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Niederlande: Star Wars-Stars auf der Amsterdam Comic Con
Stuttgart: 50.000 Besucher auf der Comic Con Germany
Mönchengladbach: Rheydt kämpft um sein Atlantis Kino
MPS Dortmund: Mittelalter-Party im Fredenbaumpark
Hannover: Big Bang Theory auf der MCM Comic Con
Im Test: Lenovo Yoga Tab 3 Pro – Das ultimative Film-Tablet?
10 Jahre RPC: Genreübergreifende Konzeptsuche
Köln: Star Wars im Fokus der Role Play Convention
Fedcon: Star Trek wird 50
Die Krupps – Live im Schatten der Ringe (BluRay)


30
Jun

Niederlande: Star Wars-Stars auf der Amsterdam Comic Con

Amsterdam Comic Con

In Deutschland gibt es mittlerweile drei Veranstalter mit ganzen fünf Comic Cons. Das sind aber längst nicht alle Events dieser Art in Reichweite und für so manchen Bewohner unseres Landes, vor allem jene in West-Deutschland, kann sich durchaus auch ein kleiner Blick in die Nachbarländer lohnen. Auch in den Niederlanden stellen wir nämlich schnell fest: Hier gibt es ebenfalls gleich zwei Comic Con-Veranstalter – und beide sind von NRW aus in wenigen Stunden zu erreichen. Bereits am 27. und 28. August 2016 findet in der niederländischen Hauptstadt Amsterdam nämlich sogar ein richtiges Großevent von einem international bekannten Veranstalter statt. Showmasters präsentiert dort schließlich die Amsterdam Comic Con.

Dass man dort natürlich ebenso spektakuläre Stars und Gäste zu bieten hat, wie hierzulande, sollte nicht lange verwundern. Mit Robert Englund (Freddy Krüger aus “Nightmare on Elm Street”) hat man etwa sogar einen Stargast vor Ort, der die Horrorfans schnell begeistern kann. Besonders freuen darf man sich aber wohl vor allem auf bekannte Gäste aus den beliebten Star Wars-Filmen, wenn etwa der Imperator Ian McDiarmid, der Chewbacca-Darsteller Peter Mayhew höchstpersönlich und Ray Park, den wir als Darth Maul kennengelernt haben. Obendrein können sich natürlich auch James Marsters und Julie Benz aus “Buffy” ebenso sehen lassen, wie Natalia Tena aus “Harry Potter” und “Residue”. Für so manchen, dem die Fahrt nach Berlin ein klein wenig zu weit ist, könnte sich ein Blick nach Amsterdam also auf jeden Fall lohnen, überschneiden sich schließlich einige der Stargäste.

Tickets für die Amsterdam Comic Con sind bereits ab 15 Euro (Erwachsene) bzw. 10 Euro (Kinder) zu haben. Weitere Infos zum Event findet ihr unter amsterdamcomiccon.com.


30
Jun

Stuttgart: 50.000 Besucher auf der Comic Con Germany

Noch vor einigen Jahren musste die deutsche Nerd-Szene oft neidisch nach Übersee blicken, denn riesige Comic Cons mit namhaften Darstellern war man vor allem von dort gewohnt. Doch während nun auch hierzulande eine Comic Con nach der anderen aus dem Boden sprießt, möchte auch einer der erfahrensten deutschen Veranstalter mitmischen: Mit mehr als über 20 Jahren Erfahrung unter anderem durch die Fedcon, ließ es nun auch der dritte deutsche Comic Con-Veranstalter in der Messe Stuttgart ordentlich krachen. Und das war auch gleich ein richtiger Erfolg: Mit 50.000 Besuchern an zwei Tagen darf sich die Comic Con Germany schon nach dem Premierenwochenende als Marktführer mit dem höchsten Besucheraufkommen auf deutschen Conventions bezeichnen. Das hatte allerdings auch seine Gründe.

In Stuttgart konnten die Fans aus den verschiedenen Genres nämlich auf ihre Lieblingsstars aus den bekanntesten Filmen und Serien treffen. Denn ganz nach amerikanischem Vorbild dreht sich auf der Comic Con Germany nämlich ebenfalls nicht alles um Comics. Der große Headliner war am vergangenen Wochenende dabei schließlich niemand geringeres, als Nathan Fillion höchstpersönlich, den Fernsehzuschauer und Serienfans nahezu täglich in der populären Krimiserie “Castle” bewundern können. Gleich zwei Kollegen brachte dieser mit, denn mit Seamus Dever und Jon Huertas begrüßten noch zwei weitere Darsteller aus der Serie ihre Fans. Mit einem Preis von sage und schreibe 100 Euro für das Autogramm, mag Nathan Fillion zwar sicherlich so manchem Besucher zu teuer gewesen sein, aber zumindest beim sonntäglichen Panel in der großen Halle 3 kam man dann auch noch weit günstiger in das Vergnügen, seinen Star treffen und live auf der Bühne sehen zu können.

Comic Con Germany Stuttgart

Gemäß des Namens der Comic Con Germany durften aber natürlich auch thematisch passende Schauspieler aus diversen Comicfilmen und -serien nicht fehlen. Mit Karen Fukuhara konnte man schließlich auch einen aktuellen Hollywood-Star engagieren, spielt sie schließlich im topaktuellen Kinofilm “Suicide Squad” mit, in dem sie die Rolle der Katana übernommen hat. Und das ist auch für deutsche Conventions eine kleine Besonderheit, denn in Stuttgart konnten wir sie bereits vor dem offiziellen Kinostart im August treffen. Wer sich allerdings eher auf Serien gefreut hat, der kam mit Brett Dalton und Mark Alan Dacascos aus “Agents of S.H.I.E.L.D.” auch hier noch auf seine Kosten und bekam einige Comicserien-Darsteller geboten.

Der eigentlich überraschende “Eroberer der Herzen” war derweil allerdings ein ganz anderer. Obwohl bereits zahlreiche Male auf deutschen Conventions anwesend, konnte erstaunlicherweise Robert Picardo (bekannt als MHN aus Star Trek: Voyager) seine Fans ganz besonders begeistern. Während zwar seine Autogrammstunde zeitweise etwas leer aussah, weil viele Besucher vermutlich bereits auf einer früheren Fedcon ein Autogramm erworben haben, wussten die Fans bei seinen Auftritten schnell, was sie erwartet: Ein absolut witziges Panel, bei dem Picardo stets auf seine lokalen Fans eingeht und auch wie üblich mit einer Gesangseinlage zu unterhalten weiß. Speziell für den Stuttgarter Raum hat er sich dafür sogar eine kleine Besonderheit einfallen lassen und einige Texte auf Schwäbisch gelernt, die den Platz vor der Bühne im Foyer schnell aus allen Nähten platzen ließ. Ein großer Beweis dafür, dass Fans ihre Lieblinge auch nach vielfachen Besuchen auf deutschen Events noch immer in ihrem Herzen behalten.

