „Spiel des Jahres 2015“, das mit seiner taktischen und unvorhersehbaren Spielweise begeistert und durch die Notwendigkeit des vorausschauenden Denkens zu einer echten Herausforderung werden kann. Ein Muss für jeden Brettspiel-Fan.

Colt Express Wertung



03
Apr

Mysterium

Mysteriöse Ereignisse gehen im Warwick-Herrenhaus vor sich, als einige Detektive sich des Nachts dort treffen. Sie wollen den erst kürzlich geschehenen Mordfall aufdecken – mithilfe eines Geistes. Der nämlich verfügt über seltsame und abstrakte Visionen, die er den sogenannten Spiritisten mitteilt. Denn während der Geist keinerlei andere Möglichkeit hat, auf sich aufmerksam zu machen, müssen jene Spiritisten anhand der gesehenen Eindrücke herausfinden, um welchen Täter es sich bei dem Mörder handelt, in welchem Raum dieser geschah und wobei es sich um die Tatwaffe handelt. Doch was möchte der Geist ihnen tatsächlich mitteilen? Welcher Teil der Visionen ist letztendlich der entscheidende Hinweis auf den Tathergang? Und was passiert, wenn keine Vision tatsächlich zum Ereignis passt?

Kritik:
Einmal Detektiv spielen oder wahlweise in die Rolle eines Geistes schlüpfen? Diese Möglichkeit haben wir nun in „Mysterium“, einer digitalen Umsetzung des gleichnamigen Brettspiels. Gemeinsam mit anderen Spielern versuchen wir darin, einen Mordfall aufzudecken.

Mysterium

Kooperatives Brettspiel
Anders als bei den meisten Brettspielen spielt man in „Mysterium“ dieses Mal allerdings nicht richtig gegeneinander. Die Mitspieler schließen sich als Detektive in einem kooperativen Modus zusammen und müssen gemeinsam herausfinden, was beim Mordfall geschehen ist. Visionen, bestehend aus kreativ gemalten Tarotkarten sollen die passenden Hinweise geben, die auf den Täter aufmerksam machen. Doch stets ist vollkommen unklar, was uns der Geist eigentlich sagen möchte: Ist es die Farbe, die Form oder ein bestimmtes Objekt in seiner Vision, das uns den passenden Hinweis gibt. Mittels hellseherischer Fähigkeiten, die beim Endrätsel dafür sorgen, dass wir mehr Visionen erhalten, können wir auch bei den anderen Spielern mitraten und ihre Zusammenhänge herausfinden. Doch Hellsichtpunkte gibt es nur, wenn wir richtig geraten haben. Und bis das der Fall ist, können spannende Diskussionen zwischen den Spielern via Chat entstehen. Oder auch nicht.

Mysterium

Geister und Visionen
Lediglich ein einziger der Spieler schlüpft derweil in eine andere Rolle: Der Geist nämlich wird ebenfalls von einem realen Mitspieler gespielt und dieser muss den Spiritisten die passenden Visionen zukommen lassen. Dazu wählt er möglichst geschickt eine Karte aus, dessen Bild am ehesten zum Täter, dem Ort oder der Tatwaffe passt. Und er hofft, dass die Spiritisten auf ähnliche Art und Weise denken und durch den Hinweis den korrekten Täter erraten. Dummerweise passen die Visionen allerdings nicht immer und die Zeit ist begrenzt: Erst wenn der Täter erraten ist, können die Spieler nämlich auf die nächste Stufe vorrücken und den Tatort erraten. Und erst, wenn dieser korrekt erraten wurde, folgt die Tatwaffe. Bis schlussendlich eine Gegenüberstellung für ein gemeinsames Rätsel für alle Spiritisten sorgt, bei dem gemeinsam erneut ein Tatablauf erraten werden muss. Doch auch die Tatsache, dass der Geist nur begrenzt seine Visionen austauschen kann, sorgt für Spannung und kann mitunter dazu führen, dass die Hinweise nichts taugen. So bleibt das Spiel dynamisch und spannend.

