Sniper Elite 4 | Virtual DVD Magazine – News



18
Mrz

Sniper Elite 4

Geheimagent und Eliteschütze Karl Fairburne muss nach seinen aufregenden Kämpfen gegen das Deutsche Afrikakorps feststellen, dass der Krieg längst kein Ende gefunden hat. Im Jahre 1943 ist dieser längst noch in vollem Gange und den Scharfschützen verschlägt es dieses Mal in das vermeintlich idyllische Italien. Truppen der Deutschen Wehrmacht machen dort die Städte unsicher und Fairburnes Aufgabe ist es fortan, ihre Pläne zu durchkreuzen und wichtige hochrangige SS-Offiziere unschädlich zu machen. Dieses Mal steht er allerdings nicht gänzlich allein in der Schlacht: Gemeinsam mit Alliierten und italienischen Partisanen kämpft er auf den Straßen von Italien und trägt seinen Teil dazu bei, dass die Nazis den Zweiten Weltkrieg nicht gewinnen werden…

Kritik:
Fans der beliebten Stealth-Shooter-Reihe dürfen sich freuen: Der neueste „Sniper Elite“-Ableger hält an den Stärken seines Vorgängers fest und erweitert das Spielerlebnis mit einigen Neuerungen. Dieses Mal schlüpfen wir erneut in die Rolle des Scharfschützen Karl Fairburne und sollten uns nicht zu sehr von der optischen Idylle Italiens ablenken lassen. Denn der Ausgang des Krieges gegen die Deutschen liegt in unseren Händen.

Sniper Elite 4

Stealth vs. Konfrontation
Dabei hat sich am eigentlichen Spielprinzip zunächst nichts grundlegendes geändert. Erneut setzt „Sniper Elite 4“ vor allem auf das versteckte Vorgehen mit seinen Stealth-Elementen, lässt dem Spieler aber jederzeit die Möglichkeit, auch in die offene Konfrontation zu gehen. Dabei lädt der Shooter aber geradezu dazu ein, verdeckt vorzugehen, sich vor den Gegnern zu verstecken und diese aus einem Hinterhalt heraus niederzustechen. Für den Kern des Spielerlebnisses, das Schießen mit dem Scharfschützengewehr, setzt man dabei auch dieses Mal auf bewährte Gameplay-Stilmittel, wie etwa das Ausnutzen von Geräuschen. Macht ein Objekt in der Umgebung kurzfristig Lärm oder fliegen Flugzeuge über unseren Kopf hinweg, sind diese wenigen Sekunden genau unser Moment: Die Luft wird angehalten, das Ziel anvisiert und genau an dem Moment gefeuert, wenn das Geräusch ertönt. Damit sorgen wir mit dem richtigen Timing dafür, dass die Gegner uns nicht hören und folglich unsere Position nicht ausmachen können. Geduld spielt dabei allerdings eine wichtige Rolle, denn der offene Kampf – auch wenn er durchaus möglich ist – gestaltet sich wesentlich schwieriger. Die Wahl des Vorgehens bleibt aber beim Spieler.

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Lautlose Munition
Damit unsere leise und unentdeckte Spielweise nun ein wenig unterstützt wird, haben sich die Entwickler einige spannende Neuerungen ausgedacht. So verfügen wir nun auch über Ultraschall-Munition, die mit einigen ausgewählten Waffen – darunter auch Scharfschützengewehre – abgefeuert werden kann. Mit dieser Munition besteht für uns die Möglichkeit, auch dann lautlos zu feuern, wenn gerade kein Krach in der Nähe ist und auch kein solcher zu erwarten sein wird. Spannend bleibt es aber dennoch, denn die Anzahl dieser Munition ist stets begrenzt und muss deswegen zurückhaltend verwendet werden. Es liegt dabei stets am Spieler einzuschätzen, wann er diese Munition benötigt und wann ein anderes Vorgehen sinnvoller erscheint. Nichts desto trotz gibt uns „Sniper Elite 4“ damit ein interessantes taktisches Element, das vor allem Stealth-Gamer umso mehr erfreuen wird. Schade ist unterdessen allerdings, dass gänzlich lautlose Waffen mit Schalldämpfer lediglich über einen kostenpflichtigen DLC erworben werden können. Ob die Anschaffung angesichts des Schwierigkeitsgrades und der Dramatik sinnvoll ist, sei allerdings mal dahin gestellt – denn gerade hierdurch würde die Spannung, welche durch begrenzte Ultraschall-Munition entsteht, verflogen gehen und das Spiel womöglich etwas zu einfach werden.