Comic Con Germany Stuttgart

Bei all den Stars fragen sich manche aber nun vermutlich, was denn nun eigentlich mit den vielen anderen Interessen ist. Da können wir allerdings schnell beruhigen, denn die Comic Con Germany grenzt sich vor allem bei diesem Punkt nochmal deutlich von der deutschen Konkurrenz ab. So fand sich nämlich in Halle 1 auch eine große Comic Zone, in der unter anderem der Panini Verlag für ein meist interessantes Programm auf der Bühne sorgte und zahlreiche Zeichner nur darauf warteten, ihren Fans eine besondere handgezeichnete Zeichnung in eines ihrer Bücher zu malen und gleich noch eine kostenlose Widmung oben drauf zu geben. Vor allem Joscha Sauer, bekannt als Zeichner von Nichtlustig, war hier besonders beliebt und durfte sich über lange Schlangen freuen. Wem das dann noch nicht reichte, kam zudem in den Genuss von zahlreichen Cosplayern, Kostümgruppen und Händlern, die nicht nur mit Merchandising darauf warteten, dass die Besucher an ihren Ständen vorbei schauten.

Ganz so entspannt war das Shopping in Halle 1 dann allerdings doch nicht, denn auf einem komplett ausgebuchten Messeevent waren lediglich zwei Hallen, davon nur einer für Händler, Zeichner und Kostümgruppen dann doch ein bisschen wenig. Großer Andrang und in den Stoßzeiten äußerst enge Gänge sorgten mitunter dafür, dass das Stöbern an den Händlerständen schnell ein wenig stressig wurde. Hier verspricht Veranstalter Dirk Bartholomä allerdings bereits Besserung, denn im nächsten Jahr möchte man definitiv eine weitere Halle dazu buchen. Generell war die Beschränkung auf nur zwei Hallen allerdings gar nicht dumm, denn mit einem unterbesetzten Personalaufgebot hat man auf kleinerem Raum durchaus einen funktionierenden Betrieb sicherstellen können. Vor allem Einlass, Photoshootings und Panels verliefen so zügig und reibungslos. Über ein paar Patzer, etwa bei mangelnden Absprachen zwischen den Helfern, kann das aber leider dennoch nicht hinweg täuschen.

Comic Con Germany Stuttgart

Vergleicht man die drei Comic Con-Veranstalter nun einmal direkt, war die Konkurrenzveranstaltung in Hannover somit nun doch um einiges entspannter, wenngleich sie hinsichtlich der Stände auch ein geringeres Angebot vorzuweisen hatte. Mit einem unterschiedlichen Konzept und einem verschiedenen Angebot, kommen sich die Veranstalter so nicht zwangsläufig in die Quere, sondern können sich gut ergänzen: Möchte man kostenlose Panels und entspannteres Shopping, so dürfte man auf der Comic Con in Hannover auf mehr Begeisterung stoßen. Legt man hingegen auch einen großen Wert auf Comics und Cosplayer, kann dafür aber ein paar überfüllte Gänge verschmerzen, bekommt man in Stuttgart inhaltlich weitaus mehr geboten. Lediglich die Dortmunder Konkurrenz liegt hingegen qualitativ wegen einiger Organisationsprobleme vor allem bei Einlass und Photoshootings im vergangenen Dezember etwas abgeschlagen hinterher, hat aber immerhin ein beeindruckendes Stargastaufgebot vorzuweisen. Ein Blick über den Tellerrand in beide Richtungen kann also für viele Convention-Gänger durchaus interessant sein, denn was auf der einen Comic Con womöglich als störend empfunden wird, läuft auf einer anderen problemlos.

Man darf sich übrigens jetzt schon auf das nächste Jahr freuen, denn die Comic Con Germany findet am 1. und 2. Juli 2017 erneut in der Messe Stuttgart statt und dürfte zum Monatsbeginn womöglich sogar auf größere Geldbeutel bei dem ein oder anderen Besucher stoßen. Insgesamt erhofft sich der Veranstalter eine langfristige Zusammenarbeit mit der Stuttgarter Messe, da man dort offenbar auf gute Kooperationspartner getroffen ist, die sich begeistert für das Event engagieren und so optimale Partner darstellen. Damit dürfen wir wohl schwer davon ausgehen, dass sich die Comic Con Germany als dauerhaftes jährliches Event in Baden-Württemberg etabliert.


19
Jun

Mönchengladbach: Rheydt kämpft um sein Atlantis Kino

Etwas mehr als ein anderthalbes Jahr ist es her, da war dieses Thema bereits einmal aktuell. Das bei vielen Mönchengladbacher Cineasten beliebte Atlantis Kino auf der Limitenstraße sollte geschlossen werden. Mit immer weiter sinkenden Besucherzahlen, ließ es sich nicht mehr wirtschaftlich betreiben. Ein Verlängern des Pachtvertrages stand auf der Kippe. Dann die Überraschung: Das Kino bleibt vorübergehend doch geöffnet – bis heute. Vor etwa einer Woche war es dann endgültig so weit. Das Rheydter Kino hat seine Türen zum letzten Mal geöffnet. Der aktuelle Stand lautet, dass der bisherige Betreiber nicht weiter machen möchte. Das wäre damit das letzte Kino des Stadtteil Rheydts, der vor einigen Jahrzehnten noch eine eigenständige Stadt war und seit einigen Jahren mit dem großen Multiplex-Kino, dem Comet Cine Center in Mönchengladbach, starke Konkurrenz bekommen hat. Und die Besucher immer mehr auch an jenes Kino verloren hat.

Atlantis Kino Rheydt
Foto: wz.de

Das allerdings muss nicht nur Eigenverschulden sein. Immer wieder beklagte Christian Paris, Mitarbeiter des Atlantis Kinos, die hohen Auflagen der Filmverleiher. Manche der neuesten Titel haben sie nicht einmal bekommen, denn “mehr als drei Kopien in einer Stadt, das wollen einige Verleiher nicht”, so Paris. Wo die Kopien landen: Natürlich beim Multiplex-Kino in der Gladbacher City. Dabei hat das Kino erst vor einigen Jahren ordentlich aufgerüstet. Die Digitalisierung hat den Betreiber gezwungen, komplett auf digitale Technik zu setzen und hochaktuelle 4K-Projektoren mit RealD 3D-Technik anzuschaffen. Auch die Dolby-Soundanlage ist auf dem aktuellen Stand. Das hat einige zehntausend Euro verschlungen – kaum wieder reinzubekommen, wenn die Besucherzahlen nicht mehr stimmen. Und das, obwohl das Atlantis-Kino mit 392 Plätzen über den größten Kinosaal der gesamten Stadt verfügt. Wenn auch nur über einen einzigen, doch dieser eine hat so viele Sitzplätze, dass er von keinem einzigen Saal des Multiplex-Kinos übertroffen wird. Traurig dann, wenn oft nur zehn oder fünfzehn Besucher die vielen Plätze besetzen.