Mysterium

Spiel mit echten Mitspielern
Der Kern liegt auch bei dieser Brettspielumsetzung natürlich beim integrierten Multiplayer-Modus. Wenn wir einmal das Glück haben, ausreichend viele Mitspieler zu finden, können wir uns nach oben genanntem Muster ins Abenteuer wagen und getreu dem Vorbild ein echtes Brettspiel am heimischen Rechner nachspielen. Bei unserem Test gab es allerdings noch einige Probleme, die bisher dazu führten, dass wir keine einzige spielbare Multiplayer-Partie zustande brachten. Mal will die Verbindung einfach nicht klappen, ein weiteres Mal werden die Visionen der Spiritisten nicht angezeigt und ein ganz anderes Mal landen wir plötzlich auf einem leeren Hintergrund ohne jeglichen Inhalte. Eine tatsächlich funktionierende Partie kam so allerdings noch nicht zustande. Solange die Bugs aber nicht behoben werden, macht ein Brettspiel am PC so kaum einen Sinn.

Mysterium

Ersatz für das Brettspiel
Dabei ist die Umsetzung eigentlich interessant, denn die PC-Umsetzung von „Mysterium“ könnte normalerweise die physische Vorlage komplett ersetzen – vorausgesetzt wir spielen mit einem Tablet. So steht nämlich nicht nur der Online-Multiplayer-Modus zur Verfügung, sondern auch ein lokaler Mehrspielermodus, bei dem wir das Gerät einfach zwischen den Spielern herum reichen können. So reicht es, wenn einer der Mitspieler das Spiel gekauft hat und anschließend ein Tablet reihum von einem Spieler zum nächsten gehen lässt – die physische Version des Brettspiels wird so dann nicht mehr benötigt. Angesichts des enormen Preisunterschiedes wäre das womöglich gar ein Anreiz für jene, die das Brettspiel noch nicht besitzen. Und auch unterwegs auf Reisen mag dieser Modus sicherlich seine Vorzüge bieten, kann man schließlich nicht immer ein komplettes Brettspiel ausbreiten.

Mysterium

Story um das Anwesen
Um sich mit dem Spiel allerdings ausreichend vertraut zu machen, gibt es zusätzlich auch einen Story-Modus mit Singleplayer-Kampagne. Die ersten vier Kapitel daraus verstehen sich als Tutorial und müssen zwingend absolviert werden, ehe man sich in den (bisher nicht einwandfrei funktionierenden) Multiplayer-Modus wagen darf. Danach allerdings wird die Geschichte noch in zahlreichen weiteren Kapiteln fortgesetzt, in denen wir auch spannende Hintergründe zu den Figuren und Spiritisten erhalten. Abwechselnd dürfen wir so mal in die Rolle eines Spiritisten schlüpfen und ein anderes Mal den Geist spielen, wobei der Schwierigkeitsgrad auch hier stetig steigt. Möchte der Multiplayer also mal wieder nicht funktionieren, so hat man immerhin in diesem Modus durchaus seinen Spaß. Auch wenn dies bei weitem nicht so motivierend sein mag, wie das Spiel gegen echte Spieler es sein dürfte. Immerhin liegt auch beim physischen Brettspiel genau darin der eigentliche Reiz.

Fazit:
In einem spannenden kooperativen Spielkonzept dürfen wir wahlweise in die Rolle eines Detektives oder eines Geistes schlüpfen und müssen anhand von Visionen einen Mordfall aufklären. „Mysterium“ hält sich dabei genauestens an die originale Vorlage. Sollten nun noch die Bugs im Multiplayer-Modus behoben werden, dürfte einem Kauf nichts im Wege stehen.

Mysterium Wertung



03
Apr

Early Access-Check: On The Road

Einmal als Fahrer in einer Spedition anheuern und wertvolle Frachten in einem Lastwagen durch ganz Deutschland transportieren – das dürfte wohl der Traum so mancher Simulationsspieler sein. In „On The Road“ haben wir nun die Möglichkeit, eine solche eigene Spedition zu gründen und anders als in vergleichbaren Spielen, auch eigene Anhänger zu kaufen, statt nur Aufträge von verschiedenen Firmen anzunehmen – theoretisch. Das ist es jedenfalls, was der Entwickler verspricht und womit man sich von der Konkurrenz abgrenzen möchte. Der bisherige Eindruck ist allerdings ein gänzlich anderer.

