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21
Dez

Hardware-Test: Samsung CF390

Der neueste Trend unter den Monitoren und Fernsehern geht eindeutig in Richtung Curved Monitor. Besonders Samsung setzt seinen Fokus seit einiger Zeit gezielt auf die Entwicklung eben solcher Bildschirme und möchte nun endlich auch wieder im Gaming Sektor einigermaßen interessant werden. Mit dem FreeSync-Monitor CF390, den wir in der 27“-Ausführung getestet haben, ist der erste Weg dahin längst getan. Allerdings richtet man sich mit maximal 60 Hz sicherlich noch nicht an die Hardcore-Gamer, die gerne auch einmal zur gehobenen Preisklasse greifen. Dafür kommt der CF390 mit seinen knapp 220 Euro allerdings verdammt günstig daher – vor allem für einen Monitor dieser Größe. Ob sich das auf die Qualität auswirkt? Natürlich – aber das ist nicht zwangsläufig ein Problem.

Mit einer Krümmung von 1800R, also einem Biegungsradius von 1800mm schafft es Samsung jedenfalls bereits, die Krümmung auch bei einer solchen Größe sichtbar zu machen. Der versprochene Tiefeneffekt mag zwar noch nicht so extrem ins Auge fallen, aber vor allem bei näherer Betrachtungsweise entlastet dies tatsächlich die Augen. Immerhin haben wir die gesamte Fläche des Screens nun komplett im richtigen Blickwinkel, die Entfernung zu den Ecken stets gleich. Gerade bei Spielen kann das einen angenehmen Vorteil ergeben und angenehmer für die Augen sein. Insgesamt stellt sich das Feature aber wohl eher als Spielerei heraus und weniger als ein tatsächliches Muss. Schaden kann die Curved-Technologie allerdings auch nicht.

Samsung C27F390

Stabil, aber schwer wieder abzubauen
Bis wir in den Genuss kommen, müssen wir den Bildschirm aber zunächst einmal zusammenbauen – logisch. Im Lieferumfang finden wir neben einem Ständer auch einen Fuß, die wir zunächst manuell aneinander schrauben müssen. Mit einer unterhalb des Fußes befestigten Schraube fällt es recht leicht, den Ständer darauf zu befestigen. Der Rest geht per Stecksystem: Einfach die Halterung des Bildschirms oben rein schieben, bis der Standfuß eingerastet ist und fortan steht der Bildschirm tatsächlich stabil. Hier hat man kaum noch eine Chance, den Bildschirm durch einen Stoß zu Fall zu bringen und kann bedenkenlos selbst die härtesten Gaming-Sessions beginnen. Der eigentliche Spaß beginnt allerdings erst, wenn man den Bildschirm wieder auseinandernehmen möchte, um ihn etwa für eine Reklamation erneut zu verpacken oder bei einem Umzug mitzunehmen. Den Fuß anschließend nämlich wieder zu entfernen, artet schnell in einem Kraftakt aus. Wir benötigten gar ein Hilfsmittel, um den Ständer wieder aus seinem Raster zu entfernen. Das sollte normalerweise besser gehen.

Keine modernen Anschlüsse
Auf der Rückseite des Bildschirms finden wir dann alle nötigen Anschlüsse, um den Monitor an unseren Rechner anzuschließen. Hierfür liegen allerdings lediglich HDMI und ein veralteter analoger VGA-Anschluss vor. Bei einem aktuellen PC dürfte die Wahl dabei ziemlich schnell auf den digitalen HDMI-Anschluss fallen. Das beiliegende, allerdings etwas kurz geratene HDMI-Kabel sorgt dann auch dafür, dass wir relativ schnell loslegen können. Zumindest, wenn unsere Grafikkarte nicht dummerweise über einen miniHDMI-Port verfügt, denn ein passender Adapter liegt nicht bei. Auch einen VGA-Kabel suchen wir vergebens. Schade ist obendrein, dass man auf den neuen und aktuellen Standard DisplayPort gänzlich verzichtet hat. Stattdessen finden wir einen Kopfhöreranschluss auf der Rückseite des Monitors. Haben wir im Treiber den HDMI-Anschluss für die Soundausgabe ausgewählt, können wir diesen über den 3,5mm Klinke Kopfhöreranschluss wiedergeben. Lautsprecher allerdings gibt es nicht. Gerade deswegen hätten wir uns gewünscht, wenn Samsung stattdessen einen DisplayPort verbaut hätte, der die Ansprüche der meisten Nutzer vermutlich eher erfüllt hätte.