Doch das hat einen Grund: Durch Auflagen mancher Filmverleiher ist der Betreiber oft auch an Zeiten gebunden. Möchte das Kino eine Kopie eines aktuellen Streifens bekommen, heißt die Bedingungn oft: “Der Film muss mindestens eine bestimmte Anzahl von Vorführungen pro Tag haben”. Eine Kombination aus Kinderprogramm am Nachmittag und Erwachsenenfilmen am Abend war so kaum möglich. Stellt sich ein Film dabei als Flop heraus, hat das für das Kino große Konsequenzen: Bis der nächste Titel anläuft, dauert es mitunter ein paar Wochen. In dieser Zeit fuhr das Kino dann Verluste ein. Auf Dauer ein Zustand, der wirtschaftlich nicht mehr zu bewältigen war und der zahlreiche kleine Kinos mit nur einem Saal betrifft. Doch das plötzliche Aus des Rheydter Atlantis Kinos bedeutet für die Menschen in Mönchengladbach: Jetzt gibt es in der gesamten Stadt nur noch zwei Kinos, davon ein Multiplex – von ursprünglich einmal mehr als sechs Kinos in der Stadt.

Viele Bewohner der Stadt Mönchengladbach und vor allem gebürtige Rheydter, die reichlich Kindheitserinnerungen mit diesem Kino verbinden, wollen das nicht hinnehmen. Auf Facebook suchen sie nach Konzepten, Lösungen und Kooperationen, um ihr geliebtes Atlantis Kino zu retten und den letzten Rest der Rheydter Kultur zu erhalten. In einem Stadtteil, der bereits seit Jahren verfällt und von Leerstand geprägt ist. In der Facebook-Gruppe Rettet das Atlantis Kino suchen Fans und ehemalige Mitarbeiter des Kinos nun nach Unterstützung bei Politik, Vereinen und Unternehmen, denen ein Erhalt des Kinos am Herzen liegt.


11
Jun

MPS Dortmund: Mittelalter-Party im Fredenbaumpark

Während die einen tagtäglich die Spiele der Fußball-EM im Fernsehen verfolgen, suchen die anderen womöglich sehnsüchtig nach einer Alternative, um dem Trubel zu entkommen. Ein Mittelalterfest mit Musik auf drei großen Bühnen, vielen mittelalterlich verkleideten Menschen und spannenden Ritterturnieren kommt da womöglich gerade recht. Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr gastiert das Mittelalterlich Phantasie Spectaculum nämlich an diesem Wochenende in Dortmund und verwandelt den dortigen Fredenbaumpark mit seinem gemütlichen See bei strahlendem Sonnenschein in eine musikalische Zeitreise in die Vergangenheit. Und obwohl das Besucheraufkommen am Freitag noch ein klein wenig überschaubar blieb, werden für den Sonntag trotz Deutschlandspiel zahlreiche Fans erwartet. Immerhin findet dann der Familientag statt, an dem die Karten gerade einmal 15 Euro kosten und Jugendliche unter 16 Jahren sogar gänzlich freien Eintritt haben.

MPS Dortmund 2016

Dort dürfen sich die Besucher allerdings trotz des geringen Eintrittspreises noch auf ein gelungenes Musikprogramm freuen, wenn etwa Duivelspack auf der MPS-Bühne am Eingang mit ihren feucht-fröhlichen Songs wieder für gute Unterhaltung sorgen. Und auch Ye Banished Privateers, Waldkauz und Rapalje heizen die Fans vor allem in den Abendstunden wieder ordentlich ein. Die richtigen Headliner gab es unterdessen allerdings schon in den ersten beiden Tagen. Während am heutigen Samstag vor allem die Chartstürmer Saltatio Mortis die meisten Mittelalterfans anlocken konnten, wurden den Besuchern auch am Freitag mit Corvus Corax und Omnia bereits zwei echte Highlights geboten. Vor allem letztere sorgten dann noch für einen unerwartet großen Andrang vor der Bühne des MPS und begeisterten mit diversen Songs aus ihrem neuen, demnächst kommenden Album.

MPS Dortmund 2016

Besucher aus NRW, die am morgigen Sonntag nicht mehr zum MPS Dortmund fahren, können Ende Juli ein weiteres Mal in Köln auf ihre Kosten kommen und sich einmal mehr auf die besten Bands des Mittelalter-Genres freuen. Weitere Infos findet ihr unter spectaculum.de. Die Fotos vom vergangenen Freitag befinden sich auf unserer Facebook-Seite unter facebook.com/dvdmagazine.


06
Jun

Hannover: Big Bang Theory auf der MCM Comic Con

Noch vor einigen Jahren waren die großen Comic Cons, wie man sie unter anderem in den Vereinigten Staaten und in Groß-Britannien kennt, für viele deutsche Fans noch ein Wunschtraum. Inzwischen gibt es gleich ganze vier Veranstaltungen dieser Art in Deutschland, weil ganze drei Veranstalter versuchen, den Convention-Markt zu bereichern. Einer davon ist die MCM Expo Group, die bereits mit insgesamt zwölf anderen Comic Cons im Ausland seit über zehn Jahren reichlich Erfahrung sammeln konnte und damit in Konkurrenz zu einem der größten Con-Veranstalter des Landes tritt. In Hannover hatte die MCM Comic Con nun am vergangenen Wochenende ihr deutsches Debüt und lockte Tausende Fans der beliebtesten Comic Serien in die Messehallen.

MCM Hannover Comic Con

Wer hier allerdings an eine große Veranstaltung mit gedruckten Comics und Mangas denkt, der hat sich schwer getäuscht. Auch auf der Comic Con in Hannover dreht sich vorwiegend alles um die US-amerikanischen Comicserien, die seit einigen Jahren vor allem dank Marvel auch hierzulande erfolgreich sind. Gleich drei Schauspieler aus dem Cast von “Dark Matter” und zwei weitere Darsteller aus “Agents of SHIELD” kamen auf das Event und sorgten so vor allem dafür, dass die Fans der bekannten Comicserien gut auf ihre Kosten kamen. Doch das echte Highlight kam hingegen aus einem ganz anderen Genre: Melissa Rauch aus “The Big Bang Theory” war wohl der mit Abstand bekannteste Star auf der Convention und sorgte am Samstag für reges Interesse. Mit ihrer stets fröhlichen und gut gelaunten Art begeisterte sie dabei ihre Fans und hatte keinerlei Berührungsängste.