Kritik:
Der LKW-Simulator „On The Road“ ist vor kurzem nämlich in die Early Access-Phase getreten und möchte sich auf langfristige Sicht als ernstzunehmende Konkurrenz für „Euro Truck Simulator 2“ etablieren. Und eines sollte den Spielern dabei wohl klar sein: „Early Access“ heißt so viel wie, dass man es hier mit einer sehr unfertigen Beta-Version zu tun hat, in der noch zahlreiche Features fehlen. Sicher: Damit könnte man grundsätzlich leben. Allerdings ist dieser Simulator in einem derartig unfertigen Zustand, dass nicht einmal das Grundgerüst tatsächlich steht. Oder anders gesagt: Abgesehen davon, mit einem(!) Lastwagen von A nach B zu fahren, funktioniert hier bisher nahezu gar nichts.

On The Road

Aufträge ohne Waren
Dabei sollte man eigentlich meinen, dass der Wirtschaftspart so grundsätzlich bereits verfügbar ist. Zumindest behauptet ein Menü, dass wir bestimmte Frachtaufträge annehmen können, um Waren abzuholen und an einen Zielort zu bringen. In der Theorie mag das klappen – in der Praxis merken wir allerdings bereits hier, dass nicht einmal die Abholung von Waren einwandfrei umgesetzt wurde und wir die Aufträge somit häufig gar nicht absolvieren können. Mal abgesehen von der Tatsache, dass ein Wirtschaftspart ohnehin nur wenig Sinn ergibt, wenn wir das erwirtschaftete Geld nicht auch irgendwo ausgeben können. Bisher allerdings gibt es nur einen einzigen Lastwagen, für den wir absolut nichts einkaufen können. Tuning oder neue Ausstattung ist hier Fehlanzeige.

On The Road

Fehlendes Grundgerüst
Das Ganze setzt sich dann damit fort, dass wir bei einem Unfall unseren Lastwagen auch nicht mehr aufrichten können. Von einem Abschleppdienst und einer Reparaturwerkstatt mal ganz zu schweigen. Wobei es ohnehin keinerlei Schadensmodell gibt und somit auch nichts zu reparieren wäre. Geld ausgeben ist also auch an dieser Stelle nicht möglich. Übrigens: Das mit dem Umkippen des Lastwagens kann erstaunlicherweise ziemlich häufig passieren, da nämlich auch die KI der anderen Fahrzeuge in keinster Weise brauchbar funktioniert. Diese ist derartig aggressiv eingestellt, dass sie uns praktisch bei jeder Gelegenheit rammt. Mal von physikalisch korrektem Verhalten ganz abgesehen, denn diese hier teils spektakulären Unfälle haben mit der Realität nun wirklich nichts zu tun. Warum jene Unfälle dann auch noch ohne unsere Mitwirkung geschehen, bleibt ein gänzliches Rätsel – über so manche Kreuzung können wir dadurch aber trotzdem nicht fahren. Und das häufige Bremsen der Autos auf einer Autobahn ist gleichzeitig nicht weniger absurd.

On The Road

Stockender Verkehr
Nun dürfte man sich als geneigter Spieler womöglich die Frage stellen, ob denn wenigstens das Fahren selbst einwandfrei funktioniert. Allerdings ist auch hier die Frage wohl recht klar mit „Nein“ zu beantworten, obwohl wir es immerhin schaffen, den Lastwagen zu bewegen. Auf unserem Borddisplay wird somit dauerhaft „Störung des Bordcomputers“ angezeigt, ohne dass sich dies ändern ließe. Die Bremse ist teilweise so hart, dass sich der Lastwagen kaum vernünftig anhalten lässt und auch die Lenkung bei höheren Geschwindigkeiten lässt nun wirklich zu wünschen übrig. Das lässt sich unterdessen übrigens auch nicht verbessern, denn eine Unterstützung für Lenkräder fehlt komplett – wohlgemerkt bei einer Lastwagensimulation! Womit wir spätestens hier erkennen, wie sehr das Grundgerüst des Spiels letztendlich doch fehlt. Nicht, dass wir so etwas nicht gar erwartet hätten, nachdem bereits das Menü extrem simpel und ohne Vertonung gehalten wurde.