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Flankierende Gegner
Immerhin ist die Geräuschkulisse eines der wichtigsten Spielelemente, welches auch dafür sorgt, dass die Gegner auf uns reagieren. Verpassen wir nämlich den richtigen Moment, kann Triangulation dazu führen, dass die Gegner unsere Position ausfindig machen können. Spätestens bei mehrfachem Abschuss ohne Übertönung kennen die Feinde unseren exakten Aufenthaltsort und machen sich prompt auf den Weg. Ebenfalls neu ist dabei allerdings, dass sich die KI längst nicht mehr so dumm anstellt, wie noch im dritten Teil. Dieses Mal nutzt sie aktiv Flanken aus und umkreist uns nach Möglichkeit sogar. Ein Entkommen ist somit gar nicht mehr so einfach wie zuvor, wenn der Gegner uns erst einmal entdeckt hat. Spannend ist dabei auch, dass die Feinde dabei regelmäßig einen anderen Weg verwenden. Sterben wir also und laden den Spielstand neu, kann es durchaus passieren, dass die KI beim nächsten Mal einen anderen Weg wählt. So bleibt das Spielerlebnis einigermaßen unvorhersehbar. Da bleibt es nur schade, dass die KI immer noch gelegentliche Aussetzer hat, sodass diese mitunter an Gegenständen hängen bleibt oder uns einmal in einer Deckung nicht sieht, obwohl sie direkt zu uns schaut. Ein paar kleinere Optimierungen, über die wir allerdings getrost hinweg sehen können, wären also immer noch empfehlenswert.

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Gegnerische Scharfschützen
Ob und wie die Feinde allerdings vorgehen, hängt mitunter auch von ihrem Dienstrang ab. So agieren Jäger deutlich intelligenter und flinker, als ihre niedrigeren Kameraden. Ganz besonders harte Ziele können unterdessen gegnerische Scharfschützen sein, die sich gelegentlich an einem höher gelegenen Aussichtspunkt aufhalten. Diese sind für uns nicht nur kleidungstechnisch schwerer zu erkennen, sondern können uns durch die große Entfernung oft bereits ins Visier nehmen, ehe wir sie entdeckt haben. Dass dies allerdings auch andersrum funktioniert, macht „Sniper Elite 4“ besonders spannend, denn ein genaues Auskundschaften der Umgebung mit einem Fernglas kann häufig von Vorteil sein. Taktisch ist das ohnehin sinnvoll, da wir so unsere Gegner markieren und anschließend ihren Aufenthaltsort genauestens verfolgen können. Praktisch derweil aber, dass Scharfschützen gerne einmal das Licht reflektieren und wir sie gerade dadurch womöglich leichter erkennen.

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In den Tiefen des Waldes
Dass es allerdings nicht allzu einfach wird, dafür sorgt derweil das Leveldesign, das sich mehr als nur sehen kann und sich überaus positiv vom Vorgänger abgrenzt. Dieses Mal bekommen wir es mit recht großen, frei begehbaren Maps zu tun, auf denen wir unsere Ziele in beliebiger Reihenfolge durchführen können. So befinden wir uns mal auf einer Insel, ein anderes Mal auf den italienischen Straßen und an anderer Stelle müssen wir gar ein Viadukt in die Luft jagen, welches sich im Innern eines tief bewachsenen Waldes befindet. Gerade bei letzterem können Scharfschützen wiederum zu einer interessanten Herausforderung werden, denn zwischen all den Bäumen sind Gegner nicht immer ganz so leicht erkennbar, wie wir das gewohnt sind. Ganz davon abgesehen, dass so ein Viadukt ohnehin bereits einen echten Augenschmaus darstellt. Nebenbei haben wir nun auch schon ein weiteres Kernelement des Spiels erläutert: Denn neben mehreren Primärzielen, bekommen wir nun auch in jedem Level zahlreiche optionale Ziele geboten. Das Erledigen aller Ziele dauert dabei häufig im Schnitt um die zwei Stunden, sodass die Kampagne um einiges länger ist, als noch in allen Vorgängern.

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Italienische Verbündete
Die optionalen Ziele erhalten wir allerdings nicht nur rein zufällig. Vor Beginn einer jeden Mission, haben wir schließlich die Möglichkeit, uns mit unseren Verbündeten – darüber meist auch die Partisanen – zu unterhalten. Diese beliefern uns nicht nur mit wichtigen Informationen zur Situation und den Gegnern, sondern auch mit optionalen Zielen, die wir – wenn es nach ihnen geht – möglichst ausschalten, um ihrer eigenen Operation ein wenig unter die Arme zu greifen. Schade ist dabei, dass all diese Figuren zwar interessant gestaltet sind, aber spielerisch kaum eine Rolle spielen. Ein echtes Koop im Singleplayer-Modus mit anderen NPCs bekommen wir also nicht geboten, sodass wir stets alleine unterwegs sind. Im Glücksfall kann es allerdings passieren, dass wir inmitten der Stadt auf kämpfende Partisanen stoßen, die wir im Kampf unterstützen dürfen oder die für uns den ein oder anderen Gegner erledigen. So sind wir zumindest nicht immer ganz alleine unterwegs.