MCM Hannover Comic Con

Besonders großen Abstand zu den Besuchern haben die Stars allerdings ohnehin nicht gehalten, denn auf der MCM Hannover Comic Con konnten die Fans ihren Lieblingsstars einmal ganz außergewöhnlich nah sein – und da hat die von der Insel stammende Veranstaltung gleich bewiesen, dass man in Sachen Lockerheit und Fannähe selbst die namhaften deutschen Conventions noch zu übertreffen vermag. Denn was auf anderen Events womöglich ein Verweis vom Veranstaltungsgelände bedeutet, war hier gern gesehen und an der Tagesordnung. Nach dem Panel noch ein Selfie mit den Stars auf dem Gang? Kein Problem, die zahlreichen Helfer waren dabei gleich noch behilflich und hielten für den Besucher das Smartphone. Ein Gespräch mit den Schauspielern bei der Autogrammstunde, ohne einen Autogrammgutschein gekauft zu haben? Auch das kein Problem, wenn gerade keine Schlange vor den Autorammtischen stand. Und wer doch wert auf ein professionelleres Erinnerungsstück legte, konnte gegen Bargeld auch zum offiziellen Fotostudio mit hochwertigem Fotografen und professionellem Lichtequipment gehen und sich perfekt ablichten lassen. Ein Muss war das allerdings – anders als auf vergleichbaren Events – nicht, wenn man in den Genuss eines Fotos mit dem Star kommen wollte.

MCM Hannover Comic Con

Für viele Besucher dürfte damit klar sein: Die MCM Hannover Comic Con legt seinen Fokus vor allem auf das Treffen mit den Stars und weniger darauf, den Besuchern möglichst viel Geld aus der Tasche zu ziehen. Wer bereits in der Vergangenheit auf anderen Conventions war, wird festgestellt haben: Hier legt man Wert auf Qualität statt Quantität und das darüber hinaus sogar noch für vergleichsweise günstige Preise. Das wirkt sich allerdings natürlich auch auf die Stände aus, bei denen man für das Hannoveraner Debüt noch auf einen überschaubaren Rahmen gesetzt hat. Wer hier auf die Jagd nach Merchandise ging, hatte zwar reichlich Auswahl bei den Vinyl POP Figuren, war mitunter aber auch enttäuscht, dass nicht die gesamte Halle mit Ständen gefüllt wurde. Allerdings fand die Veranstaltung so auch in einem Rahmen statt, für den man für jeden Bereich – vom Einlass bis zum Photoshooting – mehr als genug Personal hatte, um das Event hochprofessionell und zeitig angemessen durchzuführen. Das ist längst nicht auf jeder Comic Con der Fall. Abschließend stellen wir also fest: Die MCM Hannover Comic Con kann sich in Deutschland mit zu den qualitativsten Events seiner Art zählen und stellt definitiv eine Bereicherung für den deutschen Convention-Markt dar. Auf ein nächstes Jahr!

Weitere Fotos findet ihr auf unserer Facebook-Seite unter facebook.com/dvdmagazine


01
Jun

Im Test: Lenovo Yoga Tab 3 Pro – Das ultimative Film-Tablet?

Das Streaming von Videoinhalten ist spätestens seit dem vergangenen Jahr immer mehr auf dem Vormarsch. Die deutschen Fernbusse verfügen überwiegend über funktionierendes WLAN, nahezu jede Hotelkette stellt dem Besucher freies Internet zu Verfügung und auch einige der großen VOD-Anbieter stellen einen Offlinemodus für den Film- und Seriengenuss für unterwegs bereit. Doch ein klobiger und schwerer Laptop ist nicht selten deutlich zu unkomfortabel für den mobilen Filmgenuss. Für viele Filmliebhaber kommt daher die Frage auf: Wäre nicht womöglich ein Tablet die richtige Option, um unterwegs im Zug, im Bus, in den Hotels oder wo man sich auch immer sonst gerade aufhält, seine Serien und Filme weiter schauen zu können. Das hat sich wohl auch Lenovo gedacht und stattet ihr neuestes 10-Zoll-Tablet „Yoga Tab 3 Pro“ gleich mit einem besonderen Extra für Filmfans aus: Ein integrierter Beamer soll das persönliche Lieblingsprogramm auch gleich an die Wand projizieren. Die eierlegende Wollmilchsau für mobile Cineasten also?

Lenovo Yoga Tab 3 Pro

Mobiler Filmgenuss
Man könnte tatsächlich auf den ersten Blick meinen, dass das Yoga Tab 3 Pro perfekt auf den Filmgenuss ausgerichtet sei. Das vorinstallierte Android-Betriebssystem in der Version 5.1 ist schließlich mit seinen Apps geradezu perfekt dafür geeignet. Relativ schnell installiert sind die Apps für Amazon Prime, Maxdome oder Watchever und der allseits beliebte Streaming-Anbieter Netflix ist von Haus aus bereits vorinstalliert. Mit Android kommt dann schließlich auch noch (abgesehen von Amazon) der Chromecast-Support dazu, falls wir unsere heimischen Geräte mit Sticks ausgestattet haben oder einen solchen mit ins Hotel nehmen wollen und auch der Offlinemodus vieler Anbieter lässt sich – anders als unter Windows – gleich auf Anhieb nutzen. Bessere Voraussetzungen kann man eigentlich gar nicht mehr haben, um unterwegs auf seine Filme und Serien zugreifen zu können.

Lenovo Yoga Tab 3 Pro

Geringe Winkelabhängigkeit, leichte Spiegelung
Doch auch beim Bildschirm hat man offenbar ein bisschen mitgedacht, wenn es darum geht, sich perfekt auf den Filmliebhaber zuzuschneiden. Das etwa 10 Zoll große Touchscreen-Display mit IPS-Bildschirm und einer WQHD-Auflösung von 2560 x 1600 Pixeln verfügt nämlich nicht nur über eine brillante Farbwiedergabe, sondern überzeugt vor allem mit der besonders niedrigen Winkelabhängigkeit. Das hat vor allem dann einen Vorteil, wenn man unterwegs im Zug oder im Bus einmal zu zweit vor dem Tablet sitzt und gemeinsam einen Film ansehen möchte. Man kann das Tablet einfach in der Mitte platzieren und beide schauen seitlich auf das Display, ohne mit Einschränkungen bei der Bildqualität rechnen zu müssen. Im Gegenzug muss man allerdings ein leicht spiegelndes Display in Kauf nehmen, das vor allem am Tag nicht immer optimal ist. Immerhin liefert Lenovo mit dem Yoga Tab 3 Pro kein mattes und entspiegeltes Display. Dafür hält sich die Spiegelung allerdings soweit in Grenzen, dass bei Erhöhung der Bildschirmhelligkeit dennoch ein problemloser Filmgenuss möglich ist. Die Spiegelungen erscheinen hierbei dann nicht mehr dominant und der Störfaktor hält sich in Grenzen.

