Train Simulator: Durchs Moseltal - Virtual DVD Magazine – News
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  • Train Simulator: Durchs Moseltal
    Das Moseltal gehört zu den wohl schönsten und beeindruckendsten Landschaften Deutschlands. Auf der einen Seite ragen die romantischen Weinberge in die Höhe, auf der anderen Seite schlängelt sich die hübsche Mosel zwischen den Hügeln entlang und verschafft dem Reisenden einen fantastischen Ausblick. Zugleich ist die Strecke zwischen Koblenz und Trier allerdings auch eine der wichtigsten Industrierouten unseres Landes. Güterverkehr gehört dort ebenso an die Tagesordnung, wie auf der vergleichbaren Rheinstrecke nach Bingen. Und auch für den Regionalverkehr dürfte die Route keineswegs uninteressant sein, zumal zahlreiche Nebenstrecken die kleineren Orte an der Mosel mit den Hauptstrecken verbinden. Und spätestens dabei wird die Fahrt wohl für jeden Lokführer und Fahrgast zu einem wahren Augenschmaus.

    Kritik:
    Deutsche Fans des Train Simulators dürften es auf die richtig hübschen Routen sicherlich in besonderem Maße abgesehen haben. Dass dazu neben der Rheinstrecke natürlich auch das Moseltal gehören muss, versteht sich von selbst. Entsprechend einem Fahrplan, der vermutlich in den 90iger Jahren angesiedelt ist, geht es demnach von Koblenz nach Trier.

    Train Simulator: Durchs Moseltal

    Auf zu den Weinbergen
    Dabei ist nicht nur der Streckenverlauf der ganze 113 Kilometer langen Route insgesamt originalgetreu nachgebaut, sondern hat auch einige optische Merkmale zu bieten. Wahlweise links oder rechts finden wir meist die wunderhübschen Weinberge, die interessanterweise je nach Jahreszeit des jeweiligen Szenarios eine andere Farbe annehmen. Im Sommer knall grün, im Herbst dann rustikal braun-rot und im Winter sogar ohne jegliche Früchte – da macht die Strecke zwischen Koblenz und Trier durchaus einen realistischen Eindruck und hat somit sogar eine optische Besonderheit zu bieten. Da lässt es sich auch verschmerzen, dass die Wasseranimationen der Mosel mit der veralteten Engine des Train Simulators nicht mehr ganz so modern aussehen. Übrigens: Eine Streckenlänge von 113 Kilometern ist für ein Addon des Train Simulators erstaunlich lang, üblich sind häufig eher maximal die Hälfte. Dementsprechend sind Fahrten von mehreren Stunden durchaus möglich.

    Train Simulator: Durchs Moseltal

    Ruhige Fahrt auf Nebenstrecken
    Das soll allerdings längst nicht alles sein, denn neben der wichtigen Hauptstrecke zwischen Koblenz und Trier, die vollständig mit all ihren Halten umgesetzt wurde, haben sich die Entwickler zugleich auch die Mühe gemacht, eine interessante Nebenstrecke zu integrieren. Von Bullay in Rheinland-Pfalz aus geht es schließlich über eine eingleisige Strecke ins tiefe Innere des Moseltals nach Traben Trarbach. Etwa zehn Kilometer dürfen wir dort mit dem alten Dieseltriebwagen der Baureihe 628 eine vermutlich nicht ganz so profitable, aber dafür umso hübscher anzusehende Nebenstrecke von knapp zehn Kilometern abfahren, die sogar über gänzlich eigene Signalsysteme verfügt. Da darf man sich also durchaus auf ein wenig Abwechslung freuen – und bekommt auch noch den passenden Streckenabschnitt für hübsche Screenshots geboten.

    Train Simulator: Durchs Moseltal

    Mitten im Grünen
    Dass „Durchs Moseltal“ allerdings zugleich auch wirklich richtig hübsch aussieht, haben wir vor allem der dichten Vegetation zu verdanken, die die Macher in das Routen-Addon eingebaut haben. Dass die Büsche auf der Nebenstrecke fast unseren Zug streifen und auch innerhalb der Schienen schon einmal etwas Gras wächst, gehört zum festen und wichtigen Bestandteil der Route und wertet sie optisch noch deutlich auf. Insgesamt mögen die Farben der teils neongrünen Vegetation dabei zwar etwas zu hell aussehen, aber im Vergleich zu anderen Strecken bekommen wir immerhin eine realistischere Bewachsung entlang der Strecke geboten. Und das gilt letztendlich natürlich auch für die Bahnhöfe, die selbst hin und wieder mal etwas Gras abbekommen haben. Rein optisch dürfte „Durchs Moseltal“ also vermutlich zu den schönsten Strecken für den Train Simulator gehören.

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    Licht am Ende des Tunnels
    Entlang der Strecke dürfen wir uns aber auch architektonisch auf einen gewissen Realismus freuen. Mit dem Kaiser-Wilhelm-Brücke hat man immerhin eine der längsten Eisenbahntunnel Deutschlands eingebaut und diesen realistisch mit über vier Kilometern Länge umgesetzt. Und auch der kann sich dank der glaubwürdigen Innenbeleuchtung durchaus sehen lassen und hebt sich von den Tunneln aus anderen Addons deutlich ab. Ähnliches gilt für die Doppelstockbrücke Alf-Bullay, die nicht nur einen hübschen Ausblick über die Mosel bietet, sondern auch relativ detailgetreu umgesetzt und durchaus wiedererkennbar ist. Ganz zu schweigen vom Bahnhof in Cochem mit seiner besonderen Gestaltung oder der ein oder anderen Burg, die im Hintergrund auf den Bergen auftaucht und ebenfalls auf der Moselstrecke nicht fehlen dürfen.