On The Road

Eigene Firma? Pustekuchen!
Dabei war doch das Interesse anfangs so richtig groß, nachdem die Entwickler versprachen, man könne eine eigene Firma mit eigenen Anhängern gründen. Nun: Prinzipiell ist das sogar möglich. Bei der Profilerstellung können wir nämlich nicht nur unseren Namen eingeben, sondern auch unserer Firma einen Namen geben und ein Logo verpassen. Nun allerdings der größte Lacher: Bei der Auswahl unseres Logos stehen ganze vier hingekritzelte Buchstaben zur Verfügung. Kein Witz. Und dieser Buchstabe taucht dann ebenso wenig auf unserem Lastwagen auf, wie der zuvor ausgewählte Name unseres Unternehmens. Wenn wir dann trotz verschiedenster Eingaben nur „Spedition Walter“ als einzige Option auf dem Lastwagen finden, wird selbst diese Funktion vollkommen sinnlos. Da fragt man sich doch, in welch anfänglichem Zustand dieses Spiel sein soll, wenn nicht einmal die Übertragung von Buchstaben auf einen Lastwagen funktioniert. Da gelingen selbst Train Simulator-Hobbyentwicklern bessere Modelle. Man kann bei „On The Road“ so gesehen also kaum von einer Beta-Version sprechen, sondern bekommt bestenfalls ein Spiel in der Pre-Alpha-Phase. Und wenn sich an diesem Zustand nicht baldig etwas ändert, wird auch dieses Spiel schnell in der Kategorie „Simulator-Schrott“ landen.

On The Road

Wald mit lauter Bäumen
Immerhin: Beim Mapdesign haben sich die Entwickler einigermaßen Mühe gegeben. Insbesondere die Autobahnauffahrten sind sehr realistisch gehalten, die Städte können sich durchaus sehen lassen und auch die Vegetation entlang der Strecken macht einen relativ hübschen Eindruck. Natürlich kann man dabei nicht die Grafik eines Triple-A-Titels erwarten und selbst der mittlerweile in die Jahre gekommene „Euro Truck Simulator 2“ sieht hübscher aus, aber wir befinden uns hier dennoch in einem akzeptablen Rahmen, der für dieses Genre durchaus in Ordnung geht. Lediglich das Anti-Aliasing sollte dringend hinzugefügt werden, damit die Optik noch ein wenig ansprechender aussieht. Davon abgesehen kann man aber wohl ganz klar sagen: „Außen hui, innen pfui“ – denn aus technischer Sicht läuft hier nahezu nichts.

Fazit:
Dass es sich bei einem Early Access-Titel um ein sehr unfertiges Spiel handelt, versteht sich von selbst. Bei „On The Road“ fehlt allerdings derartig viel, dass man die Simulation im aktuellen Zustand kaum als spielbar bezeichnen kann. Und wenn sich daran nicht grundlegend etwas ändert, könnten wir es hierbei mit dem nächsten Anwärter für die Kategorie „Simulator-Schrott“ zu tun haben. Schade.