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Kämpfen mit Freunden
Apropos Koop: Wer sich einmal an den Multiplayer-Modus wagt, wird feststellen, dass er die Kampagnen-Missione nicht zwingend tatsächlich alleine durchführen muss. Im Koop-Modus dürfen wir uns einmal mehr gemeinsam mit einem Freund in die Schlacht begeben und die gesamten Story-Kampagne auch zu zweit durchführen. War das im Vorgänger auf Grund der zahlreichen Zwischensequenzen und der linearen Missionsziele noch eher schlecht umgesetzt, macht dieser in „Sniper Elite 4“ nun um einiges mehr Spaß. Die Häufigkeit verschiedener primärer und optionaler Ziele lässt uns dabei freie Wahl, ob beide Spieler ein jeweils eigenes Ziel verfolgen, um die Mission so schneller zu erledigen, oder gemeinsam vorgehen und sich an Ort und Stelle unterstützen. So kann ein Spieler beispielsweise die Situation auskundschaften und der andere übernimmt den aktiven Scharfschützen. In einem weiteren neuen Multiplayer-Modus geht es sogar spezifisch um diese Art von Zusammenarbeit. Damit steht fest, dass die Entwickler den Multiplayer-Part der Spielereihe im vierten Teil erheblich verbessert haben.

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Rudimentärer Fähigkeitenbaum
Gerade im Hinblick auf den Koop-Modus ist es allerdings besonders schade, dass das Skillsystem ein wenig zu einfach gestaltet wurde. Nach jedem fünften Level unserer Figur haben wir somit die Möglichkeit, eine neue Fähigkeit freizuschalten. Dummerweise können wir dabei allerdings lediglich zwischen einer von zwei möglichen Fähigkeiten wählen und unsere Figur nicht auf komplexe Weise spezialisieren. Für den Koop-Modus bedeutet das letztendlich, dass es keinerlei Auswirkungen hat, wie die jeweiligen Spieler ihre Figur geskillt haben, da keine echten spielerischen Auswirkungen vorhanden sind. Man hat somit also nicht die Möglichkeit, zwei verschiedene Spieler mit unterschiedlichen Spezialisierungen zusammenarbeiten zu lassen, um ein abwechslungsreiches Spielerlebnis sicherzustellen. Gerade an dieser Stelle wäre also nochmal Luft nach oben gewesen. Am Spielspaß generell ändert das allerdings noch nicht allzu viel. Man stellt sich jedoch die Frage, ob man auf das Skillsystem in dieser Form nicht sogar gänzlich hätte verzichten können.

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Mehr Story für mehr Geld
An der DLC-Politik scheiden sich derweil übrigens die Geister. Dass es diverse Erweiterungen mit nur ein paar wenigen Waffen gibt, für die man tatsächlich zusätzliches Geld ausgeben muss, kommt bekanntlich bei den meisten Spielern nicht allzu positiv an. Allerdings bekommen „Sniper Elite 4“-Spieler auch einige interessante Storyerweiterungen geboten. Dazu zählt nicht nur eine bald erscheinende dreiteilige neue Storykampagne, sondern natürlich auch die obligatorische Mission, in der wir einmal mehr Adolf Hitler ermorden müssen. Letztere dürfte wohl in jedem bisherigen „Sniper Elite“-Spiel mit von der Partie gewesen sein und erfüllt damit exakt die Erwartungen der meisten Spieler. Dass sie allerdings einmal mehr nicht unbedingt das Highlights des Spiels darstellt, kommt zugleich ebenso wenig überraschen. Inhaltlich hat die eigentliche Hauptkampagne dann doch wesentlich mehr zu bieten, auch hinsichtlich des Levelsdesigns.

Sniper Elite 4

Wunderhübsches Italien
An der technischen Umsetzung kann man unterdessen übrigens überhaupt nichts aussetzen, denn hier zeigt sich „Sniper Elite 4“ absolut vorbildlich. Die Grafik ist dabei nicht nur insgesamt hübsch anzusehen, sondern kommt zudem auch noch mit überraschend niedrigen Systemanforderungen aus. Selbst Mittelklasse-PCs werden also kein Problem haben, dieses Spiel auf hohen Einstellungen flüssig spielen. Generell mag man damit zwar noch nicht die aktuelle Grafikreferenz präsentieren, doch allein die Integrierung von DirectX 12 mitsamt funktionierendem Async Compute ist dann doch geradezu einzigartig und zeigt, dass das Spiel durchaus technisch auf dem aktuellen Stand ist. Das dürfen wir dann vor allem bei der Flora bewundern, denn speziell die Mission mit dem Viadukt im Wald kann sich mehr als nur sehen lassen. Ganz zu schweigen davon, dass der klassische brutale Röntgen-Kill erneut mit von der Partie ist und der Reihe wohl den besonderen Widererkennungswert verleiht. Das sorgt grafisch nicht nur für Faszinationen, sondern gibt zudem besonderes Feedback zum Schuss. Spannend.

Fazit:
Während der neueste Teil der „Sniper Elite“-Reihe mit altbewährtem Gameplay vor allem Kenner erneut begeistert, sorgen diverse Verbesserungen bei der KI, wesentlich umfangreichere Missionen und einige anderen Neuerungen dafür, dass „Sniper Elite 4“ seinen Vorgänger noch einmal übertreffen kann. Vorbildlich!

Sniper Elite 4 Wertung



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