Lenovo Yoga Tab 3 Pro

Etwas schwacher Kopfhörerausgang
Schade ist unterdessen allerdings, dass der Kopfhörerausgang derweil ein wenig schwach auf der Brust ist. Schaut man, wie die meisten mobilen Nutzer heutzutage, ohnehin über kleine In-Ear-Kopfhörer stellt dies definitiv kein Problem dar und der Sound kommt laut und kräftig genug rüber. Wer auf etwas bessere Soundqualität wert legt und stattdessen einen geschlossenen Kopfhörer anschließen möchte, vielleicht sogar einen DJ- oder Studiokopfhörer, sollte ein paar Kleinigkeiten beachten. In diesem Fall eignen sich nämlich vor allem eher Kopfhörer mit niedriger Impedanz bis maximal 40 Ohm, wie etwa den Sony-Kopfhörern oder dem Audio Technica ATH-M50X, wobei der Ton hier schon relativ weit aufgedreht werden muss. Dennoch ausreichend, um bei Filmen auch leisere Szenen klar und deutlich zu verstehen. Bei Verwendung eines „hochohmigen“ Kopfhörers empfiehlt sich hingegen die Verwendung eines Kopfhörerverstärkers, etwa einem Oehlbach USB DAC.

Lenovo Yoga Tab 3 Pro

Kinosound aus den Lautsprechern
Etwas überraschender war hingegen der Sound aus den integrierten Lautsprechern, die mit 4 JBL-Lautsprechern daher kommen und durch eine vorinstallierte Dolby-Software in der Lage sind, Dolby Atmos-Sound zu imitieren. Der Klang hierbei reicht zwar sicherlich nicht an hochwertige Stereoanlagen heran, kann allerdings selbst so manchen Fernseher übertreffen. Man kann dabei zwar womöglich nicht von einer Tiefbasswiedergabe sprechen, aber insgesamt wirkt der Klang hierbei ausgewogen und nicht so metallisch, wie man es von Geräten vergleichbarer Größe gewohnt ist. Hierzu sind die vier Lautsprecher in einer Leiste horizontal unterhalb des Bildschirms integriert und sind damit ein wenig mit einer Soundbar vergleichbar, wenn auch natürlich wesentlich kleiner. Für den mobilen Filmgenuss zu zweit durchaus brauchbar. Und für Musik bietet sich natürlich der obligatorische 3,5mm Klinke-Anschluss an, der auch für Kopfhörer oder externe Lautsprecher bereit steht.

Lenovo Yoga Tab 3 Pro

Heimkino für Zuhause
Kommen wir nun aber zum eigentlichen Feature, welches das Yoga Tab 3 Pro überhaupt erst so interessant für Filmliebhaber macht: Lenovo hat vermutlich als einziger Hersteller auf dem Markt tatsächlich einen Beamer in das Tablet integriert. Dieser lässt sich mit einem Tastendruck sofort starten und projiziert anschließend das Bild an unsere Wand. Mittels eines Einstellungsmenüs und eines Fokusrings, der auf dem Touchscreen dargestellt wird, können wir dann das Bild unseres Beamers scharf stellen und so in den optimalen Filmgenuss kommen. Bei Schräglage ist das Tablet sogar einigermaßen in der Lage, das Bild automatisch gerade darstellen zu lassen und zu stabilisieren. Das ist so nicht nur für mobile Präsentationen im Job spannend, sondern auch für das Heimkino zuhause, oder etwa die Bildprojektion im Hotel. Eine flache weiße Oberfläche vorausgesetzt, versteht sich, denn wer das Bild gut erkennen will, sollte auf einer möglichst weißen Oberfläche arbeiten. Das heißt: Eine Leinwand wird zwar nicht mitgeliefert, ist aber unbedingt empfehlenswert. Die Größe des Bildes hängt dabei direkt von der Entfernung des Tablets ab. Je weiter wir uns von der Wand entfernen, desto größer wird das Bild dargestellt. Interessant aber dabei: Qualitativ braucht sich der hier integrierte Beamer nicht einmal vor den großen Projektoren zu verstecken, denn die Helligkeit ist vollkommen ausreichend und auch die Farben werden klar und intensiv wiedergegeben. Damit hat der recht kleine integrierte Beamer ganz klar unsere Erwartungen übertroffen.

Lenovo Yoga Tab 3 Pro

Power für Dauergenuss
Beim Akku mit einer Kapazität von 10.200 mAh, gibt Lenovo eine Laufzeit von sage und schreibe 18 Stunden an. Beim Test stellen wir fest, dass diese Zeit im Standby noch deutlich übertroffen wird und das Tablet sogar einige Tage ohne erneutes Aufladen auskommt. Kommt es hingegen zum aktiven Filmgenuss, liegt die Akkulaufzeit spürbar darunter. In unserem Test bei einer Zugfahrt kamen wir dabei auf etwa 8 – 10 Stunden ununterbrochenen aktiven Filmgenuss. Es ist also problemlos möglich, mit nur einer einzigen Akkuladung tatsächlich auch einmal mehrere längere Spielfilme anzusehen, ohne damit rechnen zu müssen, dass der Akku schlapp macht. Man sollte allerdings bedenken, dass dies eine Akkulaufzeit ohne zusätzlich aktive Apps wie Facebook oder Whatsapp ist. Doch auch dann ist die Akkulaufzeit weiterhin ausreichend, um mehrere Filme hintereinander ansehen zu können. Ein großer Vorteil gegenüber vielen handelsüblichen Notebooks, wodurch das Tablet in vielerlei Hinsicht perfekt auf den Filmliebhaber zugeschnitten ist. Größe, Display, Ständer, Beamer und Akkulaufzeit sind für alle jene, die primär Filme und Serien damit ansehen will, tatsächlich optimal. Übrigens: Mit einem Intel Atom Quad-Core Prozessor mit 2,24 Ghz und 2 GB Arbeitsspeicher ist das Gerät zudem schnell genug für hochwertige HD-Inhalte. Wer allerdings gleich eine ganze BluRay rippen will, dürfte mit den verfügbaren 16 GB Speicherplatz eher nicht auskommen, kann dies aber mittels Micro-SD-Karten-Slot problemlos erweitern.

Fazit:
Dank hochwertigem IPS-Display mit geringer Winkelabhängigkeit, ordentlichem Sound, einem erstaunlich qualitativen Beamer und einer mehr als ausreichenden Akkulaufzeit hält das Yoga Tab 3 Pro tatsächlich das, was es verspricht: Ein optimales Tablet für den mobilen Cineasten.