31
Mrz

The Walking Dead: A New Frontier

Vier Jahre ist es inzwischen her, seitdem die Menschheit von den Untoten überrannt wurde und seitdem ist keinerlei Besserung in Sicht. Die junge Clementine hat derweil schon zahlreiche schreckliche Dinge in ihrem Leben erlebt, ist schließlich ihr einstiger Beschützer auf qualvolle Weise ums Leben gekommen. Mit einem Kleinkind auf dem Arm hat sich das minderjährige Mädchen allein auf den Weg gemacht, um in dieser schrecklichen Welt zu überleben – und musste schon bald auch für diesen Jungen ihre Hoffnung aufgeben. Abgebrüht und jegliches Vertrauen in die Mitmenschen verloren, trifft sie auf Javier und seine Familie, die ebenfalls gemeinsam auf der Suche nach neuer Hoffnung ist. Doch noch haben sie kaum eine Vorstellung davon, wozu sie in der Lage sind, um ihre eigene Familie zu beschützen…

Kritik:
Nach den ersten beiden Staffeln der „The Walking Dead“-Reihe von Telltale Games hat sich so einiges geändert. Die junge Hauptfigur Clementine ist ein wenig gealtert und definitiv nicht mehr die Alte. Nicht nur ihr Aussehen hat sich mittlerweile geändert, sondern vor allem ihr Charakter wurde von den schrecklichen Ereignissen der Vergangenheit geformt. Erstmals kommt allerdings eine weitere Figur ins Spiel: In der dritten Staffel unter dem Titel „A New Frontier“ wechseln wir regelmäßig die Rolle und dürfen sowohl Clementine, als auch ihren neuen Begleiter Javier steuern, die wie üblich schwerwiegende Entscheidungen treffen müssen, die den Verlauf des Spiels grundlegend beeinflussen sollen. Den Fans der Reihe dürfte damit wohl klar sein, was sie in diesem Spiel zu erwarten haben.

The Walking Dead: A New Frontier

Bekanntes Spielprinzip
Dabei hat sich das eigentliche Gameplay noch immer nicht verändert und bleibt auch in der neuesten Staffel ziemlich überschaubar. In kleinen Quicktime-Events drücken wir vorgegebene Tasten, um beispielsweise gegen Zombies zu kämpfen und in diversen Multiple Choice-Fragen geben wir Antworten, um den Spielverlauf zu beeinflussen. Schade ist dabei, dass man offenbar wieder zu alten Stilmitteln zurückkehrt und es nicht den anderen Franchises gleich macht. Obwohl bereits „Batman“ gezeigt hat, dass Telltale seine Quicktime-Events mit Tastenkombinationen auch ein wenig komplexer gestalten kann und auch „Tales from the Borderlands“ einige spielerische Besonderheiten bot, beschränkt sich auch dieses „The Walking Dead“-Spiel einmal mehr darauf, einzelne Tasten zu drücken oder mit der Maus ein wenig herumzuklicken. Anspruchsvoll ist das nicht – und mitunter auch deutlich zu einfach. Vor allem Fans der (immer gleichen) Telltale-Spiele dürften sich davon kaum gefordert fühlen.

The Walking Dead: A New Frontier

Eine harte Geschichte
Eines war allerdings schon immer eine Stärke der Spielereihe: Das hervorragende Storytelling. Obwohl viele Kenner mitunter auch der Meinung sind, Telltale Games könnte genauso gut einfach eine Zeichentrickserie aus den Spielen machen, so bietet auch „A New Frontier“ einmal mehr eine recht intensive und bedrückende Geschichte. Die Schicksale der Überlebenden und ihre belastenden Entscheidungen spielen mittlerweile in den Spielen sogar eine weit größere Rolle, als in der gleichnamigen Fernsehserie. Das Spiel ist immerhin noch nicht in den immer gleichen Mustern aus gegenseitigem Abschlachten stecken geblieben und hat damit auch jetzt noch charakterlichen Tiefgang zu bieten – selbst wenn wir die einstige Hauptrolle Lee, der auch Beschützer von Clementine war, noch immer schmerzlich vermissen.

The Walking Dead: A New Frontier

Mutige Charakterzeichnungen
Und es dürfte auch feststehen, dass nicht alle Fans der Reihe mit den Veränderungen und Entwicklungen glücklich sein dürften. Immerhin wagt Telltale nämlich einen mutigen Schritt und führt tatsächlich diverse Veränderungen bei der jungen Clementine ein. Sichtlich gezeichnet von ihrem schrecklichen Lebensablauf, zeigt sie sich überaus abgebrüht und mittlerweile emotional erkaltet. So mancher Spieler wird vielleicht den Eindruck erlangen, dass es sich nicht mehr um die geliebte Clementine handelt, wie man sie noch aus den früheren Staffeln kennt. Doch die Entwickler beweisen Mut und sorgen dafür, dass die Spielereihe auch jetzt noch interessant bleibt. Allein dafür ist auch „A New Frontier“ sicherlich ein Blick wert.