Samsung C27F390

Starke Leuchtkraft
Erst einmal aufgebaut und angeschlossen, bleibt die restliche Bedienung recht selbsterklärend. Auf der Rückseite finden wir einen Analogstick, mit dem wir uns sehr modern durch die hübschen Menüs navigieren können und dabei schnell jede Funktion finden, die wir suchen. Das ist allerdings auch nötig, denn beim erstmaligen Einschalten ist doch vor allem die Helligkeit deutlich zu stark eingestellt. Bei einer Nutzung in einem durchschnittlich ausgeleuchteten Raum empfehlen wir Werte zwischen 30 und 50 Prozent. In unserem Test hat sich die goldene Mitte dann als optimal herausgestellt, die vor allem in Spielen und Filmen dann immer noch die nötige Helligkeit und einen guten Kontrast ermöglicht. Office-User, die überwiegend einen weißen Hintergrund vor sich haben, könnten das allerdings dauerhaft als unangenehm empfinden und bei Bedarf noch etwas runterschalten.

Farbbrillanz zum niedrigen Preis
Richtig begeistert sind wir direkt danach von der erstaunlich guten Bildqualität, die wir für diesen geringen Preis geboten bekommen. Vor allem die Farbintensität kann sich sehr gut sehen lassen, was uns natürlich vor allem in Spielen sehr erfreut. Aber auch die Bildbearbeitung stellt sich als überraschend einfach heraus. Hier stört sogar die Krümmung des Bildschirms in keinster Weise, obwohl Befürchtungen bei vielen Fotografen und Grafikern verständlicherweise vorhanden sind. Insgesamt stellt sich die Quantum Dot-Technologie von Samsung als sehr positiv heraus, um auch mit niedrigem Budget wirklich tolle Farben auf den Screen zu zaubern. Für den klassischen Multimedia-Nutzer können wir den Monitor also an dieser Stelle schon voll und ganz empfehlen. Für Spieler soll diese Tatsache aber natürlich noch nicht ausreichen und hier kommen dann auch gleich die Schwächen des CF390 zum Vorschein.

Samsung C27F390

Reaktionen mit Ghosting
Erfreulich für Spieler ist allerdings zunächst einmal, dass der Samsung CF390 über drei verschiedene Einstellungen für die Reaktionszeit verfügt. Neben „normal“, bietet sich auch noch die Einstellung „schnell“ und „schneller“ an. Tatsächlich hat sich die Nutzung der schnellsten Einstellung bei unserem Test allerdings nicht als empfehlenswert erwiesen, denn der Bildschirm erzeugt in diesem Fall teilweise sehr starkes Ghosting, das in Spielen als störend empfunden werden kann. Insbesondere bei starken Kontrasten – etwa, wenn dunkle Gebäude auf weißem Hintergrund stehen – wird dies stark sichtbar. Möchte man etwa in „Far Cry 4“ durch die schneeweiße Himalaya-Region wandern, ist man schnell dazu geneigt, die Reaktionszeit etwas zu senken. Und das, obwohl sich der geringere Lag als spürbar positiv erweist. Das Ghosting allerdings dürfte für die meisten Anwender unangenehmer sein. Schon allein deswegen könnte für Spieler die Überlegung da sein, gleich zu einem richtigen Gaming-Monitor mit schnellerer Reaktionszeit zu greifen.

Clouding in den Ecken
Als ebenso störend haben wir in dunklen Szenen übrigens das entstehende Clouding empfinden. Das heißt, dass in den vier Ecken des Bildschirms die Hintergrundbeleuchtung etwas durchscheint und sich leichte weiße Lichthöfe bilden. Das kann insbesondere bei sehr dunklen Szenen – etwa in Shootern oder Horrorfilmen – schnell zum Problem werden, ist allerdings auch sehr winkelabhängig. Schauen wir von der Seite auf den Bildschirm, wird dieser Effekt deutlich stärker sichtbar, als bei einer frontalen Ansicht. Damit eignet sich der CF390 allerdings auch nur bedingt, um darauf mit mehreren Personen etwa einen Film anzusehen. In helleren Szenen ist das Clouding allerdings gar nicht sichtbar und die Bildqualität macht insgesamt einen sehr guten Eindruck. Vor allem auch deshalb, weil sich der intensive Schwarzwert sehr gut sehen lassen kann. Innerhalb der niedrigeren Preisklasse können wir den CF390 also durchaus empfehlen. Die anspruchsvollsten Käufer könnten allerdings enttäuscht werden.

Fazit:
Ein niedrigpreisiger und großer Multimedia-Monitor, der mit seiner exzellenten Farbwiedergabe und seiner insgesamt guten Bildqualität vor allem ein herausragendes Preis-Leistungs-Verhältnis liefert. Gamer sollten sich vom FreeSync-Feature allerdings nicht täuschen lassen und insbesondere wegen des teils starken Ghostings dem Samsung FG70 den Vorzug geben.



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