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    Zurück in die Vergangenheit
    Den heute dort vorherrschenden Schienenverkehr bekommen wir allerdings nicht geboten, was vermutlich lizenzrechtliche Gründe hat: Auf die zahlreichen Privatbahnen, die heute im Regionalverkehr unterwegs sind, müssen wir also verzichten. Stattdessen dürften die Szenarien und das Rollmaterial vermutlich eher in den 90iger Jahren angesiedelt sein und einen für damalige Verhältnisse realistischen Schienenverkehr bieten. Für den Spieler bedeutet das, dass er gleich zwei verschiedene Lokomotivtypen fahren darf: Einerseits die Dieseltriebwagen der Baureihe 628 / 928, die mit ihrem kleinen niedlichen Look eher die kleineren Orte und Bahnhöfe anfahren. Andererseits aber auch die große starke E-Lok der Baureihe 189, die vor allem im Güterverkehr unterwegs ist und dabei gerne auch mal in Doppeltraktion beobachtet oder gefahren werden kann, wenn sie ihr hohes Gewicht über die Strecke zieht.

    Train Simulator: Durchs Moseltal

    Immer eine Überraschung
    Spannend werden die Szenarien allerdings auch deshalb, weil die Moselstrecke weitaus mehr KI-Verkehr mitliefert, als wir zunächst erwartet haben. Dabei beschränkt man sich nämlich nicht auf die zwei verschiedenen Baureihen, sondern liefert noch zahlreiche, nicht fahrbare Lokomotiven und Züge mit. Die Baureihe 151 gehört für den damaligen Güterverkehr schließlich obligatorisch dazu und auch Baureihe 243 kann im Regionalverkehr mit Doppelstock- oder den damaligen roten n-Wagen desöfteren beobachtet werden. Damit gestaltet sich insgesamt ein realistischer Verkehr nach damaligem Fahrplan, bei dem die Szenarien zu keiner Zeit einen zu leeren Eindruck machen. Wir fühlen uns schnell, wie bei der echten Eisenbahn. Und wenn dann auch noch der ein oder andere Sonderzug mit Dampflok entgegen kommt, ist die Überraschung erst so richtig groß – denn „Durchs Moseltal“ hält noch so manchen KI-Verkehr bereit, der in der Beschreibung zuvor gar nicht angegeben wurde.

    Train Simulator: Durchs Moseltal

    Passagier- und Güterverkehr
    Insgesamt kommt das Addon auch mit ganzen zwölf Szenarien daher und bietet dabei reichlich Spielspaß, zumal so manche Aufgabe auch einmal mehr als eine Stunde dauern darf. Dabei ist der Passagier- und Güterverkehr gleichermaßen stark vertreten. Im Personenverkehr dürfen wir vor allem mit Baureihe 628 / 928 eher langsam unterwegs sein und nehmen dabei jeden Bahnhof mit. Baureihe 189 hingegen versorgt uns mit meist sehr langen Fahrten über die gesamte Strecke, bei dem wir durchaus hohes Gewicht transportieren. Auf Rangieraufgaben verzichtet „Durchs Moseltal“ somit also fast komplett. Dafür bekommen wir aber auch mal einen damaligen Intercity-Zug zu sehen, der ersatzweise mit der 189er unterwegs ist und somit auch bei dieser Lok einmal Abwechslung zu bieten hat. Dass sich die Entwickler zudem auch einige Zufallsereignisse haben einfallen lassen, über die wir dann während der Fahrt informiert werden, macht die Fahrten noch ein klein wenig aufregender. Fans des Train Simulators können bei dieser Strecke also nicht viel falsch machen, obwohl es durchaus ein paar kleinere Probleme gibt.

    Train Simulator: Durchs Moseltal

    Gar nicht zu schnell
    Schade sind angesichts dieser hohen Qualität aber vor allem einige Bugs entlang der Strecke, die den Spielverlauf durchaus stören können. An zwei Stellen entlang der Route registriert „Durchs Moseltal“ beispielsweise eine Geschwindigkeitsüberschreitung, während der Spieler eigentlich unterhalb der vorgegebenen Geschwindigkeit fährt. Das stört zwar nicht allzu sehr, weil wir ohnehin nur Standard- statt Karriereszenarien geboten bekommen, macht aber in der Auswertung zumindest die Statistik kaputt. Zum anderen entspricht die Aufstellung der Signale nicht immer dem Original und einige der Anzeigen haben nicht die vorgesehene Wirkung. Etwa dann, wenn eine Geschwindigkeitsbegrenzung nicht wie auf dem Signal angegeben in Kraft tritt. Derartige Dinge sollten die Macher also in jedem Fall noch überarbeiten – ob das allerdings zwei Jahre nach der Veröffentlichung noch passiert, ist fraglich.

    Fazit:
    Die Strecke entlang des Moseltals gehört optisch zu den hübschesten Addons für den Train Simulator und hat dank zahlreicher Szenarien und einer ungewöhnlich langen Route auch reichlich Spielspaß zu bieten. Leider trüben vereinzelte Fehler das Spielerlebnis.

    Train Simulator: Durchs Moseltal Wertung