The Walking Dead: A New Frontier

Die falschen Entscheidungen
Und doch sind die Charakterzeichnungen manchmal auch ein Problem. Das liegt daran, dass uns immer nur eine eingeschränkte Auswahlmöglichkeit bei den Antworten zur Verfügung steht – und wir uns somit vielleicht nicht ganz mit den Charakteren anfreunden können. Ob uns Javier als einer der Hauptfiguren nämlich zusagt, hängt von vielen Faktoren ab. Nicht selten kam doch das Problem auf, dass die gewünschten Antwortmöglichkeiten gar nicht zur Verfügung standen. Etwa dann, wenn wir feststellen, dass Javiers Freundin Kate plötzlich Drogen konsumiert – dass unsere Hauptfigur allerdings trotzdem Gefühle für sie entwickelt, darauf haben wir keinen Einfluss. Selbst dann nicht, wenn wir uns eigentlich gern anders entscheiden würden. Insgesamt bleiben viele Entscheidungen damit zu oberflächlich und haben keine so großen Auswirkungen auf den Spielverlauf, wie wir uns das wünschen. Etwa die Entscheidung, uns gänzlich von bestimmten Charakteren abzuwenden, wird uns genommen. Schade, zumal die neuen Figuren nicht immer so sympathisch sein mögen, wie einst Clementine in den ersten Staffeln.

The Walking Dead: A New Frontier

Wegfall von Entscheidungen
Apropos Entscheidungen: Ganz ohne Fehler scheint auch dieses Spiel nicht auszukommen, was sich in letzter Zeit offenbar als generelles Problem bei Telltale-Spielen herausstellt. Denn während wir uns wundern, wie es bei einem Spiel mit derart wenig spielerischer Freiheit überhaupt zu Bugs kommen kann, entdecken wir gelegentlich doch einige schwerwiegende. Nach dem Update zur dritten Episode etwa tauchte beim Test ein Bug auf, der die Spielstände betraf und plötzlich den bisherigen Verlauf der ersten beiden Episoden verschwinden ließ. Doch welchen Sinn macht ein Spiel, dessen Ablauf auf unseren Entscheidungen beruht, wenn „The Walking Dead: A New Frontier“ einfach mal eben jene Entscheidungen „vergisst“? Nach jedem Update alle Episoden erneut zu spielen, möchte man hingegen nun auch nicht. Und nachdem bereits „Batman“ zum Release mit zahlreichen Bugs zu kämpfen hatte, ist das erneute Aufkommen eben solcher im Zusammenhang mit der Cloud-Speicherung doch etwas ernüchternd.

The Walking Dead: A New Frontier

Der lebendige Comic
Allerdings gibt es nicht nur Verschlechterungen, sondern hier und da durchaus auch einige Verbesserungen. Etwa bei der grafischen Umsetzung des Spiels, welche nun dafür sorgt, dass die Figuren allesamt deutlich plastischer erscheinen, als noch bei den Vorgängern. Damit wird der liebenswerte Comic-Look einmal richtig zum Leben erweckt und wirkt nun nicht mehr, als würden wir ein zweidimensionales Zeichentrickvideo betrachten. Darüber hinaus sorgt die hübsche Beleuchtung in der nett anzusehenden Flora auch noch für ein insgesamt stimmigeres Bild. Und auch deutsche Nutzer haben es mittlerweile ein wenig einfacher, denn auch wenn die Sprachausgabe noch immer auf englisch stattfindet, so finden wir nun immerhin deutsche Untertitel vor, die es manchen hiesigen Spielern ein wenig einfacher machen, die richtigen Entscheidungen in der vorgegebenen Zeit zu treffen. Englischkenntnisse sind also nicht mehr zwingend erforderlich.