30
Mai

10 Jahre RPC: Genreübergreifende Konzeptsuche

Alle Jahre wieder findet in den Hallen der Koelnmesse die mittlerweile legendäre Role Play Convention statt. Dieses Mal war der Anlass dazu sogar ein wichtiges Jubiläum, denn die von den Fans kurz RPC genannte Convention, feierte ihr 10-jähriges Jubiläum. Dabei wird auch deutlich: Die Veranstaltung hat sich inzwischen in der gesamten Szene etabliert und ist zum Großtreffen für Fans aus den verschiedenen Genres geworden. Mit Besucherzahlen im guten 5-stelligen Bereich treffen dort Cosplayer, Rollenspieler, Brettspielfreunde, PC- und Videogamer, Bücherwürmer und sogar Mittelalterfans aufeinander. Eine große Vielfalt also, die alle Bereiche abdeckt. Doch vielleicht ein bisschen zu groß?

Role Play Convention

Schaute man sich an diesem Wochenende vom 28. – 29. Mai 2016 das Event an, so kam doch hier und da sicherlich der Eindruck auf, die Role Play Convention sei “nichts halbes und nichts ganzes”. Das liegt daran, dass sie zwar jeden Bereich und jedes Genre abdecken möchte, dabei aber keinen einzigen so weit ausbaut, dass die Veranstaltung als konkurrenzfähig bezeichnet werden könnte. Da hätten wir einerseits den PC- und Videospielebereich, auf dem der Publisher Nordic Games erste Szenen aus dem kommenden Rollenspiel “Elex” vorgestellt hat – und doch reichen die Stände nicht annähernd aus, um neben der Gamescom als nennenswertes Event für Gamer durchzugehen. Als nächstes folgt die Brettspielecke mit vereinzelten Spieleverlagen, die ihre Produkte vorstellten und auch zu einer Spielerunde einluden. Doch auch das nicht ansatzweise vergleichbar mit großen spezialisierten Messen, wie etwa der SPIEL in Essen.

Role Play Convention

Spätestens bei den Autoren und Lesungen wird klar, dass man selbst einen Bereich ohne Großveranstalter-Konkurrenz nicht so weit ausbaut, um mit vergleichbaren Events zu konkurrieren. Obwohl man Größen wie etwa Bernhard Hennen, Wolfgang Hohlbein und Tommy Krappweis vor Ort hatte, war das Angebot an Lesungen doch etwas geringfügiger, als auf dem deutlich kleineren Bucon in Dreieich oder etwa der zeitgleich ebenfalls in Köln stattfindenden Coloniacon. Und ganz wichtig: Auf den kleineren Cons ist sogar die Akustik während den Lesungen deutlich besser. Im Außenbereich dann ähnliches: Der hier aufgestellte Mittelaltermarkt hatte zwar leckere Spezialitäten (zu recht hohen Preisen), ein unterhaltsames Musikprogramm und viele interessante Produkte anzubieten. Doch einem Vergleich etwa mit dem MPS, welches Ende Juli ebenfalls in Köln stattfindet und bis hin zu Saltatio Mortis ein echtes Staraufgebot zu bieten hat, würde auch dieser Bereich nicht standhalten. Ganz zu schweigen von den anwesenden Stargästen aus Hollywood. Ganze 4 Schauspieler waren auf der RPC vor Ort, davon drei aus dem neuesten Star Wars-Film. Genügend Gäste, um jeden der beiden Tage mit etwa 4 Stunden Programm und Q&A-Panels zu füllen, denkt man. Aber falsch gedacht: Einen Programmpunkt, bei dem die Stars überhaupt einmal auf der großen Hauptbühne stehen, suchten wir im Programmheft vergeblich. Stellt sich die Frage: Wozu sind die Stars dann überhaupt da?

Role Play Convention

Warum also kommen trotzdem jedes Jahr Besucher im 5-stelligen Bereich auf die Role Play Convention, dazu auch noch ein Großteil in aufwändig selbst gestalteten Kostümen? Es mag sicherlich an einem großen Vorteil liegen: Da sich viele Fans mittlerweile als “multi-interessiert” betrachten und neben dem klassischen Rollenspiel auch noch genreübergreifende Interessen an Videospielen, Büchern, Mittelalter und vielem mehr haben, ist die RPC wohl die einzige deutsche Veranstaltung, die all diese Bereiche auf einer großen Veranstaltung vereint. Und damit wird sie vor allem zu einem großen “Familientreffen”, auf dem Fantasy-, Science-Fiction-, Mittelalterfans und Gamer sich einmal die Hand reichen können. Dennoch wäre es für das Event womöglich empfehlenswert, die Angebotsvielfalt zu reduzieren und dafür einzelne wenige Genres umso stärker auszubauen. Der in vier Viertel geteilte Hallenplan wäre hierfür geradezu einladend, um vier spezielle Genrebereiche mit Struktur (und vielleicht auch ein bisschen passender Deko) zu versehen. Vielleicht lässt das Event, welches eigentlich hervorragendes Potential hat, dann sogar etwas mehr Konzept erkennen und niemand müsste darüber nachdenken, vielleicht lieber vier spezialisierte Conventions zu besuchen, statt eine Mix-Convention. Die nächste Role Play Convention findet übrigens vom 27. – 28. Mai 2017 wieder in der Messe Köln statt.

Weitere Fotos von der Role Play Convention findet ihr unter facebook.com/dvdmagazine.


20
Mai

Köln: Star Wars im Fokus der Role Play Convention

Role Play Convention

Bald ist es wieder soweit: Wie in jedem Jahr startet in der Kölnmesse mit der Role Play Convention eines der wichtigsten Event der deutschen Convention- und Cosplayszene. Und in diesem Jahr steht dabei alles im Fokus von Star Wars, denn vom Namen der Veranstaltung sollte man sich auf keinen Fall täuschen lassen. Statt ein reines Event für Rollenspieler zu bieten, hat sich die RPC längst zu einem gelungenen Mix aus Cosplay-Treffen, Mittelaltermarkt und Stargast-Meeting gemausert und sich somit in der gesamten Geek-Szene auf vielfältige Weise etabliert. Bei gutem (und schlechtem) Wetter dürfen sich die Besucher im Außenbereich der Messe schließlich an leckeren mittelalterlichen Spezialitäten erfreuen, während sich drinnen die zahlreichen Cosplayer mit ihren aufwändigen Kostümen treffen und auch talentierte Autoren eine Plattform geboten bekommen.

