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14
Okt

Bochum: Schwarze Szene feiert Leaether Strip

Wer sich in NRW der schwarzen Szene zugehörig fühlt und Gothic mit all seinen elektronischen Spielarten liebt, der kommt um den Ruhrpott in der Regel nicht herum. Locations wie das Matrix in Bochum und auch der gleich daneben liegende Rockpalast sind häufig erster Anlaufpunkt für Fans des Industrial, EBM und Synthpop. So auch am gestrigen Freitag, dem 13. Oktober 2017, als die legendäre EBM-Band Leaether Strip extra aus Dänemark angereist ist, um ihre Fans einmal so richtig einzuheizen. Im Mainstream und bei Charts-Hörern sicherlich nicht gerade der populärste Musikact, schafft es die Band jedoch schon seit den späten 80iger Jahren die Genrefans zu begeistern und stets die kleineren Szenelocations gut zu füllen.

Leaether Strip: Rockpalast Bochum

So war es dann auch nicht weiter verwunderlich, dass sich auch der Rockpalast Bochum, der kaum mehr als ein paar hundert Besucher fassen dürfte, im Verlauf des Abends gut füllte. Und obwohl doch ein Großteil des Publikums aus der Warteschlange vor dem Rockpalast zunächst eigentlich zum Metal-Konzert im Matrix wollte und die erste Vorband Root4 noch vor eher spärlichen Besucherzahlen spielen musste, entwickelte sich im Rockpalast schon bald ein gemütlicher Abend, bei dem es vor der Tanzfläche mitunter recht kuschelig werden konnte, wenn Leaether Strip gegen 21:30 erst einmal los gelegt hat – und die nächsten 90 Minuten so schnell nicht mehr aufhören sollte.

Eine Besonderheit gab es schließlich, die sich langjährige Fans nicht entgehen lassen wollten: An diesem Abend wurde Sänger Claus Larsen nämlich endlich wieder von seinem Bandkollegen und Ehemann Kurt begleitet, der es sich an den Keyboards gemütlich machte. Das ist allerdings mittlerweile eine echte Seltenheit geworden und längst keine Selbstverständlichkeit mehr, denn Kurt leidet unter einer Krankheit, die einen gemeinsamen Auftritt häufig verhindert. Dass er dementsprechend auch kaum mehr so heftig auf der Bühne herum hüpfen kann, wie Bandleader Claus Larsen versteht sich dementsprechend von selbst.

Leaether Strip: Rockpalast Bochum

Der Stimmung tat das allerdings keinen Abbruch, denn Larsen ist durchaus auch in der Lage, allein für reichlich Stimmung zu sorgen. Spätestens, wenn er seinen Hit “Japanese Bodies” anstimmt, steht auf der Tanzfläche kein Bein mehr still und auch Larsen ist leicht in der Lage, das mit einer eigenen wilden Performance zu unterstützen. Von da an gab es auch kein zurück mehr, denn Leaether Strip steigerte ab jetzt nur noch fortschreitend das Tempo und sorgte mit immer flotteren und härteren Tracks für zunehmende Partystimmung. Da war es dann beinahe schon schade, dass die Band offenbar um 23 Uhr dann doch ihren Auftritt beenden musste. Das Publikum jedenfalls war längst nicht am Ende seiner Kräfte und hätte offenbar gern noch weiter getanzt, nachdem so mancher bereits seit 20 Uhr in der ersten Reihe vor der Bühne stand.

Das musste aber nicht zwangsläufig das Ende sein, denn während sich so mancher anschließend ebenfalls ins Matrix begab, um weiterhin die Nacht durch zu feiern, stand die Band auch nach dem Konzert noch für den ein oder anderen Plausch am Merchandising-Stand zur Verfügung. Da konnte man sich nicht nur Autogramme abholen, sondern stellte auch recht schnell fest, dass es sich bei Claus und Kurt von Leaether Strip um zwei eigentlich ruhige und umgängliche Gesellen handelt, die keinerlei Berührungsgängste gegenüber den Fans haben. Sicherheitspersonal braucht es da schließlich auch nicht, wenn sich die beiden einmal unter die Menge gemischt haben oder gar das ein oder andere Getränk zusammen mit den Fans genossen.

Leaether Strip: Rockpalast Bochum

Spätestens da wurde dann auch deutlich, wieso gerade solch kleine Locations wie der Rockpalast ihren Charme und auch Reiz haben. Statt einer Massenveranstaltung, bei der man kaum mit der Band in Kontakt treten kann, waren die Fans der schwarzen Szene hier mit den Bands unter sich und gingen keineswegs in der Menge unter. Dass der Rockpalast zudem auch noch so gestaltet wurde, dass sich eine Empore für all jene anbietet, die das Konzert lieber mit bestem Blick von oben bewundern möchten, bot sogar architektonisch – trotz der geringen Größe – gewisse Vorteile. Ganz zu schweigen von dem ansonsten hervorragenden Sound, der wohl so manches Großevent übertraf. Lediglich bei den Scheinwerfern bleibt dann wohl noch Luft nach oben.

Die nächsten Termine in Deutschland:
– 14.10.2017 Erfurt
– 15.10.2017 Hamburg
– 23.12.2017 Hannover
– 25.12.2017 Chemnitz



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