Fazit:
Mit mutigen Veränderungen beim Charakter von Clementine sorgt Telltale Games erneut für eine spannende Staffel, die ihre Stärken insbesondere beim Storytelling findet. Spielerisch bleibt man allerdings dem alten Schema treu und verzichtet auf neuartige Spielelemente, wie man sie in den anderen Telltale-Reihen teilweise findet.

The Walking Dead: A New Frontier Wertung



27
Mrz

Train Simulator: The Story of Forest Rail

Auf der Suche nach einem neuen Job, ist die junge Izumi Chisa erstaunlich schnell fündig geworden. Denn Lokführer zu werden, was schon immer ihr großer Traum und die Matsuhara Railway Company wirbt immerhin mit einem riesigen und seriösen Büro in einem Wolkenkratzer. Dass alles allerdings ein bisschen anders kommen sollte, muss sie nach ihrer Ankunft im ländlich gelegenen Ort Matsuhara aber sehr schnell feststellen. Anstelle eines Wolkenkratzers erwartet sie eine heruntergekommene Rumpelkammer und auch die Fahrzeuge des Unternehmens scheinen in keinem besseren Zustand zu sein. Hier warten keine modernen und schweren Lokomotiven auf das junge Mädchen aus der großen Stadt, sondern umgebaute verbeulte Schienenbusse, deren technische Mängel kaum mehr aufzuzählen sind. Immerhin scheinen die Bremsen noch einwandfrei zu funktionieren – oder etwa doch nicht?

Kritik:
Japanische Routen für den Train Simulator sind schon eine echte Seltenheit. Immerhin dominieren doch überwiegend britische, deutsche und amerikanische Erweiterungen den Markt. Dass dann ausgerechnet auch noch eine fiktive Route mit ausgefallenen Fahrzeugen auftaucht, überrascht umso mehr. Bei „The Story of Forest Rail“ begeben wir uns auf eine solche fiktive Fahrt.

Grün – überall grün
Ganz so fiktiv, wie es auf den ersten Blick den Anschein macht, ist die Strecke allerdings nicht. Tatsächlich basiert die Route nämlich auf der heute stillgelegten Furusato Ginga Strecke, die einst vor allem für Holztransporte und später überwiegend für den Passagierverkehr eingesetzt wurde. An dieser Stelle allerdings endet bereits der reale Bezug, denn jegliche Orte und auch Ortsnamen sind vollständig fiktiv. Das merkt man dann auch bei der Streckengestaltung selbst, die insgesamt sehr grün gehalten wurde. Gräser und Wälder dominieren die Route und nur kleine Ortschaften mit meist eingleisigen Bahnhöfen laden zu einer verträumten Fahrt ein. Die besondere Herausforderung der Strecke besteht derweil in den häufigen starken Steigungen und Gefällen von teilweise mehr als fünf Prozent. Das macht es nicht gerade einfach, die Geschwindigkeit zu halten und erhöht den Schwierigkeitsgrad deutlich.

Train Simulator: The Story of Forest Rail

Die letzten Glühwürmchen
Und obwohl man hier auf der fast gänzlich eingleisigen Strecke kaum Gegenverkehr vorfindet und nicht einmal auf die nahezu immer grünen Signale achten muss, hat die Strecke ihren ganz eigenen Charme. Das kommt daher, dass die Streckendesigner besonders viel Wert darauf gelegt haben, die japanische Kultur möglichst gut wiederzugeben. Das sehen wir einerseits an den Gebäuden und buddhistischen Tempeln, andererseits aber auch an den liebevoll eingebauten animierten Glühwürmchen, die wir entlang der Strecke vorfinden. Und auch das umherfliegende animierte Laub erhöht den Detailgrad ein wenig. Ganz überzeugen kann die Strecke damit aber leider trotzdem nicht, denn schnell stellt sich auch ein hoher Wiederverwertungseffekt ein. Vor allem die Flora und die Gebäude wurden sichtlich häufiger wiederverwendet. So haben wir schnell den Eindruck, doch immer wieder dasselbe Gras und dieselben Blumen zu sehen, was wohl auch den Tatsachen entspricht. Viel Abwechslung gibt es auf der Route selbst also nicht.