Eine kleine Besonderheit ist in diesem Jahr allerdings die Anwesenheit diverser Stargäste aus dem aktuellen Blockbuster “Star Wars: Das Erwachen der Macht”. So können Fans unter anderem auf Keith De’Winter (Goss Toowers), Mike Quinn und Stormtrooper Phoenix James treffen. Allesamt stehen sie an beiden Tagen für Autogramme und Photoshootings bereit. Darüber hinaus kommen allerdings auch Fans anderer Fandoms auf ihre Kosten, denn mit Neil Fingleton findet sich sogar ein Darsteller aus “Doctor Who” (Fischerkönig) und “Game of Thrones” (Mag the Mighty) auf der Liste der Stargäste. Abgerundet wird dieses spannende Sci-Fi-Erlebnis dann natürlich auch von bekannten Kostümgruppen, wie etwa der Mandalorianischen Beskarschmiede, die mit ihren Wookies aus echtem Ziegenfell für Fotos mit den Besuchern bereit stehen und ebenfalls stets auf Begeisterung bei Star Wars-Fans stoßen. Und auch auf andere spektakuläre Cosplays, wie etwa den lebensgroßen Transformers von AJ Designs, in dessen Genuss die Besucher der Fedcon bereits am vergangenen Wochenende kamen, dürfen wir uns ebenfalls auf der RPC freuen.

Insgesamt stellt die Role Play Convention allerdings ein Event dar, das viele Interessengebiete abdecken möchte. Deshalb darf eine Lese-Ecke mit Fantasy-Autoren, die ihre spannenden neuen Romane vorstellen, natürlich auch nicht fehlen. Einmal mehr dürfen wir dabei den Lesungen von Ann-Kathrin Karschnick, Tom Daut und vielen anderen lauschen. Und wem das noch nicht reicht, der kann hier und da sogar in den Genuss packender Brett- und PC-Spiele kommen, oder sich an einem der vielen Workshops versuchen, die während der Veranstaltung angeboten werden. Die RPC findet am 28. und 29. Mai 2016 statt und kostet 15 Euro Eintritt an der Tageskasse. Weitere Infos findet ihr unter rpc-germany.de.

Role Play Convention


19
Mai

Fedcon: Star Trek wird 50

In diesem Jahr stand für Trekkies ein ganz besonderes Highlight an. Ihre Lieblingsserie, die im Jahre 1966 mit Raumschiff Enterprise zum ersten Mal auf Sendung ging, ist inzwischen 50 Jahre alt geworden. Grund genug, dieses Ereignis auf der mittlerweile seit knapp 25 Jahren stattfindenden Fedcon im Maritim Hotel Bonn zu zelebrieren. Zu diesem Anlass hat Veranstalter Dirk Bartholomä aber auch ein kleines Experiment gewagt, nachdem sich das Event in den vergangenen Jahren immer weiter anderen Fandoms geöffnet hat: Um das 50-jährige Bestehen von Star Trek ordentlich zu feiern, hat die Fedcon bis auf einige wenige Schauspieler fast ausschließlich Stars aus dem Star Trek-Franchise eingeladen. Darunter sogar drei der noch lebenden Original-Darsteller aus der Serie “Raumschiff Enterprise”. Niemand geringeres als William Shatner, George Takei und Walter Koenig kamen schließlich nach Bonn, um das Wochenende mit ihren Fans zu feiern. Und obwohl so manchem vielleicht die Freunde aus den anderen Fandoms, wie etwa Doctor Who, ein wenig fehlten, ist auch diese Fedcon hinsichtlich der Besucherzahlen bestens geglückt.

Fedcon 2016

Trotzdem war es allerdings kein leichtes Unterfangen, die drei Original-Darsteller noch einmal gemeinsam auf die Bühne zu bekommen. Immmerhin haben William Shatner und George Takei bereits seit vielen Jahren ihre ganz persönlichen Probleme miteinander, was womöglich auch verhindert hat, dass wir ein gemeinsames Dreier-Panel auf der großen Bühne des Saal Maritims zu sehen bekamen. Bereits in ihren einzelnen Panels betonten sie immer wieder auf ehrliche Weise, dass es Unstimmigkeiten zwischen den Schauspielern gibt und Shatner offenbar nicht einmal wisse, warum sein Kollege ihn nicht leiden kann. Für Fans der alten Enterprise-Serie vielleicht eine kleine Enttäuschung, ihre drei Idole nicht mehr dabei erleben zu können, wie sie sich auf der Bühne gegenseitig die Hand reichen. Zumal Walter Koenig bereits ankündigte, auf Grund seines Alters womöglich zum letzten Mal auf der Fedcon dabei gewesen zu sein. Eine verpasste Gelegenheit, wenngleich es für viele Fans sicherlich ein beeindruckendes Erlebnis war, die mittlerweile zwischen 78 und 85 Jahre alten Schauspieler überhaupt noch einmal auf einer deutschen Bühne zu sehen.

Fedcon 2016

Ganz anders war die Stimmung unterdessen bei den Stars aus “The Next Generation” und “Star Trek: Voyager”. Vor allem Marina Sirtis, die ihre Fans als Deanna Troi kennen, zeigte sich am vergangenen Wochenende von ihrer besten Seite und machte ihre Auftritte zum absoluten Highlight der Veranstaltung. Stets hervorragend gelaunt, begeisterte die inzwischen 61 Jahre alte selbsternannte “Convention Queen” ihre Fans mit purem Entertainment und einer beeindruckend selbstbewussten Bühnenpräsenz. Als sie dabei sogar spontan geschätzte hundert Tagesgäste aus dem Flur in den Saal hineinholte, wurde schnell klar: Berührungsängste mit den Fans hat diese Frau definitiv nicht. Ähnliches gilt unterdessen allerdings auch für Robert Beltran und Ethan Phillips, die wir als Chakotay und Neelix aus “Star Trek: Voyager” kennen. Bei ihren mindestens ebenso gut gelaunten Auftritten konnten die Fans – anders als bei den Stars der Originalserie – jederzeit erkennen, dass sich die beiden Schauspieler auch heute noch mögen und seit dem Dreh eng befreundet sind. Ein herzerwärmendes Vergnügen für Trekkies.

Fedcon 2016

Letztendlich bleibt natürlich dennoch die Frage, in welche Richtung sich die Fedcon zukünftig entwickeln wird. Ob man es ganz klassisch, wie in alten Tagen auch weiterhin bei einer reinen Star Trek-Convention belässt, oder ob dies ein einmaliges Experiment zum Jubiläum war und man sich im nächsten Jahr wieder anderen Fandoms öffnen wird. Hinsichtlich der Besucher- und Cosplayvielfalt wäre letzteres sicher wünschenswert, denn ohne bekannte und normalerweise alljährlich anwesende Gruppen, wie etwa der Who Crew oder die Beskarschmiede mit ihren Wookies aus echtem Ziegenfell, fehlt hier und da dann doch eine Kleinigkeit. Obwohl man zugeben muss, dass die beeindruckenden Transformers-Cosplayer in Lebensgröße und mit echten Fahrzeugteilen wahrlich den Vogel in Sachen Qualitätscosplay abgeschossen haben und auch der Weltrekordversuch mit den meisten Menschen in Star Trek-Uniform trotzdem beeindruckend war, obwohl der Rekord nicht geknackt werden konnte. In jedem Fall steht ein Termin für die nächste Fedcon allerdings bereits jetzt fest, denn das Event soll im kommenden Jahr erneut über die Pfingstfeiertage vom 2. – 5. Juni 2017 stattfinden. Alle weiteren Infos zu den künftigen Stargastankündigungen findet ihr demnächst unter fedcon.de.

