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23
Okt

Fearcon: Horrorstars ohne Berührungsängste

Vampire, Zombies und indizierte Filme: Wer schon einmal auf einer der vielen Horrorfilm-Conventions war, weiß schon ungefähr, was ihn auf einer solchen Veranstaltung erwartet. Neu auf dem Markt ist nun auch die Fearcon, die vom 20. – 22. Oktober 2017 im Maritim Hotel Bonn stattfand und vom erfahrenen Veranstalter der Fedcon organisiert wurde. Nach Science-Fiction- und Fantasy-Conventions hat man sich dort nach vielen Jahren einmal in ein neues Gebiet gewagt und versucht im Horrorgenre mitzumischen. Und obwohl die Besucherzahlen insgesamt unter den Erwartungen liegen dürften, entpuppte sich auch die Fearcon als gelungene Con, die mit diversen Highlights in der Erinnerung der Fans bleiben dürfte.

Eines dieser Highlights dürfte sicherlich auch Joseph Morgan gewesen sein, den seine Fans vor allem aus der Vampirserie “The Originals” kennen und der vor allem beim weiblichen Publikum auf großen Anklang stieß, wie man schon dem Kreischen während der Opening Ceremony am Freitag Abend entnehmen konnte. Und obwohl die meisten Besucher vermutlich wegen diesem Star nach Bonn gekommen sind, könnte er womöglich auch der Grund dafür sein, dass es der Fearcon irgendwie nicht ganz gelang, die Horror-Fans richtig anzusprechen. Dass schließlich die Besucherzahlen unterhalb der Erwartungen liegen dürften, liegt einerseits daran, dass “The Originals”-Fans kaum an härteren Horrorfilmen interessiert sind und die abgehärteten Horrorfans wiederum kein Interesse an einer Teenie-Vampirserie haben. Ein Dilemma, das es bei einer eventuellen zukünftigen Fearcon zu lösen gilt.

Fearcon

Für jene Horror-Fans, die trotzdem gekommen sind, war das qualitativ aber längst kein Abbruch, denn im Maritim Hotel Bonn gab es noch mehr als genügend andere namhafte Stars aus bekannten Horrorfilmen, die eine Schlange vor ihrem Autogrammstand bilden konnten. Mit Alex Vincent etwa, hatten die Besucher einmal die Gelegenheit, dem jungen Andy aus dem Klassiker “Chucky – Die Mörderpuppe” zu begegnen und sich selbst ein Bild davon zu machen, wie der einstige Kinderstar wohl heute aussehen mag. Und mit Oded Fehr und Tony Todd fanden sich dann sogar Stars, die in aktuelleren Horrorstreifen mitspielten und sich einen Namen mit “Die Mumie” oder “Candyman” machen konnten. Dabei konnte man sie nicht nur während der Panels mit zahlreichen Fragen löchern, sondern auch für meist günstige rund 20 Euro ein Autogramm in den Autogrammstunden ergattern.

Eine Besonderheit bieten die Stars aber darüber hinaus wohl nur auf Conventions dieses Veranstalters: Die meisten Schauspieler haben es hier nämlich keineswegs nötig, in Begleitung eines Bodyguards über das Veranstaltungsgelände zu laufen. Dass man Alex Vincent oder Ari Lehmann alias Jason Voorhees desöfteren in den Gängen des Hotels antraf, um das ein oder andere nette Gespräch mit den Besuchern zu führen, war hier keine Seltenheit. Ganz zu schweigen von den abendlichen Partys an der Bar, auf denen sich ebenfalls immer wieder zahlreiche Stars blicken lassen. Hat man einmal Camden Toy aus “Buffy” den Makkarena tanzen sehen oder mit Michael Mundy aus “The Walking Dead” zum Weißbier angestoßen, vergisst man das garantiert nicht so schnell.