Train Simulator: The Story of Forest Rail

Die Geschichte von Izumi
Dafür gibt es eine weitere Besonderheit, denn den Namen der Route darf man gerne wörtlich nehmen: In „The Stoy of Forest Rail“ gibt es nämlich tatsächlich eine Geschichte. In drei Standardszenarien, die nicht im Karrieremodus spielbar sind, erleben wir nämlich die Story von Izumi Chisa, die einen neuen Job bei einem Eisenbahnunternehmen annimmt. In kleinen Texteinblendungen sehen wir dabei die Dialoge zwischen ihr und ihrem neuen Arbeitgeber und treffen auf liebevoll gestaltete Anime-Figuren, die Fans des Genres sicherlich begeistern können. Und ganz ohne sind diese drei Standardszenarien nämlich auch nicht: Izumi muss nämlich einen defekten und demolierten kleinen Schienenbus fahren, der seine besonderen Eigenheiten hat. Dazu zählen unter anderem ausfallende Bremsen und spannende andere Schäden, die die Szenarien ziemlich witzig werden lassen. Derartiges haben wir jedenfalls in noch keiner Erweiterung für den Train Simulator erlebt.

Train Simulator: The Story of Forest Rail

Eintönigkeit in der Karriere
Das Hauptproblem der Strecke liegt allerdings darin, dass die Aufgaben doch relativ schnell eintönig und damit langweilig werden. Die Standardszenarien bieten nämlich gerade einmal eine Spielzeit von nur 90 Minuten. Danach bleiben lediglich die Karriereszenarien, die auf Grund der ansonsten wenig abwechslungsreichen Strecke ausschließlich aus einfachen Fahrten von A nach B bestehen. Entgegenkommender KI-Verkehr, Umleitungen oder wenigstens rote Signale suchen wir dabei vergebens. Und auch Güterverkehr ist nicht mit von der Partie, obwohl die Strecke bestens für den historischen Holztransport geeignet wäre. Das mindert den Spielspaß somit recht schnell, auch wenn wir in den Karriereszenarien immerhin einen weiteren (besser funktionierenden) und moderneren Schienenbus fahren dürfen, der doch recht ausgefallen gestaltet wurde und ebenfalls einem realen Vorbild entspricht.

Train Simulator: The Story of Forest Rail

Finsternis im Führerstand
Da ein Schienenbus allerdings auch nicht so viele Funktionen erfüllt, wie größere Lokomotiven, ist allerdings auch der Simulationsgrad des Innenlebens recht klein ausgefallen. So können wir also überwiegend nur Beschleunigen, Bremsen und die Richtung ändern. Ansonsten finden wir gerade einmal eine Handbremse und – immerhin – zwei Schalter für das manuelle Öffnen der linken und rechten Tür vor. Dafür fehlen aber selbst Knöpfe zum Einschalten des Lichts innerhalb des Fahrzeuges komplett und auch andere Funktionen vermissen wir schnell. Dass man übrigens aus der Fahrersicht diverse Fahrgäste im Zug sieht, diese von außen allerdings nicht mehr erkennbar sind, trübt den Spielspaß zusätzlich ein wenig. Damit dürfte „The Story of Forest Rail“ also vermutlich nicht zu den Favoriten unter den Streckenerweiterungen gehören, bietet aber zumindest mal eine kleine Abwechslung vom üblichen „Train Simulator“-Alltag.

Fazit:
Mit einer ungewöhnlichen fiktiven Route, zwei ausgefallenen Fahrzeugen und kreativen Standardszenarien samt Story hebt sich „The Story of Forest Rail“ durchaus positiv von der Konkurrenz ab. Leider sorgt der hohe Wiederverwertungseffekt und mangelnder KI-Verkehr schnell für eine aufkommende Eintönigkeit, welche die Spielspaßkurve auch ebenso schnell wieder sinken lässt.

Train Simulator: The Story of Forest Rail Wertung