Weitere Fotos von der Fedcon und natürlich euren Cosplays findet ihr auf unserer Facebook-Seite unter facebook.com/dvdmagazine.


09
Mai

Die Krupps – Live im Schatten der Ringe (BluRay)

Die Krupps: Live im Schatten der Ringe

Das Bundesland Nordrhein-Westfalen ist geprägt durch die einst so starke Industrie und die zahlreichen ehemaligen Stahlunternehmen in den vielen Zechen des Ruhrpotts. So etwas hatte natürlich auch Einfluss auf die hiesige Musik. Die schwarze Szene rund um den Industrial und EBM hat sicherlich nicht grundlos ausgerechnet hier zahlreiche Anhänger. In jedem Jahr finden dazu sogar große Events, wie etwa das E-Tropolis Festival in der Oberhausener Turbinenhalle statt, bei denen man Tausende von Fans dieser Musikrichtung vereinen kann. Den größten Einfluss dürfte die Stahlindustrie wohl auf die ursprünglich aus Düsseldorf stammende Band „Die Krupps“ haben, deren Namen nicht ohne Grund an große Konzerne wie ThyssenKrupp erinnert. Mit einem leicht veränderten Krupp-Logo als Bandsymbol und Gesang über das harte Leben in der Industrie liefern sie praktisch die Hymne für all jene, dessen Eltern in den stahlharten Fabriken arbeiten mussten und die heute das Leben im Ruhrpott vielleicht ein bisschen kritisch sehen, jetzt da die meisten ehemaligen Zechen längst ihre Tore geschlossen haben.

Doch obwohl die nordrhein-westfälische Band bereits seit den 80iger Jahren aktiv ist und in der Schwarzen Szene groß gefeiert wird, hat ein tatsächlicher Konzert-Mitschnitt lange auf sich warten lassen. Erst jetzt, fünfunddreißig Jahre nach ihren ersten Auftritten, dürfen sich die Fans an einer ersten Musik-BluRay (natürlich auch auf DVD erhältlich) erfreuen, auf der sie ihren Auftritt vom E-Tropolis Festival 2014 mitgeschnitten haben.

Die Krupps

Ein ehrliches Konzert
Bereits in den ersten Minuten wird den Fans dabei allerdings klar: Es handelt sich hier keineswegs um einen Auftritt, der extra nur für die Konzertaufnahmen gestellt wurde. Auf richtige Hochglanzbilder, wie man sie auf manch anderen Live-Mitschnitten von Mainstream- und Charts-Bands kennt, müssen wir verzichten. Stattdessen sehen wir die Aufnahmen aus der recht düster wirkenden Location der Turbinenhalle, hier und da ein wenig getränkt in typisches ISO-Rauschen von Kameras, die mit der geringen Helligkeit in der Halle doch ein klein wenig überfordert waren. Dafür allerdings dürfen wir „Die Krupps“ von ihrer ganz ehrlichen und ungestellten Seite erleben, wie sie auch ein echtes Konzert geben würden: In einer (für Chartsverhältnisse) kleinen Halle, in verschwitztem elegant-schwarzem Outfit und den harten Klängen der Gitarre und des Synthesizers im Hintergrund. Davor: Ein Publikum, bei dem es schon schwer fällt, jemanden zu finden, der nicht vollständig in schwarz gekleidet ist. Ein echtes Konzert der schwarzen Szene eben, wie es die Fans lieben.

Die Krupps

Stahlarbeitermusik
Die ersten Zweifel bei manchen Neulingen der Szene sind da schnell beseitigt: Wer dachte, es handele sich bei dieser Art von Musik ohnehin nur um Töne aus elektronischen Instrumenten und Computern, wird hier schnell eines Besseren belehrt. Doch neben dem klassischen Schlagzeug und der E-Gitarre setzen „Die Krupps“ noch in ihrem eigenen Stil einen drauf: Da werden die Instrumente dann auch einmal selbst gebaut, um dem Industrial-Sound gerecht zu werden und echte Stahlwerksmusik abzuliefern. Mit dem sogenannten „Stahlophon“, einem Instrument aus verschieden großen Stahlrohren, auf denen Frontmann Jürgen Engler rhythmisch herum trommelt, kombinieren sie die elektronischen und Metal-lastigen Klänge mit eigener Kreativität. Damit bietet die Band ein Rundumprogramm, bei dem einfach alles thematisch passt: Vom Logo, über den Namen, bis hin zum Outfit und Klang orientiert man sich durch und durch an der Arbeit der Stahlwerke. Man könnte sogar sagen: Nach mittlerweile 36 Jahren (zum Zeitpunkt des Mitschnitts noch 34) lebt die Band geradezu ihr Image.

Krach in der Turbinenhalle
Einen kleinen Nachteil hat es dann aber dennoch, dass „Live im Schatten der Ringe“ nicht ganz auf Hochglanzbilder und perfekte Inszenierung getrimmt ist. Den Aufnahmen kann man hier und da nämlich durchaus entnehmen, dass es an Dynamik gelegentlich etwas mangelt. Die Gitarre kann ihren kräftigen Sound zwar vollends entfalten, aber beim Schlagzeug fehlt es hier und da vielleicht ein wenig an Druck und auch der Gesang mag in der Abmischung ein wenig untergehen, wenngleich es noch nicht tatsächlich störend erscheint. Man merkt eben durchaus, dass es sich um Live-Aufnahmen handelt, bei denen man sogar das echte Publikum im Hintergrund jubeln hört und dass hier nichts künstlich hinzugefügt wurde.Da kann man dann vielleicht sogar verschmerzen, dass es soundtechnisch dann sicherlich nicht ganz an die gewohnte Studioqualität heran reicht. Wer das erwartet, dem empfehlen wir eher einen Blick auf das Album „The Machinists of Joy“, auf dem viele der hier gespielten Songs auch als Studioaufnahme zu finden sind.

Fazit:
Nach mehreren Jahrzehnten Bandgeschichte dürfen wir „Die Krupps“ endlich auch vom Wohnzimmer aus bei ihrem Auftritt auf dem E-Tropolis Festival bewundern. Statt Hochglanzbildern, gibt es ehrliche handwerkliche Musik mit einem abgerundeten Industrial-Gesamtbild.