Fearcon

Gerade durch solche Highlights wird allerdings auch klar, wieso man auf die Conventions der Fedcon GmbH unbedingt mit Wochenendticket gehen sollte und sich am besten gleich ein Hotelzimmer besorgt. Um wirklich in die Atmosphäre einzutauchen und jede Besonderheit der Veranstaltung zu erleben, ist es absolut notwendig, die vollen drei Tage vor Ort zu sein. Immerhin hatte jeder Tag so einige Programmpunkte, die man auf Konkurrenzveranstaltungen eher nicht erlebt. Dass etwa Ari Lehmann mit seiner Band “First Jason” am Freitag Abend auf der Bühne steht und erstklassigen Metal spielt, könnte man glatt als Exklusivprogramm der Fearcon bezeichnen. Da haben es sich gar die FrightGuys, die als Kostümgruppe vor Ort waren, nicht nehmen lassen, verkleidet das Bühnenprogramm aufzuwerten. Und Ari Lehmann fand das offenbar so gut, dass er drei Stunden später immer noch auf der Party mit den Fans tanzte.

Das nächste exklusive Highlight folgte dann gleich am nächsten Tag, als Veranstalter Dirk Bartholomä echte Musicalartisten einer professionellen Künstleragentur auf die Bühne des großen Saals holte – und plötzlich so richtig unter Beweis stellen konnte, wie viel Wert die Fearcon auf erstklassige Technik legt. Hier standen mit ARTgerecht immerhin Darsteller auf der Bühne, die selbst im originalen “Tanz der Vampire”-Musical bereits mitgespielt haben und eine dementsprechend gelungene Show abliefern konnten. Die Soundqualität dabei derartig überwältigend, dass man sich doch glatt eine BluRay-Aufzeichnung mit DTS-Sound für Zuhause gewünscht hätte. Von den beeindruckenden, gruseligen Bodennebel-Effekten einmal ganz zu schweigen. Die von der Fearcon aufgefahrene Technik gehört – wie auch bei Fedcon und Magiccon – zur Referenz unter den Conventions.

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Schade ist es dann lediglich, wenn der Fearcon gelegentliche Flüchtigkeitsfehler und Pannen passieren, die wahrlich nicht hätten sein müssen. So etwa falsche Zeitangaben bei einem Panel von DJ Qualls am Freitag Nachmittag, die für einige Verwirrung sorgen konnten und mitunter verursachten, dass wir seinen Auftritt verpassten. Ebenso sorgten diverse Ausladungen von Stargästen und gelegentliche Programmänderungen für ein wenig Enttäuschung bei so manchem Fan. Schaut man sich allerdings wiederum den ansonsten reibungslosen Ablauf des Programms und die fantastische Moderation von Clare Kramer aus “Buffy” an, die an allen drei Tagen als Mistress of Ceremony auf der Bühne stand, sind die kleineren Pannen allerdings auch schnell wieder verziehen.

Ausbaufähig bleibt am Ende dann aber wohl vor allem der Händlerbereich und eine konzeptionelle Anpassung an Tagesbesucher. Hat man einerseits am Samstag eine deutlich höhere Besucheranzahl feststellen können, als an den anderen beiden Tagen, so war die Fearcon zugleich auch nur bedingt auf Tagesbesucher ausgerichtet. Insbesondere Autogrammjäger, die lediglich Autogramme und Filme einkaufen wollten, waren angesichts der spärlichen Auswahl an indizierter Importware womöglich etwas zu schnell durch und reagieren mit Enttäuschung. Hier müsste sich die Fearcon noch deutlich stärker an den Interessen der Horrorfans orientieren, die mitunter von Fedcon- und Magiccon-Besuchern stark abweichen. Dennoch punktet die Fearcon selbst an dieser Stelle noch mit einer Besonderheit: Wer früh genug kam, der bekam sogar eine BluRay von Tiberius Film am Eingang gratis geschenkt – während man auf so mancher Filmbörse bereits Eintritt zahlen müsste, um überhaupt einkaufen zu dürfen.

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Leider ist zum aktuellen Zeitpunkt allerdings noch nicht bekannt, ob die Fearcon im nächsten Jahr in die zweite Runde geht und aus den kleineren Fehlern lernen wird. In der Closing Ceremony am Sonntag Nachmittag wurde nämlich – untypisch für die Conventions des Veranstalters – noch kein neuer Termin bekanntgegeben. Wer trotzdem einmal die besondere Atmosphäre dieser Cons erleben möchte, hat vom 23. – 25. März 2018 auf der Magiccon ebenfalls im Bonner Maritim Hotel die Gelegenheit dazu.

Weitere Fotos von der Fearcon findet ihr unter facebook.com/dvdmagazine.



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